FINDORFF GLEICH NEBENAN Nr. 5

FINDORFF.GLEICH.NEBENAN

FINDORFF GLEICH NEBENAN ist das Magazin für Handel, Dienstleistung, Kultur & Politik im Stadtteil. Jetzt online lesen!

Im Frühjahr 2018 | Ausgabe 05 | Kostenlos, aber nicht umsonst

GLEICH NEBENAN Handel, Dienstleistung, Kultur & Politik im Stadtteil

®

FRISCHE IDEEN

HANS PETER SCHNEIDER

» Warum sollte das

nicht funktionieren ? «

Über Handel und Wandel

auf dem Findorffmarkt

DR. SASCHA OTTO Geldanlagen & Megatrends 2018 SABINA SCHOEFER Freiraum

in Plantage 13 MICHAEL ERNST Multitalent breit aufgestellt FIT INS FRÜHJAHR Ab

ins Studio ISA FISCHER »Stadt Land Fluss« TOM GROTE Gelbe Säcke gehen online


Text & Gestaltung: Rätsch Communications, www.raetsch.de, Foto: »Two giraffe isolated on white background« © Texturis, www.shutterstock.com

Wir ziehen weiter. Suchen wg. Hausverkauf

erfahrene Maklerin mit Überblick !

Sie möchten ein Einfamilienhaus, ein Mehrfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung

kaufen oder mieten ? Wir haben zahlreiche Interessenten und beraten

Sie gern. Sie möchten eine Immobilie verkaufen und wissen nicht, was Haus,

Eigentumswohnung oder Grundstück aktuell wert ist ? Sabine Huff unterstützt

Sie auch in Findorff – kostenlose Immobilienbewertung inklusive. Wir bieten

Ihnen persönliche Beratung und Betreuung von Anfang an – sowie umfassende

Leistungen, um Objekte zielgerichtet zu vermitteln.

Rufen Sie uns einfach an: Telefon 04221/4 29 51. Alle Infos unter www.wolff-immobilien-del.de

WOLFF

IMMOBILIEN

www.wolff-immobilien-del.de

Das Leben ist eine Baustelle.

A

us eigener Initiative klopft

bei uns keiner an !«,

verrät uns Messe-Chef

Hans Peter Schneider

im ersten Interview in

dieser Ausgabe – und

meint damit, dass Menschen

offensiv erreicht

und begeistert werden wollen,

um sie für gute Angebote zu gewinnen – egal, ob

man eine Messe wie »Fisch & Feines« macht oder ob es um die

Vermarktung von Leerständen auf dem Findorffmarkt geht. Der

gilt seit jeher im Stadtteil als echtes Erfolgsmodell, wie man auswärtige

KundInnen gewinnen kann. Aber ist das heute immer

noch so ? Wir haben nachgefragt. In einem meinungsfreudigen

Gespräch entwickelt Hans Peter Schneider, der auch für die

Bremer Wochenmärkte zuständig ist, frische Ideen, wie man

die Märkte in Bremen auch in Zukunft erfolgreich macht.

Fazit ? Nicht nur das Leben ist eine Baustelle. Auch Marketing

ist ein ständiger Prozess – und noch ein tolles Zitat von Hans

Peter Schneider: »Aggressives Warten bringt‘s nicht !« Eben.

Genau deshalb haben wir FINDORFF GLEICH NEBENAN

Anfang des letzten Jahres ins Leben gerufen. Die Sichtweisen

des Bremer Messe-Chefs haben uns sehr bestätigt, einfach

heiter weiter zu machen – und verstärkt bisher noch zögerliche

04 l HANS PETER SCHNEIDER

Der Messe- & ÖVB-Arena Chef mit

frischen Ideen für den Findorffmarkt

11 l DER GUTE TIPP

Systematisch Energiekosten senken

12 l DR. SASCHA OTTO

Der Börsenexperte über gute Geldanlagen

14 l SABINA SCHOEFER

Die Direktorin der VHS über »Heimat«

und Ukulelenspiel im neuen Kursangebot

17 l NACHSCHLAG

Sander Center: Einkaufsbummel mit Tradition

18 l MICHAEL ERNST

Der Findorffer Schauspieler, Musicaldarsteller

und Sänger über seinen Weg im Showgeschäft

Hans Peter Schneider über Messe Bremen & ÖVB-Arena und

Großmarkt: »Es ist das große Rad, welches wir drehen wollen.«

GLEICH NEBENAN

q AUS FINDORFF. FÜR FINDORFF.

AnzeigenkundInnen anzusprechen, damit wir als werbefinanziertes

Magazin auch 2018 die Themen aufgreifen

können, die im Stadtteil wirklich interessieren.

Kreative Selbstvermarktung der ganz anderen Art

betreibt Schauspieler, Musiker und Synchronsprecher

Michael Ernst. Das kreative Findorffer Multitalent ist

in jungen Jahren nach Hamburg aufgebrochen, um sich

und der Welt zu beweisen, dass darstellende Kunst nicht

zugleich brotlose Kunst sein muss. Voller Energie und mit viel

Lebensfreude verwirklicht er seinen persönlichen Traum. Wie

das abseits von Casting-Shows und den Klischees vom schnellen

Ruhm geht, erzählt er uns auf einen Kaffee in der »Lilie«.

Sich immer wieder weiterentwickeln: Dieser Herausforderung

stellt sich auch die Bremer Volkshochschule. Für die Direktorin

Dr. Sabina Schoefer und ihr Team gilt es neue Trends und Entwicklungen

in der Weiterbildung frühzeitig zu erkennen, stadtteilbezogen

umzusetzen und ganz unterschiedliche Menschen

für die angebotenen Kurse zu gewinnen. »Für diese Aufgabe

ist die Bremer Volkshochschule richtig gut aufgestellt.« sagt sie.

Die VHS ist in Bremen überall vertreten und hat jüngst auch in

Findorff in der Plantage 13 einen kreativen Freiraum geschaffen

– als Raum zum Denken und Machen. Bleiben wir neugierig !

Wir freuen uns auf viele Meinungen zu dieser Ausgabe – und

über digitale Leserbriefe auf www.findorff.info/leserbriefe

20 l SCHAUFENSTER

Shopping und Dienstleistungen im Stadtteil

22 l ZWISCHENRUF

Sanierungstau in der Oberschule Findorff

25 l FIT INS FRÜHJAHR

Gute Vorsätze ? Ab ins Studio!

28 l DORFFKLATSCH

Wer, wie, was, wieso, weshalb ...

30 l JA ODER NEIN ?

Lohnen verkaufsoffene Sonntage ?

32 l FINDORFF GEHT AUS

Isa Fischer: »Stadt Land Fluss«

34 l TOM GROTE GUCKT

Die Findorff Kolumne

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 03


PROFILE

q MIT HANS PETER SCHNEIDER ÜBER DEN FINDORFFMARKT

» Wer kauft am Dienstag und Donnerstag ein ? «

HANS PETER SCHNEIDER

MARKTHANDLER

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 04

H

err Schneider, Sie sind seit vielen Jahren der

Chef der Messe- & ÖVB-Arena in Bremen

und seit Januar 2018 auch der alleinige Geschäftsführer

der Bremer Großmarkt GmbH,

die für die Wochenmärkte und damit auch

für den Findorffmarkt zuständig ist. Welche

Effekte soll die Zusammenlegung von Messe

und Großmarkt unter einem Dach bringen ?

Die neue Gesellschaft führt die Messe Bremen & ÖVB-Arena

und den Großmarkt zusammen. Gemeinsam unter einem neuen

Dach sind jetzt das Frischezentrum Überseestadt, 39 Bremer

Frischemärkte, darunter auch der Findorffmarkt, der Bremer

Ratskeller und natürlich die ÖVB-Arena, Bremen Kongress

und Messe Bremen. Der Gesellschafter möchte Synergien

erzeugen, indem er die zwei Gesellschaften zusammenbringt.

Die Bremer Großmarkt GmbH macht ja nicht nur die Bremer

Frischemärkte, sondern auch Spezialmärkte wie jedes Frühjahr

den »Lenzmarkt« in der Überseestadt oder das Stadtfest in

Buchholz. Als Messe Bremen machen wir von der »jazzahead!«

über die »DRAUSSEN« als Messe für Rad- und Freizeitsport

bis zu medizinischen Kongressen eigentlich alles. Wir glauben,

dass man in einer größeren Einheit zukünftig Spezialveranstaltungen

besser neu kreieren kann – eventuell in der Bremer

Innenstadt oder auf dem Gelände des Großmarktes. Wir haben

seit jeher eine hohe Kompetenz im Bereich Lebensmittel. Wir

machen zum Beispiel die »Fisch & Feines«, »Fish international«

und »GASTRO IVENT«. Ich wäre froh, wenn ich noch mehr

MieterInnen im Großmarkt als AusstellerInnen hätte und der

Großmarkt wäre sehr froh, wenn er alle FachbesucherInnen aus

der Gastronomie, die unsere Messen bereits besuchen, auch auf

dem Großmarkt begrüßen dürfte. Es ist das große Rad, welches

wir drehen wollen.

Sind Einspareffekte wie Personalabbau geplant ?

Es wird keinen Personalabbau geben. Der Gesellschafter hat

gegenüber der Belegschaft eindeutig bekundet, dass es keinerlei

betriebsbedingte Kündigungen geben wird. Die braucht es aus

meiner Sicht auch nicht. Wir verdienen unser Geld selbst am

Markt über unsere BesucherInnen, AusstellerInnen oder VeranstalterInnen,

die uns ganze Hallen abmieten. Wir werden

über zusätzliches Geschäft durch mehr Veranstaltungen und

damit mit mehr BesucherInnen auch mehr Umsatz machen.

Mit bis zu 100 HändlerInnen gilt der Findorffmarkt als ein

»Erfolgsmodell«, wie man KundInnen auch außerhalb des

Stadtteils erreicht. Das gelingt gut am Samstag, an dem es

zumeist rappelvoll ist. Am Dienstag und Donnerstag gibt es

allerdings oft große Lücken. Die Marktsprecherin Marie Pigors

sagt, der Großmarkt Bremen, der den Etat verwaltet, reagiere

bisher zu langsam. Es fehle an Modernität und die Potenziale

des Marktes würden nicht ausgeschöpft werden. Hat sie recht ?

Es ist mir zu einfach, nur eine Person verantwortlich zu machen.

Das hat ja auch nicht funktioniert. Ich sehe, dass sich der

Findorffmarkt verändert. Ich höre von Freunden, dass sie gern

am Samstag kommen würden, aber keinen Parkplatz finden. Am

Samstag funktioniert der Markt sehr gut, aber für jemanden aus

Schwachhausen oder Bremen-Nord, der mit dem Auto kommt,

gibt es keinen Parkplatz. Wir haben einen riesigen Parkplatz

vor den Messehallen. Hier könnten wir einen Shuttle-Service

zum Wochenmarkt einrichten, welcher die BesucherInnen auf

den Findorffmarkt bringt . Die rückläufigen Besucherzahlen am

Dienstag und Donnerstag sind ein Problem. Aber wer kauft am

Dienstag und Donnerstag ein ? Das sind die jungen Alten und

die direkten AnwohnerInnen. Was macht denn einen Wochenmarkt

wie den bei uns in Findorff aus ? Einen Markt macht aus,

dass wir frische, gesunde und bekömmliche Produkte haben.

Der Findorffmarkt ist den Supermärkten in Hinblick auf

Kriterien wie Vielfalt und Frische überlegen.

Vom Großmarkt initiierte Marketingmaßnahmen für den

Findorffmarkt waren bisher Aktionen wie Korbflechten oder

Gewinnspiele an der Drehscheibe. Es wurden Anzeigen geschaltet,

Jutebeutel verschenkt und Trikots gesponsert. Kann

ein wenig einfallsreiches Marketing wie in den Siebziger Jahren

weiterhin die Antwort auf eine rückläufige Kundschaft sein ?

Findorff ist glücklicherweise nicht überaltert. Wir haben erfreuliche

Zuzüge von jungen Leuten im Stadtteil. Wir müssen uns

verstärkt um diese Zielgruppe bemühen. Das sind zum Beispiel

junge Familien mit Kindern. Junge Eltern legen großen Wert auf

gute Ernährung. Warum machen wir mit Kindergärten nicht

Führungen über den Markt, wie wir das auf der Messe auch für

die »Fisch & Feines« machen ? Ein Vierjähriger wird zwar nicht

in zwei Jahren die Gänsekeule auf dem Markt kaufen, aber ich

glaube, die Kindergärten und Schulen im Stadtteil würden das

Thema »Gesunde Ernährung« gern aufnehmen. Wir müssen

über die Findorffer Medien die Kinder und als EntscheiderInnen

junge Eltern wieder an den Markt heranführen. Die Kinder

von heute sind die KundInnen von morgen. Für den Findorffmarkt

geben wir uns am Samstag eine wahnsinnige Mühe. Da

kommt der Starkoch angereist und »Mister Swing« singt. Warum

machen wir das am Samstag, wenn es sowieso schon voll

ist ? Das ist für mich eine Vergeudung von Ressourcen. Warum

machen wir nicht ähnliche oder andere Aktionen am Dienstag

und Donnerstag ?

Bei jungen Paaren und Familien arbeiten heute oftmals Mann

und Frau, beide nicht selten ganztägig. Das hat Auswirkungen

auf das Einkaufsverhalten. Dazu ein Zitat aus der Wirtschaftswoche:

»Ähnlich wie bei der Werbung für einzelne Produkte

müssen nun auch Märkte und Händler zielgruppenspezifisch

werben und die Konsumenten da abholen, wo sie stehen. Wo

sich also vorher Autobauer überlegt haben, wie sie das neue u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 05


▼ HANS PETER SCHNEIDER IM INTERVIEW

»Veränderung muss geübt und vermittelt werden.«

Kompetenz,

Modell bewerben, damit es Begehrlichkeiten weckt und gekauft

wird, muss der Discounter im Gewerbegebiet nun eine Strategie

finden, wie er die jungen Arbeitnehmer mit 50 Stunden-Woche

oder die berufstätige junge Mutter ins Geschäft lockt.« Dieses

Zitat bezieht sich übrigens auf die Media-Märkte, die ja eigentlich

sehr gut wissen, wie Werbung geht. Wie kann es gelingen,

verstärkt auch junge Zielgruppen anzusprechen ?

Wenn man den Kampf um neue Zielgruppen nicht aufnimmt,

wird man den Kampf nicht gewinnen. Ich wundere mich,

wenn ich morgens zu »EDEKA«, »REWE« oder in die Bremer

Innenstadt gehe: Es gibt auch an einem Dienstag um 10:00 Uhr

tatsächlich Menschen, die dort einkaufen ! Niemand kann mir

also ernsthaft erzählen, dass um diese Zeit die ganze Bevölkerung

arbeitet. Das ist faktisch nicht der Fall. Wenn es so wäre,

könnten wir ja überall erst um 14:00 Uhr aufmachen. Gehen

Sie auf unsere Messen wie die »HanseLife«, die insgesamt neun

Tage läuft: Unsere Besucherzahlen sind am Vormittag keineswegs

auf Null. Wir haben auch am Dienstag um 10:00 Uhr oder

11:00 Uhr sehr viele Gäste – zugegeben weniger als am Samstag,

aber die Menschen sind da. Diese Menschen erreichen wir mit

interessanten Themen und durch gezieltes Marketing. Fazit:

Am Samstag können wir uns auf einen Wartemarkt stellen und

können sicher sein, dass alle hingehen und kommen. Abwarten

ohne zu agieren geht am Dienstag und Donnerstag nicht. An

diesen Wochentagen müssen wir etwas tun.

Der Findorffmarkt hat seit jeher wochentags von 8:00 Uhr bis

13:00 Uhr und am Samstag von 8:00 Uhr bis 14:00 Uhr geöffnet.

Sind flexiblere Öffnungszeiten ein guter Ansatz für mehr

Kundschaft ?

Ich möchte zunächst etwas über die Öffnungszeiten am Samstag

sagen. Am Samstag hat der Findorffmarkt bis 14:00 Uhr

offiziell geöffnet. Aber das steht nur auf dem Papier. Gehen

Sie mal um 13:00 Uhr auf den Markt, um einzukaufen. Ich

persönlich kann den Markt erst sehr spät besuchen. Wenn ich

um 13:00 Uhr da bin, herrschen Unruhe und Hektik. Zu dieser

Zeit wird von einigen HändlerInnen schon zusammengepackt.

Als Marktbesucher sage ich dazu ganz klar: Das geht nicht.

Entweder ist es 14:00 Uhr und dann geht der Markt auch bis

14:00 Uhr oder wir enden offiziell um 13:00 Uhr. Andererseits

beginnen wir morgens absurd früh. Müssen wir um sechs Uhr

wirklich schon anfangen ? Wer geht so früh schon auf den

Markt ? Wir sollten die Öffnungszeiten tatsächlich diskutieren.

Vielleicht müssen wir die Marktzeiten schieben. Aber das kann

auch kein Marktmeister allein entscheiden. Es ist empfehlenswert,

sich Rat von außen hinzuzuholen. Dazu sollten wir

Gespräche mit ExpertInnen führen, die Erfahrung haben. Auch

eine Veränderung wie neue Marktzeiten muss geübt und vermittelt

werden. Ich gebe zu bedenken: Wenn für die verschiedenen

Märkte die Öffnungszeiten unterschiedlich sind, ist es auch

für die KonsumentInnen sehr schwer. Die sind dann schnell

irritiert. Alle Märkte sollten die gleichen Öffnungszeiten haben.

Gibt es bei den Marktleuten, deren Job ja nicht ohne ist, zu

Veränderungen eigentlich eher ein Beharrungsvermögen oder

steigt die Einsicht, auch einmal etwas Neues zu wagen ? Ein

interessantes Beispiel ist der »Nachtmarkt« auf dem Hamburger

»Isemarkt«, der zu kundenfreundlichen Einkaufszeiten von

16:00 Uhr bis 22:00 Uhr als »After-Work«-Treffpunkt im Herzen

der Reeperbahn auf dem Spielbudenplatz stattfindet. Oder

überfordern solche Ideen Findorff und Bremen ?

Ideen sind immer dann gut, wenn man am Ende die Kraft hat,

die Ideen auch in die Tat umzusetzen. Die Frage, ob ein Nachtmarkt

sinnvoll ist, sollte man ebenfalls zunächst mit den HändlerInnen

besprechen. Wir sollten nicht den Fehler machen, zu

glauben, dass alles, was auf dem »Isemarkt« funktioniert, auch

auf dem Findorffmarkt funktioniert. Aber wir müssen gemeinsam

über neue Möglichkeiten nachdenken und erstmal hören,

welche Ideen es gibt, damit die Marktleute in Bremen neben

den bestehenden KundInnen auch neue KundInnen mitnehmen

können. Wir tun ja manchmal so, als sei der Markt wie

ein Regal im Supermarkt. Aber das ist nicht so. Wer auf dem

Findorffmarkt einkauft, der kennt seine sechs bis sieben HändlerInnen

mit den jeweiligen Vornamen. Deshalb ist es eigentlich

ganz einfach, persönlich bei den KundInnen nachzufragen, was

sie von »ihrem« Markt zukünftig erwarten. Wir müssen viele

Dinge überlegen. Ich will die Aufgabe mit der Aufgabe eines

Musikproduzenten vergleichen: Der hat ein Mischpult vor sich.

Das hat 200 Regler und Knöpfe. Es gibt aber nicht nur die zwei

Regler, an denen man drehen muss, um den perfekten Sound

und die richtige Lautstärke einzustellen.

Viele KundInnen kaufen in den zahlreichen Supermärkten, die

es im Stadtteil gibt. Die sind günstig und im Angebot gut aufgestellt.

Allein »REWE« ist mittlerweile mit drei Filialen an der

Hemmstraße vertreten. Der Handelskonzern hat als Marke den

Claim »REWE. Dein Markt.«. Diese Positionierung ist meiner

Ansicht nach sehr clever, weil damit von einer Supermarktkette

ein Image besetzt wird, das eigentlich den Märkten als Ursprung

allen Handels gut zu Gesicht stehen würde ...

Es gibt sehr oft das Argument: »Man kann eigentlich nichts

machen.« Es gibt sehr oft das Argument: »Die Supermärkte sind

derart gut geworden, dass wir als Wochenmarkt keine Chance

mehr haben.« Das halte ich für totalen Unsinn. Natürlich haben

sich die Supermärkte verändert. Die Qualität dieser Anbieter ist

heute viel besser als noch vor zwanzig Jahren. Darauf müssen

auch die Wochenmärkte mit frischen Ideen reagieren.

Angesichts dieser starken Konkurrenz ist aus meiner Sicht bisher

viel zu wenig passiert. Warum ist eine zeitgemäße Positionierung

für die Zukunft der Bremer Märkte erforderlich ? u

die bleibt.

Seit 1825 sind wir als Sparkasse Bremen fest in unserer Stadt verankert –

und das bleiben wir auch. Mit echter Wertpapierkompetenz und großem

Expertenwissen, direkt vor Ihrer Haustür. Für Ihre optimalen Anlagelösungen.

www.sparkasse-bremen.de/wertpapiere

Stark. Fair. Hanseatisch.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 06


▼ HANS PETER SCHNEIDER IM INTERVIEW

» Eine fatalistische Einstellung ist Quatsch ! «

Seit Jahren diskutieren Pessimisten in der Messewelt: Die

Menschen müssen im Internetzeitalter nicht mehr auf die

Messen gehen, es gibt immer mehr Angebote im Internet und

man kann sich Ersatzteile oder Rennräder auch online im Netz

bestellen. Eine fatalistische Einstellung ist Quatsch ! Selbstverständlich

haben auch wir als Messe auf die Konkurrenz in

den virtuellen Märkten reagiert: Wir haben uns neu primär als

Treffpunkt positioniert. Weil die anderen Lebensmittelanbieter

besser geworden sind, müssen sich auch die Wochenmärkte neu

positionieren. Sich weiterentwickeln und zeitgemäß ausrichten:

Das machen Werbeagenturen, das machen Brauereien – das machen

alle Branchen. Es gibt kein Gewerbe, das einfach ist und

statisch verharren kann. Der Findorffmarkt ist ein sehr gutes

Produkt. Aber wir wissen auch: Die meisten Fehler macht man,

wenn es einem gut geht. Wir müssen jetzt und heute darüber

nachdenken, wie wir unser Terrain verteidigen und neues Terrain

dazugewinnen. Wir sollten im Bereich der sozialen Medien

aktiver werden. Über Kanäle wie »facebook« kann man Rezepttipps

oder tolle Bilder von frischen Angeboten kommunizieren.

Es geht nicht nur darum, die vorhandenen KundInnen zu

behalten. Es geht darum, neue Zielgruppen zu gewinnen. Und

wo gibt es schönere Bildmotive als auf den Frischemärkten ?

KORZUS PIEWACK HORSTKÖTTER PARTNER

RECHTSANWÄLTE UND NOTARE

n Zivilrecht

n Vertragsrecht

n Erbrecht

n Familienrecht

n Verkehrsrecht

n Strafrecht

Büro Findorff und Notariat

Hemmstraße 165, 28215 Bremen

Telefon 0421 - 37 77 90,

Telefax 0421 - 376 00 86

E-Mail: rae@korzus-partner.de

www.korzus-partner.de

n Versicherungsrecht

n Gesellschaftsrecht

n Arbeitsrecht

n Wehr- u. Soldatenrecht

n Patientenverfügung

n Vorsorgevollmacht

und

n Öffentl. Dienstrecht

n Gleichstellungsrecht

und Antidiskriminierungsrecht

n Architektur- und

Baurecht

Büro Überseestadt

Konsul-Smidt-Str. 8u, 28217 Bremen

Telefon 0421 - 380 13 21

Telefax 0421 - 380 13 22

E-Mail: kanzlei@rain-horstkoetter.de

www.rain-horstkoetter.de

Der Findorffmarkt ist gleichzeitig auch ein Ort, an dem die

Menschen zusammenkommen. Man trifft und unterhält sich

oder tauscht Neuigkeiten aus. Einkaufen in netter, entspannter

Atmosphäre von unverpackten, ökologischen und hochwertigen

Produkten: Reicht das, damit der Markt attraktiv bleibt ?

Ich stimme Ihnen zu. Ich gehe nicht nur auf den Markt um

einzukaufen, sondern der Markt ist für die BesucherInnen auch

ein sozialer Treffpunkt. Ich habe mir in letzter Zeit gezielt viele

Märkte in Bremen und Bremerhaven angeschaut und ich muss

sagen: Die Aufenthaltsqualität auf dem Markt in Bremerhaven

mit den vielen netten Cafés und Restaurants ist weitaus besser,

als die auf dem Findorffmarkt. Wir brauchen – neben dem von

uns geliebten »Espressomobil« – auch auf dem Findorffmarkt

weitere Orte, an denen man sich hinsetzen und verweilen kann.

Die MarktbeschickerInnen haben auch ein Nachwuchsproblem.

Jüngere Generationen sind schwer zu gewinnen. Sie möchten

sich den »Knochenjob«, bei dem der Arbeitstag tief in der

Nacht anfängt, nicht mehr antun. Gleichzeitig hören viele ältere

Marktleute in den nächsten Jahren auf. Wo werden Sie bei

diesem Problem ansetzen ?

Auch da ist wieder das »Mischpult« für ein Zusammenspiel mit

den verschiedenen Reglern wichtig. Wenn wir die Märkte attraktiver

machen, klappt es auch mit dem Nachwuchs. Wir haben in

Borgfeld einen sehr guten, kleinen Markt. Die überschaubare

Größe mit einem abgestimmten Angebot ist dort ideal. Alle

HändlerInnen kommen hinsichtlich der Einnahmen auf ihren

Schnitt. Wenn auf diesem Markt einer der Händler in Rente

geht, kommt sofort der Nächste. Erste Aussage: Ob man Nachwuchs

gewinnt, hängt ganz entscheidend davon ab, wieviel

Umsatz man auf dem Markt machen kann. Zweite Aussage:

Der Findorffmarkt war in der Vergangenheit ein Wartemarkt.

HändlerInnen mussten warten, um auf die Liste zu kommen.

Der Marktmeister hat dann entschieden, wer dabei ist. Das hat

sich mittlerweile geändert und ist heute nicht mehr so. Wir müssen

uns auch neue Gedanken über die Vermarktung der Standplätze

machen. Das war und ist bei der Messe übrigens nicht

anders. Wenn wir eine Messe wie die »Fisch & Feines« machen,

müssen wir von uns aus aktiv werden, um AusstellerInnen zu

gewinnen, damit sie bei uns mitmachen. Aus eigener Initiative

klopft bei uns keiner an. Dritte Aussage: Wir können zukünftig

keine Leerstände auf dem Findorffmarkt mehr zulassen. Wir

müssen jeden Quadratmeter mit Ständen besetzen. Wir müssen

also auch abwerben – und ganz ehrlich: Findorff ist mir näher

als Verden. Wenn wir Märkte in Borgfeld, Münster oder der

Bretagne betrachten, zeigt sich deutlich: Erfolg ist möglich.

Mir sind die geführten Diskussionen oft zu fatalistisch; mit

wenig hilfreichen Aussagen wie: »Wir können doch nichts

machen !«, »Unsere Kundschaft stirbt aus !« oder »Die Supermärkte

werden immer besser !« u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 08


▼ HANS PETER SCHNEIDER IM INTERVIEW

» Wir müssen anfangen, die Weichen richtig zu stellen.«

EINSPARPOTENTIALEN AUF DER SPUR q

» Energiekosten senken – mit der Heizungsvisite. «

An den Tagen außerhalb der Marktzeiten liegt der zentrale

Marktplatz in Findorff quasi brach. Könnten die vorhandenen

Flächen zwischendurch nicht kreativer genutzt werden – und

dadurch viel mehr sein, als nur als ein langweiliger Parkplatz ?

Ja und nein. Wenn Sie sich zum Beispiel den Sedansplatz in

Vegesack anschauen, ist der Markt Endpunkt einer Einkaufspassage.

Wenn Sie sich den Konrad-Adenauerplatz in Bremerhaven

anschauen, liegt der mittendrin. Der Findorffmarkt ist zwar nur

einen Steinwurf vom »Jan-Reiners-Center« entfernt, aber er hat

in seiner Umgebung keinen urbanen Charakter, wie in einer

mittelalterlichen Stadt. Ich plädiere deshalb dafür, dass endlich

etwas am Bunker passiert. Einen besseren Ort für Gastronomie

gibt es in ganz Bremen nicht. Als Findorffer habe ich übrigens

eine Sehnsucht: Ich wäre sehr dafür, auf dem Marktplatz den

einen oder anderen Spezialmarkt zu machen. Warum veranstalten

wir dort nicht einen historischen Fahrradmarkt oder einen

Spezialmarkt zum Erntedankfest ? Es gibt auch einen Trend zum

Thema »Selbermachen«. Dass man Lebensmittel wie Käse selbst

macht oder wieder Sauerkraut einlegt, ist momentan angesagt.

Ich bin mir sicher: Wenn wir dazu einen Spezialmarkt mit

einem verkaufsoffenen Sonntag der Findorffer Geschäftsleute

kombinieren, wären wir erfolgreich. »Vegan-in-Bremen« oder

das »EISFEST« rund um den Schlachthof liefen zunächst nicht

so gut, aber heute funktioniert es. Unsere direkten Nachbarn

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 10

an der Bürgerweide denken darüber nach, wie sie neue Zielgruppen

gewinnen können. Die machen das genau richtig. Sie

denken heute darüber nach, wie man in zehn Jahren Zwanzigjährige

als BesucherInnen haben kann.

Die investigative Frage zum Schluss: Herr Schneider, kaufen Sie

eigentlich selbst auf dem Findorffmarkt ein ?

Ich kenne den Findorffmarkt seit Jahren und besuche ihn nahezu

jeden Samstag, um einzukaufen. Weil ich den Findorffmarkt

gut kenne, kann ich sagen: Erfolg ist machbar. Wir müssen aber

anfangen, im ehemaligen »Eisenbahnerstadtteil« die Weichen

für die Strecke in eine erfolgreiche Zukunft richtig zu stellen.

▼ ÜBER HANS PETER SCHNEIDER

Hans Peter Schneider ist als Chef der Messe & ÖVB-Arena

der »Herr der Hallen« auf der Bürgerweide und zugleich der

innovative Kopf hinter Messekreationen wie »Fisch & Feines«,

»Bremen Classic Motorshow« oder »jazzahead !«. Der gebürtige

Saarländer und studierte Volkswirt kam 2001 nach Bremen.

Privat ist Hans Peter Schneider Radsportfan. Als Ausgleich zum

»Fulltime-Job« geht er wandern. Er ist überzeugter Findorffer

und lebt mit seiner Familie seit 15 Jahren am Weidedamm.

Interview: Ulf Jacob, Mathias Rätsch, Foto: Bildplantage 13 ▲

WERBEFOTOGRAFIE

MIT BISS

WERBEFOTOS

| IMAGEVIDEOS/360° | GRAFIKDESIGN

BILD

BILD PLANTAGE

PLANTAGE XIII

XIII | BILD

BILD PLANTAGE

PLANTAGE 13

13 GMBH

GMBH | PLANTAGE

PLANTAGE 13

13 | 28215

28215 BREMEN

BREMEN | BILDPLANTAGE13.DE

BILDPLANTAGE13.DE | FACEBOOK

FACEBOOK

S

eit Oktober 2017

ist sie in Findorff

buchbar: die Heizungsvisite

für Altund

Neuanlagen.

Bei dieser kommen

unabhängige Energieberater

ins Haus und

prüfen die Heizung.

Sie geben Energieeinspartipps und

informieren über Fördermöglichkeiten

für Modernisierungsmaßnahmen oder

Neuanschaffungen. Auch 2018 wird

das Angebot der Klimaschutzagentur

»energiekonsens« fortgesetzt – in

Kooperation mit der Verbraucherzentrale

Bremen. Der Startschuss für

das gemeinsame Projekt fiel auf den

Bremer Altbautagen, die vom 19. bis

21. Januar in der Messehalle 7 stattfanden.

HausbesitzerInnen können sich aber weiterhin auch online

im Internet unter www.energiekonsens.de/heizungsvisite informieren

oder unter heizung@energiekonsens.de und Telefon

0421 /16 07 77 bei der Verbraucherzentrale direkt einen Termin

mit den ExpertInnen vereinbaren. Der gute Rat ist weiterhin

nicht teuer: Privathaushalte zahlen für die Beratung nur 20,00

Euro, da das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

die Heizungsvisite bezuschusst.

Eine, die das geförderte Angebot bereits im letzten Jahr genutzt

hat, ist Marcella Dammrat-Tiefensee.

Vor 17 Jahren kaufte die Inhaberin der

Boutique »Sieben Sachen« mit ihrem

Mann ein Reihenhaus in Findorff. Noch

vor dem Einzug wurde die alte Heizung gegen einen modernen

Brennwertkessel ausgetauscht, der mit einer Solaranlage

auf dem Dach kombiniert ist. Bereut hat sie die Entscheidung

nicht. Die Warmwasseraufbereitung erfolgt in dem Fünf-Personen-Haushalt

zu 60 Prozent über Solarthermie. Da die

Anlage nunmehr aber in die Jahre gekommen ist, hat Marcella

Dammrat-Tiefensee sie überprüfen lassen. Energieberater Nick

Böckmann nahm die Heizung samt Solar-Kollektoren in Augenschein.

Außerdem überprüfte er die letzten Energieabrechnungen

und das jüngste Schornsteinfeger-Protokoll und kam

zu dem Schluss: »Der Energieverbrauch liegt noch im grünen

Bereich – insbesondere auch, weil das Haus gut gedämmt ist.«

Lücken entdeckte der Berater allerdings bei der Rohrisolierung.

»Da kann man sich aus dem Baumarkt Dämmmaterial holen

und nachrüsten.«, riet er. Und noch etwas anderes empfahl

Nick Böckmann Marcella Dammrat-Tiefensee: Sie möge die

Einstellung der Heizkurve überprüfen lassen. Diese regelt unter

DER GUTE TIPP

Berücksichtigung der Außentemperatur die Vorlauftemperatur,

mit der Heizwasser die Heizkörper durchströmt. »Ist die

Heizkurve zu steil eingestellt, erhöht das Wärmeverluste und

damit den Energieverbrauch. Sie lässt sich in vielen Fällen

besser anpassen.«, so der Energieberater. Dieser Hinweis sowie

Informationen über den hydraulischen Abgleich, über den sich

die Verteilung des Heizungswassers auf die Heizkörper optimieren

lässt, fand Marcella Dammrat-Tiefensee sehr hilfreich.

Eine Anregung will sie sofort in die Tat umsetzen. Man sollte

die Solarkollektoren auf dem Dach regelmäßig reinigen, erfuhr

sie von Nick Böckmann, denn verschmutzte

Gläser mindern den Sonneneintrag und

damit die Leistungsfähigkeit der Anlage.

»Ich fand gut, dass wir objektiv von

einem Sachverständigen beraten wurden, der einem nichts

›anschnacken‹ will«, erklärte die Findorfferin.

Heinfried Becker, der das Projekt seitens der Klimaschutzagentur

leitet, betont: »Die Beratung ist in jedem Fall sinnvoll:

Selbst wenn die Heizung aus Sicht des Hausbesitzers einwandfrei

funktioniert, ist es oft so, dass sie an der ein oder

anderen Stelle unnötig viel Energie verbraucht. Es lohnt sich

also auch mit Blick auf die laufenden Kosten, die energetische

Effizienz einer Anlage durch das Angebot prüfen zu lassen.«

▼ SO EINFACH GEHT ES

Eine Heizungsvisite für Alt- und Neuanlagen ist ganz einfach

buchbar per Telefon unter 0421 / 347 74 14 sowie per E-Mailkontakt

über heizung@energiekonsens.de

Text: Sandra Wagner, Foto: Martin Rospek ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 11


PROFILE

q PERSÖNLICHE BERATUNG FÜR DIE GELDANLAGE

»Wer Geld auf dem Sparbuch lässt, hat schon verloren. «

DR. SASCHA OTTO

FINANZEXPERTEN

FINDORFF GLEICH NEBENAN | | 12 | PROMOTION

JENS BREMANN

D

r. Sascha Otto, Sie sind Börsenexperte

der Sparkasse Bremen. Was können die

AnlegerInnen 2018 erwarten ?

Die Zinsen bleiben niedrig. Gleichzeitig

haben die niedrigen Zinsen das Wirtschaftswachstum

im Euroraum angefacht. Vor diesem

Hintergrund sehe ich weiteres Potenzial

für einen Anstieg der Aktienkurse.

Viele legen noch immer Geld auf Sparbücher mit winzigen

Zinserträgen. Der Dax hingegen hat 2017 eine Performance von

über 14 % erreicht. Trotzdem gelten Wertpapiere als ein rotes

Tuch. Wie begegnen Sie dieser hanseatischen Skepsis ?

Ich könnte jetzt 100.000 Argumente anführen. Aber mein Rat

lautet: einfach mal ausprobieren. Auf vielen Sparbüchern wird

tatsächlich das Geld immer höher gestapelt, aber gleichzeitig

frisst die Inflation jedes Jahr einen Teil der Gelder weg. Ein

Teil dieser Gelder muss als »Notgroschen« auf dem Sparbuch

bleiben, aber ein anderer Teil kann auch längerfristig angelegt

werden. Mit Fonds und Zertifikaten gibt es genügend Alternativen

auch für kleinere Anlagebeträge – bei Fondssparplänen

sogar schon ab 50,00 Euro pro Monat.

Die größte Hemmschwelle bleibt die Furcht vor Verlusten. Was

kann jeder von uns tun, um schlaflose Nächte zu vermeiden ?

Wer das ganze Geld auf dem Sparbuch liegen lässt, hat aufgrund

der Inflation eigentlich schon verloren. Gleichzeitig ist

die Welt der Wertpapiere vielfältig. So können Sie mit Investmentfonds

in asiatische Kleinstaktien investieren, aber auch in

europäische Immobilien. Es gibt also ein breites Spektrum an

Möglichkeiten, die alle unterschiedliche Chancen und Risiken

aufweisen. Hier kann sich jeder Anleger, beispielsweise

mit Hilfe seines Beraters bei der Sparkasse, seine individuelle

Anlagelösung zusammenstellen, die zu seinem persönlichen

Risikoprofil passt. Eine Anlage, die schlaflose Nächte bereitet,

kann hingegen nie die richtige Lösung sein.

Was werden die »Megatrends« in 2018 sein ?

Ich bin kein großer Freund von sogenannten Trendinvestments.

Viele Themen werden »heiß gekocht«. Für mich ist es wichtiger,

die Investments breit zu streuen, anstatt auf der Suche nach

dem nächsten vermeintlichen Überflieger zu sein. Es bindet viel

Energie, aber eine höhere Rendite ist damit nicht garantiert.

Ihr Rat für PrivatanlegerInnen: Wie aktiv muss ein Portfolio

aus Einzelwerten verwaltet werden und wie »überdauere« ich

mögliche Talfahrten des Markte s ?

Die Frage des Zeitaufwands ist praktisch »Geschmackssache«.

Wer Zeit und Lust dazu hat, kann den ganzen Tag am Bildschirm

sitzen und auf kleinste Kursbewegungen reagieren.

Gleichzeitig kenne ich andere AnlegerInnen, die ihr Depot nur

einmal im Jahr auf den Prüfstand stellen. Wer an dem Thema

überhaupt keine Freude hat, der kann sein Vermögen auch

einfach von der Sparkasse verwalten lassen. Eine Talfahrt am

Aktienmarkt überstehen Sie am besten, wenn Sie die folgenden

Voraussetzungen erfüllen. Erstens: Nicht alles investieren,

sondern immer einen »Notgroschen« behalten. Zweitens: Nicht

alles auf eine Karte setzen, sondern breit aufgestellt anlegen.

Herr Jens Bremann, Sie stehen für die FindorfferInnen als Vermögensberater

der Sparkasse in der Filiale in der Fürther Straße

zur Verfügung. Würden Sie Ihre Tätigkeit kurz vorstellen ?

Mein Aufgabenbereich erstreckt sich über sämtliche Finanzdienstleistungen,

die die Sparkasse Bremen anbietet – wobei

das Hauptaugenmerk auf das Wertpapiergeschäft gerichtet ist.

Mit meinen KundInnen spreche ich mindestens einmal im Jahr

persönlich. Viel Zeit für ihre Anliegen ist mir dabei wichtig.

Wie könnte ich mein Geld bei der Sparkasse Bremen anlegen ?

Ob Sie als Kunde in Wertpapieren anlegen oder ihr Geld doch

eher in eine klassische Geldanlage geben, ist oft auch eine

Entscheidung, die erst in einem gemeinsamen Gespräch hier

vor Ort getroffen wird. Schon häufig habe ich die Erfahrung

gemacht, dass ein grundsätzlich konservativ orientierter Kunde

sich nach der Vorstellung verschiedener Möglichkeiten für eine

Anlage im Wertpapierbereich entschieden hat. Auch gerade

jetzt in der Phase niedriger Zinsen findet bei vielen KundInnen

ein Umdenken in Richtung Wertpapiere statt. Interessante

Alternativen zu einem reinen Wertpapierdepot bieten beispielsweise

die Anlage in der sparkasseneigenen Vermögensverwaltung

»BremenKapital« oder für sehr konservativ ausgerichtete

KundInnen auch Anlagen in einem »Versicherungsmantel«.

Kreditinstitute haben im Zuge der Krise von 2008/09 nicht

unbedingt Sympathiepunkte gesammelt. Nur ist vielen gar nicht

klar, dass eine Sparkasse sich mehr als nur namentlich von

anderen Banken unterscheidet. Warum soll der hart arbeitende

Privatanleger sein Geld eher einer Sparkasse anvertrauen ?

Die Sparkasse Bremen steht als Marktführer in Bremen den

BürgerInnen nicht nur in allen finanziellen Angelegenheiten

zur Seite, sondern ist auch in den Bereichen Sport, Kunst und

Kultur sehr stark und weitreichend engagiert. Für uns steht

nicht die Gewinnmaximierung im Mittelpunkt, sondern das

wirtschaftliche Auskommen und das Wohl aller Bremerinnen

und Bremer. Durch finanzielles – aber auch durch persönliches

Engagement – leisten wir einen Beitrag für das Gemeinwohl in

Bremen. Wir bieten eine stets faire, marktgerechte und TÜVgeprüfte

Beratung und unsere Bedarfslösungen entsprechen

den Wünschen und dem Nutzen unserer KundInnen.

Dr. Otto, Herr Bremann, vielen Dank für das Gespräch.

Interview: Jens Hurling, Fotos: Sparkasse Bremen ▲

PROMOTION | FINDORFF GLEICH NEBENAN | 13


PROFILE

q SABINA SCHOEFER ÜBER DIE BREMER VOLKSHOCHSCHULE IN FINDORFF

»Die Plantage 13 ist für uns ein kreativer Freiraum. «

SABINA SCHOEFER

VHS DIREKTORIN

S

abina Schoefer, Sie sind Direktorin der Bremer

Volkshochschule, die seit einigen Monaten

auch im Stadtteil Findorff präsent ist. Wie

bewerten Sie im Rückblick das erste Jahr

am neuen Standort in der Plantage 13 ?

Wir sind 2017 mit mehreren Projekten gestartet.

Das erste Projekt war »Einfache Sprache«. Ziel

ist es, eine bürgernahe Sprache beispielsweise

im öffentlichen Dienst zu vermitteln, um die Kommunikation

mit den KundInnen zu erleichtern. Das zweite Projekt nennt

sich »Sprachcoaching«. Hier geht es darum, Menschen globaler

Herkunft direkt an ihrem Arbeitsplatz bei der deutschen Sprache

zu unterstützen. Als ständiges Angebot bieten wir in der

Plantage 13 »Deutsch für den Beruf« an. Dieser Kurs richtet sich

an Menschen, die einen Integrationskurs abgeschlossen haben

und sich beruflich orientieren wollen. Ein echtes »Schatzkästchen«

ist der »Kameraclub«, für den viele FotografInnen von

weit herkommen. Alle Projekte und Kurse an dem kulturaffinen

Standort »Plantage 13 « bieten großen Freiraum für kulturelle

Möglichkeiten und soziale Kontakte – über das eigentliche

Angebot hinaus. Insofern war 2017 für uns sehr aufregend.

Ich bin froh, dass wir die erste Wegstrecke geschafft haben.

Welche Gründe gab es, sich für die Plantage zu entscheiden ?

Die Idee nach Findorff zu gehen, kam durch einen Kontakt

zu Katrin Rabus. Katrin Rabus ist ja seit jeher in der Bremer

Kulturszene eine feste Größe. Wir waren gemeinsam in Kontakt

mit der »Freien Kunstschule« und wollten die Einrichtung in

ihrem Erhalt durch das Kooperationsprojekt »HAND_WERK«

unterstützen, das heißt Kurse zusammen anbieten und entwickeln.

Als sie mir dann die Räume in der Plantage 13 erstmals

gezeigt hat, dachte ich: Das ist ein Ort wie die Bremer Volkshochschule

ihn braucht, ein kreativer Freiraum – ein Raum zum

Denken und Machen. Die flexiblen Räumlichkeiten sollen ein

Stück »unfertig« bleiben, damit immer wieder Neues entsteht.

Sie sagen, das Regionale und Greifbare gewinnt im digitalen

Zeitalter verstärkt an Bedeutung. Warum ist das so ?

Ich glaube, die Menschen haben nicht nur Lust, auf ihr Smartphone

zu gucken oder sich von digitalen Assistenten alles erzählen

zu lassen. Das digitale Zeitalter ist für viele auch eine Überforderung.

Wir haben heute in einer bisher nie dagewesenen

Geschwindigkeit pro Jahr einen Zuwachs an Informationen von

30 Prozent zu bewältigen. Die wichtigste Rolle spielt dabei die

Verbreitungsgeschwindigkeit von Informationen über Internet

und elektronische Medien. Diese Explosion an Informationen

übt auf viele Menschen einen starken Druck aus. Ein großer Teil

fühlt sich abgehängt und denkt: »Ich weiß ja gar nicht mehr

Bescheid.«. Deshalb braucht es Orte, an denen sich Menschen

untereinander unmittelbar austauschen. Die Volkshochschulen

spüren solche Bedürfnisse auf, sie sind wie ein »Fischernetz«

für gesellschaftliche Entwicklungen und Trends. Ein Beispiel:

»Do-it-yourself« war in den Achtzigerjahren völlig verpönt, heute

aber erlebt es ein Comeback als »Do-it-together« und ist sehr

angesagt. Menschen möchten nachhaltig agieren und mit den

eigenen Händen beispielsweise etwas Handwerkliches oder

Künstlerisches machen. Auch dafür sind unsere Räume in der

Plantage 13 sehr gut geeignet.

Wie kann man Weiterbildung für »quartiersbezogene Lernorte«

auf einen heterogenen Stadtteil wie Findorff abstimmen ?

Für diese Aufgabe ist die Bremer Volkshochschule bestens aufgestellt,

weil wir in allen Stadtteilen vertreten sind – mit den vier

VHS-Regionalstellen in Walle, Gröpelingen, Vegesack, der Vahr

und Kattenturm. Darüber hinaus ist die Bremer Volkshochschule

an 177 »Lernorten« in ganz Bremen präsent. Wir wissen aus

langjähriger Erfahrung um die Verschiedenheit der Stadtteile

und haben das Know-how, wie man aus den Stadtteilen heraus

Angebote spezifisch und abgestimmt entwickelt.

Wie entwickelt man stadtteilspezifische Bildungsangebote ?

Die VHS-Regionalstellen ermöglichen Weiterbildung direkt vor

Ort, auch um gemeinsam den Stadtteil weiterzuentwickeln. Die

Volkshochschule kümmert sich mit den zahlreichen Initiativen

sozusagen um die »mentale Stadtentwicklung« einer Großstadt.

Ein gutes Beispiel ist das Erzählfestival »Die Feuerspuren« in

Gröpelingen, hinter dem maßgeblich die Initiativen vor Ort und

auch die Bremer Volkshochschule stehen. Die KollegInnen sind

nicht nur dort, sondern mit ganzem Herzen dabei. Das spüren

die Menschen und darüber bin ich glücklich.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens

»Ipsos« zum Image der Volkshochschulen in Deutschland sind

diese hervorragend aufgestellt: Die meisten Befragten finden

den größten Weiterbildungsanbieter sympathisch, nutzen ein

vielseitiges Angebot und wollen wiederkommen. Also alles gut ?

Über die Ergebnisse der »Ipsos«-Umfrage haben wir uns

sehr gefreut. Die »Marke« Volkshochschule ist unglaublich

bekannt. Die hervorragenden Ergebnisse haben die rund 900

Volkshochschulen sogar ein bisschen umgehauen. Trotzdem:

Darauf wollen und werden wir uns keineswegs ausruhen.

Welche weiteren Ideen haben Sie, wie man die Volkshochschule

noch besser machen könnte ?

Ich finde es wichtig, das wir uns weiter professionalisieren –

und ein Schritt dahin war auch diese Umfrage. Entscheidend

für uns ist die Frage: Bleiben wir jetzt da stehen oder wollen wir

noch besser werden ? Ich vertrete bundesweit für die Volkshochschulen

unser Land Bremen. Professionalität ist für mich ein

zentraler Kernpunkt der Arbeitsthemen, die wir in den u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | | 14 12

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 15


▼ SABINA SCHOEFER IM INTERVIEW

»Menschen brauchen heute wieder ein Stück Heimat.«

q »FINDORFF GLEICH NEBENAN« IM RÜCKBLICK

Das Sander Center: Einkaufsbummel mit Tradition.

nächsten zwei Jahren bearbeiten werden. Ein Schwerpunkt werden

die »Erweiterten Lernwelten« sein, weil sich Lernen durch

Digitalisierung weiterhin stark verändern wird. Ich bin überzeugt,

dass die Volkshochschulen dabei eine wichtige Rolle

spielen. Gleichzeitig gestalten Volkshochschulen Möglichkeiten,

genau das zu lernen, was man braucht, um auf der Höhe der

Zeit zu sein. Wir machen uns sehr viele Gedanken: Wie schaffen

wir es, das unsere Angebote bei den Menschen noch besser ankommen

? Wie erreichen wir die jüngeren Generationen ? Welche

Angebote sind wirklich wichtig ? Wird es in der nahen Zukunft

so sein, das jemand sagt: »Alexa, bring mir einen VHS-Kurs

nach Hause !« ? Wenn wir keine kritische Auseinandersetzung

mehr über den richtigen Weg führen, dann bleiben wir stehen.

Diese vielfältigen Herausforderungen beschäftigen mich sehr.

Auch die Fähigkeit der Volkshochschulen zu Innovationen

wurde von den Befragten gelobt ...

Dazu möchte ich Ihnen eine Anekdote erzählen: Ich durfte auf

einer Veranstaltung einen Preis vergeben und eine Laudatio

halten. Der Moderator kündigte mich mit den Worten an: »Jetzt

kommt eine Frau, die alles weiß – und wenn Sie etwas nicht

weiß, dann weiß sie, wen man fragen kann.« Das fand ich

treffend. Denn in den bundesweiten Fachkreisen der Volkshochschulen,

im Austausch mit Kollegen aus Österreich und der

Schweiz, sowie darüber hinaus mit 32 Ländern der Welt, sind

alle VHS-KollegInnen auf ihren Gebieten echte ExpertInnen.

Volkshochschulen sind immer in Bewegung, ausgezeichnet

vernetzt und tauschen sich fachlich kontinuierlich aus. Dieser

Pool ist ein unschätzbares Pfund – und verursacht Innovation

und hohe Innovationsgeschwindigkeit. Unabhängig davon sind

wir stark, weil alle sozusagen als »ÜberzeugungstäterInnen«

arbeiten. Ob als VHS-DozentIn, als Hausdienst oder Fachkraft:

Es arbeitet bei uns niemand, der oder die nicht davon überzeugt

ist, dass das, was wir tun, wichtig für die Gesellschaft ist. Wenn

man diese Haltung hat, kann man gar nicht anders, als abseits

der geraden Wege nach rechts und links zu schauen und dort

hinzusehen, wo andere nicht hinsehen wollen. Beispielsweise in

einem Kurs, wo ein Ukrainer neben einer Perserin sitzt, da gibt

es mehr zu lernen und zu vermitteln als nur den gemeinsamen

Nenner des Lerngegenstands. Im Gegenteil: Wir machen Reibungsflächen

»besprechbar« und vermitteln soziales Miteinander

– ohne die Reibungsflächen außen vor zu lassen.

Welche Themenbereiche sind Ihre Dachthemen ?

Es haben sich für die Bremer Volkshochschule sechs Sparten

herausgebildet, die als Themen der Gesellschaft die Zukunft

bestimmen werden: Das sind die Bereiche »Gesellschaft«,

»Grundbildung + Alphabetisierung«, »Fremdsprachen + Deutsch

als Fremdsprache«, »Beruf + IT«, »Kultur«, und »Gesundheit«,

die unser Angebot strukturieren.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 16

Sie sagten im Vorgespräch, die Volkshochschule müsse heute

wieder politischer werden. Was meinen Sie damit ?

Es gibt einfach bestimmte Themen, die werden nirgendwo in

der Tiefe bearbeitet. Wir sagen: Auch diese Themen müssen wir

bearbeiten. Ich glaube, dass Menschen heute wieder ein Stück

Heimat und lokale Orte brauchen, an denen sie sich Themen

»vorknöpfen« und diskutieren können. Im digitalen Medienzeitalter

stellt sich beispielsweise die Frage: Sind News noch echte

News, weil im Prinzip nahezu alle Meldungen digital von zentralen

Nachrichtenagenturen kommen. Ich stelle mir die Frage:

Wie partizipieren wir eigentlich Informationen ? Stichwort »Fake

News«: Stimmt alles, was ich so höre ? Sich als Volkshochschule

an dieser Stelle einzumischen und Menschen Kompetenzen zur

medialen Auseinandersetzung zu vermitteln, damit man nicht

alles glaubt, sondern lernt kritisch zu bewerten und zu reflektieren

was uns über die vielen medialen Kanäle täglich angeboten

wird – dieser Ansatz ist sehr politisch.

Welche Angebote bieten Sie für 2018 im 1. Halbjahr in

Findorff an und wo kann man sich darüber informieren ?

Wir bringen zweimal jährlich unser Halbjahresprogramm

heraus. Man bekommt es in der Plantage 13, in unserer Zentrale

im »Bamberger Haus« in der Faulenstraße 69, aber auch im

Stadtteil an Verteilstellen wie dem Findorffer Bücherfenster.

Man kann es zudem online herunterladen. In der Plantage 13

werden viele Kurse zur professionellen Fotografie angeboten;

Sie können beispielsweise Basiswissen der Fotografie erlernen

oder Fotoreportagen machen. Weiterhin gibt es Kurse zu berufsbezogenem

Deutsch und Weiterbildungen. Wenn Sie schnell

sind, können Sie diesmal aber auch das Ukulelespiel und singen

lernen. Ausführliche Informationen gibt es unter »Standorte«

auf www.vhs-bremen.de

▼ ÜBER DR. SABINA SCHOEFER

Dr. Sabina Schoefer studierte Soziologie, Ost- und Westslawistik

und promovierte über das Thema »Organisationsentwicklung«.

Sie ist in der Erwachsenenbildung sehr bewandert und ausgebildete

systemische Beraterin, Trainerin und Coach. Während

ihrer Jahre in den USA hat sie diverse didaktische Modelle der

demokratischen Beteiligung gelernt. Von 1997 bis 2005 arbeitete

Sabina Schoefer selbstständig als Unternehmensberaterin in

Bremen. 2006 wechselte sie als Senior Consultant und Director

Research zu einem international aufgestellten Unternehmen

nach Hamburg. Seit 2011 ist Schoefer Direktorin der Volkshochschule

Bremen und seit 2014 Vorsitzende des Vorstands

der Bürgerstiftung Bremen. Zudem ist sie Autorin und Herausgeberin.

Sabina Schoefer wohnt sehr gern, ungezwungen und

unauffällig in der Bremer Neustadt.

Interview: Mathias Rätsch, Foto: Kerstin Rolfes ▲

+++ In der Winterausgabe schrieben wir: »Einkaufszentren

bieten zwar praktischerweise »Alles unter einem Dach«, aber

statt wenig ökologisch mit dem Auto in das Bremer Umland

zu fahren, radeln wir lieber in die City oder bummeln auf

kurzen Wegen ganz entspannt durch die Geschäfte vor Ort in

Findorff.« Logisch, als Stadtteilmagazin aus Findorff und für

Findorff stehen wir treu an der Seite der UnternehmerInnen im

Stadtteil: der Second-Hand-Laden mit der freundlichen Besitzerin,

der nette Dachdecker, der auch kommt,

wenn nur drei Dachpfannen fehlen. Das ist

Stadtteilromantik.

Dann war und ist da diese Diskussion: Die

Einkaufszentren als Konkurrenz zum geliebten Einzelhandel

der Hemmstraße oder Admiralstraße. Doch diese Dialektik

ist falsch und überflüssig – und deshalb darf es natürlich auch

das Einkaufszentrum sein. Als das Sander Center vor über 20

Jahren in Oslebshausen das erste Mal die Pforten öffnete, stand

es in einer urdeutschen Tradition, in der Markttradition. Bereits

seit 1996 sind hier »Kik«, »Hol ab«, der »Friseur Capell« und

das Reisebüro »Actuell« zusammengefasst. Neben dem reinen

DRAUSSEN-bremen.de

NACHSCHLAG

Möbelgeschäft, inzwischen das Unternehmen »Roller«, gesellte

sich das »Dänische Bettenlager« dazu, eine breite Palette gastronomischer

Angebote, Arztpraxen, »Euronics XXL«, ein »Görtz

Outlet Store«, »Fressnapf«, ein Fitnessstudio, »Ernsting‘s family«

und sogar der TÜV. Und das ist gut so, auch wenn das eigene

Herz in Findorff schlägt. Denn eine Fahrt zum Sander Center

ist eine völlig andere Sache, als morgens die Brötchen zu besorgen

oder eine Jeans ausbessern zu lassen. Zum Sander Center

fährt die ganze Familie. Im Sander Center

wird gegessen, gestöbert und flaniert. Ganz

frisch im Sander Center ist noch das Modeoutlet

»NADJA‘s fashion«. Das bedeutet

aber nicht, dass das Sander Center in bedrohlicher Konkurrenz

zum Jeansladen um die Ecke steht. Tun wir nicht so, als würden

wir erwägen: »Hemmstraße oder Sander Center ?«. Es sind zwei

wunderbare, verschiedene Dinge, mit verschiedenen Zwecken.

Verbringen wir doch alle mit gutem Gewissen einen Tag bei der

Familie Sander. Denn auch das ist Tradition geblieben: Familie

Sander wacht über ihr Center und freut sich über jeden Gast.

Mehr Infos unter www.sandercenter.de, Text: Jens Hurling ▲

Sport und Bewegung

Fahrradtourismus

Gesund und fit halten

fahrräder und Radzubehör

BREMEN

BIKE IT!


PROFILE

▼ AUF EINEN KAFFEE MIT MICHAEL ERNST IN DER »LILIE«

» Ich hangele mich wie Tarzan von Liane zu Liane. «

MICHAEL ERNST

MULTITALENT

M

ichael, Du bist in Findorff geboren

und aufgewachsen und hast hier in

jungen Jahren einen Chor aufgebaut

und geleitet, den es noch gibt. Am

Anfang Deiner Karriere hast Du Dich

in Hamburg zum Musicaldarsteller

ausbilden lassen. Wann wusstest Du,

dass Du Künstler werden willst ?

Nach dem Krieg haben meine Großeltern ein Theater aufgemacht.

Die waren eigentlich keine Schauspieler, brauchten aber

Arbeit. Später hat mein Großvater bei Ernst Waldau die Gastronomie

geleitet, während mein Großonkel den kaufmännischen

Bereich abdeckte. Dadurch hatte ich immer Verbindungen zum

Theater und wollte schon immer spielen. Ich hatte auch Lust zu

singen und habe in der Kirche im Kinderchor gesungen. Es gab

auch Momente, in denen ich Feuerwehrmann werden wollte.

Aber mit zwölf wusste ich dann schon, was es werden sollte.

Viele träumen davon ins Showgeschäft einzusteigen, aber das

erweist sich dann nicht selten als »brotlose Kunst«. Was haben

Deine Eltern gesagt ? Junge, lerne lieber etwas Richtiges ?

Meine Eltern haben mir nie Steine in den Weg gelegt. Ganz im

Gegenteil: Sie haben mich einfach machen lassen. Ich glaube,

sie haben gemerkt, dass es mein Ding ist. Sie haben mich

finanziell unterstützt und gesagt, wenn du denkst, das ist das

Richtige, dann mach es einfach – und das habe ich gemacht.

Du bist Schauspieler, Musicaldarsteller, Sänger in einer Band,

arbeitest als Synchronsprecher und hast Werbespots gedreht.

Muss man heute als KünstlerIn breit aufgestellt sein, um

finanziell über die Runden zu kommen ?

Je breiter du aufgestellt bist, desto mehr Chancen hast du, um

Geld zu verdienen. In der Ausbildung hatte ich mit Schauspiel,

Tanz und Gesang ja drei Sparten und konnte einfach sehr viel

machen. Synchronsprechen war eine Farbe davon. Es war eine

weitere Möglichkeit etwas auszuprobieren, das funktionierte.

Genauso wie das Theater, die Werbespots oder jetzt meine

Band. Ich glaube, wenn du heute als Kreativer nicht breit aufgestellt

bist, dann ist es hart. Es gibt so viele talentierte Menschen

und durch Medien wie »YouTube« gibt es so einen Overload an

Leuten, die schnell bekannt werden. Die Konkurrenz schläft

nicht. Du musst zusehen, dass du viele Eisen im Feuer hast.

Falls diese Karriere nicht klappen sollte: Gibt es den »Plan B« ?

Wenn eine Tür zu geht, geht eine andere auf. Wenn ich zum

Beispiel wegen einer Verletzung nie wieder in einem Musical

tanzen könnte, kann ich immer noch synchron sprechen.

Deswegen mache ich mir keine großen Sorgen, dass »Plan B«

irgendwann einmal notwendig sein wird. Wenn mein »Plan A«

nicht aufgegangen wäre, dann wäre ich wahrscheinlich Lehrer

geworden. Oder ich hätte zumindest beruflich irgendetwas

gemacht, bei dem es um pädagogische Arbeit geht – gerne etwas

mit Behinderten. Aber zum Glück ging »Plan A« auf.

Als darstellende KünstlerInnen berühmt werden wollen viele.

Welche Deiner Talente heben Dich von der Menge ab ?

Jeder, der im Entertainment arbeitet, ist im besten Fall er selbst.

Ich bin ich und das hebt mich ab von den anderen. Ich glaube,

dass ich eine sehr individuelle Ausstrahlung habe. Aber ich

kann jetzt nicht sagen, dass ich ein besserer Sänger bin oder viel

authentischer spiele als die anderen. Ich gehe unverstellt meinen

Weg und glaube, so lange ich das mache, bin ich schon anders

als andere.

Dein Beruf ist ja kein sicherer Behördenjob, sondern eher

Hochseilartistik ohne Netz. Glaubst Du, dass man bestimmte

Eigenschaften für das Showgeschäft mitbringen sollte ?

Man braucht ein sehr gutes Durchhaltevermögen. Du musst

eine Art von Mauer aufbauen können gegen Einflüsse, die dir

eventuell schaden. Und du brauchst einfach eine große Portion

Talent. Sonst kannst du noch so sehr probieren und studieren,

aber dann hat es nicht den Effekt, den du gerne hättest. Du

musst am Anfang wirklich kein Vollprofi sein, aber da muss

einfach etwas da sein.

Was ist Dein Traum ? Was möchtest Du unbedingt erreichen ?

Ich bin Sternzeichen »Fische«. Die schwimmen ja immer mit

dem Strom. Ich bin kein großer Astrologe, aber ich habe das

Gefühl, dass mein Sternzeichen mich schon ein bisschen prägt.

Wenn es mir irgendwo gefällt, bleibe ich ein bisschen. Wenn

es mir nicht mehr gefällt, schwimme ich weiter. Ich habe kein

großes Ziel, wo ich hin will. Ich hangele mich eher wie Tarzan

von Liane zu Liane.

Gibt es KünstlerInnen, die Dich inspirieren ?

Für mich sind Menschen spannend, die das machen, was für

sie tatsächlich wichtig ist. Ich finde Lady Gaga faszinierend. Ich

kannte sie nur als diese Pop-Kunstfigur und konnte damit überhaupt

nichts anfangen. Aber seit ein paar Jahren entwickelt sie

sich in eine viel persönlichere Richtung. Ich bewundere, wie sie

diesen Wandel schafft. Sie ist toll, weil sie so echt und pur ist.

Was hältst Du von Castingshows wie »Deutschland sucht den

Superstar« ? Sind solche Formate für junge Talente hilfreich ?

Ich stehe nicht besonders auf diese Formate. Ich mag dieses

typische »Dieter-Bohlen-Gedisse« nicht. Mir gefällt nicht, wie

die Sender das zusammenschneiden, sodass die ZuschauerInnen

manipuliert werden, wie sie über bestimmte KandidatInnen

denken sollen. Aber ich finde es geil, dass man in den Castings

Stimmen hört, die man sonst vielleicht nicht hören würde. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 18

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 19


▼ MICHAEL ERNST IM INTERVIEW

» Es ist gut, dass da immer noch ein Kribbeln ist. «

Zum Beispiel Alexander Klaws: Der war ja damals der erste Gewinner

von »Deutschland sucht den Superstar«. Alex, der einige

Monate mit mir in der Ausbildung war, spielt heute in total vielen

Musicals – und ich freue mich, dass so jemand über »DSDS« die

Chance bekommen hat, überhaupt gesehen zu werden.

Bei dem Wort »Musical« denken viele erstmal an Glamour ...

Das Gemeine ist, dass das Publikum immer nur die Vorstellung

mitbekommt. Viele haben nicht auf dem Schirm, wie man zuvor

monatelang seine Partie studiert hat. Du fängst damit an zu

verstehen, worum es in dem Stück geht. Ich lerne Texte. Ich

lerne Noten. Du beschäftigst dich mit dem Komponisten, mit

dem Autor, mit dem Regisseur. Dann kommen die Proben. Bis

alles perfekt ist, dauert es ewig. Während der Proben verlierst

du wahrscheinlich nochmal drei Kilo, weil du so schwitzt. Man

kann den ganzen Tag nicht duschen und dann hast du natürlich

noch Anproben für Make-Up, Haare und Kostüm, aber nach

endlosen Tagen willst du nur noch nach Hause und schlafen.

Das ist der Teil, der gar nicht glamourös ist – und der ist wesentlich

länger als der glamouröse Teil. Aber weil der glamouröse

Teil so toll ist, machst du diese Tortur einfach mit.

01 02 03

Hast Du auch als Profi vor dem Auftritt noch Lampenfieber ?

Lampenfieber im klassischen Sinne ist so eine Art Schockstarre.

Die habe ich nicht mehr, außer vielleicht vor einer Premiere. Es

ist gut, dass da immer noch ein Kribbeln ist. Das adrenalingesteuerte

Fünkchen Nervosität sorgt dafür, dass du von Null auf

Hundert sofort da bist, wenn Du auf die Bühne gehst.

Was machst Du als Ausgleich zu Deinem Beruf ?

Ein enger Freund, der für die Lufthansa arbeitet, nimmt mich

manchmal mit auf seine Flüge. Dadurch reise ich wahnsinnig

viel und schaue mir die Welt an. Das ist ein toller Ausgleich.

Neue Kulturen kennenzulernen gibt mir als Künstler Input.

Außerdem liebe ich Kaffeetrinken. Ich liebe es hinaus zu gehen,

mich in schöne Cafés zu setzen und ein Buch zu lesen. Das ist

mein kleiner Ruhepol. Sonst bleibt leider nicht viel Zeit.

Neben Deinen vielen Projekten singst Du auch in der Band

»Whatasound«. Was findest Du daran besonders reizvoll ?

Im Prinzip ist es eine »Freunde-Band«. Wir sind zur Hälfte

Berufsmusiker und zur Hälfte haben wir andere Jobs. Wir

spielen größtenteils im Bremer Raum. Dadurch ist es u

01 Zeitsparendes EMS-Training endlich auch in der ULC Fitness Company in Findorff: Jetzt testen und Termin vereinbaren !

02 Die neue DVD »Hundefotografie für Anfänger und Fortgeschrittene» gibt es online bei www.ey-fotografie.de/shop

03 Am 08. Februar im Alten Pumpwerk: Kiki Beyer mit »Mensch Marilyn«. Karten gibt‘s über www.altespumpwerk.de

04 05 06

04 FINDORFF GLEICH NEBENAN im Abo: 4 x im Jahr deutschlandweit per Post für 20,00 €. Infos auf www.findorff.info

05 Damit der Ton stimmt: Matthias Kunze ist Ihr Klavierstimmer in Bremen und umzu. Infos auf www.klavierstimmer-kunze.de

06 Internetauftritt selbst bauen ? Kann man ohne Programmierkenntnisse lernen ! Alle Schulungsangebote auf www.raetsch.de

SCHAUFENSTER FINDORFF

einfacher, ZuschauerInnen zu akquirieren. Es ist kein Plattenlabel

dahinter. Das ist toll, weil wir machen können, was wir wollen.

Die Band ist für mich ein guter Ausgleich und Anlass, um

ab und zu aus Berlin herauszukommen. Es ist keine Band zum

Geldverdienen. Wir machen das auf der Hobby-Ebene professionell,

aber es wird sicherlich keine Japan-Tournee geben (lacht).

Du wohnst in Berlin, leitest aber weiterhin ein Chorprojekt in

Findorff. Bist du im Herzen immer noch Findorffer ?

Ja, unbedingt ! Ich habe damals in der Martin-Luther-Kirche

im Gospelchor gesungen. Als ich dann zur Ausbildung nach

Hamburg ging, fehlte mir die Chorarbeit sehr. Deshalb habe ich

2005 angefangen ein Chorprojekt auf die Beine zu stellen. Das

Projekt läuft jetzt seit zwölf Jahren sehr erfolgreich. Mittlerweile

reisen sogar Leute aus Hannover und Hamburg an. Das ist

schon eine große Ehre und Bestätigung.

Rückblickend betrachtet: Haben Deine frühen Erfahrungen

geholfen, um genau die Energie zu entwickeln, die es brauchte,

aus dem gemütlichen Bremen aufzubrechen, um für Deine

Karriere nach Hamburg und Berlin zu gehen ?

2003 haben wir hier eine Jazz-Band gegründet. Wir hatten etwa

alle drei Wochen einen Gig – und das über viele Jahre. Dadurch

haben wir die verschiedensten Leute und Locations in Bremen

kennengelernt. Weil Bremen so klein ist, hat man hier größere

Chancen, wahrgenommen zu werden. Mir hat sehr geholfen,

dass man in kleinen Läden spielt und sich ausprobieren kann.

Unerfahren wie ich anfangs war, konnte ich einfach Gas geben

und herausfinden, was ich leisten kann und was Bremen abkann.

Was ist für Dich das Schönste an Deinem Beruf ?

Mir gefällt dieses Wachbleiben, weil du als Künstler immer wieder

völlig neue Sachen lernen musst und dich in deiner Branche

immer wieder an neue Menschen anpasst. Durch dieses Gefühl

bin ich am Leben. Weil es einfach nicht aufhört. Alles pulsiert

so durch. Ich arbeite in Projekten. Wenn eines abgeschlossen

ist, ist es vorbei. Dann kommt wieder ein neues Projekt. Diese

ständige Abwechslung brauche und genieße ich sehr.

▼ ÜBER MICHAEL ERNST

Michael Ernst ist gebürtiger Findorffer. Bereits in seiner

Schulzeit war er Chorleiter der Jugendgruppe »Ten Sing«. In

Hamburg besuchte er die »Joop van den Ende Academy«, wo er

sich in Schauspiel, Tanz und Gesang ausbilden ließ. Es folgten

zahlreiche Engagements für Musicals wie »Dirty Dancing«,

»West Side Story» und »Anything Goes». In »Hairspray« trat er

mit Maite Kelly und Uwe Ochsenknecht auf. Ernst ist auch als

Synchronsprecher für Filme und Serien tätig. Seit 2014 ist er zudem

als Sänger mit der Band »Whatasound« unterwegs. Obwohl

Berlin seit sieben Jahren seine Wahlheimat ist, ist der junge

Künstler regelmäßig in Findorff anzutreffen, wo er seit 2005 ein

erfolgreiches Chorprojekt leitet. Zuletzt war Michael Ernst am

Stadttheater Bremerhaven engagiert. Mehr Informationen unter

www.michaelernst.net und www.chorworkshops.de

Interview: Leona Ilgner, Foto: Marta Urbanelis ▲

Fassaden bewahren.

Anspruch trifft Anspruch: Als Findorffer Meisterbetrieb bieten wir

Ihnen hochwertige Holzfenster mit schlanken Profilen und leisten

für Sie Beratung, Lieferung und Montage. Telefon 0421 / 21 57 18

Ausführliche Informationen online: www.holzfenster-bremen.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 21


q SEIT JAHREN SANIERUNGSSTAU AN DER OBERSCHULE FINDORFF

q ZWEI STANDPUNKTE

» Es liegt an uns, dass etwas passiert. «

1

Ach, immer die ewig gleiche Leier: Der Unterricht

fällt ständig aus, die Klos sind kaputt und

die Heizung geht nicht. Ja, ja ..., Bremen hat

halt kein Geld. Es ist aber mehr als nur eine

alte Leier, über die man einmal kurz seufzt und

dann zum Tagesgeschäft übergeht. Es geht um

nicht weniger als um die Zukunft

unserer Kinder. An der Schule entscheidet

sich maßgeblich, wie sich ihr weiteres

berufliches Leben gestalten wird. Hier

werden das Interesse an Themen und

Zusammenhängen, Spaß am Lernen

und ein Vertrauen in eigene Fähigkeiten

geweckt. Unsere Kinder verbringen

pro Woche bis zu 35 Stunden

in der Schule. 35 Stunden hochkonzentriertes

Lernen. Damit das

optimal klappt, sollte die Schule auch

optimale Bedingungen bieten. Das ist

an Findorffer Schulen nicht mehr gegeben.

Hier wird Lernen oftmals sogar behindert. Und

das ist keine alte Leier, sondern ein Skandal, dessen

Auswirkungen heute noch gar nicht abzusehen sind. Es wächst

an vielen Schulen seit vielen Jahren ein

Sanierungsbedarf heran, dem inzwischen

nicht mehr mit ein bisschen Farbe, gutem

Willen und einer großen Menge Elternund

LehrerInneninitiativen beizukommen ist. Die Probleme

sind zu groß, zu zahlreich und zu vielfältig geworden und viele

Eltern stehen der Situation rat- und hilflos gegenüber.

DIE TOILETTEN, die die SchülerInnen nicht mehr benutzen

wollen und stattdessen lieber mehrere Stunden »abwarten« bis

sie wieder zu Hause sind, oder – wenn es gar nicht mehr geht –

in der Pause nach Hause rennen, wenn sie es denn können.

DER AUFZUG, auf den eine Inklusionsschule als Schule für

Kinder mit Förderbedarf und/oder körperlichen Herausforderungen

fast zehn Jahre warten musste. Dieser wurde zwar im

Frühjahr endlich fertig, doch die Aula und die Turnhalle können

RollstuhlfahrerInnen trotzdem nicht gemeinsam mit ihren

MitschülerInnen erreichen. Diese Zugänge sind noch immer

nicht barrierefrei.

DIE CONTAINER für die Ganztagsbetreuung unserer Fünftund

SechstklässlerInnen sind marode. Hier wurde zwar die

Dringlichkeit erkannt und die Entsorgung für den Sommer

2018 beschlossen. Aber ein kurzfristiger Ersatz wurde erstmal

nicht bedacht oder eingeplant. Inzwischen sollen neue Container

geordert sein, aber ob diese dann auch pünktlich zum

neuen Schuljahr verfügbar sind, steht noch nicht fest.

DIE LEHRERINNEN, die zum Teil bis an den Rande ihrer

Belastungsfähigkeit und darüber hinaus arbeiten und mit viel

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 22

ZWISCHENRUF

persönlichem Einsatz versuchen guten Unterricht für unsere

Kinder zu ermöglichen. Aber viele erkranken dadurch irgendwann

und – da es zu wenig Personal gibt – summieren sich die

ausgefallenen Schulstunden ins Unerträgliche.

Die Aufzählung ließe sich ins gefühlte Unendliche verlängern.

Da beginnt man sich unweigerlich zu fragen: »Was kann ich

dagegen tun ? An wen kann ich mich als Einzelner

wenden ?« Den Klassenlehrer, die Jahrgangsleitung,

die Schulleitung ? Sicherlich ein Anfang,

doch diese sitzen ja schon – sprichwörtlich

– mit uns Eltern in einem Boot und

versuchen das Beste aus der Situation

zu machen. Also die Bildungsbehörde,

Immobilien Bremen, oder gleich den

Senat? Guter Weg, denn das sind die

EntscheidungsträgerInnen, welche die

Weichen für bessere Schulen stellen

könnten. Doch Sie vermitteln zu oft den

Eindruck, als ob sie selbst mit der Gesamtsituation

überfordert wären. So bleiben Dinge

liegen und verlaufen schließlich im Sande, da es zu

wenige Zuständige gibt, die sich kümmern.

Und das Problem liegt tiefer, ist strukturell begründet und alles

andere als leicht zu verstehen. Die Auseinandersetzung

damit erfordert Zeit, zum

Teil auch Fachkenntnisse, aber immer eine

gehörige Portion Idealismus und Ausdauer.

Sonst verpufft der positive Tatendrang nach einiger Zeit und die

Konsequenzen daraus sind, dass der Druck auf die jeweiligen

Behörden schwindet und die Probleme ungelöst bleiben. Die

bisherige Erfahrung zeigt leider allzu oft, dass die Elterninitiativen

spätestens nach dem Schulabschluss der eigenen Kinder aufgelöst

sind, aber die langfristigen Probleme weiterhin bestehen.

Doch es gibt Wege, im Fokus der verantwortlichen EntscheidungsträgerInnen

zu bleiben. Eine direkte Möglichkeit sind

die ElternsprecherInnen der einzelnen Klassen. Doch dieses

Ehrenamt wird oftmals mehr als notwendige Pflicht angesehen

und weniger als Chance etwas bewirken zu können. Aber

ElternsprecherInnen können mehr als nur die Klassenabschlussfeier

kurz vor den Sommerferien zu organisieren. Und selbst,

wer nicht als ElternvertreterInnen gewählt wurde, kann sich

nach seinen Fähigkeiten einbringen, zum Beispiel über die

Mitarbeit im Elternbeirat. In diesem Schuljahr wurden zwei

neue Arbeitsgemeinschaften gegründet: Die »Gebäude AG«, um

die bauliche Situation an der Nürnberger Straße zu verbessern,

sowie die »Stunden AG«, um dem Ausfall von Schulstunden an

der Gesamtschule Findorff entgegen zu wirken.

Hier ist jede tatkräftige Unterstützung willkommen. Doch noch

immer gibt es einen Irrglauben: »Wenn ich im Elternbeirat ein

Problem anspreche, dann wird sich schon jemand darum u

kümmern.« Doch dieser »jemand« sind wir alle. Das Erkennen

eines Problems ist nur der erste Schritt. Danach folgen viele

weitere kleine Schritte, zu denen jeder Einzelne beitragen kann.

Es liegt an uns Eltern, uns zu organisieren und dafür zu sorgen,

dass etwas passiert und die Probleme angegangen werden –

auch nachdem unsere Kinder die Schule verlassen haben.

Die »Gebäude AG« für die Schule an der Nürnberger Straße

besteht aus Gunnar Beckler, Simone Berning, Uwe Karsten,

Sybille Klasmann, Sabine Köhler und Stephanie Weber. Sie

wurde gegründet, um mehr Druck auf die Behörde auszuüben.

Kontakt: Elternbeirat-Oberschule-Findorff@gmx.de

2

ußen hui, innen pfui. So könnten böswillige

Zungen das Schulhaus an der Nürnberger Straße

des Schulzentrums Findorff beschreiben. Das

denkmalgeschützte Gebäude macht von außen

einen guten Eindruck, im Inneren sieht es hingegen

nicht ganz so rosig aus. Längst überfällige

Sanierungsarbeiten verärgern LehrerInnen,

SchülerInnen und Eltern seit Jahren. Dabei geht es nicht um

kleine Schönheitsreparaturen, sondern um die Erfüllung

grundlegender Ansprüche an ein Gebäude, in dem Tag für Tag

viele Menschen einen Großteil ihrer Zeit verbringen. Zuerst

sei der vor dreieinhalb Jahren angekündigte, aber immer noch

nicht abgeschlossene Umbau zur barrierefreien Schule genannt,

der bewirken soll, dass Kinder mit und ohne Behinderungen

sich im Schulgebäude gleichermaßen uneingeschränkt bewegen

können. Dass dieses Vorhaben nach Jahren der Planung immer

noch nicht vollständig umgesetzt wurde, könnte man an sich

schon als dreist auffassen.

Aber bei den eigentlich dringend nötigen Sanierungsarbeiten

geht es nicht nur um Barrierefreiheit, sondern auch darum,

überhaupt genügend Platz für alle SchülerInnen zu schaffen.

Denn obwohl es daran ohnehin schon mangelt, hat die

Oberschule Findorff im aktuellen Schuljahr sechs neue fünfte

Klassen aufgenommen. Zur Zeit nutzt die Schule Container zur

Erweiterung ihrer Räumlichkeiten, doch auch die sind mittlerweile

marode. Neue Mobilbauten gibt es erst, wenn feststeht,

ob sie einem möglichen Erweiterungsbau des Gebäudes nicht

im Weg stehen würden. Ob es den geben wird, entscheidet

sich auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie, die der Beirat

Findorff in diesen Tagen erwartet. Vielleicht passiert dann

ja etwas. Daran glaubt zumindest Schulleiter Uwe Lütjen.

Es ist zu hoffen, dass er recht behält.

Die Eltern der FünftklässlerInnen wurden zunächst beruhigt:

Ganztagsbeschulung und Oberschulkonzept sollen unter

anderem durch die Einrichtung von Lerninseln in den Schulfluren

trotzdem funktionieren. Leider fehlte hierfür bisher eine

Baugenehmigung. So warten die Eltern immer noch auf die

versprochenen Lerninseln und fühlen sich nun getäuscht. Sie

gründeten auf eigene Faust eine Arbeitsgemeinschaft, machten

den zuständigen Behörden Druck und bekamen zum einen u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 23

… für Kinder und Jugendliche im Stadtteil

Zukunft gestalten heißt, Kinder und Jugendliche zu fördern.

Bewerben Sie sich mit Ihrem Projekt.

Einsendeschluss: 31. März 2018.

Weitere Infos und die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter:

www.sparkasse-bremen.de/gemeinsamgut

oder Telefon 0421 179-0

Stark. Fair. Hanseatisch.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 23


q ZWISCHENRUF

q RAUS AUS DER WINTERSTARRE

Anwaltsbüro Christiane Ordemann

Rechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht

Arbeitsrecht Kündigungsrecht, Arbeitsverträge,

Zeugnisse, Abmahnungen, Aufhebungsverträge

Verkehrsrecht Unfallregulierung, Verkehrsstraf- und

Bußgeldverfahren, Schmerzensgeld

Erbrecht Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten

Zivilrecht Vertragsgestaltung, Schadensrecht

Einvernehmliche Scheidungen

Mietrecht Kündigungen, Räumungsverfahren

Forderungsmanagement und Inkasso

Gesprächstermine bitte telefonisch vereinbaren.Wir

freuen uns auf Ihren Besuch! Hausbesuche innerhalb

Findorffs gegen Zusatzgebühr nach Vereinbarung.

Mehr im Internet: www.christiane-ordemann.de

Findorffstr. 106 28215 Bremen Tel. 0421 / 277 99 33

Meine größten Erfolge:

www.raetsch.de/referenzen

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 24

die ernüchternde Auskunft, dass mit den Umbauten in diesem

Schuljahr definitiv nicht mehr zu rechnen sei. Weiter erfuhren

sie, dass es nicht die Bildungsbehörde ist, die sich quer stellt,

sondern Immobilien Bremen. Eine Erklärung dafür, warum

der Eigentümer des Schulgebäudes den Umbau seit Jahren aufschiebt,

liegt weiterhin nicht vor. An anderen Bremer Schulen

sieht es aber kaum besser aus: Es besteht ein Sanierungsbedarf

in den Schulgebäuden im senatorisch höchst unklar formulierten

dreistelligen Millionenbereich. Zur Verfügung stehen lediglich

18 Millionen Euro. Die FDP-Bürgerschaftsfraktion stellte

eine Anfrage an den Senat, in der sie um Auskunft darüber bat,

wie viel Geld denn eigentlich genau für die Sanierungen nötig

wäre. Eine besonders aufschlussreiche Antwort bekam sie nicht.

Der personelle und zeitliche Aufwand sei zu hoch, um konkrete

Zahlen zu ermitteln. Die Behörde, die für die Einleitung von

Sanierungsmaßnahmen zuständig ist, weiß also anscheinend

gar nicht, was überhaupt saniert werden müsste und hält es

für einen zu großen Aufwand, das herauszufinden. Wie hoch

auch immer der Bedarf sein mag, in jedem Fall übersteigt er

die vorgesehenen Mittel. Zugleich verkündet die Senatorin für

Kinder und Bildung über die Pressestelle: »Gemeinsam für

starke Schulen – Oberschulen weiterentwickeln.« und »Zudem

soll der Markenkern Oberschule besser vermarktet werden.«

Denkt man diesen phrasenhaften Marketing-Sprech weiter, der

aus der Werbebranche kommt, fragt man sich, warum die »Zielgruppe«

mit dem mangelhaften »Produkt« Schule zufrieden sein

soll , zumal es ja auch vom Umtausch ausgeschlossen ist.

Übergeordnet wirft die Diskrepanz zwischen den wortreichen

Absichtserklärungen der Politik und trostlosen Realitäten vor

Ort die Frage auf, welche Stellung Bildung in unserer Gesellschaft

eigentlich hat. Der Mangel an LehrerInnen und Unterrichtsmaterial

ist für Bremen als ewiges Schlusslicht in der Bildungspolitik

ja nichts Neues, ebenso wie überfüllte Klassen und

fehlende pädogogische Fachkräfte für eine gelungene Inklusion.

Da fügen sich die Schulgebäude mit jahrelangem Sanierungsstau

nur allzu gut ins das bestehende Bild ein. Erschreckend,

wenn man bedenkt, dass die Kinder mindestens zehn Jahre

ihres Lebens den Großteil des Tages in der Schule verbringen,

einer Institution, die nach dem Elternhaus den am stärksten

prägenden Einfluss auf die jungen Menschen hat. Wie man heute

weiß, sind auch die Räumlichkeiten, in denen gelernt wird,

dafür von Bedeutung. Fachleute sprechen vom Klassenzimmer

als »drittem Pädagogen«, neben LehrerIn und MitschülerInnen.

Bei dem Zustand, in dem sich dieser dritte Pädagoge befindet,

muss man sich nicht wundern, wenn er sein volles Potential

nicht entfalten kann. Selbst wenn er, wie im Fall der Schule an

der Nürnberger Straße, äußerlich eine schöne Fassade wahrt.

Leona Ilgner ist selbst bis 2009 auf die Oberschule Findorff

gegangen – und wünscht sich für nachfolgenden Generationen

eine lebenswerte Schule mit genügend Platz für alle.

Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema ? Schreiben Sie uns

jetzt auf kurzen, digitalen Wegen dazu einen Leserbrief auf

www.findorff.info/leserbriefe p

TOP-STUDIOS

Text: Leona Ilgner

Hier wären wir also: im Jahr 2018 – und der Alltag hat längst wieder

begonnen. Was nicht schlimm ist, denn es heißt ja bekanntermaßen

»Neues Jahr, neues Glück«. Tatsächlich hatten wir an Silvester doch noch gute

Vorsätze gefasst, die nun langsam aber sicher in Vergessenheit geraten sind.

Garantiert unter den Top Ten steht da der Plan endlich mehr Bewegung in den

eigenen Alltag zu bringen. Für diejenigen unter uns, die den Vorsätzen Taten

folgen lassen wollen, gibt es gute Nachrichten: Denn in Findorff und umzu

hat man tolle Fitness-Studios vor der Tür – und damit keinerlei Ausreden mehr

dem »inneren Schweinehund« die Oberhand zu überlassen.

Aber wer die Wahl hat, hat bekanntlich auch die Qual. Um es Ihnen leichter

zu machen, stellen wir auf den folgenden Seiten zwei erstklassige Findorffer

Fitness-Studios mit ganz unterschiedlichen Konzepten vor. Denn wenn das

erwählte Studio gleich zu einem passt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass

der Besuch dort kein einmaliges Phänomen im Zuge der guten Vorsätze bleibt.

Stattdessen wird es zu einem Ort, an dem man sich so wohl fühlt, dass Sport

kein notwendiges Übel mehr ist, sondern richtig Spaß macht. Let‘s move ! u

PROMOTION | FINDORFF GLEICH NEBENAN | 25


Was ist einzigartig am Patty`s Gym ? Wir sind das Fitnessstudio nur für

Frauen in Findorff, gleich um die Ecke. In familiärer Atmosphäre bieten

wir vielfältige Kurse für Frauen und Kinder (teilweise parallel) an.

Wir möchten, dass sich jeder wohl fühlt, Spaß hat und Patty’s Gym

zufrieden wieder verlässt.

Welche Kurse haben Sie im Angebot ? Step-Aerobic, Cycling, BBP, Kraftausdauer,

Bodyforming, Yoga, Pilates, TeaBo, Power Pump, Rückenfit,

Yogilates, Zumba, KinderYoga, Kinder TaeBo, Kinder Zumba.

Welche Geräte stehen zur Verfügung ? Cardiobereich mit modernen

Geräten, Laufbändern, Crosser, Fahrrädern, Treppensteiger (TreadClimber),

Kraftbereich mit klassischen Geräten (Marke Gym 80), freies und

funktionales Training (Nautilus Humansport Geräte), Freihantelbereich

(Kurz- und Langhanteln).

Wie gestaltet sich die persönliche Betreuung ? Die ist uns sehr wichtig.

Bei uns gibt es für jeden einen individuellen Trainingsplan, der auf die

persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist. Unsere Mitglieder werden

ausschließlich von ausgebildeten Trainerinnen eingewiesen und betreut.

Außerdem ist uns die Atmosphäre im Studio sehr wichtig.

An welche Zielgruppe richtet sich Ihr Angebot ? An Frauen, Mütter

und Kinder jeglicher Altersgruppe.

Was ist der günstigste Tarif um einzusteigen ? Ab 44,00 € geht es los.

Wo gibt es mehr Informationen ? Vor Ort in der Münchener Str. 142

oder auf unserer neuen Internetseite unter www.pattysgym.de

ULC FITNESS

PATTY’S GYM

Was ist einzigartig an der ULC Fitness Company City ? Besonders sind

die gemütliche Atmosphäre, das einzigartige Ambiente und tolle Mitarbeiter

wie Mitglieder von 16 bis 80 Jahren. Wir bieten vielfältige und

innovative Trainingsmöglichkeiten mit kompetenter Betreuung.

Welche Kurse haben Sie im Angebot ? Wir bieten 70 Kurse pro Woche

plus Events. Von Zumba Kids bis Zumba Gold, von Yoga bis Jumping

Fitness, von Faszientraining bis zu Les Mills Kursen, von Rückenkursen

bis zu Functional Training und vieles mehr.

Welche Geräte stehen zur Verfügung ? Es stehen Geräte für alle Trainingsziele

zur Verfügung von Herstellern wie Technogym, LifeFitness,

X-Body, Power Plate & egym. Geräte lassen sich manuell oder per Chipkarte

automatisch einstellen. Zudem gibt es Training mit Vibration, Elektrostimulanz

(EMS) oder Unterdruck – hier findet jeder das Passende.

Wie gestaltet sich die persönliche Betreuung ? Unser Betreuungssystem

startet mit Ihrem Fit-Check. Ihr Trainingsprogramm wird individuell auf

Sie zugeschnitten und regelmäßig weiterentwickelt. Die Trainer qualifizieren

sich durch Ausbildung/Studium im Sport- und Gesundheitswesen

und stehen Ihnen präsent zur Seite, entweder 1:1 oder in Seminaren.

An welche Zielgruppe richtet sich Ihr Angebot ? Unser Publikum ist bunt

gemischt. Teilweise trainieren Familien in drei Generationen gemeinsam.

Egal ob Rentner, Student, Hausfrau, Chef oder Angestellter.

Was ist der günstigste Tarif um einzusteigen ? Schülerinnen und Schüler

starten ab 29,90 €, Erwachsene ab 39,90 €.

Wo gibt es mehr Informationen ? Vor Ort in der Admiralstraße 54,

Telefon 0421 / 69 69 98 80 oder unter www.ulc-fitness.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 26 | PROMOTION

PROMOTION | FINDORFF GLEICH NEBENAN | 27


NADJA´s fashion

Neue Mode zum 1/2 Preis

Findorffer

Originalzeichnungen

in Arinas Café,

Neukirchstraße 44,

Ausstellungseröffnung

am 3.3.2018,

15.30 Uhr

Isa Fischer zeichnet Ihr Privat- oder Geschäftsgebäude

draußen direkt vor dem Motiv.

www.hausgezeichnet.info

Clever Shoppen

direkt an der A27 Bremen-Oslebshausen

mit der RS 1 nur 8 Minuten vom HBF

www.sandercenter.de

q WER, WIE, WAS, WIESO, WESHALB, WARUM

DORFFKLATSCH

+++ Im Rahmen der Stadtteilinitiative mit dem Titel

»gemeinsam gut für Kinder und Jugendliche im Stadtteil«

vergibt die SPARKASSE BREMEN auch in diesem Jahr

wieder Fördergelder an Bildungs-, Kultur-, Sport- oder Umweltprojekte.

Zwischen dem 29. Januar und dem 31. März 2018

können sich gemeinnützige Institutionen bewerben, die die Entwicklung

von Kindern und Jugendlichen fördern. Das Antragsformular

kann man unter dem Suchbegriff »Förderkriterien und

Förderverfahren« downloaden auf www.sparkasse-bremen.de

+++ Nachdem ISA FISCHER zuletzt

im Bremer Swissôtel ausgestellt hat,

treibt es die Stadtzeichnerin aus

Findorff im März zurück in ihren

Stadtteil, um eine Ausstellung zu

realiseren. In ARINAS CAFÉ kann

man die Werke der Künstlerin bewundern,

darunter viele Findorffer Häuser und

andere Originale. Zur Eröffnung gibt es ein »Kulturpaket« mit

Stadtteilführung und Live-Musik von »Liquid Words« – promoted

von diesem feinen Magazin aus Findorff für Findorff. Alle

Informationen auf Seite 32 und auf www.findorffaktuell.de

+++ Bremens KLEINGÄRTEN sollen neue strenge Regeln

bekommen. Der Landesverband der Gartenfreunde Bremen

will auf seiner Delegiertenversammlung im April eine neue

Gartenordnung für seine über 17.000 Mitglieder beschließen.

Einige der geplanten Verbote sorgen im Vorfeld bei GartenbesitzerInnen

auch in Findorff bereits für Protest: So sollen

künftig Trampoline und Spieltürme in den Gärten nicht mehr

unzulässig sein. Nicht besonders ökologisch ist das geplante

Verbot von Laubdecken, Totholzhecken und – ausgerechnet –

Wildkräuterflächen. Große Bäume sollen ebenso verboten sein

wie »Walnussbäume«. Und auch die Hecken dürfen in Bremens

Gärten nur 110 cm hoch wachsen. Ob sich damit wirklich neue

Zielgruppen wie junge Familien für leerstehende Kleingärten

begeistern lassen ? Das letzte Wort hat Umweltsenator Lohse,

der die neue Gartenordnung genehmigen muss.

Einfach Clever Shoppen

+++ MÖBEL MEYERHOFF verlässt Findorff. Zum Ende

des Jahres wird Meyerhoff seine »Bremer Polsterwelt« in der

Admiralstraße endgültig schließen. Für die rund 2.600 m²

große Verkaufsfläche in der denkmalgeschützen »Stuhlrohrfabrik«

an der Ecke Herbststraße wird ab Oktober ein neuer

Mieter gesucht. 2009 war das Möbelhaus in das traditionsreiche

Gebäude gezogen. Die Ansiedlung war seinerzeit Anlass für die

Sanierung und Aufwertung der Admiralstraße, an der auch die

Initiative »Leben in Findorff« maßgeblichen Anteil hatte.

+++ Wir kennen sie als Walles modischen Geheimtipp: Beim

Shoppen in der CHICCHIC BOUTIQUE fühlen sich Jung und

Alt immer wärmstens willkommen. Aber die nette, kleine Boutique

kann auch eiskalt. Passend zum Winter gibt es jetzt ganz

cool reduzierte Einzelstücke solange der Vorrat reicht !

+++ Das SANDER CENTER in Oslebshausen

bietet sonn- und feiertags eine

ganz andere Art von Einkaufsbummel,

wenn ab 7:00 Uhr auf dem Parkplatz Ost

der große Center-Flohmarkt stattfindet.

Mehr Infos zum Sander Center gibt es

unter www.sandercenter.de

+++ Das ALTE PUMPWERK ist ein

ganz besonderes Museum in der Salzburger Straße 12, das die

Geschichte und die Arbeitswelt der Abwasserentsorgung lebendig

werden lässt. Es ist aber auch eine Veranstaltungsstätte, die eine

wunderbare Kulisse für Konzerte, Kleinkunst, Oper und mehr

bietet – und das Programm im 1. Halbjahr 2018 offeriert Gästen

ein abwechslungsreiches Angebot in der historischen Maschinenhalle.

Alle Veranstaltungen auf www.altespumpwerk.de

+++ Wir möchten unsere LeserInnen darauf hinweisen, das es

seitens FINDORFF GLEICH NEBENAN keinerlei Verbindung

mit dem »Findorff Magazin« gibt. Warum ? Viele Reaktionen

zeigen uns, dass der Titel des Mitbewerbers mit unserem Stadtteilmagazin

tatsächlich oft verwechselt wird. Wir als Findorff

Verlag haben den Verleger bereits frühzeitig vor Erscheinen seiner

ersten Ausgabe auf die Verwechslungsgefahr hingewiesen, uns

aber entschieden, die Herausforderung im Wettbewerb sportiv

anzugehen. Wir weisen allerdings alle AnzeigenkundInnen darauf

hin, dass der FINDORFF VERLAG mit viel Aufwand und entsprechenden

Kosten unser Stadtteilmagazin direkt in über 10.000

Briefkästen verteilen und alle 60 »Hotspots« einsehbar sind unter

www.findorff-gleich-nebenan.de/hotspots/übersicht Bezogen auf

die Standorte der vom Mitbewerber genannten 400 Verteilstellen

im »Großraum Findorff« empfehlen wir selbst nachzufragen.

+++ THOMAS HORSCH aus Findorff ist neuer Co-Trainer

bei Werder Bremen. Der Assistent von Florian Kohfeldt gehört

neben TIM BOROWSKI zum aktuellen Trainerteam der Profimannschaft.

Angefangen hat der 49-Jährige Findorffer allerdings

als Jugendtrainer beim VfL 07. Vom Amateurbereich ging es u.a.

über den Trainerposten bei der deutschen U20 Mannschaft und

zuletzt als Co-Trainer der U23 bis hoch in die Bundesliga.

+++ Die GEWOBA baut neue Wohnungen in Findorff. Im

Frühjahr 2019 sollen an der Kissinger Straße gegenüber dem

Recyclinghof 28 öffentlich geförderte Wohnungen fertiggestellt

sein. Teil des Bauvorhabens ist ein nachhaltiges Mobilitätskonzept,

das man gemeinsam mit dem Carsharing-Unternehmen

MOVE ABOUT anbietet. Lobenswert: Die Nutzung von

Elektroautos direkt am Gebäude ist im Mietpreis inbegriffen.

Insgesamt wurden ca. 4,7 Mio Euro in den Neubau investiert.

+++ Es ist geschafft: Die Energiegenossenschaft Bürger Energie

Bremen eG, kurz BEGENO, hat die erste Windanlage in Bürgerhand

im Raum Bremen in Betrieb genommen. Das Windrad vom

Typ Enercon E101 steht in Langwedel im Kreis Verden, hat eine

Gesamtleistung von drei Megawatt und produziert grünen Strom

für rund 2.000 Haushalte. Seit kurzem bietet die BEGeno auch

einen eigenen Bürgerstromtarif an, der laut ÖKO-Test zu den

besten Ökostromprodukten in Deutschland überhaupt gehört.

Ausführliche Informationen unter www.begeno.de

Text: Leona Ilgner, Ulf Jacob und Mathias Rätsch ▲

Mode ist unsere Leidenschaft

by Antje Lammers

Wartburgstraße 7

28217 Bremen

Telefon 0421 5 48 99 11

a.lammers@web.de · www.chic-chic-boutique.de

MENSCH MARILYN u Hommage an Marilyn Monroe im Februar

hanseSWINGproject u »Fly Me To The Moon« im März

NATÜRLICH BLECH! u Festmusik auf histor. Instrumenten im April

MARTIN CLASSEN 5 u Jazz »The Best Of Two Worlds« im April

BREMER SCHLAGZEUGENSEMBLE u »Furioso« im Mai

LANGE NACHT DER BREMER MUSEEN u Bremer Event im Juni

ARTEM YASYNSKYY u Klassik Solo Piano »Sommertag« im Juni

Alle Infos und Karten ordern über www.altespumpwerk.de

Altes Pumpwerk e.V. | Salzburger Straße 12 | 28219 Bremen

Fashion Polka Dots Woman, © Evgeniya Porechenskaya, www.shutterstock.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 28 FINDORFF GLEICH NEBENAN | 29


▼ DAS WIRD MAN DOCH WOHL NOCH FRAGEN DÜRFEN

Lohnen sich verkaufsoffene Sonntage noch ?

O

b sich der verkaufsoffene Sonntag lohnt, ist

immer eine Frage der Sichtweise. Rein finanziell

rentiert er sich anfangs erstmal nicht. Denn wenn

ein Geschäft sonst immer geschlossen hat, dann

ist den KundInnen nicht bewusst, dass es nun

geöffnet ist. Man kann nicht damit rechnen, dass

plötzlich unzählige Leute kommen, nur weil man

die Türen öffnet. Ich nehme am verkaufsoffenen Sonntag teil

seit ich vor achteinhalb Jahren den Findorffer Weinladen übernommen

habe. Ganz wichtig finde ich dabei, dass ich eine wertvolle,

ganz andere Art von Zeit mit den KundInnen verbringen

kann im Vergleich zu einem normalen Geschäftstag. Es ist nur

nachmittags geöffnet. Das heißt, die Leute

sind ausgeschlafen und wollen nicht

gestresst noch woanders hin. Dementsprechend

entspannt ist die

Situation. Es muss auch gar

nicht immer um ein Verkaufsgespräch

gehen, aber die

Leute lernen mein Geschäft

kennen. Diese Zeit schenke

ich meinen KundInnen sehr

gern – und da wir das schon

lange machen, weiß ich, dass

am Ende auch noch der eine

oder andere Euro übrig bleibt. Es

lohnt sich finanziell, wenn man ein

paar mal kontinuierlich mitgemacht hat.

Denn dann ist den KundInnen auch

bewusst: Findorff ist offen.

Das ist genau die Problematik, die wir

im Vorstand der Geschäftsleute oftmals diskutieren. Jedes

Mal, wenn die Frage aufkommt, ob man beim verkaufsoffenen

Sonntag mitmachen sollte, erinnert jemand an Tage, an denen

es nicht so gut lief, weil es zum Beispiel geregnet hat. Aber

wenn wir mit der Innenstadt konkurrieren und zeigen möchten,

dass Findorff vielfältig ist und auch an einem Sonntag eine

entspannte Einkaufsatmosphäre bieten kann, dann sollten wir

geschlossener öffnen. Vielleicht sehen einige GeschäftsinhaberInnen

den verkaufsoffenen Sonntag nach diesen Worten mit

anderen Augen.

Der verkaufsoffene Sonntag ist eine tolle Werbung, die natürlich

auch weiter getragen wird. Die KundInnen, die kommen,

sollte man als Multiplikatoren sehen. Bei mir kommen oftmals

Freunde vorbei; auch gerne mit Kindern. Das ist immer lustig.

Es ist zwar ein geschenkter Tag, aber eben anders geschenkt.

Der verkaufsoffene Sonntag ist etwas, was ich für mich mache.

Für mein Geschäft. Für mein Lebenswerk.

Gabriele Greger-Gleitze ist zweite Vorsitzende der Findorffer

Geschäftsleute und Inhaberin vom Findorffer Weinladen. ▲

JA ODER NEIN ?

I

ch bin grundsätzlich gegen den verkaufsoffenen

Sonntag. Wirtschaftlich gesehen ist er für

uns komplett unrentabel. Unsere KundInnen

planen ihren Einkauf bei uns – es sind also

keine Spontankäufe. Dabei geht es viel um

Beratung und Planung einer Umgestaltung.

Wir haben einige KundInnen, die direkt aus

Findorff kommen oder hier beschäftigt sind. Sie fahren nach

der Arbeit mit dem Auto vorbei und tätigen im Stadtteil ihre

Einkäufe; allerdings nicht am Sonntag. Ich bin der Überzeugung,

dass die Leute am verkaufsoffenen Sonntag lieber in die

Innenstadt fahren: Dort ist viel los, es gibt mehr Geschäfte

und außerdem kommt man aus seiner normalen Umgebung

heraus. Wir haben mehrmals am verkaufsoffenen Sonntag

teilgenommen: jedesmal ohne jeden Erfolg. Es lohnt

sich einfach nicht; auch nicht, um NeukundInnen zu

gewinnen. Wir machen sonntags nicht mehr auf.

Auch dass es sich für andere Geschäfte wirklich

rentieren könnte, halte ich für unwahrscheinlich.

Zu dem zeitlichen Aufwand kommen die Personalkosten.

Wenn ich Personal einsetze, dann

muss ich dem ja auch irgendwann in der Woche

frei geben. Dann fehlen unsere MitarbeiterInnen.

Ich bin auch der Meinung, dass unsere MitarbeiterInnen

am Sonntag zu ihren Familien gehören.

Meistens sind es ja Frauen, die im Handel beschäftigt

sind – und wenn man Kinder hat, ist die Mutter auch noch

sonntags weg. Die kleinen Kinder sind

schon während der Woche den ganzen Tag

in der Kita. Man hat sich auch mal einen

freien Tag verdient. Wenn man wirklich

eine Woche durcharbeitet, kommt man nie zur Ruhe – und dafür

ist der Mensch nicht gemacht. Ich finde den verkaufsoffenen

Sonntag auch schlicht unnötig. Jeder hat wochentags genug Zeit

zum Einkaufen. Selbst ArbeiternehmerInnen, die im Schichtdienst

arbeiten, haben auch ihren freien Tag, an dem sie zu

normalen Öffnungszeiten kaufen können. Dasselbe gilt für das

sogenannte »Moonlight-Shopping«. Mir tun die Menschen leid,

die meinen, sie müssten abends um 23:00 Uhr noch einkaufen

gehen. Die Leute, die dann im Geschäft arbeiten, tun mir noch

mehr leid. Es gibt schon genug Berufsgruppen im Krankenhaus,

bei der Polizei oder auch in der Gastronomie, die an Sonntagen

und nachts arbeiten. Muss der Einzelhandel das jetzt auch noch

machen ? Wir haben bereits ausreichend lange Öffnungszeiten.

Ich würde nie am Sonntag einkaufen gehen – auch nicht in

der Innenstadt. Für mich sind sonntags andere Aktivitäten als

Einkaufen angesagt: Ich gehe dann lieber ganz entspannt in

der Natur spazieren.

Katja Gravert ist Expertin für ganzheitliche Raumgestaltung

und Geschäftsführerin der Kindervater GmbH & Co. KG. ▲

»Es kommt darauf an, den

Körper mit der Seele und die Seele

durch den Körper zu heilen.«

Gesichtsanalyse

Augendiagnose

Oscar Wilde

Bioresonanztherapie / EAV

Homöopathie

Umweltmedizin

Psychokinesiologie

Mentalfeldtherapie

Vertragspartner

aller

Kranken- &

Pflegekassen

Vertragspartner aller Krankenkassen

Vertragspartner aller Pflegekassen

Pflege & Betreuungsleistungen

Hauswirtschaftsleistungen

Nicht nur Pflege – sondern Service.

Unsere Pflegekräfte sind für Sie

24 Stunden erreichbar.

Wir vermitteln Hausnotrufsysteme

Wir vermitteln Essen auf Rädern.

Wir sind für Sie da: 0421 - 35 10 41

Hemmstr. 135 • 28215 Bremen • www.pflegeservice-bremen.de

Traumatherapie (AIT)

naturheilpraxis

schwanenberg

Andrea Hella Schwanenberg

Heilpraktikerin und staatl. examinierte Krankenschwester

www.naturheilpraxis-schwanenberg.de

Geibelstraße 4 · 28215 Bremen · Telefon 0421 / 4 91 99 81

GEMEINSAM FÜR

fairen

handel

Admiralstr. 143

28215 Bremen

www.georgs-fairkauf.de

facebook.de/georgsfairkauf

GUTE WARE LOBT SICH SELBST

| Textilien | Kunsthandwerk |

| Lebensmittel | Kaffee |

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 30 FINDORFF GLEICH NEBENAN | 31


FINDORFF GLEICH NEBENAN

PRÄSENTIERT FÜHRUNG, AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG & LIVE-KONZERT

FINDORFFHAUSEXPEDITION

ISA FISCHER

LIQUID WORDS

SA 03.03

Wer kennt sie nicht, die Stadtzeichnerin ISA FISCHER aus Findorff ? Nach erfolgreichen

Publikationen wie »100 Bremer Häuser« und »Schiffe, Schuppen, Speicher«

ist kürzlich das neue Buch »Stadt, Land, Fluss« im eigenen »Duplio Verlag« erschienen.

Auf 128 Seiten gibt es 110 aquarellierte Tuschezeichnungen aus verschiedenen

Stadtteilen Bremens zu sehen – letztere jeweils mit Textbeiträgen von prominenten

BewohnerInnen vorgestellt. Ab Samstag, den 3. März 2018 stellt Isa Fischer ausgesuchte

Originale in Arinas Café in Findorff aus. Die Ausstellung wird präsentiert

von »FINDORFF GLEICH NEBENAN«. Zur Vernissage können Sie dabei sein. Ab

13: 4 5 U H R gibt es die FINDORFFHAUSEXPEDITION mit unserem Autor

ULF JACOB im »Vorprogramm«. Wir starten in der Neukirchstraße 44. Nach

der Führung kehren alle TeilnehmerInnen zurück zur offiziellen Eröffnung von

»STADT LAND FLUSS« um 15 : 3 0 U H R . Ab 16:30 UHR gibt es als

Bremer Premiere wunderbare Live-Musik von LIQUID WORDS aus Hannover.

NANA & ABÈE vertonen musikalisch kreativ Texte von Pablo Neruda, Mascha

Kaléko, Kurt Tucholsky und Ingo Baumgartner. Der Eintritt für dieses dreiteilige

»Kulturpaket« ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist räumlich begrenzt. Für unsere

Planung wird daher um Voranmeldung gebeten. Schreiben Sie uns eine Nachricht

über das Kontaktformular auf www.findorff.info, wenn Sie dabei sein möchten.

Treffpunkt: Arinas Café 13:30 Uhr, Start Findorffhausexpedition: 13:45 Uhr,

Rückkehr: 15:15 Uhr, Ausstellungseröffnung: 15:30 Uhr, Live-Musik: 16:30 Uhr

Arinas Café, Neukirchstraße 44, 28215 Bremen u www.arinascafe.de

FR 16.02 l ÖVB ARENA

»Nuhr hier, nur heute« verspricht das

neue Programm des besten deutschen

Kabarettisten: DIETER NUHR liefert

intelligente Analysen über die Menschheit

und alles, was die so verzapft.

Beginn: 20:00 Uhr, Einlass: 18:30 Uhr

u www.oevb-arena.de

FINDORFF GEHT

DO 22.02 l MEISENFREI

Eines der schönsten Rituale im Jahr: Im

Februar in die »Rock and Roll Zeitmaschine«

zu steigen und auf das Konzert

von MITCH RYDER im Meisenfrei

zu gehen. Das »Rockpalast«-Sangesidol

unserer Jugend wird vier Tage nach dem

Konzert 73 Jahre alt. Wir feiern heute

vor und freuen uns auf das nächste Jahr.

Beginn: 20:00 Uhr, Karten an der

Abendkasse oder online über

u www.www.meisenfrei.de

SA 24.02 l TOWER

»Everybody Knows Something Good« heißt

das jüngste und sehr gelungene Werk der

norddeutschen Band SOMEDAY JACOB.

Wir wissen auch, was gut ist und empfehlen

an dieser Stelle nachdrücklich dieses wunderbare

Quartett, das man unbedingt live

MI 28.02 l ARINAS CAFÉ

Songwriter ZINNEY SONNENBERG

lässt seiner Experimentierfreude sonst in

seiner Wahlheimat Liverpool freien Lauf.

Heute wird er mit warmen Klanglandschaften

unsere Ohren verwöhnen.

Beginn: 19:00 Uhr u www.arinascafe.de

AUS

erleben sollte – und das nicht nur, weil am

Schlagzeug Martin Denzin sitzt, der auf der

Jubiläumsfeier dieses Magazins für Daisy

Chapman souverän dezent getrommelt hat.

Beginn: 20:00 Uhr, Einlass: 19:00 Uhr

u www.tower-bremen.de

FR 16.03 l ALTES PUMPWERK

»Fly Me To The Moon« heißt es heute Abend

bei HANSESWINGPROJECT, die laut

Weser Kurier »... alle Tonlagen und ihre

Instrumente meisterlich beherrschen.«

Beginn: 20:00 Uhr, Einlass: 19:00 Uhr

u www.altespumpwerk.de

DO 26.04 l WESERTERRASSEN

Die kleine Formation aus den »17 Hippies«:

LÜÜL & BAND mit neuer CD im Gepäck.

Beginn: 20:00 Uhr, Einlass: 19:30 Uhr

u www.weserterrassen.com

MO 30.04 l SCHLACHTHOF

Andy Warhol hätte diese Band geliebt wie

einst »Duran Duran«: Die Wiener Sängerknaben

von BILDERBUCH liefern ganz

glamourös schicken Pop-Trash ohne tieferen

Sinn. Oder vielleicht doch ? Hören wir hin.

Beginn: 20:00 Uhr, Kesselhalle

u www.schlachthof-bremen.de

AUTOR/INN/EN

Katja Gravert, Gabriele Greger-Gleitze, Tom Grote, Jens

Hurling, Leona Ilgner, Ulf Jacob, Mathias Rätsch, Sandra

Wagner © Alle Rechte liegen bei den AutorInnen. Nutzung

nur mit Genehmigung des Findorff Verlages.

FOTOGRAFIE

Martin Bockhacker, Bildplantage 13, www.bildplantage13.de,

Marta Urbanelis, www.martaurbanelis.com, Kerstin Rolfes,

www.kerstinrolfes.de

ART DIRECTION

Rätsch Communications, www.raetsch.de

LEKTORAT

Jens Hurling, Leona Ilgner, Ulf Jacob

BILDNACHWEIS

Titel, Seite 3/4 © Martin Bockhacker, Bildplantage 13,

Seite 3 Haken © »Photodisc.« Seite 12 © Pressefoto der

Sparkasse Bremen, Seite 14/34 © Kerstin Rolfes, Seite 18

© Marta Urbanelis, Seite 22 » Hand holding protest signs«

© Aurora72, www.shutterstock.com, Seite 24 © Martin

Rospek, Seite 25 »caucasian woman fitness dancer« © ostill,

www.shutterstock.com, Seite 26/27: Pressefotos Seite 28/29

Pressefotos, Seite 30 »Thinking Woman« © Pretty Vectors /

»Door marked open & closed« © DRogatnev, beide Motive

www.shutterstock.com, Seite 32/33 Liquid Words © Timo

Kebel, Nuhr © Jutta Hasshoff-Nuhr, Sonnenberg © Zippo

Zimmermann, Ryder © Peter Szymanski, Someday Jacob ©

Caspar Sessler, hanseSWINGproject © U. Heiwolt, Lüül &

Band © Max Schwarzlose, Bilderbuch © Elizaveta Porodina

DRUCK

BerlinDruck GmbH + Co KG,

www.berlindruck.de, FSC ® -mixed

produziert. Es wurden Materialien

aus FSC-zertifizierten Wäldern

und/oder Recyclingmaterial als

auch Material aus kontrollierten

Quellen verwendet.

DRUCKAUFLAGE

11.500 Exemplare

DISTRIBUTION

Verbreitung an alle Haushalte in 28215 Findorff (Ausnahme:

Werbeverweigerer) und an 60 »Hotspots« im Stadtteil.

Infos unter www.findorff.info/das-magazin/hotspots. Sie

haben kein Exemplar erhalten ? Mailen Sie uns Namen

und Anschrift an www.kontakt@findorff.info

ANZEIGEN & DAMKSAGUNG

Beratung per Telefon 0421 / 579 55 52 oder E-Mail unter

kontakt@findorff.info. Ansprechpartner ist Herr Hurling.

Online buchen? www.findorff.info/anzeige-buchen.

Anzeigenschluss für die kommende Ausgabe, die Anfang

Mai erscheint, ist der 20. April 2018. Unser besonderer

Dank an Leona Ilgner und an alle AnzeigenkundInnen,

ohne die diese Ausgabe so nicht möglich gewesen wäre.

HERAUSGEBER

Mathias Rätsch

IMPRESSUM

VERLAG

Findorff Verlag

Magdeburger Str. 7, 28215 Bremen

Telefon 0421 / 579 55 52

Telefax 0421 / 579 55 53

E-Mail kontakt@findorff.info

KOOPERATIONEN

Wir kooperieren mit der Initiative »Leben in Findorff«.

Mehr unter www.findorffaktuell.de

TIPPS & TERMINE

ONLINE u

®

passiert auf

www.findorffaktuell.de

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 32

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 33


q DIE FINDORFF KOLUMNE

» Klar, das ist was richtig Politisches hier. «

AUS FINDORFF. FÜR FINDORFF.

S

ie können natürlich schreiben worüber Sie

wollen,« sagt der Herausgeber, »aber dieses

Mal wollen Sie doch sicher etwas schreiben

über Findorff und die Gelben Säcke.«

»W i l l i c h ?« hatte ich gefragt.

»Klar,«, hatte er geantwortet, »das ist was

richtig Politisches hier.«

Ich hatte mir ein vages Lächeln zusammengebastelt

und war zu Detlef gegangen. Immer wenn ich nicht weiß

oder nicht weiter weiß, dann geh‘ ich zu Detlef.

Wobei gehen – Detlef wohnt unter mir. Er

teilt sich die Wohnung mit vielen Kochbüchern,

vielen Stones Platten, und

Gunda; in etwa dieser Reihenfolge.

Ein halbes Klingeln und dann war

die Tür schon auf, als hätte er

dahinter gewartet.

»Sag mal«, hatte ich angefangen,

aber bevor ich weiter kam, hatte

Detlef mit seinem Zeigefinger vor

mir in der Luft herumgestochert:

»Warte, ich mach‘ gerade Kaffee.«

Wir also in die Küche, was schwierig

ist, weil in der Küche ist auch die Kaffeemaschine.

Und zwei Leute in der Küche und

die Kaffeemaschine, nun ja, da kommt man sich

schon näher. Ich behaupte ja immer

mal wieder, die Küche wurde um

die Kaffeemaschine herum gebaut.

Anders ist mir nicht zu erklären,

wie dieses Monstrum hier rein gekommen ist. Ich nenne das

Logik, Detlef nennt es: so ein Unsinn.

Jetzt dreht er wild an Rädchen, kurbelt hier, klopft da. Es

brummt und zischt und dann kommt Kaffee. »So,« sagt er dann,

während er in seine Tasse pustet, »was soll ich mal sagen ?«

Genau, da war ja noch was. »Es geht um die Gelben Säcke !«

»Um die FDP ?«

Ich winke ab. »Nein, die anderen, die für die Verpackungen.«

Detlef trinkt einen Schluck und schaut erwartungsvoll.

»Na, das ist doch ein Politikum ...«, schiebe ich nach, »Du weißt

doch da als Findorffer bescheid !«

Detlef richtet sich plötzlich ruckartig kerzengerade auf. »Nein,

nein, nein«, wieder der Zeigefinger diesmal tadelnd, »nicht

Findorffer. Ich bin Ostfriese.« Er klingt sehr stolz.

»Seit wann das denn ?«

»Seit ich da geboren wurde.«

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 34

»Ja, aber du lebst doch in Findorff seit du drei bist.«

»Na und, was hat das denn miteinander zu tun ? Ich bin

Ostfriese, der nur zufällig hier wohnt.«

»Ja, aber du liebst Findorff ?«

TOM GROTE GUCKT

»Richtig«, nickt er, »aber Gunda liebe ich auch und bin

trotzdem nicht Gunda. Einmal Ostfriese immer Ostfriese !«

Ich weiß, irgendetwas stimmt nicht an dieser Logik, aber

entweder Kaffee trinken oder den Fehler finden; eines geht nur.

Ich entscheide mich für den Kaffee.

»Weißt du trotzdem was über die Gelben Säcke ?«

Er nickt wieder. »Die wollen, dass man die

anders bestellen muss. Im Internet. Und

das wollen manche nicht.« Dann trinkt

er weiter Kaffee.

Ich warte, ob noch etwas kommt,

aber es kommt nichts. Ich versichere

mich: »Die wollen, dass man die

anders bestellt ? Und das wollen

manche nicht. Das ist alles ?«

»Das ist alles.«

»Und wo muss man die jetzt bestellen ?«

»Im Internet.«

»Und wenn man kein Internet hat, wo muss

man die dann bestellen ?«

»Im Internet.«

»Äh«, fange ich an, »Aber wenn

man kein …«

Detlef unterbricht mich. »Die Antwort lautet immer: im Internet.

Immer. Im Internet. Nee, Moment«, er stellt seinen Kaffee

ab, offenbar geht auch nur eines bei ihm. »Nee, Telefon geht,

glaub‘ ich, auch.«

»Dann ist das alles nur halb so wild ?«, frage ich.

»Was ist schon wild und was halb ? Keine Ahnung, ich bin

Ostfriese. Noch ein Kaffee ?«

»Klar«, sage ich, »noch ein Kaffee ist immer gut.« Und so

wurde es noch ein sehr netter Nachmittag in unserem Dorf

mit den Gelben Säcken.

▼ ÜBER TOM GROTE

Der Journalist moderiert in der Woche von 6:00 Uhr bis 10:00

Uhr »Der Morgen« auf Radio »Bremen Zwei«. In zweiter Existenz

arbeitet er »selbst und ständig« als freier Autor. Tom Grote

pendelt zwischen seinem geheimen Wohnort und Findorff, wo

er während der Arbeitswoche in einer Wohngemeinschaft lebt.

Text: Tom Grote, Foto: Kerstin Rolfes ▲

AUF DEN HUND GEKOMMEN ? Wow, was tut man nicht alles, um Aufmerksamkeit zu bekommen – zum

Beispiel die potentieller Inserenten, deren Anzeigen wir gern hätten, damit Sie »FINDORFF GLEICH NEBENAN«

weiterhin regelmäßig und kostenlos lesen können. Wir freuen uns über jede Anzeige der Findorffer Geschäftswelt und

umzu, die unser Magazin als attraktiven Werbeträger nutzen möchte. Warum ? Wir machen »FINDORFF GLEICH

NEBENAN« für die Menschen in dem Stadtteil, in dem auch wir leben und arbeiten. Als einziges durchgängig vierfarbig

gedrucktes Stadtteilmagazin verteilen wir von »FINDORFF GLEICH NEBENAN« über 10.000 Exemplare in

alle Briefkästen, auf denen nicht »keine Werbung« steht. Wer unser Magazin nicht im Briefkasten

haben möchte, aber doch lesen will, bekommt es auch an anderer Stelle: Weitere Exemplare gibt

es an über 60 »Hotspots« und in vielen Arztpraxen. Ausführliche Infos auf www.findorff.info

Text & Gestaltung: www.raetsch.de, Foto: »This dog just fetched the newspaper« © Shevs, www.shutterstock.com


STROM

VON

SWB?

PASST!

> Strom made in Bremen

> Klima schonend, ohne Kohle- oder Atomstrom

> aus Wasserkraft und Kraft-Wärme-Kopplung

swb Strom von hier

Jetzt online wechseln unter www.swb-gruppe.de/strom

oder einfach anrufen 0421 359-3590

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine