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Weintrauben von Pilzbefall verschont - Univerre

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Date: 29.07.2010<br />

Höfner Volksblatt<br />

8832 Wollerau<br />

044/ 787 03 03<br />

www.hoefner.ch<br />

Genre de média: Médias imprimés<br />

Type de média: Presse journ./hebd.<br />

Tirage: 5'087<br />

Parution: 5x/semaine<br />

0<br />

<strong>Weintrauben</strong> <strong>von</strong> <strong>Pilzbefall</strong> <strong>verschont</strong><br />

le711. MIMII1/ a-<br />

Winzer Remo Pirovino vom Weingut Clerc Bamert zeigt im Klostergarten Uznach<br />

die Trauben im entlaubten Teil der Rebstöcke. Kleines Bild: Der weiss-bräunliche<br />

Belag des falschen Mehltaus ist auf dem grünen Blatt gut zu sehen. BrIder rol<br />

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Tél. 044 388 82 00, Fax 044 388 82 01<br />

www.argus.ch<br />

N° de thème: 721.50<br />

N° d'abonnement: 1077879<br />

Page: 9<br />

Surface: 48'174 mm²<br />

Réf. Argus: 39542259<br />

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Date: 29.07.2010<br />

Höfner Volksblatt<br />

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Im Bündnerland grassiert der<br />

Mehltau, die Winzer befürchten<br />

happige Ertragsausfälle. Im<br />

Linthgebiet haben Weinbauern<br />

keinen Grund zu jammern: Der<br />

Mehltau-Befall ist minim, die<br />

Winzer leiden weitaus mehr an<br />

Sonnenbrand als die Trauben.<br />

Von Roland Lieberherr<br />

Uznach. Entlauben, spritzen, schneiden:<br />

Die Weinbauern im Linthgebiet<br />

kommen derzeit arg ins Schwitzen.<br />

Allerdings nicht in dem Ausmass wie<br />

viele ihrer Bündner Berufskollegen:<br />

Vor allem im oberen Rheintal und in<br />

der Bündner Herrschaft hat die Rebenkrankheit<br />

Mehltau mehrere Weinberge<br />

heimgesucht. Der Befall ist so<br />

heftig wie selten zuvor: «Einzelne<br />

Winzer in der Herrschaft befürchten<br />

Ertragsausfälle <strong>von</strong> über 75 Prozent<br />

das ist sehr happig», sagt der Önologe<br />

Albert Nüesch, der nebst anderen<br />

auch das Weingut Höcklistein in Jona<br />

betreibt. Warum sich die Pilzkrankheit,<br />

die Blätter und Weinbeeren angreifen<br />

kann (siehe Kasten), heuer so<br />

stark ausbreitet, ist für den Bündner<br />

Rebbaukommissär Hans Jüstrich noch<br />

nicht klar. Er vermutet, dass die nasskalte<br />

Witterung im Mai mitverantwortlich<br />

ist. Derzeit werden die<br />

Mehltau-Proben in Labors untersucht.<br />

Optimaler Wachstumsverlauf<br />

Im Gegensatz dazu haben die Winzer<br />

im Linthgebiet die Pilzkrankheit im<br />

Griff: «Der Infektionsdruck ist gross,<br />

aber wir konnten die Rebstöcke im<br />

Klostergarten Uznach optimal be-<br />

spritzen. Wir hatten keinen Befall, nur<br />

vereinzelte Blätter sind betroffen»,<br />

bestätigt Weinbauer Remo Pirovino.<br />

Gespritzt wird, wie vielerorts üblich,<br />

nach integrierter Produktion: «Halbökologisch,<br />

mit geringstem Chemikalienanteil»,<br />

erläutert der Winzer vom<br />

NuolerWeingut Clerc Bamert, das die<br />

Weingärten beim Kloster bewirtschaftet.<br />

«Bis jetzt ist der Vegetati-<br />

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onsverlauf hervorragend. DieTrauben<br />

hatten bezüglich Temperatur und Nie- Was ist Mehltau?<br />

derschläge überhaupt keinen Stress.<br />

Und es braucht auch Glück: Die Blüte<br />

begann, als die Regenzeit aufhörte»,<br />

so Pirovino. Daher wurde nur ein kleiner<br />

Teil der Trauben verrieselt. Das<br />

heisst, die meisten Blüten wurden bestäubt<br />

und es wachsen dichte Traubenbündel.<br />

Momentan herrscht in den regionalen<br />

Weingärten emsiges Treiben. Damit<br />

die süssen Früchte optimal Sonne<br />

tanken und reifen können, werden<br />

die Rebstöcke entlaubt. Beim unteren<br />

Teil, der Traubenzone, werden die<br />

meisten Blätter entfernt. «So können<br />

sich die Weinbeeren langsam an die<br />

Hitze gewöhnen. Analog zum Menschen<br />

der sollte Anfang Sommer<br />

auch nicht käseweiss stundenlang<br />

dem Sonnenbad frönen», erklärt ValentinVioletti,<br />

der inWeesen und Niederurnen<br />

Weinbau betreibt. Die anhaltende<br />

Hitze kann nämlich auch<br />

den Trauben zusetzen. Klassischer<br />

Sonnenbrand an Weinbeeren zeigt<br />

sich in Form eines runden Flecks mit<br />

verbrannter Haut. Im Extremfall<br />

reisst die Beerenhaut und die Frucht<br />

trocknet ein. «Bis anhin war das noch<br />

kein Problem, aber nach dem Auslauben<br />

muss man damit rechnen. Vorab<br />

wenn die Traubenzone zu früh oder<br />

zu stark entlaubt wurde», ergänzt Albert<br />

Nüesch, Betreiber des Weinguts<br />

im Joner Höcklistein mit insgesamt<br />

zehn Hektaren Anbaufläche.<br />

Eher späte Lese prognostiziert<br />

Die Vorzeichen für einen guten Weinjahrgang<br />

im Linthgebiet stehen also<br />

nicht schlecht, entscheidend für die<br />

Qualität sind jedoch vor allem die klimatischen<br />

Bedingungen im September<br />

und Oktober. «Ein goldener Spätherbst<br />

ist der Wunsch jedes Winzers.<br />

Derzeit sieht es nach einer späteren<br />

Lese aus, aber das kann sich noch<br />

rasch ändern», blickt Remo Pirovino<br />

voraus.<br />

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Mehltau ist eine Sammelbezeichnung<br />

für verschiedene Pilzkrankheiten,<br />

die Pflanzen befallen. In der<br />

Regel tritt Mehltau als weisser Belag<br />

auf Blattoberflächen auf. Allerdings<br />

wird zwischen echten und falschen<br />

Mehltauarten unterschieden.<br />

Zum Weinbau: Der falsche Mehltau<br />

befällt alle grünen Teile der Weinreben,<br />

besonders die jungen Blätter.<br />

Bei starkem Befall stirbt das Laub<br />

ab. Dadurch verringert sich die Versorgung<br />

der Weinbeeren, Was die<br />

Fruchtreife verzögert und den Gehalt<br />

an Fruchtzucker herabsetzt.<br />

Der echte Mehltau gehört zu den<br />

gefährlichsten Rebkrankheiten. Der<br />

Pilz ist wirtsspezifisch, kann nur auf<br />

der Rebe leben. Der Befall zeigt sich<br />

erst meist an den Blättern. Es<br />

kommt zu einem weissen Belag, die<br />

Blätter werden brüchig. Betroffene<br />

Beeren bleiben hart und vertrocknen.<br />

Aufgrund des Traubenbefalls<br />

kann es bis zum Totalausfall der<br />

Ernte kommen. Die Bekämpfung<br />

<strong>von</strong> echtem und falschem Mehltau<br />

unterscheidet sich wesentlich: Es<br />

werden Fungizide verschiedener<br />

chemischer Struktur eingesetzt. (rol)<br />

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