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FINDORFF Magazin | Januar - Februar 2018

Das Magazin für die Bremerin

SECOND-HAND-LADEN

SECOND-HAND-LADEN FIND.US Seit 25 Jahren im Einsatz für Familien: Die Geschäftsführerin des Vereins Christliche Eltern-Initiative, dem Träger von Find.us: Jutta Reiners-Schepke Es ist ein Kommen und Gehen. Die Kunden geben sich die Klinke in die Hand. Leer ist der Laden wahrscheinlich selten. Kinderwagen mit dösenden Kindern stehen zwischen den Kleiderständern im Raum, junge Frauen stöbern in den Regalen, blättern in Kinderbüchern und freuen sich, wenn sie etwas Passendes gefunden haben. Auch Gespräche entwickeln sich hier in der lockeren Atmosphäre schnell. Es hat sich herumgesprochen, der Kinder-Second-Hand-Laden Find.us in der Hemmstraße ist etwas ganz Besonderes. Nicht nur Findorffer trifft man hier. Auch Bewohner anderer Stadtteile gehören mittlerweile zum festen und bunt gemischten Kundenstamm. Der Weg lohnt sich. Seit 2006 bereichert Find.us die Ladenzeile im Herzen Findorffs. Hier gibt es alles, was das Elternherz begehrt: Kinderkleidung jeglicher Art vom Schneeanzug über Kleider bis zu Socken und Schuhen. In den Regalen liegen ebenso Bettwäsche und Decken. Das Sortiment bietet außerdem eine reiche Auswahl an Büchern, Spielzeug, Gesellschaftsspielen und Kuscheltieren. Das Besondere: Alle Sachen hier im Geschäft werden von anderen Eltern gespendet. Die eigenen Kinder sind rausgewachsen, aber die Sachen sind noch gut erhalten und sollen anderen Familien zugutekommen. Die Qualität der gebrauchten Waren ist sehr gut, darauf wird geachtet. Weitergegeben werden die Sachen an jeden, der sie möchte zu einem wirklich günstigen Preis. „Gehandelt wird bei den niedrigen Preisen aber nicht“, lachen die Mitarbeiterinnen. Da gibt es schon mal gut erhaltene Hosen für zwei Euro oder ein Shirt für 50 Cent. Kundin Melanie Ohlendorf, Mutter von zwei kleinen Söhnen, ist begeistert vom Angebot und dem freundlichen Service: „Ich schaue regelmäßig vorbei, wenn ich etwas brauche, und finde es ganz toll hier.“ Sie hat gerade für vier Euro eine Hose, einen Schlafanzug und ein Buch gekauft und legt gerne noch einen Euro als Spende mit drauf. Ja, auch Geld darf natürlich gespendet werden neben nicht mehr benötigten Kindersachen. Christliche Eltern-Initiative als Träger Die Einnahmen sind für einen guten Zweck und der Gewinn fließt zu 100 Prozent in die Projektarbeit zugunsten des Mutter-Kind-Hauses Bethanien, das sich im selben Haus befindet. Die Einrichtung unterstützt professionell dort lebende alleinerziehende Mütter und deren Kinder und verhilft ihnen zu einer eigenständigen Lebensgestaltung. Träger des Hauses, mehrerer Kindergärten und des Ladens mit diesem riesigen Fundus an günstigen Kindersachen für den täglichen Bedarf ist die Christliche Eltern-Initiative. „Ein Verein, der sich seit 30 Jahren für die Belange von 20 FINDORFF Magazin | Januar - Februar 2018

SECOND-HAND-LADEN FIND.US werdenden und alleinerziehenden Müttern und deren Kindern einsetzt“, erzählt Jutta Reiners-Schepke, die sich seit 25 Jahren als Geschäftsführerin der von der Stadt unterstützten Hilfseinrichtung für Familien in Not engagiert. Der Verein bietet außerdem eine Beratungsstelle für Schwangere an und in Schulen sind Mitarbeiter mit einem Präventiv- und Aufklärungsprogramm zu den Themen Verhütung und ungewollte Schwangerschaft unterwegs. Im Hinterhof des Hauses ist der eigene Kindergarten Regenbogen mit großem Außengelände und Spielplatz untergebracht sowie Räume, die eine Hebammengemeinschaft nutzt. Die Zielgruppe für den Second-Hand-Laden ist also nicht weit weg. Vor 11 Jahren ging es los Die Idee von Find.us entstand, nachdem das Ladengeschäft nach Auszug eines langjährigen Juweliergeschäftes leer stand. „Es begann mit einer Initiative von Frauen aus unserem Mutter-Kind-Haus, die in den leeren Räumen kurze Zeit selbst aktiv eine Art Flohmarkt betrieben und so den Grundstein legten. Das lief sehr gut und daraus entstand die Idee, einen Second-Hand-Laden nach dem Prinzip eines Charity Shops zu betreiben“, erinnert sich Jutta Reiners-Schepke. Mit viel Engagement und Unterstützung durch die Stadt Bremen und Sponsoren wie der Sparkasse Bremen, des Lions-Club und der Johanniter-Hilfsgemeinschaft entstand dann vor gut elf Jahren der heutige Laden. „Zum 10-jährigen Bestehen haben die Mitarbeiter der Sparkasse aus Findorff ein zweites Mal die Räume selbst renoviert“, freut sich die Geschäftsführerin. Ohne ehrenamtliches Engagement geht es nicht Betreut wird der Laden von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, einem Team von etwa 20 Frauen. Zwei davon sind Beke Heide Sigge und Ingrid Friedrich. Beide lieben die Arbeit hier und sehen es als sehr sinnvolle Tätigkeit an. „Es macht großen Spaß, wir haben Kontakt mit jungen Menschen und es ist schön, den Kreislauf der Ware zu sehen, dass so viel wiederverwertet wird und nicht alles neu gekauft werden muss“, so Beke Heide Sigge. „Für Findorff ist dieser Laden ein Segen“, findet Ingrid Friedrich, die hier seit drei Jahren ehrenamtlich aktiv ist. Beide erwähnen das gute Arbeitsklima im Team und die große Selbstständigkeit der Arbeit, so müssen sie beispielsweise die Preise selbst einschätzen, die Kasse führen und abrechnen und die Warenannahme beurteilen. Alle Ehrenamtlichen verstehen sich gut. Die Leiterin Jutta Reiners-Schepke freut sich darüber und fördert es mit gemeinsamen Ausflügen wie in die Kunsthalle mit anschließenden Essen. „Wir haben eine tolle Truppe von engagierten Frauen, die wirklich etwas tun.“ Übrigens kann Find.us noch Verstärkung im ehrenamtlichen Team gebrauchen. Bei Interesse einfach im Laden melden. Auch die 15 Frauen aus dem Mutter-Kind-Haus können hier einkaufen und werden auf Wunsch eingebunden, auch im Rahmen eines Ohne sie ginge nichts: Die ehrenamtlich Engagierten Beke Heide Sigge und Ingrid Friedrich Praktikums, um einen Berufseinstieg zu erleichtern. Sie sortieren zum Beispiel die abgegebene Kleidung, arbeiten im Lager mit oder machen die Schaufenstergestaltung. Ihre Kinder werden in der Zeit betreut. „Es ist wichtig, dass gepflegte und gewaschene Sachen abgegeben werden. Es ist schön, dass fast alles brauchbar ist, was wir bekommen. Es muss nur wenig entsorgt werden“, berichtet Beke Heide Sigge, die bereits seit sechs Jahren dabei ist. Nicht angenommen können sperrige Sachen wie Kinderwagen, Fahrradsitze, Autositze, Helme und aus hygienischen Gründen keine Töpfchen, Toilettensitze, Milchpumpen, Babyflaschen oder Flaschenwärmer. Die Öffnungszeiten von Find.us in der Hemmstraße 152: Montag: 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr Dienstag, Donnerstag und Freitag: 10 bis 13 Uhr Mittwoch: 15 bis 18 Uhr An jedem ersten Samstag im Monat: 10 bis 13 Uhr TAPEZIER- & MALERARBEITEN LACKIERARBEITEN FASSADENANSTRICH & SANIERUNG RAUMGESTALTUNG KOMPLETTLÖSUNGEN HELMER 28 B | 28359 BREMEN | TEL. (0421) 23 54 36 | WWW.MALERMEISTER-HADLICH.DE FINDORFF Magazin | Januar - Februar 2018 21