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unternehmen Dezember 2015

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 48 | Dezember 2015 | 3,00 €

4 197821 303000 4 8

Mission

Arbeit

Sein Job war schon vor der Flüchtlingskrise nicht

einfach: Peter Rasmussen, der Leiter der Agentur

für Arbeit Ulm, im großen Interview.

IT-Sicherheit Wie man mit der „Schwachstelle Mensch“ umgeht SEITE 22

Finanzen So sorgen Selbstständige fürs Alter vor SEITE 28

Businessmode Denn sie wissen nicht, was sie tragen SEITE 42


TAG HEUER CARRERA CALIBRE 1887

TAG Heuer ist offi zieller Zeitnehmer der Bundesliga. Fußball ist jede Sekunde volle Konzentration,

jeder Spielzug eine neue Herausforderung an Körper und Geist. Dabei eint alle

Akteure das Ziel, als Sieger vom Platz zu gehen und getreu dem Motto „Don’t Crack Under

Pressure“ jedem Druck standzuhalten.


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[inhalt]

LIEBE LESERIN, LIEBER LESER,

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

unternehmen [!]

wir Deutschen sind ein komisches Volk.

Wenn es ums Reisen und Exportieren geht,

wollen wir die ganze Welt fest in unseren

Händen halten. Suchen kriegsgeplagte

Menschen hierzulande Schutz, nimmt die

Weltoffenheit vieler Leute rasch ab. Manche

stellen sogar die Unantastbarkeit der Mensch

en würde in Frage. Doch die ist nicht verhandelbar.

Dass die Integration der Flüchtlinge

eine Herausforderung wird, steht

außer Frage. Peter Rasmussen, der Leiter der

Agentur für Arbeit Ulm, schildert das im

Titelinterview (Seite 10). Auch auf anderen

Gebieten wachsen die Aufgaben. Die Bandbreite

reicht vom Führungsverhalten in

schwierigen Phasen (Seite 6) bis hin zum

Schutz vor Eindringlingen in die Firmen-IT

(Seite 22). Doch keine Sorge, es gibt auch

leichte Themen: Männer und Modesünden

(Seite 42) sowie unsere Umfrage zu Silvester.

Anregende Lektüre wünscht Ihnen

Ihr Alexander Bögelein

[führen]

6 Einmal Coaching für den Chef

Wie man ein guter Vorgesetzter wird

[titelthema]

10 Die Sprache ist der Schlüssel

Peter Rasmussen im Gespräch

[gründen]

20 Das schmeckt auch dem Gewissen

Gutes von hier – liefert die „reg.io UG“

[sicherheit]

22 Das Unheil kam per E-Mail

Ein fataler Klick und seine verheerenden

Folgen

[machen]

26 Die Ausgräber Die Firmenhistoriker –

zwischen Geschichte und Geschichten

34 Brasilien, China, Laupheim

Weltmarktführer aus der Provinz:

Uhlmann Pac-Systeme

[finanzieren]

28 Vorsorgen! Aber wie?

Ein Sicherheitsnetz fürs Alter knüpfen

[spezial]

32 Ideen statt Gedöns Bildungsmesse –

Orientierung für Schüler und Betriebe

38 Fuß folgt Auge Da schau her: So fällt

man auf der Messe auf

[leben]

42 Männer und Modesünden

Wie man Mann anzieht

45 Teamgeist am Leib

Gute Arbeitskleidung hebt die Moral

46 Fisch, Fondue und Tigerkopf

Was sie an Silvester treiben! Umfrage

unter Führungskräften

[namen & nachrichten]

4 Wirtschaftskrimis in der Möbelwelt

4 James Bond bleibt Ulm treu

5 Bosch-Rexroth streicht bis zu

610 Stellen in Elchingen

50 Bregenzer Bruchlandung

50 Impressum

28 46

42 22

06

3


[namen & nachrichten] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Wirtschaftskrimis in der Möbelwelt

Ulm ist für Möbelhändler einhartes

Pflaster. Zuletzt machten die

regionalen Branchenriesen Inhofer

(Senden) und Mahler (Bopfingen)

Schlagzeilen. Im Prozess gegen

vier Manager von Möbel

Inhofer stand jedoch schnell die

Staatsanwaltschaft im Fokus: einerseits

wegen schlampiger Ermittlungen,

andrerseits wegen

des überharten Auftretens gegenüber

den Angeklagten, von denen

sie zwei im Jahr 2012 sogar

kurzzeitig in Untersuchungshaft

nahm. Vom Vorwurf des systematischen

Sozialhilfebetrugs und

einem geschätzten Schaden von

3,3 Millionen Euro blieb nur ein

Bruchteil übrig. Im fraglichen

Zeitraum zwischen 1999 und

2012 arbeitete das Möbelhaus bei

rund 1000 Beschäftigten mit 50

freien Handelsvertretern zusammen,

von denen für etliche der

Vorwurf Scheinselbstständigkeits

nicht zutraf. Sowohl die Urteile

als auch die Einschätzung

des Richters zu Arbeit und Vorgehen

der Staatsanwaltschaft waren

schallende Ohrfeigen. Dennoch

will diese nun das Urteil

vom Bundesgerichtshof überprüfen

lassen. Das Landgericht verurteilte

Edgar und August Inhofer

für den nachlässigen Umgang

mit der Sozialversicherungspflicht,

setzte die Haftstrafen zur

Bewährung aus, alle vier Angeklagten

müssen Geldstrafen bezahlen.

Spannend geht es auch bei Möbel

Mahler zu. Das Unternehmen

hatte sich mit XXX Lutz bereits

nota riell auf den Verkauf seiner

Möbelhäuser am Stammsitz und

in Wolfratshausen geeinigt – für

45 Millionen Euro. Doch lösten

beide Seiten den Kaufvertrag und

verhandelten im Oktober wieder.

Das Möbelhaus, so Seniorchef

Gerd Mahler, will sich auf den

Standort Neu-Ulm konzentrieren.

Dort ist XXX Lutz mit 10 Prozent

beteiligt und Mahler Mitglied

in der von Lutz gegründeten

Einkaufsgemeinschaft. [!] AMB

Möbel Mahler in Neu-Ulm: Das Unternehmen gab für Erwerb und Umbau

des alten Mutschler-Centers viel Geld aus: rund 35 Millionen Euro.

James Bond bleibt Ulm treu

James Bond ist eine treue Seele –

zumindest wenn es um seine

Pistole geht. Auch im neuen Kinoknüller

„Spectre“ setzt Geheimagent

007 auf eine Walther

PPK als Dienstwaffe. Die

liefert das Ulmer Unternehmen

Carl Walther,

das mittlerweile zum

Arnsberger Waffenhersteller

Umarex (Hochsauerlandkreis-

NRW) gehört.

„Wir unterstützen gerne Anfragen

für Filmaufnahmen und beraten

bei der Ausstattung“, erklärt

Walther-Geschäftsführer

Alexander Lenert (45). Ein aktives

Sponsoring gebe es aber

nicht. Auch darf Walther von

sich aus keine Werbung mit

James Bond machen. Üblicherweise

handelt es sich bei Pistolen

für Filmaufnahmen um Schreckschusspistolen

im Kaliber 9 Millimeter

P.A.K. „Bei Pistolen diesen

Typs wird kein Geschoss durch

den Lauf getrieben, die Patrone

erzeugt aber den sonst üblichen

Schuss-Knall“, erklärt Lenert. Die

PPK wurde bis 1999 auch als

„scharfe Waffe“ hergestellt. Die

Zusammenarbeit läuft über einen

festen Ansprechpartner bei

EON-Productions in London, an

die dieser Spezialauftrag auch geliefert

wird.

Mit seinem zehnjährigen Sohn

schaut der gebürtige Erlanger die

alten 007-Folgen auf dem Bezahlsender

Sky an. Ihr gemeinsamer

Bond-Lieblingsfilm:

„In

tödlicher Mission“.

Der

Grund: Beide

sind leidenschaftliche

Skifahrer und

„mein Sohn

lacht sich

heute über

Geschäftsführer:

Alexander

Lenert.

die Stunt-Szenen aus dem Jahr

1981 kaputt“.

Das Unternehmen Carl Walther

wurde im Jahr 1886 in Zella-Mehlis

(Thüringen) gegründet. Nach

der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

erfolgte der Neuanfang in

Ulm. Heute beschäftigt Walther

242 Mitarbeiter. [!] AMB/KÖ

4

Daniel Craig, Agent mit Schreckschusspistole aus Ulm .


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[namen & nachrichten]

Bosch-Rexroth streicht bis zu 610 Stellen in Elchingen

Die Krise hatte sich angedeutet.

Doch mit einem solchen Kahlschlag

hatten die Mitarbeiter des

Bosch-Rexroth-Werkes in Elchingen

nicht gerechnet. Bis zu 610

der 2479 Stellen will der Konzern

bis Jahresende 2018 abbauen . Insgesamt

streicht Bosch-Rexroth

(Lohr am Main) bis zu 1150 Stellen

in Deutschland und begründet

das mit der weltweit sinkenden

Nachfrage. Im Kern geht es

um den Bereich Mobile Anwendungen,

in dem Bauteile für Bagger,

Gabelstapler und Traktoren

hergestellt werden. In dieser

Sparte arbeiten in Deutschland

6200 Menschen. Das Werk in Elchingen

ist federführend in diesem

Bereich. Dort werden Hydraulikteile

hergestellt. Künftig

solle die Produktion von Schrägachsen

aus Kostengründen ins

türkische Bursa verlegt werden.

„Wir wollen betriebsbedingte

Kündigungen vermeiden“, sagt

der kaufmännische Werksleiter

Michael Everts. Angesichts der

Größe des Sparprogramms kann

er diese aber nicht ausschließen.

Mit IG Metall und Betriebsrat laufen

bereits Gespräche über Abfindungen

und Altersteilzeit. Das

Unternehmen sei für alternative

Vorschläge offen. Viele Mitarbeiter

machen sich Sorgen. Wenn

ausgerechnet die Herstellung der

profitablen Produkte in die Türkei

verlagert werde, sei der Standort

Elchingen als Ganzes in Gefahr,

sagt Betriebsratsvorsitzender

Horst Schwürzinger. [!] TS/CZI

Sind wütend und besorgt: Bosch-Rexroth-Mitarbeiter in Elchingen.

Studenten küren Liebherr

zur attraktivsten Firma

Die Liebherr International

Deutschland GmbH ist nach Ansicht

von 700 Studenten der attraktivste

Arbeitgeber in der Region.

Die Hochschule Neu-Ulm

hat zum vierten Mal Studierende

aus der Informatik sowie den den

Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften

69 Firmen mit einem

Jahresumsatz von mehr als 50

Millionen Euro bewerten lassen.

Die 20 beliebtesten Firmen in der

Region Ulm/Neu-Ulm

1. Liebherr-International

Deutschland

2. Daimler TSS

3. Drogeriemarkt Müller

4. Ratiopharm

5. Seeberger

6. Wieland-Werke

7. Gardena Deutschland

8. Liqui Moly

9. SWU Stadtwerke Ulm/NU

10. Iveco Magirus Lastwagen

Neu ist der „Hidden Cham pion

Employer Branding Award 2015“,

der an den Ulmer Prüfmaschinenhersteller

Zwick Roell ging.

,,Viele Studierende sehen oft nur

in Konzernen Karrierechancen,

dabei haben Hidden Champions

weit mehr als angenommen zu

bieten,“ sagen die Professoren

Alexander Kracklauer und Sascha

Fabian. [!]

11. Settele Schwäbische

Spezialitäten & Feinkost

12. Möbel Inhofer

13. Peri

14. Cassidian

15. Finkbeiner

16. Schwenk Zement

17. Magirus Brandschutz

18. Fritz & Macziol

19. Pfizer Deutschland

20. Merckle

Ikea-Abhol-Zentrum

in Ravensburg

Die schwedische Möbelkette ist

seit geraumer Zeit in Baden-

Württemberg auf der Suche nach

neuen Standorten. Auf dem ehemaligen

Standort des Möbelhändlers

„Domicil“ in Ravensburg

eröffnet Ikea im Jahr 2016

ein Abholzentrum – das erste von

insgesamt acht. Die Kunden aus

dem Raum Ravensburg und Bodensee

können dort ihre online

bestellten Einkäufe abholen, ohne

zum nächsten Ikea-Markt

nach Ulm fahren zu müssen,

heißt es bei Ikea Deutschland.

Ziel sei es, dass die Kunden weniger

als 40 Minuten mit dem Auto

fahren müssen. [!]

Mittelstand zeigt sich

investitionsfreudig

Der deutsche Mittelstand glaubt

nach einer Studie der Förderbank

KfW zunehmend an einen robusten

Aufschwung in Deutschland

und Europa. Das zeige sich an den

Investitionen, die 2014 mit einem

Plus von 6 Prozent auf 202

Milliarden Euro stiegen und damit

den höchsten Stand seit 2008

erreicht haben, sagte KfW-Chefvolkswirt

Jörg Zeuner bei der Vorlage

einer repräsentativen Umfrage

unter Mittelständlernt.

2015 dürfte sich der Aufschwung

der Investitionen von kleinen

und mittleren Unternehmen

fortsetzen. „Das Vorkrisenniveau

von 204 Milliarden Euro aus dem

Jahr 2007 kann in diesem Jahr

überschritten werden.“ [!]

5


Nicht jeder Vorgesetzte ist ein Naturtalent im Umgang mit seiner Herde. Die gute Nachricht: Führen kann man lernen.

Foto: © Greg Epperson/Fotolia.com

Einmal Coaching für den Chef

Bin ich ein guter Chef? Oder nicht? Und warum? Immer mehr Führungskräfte loten ihre Schwachpunkte aus,

schulen sich in Seminaren und Weiterbildungskursen oder lassen sich coachen. Was einst mit einem Tabu

behaftet war, ist heute fast schon Standard. Sinnvoll ist es allemal.

Ein guter Boss zu sein, ist beileibe nicht ohne. Breite Schultern

allein reichen nicht aus, um all die Verantwortung zu stemmen

oder in einer Schlangengrube zu überleben. Denn oftmals

ist der Grat zwischen Erfolg und Missgunst sehr schmal.

Katharina Heuer sieht die Sache sportlich. Für die Geschäftsführerin

der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP), ein großes

Netzwerk von Personalmanagement-Verantwortlichen, ist ein guter

Chef Manager, Trainer und Coach einer Mannschaft in einer Person. Er

verantwortet Erfolg oder auch Misserfolg: „Eine Führungskraft ist

Teamplayer und hat unterschiedliche Rollen. Und sie übernimmt immer

dann die Führungsposition, wenn sie gefragt ist.“ Dabei ist es

wichtig, dass sie die Spieler anheizt, vorantreibt, geschickt positioniert

und – für die Di plom-Volkswirtin ganz entscheidend – ihre eigene

Position genau kennt: „Eine gute Führungskraft

ist nachvollziehbar und authentisch

in ihrem Handeln. Sie holt sich aktiv Feedback

ein und reflektiert ihr Handeln.“

Nur auf diese Weise kann der Trainer jederzeit

den Blick auf das aktuelle Spielgeschehen

richten, ohne die Nase zu hoch zu tragen.

Katharina Heuer: „Ein guter Chef

weiß, dass er nicht der beste Fachexperte

und kein Allwissender ist, sondern das

Know-how und die Erfahrungen und damit

die kollektive Intelligenz seiner Mitarbeiter

nutzt.“

Personalführungsexpertin

Katharina Heuer.

6


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[führen]

So sieht das auch Professor Dr. Thomas Bayer von der Hochschule Neu-

Ulm: „Wer eine Firma oder einen internen Geschäftsbereich führt, der

kann sich natürlich bestimmte Techniken und Werkzeuge aneignen,

doch muss er lernen, sich auf seine Mitarbeiter zu verlassen, denn sie

sind in ihren Bereichen die eigentlichen Fachexperten.“

SCHWÄCHEN ERKENNEN – UND DAZU STEHEN

Auch für den Direktor des Instituts für Dienstleistungsmanagement

ist die stetige Selbstreflexion eine bedeutende Grundlage für Führungsstärke:

„Neben Fachwissen und einem großen Erfahrungsschatz

ist es wichtig, dass ein Manager immer die Bereitschaft in sich trägt, zu

lernen sowie seine eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen. Und

zu diesen muss man natürlich auch stehen können.“

Dies gilt vor allem in Krisenphasen. Gerade in Zeiten, in denen das

Spiel zu kippen droht, sprich, Umsätze auf Talfahrt sind und sich Kunden

selbst auswechseln, kann eine Führungskraft vor der kompletten

Mannschaft ihre wahren Qualitäten unter Beweis stellen. Und dies um

Himmelswillen nicht, indem sie den Kraftprotz gibt. Bayer ist für

Transparenz: „Wenn ein Unternehmen in eine Schieflage zu geraten

droht oder sich bereits in stürmischer See bewegt, muss man auf Kommunikation

setzen und die Mitarbeiter ins Boot holen, sprich umfassend,

jedoch auch zielgerichtet informieren.“ Man müsse zeigen, wo

die Probleme liegen und wie man sie lösen wird. Man könne und müsse

gegebenenfalls auch dazu stehen, dass es vielleicht noch keinen

klaren Weg oder einen ausgereiften Plan gibt, „dass man jedoch dabei

ist, ihn zu finden und zu erarbeiten. Auf keinen Fall darf man so tun,

als ob alles in Ordnung ist.“

SEINE MITARBEITER NIEMALS UNTERSCHÄTZEN

Mal ehrlich. Welcher Mitarbeiter merkt nicht, dass Aufträge wegfallen?

Den Spruch „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ kann man in

dieser Situation getrost vergessen. Die richtigen Worte zu finden, ist

aber nicht so einfach. Für Bayer ergibt es keinen Sinn, den Teufel an die

Wand zu malen: „Unsicherheiten in der Belegschaft, die zu Angst um

den Arbeitsplatz führen können, sind immer auf Schwächen von einzelnen

Führungskräften zurückzuführen, die ungenügend oder eben

falsch informiert haben. Mitarbeiter haben ganz feine Antennen und

spüren Veränderungen sofort“, erklärt der Professor.

Die Folge: Sehr schnell breitet sich Frustration

in Büros und am Band aus und Konflikte

sind programmiert. Das bestätigt Katharina

Heuer: „Man darf seine Mitarbeiter

und die Gespräche innerhalb der Belegschaft

nicht unterschätzen.“ Auch die Personalmanagement-Expertin

empfiehlt eine

offene, aber der Situation angepasste

Informationspolitik. Leider mangle es daran

in vielen Unternehmen: „Man muss

sich als Firmeninhaber, Geschäftsführer

oder Führungskraft immer in die Situation

der Mitarbeiter versetzen und überlegen,

Thomas Bayer,

Hochschule Neu Ulm.

was man selbst an deren Stelle hören und wissen möchte und muss.“

Wichtig sind Offenheit und Ehrlichkeit – gegenüber seinen Mitarbeitern

und vor allen auch zu sich selbst: „Viele Führungskräfte meinen,

immer sofort die richtige Lösung parat haben zu müssen. Dabei genügt

es den Mitarbeitern oftmals schon zu wissen, dass ein Problem

erkannt und angepackt wird und wo und wie sie mitanpacken

können.“

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KLEINE SCHULE DER GELASSENHEIT

Klingt ja gar nicht so schwierig, doch ohne eine fundierte Schulung

oder Weiterbildung gelingt diese gelassene Einstellung nicht jedem.

Das Angebot ist reichhaltig, sagt Christopher Rauen, der Vorsitzende

des Deutschen Bundesverbandes Coaching e.V. (DBVC) in Osnabrück.

Schwierig dürfte eher die Auswahl sein. „Für die Schulung von Führungskräften

gibt es eine unüberschaubare Anzahl von Seminaren.

Das Spektrum reicht hier vom einfachen Rhetorik-Kurs an der VHS bis

zu einer mehrjährigen Coaching-Ausbildung oder einem vom Unternehmen

bezahlten MBA-Studium.“

Worauf also sollte man achten? Um gute Führung zu lernen, genüge

es nicht, Wissen anzusammeln, man müsse es eben umsetzen. Gerade

dafür können begleitende Coaching-Maßnahmen sehr sinnvoll sein,

sagt Rauen. Die Entwicklung ist in seinen Augen eben auch positiv:

„Erfreu licherweise werden Weiterentwicklungsmaßnahmen von unterschiedlichsten

Zielgruppen in Anspruch genommen. Anlass sind

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[führen] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

tenzaufbau. Ob es bestimmte Zielgruppen sind, die Schulungen eher

in Anspruch nehmen, ist schwer zu sagen, da viele Führungspositionen

durch Männer besetzt sind, hier also schon eine Vorselektion stattgefunden

hat.“

COWBOY-MENTALITÄT IST NICHT MEHR GEFRAGT

Doch ist wirklich schon alles eitel Sonnenschein und jeder lernwillig

und -bereit? Oder ist es für viele Führungskräfte noch ein Tabu, sich

coachen zu lassen? Rauen: „Das ist früher öfter der Fall gewesen, hat

sich jedoch deutlich geändert. Coaching dient nicht nur dem Abbau

von Leistungsdefiziten, sondern auch der Entwicklung von Potenzialen.

Viele ,High Potentials‘ in Unternehmen bekommen einen Coach

– und empfinden dies als Auszeichnung. Nicht zuletzt deshalb wird

Coaching immer positiver angesehen.“

Schlechte Chefs können krank machen

Das Führungsverhalten von Vorgesetzten ist bedeutsam für

die Gesundheit der Beschäftigten – und kann trainiert werden.

Das ist die Essenz einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz

und Arbeitsmedizin (BAuA), in der die Ergebnisse

eines dreijährigen europäischen Verbundprojekts gebündelt

sind. Untersucht wurden verschiedene Merkmale über einen

Zeitraum von 22 Monaten. Dabei zeigte sich, dass eine gesundheitsförderliche

Führung langanhaltende Effekte auf das

Engagement und die psychische Gesundheit der Beschäftigten

hat. Eher kurzfristig dagegen waren die Effekte auf das

Teamklima. Deutlich wurde aber auch, dass der Gestaltungsspielraum

von Führungskräften der unteren Hierarchieebene

begrenzt ist.

Für Betriebe ist eine gesundheitsförderliche Führung aus

zwei Gründen von Bedeutung. Erstens stabilisiert sie deutlich

die Psyche und die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten.

Zweitens können Unternehmen auf diese Weise engagierte

Mitarbeiter binden und so dem drohenden Fachkräftemangel

entgegenwirken.

Die komplette 250-seitige Studie „Rewarding and sustainable

healthpromoting leadership“ kann auf der Internetnetseite

der BAuA kostenlos heruntergeladen werden; sie enthält eine

deutsche Zusammenfassung. Link: http://www.baua.de/de/

Publikationen/Fachbeitraege/F2199.html

LOE

Tendenz steigend. Nach Rauens Beobachtung

hat sich die Einstellung von Führungskräften

in den vergangenen 25 Jahren

deutlich gewandelt: „Während Coaching

früher sehr diskret stattgefunden hat und

kaum jemand davon wissen durfte, geht

die aktuelle Generation sehr offen mit dem

Thema um.“ Zum einen seien die Führungskräfte

oft dankbar für jede Form profunder

Unterstützung, um die Anforderungen

des immer komplexer werdenden

Alltags bewältigen zu können. Zum anderen

sei die Gesellschaft psychologischen

Coachingprofi

Christopher Rauen.

Themen gegenüber immer offener geworden. Überdies habe sich auch

das Bild von Führungskräften gewandelt. Gefragt sei nicht mehr die

Mentalität einer John-Wayne-Cowboy-Figur, die am allerliebsten im

Alleingang die Schwachen vor den Bösen rettet. Heute werde von

Führungs kräften deutlich mehr Sozialkompetenz erwartet – sie müssen

teamfähig sein.

EINE AUSBILDUNG ALLEIN REICHT NICHT

Auch Bayer bestätigt, dass immer mehr Vorgesetzte und Manager zum

Wohl des Unternehmens gerne noch einmal die Schulbank drücken,

meist abends oder an Wochenenden: „Ob Inhouse-Seminare oder Studiengänge

an einer Hochschule. Viele Techniker, Ingenieure oder Wissenschaftler,

die Führungsrollen übernommen haben oder übernehmen,

streben einen Abschluss als Master of Business Administration

(MBA) in Betriebswirtschaft und Unternehmensführung an. Denn

für viele Chefs ist schnell klar, dass eine Ausbildung allein nicht

reicht.“ Doch bereits während der Aus- und Weiterbildung ist Standhaftigkeit

gefragt: „Das muss man sich vorher schon gut überlegt

haben, denn in so einem Studium steckt viel Arbeit. Das ist beileibe

nicht ohne.“ [!]

STEFAN LOEFFLER

Diese Führungsfigur hat einen gewaltigen Vertrauensvorschuss ihrer Gefolgschaft. Das hilft allen.

8


Schwabengarage Ulm/Neu-Ulm

Die Schwabengarage GmbH ist unter neuer Leitung

Herr Andreas Dobbert ist seit

01.Juli 2015 für die Schwabengarage

GmbH zuständig und

damit verantwortlich für die

Niederlassungen Neu-Ulm, Biberach,

Heidenheim und Geislingen.

Herr Dobbert arbeitet bereits

seit 1991 für das Unternehmen

Schwabengarage GmbH/

Emil Frey Gruppe Deutschland.

Zuletzt war er Geschäftsführer

der AHZ Automobil Handelszentrum

GmbH und für die

Marken Toyota und Lexus verantwortlich.

Herr Dobbert ist

51 Jahre alt, verheiratet und hat

zwei erwachsene Kinder.

Er freut sich auf die neue Aufgabe

und hat sich zum Ziel gesetzt,

– die Kunden in den Fokus

des Unternehmens zu stellen,

wofür vor allem ein gutes

Betriebsklima verantwortlich

zeichnet,

– das Unternehmen weiterhin

auf ein gesundes Wachstum

auszurichten

– den traditionsreichen Namen

„Schwabengarage“ zu pflegen

und insbesondere die Werte des

Gesellschafters der Emil Frey

Gruppe, zu leben.

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CO 2

-Emissionen: 149 g/km (kombiniert).

Kraftstoffverbrauch (in l/100 km nach VO (EG) 715/2007

und VO (EG) 692/2008 in der jeweils geltenden Fassung):

Ford S-MAX: 8,0 (innerorts), 5,6 (außerorts), 6,5

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[titelthema] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

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unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[titelthema]

Die Sprache

ist der Schlüssel

Wen seine Agenten in Lohn und Brot vermitteln wollen, der muss sich verständigen

können, muss Regeln und Sicherheitsvorschriften verstehen. Für Peter

Rasmussen ist Sprache zentral für erfolgreiche Vermittlung. Der Leiter der

Agentur für Arbeit Ulm über den Arbeitgeber-Service, Praktika und Flüchtlinge.

Das Thema Flüchtlinge verdrängt in der öffentlichen

Wahrnehmung zurzeit fast alles andere. Wie

viele betreuen die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen

in Baden-Württemberg bereits?

Bislang liegen uns noch keine offiziellen statistischen

Daten vor. Die Anzahl ist von Agentur zu Agentur unterschiedlich.

Nach den Zahlen des Integrationsministeriums

gab es im vergangenen Jahr 26.000 Asylbewerber

in Baden-Württemberg; die Prognose für dieses Jahr

geht von 52.000 bis zu 100.000 Asylbewerbern aus.

Und auf wie viele Flüchtlinge stellen Sie sich für das

kommende Jahr ein?

Wir gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Asylsuchenden

im nächsten Jahr nicht verringern wird.

Was bedeutet das für die Arbeitsagentur in Ulm?

Da kommt in den nächsten Monaten viel Arbeit auf

uns zu. Allerdings muss man auch wissen: Wir, als Arbeitsagentur,

kümmern uns um Menschen während

ihres Asylverfahrens oder nachdem ihr Asylantrag abgelehnt

wurde. Asylberechtigte werden von den Jobcentern

betreut. Mit der Beschleunigung der Asylverfahren

werden mehr Kunden auf uns und vor allem

auch auf die Jobcenter zukommen.

Vor welchen Problemen stehen Sie und ihre Mitarbeiter?

Es ist und wird für uns alle eine große Herausforderung.

Bei geflüchteten Menschen sind drei Schlüsselfaktoren

entscheidend, um sie erfolgreich in den Arbeitsmarkt

integrieren zu können: eine hohe

Bleibewahrscheinlichkeit, beruflich verwertbare Kompetenzen

und vor allem ausreichend deutsche Sprachkenntnisse.

Wie sieht es damit aus?

Aus unseren eigenen Aufzeichnungen geht hervor,

dass rund drei Viertel der Asylbewerber keine Deutschkenntnisse

besitzen. Was die berufliche Qualifizierung

angeht, sind etwa 8 von 100 Flüchtlingen Akademiker,

etwa 11 Prozent haben Facharbeiterniveau, aber rund

80 Prozent haben keine Ausbildung. Das heißt für uns

vor allem mehr Beratungen und Qualifizierungsangebote.

Wie bereiten Sie Ihre Mitarbeiter konkret auf diese

Herausforderung vor?

Damit sich unsere Vermittlungsfachkräfte wie bisher

intensiv um unsere Kunden kümmern können, werden

zusätzlich drei Mitarbeiter speziell für die Vermittlung

und Beratung von Flüchtlingen eingesetzt. Diese

Migrationsfachkräfte haben Spezialkenntnisse im

Asyl- und Aufenthaltsrecht und verfügen über ein hohes

Maß an interkultureller Kompetenz.

Wie läuft so eine Vermittlung ab?

Die Migrationsfachkräfte gehen zu den Flüchtlingen in

deren Unterkünften und beraten sie dort. Ziel ist es, die

Menschen frühzeitig über unsere Dienstleistungen zu

informieren. Wir nutzen diese Gespräche auch für eine

so genannte Kompetenzerhebung. Dabei fragen unsere

Mitarbeiter ab, über welche Qualifikationen die Menschen

verfügen. Diese Profile sind die Basis für die Vermittlung

in den Arbeitsmarkt.

Wie meistern Sie die sprachlichen Hürden bei der

Betreuung?

Wir greifen auf Dolmetscher-Dienste zurück. Zum Teil

nutzen wir auch die Fremdsprachenkenntnisse unserer

Mitarbeiter.

Zur Person

Peter Rasmussen

hat sich schon als Jugendlicher

für Jura

interessiert. Der gebürtige

Coburger studierte

Wirtschaft und

Jura an der Universität

Bayreuth. Seit

1993 arbeit er für die

Agentur für Arbeit,

seit 2012 leitet er die

Agentur in Ulm. Zuvor

war er zehn Jahre

lang Chef der Memminger

Agentur. Rasmussen

(53, verheiratet)

entspannt sich

mit Chigong, einem

chinesischen Bewegungs-,

Konzentrations-

und Meditationssystem,

und hält

sich mit Nordic Walking

fit.

Peter Rasmussen, Leiter der Agentur für Arbeit Ulm, und seine Mitarbeiter stellen sich großen Herausforderungen.

11


[titelthema] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Gibt es spezifische Schulungen für die Mitarbeiter

der Arbeitsagentur?

Es werden Schulungen zum Thema Asyl- und Ausländerrecht

sowie interkulturelle Kompetenz angeboten.

Hinzu kommen Schulungen zum Thema „Leichte und

verständliche Sprache“. Letztere ist vor allem für die

Mitarbeiter in den Eingangsbereichen essentiell. Sie

haben ja als erste Kontakt mit den Kunden.

Wie viele Flüchtlinge werden Sie rasch in eine Stelle

vermitteln können?

Wir dürfen uns nichts vormachen: Die Arbeitsmarktintegration

geflüchteter Menschen braucht Zeit. Die

bisherigen Erfahrungen zeigen, dass im ersten Jahr nur

rund zehn Prozent eine Beschäftigung aufnehmen werden.

Wie gesagt: Drei Viertel verfügen über keinerlei

Deutschkenntnisse und rund 80 Prozent haben keine

Berufsausbildung. Also sollten die Erwartungen an eine

zeitnahe und stabile Integration in den Arbeitsmarkt

nicht zu groß sein. Realistisch betrachtet dauert

so ein Prozess in der Regel Jahre.

Wie stark konkurrieren die Flüchtlinge mit ungelernten

Kräften, etwa mit Menschen, die schon länger

arbeitslos gemeldet sind, um sogenannte Helfer-Stellen?

Nach unseren Arbeitsmarktdaten hatten im Oktober

dieses Jahres 3670 von 8200 Arbeitslosen im Agenturbezirk

Ulm keinen Berufsabschluss. Das entspricht fast

45 Prozent. Die meisten Asylsuchenden bringen ebenfalls

keine Berufsausbildung mit. Daher rechnen wir

mit einem Überangebot an Bewerbern im Helferbereich.

Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?

Die Asylbewerber sind relativ jung, im Durchschnitt

etwa 23 Jahre. Wir möchten möglichst viele dieser

Menschen in Ausbildung bringen. Betriebe und Unternehmen

in der Region Ulm bieten ja genügend duale

Ausbildungsplätze an. Wir beraten und unterstützen

Arbeitgeber und geflüchtete Menschen, die eine duale

Ausbildung beginnen wollen. Die Betriebe können wir

dabei unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise

durch Einstiegsqualifizierungen oder ausbildungsbegleitende

Hilfen unterstützen.

Wie viele Betriebe sind bereit, Flüchtlinge einzustellen?

Man dürfe sich nichts vormachen,

sagt Agenturleiter Peter

Rasmussen: Die Integration

der geflüchteten Menschen

in den Arbeitsmarkt brauche

Zeit.


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

Es gibt Unternehmen, aber eine genaue Zahl kennen

wir nicht.

Welche Schwierigkeiten stellen sich im Alltag der

Arbeitsvermittlung?

Zentral sind vor allem die fehlenden Deutschkenntnisse.

Denn die Flüchtlinge müssen die Vorschriften, Anweisungen

und Sicherheitsvorkehrungen in den Firmen

verstehen, um dort arbeiten zu können. Viele

Flüchtlinge haben zudem keine Zeugnisse, Zertifikate

oder Ähnliches mitbringen können. Die Betriebe sollten

deshalb auch über neue Wege in den Rekrutierungsverfahren

nachdenken.

Wie sollen diese aussehen?

Praktika sind beispielsweise eine gute Möglichkeit, die

Menschen und ihre Qualifikationen und Fähigkeiten

kennenzulernen.

Was sollten die Betriebe mitbringen?

Vor allem eine realistische Betrachtungsweise, was das

Thema Verständigung und Qualifikationen angeht. Da

ist eine Portion Geduld und Verständnis notwendig.

Worüber sollten sich Unternehmen im Klaren sein?

Egal ob sie eine Beschäftigung, ein Praktikum oder eine

Ausbildung anbieten; eines ist wichtig: Je nach Aufenthaltsstatus

und Dauer ist eine Arbeitserlaubnis erforderlich.

Firmen, die die entsprechenden Regeln nicht

beachten, laufen Gefahr, unrechtmäßig zu handeln –

obwohl sie beste Absichten hatten.

Wie findet ein Unternehmen

heraus, was ein Mensch

kann, wenn er es nicht durch

Zeugnisse zu belegen vermag?

Peter Rasmussen rät zu

Praktika.

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13


[titelthema] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Man kann auch mit den

besten Absichten in die

Bredouille kommen. Deshalb:

Zeit nehmen und sich vom

Arbeitgeber-Service der

Agentur beraten lassen,

empfiehlt der Behördenchef.

Wie verhindert man das und kann trotzdem Asylbewerbern

eine Chance geben?

Wer Asylbewerber einstellen möchte, meldet die Arbeits-

und Ausbildungsplätze am besten dem Arbeitgeber-Service

der Agentur für Arbeit. Die Berater erklären,

wie man vorgehen kann und was man bedenken

muss.

Nochmals zurück zur Konkurrenz mit ungelernten

Kräften, die schon länger arbeitslos gemeldet sind.

Wie gehen Sie damit um?

Unser Ziel ist es, alle Menschen

möglichst schnell in Ausbildung

und Beruf zu bringen. Wenn beispielsweise

eine Stelle als Bäckereihelfer

besetzt werden soll, dann

schauen wir zuerst darauf, wer die

entsprechende Qualifikation für

diesen Job mitbringt – unabhängig

von seiner Herkunft oder seines Status.

Schließlich wollen wir die Menschen

erfolgreich und langfristig vermitteln.

Wir wollen

alle Menschen

schnell in

einen Beruf

bringen

Das große Hemmnis für die Integration von Flüchtlingen

sind fehlende Sprachkenntnisse …

Daher hat der Verwaltungsrat der Bundesagentur für

Arbeit in Nürnberg, der jeweils zu einem Drittel aus

Vertretern von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der

öffentlichen Hand besteht, zusätzlich zwei wesentliche

Entscheidungen getroffen, um mit Beitragsmitteln

aus der Arbeitslosenversicherung die Integration von

geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Welche Entscheidungen waren das?

Zum einen hat er 50 Millionen Euro aus Beitragsmitteln

der Arbeitslosenversicherung – die so genannte

Interventionsreserve – freigegeben, um den Arbeitsagenturen

mehr finanziellen Spielraum für die Betreuung

von Flüchtlingen zu geben.

Eine Maßnahme ist PerF (Perspektive

für Flüchtlinge). Im Zentrum

stehen Kompetenzfeststellung,

Praktika und berufsbezogene

Sprachtrainings. Dabei sollen die

Teilnehmer auf die Aufnahme einer

versicherungspflichtigen Beschäftigung

in Deutschland vorbereitet

werden. Außerdem hat es

der Verwaltungsrat Anfang Oktober

ermöglicht, dass die Bundesagentur für Arbeit erstmals

und einmalig zeitlich befristet Deutsch-Basis-

Sprachkurse für bis zu 100.000 Asylbewerber fördert.

Diese Sprachkurse müssen bis zum Jahresende begonnen

werden.

Was heißt das für die Ulmer Arbeitsagentur?

Für die Region Ulm sind bis Jahresende 30 Deutsch-

14


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[titelthema]

Sprachkurse mit jeweils 20 bis 25 Plätzen geplant. Die

Kurse gibt es in Voll- und Teilzeit, sie umfassen bis zu

320 Unterrichtseinheiten. Für die Maßnahme PerF sind

bereits zwei Maßnahmen mit 50 Plätzen angelaufen

und für 2016 weitere Maßnahmen mit 100 Plätzen vorgesehen.

Sind mit den arbeitssuchenden Flüchtlingen die

Zeiten der niedrigen Arbeitslosenquoten vorbei?

Sicherlich werden die Arbeitsmarktzahlen beeinflusst.

Allerdings zeichnet sich der Wirtschaftsraum Ulm

durch eine sehr gute Struktur aus, eine gesunde Mischung

aus großen und mittleren Unternehmen, Handwerksbetrieben

in vielen Branchen. Daraus ergibt sich

ein aufnahmefähiger Arbeitsmarkt; der konnte auch

schon herbe Rückschläge regional ansässiger Unternehmen

kompensieren.

Von welcher Quote gehen Sie im Jahr 2016 aus?

Wir gehen schon davon aus, dass die Arbeitslosenquote

ansteigen wird. Doch eine konkrete Zahl zu nennen, ist

schon alleine deshalb spekulativ, weil sich Flüchtlinge

in Deutschland frei entscheiden dürfen, wo sie wohnen

oder arbeiten werden.

Themenwechsel: In der Region herrscht fast Vollbeschäftigung.

Wie wirkt sich das auf die Arbeit der

Agentur aus?

Für die zu besetzenden Arbeitsstellen – vor allem wenn

es um Fachkräfte geht – stehen weniger bis gar keine

passenden Bewerber zur Verfügung. Für die Vermittlungsarbeit

ist das eine anspruchsvolle Situation, da im

Matchingprozess, also dem Abgleich der Stellenanforderungen

der Betriebe und der Qualifikationen der Bewerber,

auf der Bewerberseite weniger passende Menschen

zu finden sind. Der beruflichen Qualifizierung

und Weiterbildung kommt deshalb große Bedeutung

zu. Hier setzen wir auf abschlussorientierte Förder- und

Qualifizierungsmaßnahmen.

Melden vor diesem Hintergrund mehr oder weniger

Firmen freie Stellen?

In diesem Jahr wurden uns bislang 13.520 offene Stellen

gemeldet. Davon sind aktuell 4820 noch zu besetzen.

Dass die Unternehmen der Region ihre freien Stellen

der Agentur melden, macht Sinn, da wir ihnen mit

unserer Jobbörse den bundesweit größten Bewerberpool

bieten.

Fachkräftesuche in Zeiten der

Vollbeschäftigung heißt: mehr

offene Stellen, weniger passende

Bewerber. Für Peter

Rasmussen ist Qualifizierung

dabei ein Schlüsselbegriff.

15


[titelthema] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Das Jobcenter Ulm betreiben die Stadt und die Agentur für Arbeit gemeinsam. Das BIZ (Bild rechts) bietet Entscheidungshilfen bei der Berufswahl.

655 Mitarbeiter

an drei Standorten

Insgesamt 19 Bezirke der Agentur für

Arbeit gibt es in Baden-Württemberg.

Ulm ist einer davon. Zudem verfügt das

Land zwischen Mannheim und dem Bodensee

über 44 Jobcenter, davon sind 33

gemeinsame Einrichtungen mit Kommunen,

11 sind in kommunaler Hand. Der Bezirk

der Agentur für Arbeit in Ulm umfasst

neben den Kreisen Alb-Donau und

Biberach auch den Stadtkreis Ulm. Neben

dem Hauptsitz verfügt die Ulmer

Agentur für Arbeit, die 655 Mitarbeiter

beschäftigt, über Geschäftsstellen in Biberach

und Ehingen. Mit Ulm und dem

Alb-Donau-Kreis betreibt sie zwei Jobcenter

gemeinsam. Mit der Stadt Biberach,

die ihr Jobcenter selbstständig verwaltet,

besteht eine Kooperation.

Mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent

im Oktober nahm die Region Ulm/

Biberach im Südwesten den Spitzenplatz

ein. 8200 Arbeitslosen standen 4800 gemeldete

Arbeitsstellen gegenüber.

Der Arbeitgeber-Service der Agentur für

Arbeit Ulm informiert über die Zugangsmöglichkeiten

in den Arbeitsmarkt. Kontaktmöglichkeiten

für Arbeitgeber über

die kostenfreie Servicenummer

08004 555 520 oder per Mail an:

ulm.arbeitgeber@arbeitsagentur.de bzw.

biberach.arbeitgeber@arbeitsagentur.de.

Wer macht was? Wer darf was?

Agentur für Arbeit: Ihre Aufgaben werden

im Dritten Sozialgesetzbuch (SGB) geregelt.

Diese sind unter anderem: Vermittlung von

Lehr- und Arbeitsstellen, Berufs- und Arbeitgeberberatung,

die Förderung der beruflichen

Eingliederung von Menschen mit Behinderung,

Leistungen zur Erhaltung und

Schaffung von Arbeitsplätzen und Entgeltersatzleistungen

wie zum Beispiel Arbeitslosengeld

oder Insolvenzgeld.

Jobcenter: Sie betreuen Arbeitslosengeld-

II-Bezieher (Hartz IV), gewähren Leistungen

nach dem SGB II und sollen durch „Fördern

und Fordern“ die Menschen in die Lage versetzen,

ihren Lebensunterhalt künftig aus

eigenen Mitteln zu bestreiten.

Dubliner Übereinkommen: Dies ist ein völkerrechtlicher

Vertrag der EU-Länder. Wichtigste

Regel: Der Staat, in den der Asylbewerber

nachweislich zuerst eingereist ist,

muss das Asylverfahren durchführen.

Arbeitsmarktzugang: Die Arbeitserlaubnis

und die Chancen auf einen Job hängen eng

mit dem rechtlichen Status der Menschen

zusammen, die nach Deutschland kommen.

Kontingentflüchtlinge: Sie werden in festgelegten

Anzahlen gleichmäßig auf die Bundesländer

verteilt. Dies betrifft Flüchtlinge,

die im Rahmen einer humanitären Hilfsaktion,

aufgrund von Visa oder einer Übernahmeerklärung

des Bundesministeriums des

Innern aufgenommen wurden. Sie durchlaufen

kein Asyl- und auch kein sonstiges Anerkennungsverfahren,

sondern erhalten mit

ihrer Ankunft sofort eine Aufenthaltserlaubnis

aus humanitären Gründen.

Asylbewerber: Ihnen wird der Aufenthalt in

Deutschland während des Verfahrens gestattet.

Werden sie anerkannt, stehen ihnen alle

Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt offen.

Geduldete: Bei ihnen ist die Abschiebung

aus humanitären Gründen ausgesetzt. Wie

auch für Asylsuchende ist ihnen die Arbeit in

den ersten drei Monaten ihres Aufenthalts

verboten. Danach haben sie einen nachrangigen

Zugang. Das heißt: „Bevorrechtigte

Arbeitnehmer“ (Deutsche, EU-Ausländer

oder anerkannte Flüchtlinge) kommen zuerst

zum Zug. Nach 15 Monaten Aufenthalt

in Deutschland dürfen sie ohne die oben beschriebenen

Einschränkungen arbeiten. [!]

16


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[titelthema]

Welche Branchen haben es besonders schwer, Arbeitskräfte

zu finden?

Gesucht werden vor allem Fachkräfte im Bereich Verkehr

und Logistik, in der verarbeitenden Industrie, im

Handwerk und im Gesundheits- und Sozialwesen.

Letztendlich besteht aber die Schwierigkeit darin, die

passenden Fachkräfte zu finden. Bei der Werbung um

geeignete Fachkräfte haben es oft kleine und mittelständische

Unternehmen schwer, auf sich aufmerksam

zu machen. Employer-Branding ist eine Möglichkeit,

um die Vorteile des eigenen Unternehmens nach außen

hin zu kommunizieren.

Die Unternehmen betreiben also zu wenig Marketing

als Arbeitgeber und in eigener Sache?

Das kann und will ich nicht beurteilen. Meine Meinung

ist jedoch, dass ein Unternehmen potenziellen

Bewerbern heute vermitteln sollte, warum und wie sie

zu ihm passen; es muss sichtbar sein, wofür das Unternehmen

steht und warum es ein attraktiver Arbeitgeber

für den Einzelnen ist.

Was raten Sie Firmen, wie sie besser von der Zusammenarbeit

mit der Arbeitsagentur profitieren

können?

Die meisten Firmen, die mit uns zusammenarbeiten,

sind sehr zufrieden. Das zeigen uns die Ergebnisse der

Kundenbefragungen, die wir schon seit Jahren regelmäßig

von einem unabhängigen Institut durchführen

lassen. Generell sind für unseren Arbeitgeber-Service

eine schnelle Kontaktaufnahme und ein aussagefähiges

Stellenprofil wichtig.

Wie soll das aussehen?

Verkürzt gesagt: nicht nur einfach zu melden, ich suche

– beispielsweise – einen Elektriker, sondern: einen

Elektriker, der Kenntnisse im Schaltschrankbau mitbringt.

Möglichst genaue Angaben helfen.

… speziell im Hinblick auf Flüchtlinge …

Die Stärken der geflüchteten Menschen, die zu uns

kommen, können wir nur gemeinsam mit allen

Ak teuren des Arbeits- und Ausbildungsmarktes

herausfinden. Um in einem ersten Schritt hier die

Qualifikation zu „identifizieren“ sind wir auch auf die

Mithilfe der Unternehmen angewiesen. Zum Beispiel

Darf‘s ein bisschen genauer

sein? Je exakter Firmen Stellenprofile

formulieren, desto

höher die Wahrscheinlichkeit

passende Bewerber zu finden,

erklärt Peter Rasmussen.

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[titelthema] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Arbeitsamt? Das war einmal.

Seine Agentur bietet top

Dienstleistungen, sagt Peter

Rasmussen im Gespräch mit

Irmgard Städele und Alexander

Bögelein.

über Prak tika, die mit uns abgesprochen werden

sollten. So lassen sich die unterschiedlichen Kompetenzen

der geflüchteten Frauen und Männer herausfinden.

Themenwechsel: In der Vergangenheit gab es Attacken

auf Mitarbeiter von Arbeitsagenturen. Wie

gehen Sie damit um – auch mit eventuellen Ängsten?

Gibt es ein Sicherheitskonzept?

Die Sicherheit unserer Mitarbeiter liegt uns sehr am

Herzen, sie ist uns sehr, sehr wichtig. Da spreche ich

auch für die Jobcenter Ulm und Alb-Donau. Unsere Sicherheitskonzepte

werden ständig überprüft und angepasst.

Dabei geht es um alle Mitarbeiter, vor allem

aber um die Mitarbeiter mit Kundenkontakt. Man

muss aber ehrlicherweise sagen, dass man Übergriffe

leider nie völlig ausschließen kann. Doch wir unternehmen

alles, um dieses Risiko so gering wie möglich

zu halten.

Was überschätzt die Öffentlichkeit an der Arbeitsagentur?

Wir können vieles möglich machen, aber nicht alles.

Der Markt wird schließlich bestimmt von Angebot und

Nachfrage.

Was unterschätzt sie?

Wir haben top Dienstleistungsangebote, wir haben

qualifizierte und engagierte Mitarbeiter. Wir sind nicht

mehr das Arbeitsamt, sondern die Agentur für Arbeit

– eine kundenorientierte Vermittlungs- und Beratungsagentur.

Wie überprüfen Sie die Beratungsqualität und die

Serviceorientierung der Mitarbeiter?

Wie schon vorhin erwähnt, führen wir durch ein externes

Institut regelmäßig Kundenbefragungen durch sowohl

bei Arbeitgebern als auch bei Arbeitnehmern

und Jugendlichen, die die Berufsberatung in Anspruch

nehmen. Aber auch durch interne Hospitationen der

Führungskräfte bei Beratungsgesprächen – das Einverständnis

der Kunden natürlich vorausgesetzt.

DAS INTERVIEW FÜHRTEN

IRMGARD STÄDELE,

REDAKTEURIN SÜDWEST PRESSE,

UND ALEXANDER BÖGELEIN,

REDAKTIONSLEITER

UNTERNEHMEN [!]

FOTOS:

LARS SCHWERDTFEGER

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[gründen] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Das schmeckt auch dem Gewissen

Schenken oder schenken lassen? Immer mehr Firmen setzen auf das Letztere – und befördern so das Geschäftsmodell

der „reg.io UG“ aus Ulm. Das Start-up schnürt Geschenkpakete mit regionalen Lebensmitteln: Gutes von hier.

Unternehmen ziehen sich immer mehr

auf ihre Kernkompetenzen zurück. Soweit,

so klar. Die Auswahl von Präsenten

mit hohem Akzeptanz- und Beglückungsfaktor

zählt eindeutig nicht dazu. Noch eine

Binsenweisheit. Also übernehmen das doch

wir, dachten sich die beiden Gründer der „reg.

io UG“, der Web-affine Geograph Hendrik

Mächler und der Agrarökonom Fritz Feger.

Beide vereint eine gewisse Liebe zu Genüssen

für den Gaumen. So war es gewiss kein Zufall,

der sie vor ein paar Jahren auf den „Markt des

guten Geschmacks“ lockte, die regionale Messe

der Genießervereinigung „Slow Food“ in

Stuttgart. Der Zufall war, dass sie sich dort

kennengelernt haben.

Ergebnis dieses Zusammentreffens ist die

„reg.io UG“, deren Leitlinien mit „Regionalität“,

„Qualität“ und „fairem Handel“ überschrieben

sind. Als Firmengehäuse ist sie zuständig

für Geschäftsleitung, -entwicklung

und Marketing. Ihre Wort- und Bildmarke ist

„Gutes von hier“, die für Ansatz und Anspruch

gleichermaßen spricht. Offeriert per Online-

Shop werden mit regionalen kulinarischen

Spezialitäten gefüllte Geschenkpakete. Der

Auftraggeber muss lediglich die Auswahl aus

den derzeit dreizehn Varianten treffen, um

den Rest einschließlich der Belieferung kümmert

sich „reg.io“.

KNACKPUNKT COMPLIANCE

Heute ist die kleine Vertriebsfirma im verflixten

dritten Jahr – und mittendrin, das anfängliche

Konzept zu erweitern. Was die beiden

Geschäftsführer zu wenig bedacht hatten,

sind die Compliance-Regeln, die in immer

mehr Bereichen der Wirtschaft immer strenger

geworden seien. Was oft gar nicht mehr

geht, sind Geschenke an Geschäftspartner.

Die „reg.io UG“ rückte daher die Mitarbeitergeschenke

stärker in den Fokus, aber ebenso

das Endkundengeschäft.

Was macht ihre Kartons so besonders? Sie

sind mehr als nur die Summe von Einzelprodukten

wie Nudeln, Bränden, Kaffee, Schokolade,

Weinen, Würsten, Soßen, Senf, Essenzen;

insgesamt sind es rund 50 Artikel von 35

überwiegend manufakturell arbeitenden Erzeugern

aus der näheren und weiteren Region.

Denn diese können nun einmal noch

von einer ganzen Reihe weiterer Quellen auch

über den klassischen Facheinzelhandel bezogen

werden. Das Besondere ist das Arrangement;

jeweils ein Ausschnitt aus den Produkten

wird so arrangiert, dass sich ein bestimmtes

Thema ergibt: „Feierabend-Freunde“, „Bunter

Abend“, „Fit für den Morgen“ oder „Schwabenvesper

Deluxe“ lauten einige der Titel der

Präsentkartons; einer enthält sogar einen Re-

Hendrik Mächler (mit Logistik-Bachelorandin Pia

Arnold) steht auf „Gutes von hier“.


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[gründen]

gionalkrimi. Allen liegt eine Mappe bei, in der

die jeweiligen Produzenten vorgestellt und

ihre Produkte erläutert werden. „Wir bieten

mehr als ein Sammelsurium an Produkten,

wir bieten regionale Statements aus Geschichten,

Gesichtern und Geschmäckern“, sagt der

Geschäftsführer.

NAGELPROBE WEIHNACHTEN

Die „Zentrale“ der jungen Firma liegt in einem

historischen Gebäude der Ulmer Altstadt. Die

Holzdielen im heimelig-antiken Zweiraum-

Büro knarzen, die Türstürze sind so niedrig,

dass Mächler (40) den Besucher vorsichtshalber

mehrmals warnt. Beulengefahr! Wer will,

kann das sinnbildlich sehen. Es ähnelt ein

bisschen der derzeitigen Situation. Noch fühle

man sich als Start-up, noch sei man in der

Tüftelphase. Das Weihnachtsgeschäft, in dem

man jetzt steckt, gilt als Nagelprobe für das

derzeit praktizierte Vertriebskonzept.

Der anfängliche Ansatz wurde in diesem Jahr

bereits erweitert. Außer übers Internet sind

die Kulinarik-Kartons jetzt ebenso in ausgesuchten

Läden erhältlich, welche sie in Kommission

führen. Dazu kamen mehrere preislich

günstigere „Stadtausgaben“ wie die

„Ulmer Tüte“. Geplant sind Kooperationen

mit Medienhäusern, bereits im Laufen solche

mit Maklern und Autohäusern – als deren

Kundenpräsent-Lieferant. Zudem sollen nun

weitere Regionen erschlossen werden. Dazu

aber brauche man dann Partner vor Ort, mit

guten Kenntnissen der Erzeuger-Szene in ihrer

Region und möglichst mit Kompetenzen

für logistische Aufgaben.

Mit Interesse registriert Mächler die Anfragen

potenzieller Partner hinsichtlich einer Beteiligung

mit Wagniskapital. „Ein Partner müsste

aber unbedingt ein strategisches Interesse

mitbringen, dürfte also nicht lediglich kurzfristige

finanzielle Ziele verfolgen.“ Was

Mächler dabei besonders im Auge hat, ist die

Stärkung und Diversifizierung der Vertriebsstrukturen.

Für „hier“ in Schwaben übernimmt

die Kommissionierung der Pakete und

Party mit

Genusspaketen

2015 schaffte es „reg.io UT“ bis ins

Landesfinale der Gründer-Präsentation

„Elevator pitch“. Ganz anders zu erleben

ist das Start-up bei regelmäßigen

Partys in Ulm, Tübingen oder Stuttgart,

zu denen sich Interessenten einladen

lassen können. Geschäftsführer Hendrik

Mächler zufolge ist „bei Häppchen

und Live-Musik nachgewiesenermaßen

schon das ein oder andere Geschäft

zwischen Unternehmenskunden entstanden“.

THV

deren Versand eine Werkstatt für behinderte

Menschen – auch dies will das Start-up im Übrigen

als Statement verstanden wissen.

„Viele große Produzenten schrumpfen, wir

wollen mit den kleinen wachsen“, lautet die

Parole. Wie groß diese Nische noch werden

kann, das wird sich zeigen. [!] THOMAS VOGEL

21


[sicherheit] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Das Unheil kam per E-Mail

Da kann ein Unternehmen noch so schöne Firewalls und Virenscanner haben: Wenn die Mitarbeiter die Gefahr nicht im

Blick haben, sieht es düster aus mit der IT-Sicherheit. Die größte Schwachstelle ist der Mensch. Was Fachleute raten.

Das Unglück passiert an einem Montagmorgen

um neun Uhr. Arzthelferin

Ute Peter (alle Namen geändert) sieht

im E-Mail Postfach der Praxis die Mail einer

Frau, die um einen Termin in der Praxis von

Dr. Helmut Brenner bittet. Sie behauptet, im

Anhang einen Bericht einer Voruntersuchung

gesendet zu haben. Ute Peter fällt nicht auf,

dass der Anhang die Dateiendung „.exe“ hat;

sie öffnet ihn mit einem Mausklick.

GEKAPERTE PATIENTENDATEN

Ein fataler Mausklick, der massive Probleme

und hohe Kosten nach sich zieht. Der Anhang

enthält natürlich keinen Voruntersuchungsbericht,

sondern eine spezielle Schadsoftware.

Diese beginnt sofort damit, nach Patientendaten

zu suchen und diese zu

verschlüsseln. Innerhalb kurzer Zeit kann in

der Praxis niemand mehr auf die Daten der

Patienten zugreifen. Am nächsten Tag bekommt

der Mediziner

eine E-Mail.

Ein Unbekannter

fordert eine hohe

Summe dafür, dass

er die Daten wieder

freigibt.

Dieses einem realen

Fall nachempfundene

Beispiel

Gerhard Kongehl,

Professor für Datenschutz.

zeigt, wie gefährlich

ein unsicherer

und sorgloser Umgang

mit der IT-Sicherheit

für Unternehmen sein kann, erklärt

Gerhard Kongehl: „Im realen Fall war es zwar

möglich, die Dateien wiederherzustellen und

den Rechner von der Schadsoftware zu befreien,

das war aber mit Kosten für Spezialisten

und einem entsprechenden Zeitaufwand verbunden.“

Der Professor für Datenschutz, Datensicherheit

und Technikfolgenabschätzung

ist Geschäftsführer und wissenschaftlicher

Leiter von udis, der Ulmer Akademie für Datenschutz

und IT-Sicherheit. Darüber hinaus

ist er als Dozent für Datenschutz an der Hochschule

Neu-Ulm (HNU) tätig. Seiner Beobachtung

nach wird für IT-Sicherheit in Betrieben

noch nicht genug getan.

DAS STEINZEIT-GEHIRN

Das sieht auch Gerd Schramm so. Der Inhaber

des IT-Sicherheitsdienstleisters Data-S umreißt

das Problem so: „In der Wirtschaft gibt es

momentan einen Hype um Industrie 4.0. Alles

wird immer weiter technisiert und digitalisiert.

Dabei bleibt der Mensch oft auf der Strecke.

Er kann das Tempo und die Komplexität

nicht mehr mitgehen und wird zur Schwachstelle.“

22


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[sicherheit]

Kongehl liefert eine Erklärung: „Das fehlende

Bewusstsein für IT-Sicherheit ist entwicklungsgeschichtlich

bedingt. Als sich das

menschliche Gehirn entwickelt hat, gab es

noch keine Computer. Es ist darauf ausgelegt,

auf materielle Risiken zu reagieren.“ Eine virtuelle

Bedrohung aus der Welt der Daten ist

eben kein Säbelzahntiger. Die Konsequenzen

unsicheren Umgangs mit IT-Systemen sind

daher den meisten Menschen gar nicht bewusst.

Auch bei den Angreifern senkt die fehlende

Materialität die Hemmschwelle.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Mehr als 75 Prozent

des globalen Mail-Aufkommens sind

Spams, also Mails, die gezielt oder ungezielt

unter anderem dazu eingesetzt werden,

Schadprogramme zu verteilen. Die Cybersicherheitsumfrage

2015 zeigt, dass 52 Prozent

aller Unternehmen in Deutschland in den vergangenen

zwei Jahren Ziel eines solchen Angriffes

waren. Die Erfolgsquote des sogenannten

„Phishing“ lag bei knapp 25 Prozent.

DIE NEUGIER UND DER STICK

E-Mails stellen einen der häufigsten Überträger

für Schadprogramme dar. Die gefährliche

Software ist meist als Datei angehängt oder

wird heruntergeladen, sobald der Empfänger

einen Link in der E-Mail anklickt. Gängige Virenscanner

sind nicht in der Lage, spezialisierte,

neue oder wenig bekannte Programme zu

erkennen und werden so umgangen. Andere

Übertragungsmedien können zum Beispiel

USB-Sticks sein. „Den lässt man einfach in der

Nähe des Angriffszieles liegen. Da ist es dann

nur eine Frage der Zeit, bis ein Mitarbeiter vorbeikommt

und ihn in seinen PC schiebt“, erklärt

Schramm. Ein neues, lohnendes Ziel

stellen auch geschäftlich genutzte Smartphones

dar. In ihnen stecken oft Zugangsdaten

für die IT-Systeme.

Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, selbst

keine lohnenswerten Daten zu besitzen. Abgesehen

von personenbezogenen Kundendaten

und Mitarbeiterdateien verfügen die meisten

Unternehmen in ihren IT-Systemen über

einen Schatz an Know-how und technologischem

Wissen. Schramm warnt eindringlich:

„Wer sich selbst als Weltmarktführer seiner

Branche bezeichnet, hat immer auch etwas,

das für Angriffe interessant ist. Aber auch die

anderen haben Daten, die teilweise einen Gegenwert

in Millionenhöhe haben.“

Professor Kongehl sieht die Ursachen für die

fehlende Aufmerksamkeit und Sorgsamkeit

von Mitarbeitern auch in den Problemen des

Arbeitsalltages: „Stress und Druck verhindern,

dass sich die Leute die Zeit nehmen, um

sich mit digitaler Sicherheit zu beschäftigen.

Fehlende Motivation kann dann das Übrige

tun.“ Das zeigt sich auch in Untersuchungen:

Der häufigste Aufbewahrungsort für Passwörter

in deutschen Betrieben ist die Schreibtischschublade

oben links.

Ein weiteres Problem

ist die Technik

an sich. Sie wiegt

den Menschen oft

in falscher Sicherheit.

Durch Regulierung

und

Gerd Schramm,

Inhaber von Data-S.

Überwachung suggeriert

sie ein falsches

Sicherheitsgefühl.

IT-Berater

Schramm erklärt:

„Ein halbwegs kreativer und selbstdenkender

Mensch wird immer einen Weg finden, die

Vorschriften eines Computers zu umgehen.“

Bei eingeschränkten Zugriffen wird beispielsweise

der Account des Kollegen benutzt oder

der beschränkte Internetzugriff mit einem

sogenannten VPN-Client überbrückt.

Die beiden Experten sind sich einig: In die Bildung

und Sensibilisierung der Mitarbeiter

wird zu wenig investiert – da spart man an der

falschen Stelle. Dabei sei das der einzige Weg,

auf dem diese Schwachstelle behoben werden

kann. Kongehl rät: „Sicherheit darf nicht einfach

so nebulös gesagt werden oder als rein

technisches Problem betrachtet werden. Statt

konzeptionslos immer mehr Geld in vermeintlich

sicherere Technik zu stecken, sollte

zunächst ein Sicherheitskonzept erarbeitet

und dieses dann Schritt für Schritt umgesetzt

werden.“

DAS BEWUSSTSEIN MACHT’S

Das geht nur mit Mitarbeitern, die entsprechend

geschult und informiert sind. Der erste

Schritt ist es, ein Bewusstsein für das Sicherheitsproblem

zu schaffen. Das Stichwort

heißt „Security-awareness“-Kampagne; sie

soll sicherstellen, dass die Mitarbeiter sich in

ihrem Alltag der Probleme bewusst sind, die

durch Unachtsamkeit mit Computersystemen

entstehen können. Wenn dieser Schritt

getan ist, können zum Beispiel Verhaltensmuster

und der Umgang mit Angriffen besprochen

werden. Schramm rät, Vorgehensweisen

genau zu besprechen und zu schulen.

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23


[sicherheit] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Beratungsangebote

Die Ulmer Akademie für Datenschutz

und IT-Sicherheit (udis) ist eine gemeinnützige

Gesellschaft, die Seminare

von Profis wie Professor Gerhard

Kongehl oder Gerd Schramm von Data-

S anbietet. Führungs- und Fachkräfte

werden dort für deutsche und europäische

Datenschutz- und Sicherheitsbestimmungen

fit gemacht und können

sich auch zertifizieren lassen. Die kompetente

Erstellung von Sicherheitskonzepten

gehört ebenso zum Programm

wie sicherer Umgang mit rechtlichen

Fragen. Die Zertifikate der Gesellschaft

stehen für Datenschutz gemäß dem

Ulmer Modell. Das bezieht sich auf ein

Urteil des Landgerichtes Ulm zur Qualifikation

von Datenschutzbeauftragten.

Weitere Informationen: www.udis.de

Kostenfreie Informationen zu IT-Sicherheit

und Datenschutz stellt der e-

Business Lotse Oberschwaben-Ulm zur

Verfügung, Internet: www.ebusinesslotse-oberschwaben-ulm.de

GAB

Ganz allein im Kämmerlein? Eben nicht. Die Menschen des Internetzeitalters müssen ihr Bewusstsein

schärfen, dass die Gefahren nicht nur virtuell sind, sondern ganz schnell in die reale Welt eindringen.

Im weiteren Verlauf sollten dann Mitarbeiter

spezifisch in ihren Aufgaben fortgebildet werden.

Dabei ist es sinnvoll, sich einen Experten

ins Boot zu holen. Denn die Anlage eines solchen

Schulungskonzeptes ist kompliziert

und muss vieles berücksichtigen. Der Markt

für Seminare zur IT-Sicherheit boomt entsprechend.

Um eine qualifizierte Beratung zu

erhalten, empfiehlt es sich, auf eine Zertifizierung

des Experten zu achten. Prüfsiegel gibt es

beispielsweise vom Berufsverband der Datenschutzbeauftragten

Deutschlands oder aber

von der Ulmer Akademie für Datenschutz

und IT-Sicherheit udis (siehe Infokasten).

STETER TROPFEN

Wie in jeder guten Schule ist auch hier Wiederholung

ganz wichtig. Ein einmalig abgehaltenes

Seminar wird schnell vergessen und

die besprochenen Regeln fallen schnell wieder

Stress und Druck zum Opfer. „Steter Tropfen

höhlt den Stein“, sagt Kongehl, „also muss

man ständig trainieren und immer auf dem

aktuellen Stand bleiben. Das macht besonderes

die Schnelllebigkeit der digitalen Welt unbedingt

nötig.“

Ziel der Schulungen ist ein mündiger Mitarbeiter,

der verantwortungsvoll mit den Möglichkeiten

und Herausforderungen der digitalisierten

Welt umgeht. Kongehl: „Der Mensch

muss in eine Situation mit Verantwortungsbewusstsein

gebracht werden.“ Wenn das erreicht

ist, kann man darüber nachdenken,

dem Mitarbeiter das Leben mit entsprechenden

technischen Lösungen einfacher zu machen

und ihn zu entlasten, ohne ihn aus der

Verantwortung zu entlassen. Eine Möglichkeit,

das zu tun, stellen beispielsweise dezidierte

Speicher in Cloud-Computing-Systemen

dar, sagt Thomas Kammerer, der

Geschäftsführer der Firma Octostor aus Erbach

an der Donau, die solche Speicher anbietet.

„Dezidierte Speicher sind voneinander

getrennte Speicher, die nur von ganz bestimmten

Personen erreicht werden. Sie stellen

eine gekapselte Umgebung dar, die von

der Außenwelt abgeschottet

ist.“

Für das Speichern

von Know-how

und Inhalten, die

nur einzelne Personen

benötigen, ist

eine solche Option

durchaus interessant.

Welches System

Thomas Kammerer,

Geschäftsfüherer Octosor.

auch immer ein

Unternehmen

wählt, auf welchem

Weg auch immer es Sicherheit herstellt:

Letztendlich muss gewährleistet werden, dass

Mitarbeiter verantwortungsbewusst und

achtsam mit sensiblen Daten umgehen können.

Nur so kann ein Unter nehmen Bedrohungen

der IT-Sicherheit minimieren. [!]

GABRIEL BOCK

24


Wir halten nicht nur unsere

Mitarbeiter up to date

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Austausch ist bei der FEHA Büro-Technik das A und O

Advanced Network Security

Das inhabergeführte Handels- und Systemhaus

hat sich in über 30 Jahren fest

über regionale Grenzen hinaus etabliert.

Vom kleinen, lokalen Unternehmen bis hin

zum internationalen Konzern werden Kunden

jeglicher Couleur mit Dienstleistungen

und Produkten rund um die Bereiche

der Kopiersysteme, IT-Lösungen und Büroeinrichtungen

versorgt.

STETIGER WANDEL

Um mit dem schnellen technologischen

Wandel, gerade in der IT, Schritthalten

zu können, ist es nicht nur für die FEHA-

Mitarbeiter unabdingbar sich über Fortbildungsmaßnahmen

zu zertifizieren und

wei ter zuentwickeln. Auch der Kunde

muss zeitnah bezüglich Neuerungen und

Weiterentwicklungen in Kenntnis gesetzt

werden.

EINEN SCHRITT VORAUS

Bei der FEHA lädt man seine Kunde daher

regelmäßig zu Kick-Off und Business-

Events ein. Beim Windows 10 Kick-Off im

Sommer dieses Jahres konnten die Gäste

das neue Microsoft Betriebssystem bereits

6 Tage vor der offiziellen Markteinführung

testen und begutachten. Zusätzlich

wurde ein Microsoft Certified Learning

Consultant für die Fachvorträge engagiert.

So war es den Besuchern möglich ihre

Fragen, u.a. bezüglich Lizenzrechten und

neuen Funktionalitäten, direkt an den Experten

zu richten.

SCHNELL. SICHER.

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feha.de

Partner auf Augenhöhe

Günzburg • Biberach • Dillingen • Eisleben

25


[machen] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Die Ausgräber

Ohne Leidenschaft für Geschichten und Geschichte kann man einen solchen Job schwerlich machen – sich Tag

um Tag durch Keller und Archive arbeiten. Die Firmenhistoriker aus Aalen haben diese Leidenschaft: Sie bergen

Schätze und beraten Unternehmen, wie sie ihre Vergangenheit in der Gegenwart nutzen können.

Sei es 2012, sei es 2013, 2014, 2015 … Jahr für Jahr feiern in

Deutschland etwa 800 Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern

einen runden Geburtstag – und fragen sich: „Was machen

wir daraus?“ So ging es auch der Firma Tries. Im Mai

1965 hatte der Maschinenbauingenieur Manfred Tries ein Konstruktionsbüro

in Ehingen angemeldet. Aus der Ein-Mann-Firma wurde ein

150-Mitarbeiter-Unternehmen. Es entwickelt und produziert Hydraulikteile,

beispielweise für Krane von Liebherr oder für Gabelstapler

von Linde. Zum 50. Geburtstag gab es selbstverständlich einen Festakt,

obendrein ein Buch über die Geschichte der Firma.

Dr. Rainer Lächele, Gründer

der Firmenhistoriker

RECHERCHE UND DIE DATENBANK

„Das haben wir dem Inhaber vorgeschlagen“, sagt Roman Krüger. Der

30-jährige Historiker arbeitet in der Firma „D.I.E. Firmenhistoriker“ in

Aalen. Im Keller von Tries fand er gutes Material für die Festschrift.

Geschichte hat er „aus reinem Interesse“ studiert, „Berufsziel hatte ich

keines.“ Das Bachelor-Studium war allgemeine Geschichte, im Master

hatte er die Schwerpunkte Neuere- und Wirtschafts-Geschichte. Gegen

Ende des Bachelor-Stu diums fand er im

Seminar ‚History Marketing‘ heraus, was er

später machen will: aufzeigen, wie Firmen

ihre Geschichte für ihr unternehmerisches

Handeln nutzen können. Sein Studium

schloss er Ende 2012 ab, im Mai 2013 fing er

bei den Firmenhistoriker an.

Die Ausbildung dauert ein Jahr. „In dieser

Zeit lernen die Volontäre zu archivieren, zu

recherchieren und wie sie unsere Datenbank

bedienen“, sagt Dr. Rainer Lächele, 54,

Gründer und einer der beiden Geschäftsführer

von Firmenhistoriker. Nach 20 Jahren

in Lehre und Forschung hat er sich 2001 als freiberuflicher Historiker

selbstständig gemacht und das Unternehmen gegründet. Aus

seinem Ein-Mann-Unternehmen wurde eine 16-Mitarbeiter-Firma. Sie

ist eine der fünf großen Geschichts-Agenturen in Deutschland. Die

Mitarbeiter recherchieren Unternehmens-Historien, erstellen Bücher,

26


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[machen]

Die Archive vieler Firmen

bergen Schätze – aus

Geschichten und Geschichte.

Jetzt hat der Zahn der Zeit keine Chance mehr. Roman Krüger mit Dokumenten,

die in säurefeste, wasserdichte Umschläge verpackt sind.

Broschüren, Web-Inhalte, organisieren Ausstellungen, archivieren

und beraten in Sachen ,History Marketing‘.

DER SCHLECHTE RUF DER STADTWERKE

Beispiel Stadtwerke. „Die haben notorisch einen schlechten Ruf, aber

sie haben eine riesige historische Leistung vollbracht: nämlich 100,

manchmal 200 Jahre zuverlässig die Menschen mit Energie zu versorgen“,

sagt Lächele. In Ravensburg organisierte sein Unternehmen eine

Ausstellung über die Geschichte der Gasversorgung in der Stadt. Die

Steigerung einer Ausstellung ist ein Museum, weil dauerhaft. Für den

Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen Ziegler in Giengen an der Brenz

bauten die Firmenhistoriker ein Feuerwehr-Museum auf.

Elf Mitarbeiter der Firmenhistoriker sind Historiker. „Sie alle haben

Geschichte studiert, das ist unerlässlich, um alle historischen Epochen

zu verstehen.“ Die Experten stellen Zusammenhänge aus dem Großen

ins Kleine her. Sie arbeiten mit Quellen, bewerten diese mit Gegenmeinungen

– und sie können alte Handschriften lesen. Im Volontariat bei

Wachs tum ist nicht

das oberste Ziel

Umsatz- und Mitarbeitergenerierung

sind nicht das unternehmerische Ziel

mittelständischer Betriebe. Den Firmen

geht es vielmehr um langfristiges

und erfolgreiches Wirtschaften. Dies

den Firmenhistorikern

verdienen sie

sind Ergebnisse einer Befragung des

Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung,

Berlin, an der etwa 700 mittelständische

Unternehmen aus

1450 Euro monatlich,

danach gibt es 800 Euro

mehr.

Schweiz teilgenommen haben. PI

Deutschland, Österreich und der

Für das Buch von

Tries war Krüger einen

Monat in Ehingen, davon die meiste Zeit im Archiv im Keller. „Ich

habe das Material bewertet, Unwichtiges aussortiert, das wichtige

Material strukturiert und eingescannt.“ Büroklammern müssen

entfernt werden, weil sie rosten. Kunststoffhüllen ebenfalls, denn die

zersetzten Unterlagen. Bilder kommen in Hüllen, die gesamten Dokumente

in säurefreie Umschläge und die wiederum in beständige Kartons.

„So erhalten wir dauerhaft den Ursprungszustand.“ Krüger hat

recherchiert und archiviert in einem. Schließlich wurde ein Konzept

für die Festschrift erstellt und ein freier Autor mit dem Schreiben beauftragt.

In anderen Aufträgen geht es rein ums Archivieren von Firmenunterlagen

wie beispielsweise bei der VR Bank Aalen. Für das Kreditinstitut

wurden 125 laufende Meter Akten und Bände, Protokolle und Prüfberichte,

entwertete Sparbücher und Geschäftsberichte archiviert. In

einem aktuellen Projekt kümmern sich die Firmenhistoriker um das

150-jährige Jubiläum der IHK Oberschwaben 2017.

„Wir sind gut ausgelastet, machen aber auch harte Telefonakquise“,

sagt Lächele. Reich werde man mit dem Geschäft nicht. „Wir sichern

unseren Kunden wertvolle historische Hinterlassenschaften und unterstützen

sie bei dem, was man aus ihrer Geschichte machen kann.“

Bislang wird Papier archiviert, künftig werden es auch digitale Daten

sein. Ein weiterer Trend sind E-Books oder virtuelle Ausstellungen,

wie sie die Firmenhistoriker schon für die Evangelische Kirche in

Deutschland gemacht haben. [!]

PETER ILG

27


[finanzieren] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Vorsorgen! Aber wie?

Fast jedem Freiberufler und Selbstständigen ist bewusst, dass er sich rechtzeitig um seine Altersvorsorge kümmern

muss. Doch nur wenige wissen, wie sie vorgehen sollen. Das Produktspektrum ist groß. Tipps, worauf es ankommt.

Den Rentnern in Deutschland steht 2016

ein warmer Sommer bevor – zumindest

finanziell. Zur Jahresmitte können

nach Vorausberechnungen des Bundesarbeitsministeriums

die rund 20 Millionen Bezieher

einer gesetzlichen Rente mit einer Erhöhung

von etwa 4,5 Prozent rechnen – der

höchste Anstieg seit 20 Jahren. Von solchen

Zuwächsen können die 4,2 Millionen Selbstständigen

und Freiberufler nur träumen. Eher

im Gegenteil: Ihre privat aufgebaute Altersvorsorge

fällt lange nicht so üppig aus wie

geplant. Angesichts anhaltend niedriger Zinsen

korrigieren immer mehr berufsständische

Versorgungswerke ihre Leistungszusagen.

Damit kommt die Grundabsicherung von

rund 800.000 Ärzten, Apothekern, Rechtsanwälten,

Steuerberatern und Architekten, die

Beiträge in ihre Versorgungswerke einzahlen,

ins Rutschen.

Noch schlechter sieht es oft für jene vier Fünftel

der Selbstständigen in Deutschland aus,

für deren Branche es kein Versorgungswerk

gibt, die sich also selbst um ihre Altersvorsorge

kümmern müssen. Viele von ihnen setzen

auf Kapitallebensversicherungen. Die bieten

zwar eine Garantieverzinsung, doch die ehemals

kalkulierten Ablaufleistungen sind

weitgehend Makulatur. Einige Selbstständige

betreiben überhaupt keine Altersvorsorge –

meist, weil sie zu wenig verdienen, um für die

Rente zu sparen. Doch die Gewichtung ändert

sich. „Gerade die Jüngeren haben ein anderes

Bewusstsein und die Erkenntnis, dass sie für

die Absicherung im Alter private Vorsorge

treffen müssen“, beobachtet Vera Moll, Partnerin

bei Novethos Financial Partners.

Allerdings haben die meisten Selbstständigen

nur eine vage Vorstellung davon, wie viel sie

sparen müssen, um im Alter ihren Lebensstandard

halten zu können. Zudem lässt sich

kaum abschätzen, wie sich der eigene Betrieb

und auch die Lebenshaltungskosten in den

kommenden Jahren und Jahrzehnten entwickeln

werden. Lebensentwürfe können überdies

durch Schicksalsschläge wie Krankheit

oder Scheidung durcheinandergeraten. Diese

Risiken und Unwägbarkeiten müssen mitberücksichtigt

werden, wenn es darum geht, eine

Vorsorgestrategie zu entwickeln.

SPAREN ALLEIN GENÜGT NICHT

Die Experten des VZ-Vermögenszentrums haben

für uns an drei Beispielen – einer jungen

Unternehmerin, einem Einzelhändler mittleren

Alters und einem etwas älteren Firmeninhaber

– durchkalkuliert, mit welcher Rente

Freiberufler rechnen können. Die Ergebnisse

sind teils drastisch (siehe S. 30). Mit dem Ansparen

eines Vorsorgevermögens ist es nicht

getan. „Der erste Baustein für einen Selbstständigen

ist auf jeden Fall eine Berufsunfähigkeitsversicherung,

damit die Arbeitskraft

abgedeckt ist“, sagt Gerhard Miller, Vorsitzender

des Regionalverbands Süd des Bundesverbands

deutscher Versicherungskaufleute.

„Dann sollten Risiken wie zum Beispiel Darlehen

– etwa für die eigene Immobilie – abgedeckt

werden über Risikoversicherungen,

falls dem Selbstständigen während der Laufzeit

etwas zustößt, damit die Familie nicht

zusätzlich finanziell belastet wird.“

Deutlich schwerer ist die Frage zu beantworten,

mit welchen Produkten Freiberufler in

28

Foto: © iTons/Fotolia.com

So knüpft man ein Sicherheitsnetz: Berufsunfähigkeit

versichern, Risiken abdecken ...


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[finanzieren]

den Vermögensaufbau einsteigen sollten. Miller

rät, mehrgleisig zu fahren. Klar ist allerdings:

Angesichts des Kapitalmarktumfeldes

mit Zinsen nahe der Nullmarke gibt es so gut

wie keine Anlageform mehr, die sicher ist,

aber dennoch so gute Renditechancen bietet,

dass bis zum Erreichen des Ruhestandes ein

hoher Kapitalstock angespart wird. Experten

warnen davor, die Sparraten zu niedrig anzusetzen.

„Durch die Niedrigzinsen müssen

rund doppelt so hohe Summen angespart wie

noch vor einigen Jahren, als der Zins noch bei

fünf oder sechs

Prozent lag“, sagt

Uwe Eilers, Vorstand

der Geneon

Vermögensmanagement

AG.

Dazu kommt die

Inflation. Derzeit

Versicherungsexperte

Gerhard Miller.

steigen die Preise

in der Eurozone

nur langsam oder

sind sogar stabil.

Doch das kann

sich auf Sicht von 20 oder 30 Jahren ändern.

Soll die heutige Kaufkraft von 1000 Euro Einkommen

beziehungsweise Rente erhalten

werden, muss die monatliche Auszahlung bei

einer Inflationsrate von durchschnittlich

zwei Prozent in 20 Jahren nominal 1486 Euro

betragen, auf Sicht von 30 Jahren sind es sogar

1811 Euro.

Auf den ersten Blick attraktiv sind für viele

Selbstständige und Freiberufler geförderte

Anlageprodukte wie etwa ein Riester-Vertrag

oder die Basisrente (Rürup). Vor allem letztere

bietet ihnen in der Ansparphase hohe Steuervorteile.

„Das heißt aber noch lange nicht,

dass die Rürup-Rente für jeden Selbstständigen

geeignet ist“ sagt Michael Huber, Mitglied

der Geschäftsführung des Beratungsunternehmens

VZ-Vermögenszentrum. In Frage

dafür kommen vor allem Selbstständige ohne

Grundsicherung, die zudem sehr risikoscheu

sind. „Der Selbstständige sollte sich darüber

bewusst sein, dass es sich bei dem Produkt um

eine private Rentenversicherung handelt, die

sich unter dem Strich nur dann rechnet, wenn

der Begünstigte sehr alt wird – meist über 90

Foto: © Greg Epperson/Fotolia.com

Risiko Leben. Unterm Strich rechnen sich manche

Produkte nur, wenn der Betroffene sehr alt wird.

Ob Wochenmarkt oder Weltmarkt:

Für jedes Unternehmen die passende Lösung.

Der Finanzierungspartner Nr. 1 des Mittelstands. Regional verankert.

International vernetzt.

29


[finanzieren] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Michael Huber,

Geschäftsführung VZ

Jahre“, so Huber.

Miller: „Vor allem

ein junger Unternehmer

muss sich

zudem fragen, ob

er die Steuervorteile

überhaupt nutzen

kann, wenn

sein Betrieb noch

gar keinen Gewinn

abwirft.“ Bei

Riester hingegen

sind die Sparbeträge

viel zu klein, um damit eine vernünftige

Absicherung zu erzielen.

Ein durchstrukturiertes Vorsorgekonzept

berücksichtigt neben der individuellen Sparund

Risikoneigung auch die Anlagedauer.

Klassische Lebens- und Rentenversicherung

können trotz der relativ niedrigen Rendite immer

noch eine Alternative sein, wenn man

noch gar keine Altersvorsorge hat und auf

Nummer sicher gehen will. „Sonst gibt es nur

die Möglichkeit, auf fondsgebundene Produkte

– entweder mit oder ohne Versicherungskomponente

– auszuweichen“, sagt Miller.

„Dabei ist es dann allerdings offen, was am

Ende rauskommt.“ Sparpläne etwa auf Fondsbasis

sind sehr flexibel, was angesichts womöglich

unsicherer Geschäftsaussichten ein

Vorteil sein kann. Notfalls lässt sich das Vorsorgevermögen

schnell zu Geld machen.

Stichwort „Liquidität“.

WENN DER GARTEN ZU GROSS IST

Bei Immobilien ist die potenzielle Liquidität

sehr eingeschränkt. Dennoch setzen viele auf

die eigenen vier Wände. Doch diese

haben Tücken, die sich meist erst viel später

bemerkbar machen. „In vielen Fällen wohnt

der Selbstständige im Alter in einem Objekt,

das zwar abbezahlt ist, aber überhaupt nicht

mehr zu seinen Bedürfnissen passt – zum

Beispiel, weil es zu groß ist oder er die Pflege

des Gartens nicht mehr bewältigen kann“,

weiß Huber. Allerdings schützt eine Immobilie

davor, das Vorsorgevermögen vorschnell

anzutasten. Sie bindet. „Es geht um die Frage

des Sparzwangs – und da kann eine Immobilie

mit den Regeln eines festen Finanzierungsplans

schon helfen.“

Grundsätzlich gibt es keine Patentlösung. „Jedes

Produkt hat sein individuelles Profil, das

zur Situation des Vorsorgesparers passen

muss“, sagt Miller, „deswegen ist es schwierig

für einen Laien, durch diese Materie durchzusteigen.“

Auch Huber, der selbst als Honorarberater

tätig ist, rät, sich bei dem komplexen

Thema Altersvorsorge „einen echten Berater

zu suchen, der ausschließlich die Interessen

seiner Kunden vertritt“. Da sich im Laufe des

Berufslebens die Einkommens- und Lebenssituation

erfahrungsgemäß ändert, sollte der

Selbstständige sein Vorsorgekonzept auch

danach zusammen mit dem Fachmann zusammen

regelmäßig überprüfen. Miller: „Wer

denkt, dass er das über das Internet selbst machen

kann, wird sicherlich umdenken müssen.“

[!]

THOMAS LUTHER

Altersvorsorge für Selbstständige: Wieviel muss ich sparen?

Jungunternehmerin Einzelhändler Montageunternehmer

Ausgangslage

Heutiges Alter 30 45 50

Ruhestand geplant mit 67 67 67

Bereits getätigte Altersvorsorge

keine

private Rentenvers.

Riester (Ehefrau)

gesetzliche Rentenvers.

(aktuell keine Einzahlungen)

Risikobereitschaft hoch mittel eher niedrig

Renditeerwartung pro Jahr

(nach Steuern, nach Kosten)

4,5% 3,5 % 2,5 %

Versorgungsziel

Versorgungsziel pro Monat

(netto, heutige Kaufkraft)

2.000 € 2.000 € 2.000 €

Versorgungsziel pro Monat (netto, nominal) 1) 4.161 € 3.092 € 2.800 €

Zuflüsse aus bereits getätigter Altersvorsorge 0 € 800 € 350 €

Verbleibendes Versorgungsziel 4.161 € 2.292 € 2.450 €

Sparziele bis Ruhestand: Notwendiges Kapital 2) 1.135.000 € 625.000 € 670.000 €

Notwendige Sparrate pro Monat 3) 800 € 1.300 € 4) 2.300 €

Empfohlene Sparstrategie – eigene Immobilie

plus ...

Sparplan Aktienfonds

Sparplan ETFs (aktienlastig)

Tagesgeld als Cashreserve

Anmerkungen:

1)

Inflationsannahme: 2,0% p.a., auch während Ruhestandsphase

2)

Bei Verzehr Kapital bis Alter 90 und 2,5% Nettorendite in Auszahlphase

3)

Anfängliche Sparrate, jedes Jahr um 2% erhöht.

4)

Zuzüglich der Beiträge zur bestehenden privaten Rentenversicherung und zum Riestervertrag

Sparplan Mischfonds

Sparplan ETFs (gemischt)

Rürup-Rente

ggf. vermietete Immobilie

Tagesgeldkonto zum

privaten Vermögensaufbau

30


Anzeige

Familienunternehmen setzt Zeichen:

bendl ist „Bauunternehmen des Jahres 2015

Sie macht stolz, eine Auszeichnung dieser

Kategorie und sie bestätigt, in einem hart

umkämpften Markt auf dem richtigen Weg

zu sein. Das traditionsreiche Günzburger

Familienunternehmen bendl ist Preisträger

des Wettbewerbs „Bauunternehmen des

Jahres 2015“.

Es ist ein deutschlandweiter Wettbewerb der

Kategorie „Tief-, Straßen- und Ingenieurbau

(kmU*), den bendl für sich entscheiden konnte

und aus einem Teilnehmerfeld mit sehr hoher

Leistungsdichte als Sieger hervorging.

Hohes Qualitätsmanagement ist bei bendl

schon immer wesentlicher Teil der Unternehmensphilosophie

und trug ganz entscheidend

zur Auszeichnung bei.

Seit 1945 realisiert bendl in den Bereichen Gewerbe-,

Büro- und Objektbau individuelle Lösungen,

bei denen Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz

und Nachhaltigkeit im Fokus stehen.

Exzellente Bauqualität – dafür steht bendl.

Diese Qualität beginnt bereits bei einer

kompe tenten Beratung, der Fähigkeit sich voll

und ganz auf die Bedürfnisse, Vorstellungen

und die IST-Situation der Kunden einzulassen,

um genau das zu schaffen, was der Bauherr

benötigt.

QUALITÄT UND WIRTSCHAFT-

LICH KEIT VEREINBART

Wissen und Erfahrung sind Aspekte die einen

Unternehmenserfolg entscheidend beeinflussen.

Doch mindestens genauso wichtig ist die

Sozialkompetenz, die Empathie – das Bewusstsein,

dass hinter jedem Auftrag Menschen

mit ganz eigenen Bedürfnissen stehen.

Es ist langjährige Firmentradition, die Menschen

im Mittelpunkt der täglichen Arbeit zu

sehen. Der Mensch Kunde – und der Mensch

Mitarbeiter. Denn für bendl ist längst klar, was

Stolze Preisträger (v. l. n. r.): Margot u. Harry Bendl, Dr.-Ing. Josef Zimmermann (TU München),

Michael Groschek (Minister BWSV Nordrhein-Westfalen), Eugen Schmitz (Chefredakteur Fachmagazin

tHIS, Bauverlag), Julia Klotz, Tobias Keck und Stefan Wiedemann (alle Fa. bendl) Foto: WSW-Media

jedes einzelne Teammitglied für den Unternehmenserfolg

bedeutet. Entsprechend dieses

Denkens wird deren Qualifikation über

regelmäßige Weiterbildungsmaßnahmen gesichert.

Markt anteile sichert. Viele Bauwerke in der Region

zwischen Augsburg und Ulm sind durch

und mit bendl Wirklichkeit geworden.

Es sind alles nur Beispiele, wie die Kombination

von Know-how, Erfahrung, Wissenstransfer

bendl-Geschäftsführer Stefan Wiedemann

und Sozialkompetenz in beeindruckender

und Tobias Keck leben mit ihrem Unternehmen

die Vorstellung, dass sich Qualität und

Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen müssen,

sondern – ganz im Gegenteil – perfekt

vereinbaren lassen, jeden Tag. Das zeigen

zahlreiche Projekte, welche durch die optimale

Koordination aller Gegebenheiten termingenau

Weise vereint werden. Für bendl ist es eine

Selbstverständlichkeit, jede Anforderung der

Zukunft mit der gleichen Akribie und dem gleichen

Elan zu verwirklichen, wie die Projekte

der Vergangenheit. Denn bei bendl weiß man:

Was man mit Leidenschaft tut, wird nachhaltig

von Erfolg gekrönt sein.

und schlüsselfertig realisiert werden –

ohne dabei die langfristigen Kosten für den

Unterhalt zu vernachlässigen.

Als ein modernes Unternehmen mit Schwerpunkt

schlüsselfertiger Industrie- und Gewerbebau

setzt bendl als Generalunternehmen

Maßstäbe in der Branche. bendl ist längst eine

Marke, die sich in einem harten Verdrängungswettbewerb

Dipl.-Ing. H. Bendl GmbH & Co. KG

Bauunternehmen

Lußweg 2

89312 Günzburg

Fon +49 8221.9009-0

Fax +49 8221.9009-99

E-Mail: info@bendl.de

kontinuierlich beeindruckende

www.bendl.de

Firma Gugelfuss

Elchingen

Grünbeck-Forum

Höchstädt

Erweiterungsbauten der Firma Kögl

Bubesheim

49 31

Objekte: Firma bendl, Fotos: Martin Duckeck, Ulm


[spezial] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Ideen statt Gedöns

Die Bildungsmesse Ulm zählt zu den größten in Süddeutschland, der Run der Aussteller ist größer denn je. Umso

entscheidender ist ein Stand, der die Aufmerksamkeit guter, passender Nachwuchskräfte auf sich zieht.

Rund 300 Aussteller haben sich für die

im zweijährigen Turnus veranstaltete

Bildungsmesse in Ulm angemeldet, die

im kommenden Februar ihre achte Auflage

erleben wird. Obwohl die Frist dafür bereits

im Juni abgelaufen ist, trudeln in der Geschäftsstelle,

die in der IHK Ulm ansässig ist,

auch jetzt noch Anfragen ein. Abgewiesen

werden die Nachzügler nicht, „wir werden

uns bemühen, für sie schon noch ein Plätzchen

zu finden“, sag Katja Wallner.

Für die Projektleitern der Bildungsmesse ist

der unverminderte Andrang von Ausstellern

ein Indiz, dass das Konzept stimmt. Er sei

jüngst sogar noch größer geworden. Selbst

Hochschulen und Universitäten, die sich

noch vor wenigen Jahren mit einer Teilnahme

eher zurückgehalten hätten, nutzen die Gelegenheit,

sich zu präsentieren, nun überaus

bereitwillig: „Vielleicht, weil sie heute mehr

in Konkurrenz zueinanderstehen.“

Anschauen, anfassen, selbst ausprobieren – dass die Bildungsmesse das ermöglicht, ist einer der Schlüssel

ihres Erfolgs. Kompetente Ansprechpartern der Betriebe sind ein weiterer.

SCHNICKSCHNACK NICHT NÖTIG

Auf jeden Fall zeigen sich längst viele Firmen

und Unternehmen beim Buhlen um Auszubildende

von ihrer besten Seite. Klapptisch

aufgestellt, Flyer ausgelegt, ein Häufchen Visitenkarten,

dazu ein Standbetreuer, der womöglich

auch noch Antworten schuldig

bleibt: Wer sich so präsentiert, prognostiziert

Wallner, werde mit großer Wahrscheinlichkeit

nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen.

Kleinere Betriebe können sich aber in aller

Regel keine aufwändige Messearchitektur

leisten. Das sei auch gar nicht notwendig, sagt

die Spezialistin. Wallner empfiehlt stattdessen,

schlichtweg ein paar Grundregeln einzuhalten:

Ein guter Stand hat einen Eyecatcher,

fängt also den Blick ein – und er setzt eine Idee

um. Diese Idee wiederum muss mit dem Betrieb

zu tun haben: beispielsweise mit den

Materialien, die dort verarbeitet werden. Ist

das pfiffig gemacht, stellen die Besucher unwillkürlich

Bezüge her, die noch länger in ihrer

Erinnerung haftenbleiben werden. Wenn

ein Unternehmen nicht gerade Mais verarbeitet,

sondern auf ganz anderen Feldern

aktiv ist, ergebe – um ein Beispiel anzu führen

– der Einsatz einer Popcorn-Maschine nur

recht wenig Sinn. Ein Beispiel für eine „good

practice“ wäre dagegen ein selbst gestaltetes

Give-away, das mit der Branche spielt; für einen

Betrieb aus der Metallbranche also etwas

aus Metall.

In größeren Betrieben werde die Standgestaltung

häufig den Lehrlingen übertragen, berichtet

Wallner – weil sie oft pfiffige Ideen

haben und besser wissen, wie andere junge

Leute ticken. Auf der Messe selbst aber reiche

die Standbetreuung allein durch den Nachwuchs

dann keinesfalls aus. Denn die Besucher

bereiteten sich in der Regel sehr gut vor.

Kommt ein Arbeitgeber-Vertreter „gut rüber“,

sammelt damit auch „seine“ Firma automatisch

Pluspunkte. „Es ist eine sehr gute Gelegenheit,

sich zu präsentieren“, hat Wallner

beobachtet. Blieben hingegen Fragen unbeantwortet,

hinterlasse dies bei den jungen

Leuten mit Sicherheit einen eher suboptimalen

Eindruck. Ebenso im Übrigen wie ein

Stand, an dem es ausschaut wie … nach einem

Kindergeburtstag.

Perspektivenwechsel: Natürlich stünden die

Besucher ebenfalls unter Beobachtung, womöglich

sogar von einem Chef oder einem

Personaler höchstpersönlich, der am Firmenstand

potenzielle Interessenten sondiere.

„Diese sollten daher so auftreten, als seien sie

32


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[spezial]

in einem Bewerbungsgespräch“, rät die Projektleiterin,

„in Kleidung wie im Habitus.“

Wie oft es auf der Ulmer Bildungsmesse bereits

„klick“ gemacht hat, entzieht sich naturgemäß

der Kenntnis Wallners und ihres kleinen

Projekt-Teams. Darüber werde ebenso

wenig Statistik geführt wie über die Zahl der

Besucher. Auf rund 45.000 wurden sie letztes

Mal taxiert.

Zum Zielpublikum zählten insbesondere

Schüler, die erst in ein, zwei oder gar drei Jahren

ihren Abschluss machen. Unstrittig aber

komme es im Zuge der Messe zu Ausbildungsverträgen,

das erfahre sie immer wieder aus

den Rückmeldungen.

RAUF AUF DIE BEWERBERINSEL

Neben den Ständen spielen die beiden anderen

kommunikativen Formate auf der Messe

ebenfalls eine gewichtige Rolle: Da ist zum

einen die Möglichkeit von Kurzpräsentationen,

wozu den Firmen je 25 Minuten eingeräumt

werden. Zum andern gibt es auf der

Messe die so genannte

„Bewerberinsel“

für Einzelgespräche.

Bewerber

können dort ihre

Bewerbungsunterlagen

checken lassen

und erhalten

von erfahrenen

Kräften aus der

Wirtschaft Tipps

Projektleiterin

KatjaWallner.

für ihre Bewerbungsstrategie.

Zwar richtet sich die Bildungsmesse in erster

Linie an Schüler … doch zuweilen kommt es

manchmal anders, als man als Aussteller

denkt. Denn da gibt es sehr wohl auch interessierte

Erwachsene, die die Messe besuchen.

Und längst nicht alle sind lediglich Begleitpersonen.

Also aufgemerkt: Vielleicht sind Frau

Mama oder Herr Papa ja auf der Suche nach

Orientierung in eigener Sache, sprich: nach

einem Job. [!]

THOMAS VOGEL

Ein dickes Paket

an Bildung

Die Bildungsmesse wird von der Stadt

Ulm in Kooperation mit der Industrieund

Handelskammer Ulm mittlerweile

zum achten Mal veranstaltet. Sie vereinigt

von Donnerstag, 18., bis Samstag,

20. Februar 2016, rund 300 Aussteller

auf dem Ulmer Messegelände (Böfinger

Straße 50).

Auf dem Programm stehen insgesamt

200 Kurzpräsentationen über Berufe

und Studiengänge sowie 57 Vorträge;

sie alle sind nachzulesen im Internet

(www.bildungsmesse-ulm.de) sowie in

der Messebroschüre. Diese sowie ein

Elternflyer und ein Elternbrief werden

im Dezember an alle Schulen der Bildungsmesse-Region

verteilt.

Zum ersten Mal wird auf einer Infofläche

auch ein Pool an Pflegeeinrichtungen

die spezifischen Berufe in dem Bereich

vorstellen.

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Hier kommt zusammen, was eine Zeitlang zusammengehört: Die Maschinen befördern pro Minute tausende Medikamente in ihre Verpackungen.

Brasilien, China, Laupheim

Wer Tabletten nimmt, drückt sie nicht selten aus einer Verpackung von Uhlmann aus Laupheim. Blister nennt man das

knirschende Drumherum. Und das ist schon das einzige, was bei dem weltweit agierenden Spezialisten knirscht.

Tabletten lindern Kopfschmerzen und

andere Unbill. Pillen und Tropfen können

jedoch noch andere positive Auswirkungen

haben und zum Beispiel zu langanhaltender

Gesundheit beitragen – für

Menschen und Unternehmen. Wer die Uhlmann

Pac-Systeme GmbH & Co. KG an ihrem

Firmensitz in Laupheim besucht, erkennt das

sofort. Denn der Hersteller für hocheffiziente

Verpackungsmaschinen für die weltweite

Pharmaindustrie zeigt schon mit einer neuen

Werkshalle für Logistik, Vormontage und

Montage, wie gut es ihm geht.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass in der Uhlmann-Straße

14-18 im Norden der zweitgrößten

Stadt des Landkreises Biberach schon immer

ein durch und durch schwäbischer

Erfindergeist beheimatet war. Bereits seit dem

Jahr 1948, als der Firmengründer Josef Uhlmann

mit der Produktion von Präzisionsformen

für Suppositorien den Grundstein für die

Entwicklung des Betriebes im Bereich der

Pharmaverpackung gelegt hat.

Sohn Friedrich trat 1963 in die Firma ein und

formte aus dem Handwerksbetrieb ein Maschinenbauunternehmen

von internationalem

Ansehen. 1980 präsentierte Uhlmann das

erste eigene Kartonier-System für Arzneimittelfaltschachteln,

2005 brachte der Traditionsbetrieb

eine Anlage auf den Markt, die in

einer Minute 1300 „Durchdrückverpackungen“,

sogenannte Blister, mit Pillen bestücken

konnte. Drei Jahre später folgte die erste Verpackungslinie,

die Tabletten in Sekundenschnelle

in Flaschen füllt.

Seit diesem Jahr nun können Pharmafirmen,

die auf die Produkte aus dem Hause Uhlmann

setzen, sogar ihr „blaues Wunder“ erleben. So

sprechen die Laupheimer über ihr neuestes

Produkt, die Blistermaschine BLU 400, die pro

Minute über 1500 Ampullen und andere flüssige

Arzneimittel schonend und schnell in

Blister setzen und kartonieren kann – der Beipackzettel

ist dann auch schon mit drin.

DER MASTERPLAN STEHT

Diese neue Verpackungslinie soll dazu beitragen,

dass das Unternehmen auch zukünftig

weiter gesund wachsen kann. Denn das ist das

erklärte Ziel. Dafür nimmt die Geschäftsleitung

der weltweit agierenden Uhlmann-

Gruppe sehr viel Geld in die Hand. Der Umsatz

konnte im Geschäftsjahr 2014/15 um 13

Prozent gesteigert werden und erreichte die

bisherige Rekordmarke von 294 Millionen

Euro. 10,8 Millionen Euro flossen in diesem

Zeitraum in den kontinuierlichen Auf- und

34


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[machen]

Ausbau des Unternehmens.

Allein

am Hauptsitz in

Laupheim investiert

Uhlmann in

den kommenden

Jahren weitere

rund 40 Millionen

Euro. Auch das ist

eine bisher noch

Norbert Gruber, Vorsitz ender

der Geschäftsführung. Spitzenzahl. „Der

nie dagewesene

Masterplan steht“,

verkündet Norbert Gruber, der Vorsitzende

der Uhlmann-Geschäftsführung, nicht ohne

Stolz und mit Blick auf die im Moment entstehende

neue Halle, in die das Unternehmen

mehr als 20 Millionen Euro investiert.

In Betrieb genommen wird sie im Frühjahr

2016: „Für unsere Wachstumsstrategie benötigen

wir Platz. Die geplante Fokussierung der

Aktivitäten in Laupheim ist ein klares Bekenntnis

zum Standort, an dem derzeit nahezu

1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

beschäftigt sind.“ Bereits vor einem Jahr wurde

ein neues Parkhaus mit zwölf Ebenen eröffnet,

in dem 360 Autos Platz finden. Weitere

Bauabschnitte, die neue Büroflächen sowie

ein repräsentatives Kundenzentrum umfassen,

werden folgen.

Um auch weltweit schneller und besser auf

wachsende Marktanforderungen reagieren

sowie Arbeitsabläufe und Vertriebswege effizienter

strukturieren zu können, investiert

die Uhlmann-Gruppe auch in ihre ausländischen

Standorte. „Wir sind Weltmarktführer

in unserer Branche und wollen dies auch bleiben“,

sagt Tobias Uhlmann; als Vorsitzender

Doppelt so viele Auszubildende in drei Jahren

Am Stammsitz in Laupheim sind fast 1200 Mitarbeiter im Einsatz.

Die Uhlmann-Gruppe beschäftigt rund

1800 Mitarbeiter; sie investiert nicht nur

in neue Produkte, sondern bewusst auch

in den eigenen Nachwuchs. Die Zahl der

Auszubildenden soll bis 2018 auf rund

100 verdoppelt werden. „Unser Ziel ist es,

Spezialisten selbst auszubilden, um so

des Aufsichtsrats der Uhlmann-Gruppe führt

er das innovative Familienunternehmen in

dritter Generation.

Aus 13 Unternehmen besteht die Gruppe, allein

11 davon befinden sich im Ausland. Unter

anderem vertreibt oder fertigt die Firma ihre

selbst entwickelten Verpackungsstraßen in

Brasilien, China, Russland, Singapur, in den

USA und natürlich am Standort in Laupheim,

unabhängig vom Fachkräfte-Markt zu

sein“, sagt Norbert Gruber, der Vorsitzende

der Geschäftsführung. Wer richtig gut

ist, darf in die weite Welt hinaus: Das Unternehmen

bietet den besten Auszubildenden

einen Praktikumsplatz im außereuropäischen

Ausland an.

LOE

wo nun bald auch die Produktion des „Blauen

Wunders“ anlaufen wird. Bei Uhlmann blickt

man zuversichtlich und voller Selbstvertrauen

in die Zukunft. Die Frage, ob die neue

hochflexible Verpackungsmaschine auch international

ein Erfolg wird, bereitet in der Vorstandsetage

von Uhlmann wohl niemandem

Kopfschmerzen. [!]

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[namen & nachrichten] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Gerd Stiefel

leitet den

Club der Industrie

Gerd Stiefel, geschäftsführender

Gesellschafter der Fritz Stiefel

GmbH mit Sitz in Burlafingen

bei Neu-Ulm, ist von Mitgliedern

des Clubs der Industrie

Ulm/Neu-Ulm zum Vorsitzenden

gewählt worden. Er löste

Thilo Butzbach ab, der seinen

Rückzug vom Vorsitz bereits

2014 angekündigt hatte. Stiefel

ist neben seinem neuen Posten

auch Vorsitzender der Regionalversammlung

Neu-Ulm der

IHK Schwaben.

Knapp 3 Prozent

mehr Gehalt für

Führungskräfte

Die Gehälter von Fach- und

Führungskräften in Deutschland

werden im kommenden

Jahr im Schnitt um 2,9 Prozent

zulegen. Die Gehaltssteigerungen

liegen zwischen 2,7 Prozent

im unteren Management und

2,9 Prozent bei Vorständen und

Geschäftsführern. Fachkräfte

und Spezialisten können mit einem

Gehaltsplus von 2,9 Prozent

rechnen. Zu diesen Ergebnissen

kommt eine Studie der

Beratungsgesellschaft Kienbaum.

Gründe für diese Entwicklung

seien unter anderem

die gute geschäftliche Entwicklung

der Unternehmen und die

positiven Aussichten.

US-Investor

übernimmt

Veralia-Gruppe

Der US-Finanzinvestor Apollo

und die staatliche französische

Förderbank Bpifrance haben die

Veralia-Gruppe und damit auch

die Saint Gobain Oberland AG

in Bad Wurzach (Kreis Ravensburg)

für 2,95 Milliarden Euro

übernommen. Apollo hält 90

Schuler baut in Weingarten 230 Stellen ab

Die Neuausrichtung der Göppinger Schuler-

Gruppe trifft den Standort Weingarten. Dort

schließt der Pressenhersteller die Produktion,

wie auch an zwei weiteren Standorten. Zudem

plant Schuler, seine Divsionen 2016 an jeweils

einem Standort zu bündeln. Für Weingarten ist

das der Bereich Umformtechnologien für die

und Bpifrance 10 Prozent an der

Gruppe, die ihren Hauptsitz in

Frankreich hat und zuletzt mit

10.000 Mitarbeitern einen Umsatz

von 2,4 Milliarden Euro erwirtschaftete.

Direkte Auswirkungen

auf die Beschäftigten in

Wurzach seien nicht zu erwarten,

hieß es. Veralia Deutschland

beschäftigt mehr als 1400

Mitarbeiter und erzielte 2014

einen Umsatz von 534 Millionen

Euro.

Aebi

erweitert

in Achstetten

Der Volvo-Baumaschinenhändler

Aebi erweitert seine

Deutschland-Zentrale in Achstetten.

Das im Bau befindliche

Verwaltungsgebäude ist für 100

Arbeitsplätze ausgelegt. Mit

dem neuen Gebäude entstehen

in Achstetten 30 bis 40 neue Arbeitsplätze,

sagt Tobias Keppler,

Geschäftsführer der Robert Aebi

GmbH.

Neuauflage des

Fachkräftetags

in Neu-Ulm

Angespornt vom Erfolg des

1. Fachkräftetags mit 1500 Besuchern

und 26 teilnehmenden

Firmen organisiert die SÜD-

WEST PRESSE am 8. Oktober

2016 die zweite Auflage der Veranstaltung

in der Ratiopharm-

Arena in Neu-Ulm. Zum Konzept

gehört zum einen, dass

sich Unternehmen den Besuchern

präsentieren. Zum anderen

werden den Besuchern Vorträge

und Service wie

kostenlose Bewerbungsfotos

und Bewerbungsmappen-

Check geboten. So haben auch

Arbeitnehmer, die nicht aktiv

auf Jobsuche sind, gute Gründe,

Industrie. Aufgaben im Bereich Automotive

wandern dafür nach Göppingen ab. Damit

sinkt die Zahl der Mitarbeiter von heute 830

auf knapp 600. Der Jobabbau betrifft im Wesentlichen

die Produktion. Zudem will Schuler

einen Teil seines Werksgeländes in der Innenstadt

von Weingarten aufgeben (s. Pfeil).

die Veranstaltung zu besuchen.

Infos zum Fachkräftetag 2015

gibt es im Internet unter fachkraeftetag.de.

Goldbeck wächst

kräftig am

Standort Ulm

Das Bielefelder Bauunternehmen

Goldbeck hat im Geschäftsjahr

2014/15 in der Niederlassung

Ulm mit zehn

Projekten rund 28 Millionen

Euro umgesetzt. Das sei ein

Plus von 20 Prozent, sagt Niederlassungsleiter

Roger Breyer.

Daher werde das Team von 25

Architekten, Ingenieuren und

Bauleitern um mindestens fünf

Absolventen der Hochschulen

Biberach und Stuttgart aufgestockt.

Insgesamt erwirtschaftete

Goldbeck mit 4100 Mitarbeitern

einen Jahresumsatz von 1,9

Milliarden Euro. [!]

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[rubrik] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Immer spannend und aufschlussreich: Wie präsentiert sich ein Messebau-Unternehmen selbst auf einer Messe? Hier Kohlhaas, Motto „Wo Ideen wachsen.“

Fuß folgt Auge

Das Schöne auf Messen: Man trifft jede Menge Menschen – potenzielle Partner, Kunden. Das Schlechte auf Messen: Man

trifft auf jede Menge Konkurrenz. Alle buhlen um die Aufmerksamkeit der Besucher. Tipps und Trends zur Präsentation.

Messeauftritte sind höchst erfolgreiche,

aber auch kostspielige Marketing-Maßnahmen“,

sagt Uta Goretzky

von Famab, dem Verband für direkte Wirtschaftskommunikation.

Da sie sich selten

über mehr als fünf Tage erstrecken, ist es besonders

wichtig, mit einem kompetenten

Partner zusammenzuarbeiten, der den Aussteller

ins rechte Licht rückt. „Messebau-Unternehmen

sind immer auch Ideenschmieden,

die für ihre Kunden Auftritte ersinnen,

die maßgeschneidert zu deren individuellen

Anforderungen passen.“

Für Goretzky lohnt sich deshalb ein Blick darauf,

wie sich diese Unternehmen selbst auf

Messen in Szene setzen, als Beispiel dafür, wie

ein Messeauftritt gelingen kann. Zu sehen auf

der Euroshop in Düsseldorf. Augenzwinkernd

sei das Konzept von Kohlhaas aus Germering

bei München zu verstehen, die sich unter dem

Motto: „Wo Ideen wachsen“ mit einem stilisierten

Garten präsentierten. Nicht mit grünem

Rasen und bunten Blumen, vielmehr abstrahiert

wurde der Garten kulissenartig in

Anthrazit und Orange gestaltet. „Mit dabei

waren natürlich Gartenzwerg, Schubkarre

und Löwenzahn, aber nicht als dreidimensionale

Figuren, sondern als zweidimensionaler

Scherenschnitt mit orange gefärbten Schnittkanten“,

beschreibt Goretzky den Stand.

Die Pusteblume

symbolisierte die

Inspirationsquelle:

Durch ein winziges

Windchen

trägt sie tausende

Samen in die Welt

– wie Kohlhaas die

Ideen.

Goretzky zufolge

legt das Unternehmen

in seinem Uta Goretzky.

Messespezialistin

Auftritt auch auf

Nachhaltigkeit Wert: „Kunden und Besucher

erhielten im Nachgang ihr eigenes Päckchen

38


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[spezial]

Spielerisch in komplexe Welten eintauchen

Mehr als messetauglich: die Präsentationssoftware des Fraunhofer-Instituts.

Ideensaat, und die spielerischen Accessoires

des Messestandes gingen an die Theaterbühne

eines Kindergartens, wo jetzt ganz andere

Ideen wachsen können.“

DIE KLEINE GUCKI-SHOW

Oder das Beispiel des Messebau-Unternehmens

Holtmann aus dem niedersächsischen

Langenhagen. Rund vier Wochen vor der Messe

Euroshop 2014 erhielten Kunden eine Gucki

geschickt – das sind diese kleinen Kästchen

mit Gucklöchern, die aussehen wie

Fernsehapparate aus alten Tagen. Wer immer

wieder den Knopf drückt, schaltet sich durch

eine Reihe von Bildern. Und ein Guckloch

Mit „Visual Computing“ Produkte

erlebbar machen: Darüber forscht das

Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung

IGD. Seine Standorte in

Österreich (Fraunhofer Austria Visual

Computing) und Singapur (Fraunhofer

IDM@NTU) haben eine Präsentations-

Software entwickelt, die komplexe Sachverhalte

einfach auf Touch-Interfaces

darstellt, interaktiv und spielerisch erlebbar

macht. „InfoLand“ nimmt den Nutzer

mit auf eine virtuelle Reise und verbindet

dafür Texte, Bilder, Videos und 3D-Modelle.

Über Informationsknoten kann man in

die verschiedenen Welten eintauchen.

„Die Motivation für diese Entwicklung war

unter anderem, einen Eyecatcher für

Messen zu haben oder das Programm in

Wartezonen einzurichten“, sagt Professor

Wolfgang Müller-Wittig. Die Anwendungsmöglichkeiten

sieht der Standortleiter in

Singapur in Zukunft viel weiter: unter anderem

in Innovationszentren von Unternehmen,

auf Virtual-Reality-Brillen, als

Modellierungstool für den Marketing-Experten,

der seine Präsentation mit eigenen

Inhalten füllt und selbst schnell aktualisieren

kann, da es „sehr dynamisch ist.

Es kann ein großes Spektrum abdecken,

da die Plattform unabhängig ist“.

Die Neuheit liegt in der einfachen Bedienung,

die ohne weitere Erläuterung möglich

ist. Das senkt die Hemmschwelle für

Besucher und Kunden, sich auf eine virtuelle

Reise einzulassen.

„Wir alle sind heute Experten für Touch-

Interfaces durch die Smartphones“, sagt

Müller-Wittig. „InfoLand“ ist eine Web-basierte

Darstellung, die auf jedem System

genutzt werden kann, vom Smartphone

bis zur Videowand. Seine Praxistauglichkeit

stellt es heute schon unter Beweis.

So habe es „bei der Kommunale in Nürnberg

unser Partner AKDB als zentrale Anlaufstelle

genutzt“, sagt Müller-Wittig.

„Das kam gut an.“ Oder in der Deutschen

Botschaft in Singapur, wo man unter dem

Titel „Discover Germany“ auf eine virtuelle

Reise durch Deutschland gehen

kann.

GAL

stand im Zentrum der Idee für den Messeauftritt

der Niedersachsen.

Der Eckstand verfügte über ein Guckloch, das

den Blick auf das „komplette Bild“ lenkte. Die

Besucher konnten sich dem Stand aus zwei

Laufrichtungen nähern, die das nicht ermöglichten.

Auf der einen Seite hingen, auf einer

mit Blümchentapete bezogenen Wand, Bilder

von Mitarbeitern: eher aus dem privaten Bereich,

bei Hobbys, Reisen, Sport. Sinnbild für

Individualität der Mitarbeiter. Wer den anderen

Eingang wählte, erfuhr viel über die Leistungsfähigkeit

des Unternehmens. Eine Auswahl

von Projektbildern, museal gehängt, war

für viele Besucher ein Hingucker und Ge-

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[spezial] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

sprächsaufhänger zugleich. Wer das Innere

des Standes betrat, traf auf eine alte Hobelbank,

die lange Jahre ihre Dienste in der Werkstatt

der Langenhagener geleistet hat. Sie war

das Herz des Messeauftritts und eine Metapher

für den Ursprung des Unternehmens.

„Dieser Messeauftritt erzählte gekonnt die

Unternehmensgeschichte aus drei Perspektiven:

der professionellen, der persönlichen

und der historischen“, erklärt Goretzky. „Das

komplette Bild gab es aber nur aus einer Perspektive,

dem Blick durch das Guckloch.“

Allgemeine Trends in Sachen Beleuchtung

oder Gestaltung eines erfolgreichen Messeauftritts

könne man nicht feststellen, sagt die

Fachfrau. „Und das ist auch gut so, weil ja die

,corporate identity‘ des eigenen Unternehmens

im Vordergrund stehen soll.“

NICHT AM PERSONAL SPAREN

So verschieden, wie sich Firmen auf den Messen

darstellen, gibt es aber dennoch einen

Punkt, der auf alle Messeauftritte zutrifft und

den man tunlichst beachten sollte: nicht am

Personal sparen. Das heißt: Schulungen für

die Leute, die auf die Messe geschickt werden,

damit sie gewappnet sind für die Fragen, die

dort auf sie zukommen.

Aber nicht nur das Fachliche zählt. „Ein Messestand

ist wie zuhause, wenn man Gäste bekommt“,

sagt Goretzky. Klar hat der Gastgeber

herzlich und freundlich zu sein – auch auf einer

Messe. „Man ist für denjenigen da und

steht nicht in irgendeiner Ecke herum, wartet

aufs Essen und tuschelt.“

Auf einer Messe präsentiert man sich und

hebt die eigene Leistungsfähigkeit hervor,

sagt Karl Schick, der sich in der IHK Ulm unter

anderem um das Thema kümmert: „Eine

Messe ist wichtig für Produkte, die erklärungsbedürftig

sind.“ Auch in einer Zeit mit

digitalem Informationsüberfluss; entscheidend

sei das direkte Gespräch, face to face: „Es

entstehen dort Kontakte, die sonst so nicht

entstehen würden.“ Man könne Geschäftskontakte

pflegen mit Partnern – Kunden und

Lieferanten –, die man sonst nicht trifft.

Hannover, Industriemesse, Messehalle 4: Auf

einer hohen Informationswand prangt eine

große Landkarte des Wirtschaftsraums der Industrie-

und Handelskammern (IHK) Ulm

und Bodensee-Oberschwaben. So mancher

Ein ausgetüfteltes Konzept: Nur durch das Guckloch

sieht man alle Seiten, die zum Stand des Messeunternehmens

Holtmann gehören.

40


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[spezial]

Karl Schick

von der IHK Ulm

bleibt stehen und

schaut, was der

ländlich geprägte

Süden Württembergs

abseits der

Metropolen zu bieten

hat.

„Man muss einen

Eyecatcher bieten,

eine Attraktion“,

sagt Schick. Bei

mehr als 7000 Ausstellern

und

250.000 Besuchern der Industriemesse, auf

der vor allem Hersteller technischer Produkte

vertreten sind, müsse man mit visuellen Dingen

arbeiten, um die Aufmerksamkeit auf

sich zu lenken. Goretzky: „Messebesucher, die

schon mehrere Stunden auf einem Messegelände

unterwegs sind, sehnen sich – außer

vielleicht nach einem kühlen Bier – nach klaren

Botschaften und Bildern.“ Da heißt es

Klotzen. „Große Bilder helfen, Aufmerksamkeit

zu wecken, denn an ihnen bleibt der Blick

der Besucher hängen. Und Füße gehen nur

dahin, wo die Augen schon waren.“ Die IHK

bietet seit 15 Jahren auf der Hannover-Messe

einen gemeinsamen Stand für kleine und

mittlere Firmen aus ihrem Verbreitungsgebiet

an. In der Regel teilen sich sechs Firmen

den rund 90 Quadratmeter großen Stand. So

sparen sie Kosten und Zeit und haben zum

Teil erst dadurch die Möglichkeit, sich auf so

einer großen Messe zur Schau zu stellen.

REICH UND BERÜHMT

Weiterer Vorteil: Die IHK nimmt den Firmen

viel Arbeit in der Organisation im Vorfeld ab,

angefangen bei den Vertragsverhandlungen

mit der Messegesellschaft. „Als gemeinsamer

Stand können wir eine viel größere Fläche anmieten“,

erläutert Schick. Das stärke die Position

gegenüber dem Messeorganisator: „Man

kann sagen, an diese Fläche möchte ich hin,

weil da die Besucherströme sind.“

„Messen sind multifunktional. Im Vergleich

zu vielen anderen Marketing-Maßnahmen

kann ich mit einem Messeauftritt ein Bündel

von Zielen erreichen“, Uta Goretzky. „Daher

ist es im Vorfeld einer Messeteilnahme ausgesprochen

wichtig, Ziele zu definieren und gegebenenfalls

Schwerpunkte zu setzen.“

Mögliche Messeziele seien etwa Kundenbindung,

Neukundengewinnung, Positionierung

gegenüber dem Wettbewerber, Marktbeobachtung,

Mitarbeitergewinnung, Mitarbeitermotivation,

Imagebildung/-veränderung,

Produktlaunches/-relaunches oder auch Produktorder.

Die Relevanz der Ziele gelte es zu

bewerten; es müsse möglichst genau festgelegt

werden, was das Unternehmen erreichen

will. „Reich und berühmt werden“ helfe für

die Beurteilung eines Messeerfolgs nicht. „30

Neukunden“ sei dagegen eine Aussage, die

sich nach einer Messe ganz einfach überprüfen

lasse. Daraus, ob das Unternehmen sein

Ziel erreicht hat, lassen sich dann auch Vorgaben

für die nächste Messe ableiten. [!]

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[leben] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Männer und

Modesünden

Das Sakko spannt, die Krawatte unpassend, die

Schuhe ausgelatscht: Im Büro und Geschäftsleben

lauern viele Modefallen für Männer. Stilberaterin

Sonja Grau weiß, wie man sie vermeidet.

Viele Männer machen sich herzlich wenig Gedanken, was sie

morgens für den Tag im Büro anziehen. „Dabei ist es gar

nicht so schwer. Es gibt zu jedem Anlass das perfekte Outfit“,

sagen prominente Modeexperten wie Kevin Lobo, der durch

seine frühere Tätigkeit für Hugo Boss bekannt geworden ist. Im Internet

gibt es jede Menge Videos zu dem Thema. Doch an der breiten Masse

der Büroarbeiter gehen die gutgemeinten Ratschläge vorbei.

Die Liste der männlichen Modesünden ist lang: Der Anzug zu klein,

weil Mann herausgewachsen ist; zu groß, weil er abgenommen hat; die

Hosen sind zu lang (das Hosenbein endet im Stehen idealerweise einen

halben, maximal einen Zentimeter über dem oberen Absatzrand); da

sind Hemden, die im Sitzen über dem Bauchansatz spannen. Oder der

ganze Herr sieht einfach durch und durch langweilig aus. Die Liste

ließe sich schier unendlich fortführen.

„Ich weiß nicht, warum viele Männer das tun“, sagt die Ulmer Stilberaterin

Sonja Grau. Ihr Eindruck: Die Herren fühlen sich sicher, wenn sie

sich strikt an den Business-Dresscode halten. Mitunter wirken die Träger

dunkler Anzüge fast wie ein Heer Uniformierter. Die Maxime vieler

Männer, so Grau, laute: ja nicht auffallen. „Dabei denken viele nicht

daran, dass sie auch angenehm auffallen können.“

Foto: © the_lightwriter/Fotolia.com

Alles Jacke wie Hose? Von

wegen. Eigentlich erstaunlich,

wie viel man am Mann

falsch machen kann.

WEIT VERBREITETER IRRTUM

Doch ganz so einfach, wie Kevin Lobo sagt, ist es mit dem perfekten

Outfit dann doch nicht. Kleidung ist nonverbale Kommunikation. Im

Job kommt dem Auftreten und angemessener Kleidung große Bedeutung

zu. Kompetenz, Vertrauen, Sicherheit und Zuverlässigkeit will

man ausstrahlen: Kleider machen Leute – und können diese Eigenschaften

transportieren.

„Viele Männer sitzen dem Irrtum auf, dass sie mit Anzug und weißem

Hemd nichts falsch machen“, sagt Sonja Grau. Oberste Devise für sie:

Mann sollte die Sachen aussuchen, die zu seiner Statur und Persönlichkeit

passen. „Die Erscheinung muss stimmig sein.“

Viel zu wenig Aufmerksamkeit schenken Männer ihren Schuhen.

„Warum sollte ich mir teure Schuhe kaufen, wenn es auch günstige

gibt?“, denken viele und kaufen Billigtreter fürs Büro bei Aldi, Tchibo

& Co. Das strahlen die Schuhe und damit auch der Träger dann auch

aus. Sinn für Qualität zeigen nur wenige Männer, und das obwohl sie

oft genug mehr als zwölf Stunden in den Schuhen stecken. Mal vom

42


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[leben]

schlechten Fußbett – mit allen gesundheitlichen Auswirkungen – abgesehen,

ist das Schuhwerk aus asiatischer Billigproduktion langfristig

betrachtet auch nicht preiswert. Denn dessen Haltbarkeit ist begrenzt.

Gute Herrenschuhe hingegen haben zwar einen hohen Preis,

doch dafür kann sich ihr Träger – bei entsprechender Behandlung und

Pflege – Jahrzehnte daran erfreuen. Da Herrenschuhe meist klassischen

Formen folgen, sind sie zudem unabhängig von Modetrends

zeitlos schick, gerade so, als hätte man sie gerade gekauft.

Foto: © HasanEROGLU/Fotolia.com

Sonja Grau im Einsatz als Personal-Shopperin. Zum perfekten Outfit gehören

nach ihren Worten zwingend edle Business-Schuhe (Bild unten).

WARUM TEURE SCHUHE GÜNSTIG SIND

Wer denkt, die Liste der Fehler beim Thema Schuhe nähere sich damit

schon ihrem Ende, irrt. Die Bandbreite der Nachlässigkeiten reicht

von schmutzig über ausgelatscht bis hin zur Form, die nicht zum Erscheinungsbild

passt. Lang gezogene Business-Schuhe mit eckig geformter

Schuhspitze können ihrem Träger etwas Clowneskes geben,

meint Grau. Bei Schuhen ist es wichtig, dass sich der Träger in ihnen

wohlfühlt, dass sie ihm einen guten Halt bieten und zum Outfit passen.

Die Expertin rät: lieber weniger Schuhe, dafür gute. „Man sieht

sofort die Qualität der Verarbeitung und der Nähte.“

Doch es müssen im Geschäftsleben nicht immer nur klassische Formen

sein. Sneakers sind tragbar, „wenn sie zur Ausstrahlung passen“.

Soffschuhe wie Vans gehen dagegen in der Business-Mode nicht, findet

Grau.

Das häufig unterentwickelte Modebewusstsein von Männern zeigt

sich nach ihren Worten auch bei Accessoires. Dabei könnten Anzugträger

– auch in Branchen und Unternehmen mit immer noch strengen

Kleiderordnungen – ihrem Gesamtbild das gewisse Etwas geben,

wenn sie Krawatte, Einstecktuch, Gürtel, Socken oder auch das Armband

der Uhr als Stilmittel verstehen. Das sei wichtig, „um das Uniformierte

wegzubringen“. Grau begleitet und berät ihre Kunden beim

Einkaufen. Es gibt viel zu bedenken: Korpulente Männer, bei denen

der Kopf in den Oberkörper übergeht, sollten beispielsweise darauf

achten, dass sie keine Krawatten in Knallfarben tragen. Das betont

ihre gedrungene Statur. Sie sollten eher dezente Farben wählen, also

statt eines leuchtend fliederfarbenen Binders lieber einen in Nachtlila.

Generell gilt: An Schwachstellen am Körper setzt man keine modischen

Akzente.

Und was trägt dann ein modebewusster Manager, Ende 50, mit graumeliertem

Haar im Winter 2015/16 zum Anzug? Möglich, so Grau, sei

beispielsweise ein gemustertes Hemd (das darf durchaus auch ein

Paisley sein, also ein abstraktes, dekoratives

Muster). Oder ein Hemd in trendigem Bordeauxrot

mit ein bisschen Grau. Und welche

Krawatte passt dazu? Zum gemusterten

Hemd eine unifarbene

Krawatte. Zum Hemd in Bordeauxrot

und Grau passt eine gemusterte

Krawatte, sagt Grau. Die dürfe

auch eine Farbe enthalten, die

sich nicht im Hemd wiederfindet.

Was immer geht, so Grau, ist

ein unifarbenes Hemd oder

eines mit kleinen Mustern.

Gerne auch zwei- oder dreifarbig.

Zu den aktuellen Modefarben

zählen auch hellere beziehungsweise mittlere Blautöne.

Dass sich Farben im Outfit wiederholen müssen, hält Sonja Grau heute

nicht mehr für zwingend nötig. Ihre oberste Regel heißt: Das Gesamtbild

muss stimmig sein. Ton in Ton aufzutreten, ist die Sicherheitsvariante,

„vorausgesetzt, die Farbe passt zum Träger“, erläutert

sie. Doch Anzug, Socken, Schuhe, alles in Schwarz – das kann schnell

zu hart wirken. Da ist ein dunkelgrauer Anzug womöglich die bessere

Variante, kombiniert mit einem Hemd in Rosa.

DIE SACHE MIT DEN SOCKEN

Zuletzt in Mode gekommen sind knallfarbene Strümpfe. Die kann

man auch zum Businesslook tragen – vorausgesetzt, sie sind unifarben.

Gemusterte und mehrfarbige Strümpfe sollten nach ihren Worten

eher der Freizeitmode vorbehalten werden. „Ein No-Go sind Motiv-

oder gar Comic-Socken“, betont die Beraterin. Auch bei den Socken

gilt: Der Mix von Farbe und Muster muss zur Ausstrahlung des Trägers

passen. Wer in einem konservativen Umfeld arbeitet, liegt mit diesen

Farbkombinationen generell nicht daneben: Schwarze Socken zum

grauen Anzug, graue Socken zum schwarzen Anzug; rote Socken oder

braune Socken zum blauen Anzug, grüne oder blaue Socken zum Anzug

in braun.

Auch wenn Dresscodes, die in der Vergangenheit

aufgestellt worden sind, laut Grau immer

wieder neu interpretiert werden

müssen, ein paar Dinge gehen für Outfit-bewusste

Business-Männer nicht:

Sportsocken (selbst schwarze) sind

in Kombination mit Anzug ebenso

tabu, wie im Sitzen das behaarte

Bein zu zeigen, sprich zu kurze

Socken zu tragen. Auch die Handytasche

am Gürtel und der Tagesrucksack

zum Anzug gelten

in ihren Augen als

Modesünden. [!]

ALEXANDER BÖGELEIN

43


[leben] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Das kleine

Kragen-Lexikon

Der Kent-Kragen

Der Klassiker: Er fügt sich ein, ohne aufzufallen.

Der spitze, kurze Kragen bietet genug Platz

für fast alle Knoten und Krawattenformen.

Dazu passt eine Krawatte mit mittlerer Materialbeschaffenheit

– nicht zu dick und nicht zu

dünn.

Cataway-Einknopf

Der Haifischkragen eignet sich für große,

schlanke Männer: Durch die auseinandergezogenen

Kragenspitzen wirkt der Hals breiter und

damit auch der Oberkörper. Für Männer mit

rundlichem Gesicht weniger geeignet, da er den

Kopf gedrungener erscheinen lässt. Den normalen

Krawattenknoten legt man etwas breiter an

–oder man nimmt den Windsor-Knoten.

Tab-Kragen (eckig)

Geeignet für Männer mit kleiner Statur, aber

nichts für Männer mit breitem Oberkörper. Dazu

passt eine schmale Krawatte ohne Struktur,

bei der der Knoten schön gelegt werden sollte.

Tab-Kragen (rund)

Hier gilt das Gleiche wie beim Tab-Kragen

(eckig). Er ist etwas lieblicher, weicher. Der Träger,

der diese Form wählt, spielt bewusst mit

seiner Ausstrahlung und zeigt, dass er modeaffin

ist.

Kent-Hai-Kragen

Er eignet sich für modebewusste Männer, die ihre

Modeaffinität damit auch zeigen. Wie der Haifischkragen

sollten korpulente Männer den Einsatz

dieser Kragenform mit Bedacht wählen.

Turn-Down-Kragen

Geeignet für große, schlanke Männer beziehungsweise

Männer mit normaler Körperstatur.

Er lässt den Hals und Oberkörper schlanker

erscheinen. Die längeren Kragenschenkel

sind etwas für Modebewusste.

Skizzen: Sonja Grau

44


unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[leben]

Teamgeist am Leib

So wenig die Kutte den Mönch macht, definiert die Arbeitskleidung die Qualität des Trägers – ob Blaumann oder

Maßanzug. Aber sie sagt viel über die Haltung des Arbeitgebers aus.

Wer im Metallbauunternehmen von

Sybille und Andreas Würstle anfängt,

erhält zum Einstieg ein Willkommensgeschenk:

einen kompletten Satz

Arbeitskleidung: von den Socken bis zur Winterjacke.

Tatsächlich sind meisten wegen der

textilen Gabe von den Socken. „Die Leute sind

ganz begeistert davon“, sagt Sybille Würstle.

Für ihre acht Mitarbeiter und das einheitliche

Erscheinungsbild ihres Meisterbetriebs ist

den Inhabern nichts zu teuer. „Wir legen Wert

auf Qualität und kaufen nur gute Kleidung.“

Rund 250 Euro kostet die personifizierte

Ausstattung. „Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl“

im Familienunternehmen aus

dem oberschwäbischen Wolpertswende. Ob

in der gemeinsamen Frühstückpause oder in

der Freizeit: „Wir haben ein gutes Verhältnis

und kommen mit unseren Mitarbeitern auch

privat zusammen.“

Der einheitliche Auftritt sei auch in der Außenwirkung

von Bedeutung, seit sich der

1960 gegründete Betrieb von der Flaschnerei

zu einem hochspezialisierten Metallbau-

Fachunternehmen gewandelt hat, das vornehmlich

Aufträge für die Industrie erledigt.

„Wir fertigen kein einziges Teil in Serie, sondern

nur auf Anfrage.“ Die Qualität der Arbeit

verpflichte auch zu einem angemessenen Erscheinungsbild

der Belegschaft.

NICHT ALLES IST PFLICHT

Eine Pflicht im rechtlichen Sinne ist das freilich

nicht. „Arbeitskleidung“, sagt Elisabeth

Maeser von der Handwerkskammer Ulm, „ist

ein weitgefasster Begriff.“ Einen klassischen

„Blaumann“, der die private Kleidung vor

Schmutz schützt, „muss ein Unternehmen

nicht stellen“. Pflicht dagegen ist Kleidung,

die vor Gefahren schützt, etwa beim Umgang

mit riskanten Werkstoffen. Was darunter

fällt, regelt eine ganze Reihe von Verordnungen

– etwa die Gefahrstoff- oder die Betriebssicherheits-Verordnung.

Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld.

„Die Sicherheitsvorkehrungen vor Ort können

von der Berufsgenossenschaft und der

Gewerbeaufsicht überprüft werden“, warnt

Elisabeth Maeser. [!]

BERND RINDLE

• Industrieservice

• Bauteilreinigung

• Bauteilsauberkeit

• Arbeitsbekleidung

• Arbeitsschuhe

Wo Mitarbeitern Gefahren drohen, müssen die Arbeitgeber ihren Leuten Sicherheitskleidung stellen –

und selbstredend auch bezahlen.

Foto: © motorradcbr/Fotolia.com

www.schuk.de

Arbeitsschutz

von

Arzt

bis

Zimmermann

Öffnungszeiten:

Mo. – Do.: 7.30 – 18.00 Uhr

Fr.: 7.30 – 17.00 Uhr

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Telefon 07 31 / 2 05 87 97

45


Wer gewinnt? Der Tiger oder Butler James? Darauf warten auch etliche „Dinner for one“-Fans in unserer Umfrage jedes Jahr aufs Neue.

Fisch, Fondue und Tigerkopf

Ohne gute Freunde geht gar nichts. Ob im grell erleuchteten New York oder in einem bengalischen Dorf ohne

Strom im Kerzenschein. Sechs Führungskräfte verrieten Stefan Loeffler in unserer Umfrage, wie, wo und vor

allem mit wem sie dieses Jahr Silvester feiern werden.

Den Jahreswechsel erlebt

Karin Krings immer in der

skandinavischen Einsamkeit.

Die 49-jährige Fremdsprachenkorrespondentin

und Hotelfachfrau

leitet seit zehn Jahren

mit ihrem Mann das Hotel

„Goldenes Rad“ in der Ulmer

Stadtmitte.

1) Mit meinem Mann, unserem Hund und unseren besten Freunden in

der skandinavischen Einsamkeit.

2) Am Silvesternachmittag machen wir immer einen Strandspaziergang.

3) Entweder frischer Fisch oder Fondue.

4) Als unser Hund um 22 Uhr in die schwedische Nacht verschwand

und wir bis kurz vor Mitternacht brauchten, um ihn mithilfe des

Autos wieder einzufangen.

5) Von Vorsätzen halte ich nicht viel, weil sie oft nicht eingehalten

werden. Eher wünsche und hoffe ich bestimmte Dinge.

6) 2016 werde ich 50. Ich erwarte viele Feiern, auch was meine Freundinnen

betrifft. Freuen tue ich mich auf eine Caravan-Fahrt mit

Mann und Hund nach Stockholm.

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unternehmen [!] Ausgabe 48 | Dezember 2015

[leben]

Foto: © VRD/Fotolia.com

1) Wo und mit wem feiern Sie Silvester?

2) Pflegen Sie bestimmte Traditionen

(z.B. Bleigießen, Feuerwerk …)?

3) Was gibt es zum Essen?

4) Was war Ihr denkwürdigstes/schrägstes Silvester?

5) Was halten Sie von Vorsätzen? Gibt es einen, den Sie

nie mehr fassen wollen?

6) 2016! Was erwarten Sie? Worauf freuen Sie sich?

Dr. Dagmar Engels (63) feiert

dieses Jahr in einem kleinen

bengalischen Dorf – ohne

Strom und mit Kerzenlicht. Die

SPD-Stadträtin leitet seit 24 Jahren

die Ulmer Volkshochschule.

Der 1956 in Tübingen geborene

Dieter Kaufmann verbindet

Silvester automatisch mit einer

brennenden Tanne. Der Betriebswirtschaft

und zweifache

Familienvater ist seit 2005

Kanzler der Universität Ulm.

1) Silvester feiere ich mit meiner Familie und dem engen Freundeskreis

zuhause oder bei Bekannten.

2) Traditionell gehören gute Gespräche, Karten- oder Brett spiele sowie

„Dinner for one“ zu einem Silvesterabend dazu.

3) Das Essen besteht meistens aus einem ausgiebigen Ra clette mit den

oben bereits erwähnten Gesprächen als Gemeinschaftserlebnis.

4) Meist hinterlassen ja die Missgeschicke einen bleibenden Eindruck

– so wie die lichterloh brennende Tanne im Vorgarten unserer

Freunde. Auslöser für dieses Spektakel war eine Rakete.

5) Vorsätze habe ich bislang nicht getroffen, insoweit gibt es auch keinen

Vorsatz, den ich nie mehr fassen wollte.

6) Der Jahreswechsel ist für mich nichts, worin ich besondere Erwartungen

hege. Ich hoffe, dass meine Familie und der Freundeskreis

sowie meine Kolleginnen und Kollegen und Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter gesund bleiben und wir ein friedliches 2016 erleben

werden!

1) Ich bin bei bengalischen Freunden in einem kleinen Dorf südlich

von Kolkata. Es wird ein Silvester zwischen Reisfeldern mit Kerosinlampen

und Kerzenlicht.

2) Das kommt ganz auf die Menschen an, mit denen ich zusammen

bin, auf jeden Fall sehr gute Freundinnen und Freunde. Mit den

einen gibt es die Tradition des Raclette-Essens, mit den anderen

Theater und Mitternachtssuppe, mit den dritten Party und Tanzen.

3) Etwas, woran man gemütlich und lange essen kann, um Energie fürs

Tanzen zu tanken.

4) Wir waren am zweiten Weihnachtsfeiertag 2001 nach Afrika gestartet

und kamen am 31. Dezember in Chefchaouen in Nordmarokko

an, wo wir am Silvesterabend einen Tisch buchten. Um uns herum

saßen französische und deutsche junge Leute, die ganz offensichtlich

Silvester ignorierten, sich kein gutes Neues Jahr wünschten.

Wir hielten sie für völlig blöd und verzogen uns bald nach Mitternacht.

Am Tag darauf merkten wir, dass es in Marokko eine Stunde

früher ist.

5) Ich fasse „gute Vorsätze“ nach persönlichen Aha-Erlebnissen, nicht

an Silvester.

6) Für mich persönlich erwarte ich, dass alles gut klappt, worauf ich

mich freue. Am 2. Januar fahre ich nach Shantiniketan, der vom

bengalischen Nobel-Preisträger Tagore gegründeten Universität

und Stadt. Im April feiern wir den 70. Gründungstag der Ulmer

Volkshochschule und spätestens im Mai möchte ich mit meinem

frisch sanierten Boot über den Chiemsee segeln.

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[leben] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Foto: © VRD/Fotolia.com

1) Wo und mit wem feiern Sie Silvester?

2) Pflegen Sie bestimmte Traditionen

(z.B. Bleigießen, Feuerwerk …)?

3) Was gibt es zum Essen?

4) Was war Ihr denkwürdigstes/schrägstes Silvester?

5) Was halten Sie von Vorsätzen? Gibt es einen, den Sie

nie mehr fassen wollen?

6) 2016! Was erwarten Sie? Worauf freuen Sie sich?

Für Ulrich Kloos sind gute

Vorsätze leicht zu fassen, jedoch

schwer zu halten. Der 46-jährige

Pfarrer ist seit März 2015

Dekan im Katholischen

Dekanat Ehingen-Ulm.

Auch Armin Weidt hatte schon

eine unangenehme Begegnung

mit einer Feuerwerksrakete.

Der 48-jährige international

agierende Wirtschaftsanwalt

und zweifache Familienvater ist

seit 2013 Vorstand der Knorr

Rechtsanwälte AG in Ulm.

1) Solange meine Familie noch mit mir zusammen feiern will, machen

wir das gemeinsam. Dieses Jahr sind wir in New York, da ich geschäftlich

hin muss und wir uns dort zu Silvester mit Freunden treffen.

2) „Dinner for one“ in großer Runde anschauen und auf den Tigerkopf

achten.

3) Klassisch: entweder Fondue oder Raclette.

4) In Österreich, als wir um Mitternacht zum Donauwalzer unterm

Sternenhimmel getanzt haben. Leider haben später ein paar Idioten

Raketen abgeschossen und die Flasche nicht in den Schnee gesteckt;

als die Rakete zündete, fiel die Flasche um, die Rakete traf mich aus

zehn Metern Entfernung am Oberschenkel – aber zum Glück nicht

das vierjährige Mädchen hinter mir im Gesicht.

5) Den einen: nie wieder gute Vorsätze fassen zu wollen.

6) Es wird viel Neues und Spannendes geben; in Ulm das Jahr

„1 nach Ivo“.

Petra Wassermann lässt in den

Vogesen die Sektkorken knallen.

Die 54-jährige Soziologin

und gelernte Druckerin ist seit

2012 die Geschäftsführerin der

IG Metall Ulm.

1) Meistens mit der Familie meines Bruders. Wir essen dann zusammen

Raclette. Ich habe aber auch schon allein gefeiert in aller Stille

und dann zum Jahreswechsel die Kirchenglocken selbst geläutet.

2) Solange ich in Backnang war, bin ich beim Silvesterlauf mitgelaufen,

dann hatte ich die Jahresschlussandacht. Ich merke, wie gerade

auch am Jahresende ein geistlicher Abschluss nochmal gut tut. Und

dann gab’s immer noch „Dinner for one“. Dieser Sketch fasziniert

mich so, dass ich bei diversen Mitarbeiterfesten schon in die Rolle

des Butlers James geschlüpft bin.

3) Ein gemütliches Raclette.

4) Mit einer Pfadfindergruppe auf einer Hütte mitten im Schnee.

5) Da halte ich es mit einem Kalenderspruch: „Vorsätze sind wie Aale,

leicht zu fassen und schwer zu halten.“

6) Ich gehe unter dem Motto ins Jahr 2016: „Vertraut den neuen Wegen,

und wandert durch die Zeit. Gott will, dass ihr ein Segen für diese

Erde seid …“

Foto: © M.studio/Fotolia.com

1) Mit meinem Mann, der Familie meiner Schwester und Freunden in

den Vogesen.

2) Nein, je nach Lust und Laune.

3) Wir lassen uns von der Hausherrin überraschen, welches leckere

elsässische Menü sie uns bereitet.

4) Mehrere schöne Silvester mit Freunden in Frankfurt: gemeinsam

kochen, prima Abende, Finale vor der Alten Oper.

5) Vorsätze sind dann gut, wenn ich sie auch umsetzen kann. Das hat

aber für mich nichts mit Silvester zu tun.

6) Ich freue mich über jeden einzelnen guten Tag im privaten und im

beruflichen Leben, und ich wünsche mir, dass wir Ende 2016 angesichts

vieler Flüchtlinge und zunehmender sozialer Ungleichheit

sagen können: Wir sind eine humane Gesellschaft geblieben und

eine sozialere Gesellschaft geworden!

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SÜDWEST IMPULS 2016

VORSPRUNG DURCH WISSEN

WISSENSIMPULSE IN 8 UNTERHALTSAMEN VORTRAGSABENDEN

Die erfolgreiche Vortragsreihe der SÜDWEST PRESSE in Zusammenarbeit mit der Veranstaltungsagentur SPRECHERHAUS® lädt

auch in 2016 prominente TOP Referenten nach Ulm ein. Mit dem neuen Angebot von 8 Seminarabenden lassen wir Sie wieder vom

Wissen der Besten profitieren.

Alle Themen stehen unter dem Motto Persönlichkeitsentwicklung: Von Kommunikationsstärke über Gedächtnispower bis hin zu

Kompetenzen, die Sie wettbewerbsfähig machen. Wir bieten Ihnen gebündeltes Seminarwissen in einem 1,5-stündigen Vortragsabend

– ein modernes Weiterbildungsformat für jedermann. Wir laden Sie herzlich zum Wissen tanken ein und wünschen Ihnen

zahlreiche Erfolgserlebnisse im schönen Ambiente der HNU Neu-Ulm.

Veranstaltungort:

HNU – Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Einzelkarte

8er-Abo

59,– €

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343,– €*

Wileystraße 1, 89231 Neu-Ulm

Sie erhalten eine steuerfähige Rechnung für Ihre Weiterbildung.

Jeweils donnerstags (außer Vortrag 7) von 19.30 bis 21 Uhr (Einlass ab 19 Uhr).

*Vorteilspreis als Abonnent der SÜDWEST PRESSE „abomax“

Für 299,– Euro zum FRÜHBUCHERRABATT:

Jeder Abonnent der SÜDWEST PRESSE „abomax“, der bis zum 11.01.16 die gesamte Reihe (alle 8 Seminare) bucht, erhält 44,– Euro Frühbucherrabatt.

Infos und Buchung: info@sprecherhaus.de, +49 (0) 2561 69565-170, www.sprecherhaus.de oder südwestimpuls.de

1 2 3

© Manfred Weissbacher

4

28.01.2016 | Prof. Dr. Jens Weidner 25.02.2016 | Georg Wawschinek 07.04.2016 | Christian Lindemann

Hart, aber unfair?

Machtspiele schnell durchschauen!

„ Setzen Sie sich durch und das ohne

Ellbogen!“

Erfolg mit Charisma

Überzeugend auftreten und

begeistern

„ Nur wer empfängt, kann auch senden.“

Showtime

Auf den Bühnen des Lebens

„ Andere zu begeistern, zu faszinieren und

mit einem guten Gefühl auszustatten,

ist eine Schlüsselqualifikation, um ein

Magnet für Ihr Gegenüber zu sein!“

12.05.2016 | W. T. Küstenmacher

simplify your life mit Limbi

Der Weg zum Glück führt durchs

Gehirn

„ Wer Limbi zum Freund hat, ist glücklich.“

5 6 7 8

dienstags!

15.09.2016 | Boris Nikolai Konrad 13.10.2016 | Michael Rossié 08.11.2016 | Dr. Moniak Hein 08.12.2016 | Frank Astor

Gedächtnispower

Bringen Sie Ihr Gehirn auf

Vordermann

Das 1x1 des Gesprächsklimas

Souveränes Verhalten in

schwierigen Gesprächen

Stimmt Ihre Stimme?

Wie Sie sicher sprechen und überzeugend

klingen

Motivation

Ohne Wofür kein Wie. Mit Sinn mehr

Gewinn.

„ Ein gutes Gedächtnis ist erlernbar!“

„ Wer an Menschen herumschnitzt, macht

sie kleiner. Wer ihnen etwas zeigt, öffnet

ihnen neue Möglichkeiten.“

„Denn SIE entscheiden, wie Sie klingen!“

„Ohne Motivation geschieht nichts.”

49


[namen & nachrichten] Ausgabe 48 | Dezember 2015 unternehmen [!]

Pistenbully

gehört Ludwig

Merckle allein

Rund 14 Millionen Euro hat es

sich der Ulmer Unternehmer

Ludwig Merckle kosten lassen,

alleiniger Eigentümer

der Kässbohrer

Geländefahrzeug

AG

(Laupheim)

zu werden.

Der Ulmer Unternehmer

Ludwig

Merckle.

Mit der Auszahlung

der

55,13 Euro

pro Aktie ist

der sogenannte

Zwangsausschluss vollzogen.

Die Zustimmung auf der

Hauptversammlung war mit

99,74 Prozent überdeutlich. Mit

dem Schritt will Merckle Kosten

sparen und flexibler sein.

Zuletzt erwirtschaftete der Hersteller

von Schneeraupen und

Strandreinigungsgeräten mit

knapp 500 Mitarbeitern einen

Jahresumsatz von 214 Millionen

Euro.

Arla schließt

Käserei

in Kißlegg

Bregenzer Bruchlandung

Die Insolvenz der Bregenzer Fluggesellschaft

Intersky trifft den Flughafen Friedrichshafen

hart. Er verliert seine wichtigste regionale Airline

und 115.000 Passagiere pro Jahr. Das ist

ein Fünftel der Gesamtpassagierzahl. Daher

muss der Flughafen auch seine wirtschaftlichen

Zahlen herunterschrauben. Intersky hat

Die schwedisch-dänische Molkereigenossenschaft

Arla Foods

schließt das Werk in Kißlegg-

Zaisenhofen samt Werksverkauf

im Februar 2016. Die Produktion

ist bereits gestoppt.

Arla begründete dies mit dem

Preisverfall und dem Konkurrenzdruck.

Betroffen sind 38

Mitarbeiter, 19 haben die Möglichkeit,

an anderen Arla-Standorten

im Allgäu zu arbeiten.

Stress durch

ständige

Erreichbarkeit

Mehr als zwei Drittel aller Beschäftigten

in Deutschland leiden

unter einer hohen Arbeitsbelastung.

In einer Umfrage für

die Dienstleistungsgewerkschaft

Verdi sagten 68 Prozent

der Befragten im Westen und 77

Prozent der Befragten im Osten,

dass die Arbeitsbelastung in

den vergangenen Jahren zugenommen

habe. Ein Fünftel der

Befragten fühlt sich wegen der

hohen Arbeitsbelastung oft

überfordert. 57 Prozent in Westdeutschland

erklären, dass sie

für ihre Vorgesetzten immer erreichbar

seien. Für Führungskräfte

entwickelt sich das

Smartphone zum Stressfaktor.

den Flugbetrieb eingestellt. Kunden, die Flüge

vorab bezahlt haben, müssen ihre Forderungen

an das Landesgericht in Feldkirch stellen.

Pauschaltouristen, die gebucht und einen Sicherungsschein

haben, müssen sich an die

Versicherung wenden. Andere Kunden dürften

es schwer haben, an ihr Geld zu kommen.

90 Prozent der Führungskräfte

in Deutschland sind auch im

Urlaub geschäftlich erreichbar.

Nur ein Prozent steht nach Feierabend

für berufliche Anrufe

und Mails nicht zur Verfügung.

88 Prozent der Befragten sind

durch die ständige Erreichbarkeit

über ihre Smartphones höherem

Stress ausgesetzt, ein

Drittel spürt diese Mehrbelastung

häufig oder jederzeit, ergab

eine Studie des Beratungsunternehmens

Mercer in

Zusammenarbeit mit der TU

München. [!]

[impressum]

Verlag/Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77, 89073 Ulm

Geschäftsführer:

Thomas Brackvogel

Redaktion

Alexander Bögelein (verantw.),

Irmgard Städele,

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

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(verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Alen Pahic (Art Director),

Vera Oberlader (Layout),

Bozena Demski (Bild)

Fotos Lars Schwerdtfeger (Titel

+ Interview, gründen), Getty

images, picture alliance, Werkfotos,

PR, Archiv

Druck

Druck- und Verlagsgesellschaft

Bietigheim mbH

Kronenbergstraße 10

74321 Bietigheim-Bissingen

Objektleitung

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Telefon 0731 156-515, Fax 481

unternehmen@swp.de

Mediaberatung

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Telefon 0731 156-137

E-Mail s.kulbe@swp.de

Auflage: 15 000 Exemplare

Nächste Ausgabe

26. Februar 2016

Die Themen

Mitarbeitergesundheit

Industrie- und Gewerbebau

UnternehmerTAG 2016

Kunst als Geldanlage

u. v. m.

Anzeigenschluss

3. Februar 2016

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