Contura 2015/2016 Deutsch

Rhaetische.Bahn

2015/2016

Contura

Das Magazin der Rhätischen Bahn

Reto Rostetter

Der Asiaten-

Versteher

Albulalinie

Neubau Albulatunnel:

Lebensader der RhB

UNESCO Welterbe RhB

Mit dem Lama ins

Wanderglück


Freibillett

Majestätisches Feldis

1500 Meter über Meer thront das kleine Dorf über dem Domleschg. Ein erhabenes Gefühl.

Auch wenn manche Touristen bei der Anfahrt mit der Luftseilbahn sagen, dass hier das

Ende der Welt sei … Als Kind hat mich das gekränkt. Heute parodiere ich dies in meinen

Songtexten. Ja, in einem Ort wie Feldis aufzuwachsen, hat mich geprägt. Hier gibt es zwei

Wetterlagen: sonnig oder stürmisch. Immer weht ein Wind. Das hört man auch in meiner

Musik: Sie ist ungestüm und ändert immer wieder die Richtung. Gleichzeitig fühlt man sich

in einem 130-Seelen-Dorf sehr geborgen. Ich kehre jedenfalls immer wieder gerne zurück.

Matthias Tscharner alias Malenco, Musiker aus Feldis

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www.rhb.ch/contura


Editorial

Auf Tour mit der RhB

Eigentlich ist von uns beiden ja mein Mann der Bahninteressierte

– er ist ein grosser Fan von Dampfloks. Aber

auch für mich ist die Rhätische Bahn mit ihren Kehren, der

Aussicht und der Natur ganz speziell, sie ist ja sogar Teil

des UNESCO Welterbes. Heute fahren wir mit der RhB nach

Davos, um den Höhenweg zur Schatzalp zu laufen. Mit

unserer Wandergruppe Linthgebiet bin ich rund zweimal im Monat unterwegs

in die Berge – auch immer wieder einmal mit der RhB. Wir sind auch schon im

Winter durch Graubünden gefahren. Es ist natürlich besonders romantisch, sich

die verschneite Landschaft vom Bahnwagen aus anzuschauen.

Ob Sommer oder Winter: Ich finde die gesamte RhB-Strecke interessant – aber

eine Fahrt im Panoramawagen, das ist schon besonders toll!

Ida Bühler

aus Rapperswil-Jona

Ich studiere an der Hochschule für Technik und Wirtschaft

in Chur und fahre jeden Morgen mit dem Postauto von

Scharans nach Thusis und mit dem Zug weiter nach Chur –

und am Abend wieder zurück. Ein Weg dauert eine gute

Dreiviertelstunde. Ich pendle bewusst und gerne mit den

öffentlichen Verkehrsmitteln, weil da einfach alles sehr

gut organisiert ist und es auf den Gleisen niemals Stau hat. Zudem kann ich

mich beim Zugfahren entspannen, Musik hören, einfach aus dem Fenster

schauen oder ein Buch lesen – kurz: Ich muss mich nicht aufs Autofahren und

den Verkehr konzentrieren. Und wenn nötig – zum Beispiel aufs Semesterende

hin – kann ich die Zeit im Zug auch zum Lernen nutzen.

Pendeln mit der RhB ist genial – die Aussicht wird nie langweilig, auch wenn

man die Strecke schon zigmal gefahren ist. Nur der Preis für den Kaffee am

Morgen, der dürfte etwas tiefer sein …

Luca Gertschen

aus Scharans

PS: Den spannenden RhB-Newsletter noch heute abonnieren und immer

auf dem Laufenden bleiben: www.rhb.ch/newsletter

3


Inhaltsverzeichnis

Wo gehtʼs lang?

30

Mythen und Märchen Schellen-Ursli gibt nicht auf

52 58 66

Aus der Werkstätte

Kunst an der Gitarre

Via

Valser Wasser – von der

Quelle ins Regal

Powerplay

Gipfelstürmer im Schnee

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Impressum: © Copyright /Herausgeber: Rhätische Bahn AG, Bahnhofstrasse 25, 7002 Chur | Technische Daten:

Rhätische Bahn | Konzept / Text: panta rhei pr gmbh | Grafik: Süsskind SGD Chur | Fotos: Archiv Rhätische Bahn,

A. Badrutt, C. Benz, V. Cadurisch, C. Eugster, R. Fasching, N. Fojtu, M. Galli, S. Heldstab, D. Knecht, Kummzumlama,

B. Lochmatter, A. Merker / © C-Films AG, J. D. Parolini, M. Schade, S. Schlumpf, Chr. Sonderegger, E. Süsskind,

R. Tsukalas | Gedruckt in der Schweiz, Ausgabe Nr. 6, 2015/16


Contura gibt’s online via

www.rhb.ch/contura oder

als App passend für Ihr iPad.

16 Scena

Weisse Pracht

10 Aus Berufung

Reto Rostetter:

der Asiaten-Versteher

14 Albulalinie

Neubau Albulatunnel:

Lebensader der RhB

18 Glacier Express

Ein guter Tropfen – oder zwei …

23 Hätten Sie das gewusst?

Zahlengestöber

24 Tradition

Steinerne Zeitzeugen:

die Puschlaver Crot

28 Fensterplatz

30 Mythen und Märchen

Schellen-Ursli gibt nicht auf

34 Kultur

Auf den Spuren

der Zuckerbäcker

40 UNESCO Welterbe RhB

Mit dem Lama ins Wanderglück

46 Bernina Express

In sicheren Händen: bei

Buschauffeur Renato Borri

50 Platz an der Sonne

Feldis: Hochsitz über dem Tal

52 Aus der Werkstätte

Kunst an der Gitarre

58 Via

Valser Wasser – von der

Quelle ins Regal

62 Was machen eigentlich …

… die Bewohner von Isola

im Winter?

64 Berühmte Namen

Meta von Salis

65 Wir stellen vor

Stiva Retica:

Bündnerstube auf Rädern

66 Powerplay

Gipfelstürmer im Schnee

72 Gut zu wissen

Volle Wasserkraft voraus

74 Streckennetz

Höhepunkte

der Rhätischen Bahn

76 Wettbewerb

Wie gut kennst du Clà Ferrovia?

77 Für Ihre Agenda

Auf einen Blick:

die Erlebnisfahrten 2016

78 RhB handlich

Erlebniskarte und Broschüren

79 Souvenirs & Geschenke

Schenken macht Freude

Über 7106 Quadrat kilometer echte Schweiz ent decken.

Gibt’s auch für Biker! www.rhb.ch/graubuendenpass

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Scena

Weisse Pracht

6 Tiefverschneites Engadin: Die RhB unterwegs entlang des Schweizerischen Nationalparks.


Am Berninapass liegt der höchste RhB-Bahnhof: Ospizio Bernina auf 2 253 m ü. M.

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8 Mit dem Zug ins Skigebiet: Die RhB auf dem Weg nach Arosa.


Die Rheinschlucht im Winterkleid – ein besonderer Reiz.

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Aus Berufung

Reto Rostetter: der

Asiaten-Versteher

10 Reto Rostetter mit einem Geschenk aus Japan: Der Daruma soll Glück bringen.


Hat ein Gespür für seine

Kunden: Rostetter im Gespräch

mit einem indischen Gast.

«Learning by Doing»: Bei der RhB gibt es noch Mitarbeitende, deren

Werdegang sich mit diesem Ausdruck beschreiben lässt. Zum Beispiel

Reto Rostetter, der in den 70er-Jahren als Bahnbetriebsdisponent

begann und heute im Auftrag der Rhätischen Bahn ganz

Asien bereist. «Ich habe drei vollgestempelte Reisepässe – und

eine Armada an Mitbringseln und Geschenken», so der Marktbearbeiter

Fernmärkte und Grossbritannien.

Reingerutscht sei er in seinen Traumberuf, sagt Reto Rostetter. Weder

die Verkehrsschule St. Gallen noch die damalige Swissair oder der Job als

Bademeister vermochten ihn wirklich zu begeistern. Mehr aus Vernunft

denn aus Leidenschaft absolvierte Reto Rostetter schliesslich eine Lehre

als Bahnbetriebsdisponent – oder Stationsbeamter, wie das damals Mitte

der 70er-Jahre noch hiess. «Zehn Jahre lang habe ich auf verschiedenen

Bahnhöfen gearbeitet, doch irgendwann wurde es mir langweilig.» Der

Zufall wollte es, dass 1985 im Verkauf Reiseverkehr eine Stelle frei wurde

und sich für Rostetter eine spannende Perspektive eröffnete – wenn auch

die Stelle vor 30 Jahren bei Weitem noch nicht so aufregend war wie heute:

«Damals gab es noch keine aktive Länderbearbeitung. Die Schweiz war der

Markt, wo wir unsere Kunden suchten.»

Die Tür nach Asien aufstossen

Es war der ehemalige RhB-Vizedirektor Andreas Wieland, der den Zug nach

Asien ins Rollen brachte: 1990 ging er für Schweiz Tourismus nach Japan

– und brachte die RhB dazu, sich dort ebenfalls in Marktbearbeitung zu

versuchen. «Geh!», forderte die RhB Reto Rostetter auf – und die Reisefreude

des Bündners nahm ihren Anfang. Obwohl: «Zu Beginn reiste ich

mit einem komischen Gefühl nach Asien – ich hatte ja überhaupt keine

Ahnung von dieser Kultur», erinnert er sich. Doch offenbar hatte sich die

RhB für diesen Job den Richtigen ausgesucht: Schon bald konnte Rostetter

in Japan erste Erfolge verzeichnen. Dann kamen China hinzu, Korea, Indien.

«Indien war nochmals eine ganz andere Welt. Ich hatte mir zur Vorbereitung

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Mit Japan vertraut:

zu Besuch bei einer

Geisha und bei der

Daimyo-Prozession

in Hakone.

das Buch ‹Kulturschock Indien› gekauft – aber meine erste Reise war trotzdem

ein Schock. Dieser Schmutz und die Armut. Gleichzeitig zeigten sich

die Menschen aber sehr freundlich und aufgestellt. Heute reise ich sehr

gerne nach Indien.» Und inzwischen ist Rostetter natürlich ein absoluter

Kenner der asiatischen Kultur – und ein Liebhaber: «Am Anfang wäre ich

fast verhungert, heute liebe ich japanisches und koreanisches Essen.» Und

die Sprachen? Er habe sich vor einigen Jahren drei Monate lang parallel an

Chinesisch und Japanisch versucht – aber das habe nur zu Chaos geführt.

«Ich kann ein paar Brocken Japanisch, damit kann ich mich durchschlagen.

Ansonsten wird Englisch gesprochen – obwohl ja die Japaner, im Gegensatz

zu den Chinesen oder Indern, eher schlecht Englisch sprechen.»

Und dies ist bei Weitem nicht der einzige Unterschied zwischen den drei

Kulturen …

Japan ist nicht gleich Korea ist nicht gleich China

40 Prozent seiner Arbeitszeit ist Reto Rostetter in fernen Ländern unterwegs,

und dies seit 30 Jahren. «Von August bis Oktober bin ich eigentlich

fast durchgehend in Asien», sagt er. Und wie hat er «die Asiaten», die es

so ja gar nicht gibt, auf all den Reisen kennengelernt? «Japaner sind zurückhaltend

und verlässlich: Hat man eine Unterschrift, weiss man, dass

es klappt. Chinesen wirken im Gegensatz dazu etwas ungehobelt – und

folgendes Sprichwort ist bei den Chinesen tatsächlich wahr: Ist der Vertrag

unterzeichnet, kannst du mit der Verhandlung beginnen. Die Koreaner

würde ich als liebenswürdige Schlitzohren bezeichnen – und die Inder

sind sehr kontaktfreudig, immer fröhlich und lachen viel.» Die wichtigsten

«Mitbringsel» sind für Rostetter – neben chinesischen Vasen, indischen

Holzarbeiten oder japanischen Glücksbringern

– gute und langjährige Be-

Die RhB als Arbeitgeberin

Die RhB ist die drittgrösste Arbeitgeberin kanntschaften. Diese seien bedeutenim

Kanton Graubünden: 1500 Mitarbeitende

sorgen in den Städten, Tälern

der als das Produkt an sich: «Ein freundschaftlicher

und beständiger Kontakt

und Dörfern für Bewegung. Und so

vielfältig wie die Arbeitsorte sind auch

mit den Partnern ist sehr kostbar – oft

die Jobs: Das Spektrum reicht von A wie kriegt man einen Vertrag nur dadurch

Automatiker bis Z wie Zugbegleiter.

unterzeichnet.»

www.rhb.ch/arbeitgeberin

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www.rhb.ch/contura


In China liegt die Zukunft

Viel hat sich verändert seit Reto Rostetters Anfängen als Marktbearbeiter.

Die Technologie habe alles einfacher gemacht, sagt der 62-Jährige, sowohl

die Büroarbeit als auch das Reisen. Auch die Dimensionen seiner Arbeit sind

nicht mehr ganz dieselben: Was mit zwei Stellen im Verkauf Reiseverkehr

(heute Marktbearbeitung Schweiz / International) begann, sind nun sechs

Mitarbeitende, die 14 verschiedene Märkte der RhB betreuen. In Rostetters

Fall heisst das: Einheimische für die Aus senstellen – zum

Beispiel in Schanghai, Mumbai oder São Paulo – suchen

«Der treue Kontakt

und einarbeiten, die Jahresplanung machen, das Budget

mit den Partnern

überwachen, Reise programme erstellen, die Kunden vor

ist sehr kostbar.» Ort besuchen oder ausländische Medien betreuen. «Das

Reto Rostetter

ist übrigens eine nicht zu unterschätzende Aufgabe –

alleine im Mai 2015 hatte ich sieben Fernsehteams aus

meinen Märkten hier im Bündnerland.»

Verändert haben sich auch die Märkte. Japan sei aktuell aufgrund des Yens

etwas schwächer. Aber Indien laufe sehr gut und auch Grossbritannien sei

ein grosser Markt für die RhB – die Engländer seien sehr bahnaffin. «China

und Korea werden mittelfristig den Rückgang von Deutschland und Italien

auffangen. Überhaupt wird China die Zukunft sein – die Buchungen für

2016 haben sich vervierfacht», so Reto Rostetter. Das Erfolgsgeheimnis:

Halten, was man verspricht. «Das gute Angebot ist bei der RhB vorhanden:

Die wunderbare Natur und zwei schöne Züge – der Glacier Express und

der Bernina Express. Wichtig ist, dass die Züge auf dem neuesten Stand

sind und dass wir ein gelungenes

Produkt zu fairen Preisen anbieten

können. Damit können wir

die asiatischen Gäste gewinnen.»

Die nächste Reise nach China steht

noch im Oktober an, dann geht es

nach Grossbritannien. «Was ich

unterwegs vermisse? Meine Frau

natürlich – und meinen Töff.»

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Albulalinie

Neubau Albulatunnel:

Lebensader der RhB

14

Die rote Infoarena am Bahnhof Preda informiert über den Neubau des Albulatunnels.


Seit Beginn des 20. Jahrhunderts verbindet er Preda auf der Nordseite

des Albulapasses mit Spinas im südlich gelegenen Val Bever:

Der Albulatunnel ist die Lebensader der Albulalinie. 2006 wurde

der damals schon über 100-jährige Tunnel untersucht, wobei sich

zeigte, dass er bezüglich Sicherheit – verständlicherweise – nicht

mehr aktuellen Standards entsprach. So starteten im März 2015

die Hauptbauarbeiten für den neuen Albulatunnel.

Knochenharte Arbeit war das damals, anfangs des 20. Jahrhunderts, als

Mineure mit Pickeln und Schaufeln den Albulatunnel ausbrachen. Von 1898

bis 1903 – also in nur fünf Jahren – kämpften sich 1316 Männer fast sechs

Kilometer durch den Berg. 21 Arbeiter verloren dabei ihr Leben. Die Eröffnung

des 7,3 Millionen Franken teuren Projekts war Beweis einer ingenieurtechnischen

und kräftezehrenden Meisterleistung.

Instandsetzung oder Neubau?

Mehr als 100 Jahre später zeigt der eindrucksvolle Albulatunnel aber Alterserscheinungen:

Eis, Wasser, Frost und der Druck des sich auftürmenden

Gebirges haben dem Bauwerk zugesetzt. Eine Untersuchung aller Tunnel

durch die RhB-Verantwortlichen im Jahr 2006 brachte zutage, dass die

Substanz des Albulatunnels vielerorts in schlechtem Zustand ist und der

Tunnel nach über 100 Betriebsjahren erneuert und bezüglich Sicherheit

auf den neuesten Stand gebracht werden muss. Doch wie? Den alten Tunnel

instand setzen oder besser einen neuen bauen? Eine Expertengruppe

aus Ingenieuren, Geologen, Umweltspezialisten und Verantwortlichen des

UNESCO Welterbes arbeitete vier Jahre lang an einem Plan zur Sanierung

dieser wichtigen Transit verbindung. Die Rhätische Bahn prüfte beide Varianten

eingehend und entschied sich schliesslich 2010 für den Bau eines

neuen Meterspurtunnels. Ausschlaggebend dafür waren der relativ geringe

Kostenunterschied, kaum fahrplanrelevante Einschränkungen während

der Bauphase auf der Strecke Chur, St. Moritz und Tirano sowie das wesentlich

höhere Sicherheitsniveau eines Neubaus. So erfolgte am 25. Juni 2014

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Sprengvorbereitungen

und erste

Sprengungen im

Albulatunnel.

der Spatenstich für den 345 Millionen teuren neuen Albulatunnel. Eröffnet

wird die neue, ebenfalls knapp sechs Kilometer lange Röhre im Jahr 2021.

Baustellenführungen und eine Infoarena vermitteln in der Zwischenzeit

alles Wissenswerte rund um den Tunnelbau.

Ein Berg wird eingefroren

Heute verlangt der Tunnelbau nicht mehr so viel pure Manneskraft wie vor

über 110 Jahren: Rund 90 Tunnelarbeiter werden im Einsatz stehen. Doch

Herausforderungen gibt es nach wie vor. Insbesondere die Raibler-Rauwacke,

ein sehr weiches Gesteinsmaterial, verlangt nach kreativen Lösungen.

Beim Bau des ersten Tunnels stand die Baustelle ganze neun Monate still,

weil grosse Wassermassen diese lockere Felsmasse in feinen Schlammsand

zerfallen liessen und es kein Vorwärtskommen mehr gab. Heutzutage

lässt sich diese Gefahr eindämmen: Die weiche Gesteinsschicht kann

mittels Injektionen verfestigt werden. An jenen Stellen, wo sich besonders

viel Wasser im Gebirge befindet, wird der Berg – man lese und staune –

eingefroren. Dies geschieht mit vorgängig eingebauten Gefrierrohren und

Kühlaggregaten, die das Wasser gefrieren lassen und damit den gesamten

Gebirgsbereich verfestigen und abdichten. Trotzdem wird auf diesem rund

130 Meter langen Teilabschnitt nicht wie beim übrigen Albulatunnel gesprengt,

sondern mechanisch mit dem Abbauhammer gearbeitet.

Aus altem Verkehrsweg wird neuer Sicherheitstunnel

Und was passiert mit dem alten Albulatunnel? Dieser bleibt als Zeitzeuge

bestehen. Sobald der neue Albulatunnel 2021 in Betrieb genommen wird,

hat der alte Tunnel als Verkehrsweg ausgedient und wird zu einem Sicher-

Station

Preda

1788,90 1788.90 m ü.M. m ü. M.

Station

Spinas Station

Spinas

1814,91 m ü. M.

1814.91 m ü.M.

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www.rhb.ch/contura


Die rote Baustellenwand

bietet spannende

Infos zum

Albulatunnel.

heitstunnel umgebaut. Das neue Sicherheitskonzept am Albulatunnel basiert

dann auf dem Prinzip der Selbstrettung: Im Notfall können die Fahrgäste

dank zwölf Querverbindungen zum Sicherheitstunnel die Unfallstelle

unverzüglich verlassen.

Bauarbeiten im UNESCO Welterbe-Gebiet

Der Albulatunnel ist seit 2008 Teil des UNESCO Welterbes. Damit das auch

in Zukunft so bleibt, arbeitete die RhB bei der Planung des neuen Tunnels

mit der Denkmalpflege des Kantons und des Bundes zusammen. Ein

Masterplan hält fest, wie mit der historischen Bausubstanz und den neu

eingefügten Bauten umgegangen wird. Grossen Wert legt die Bahn auch

auf eine nachhaltige Bauweise: Die Erschliessung der Baustellen erfolgt

zu einem grossen Teil per Bahn, wofür auf beiden Tunnelseiten ein Baubahnhof

erstellt wurde. Zudem findet ein Grossteil des anfallenden Ausbruchmaterials

neue Verwendung: Es

dient als Rohstoff für die Beton- und

Infoarena Albulatunnel

Schotterproduktion. Und nicht zuletzt Das Projekt «Neubau Albulatunnel» wird

legt die RhB besonderes Augenmerk auf in Preda in der Infoarena dokumentiert.

den Schutz von Flora und Fauna: Eine Die rote Baustellenwand vermittelt Infos

zu Geologie, Tunnelbau und Logistik und

von vielen Naturschutzmassnahmen ist

enthält spielerische Elemente für Jung

die Umsiedlung der heimischen Kreuzottern,

damit diese von den Arbeiten in audiovisuelle Informationen. Weiter wer-

und Alt. Im Infopavillon gibt es vertiefte

ihrem Lebensraum nicht gestört werden. den Baustellenführungen angeboten.

www.rhb.ch/infoarena

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Glacier Express

Ein guter

Tropfen – oder

zwei …

18 Genuss für Augen und Gaumen: die Fahrt im Glacier Express.


Augenschmaus und Gaumenfreude:

Eine Fahrt im Glacier Express bietet

beides. Während vor den Panoramafenstern

das Albulatal und die

Rheinschlucht vorbeiziehen, wird

drinnen allerlei Gluschtiges aufgetischt.

Und dazu gehört auch ein

gutes Glas Rotwein oder ein spritziger

Schaum wein – aus der Region,

versteht sich.

Kurz vor Fläsch biegt die Strasse rechts

ab und das herrschaftlich anmutende

Anwesen erscheint, umringt von Weinreben:

das Weingut Davaz. Hier wohnt

und arbeitet Andrea Davaz, Winzer und

Weintechnologe – sowie Präsident der

von Salis AG, einem Zusammenschluss

von Weinmachern und Weinhändlern.

Wer schon im Glacier Express gereist

ist und sich ein Glas Wein gegönnt hat,

kostete mit grosser Wahrscheinlichkeit

den edlen Traubensaft von ihm oder einem

seiner Mitstreiter: Auf der Karte des

berühmten Panoramazuges sind gleich

drei «von Salis»- und ein «Davaz»-Wein

vertreten. Darunter auch der rote Hauswein

des Glacier Express, der markante

«Glacier Express Blauburgunder» aus

dem Hause von Salis.

19


Andrea Davaz

freut sich, wieder

mehr Zeit für die

Winzerarbeit zu

haben.

Lehrgeld bezahlt

Die Brüder Andrea und Johannes erbten das Weingut Davaz 1990 von ihren

Eltern, welche die Zukunft ihres Hofes bereits im Wein und nicht in der

Landwirtschaft erkannt hatten. Sehr interessiert an Reben und Wein, liessen

sich die beiden Brüder nicht nur als Winzer und Weinküfer ausbilden,

sondern auch als Ingenieure der Weinkunde: «Wir kennen unser Geschäft –

vom ersten Rebpflänzchen bis zum letzten Tropfen in der abgefüllten

Flasche», so Andrea Davaz. Schon bald wurde es den Brüdern auf dem

heimischen Gut aber zu eng und sie kauften sich einen grösseren Spielplatz:

ein Weingut in der Toskana, samt 40000 abgefüllten

Weinflaschen. «Davon haben wir dann gerade

«Ich fühle mich

mal 1400 Flaschen verkauft – Ziel nicht erreicht», erinnert

sich Davaz. «Wir merkten, dass wir vom Weinhan-

sehr wohl in der Rolle

als Weinbauer.» del keine Ahnung hatten und gründeten – sozusagen

Andrea Davaz

als Übungsfeld – 1994 unsere eigene Weinhandlung:

die von Salis AG.» Mehr als 20 Jahre später beschäftigt

von Salis 20 Mitarbeitende in Landquart und gilt als Marktführer in der

Umgebung. Das Weingut in der Toskana, übrigens, wird noch heute mit

Erfolg von Johannes Davaz geführt.

Schaumwein aus der Bündner Herrschaft

Erfolgreich ist auch Winzerin Irene Grünenfelder, deren Weine von Salis

übrigens auch im Sortiment führt. Ihr Ein-Frau-Betrieb – das Weingut

Eichholz – liegt zwischen dem Weingut Davaz und der Weinhandlung von

Salis in Jenins. Hier hegt und pflegt Irene Grünenfelder seit rund 20 Jahren

ihre Weinreben, vor allem Pinot Noir. Sie sei zu ihrem Weingut gekommen

wie die Jungfrau zum Kinde, erzählt sie: «Ich war Primarlehrerin und

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www.rhb.ch/contura


Journalistin beim ‹Tagblatt›. Hätte ich meinen späteren Mann nicht kennengelernt,

wäre ich wohl nie darauf gekommen, Weinbäuerin zu werden.»

1993 übernahm sie den einstigen Bauernhof ihrer Schwiegereltern, pflanzte

auf dem sozusagen jungfräulichen Boden Reben und übte sich fortan in der

Kunst des Weinbaus – zwei Jahre später kelterte Irene Grünenfelder ihren

ersten Wein. Heute werden ihre Weine in den höchsten

Tönen gelobt. Ihr Geheimnis? «Wichtig ist sicher ein

«Für guten Wein muss

Flair für die Pflanzen und die Kelterei. Und man muss

man konsequent und jeden Tag konsequent arbeiten und sich sorgfältig um

sorgfältig arbeiten.» seine Reben kümmern!» Diese ganze Arbeit macht die

Irene Grünenfelder

Bündnerin praktisch im Alleingang. Im Sommer und

während der Erntezeit habe sie Helfer, weil es alleine

schlicht nicht zu schaffen wäre. «Und ist die Arbeit draussen getan, wartet

am Abend noch das Büro. Es sind mehr als 100 Prozent. Aber ich würde

nicht mit meinem alten Beruf tauschen wollen.» Und das ist auch gut so: für

Liebhaber von Bündner Weinen und für die RhB, die ihre Glacier-Express-

Gäste mit einem Schaumwein vom Weingut Eichholz anstossen lässt. Grünenfelders

«Crémant», bestehend aus Pinot Noir und Chardonnay, basiert

auf der klassischen Flaschengärung: «Die zweite, mehrmonatige Gärung

findet in der Flasche statt – wie das beim Champagner auch der Fall ist.»

Winzerin aus Leidenschaft:

Irene

Grünenfelder.

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Im Glacier Express wird

mit «Crémant» angestossen,

einem Schaumwein

vom Weingut Eichholz.

Das Geschäft trägt Früchte

Genügend Zeit brauchen aber nicht nur guter Wein und Schaumwein, auch

der Weg zum Erfolg verlangt meist viel Geduld. Der Aufbau der Firma von

Salis sei mit sehr viel harter Arbeit verbunden gewesen, 15 Jahre hätten

sie investiert und lange kaum Geld gesehen, sagt Andrea Davaz. Heute

freut er sich darüber, dass er selbst dank dem neuen Geschäftsführer

Daniel Hürbi wieder verstärkt Weinbauer auf seinem eigenen Gut sein darf –

und über die Vorteile, die von Salis als Nummer eins geniesst: «Wir sind

die erste Anlaufstelle für die Winzer aus dem Bündnerland und erhalten

von rund 80 Weinbauern aus der Umgebung Trauben, die bei uns zu

Wein verarbeitet und unter dem ‹von Salis›-Label vertrieben werden.»

Ihr grosser Pluspunkt sei, dass sie selbst noch immer Winzer seien. Das

erhalte das Vertrauen. «Wir arbeiten vor allem mit kleineren Weinbauern

zusammen. Solche Lieferanten bleiben – grössere wollen rasch zu Coop

wechseln, wenn nur einmal die Absatzzahlen nicht ganz so hoch sind.»

Auch diverse Winzer aus der übrigen Schweiz und rund 60 Weinbauern

aus aller Welt sind Teil des «von Salis»-Angebots. Damit kann sich das

Sortiment sehen lassen: Zur Auswahl stehen Riesling-Silvaner, Pinot Blanc,

Sauvignon Blanc, Pinot Gris, Chardonnay, Blanc de Noir und Pinot Noir.

Ein solcher ist auch der «Glacier Express

Blauburgunder», ein Wein «mit Noten von

roten Beeren und Kirschen, warmer Struktur,

weichen Tanninen und einem langen

Fruchtfinale». Die Bündner Herrschaft gelte

Der langsamste

als das Pinot-Noir-Terroir der Schweiz, sagt

Schnellzug der Welt

Die Fahrt durch die Schweizer Alpen Davaz: Die Zone sei warm, aber nicht zu

prägt sich ein – mit Höhepunkten heiss, und biete im Herbst kühle Nächte –

vom Anfang bis zum Ende.

das sei wichtig für die Qualität der dünnhäutigen

Pinot-Noir-Traube. Und Qualität

In St. Moritz grüsst die Welt der

Schönen und Reichen, in Disentis

das ehrwürdige Kloster und in

ist oberstes Gebot: Denn wenn vor den

Zermatt das Matterhorn.

Fenstern des Glacier Express die Höhepunkte

Von St. Moritz nach Zermatt

des Kantons vorbeiziehen, ist für die Zugreisenden

auch drinnen nur das Beste aus

ab CHF 205.00

inkl. 3-Gang-Menü am Sitzplatz heimischen Gefilden gut genug.

www.rhb.ch/glacierexpress

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www.rhb.ch/contura


Hätten Sie das gewusst?

Zahlengestöber

Die Wetterstation Samedan misst durchschnittlich jeden Monat mindestens 1

Schneetag – sogar im August! Schliesslich gilt jeder Tag mit mehr als 1 Millimeter

Schneefall als Schneetag. Aber es geht natürlich noch viel mehr: Im schneereichen

Winter 2000/2001 wurden beim Ospizio Bernina 25 Meter Schnee gemessen! Und

warum kommt die Rhätische Bahn trotzdem noch über die Pässe? Weil zum Beispiel

an der Berninastrecke neu sogar die Signale eine eigene Heizung haben. Gar nicht

genug von der weis sen Pracht hingegen bekommen die Wintersportler. Für sie werden

in Graubünden knapp 800 Kilometer Loipen gespurt. Um perfekte Bedingungen

für den Engadin Skimarathon mit knapp 13 000 Läuferinnen und Läufern zu

schaffen, sind 15 Loipenfahrzeuge aus dem gesamten Oberengadin für mindestens

7 Stunden unterwegs, um die 42 Kilometer lange Rennloipe zu präparieren. Die

Rhätische Bahn führt am Event-Tag ab 4 Uhr morgens über 100 Extrafahrten durch,

damit die Teilnehmenden entspannt anreisen können.

Ospizio Bernina ist die höchstgelegene Station der RhB – hier wird’s auch mal bis zu -25° C kalt.

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Tradition

Steinerne Zeitzeugen:

die Puschlaver Crot

24 Kühlschrank aus vergangener Zeit: Crot in Brusio.


Kennt sich aus: Dario Monigatti

sammelt seit vielen Jahren Informationen

über die Puschlaver Crot.

Im Valposchiavo, im südöstlichsten Zipfel des Bündnerlands, findet

man eine jahrhundertealte Tradition, die es so sonst in Graubünden

nirgends gibt: Die Crot – kuppelförmige Steinhäuser – dienten als

kühle Lagerräume, manchmal gar als Wohnhäuser. Nur mit Steinen

gebaut trotzen sie dem Lauf der Zeit.

«In der Gemeinde Brusio gibt es mehr als 200 Crot – verteilt von der Talsohle

über die Maiensäss bis hinauf auf mehr als 2000 Meter über Meer.

Und wir finden immer wieder neue», erklärt Dario Monigatti, ehemaliger

Lehrer und Gemeinderat in Brusio, heutiger Grossrat

in Chur – und Lokalhistoriker. Neun Stück dieser Steinhäuschen

stehen mitten im Dorf Brusio, auf einer Wiese.

«Im Innern der

Crot ist es jahrein, «Ich habe aus eigenem Interesse unzählige Informationen

und Fotos zu den Crot recherchiert. Was mir bis

jahraus konstant vier

heute ein Rätsel bleibt, ist die genaue Herkunft dieser

Konstruktion.» Zwar findet man auch im Tessin, in

bis fünf Grad kalt.»

Dario Monigatti

Italien, Griechenland, Albanien, Frankreich oder Irland

ähnliche Steinbauten – wo die einfache und dabei so

effektive Bauweise ihre Wurzeln hat, ist jedoch nicht belegt. «Es wäre

denkbar, dass päpstliche Truppen aus Italien über das Veltlin diese Konstruktionsweise

zu uns gebracht haben. Wir haben Daten aus dem Jahr 1800

gefunden, aber ich vermute, dass die Bauweise noch sehr viel älter ist»,

erklärt Dario Monigatti.

Kühlschrank anno dazumal

Doch wie auch immer sich vor Hunderten von Jahren die Crot ihren Weg

ins Valposchiavo gebahnt haben: Sie stehen bis heute als Zeitzeugen in der

Gemeinde Brusio. Viele davon sind seit Jahrhunderten im Besitz derselben

Puschlaver Familien, einige nutzen ihr Crot sogar heute noch. Wofür? Als

kühle Lagerräume, wie bereits ihre Vorfahren. Die meisten Türen sind deshalb

verschlossen, doch eine lässt sich öffnen. Im Innern ist es dunkel –

und richtig kalt. «Die Crot sind uralte Kühlschränke, die ganz ohne Strom

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funktionieren. Die Temperatur im Innern bleibt während des ganzen Jahres

konstant zwischen vier und fünf Grad Celsius.» Damit das funktioniert, ist

die richtige Lage ausschlaggebend: schattig und am besten am Hang. An

dieser Stelle wird dann mehrere Meter in die Tiefe gegraben. «Es gibt sogar

Crot, durch die ein kleiner Bach fliesst. Zur Kühlung der Milch auf der Alp

oder dem Maiensäss war das früher besonders praktisch.» Heute lagern

in den Steinhütten Kartoffeln, Gemüse, Wein oder Trockenfleisch, das an

Eisenstangen in der Luft hängt. Einige Crot seien auch als Wohnhäuser genutzt

worden: «Die zwei grossen Crot in Viano und Cavaione oberhalb von

Brusio waren früher bewohnt», so Monigatti.

Direkt an der

RhB-Bahnlinie

stehen in Brusio

neun Crot.

Standhaft über Jahrhunderte

Gebaut werden die Crot nach dem Prinzip des «falschen Bogens», bei dem

die Bogensteine überlappend angeordnet sind. Von unten nach oben werden

die Steine in einer doppelten Schicht kreisförmig aufeinandergesetzt;

eine Konstruktion, die komplett ohne Mörtel auskommt. Die Steine der

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www.rhb.ch/contura


Die Kulturstiftung Pro Helvetia ehrte

2012 die spezielle Konstruktionsweise

der Crot mit einer Briefmarke.

inneren Wand werden exakt so angeordnet, dass Regen nicht ins Häuschen

eindringen kann, sondern zwischen den zwei Steinschichten abfliesst. So

bleibt der steinerne Lagerraum trocken und wird gleichzeitig vom Wasser

gekühlt. Während unten grosse und schwere Steinbrocken zum Einsatz

kommen, werden diese nach oben hin immer kleiner. Über der Tür befindet

sich eine schwere, grosse Steinplatte, die für Stabilität sorgt. Die Tür

selbst – aus Holz – ist klein und niedrig, nur wer den Kopf einzieht, gelangt

unbeschadet in den geräumigen, hohen Innenraum. «Die Türen sind

bewusst so klein gebaut. So kann weniger Wärme eindringen und weniger

Kälte austreten», erklärt der gebürtige Puschlaver. Diese überlieferte Bauweise

sei sehr stabil: «Erst vor wenigen Jahren mussten wir unsere Crot

hier in Brusio renovieren, weil sie nach Jahrhunderten in Wind und Wetter

aussen zerfallen waren – im Innern waren sie aber noch immer intakt.»

Die Gemeinde erhielt für die Renovationsarbeiten zwar Subventionen,

rund 10 bis 15 Prozent haben die Besitzerfamilien allerdings selbst in die

Erhaltung investiert.

Eine Konstruktion, die fasziniert

Die Bauweise der Crot stösst vielerorts auf Interesse und Bewunderung.

Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia zeichnete die spezielle Konstruktion

2012 aus und liess eigens eine Briefmarke kreieren. «Auch Architekten

kommen hierher, um sich unsere Crot anzuschauen», sagt Monigatti. Der

Bau der Steinhäuschen will nämlich gelernt sein: Die Steine richtig zu bearbeiten

und in die passende Form zu bringen, braucht ein sehr geübtes

Auge. «Wir haben für die Renovation einen Italiener aus dem Veltlin gefunden,

der diese Bauweise noch kannte. Leider ist er jedoch vor Abschluss

der Arbeiten verstorben. Wer die Crot gut

kennt, sieht relativ schnell, welche Bauten

er und welche die neuen Arbeiter Mit dem Bernina Express fahren Sie ganz

Mit der RhB ins Valposchiavo

renoviert haben.» Eines der Puschlaver bequem ins Puschlav: Machen Sie Halt in

Poschiavo und besuchen Sie das Kunstmuseum

«Casa Console», das rund 100

Crot steht übrigens unmittelbar bei einer

anderen Sehenswürdigkeit: dem Kreisviadukt

von Brusio.

bergt. Mit dem Freizeit-Bon der RhB

bedeutende Werke der Romantik beher-

gibt’s den Eintritt 25 Prozent günstiger.

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27


Fensterplatz

Claudia Stöckler,

26 Jahre, ist

mit der RhB von

Chur via Filisur

zum Bad Alvaneu

gereist.

«Wunderschön – so mitten im Grünen»

Grüezi! Dürfen wir dich rasch beim

Entspannen stören? Warst du schon

öfters hier?

Noch nie, das Bad Alvaneu besuche ich

zum ersten Mal.

Wie bist du drauf gestossen?

Du scheinst dem Dialekt nach nicht aus

der Gegend zu sein …

Ja, ich bin aus Vorarlberg, habe aber das

letzte Jahr in Chur gewohnt, weil ich ein

Praktikum bei der RhB gemacht habe.

Als Abschiedsgeschenk darf ich mich hier

nun ein wenig entspannen.

Oh, das ist aber nett! Und wie gefällt’s

dir im Bad Alvaneu?

Es ist wunderschön, so mitten im Grünen!

Und trotz des kühlen – und damit

perfekten – Badewetters hat’s nicht

allzu viele Leute. Ausserdem ist das Bad

per Bahn und Bus sehr unkompliziert

erreichbar – und die Fahrt hierher ist

wirklich sehr eindrücklich!

Gehst du regelmässig zum Wellnessen?

Schon ab und zu, vor allem bei kaltem

Wetter. Was gibt es dann Schöneres, als

sich eine Massage zu gönnen oder im

warmen Sprudelbad zu liegen?

Bade-Kombi-Ticket

Entspannt, entspannter, RhB: Mit dem

Bade-Kombi-Ticket der RhB wellnessen

Sie 20 Prozent günstiger in den beiden

Bündner Mineralbädern Bad Alvaneu und

Engadin Bad Scuol.

Aussteigen und eintauchen ab CHF 28.00

Dann wäre ja vielleicht das Engadin

Bad Scuol auch noch etwas für dich –

da gibt’s auch ein Bade-Kombi-Ticket.

Gut zu wissen! In den nächsten Monaten

bin ich zwar im Ausland. Aber vielleicht

bei der nächsten Reise ins Bündnerland …

www.rhb.ch/bade-kombi

28

www.rhb.ch/contura


Sabrina Meister,

26 Jahre, entspannt

im Engadin

Bad Scuol.

«Perfekt für einen Tagesausflug»

Hallo, dürfen wir dich fragen, wie du

ins Engadin Bad Scuol gereist bist?

Als Praktikantin bei der RhB natürlich

mit unserer Bahn! Die Fahrt war wunderschön:

Graubünden zeigt sich heute

von seiner schönsten Seite – saftiges

Grün im Prättigau und sommerliche

Berglandschaften im Unterengadin.

Ach, schickt denn die RhB alle ihre

Praktikantinnen ins Wellness?

Nein, das nicht. Aber vom Bad in Scuol

habe ich schon viel gehört und mit dem

Bade-Kombi der RhB spart man sogar

20 Prozent auf die Bahnfahrt.

Was ist denn deine Lieblingsanwendung?

Am besten gefällt’s mir bei den Sprudeldüsen,

wenn die Luftbläschen einen sanft

massieren. Oder im Dampfbad, wo sich

der Körper richtig entspannt. Und das

Solebad hier hat ein besonders schönes

Ambiente.

Gehst du denn öfters ins Wellness?

Leider nicht regelmässig, obwohl ich es

immer sehr geniesse. Vor allem mit meinen

Freundinnen: Nirgends kann man

bessere Gespräche führen als völlig entspannt

im Blubberbad.

Und wie gefällt’s dir hier?

Es ist wunderbar, so viele verschiedene

Bäder und Sprudeldüsen – und erst die

Saunalandschaft. Und die Sicht auf die

Engadiner Berge ist unvergleichlich.

Perfekt für einen Tagesausflug.

Mit dem Freizeit-Bon abtauchen

Wohltuendes Nass gibt es auch in

St. Moritz: Mit dem Freizeit-Bon der RhB

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29


Mythen und Märchen

Der Schellen-Ursli

gibt nicht auf

30 Geschafft: Uorsin bringt die riesige Glocke aus dem Maiensäss nach Hause.


Verstehen sich blind: Uorsin

und sein Mami beim Plaudern

vor dem Zubettgehen.

Es ist eines der berühmtesten Kinderbücher der Schweiz. Mit Xavier

Koller verwandelt nun einer der bekanntesten Regisseure des Landes

das Buch in einen märchenhaften Film: 70 Jahre nach der ersten

Veröffentlichung kommt der Schellen-Ursli ins Kino.

Leise knirscht der Schnee unter Uorsins Sohlen. Sein Atem formt in der kalten

Nachtluft helle Wolken, während er langsam schnaufend einen Schritt

vor den anderen setzt. Die Bäume werfen im Mondlicht lange Schatten, ab

und an ruft ein Tier. Doch Uorsin lässt sich nicht einschüchtern. Schliesslich

hat er ein Ziel: Er will die grosse Glocke aus dem Maiensäss seiner Eltern

holen. Denn Uorsin wird sich am Chalandamarz nicht hänseln lassen, weil

er mit der kleinsten Glocke durchs Dorf zieht. «Das wäre doch gelacht»,

denkt er und stapft mutig weiter.

«Die Story hat etwas Archaisches»

Geschichten wie diese erlebt jedes Kind: «Man ist der Kleinste, Dickste,

der gehänselte Aussenseiter», sagt Peter Reichenbach. Und genau darin

lag für den Produzenten der Reiz an der Verfilmung der berühmten Figur:

«Man will nicht gehänselt werden, sondern es allen zeigen – das ist sehr

menschlich, auch bei Erwachsenen. Das hat etwas Archaisches, das mich

schon immer fasziniert hat.»

Umso erstaunlicher, dass der Film zum Buch erst jetzt in die Kinos kommt.

Bislang existiert lediglich eine rund 20-minütige Verfilmung aus den

60er-Jahren – ein Werbefilm für Schweiz Tourismus. Doch aus einem Buch

einen Kinofilm zu machen, ist komplizierter als gedacht. Peter Reichenbach:

«Zunächst muss man die Rechte erwerben, was oft nicht ganz billig ist.

Dann muss man aus einer kleinen Geschichte eine abendfüllende Story

machen – alles in allem kann so etwas gut sieben, acht Jahre dauern.»

Auch beim «Schellen-Ursli» musste die Geschichte ausgebaut werden - unter

anderem deshalb brauchen Autoren allein für ein gutes Drehbuch zwei,

drei Jahre. Sobald das Drehbuch dann in groben Zügen steht, macht sich

die Produktionsfirma auf die Suche nach mehreren passenden Regisseuren.

Beim «Schellen-Ursli» war das anders. Peter Reichenbach kennt Xavier Koller

31


seit 25 Jahren und wusste genau, «dass er von den Schweizer Regisseuren

der Richtige ist. Er kann gut mit der Zeit umgehen, in der Buch und Film

spielen.» Peter Reichenbach stiess bei Xavier Koller sofort auf offene Ohren:

«Er erfüllte sich einen Bubentraum, indem er den Schellen-Ursli zum Leben

erweckte.» Was jetzt noch fehlte, waren die Schauspieler. Weil beim «Schellen-Ursli»

Kinder die Hauptrollen spielen, veranstaltete Peter Reichenbachs

Produktionsfirma C-Films ein riesiges Casting. Das Rennen für die Hauptrolle

machte der elfjährige Jonas Hartmann aus Churwalden. «Jonas ist gewieft,

er hat Lust am Spielen und Charisma. Bühnen- bzw. Leinwandpräsenz ist

nicht erlernbar», erzählt Peter Reichenbach. Kinder hätten noch Spielfantasie:

«Sie reflektieren im Gegensatz zu Erwachsenen nicht über ihre Wirkung.

Man fragt sie oft einfach, wie sie in einer bestimmten Situation reagieren

würden. Und schon kreieren sie einen Charakter.»

Wichtig war auch herauszufinden, ob die Kinder den oftmals harten Drehtagen

gewachsen sind und ob Regisseur und Schauspieler zueinander passen.

Also ging es auch beim «Schellen-Ursli» für ein paar Test-Drehtage in

die Berge. Unverzichtbar ist für Peter Reichenbach die Zusammenarbeit mit

den Eltern: «Wir holen sie mit ins Boot und nehmen auch Kontakt zu den

Schulen auf, um den Nachhilfeunterricht zu organisieren.» Was die Kinder

in der Schule vielleicht verpassen, holen sie jedoch in Sachen Lebenserfahrung

locker auf: «So ein Dreh ist eine einmalige Sache: Die Kinder lernen,

im Team zu arbeiten und sich aufeinander zu verlassen.»

Gedreht wurde schliesslich gegenüber von Ardez, im kleinen Dorf Sur En –

selbstverständlich in Mundart. Die Geschichte ist im Unterengadin beheimatet,

den Klang dieser Gegend darf man durchaus hören. Ab und an lassen

die Schauspieler rätoromanische Alltagsfloskeln fallen, die gang und

gäbe sind: «Der Dialekt im Unterengadin hat

eine schöne Sprachfarbe», sagt der Produzent.

«Doch der Film muss in der ganzen

Schweiz zu verstehen sein.»

Fürs Leben lernen: Regisseur Xavier Koller

mit den Jung-Schauspielern Jonas Hartmann

(links) und Laurin Michael.

32

www.rhb.ch/contura


Gedreht wurde

im fast unbewohnten

Dorf

Sur En, das für

die Dreharbeiten

rund hundert

Jahre zurückversetzt

wurde.

Acht Wochen verbrachte die Crew im vergangenen Herbst und Winter im

Unterengadin und versetzte Sur En zurück ins 20. Jahrhundert. Die Geschichte

des Schellen-Ursli spielt irgendwann zwischen 1900 und 1945;

zu einer Zeit, in der man noch mit Pferdeschlitten fuhr und nah dran war

an der Natur. Um das Dorf noch originalgetreuer aussehen zu lassen, ergänzte

das Filmteam die Kulisse sogar um einige Gebäudefassaden. Sehr

praktisch für die Dreharbeiten: Sur En wird lediglich von einer Familie dauerhaft

bewohnt, weshalb der Dreh nicht allzu viele Menschen in ihrem

Alltag einschränkte. Peter Reichenbach schwärmt von den Dreharbeiten:

«Die Bevölkerung hat uns extrem unterstützt, ebenso wie sämtliche Institutionen.»

Das war wichtig, denn der Drehort lag nicht gerade zentral. Für

die An- und Abreise von Mensch und Material setzte die Produktionsfirma

meist auf die Rhätische Bahn: Sogar die Abfälle vom Set transportierte

diese wieder ins Unterland.

Und weil die Rhätische Bahn das Engadin bereits vor 100 Jahren prägte,

bekam sie sogar eine kleine Statistenrolle im neuen Schellen-Ursli-Film: Ein

letztes Zischen der Dampflok, bevor der Zug hinter den Bergen verschwindet

und Uorsins Mami in die Stadt bringt. Sie muss weg zum Arbeiten,

weil es im Dorf nicht genug zu tun gibt.

Uorsin bleibt traurig zurück. Doch er weiss Schellen-Ursli im Kino

ganz genau: Aufgeben gilt nicht. Denn am In der Schweiz kommt «Schellen-Ursli»

Ende wird doch alles gut.

am 15. Oktober 2015 in die Kinos,

in Deutschland ist der Start für Frühjahr

2016 geplant. Der Film wird

auf Hochdeutsch, Französisch und

Italienisch übersetzt.

33


Kultur

Auf den

Spuren der

Zuckerbäcker

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www.rhb.ch/contura


Zuckerbäcker mit Leib und Seele: Peder Benderer führt die Konditorei in dritter Generation.

35


Bereits in der dritten Generation kreiert Peder Benderer Nusstorten,

Ballas engiadinaisas und traditionelles Birnenbrot. Die Geschichte

der Engadiner Zuckerbäcker geht allerdings noch viel

weiter zurück: Vom 18. Jahrhundert bis zum Ausbruch des Ersten

Weltkrieges bereisten sie die Welt. Zum Start seiner Karriere begab

sich Peder Benderer 1999 zu Fuss auf den Weg seiner Vorreiter.

«Wir sind keine Familie von Zuckerbäckern im eigentlichen Sinne – mein

Grossvater baute die Konditorei neu auf und ich führe das Geschäft nun in

der dritten Generation», stellt Peder Benderer gleich zu Beginn klar. Doch

die über 70-jährige Vergangenheit seines Geschäfts ging ihm zu wenig

weit – er wollte, als er die Produktion in Sent und den Laden in Scuol von

seinem Vater übernahm, mehr über seine geistigen Vorfahren wissen. Und

so begab er sich zu Beginn dieses neuen Lebensabschnitts auf die Spuren

der Vergangenheit: auf die Spuren der Engadiner Zuckerbäcker, die sich im

18. Jahrhundert in der ganzen Welt eine neue Heimat suchten. 20 Tage

lang war Peder Benderer zu Fuss unterwegs, von Sent bis nach Florenz.

Peder Benderer, wollten Sie schon immer Zuckerbäcker werden?

Ja, von klein auf. Ich war schon als Kind immer bei meinem Grossvater in

der Backstube. Etwas anderes gab es eigentlich nie für mich.

Was fasziniert Sie denn so an diesem Beruf?

Mich fasziniert die Vielfalt. Die Kombinationsmöglichkeiten von Süssem

und Pikantem erscheinen mir grenzenlos. Es ist diese kreative Komponente

meiner Arbeit, die schlicht keine Langeweile aufkommen lässt.

1999 haben Sie das Geschäft von Ihrem

Vater übernommen – und gingen als

Erstes auf eine Reise nach Florenz. Warum?

Die Geschichte unseres Unternehmens ist

eingebettet in eine viel ältere Geschichte,

nämlich jene der Engadiner Zuckerbäcker.

Auf den Spuren seiner geistigen Vorfahren:

Peder Benderer auf dem Weg nach Florenz.

36

www.rhb.ch/contura


Mit Sorgfalt

gemacht: Rodas

engiadinaisas

und die traditionelle

Nusstorte.

Diese Geschichte wollte ich kennenlernen, oder besser: am eigenen Leib

erfahren. Die Idee war, mich in Florenz und auf dem Weg dahin nach Konditoreien

und besonders vorbildlichen Lokalen umzusehen. Also machte

ich mich zusammen mit einem Freund auf den Weg – zu Fuss, versteht sich,

wie einst die Unterengadiner Zuckerbäcker.

Was sagten denn Ihr Vater, Ihre Mutter zu den Reiseplänen?

Mein Vater glaubte an mich, meine Mutter war hingegen von der Idee weniger

begeistert. Aber ich liess mich da nicht beeinflussen.

Ist es denn üblich, dass die Zuckerbäcker reisen – so

wie die Zimmerleute auf Wanderschaft gehen?

«Langsamkeit und

Nein, überhaupt nicht. Das war einfach eine spontane

Aufmerksamkeit sind Idee von mir – ich wollte die Dinge immer schon ein

Voraussetzungen für wenig anders machen als die anderen. Inspiriert hat

kreatives Herstellen mich Dolf Kaisers Buch «Fast ein Volk von Zuckerbäckern»,

das die Geschichte der Engadiner Zuckerbäcker

ebenso wie für kreatives

Geniessen.» gel an wirtschaftlichen und beruflichen Möglichkeiten

erzählt. Diese sind im 18. Jahrhundert wohl aus Man-

Peder Benderer

aus diesem Tal in die weite Welt aufgebrochen, um

anderswo ihr Glück zu finden. Sie bauten so ein einmaliges

Bäckerei-Netzwerk von Oslo bis Sizilien, von England bis Russland

auf. Das hat mich fasziniert und ich wollte herausfinden, was das heute

heisst: Zuckerbäcker sein im Engadin.

Dieser Fussmarsch ist nun gut 16 Jahre her. Was ist Ihnen bis heute

in Erinnerung geblieben?

Ach, da gibt es vieles … Ich erinnere mich besonders gut an den schönen

alten Römerweg in der Po-Ebene. Oder an ein kleines Konditorei-Geschäft,

das sehr bunt eingerichtet war und aussergewöhnliche Verpackungen hatte.

Und natürlich an jenen Tag – es muss

zu Beginn der zweiten Reisewoche gewesen

sein –, als wir nach einem zwölfstündigen

Tagesmarsch einfach kein Hotelzimmer

mehr finden konnten. Eine alte Dame hat

sich dann erbarmt und uns zum Glück ein

Bett angeboten.

37


Und was haben Sie von der Reise ganz konkret mit nach Hause genommen?

Ein spezielles Rezept vielleicht?

Nein, ein Rezept an sich habe ich nicht mitgebracht. Aber ich habe auf

meiner Reise diverse Produktideen gesammelt, die ich dann zu Hause in

Rezepten verarbeitet habe.

Wie hat Sie dieser Fussmarsch sonst noch geprägt?

In erster Linie habe ich durch das langsame, bedächtige Reisen eine Haltung

kennengelernt, die geprägt ist von Langsamkeit und Aufmerksamkeit – für

mich bis heute die Voraussetzungen für kreatives Herstellen ebenso wie

für kreatives Geniessen. Meine Hoffnung ist, dass in meinen Produkten

beides zusammenfindet. Das Engadiner Wort «Creaziun» in unserem Firmennamen

«Peder Benderer – Creaziun Pastizaria» ist kein Zufall: Es steht

für den Anspruch, Rohstoffe nicht einfach nur zu verarbeiten, sondern

schöpferisch damit umzugehen.

Eine 20-tägige Reise kann man sich mit einem Geschäft wahrscheinlich

nicht alle Jahre erlauben. Woher holen Sie sich heute Ihre Inspiration?

Zum Reisen komme ich in der Tat nicht mehr so oft. 2009 war ich einige

Tage in Odessa und habe das legendäre Café Fanconi, das seit Ende des

18. Jahrhunderts existiert, besucht. Ich habe in der Ukraine qualitativ sehr

hochwertige Produkte entdeckt und bin mit vielen neuen Ideen wieder

nach Hause. Ansonsten versuche ich, ab und zu eine kurze Reise in eine

Grossstadt zu machen – Deutschland vor allem –, um dank neuen Eindrücken

neue Inspiration zu finden.

Sie sind in die Fussstapfen Ihres Grossvaters

respektive Ihres Vaters getreten. Was

Kulinarische Genussreisen

unterscheidet Sie von den beiden?

Man nehme: eine zauberhafte

Bündner Landschaft, ein frisch

Oh, das ist schwierig … Ich glaube, ich bin

zubereitetes Menü und einen zuvorkommenden

Service. Geniessen

linig oder gar stur, wie man uns manchmal

kein typischer Engadiner – nicht so gerad-

Sie auf dem 384 Kilometer langen

nachsagt. Ich bin schon immer gerne gereist,

bin sehr offen für neue Sachen und

Streckennetz die Aussicht auf die

eindrückliche Bergwelt gepaart mit

köstlichen Gaumenfreuden.

bin vielseitig interessiert, auch an Kunst

Erleben Sie genussvolles

und Architektur. Ich glaube, mein Grossvater

kam nie weiter als bis nach Chur.

Graubünden ab CHF 97.00

www.rhb.ch/kulinarik

38

www.rhb.ch/contura


Kreative Patisserie:

Die Vielfalt

bei Benderer

bringt die Qual

der Wahl.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Peder Benderer aus?

Es gibt eigentlich keinen Tag wie den andern. Manchmal beginnt mein Arbeitstag

nachts um zwölf, manchmal um fünf Uhr morgens – je nachdem,

was gerade ansteht. Intensiv ist es vor allem im Winter, dann arbeiten zwischen

16 und 20 Personen in der Produktion und im Verkauf. Besonders

gerne mag ich die Tage, an denen ich für neue Produktideen mit meinen

Mitarbeitenden zusammensitze und mit ihnen und den Gästen neue Aromen

und Rezepte teste.

Welches sind denn Ihre persönlichen Lieblingsprodukte?

Hmm… Etwas stolz bin ich auf unsere «Tuorta da Naiv», die Schneetorte,

die wir nur im Winter produzieren und deren Verpackung jedes Jahr

von einem anderen Engadiner Künstler gestaltet wird. Sehr gerne mag ich

auch die «Zuckerbäcker Nusstorte». Sie wird im Vergleich zur traditionellen

Nusstorte, die wir natürlich auch anbieten, mit weniger Zucker, dafür mehr

Honig und mit den qualitativ hochwertigsten Baumnüssen hergestellt.

Inzwischen sind Sie selbst gute 16 Jahre im Geschäft. Wie geht es weiter –

ist vielleicht bereits die nächste Generation in Sicht?

Mein Ziel ist es, so lange weiterzumachen, wie es mir Spass macht. Meine

Tochter hat zwar auch Konditorin gelernt, doch sie macht im Moment eine

weitere Ausbildung in Zürich. Ich will ihr da auch gar nicht dreinreden –

wir sehen, was passiert.

39


UNESCO Welterbe RhB

Mit dem Lama

ins Wanderglück

40 Lamas und Menschen im Wander glück: Aufstieg von Latsch nach Falein.


In ihrer Heimat, den südamerikanischen

Anden, leben Lamas in einer

Höhe von bis zu 4000 Metern. Filisur

im Albulatal ist mit seinen gut 1000

Metern über dem Meeresspiegel also

kein Thema für Pepino und seine

Kollegen. Die fünf Lamas sind auf

dem Biohof Las Sorts von Sabina und

Marcel Heinrich zu Hause und haben

einen aufregenden Job: Sie lassen

sich von Touristen durch die einmalig

schöne Landschaft inmitten des

UNESCO Welterbes der RhB führen.

Noch ist Klaus ein wenig schüchtern. Er

blinzelt eifrig mit seinen langen Wimpern

und schnuppert sachte an den

Händen seiner Gäste. Der zwölfjährige

Hengst gilt als bedächtiger Zeitgenosse,

der Ruhe und Gelassenheit in die Herde

bringt. Nach einigen Minuten lässt er sich

streicheln; sein Fell ist weich und dicht,

sein Atem warm. Ab dem Moment, in dem

Klaus sein Gestell trägt, auf dem er das

Gepäck der Touristen transportiert, akzeptiert

er lautlos, dass ein Fremder

ihn durchs Gelände führt. Solange

seine Kollegen dabei sind,

ist für Klaus die Welt in Ordnung.

41


Ein Kamel im Engadinerhaus

«Lamas sind sehr zurückhaltend, aber dennoch neugierig», erklärt Anouk

Federspiel sogleich. «Sie sind absolute Herdentiere. Man kann nie ein einzelnes

Tier zurücklassen – und ein einzelnes Lama würde niemals alleine

mit auf eine Tour gehen.» Anouk Federspiel kümmert sich auf dem Hof

der Heinrichs gemeinsam mit Ariane Berger und deren Mann Tobias um

die Tiere, organisiert und begleitet Touren. Vor Jahren hatte Marcel Heinrich

in einem alten Engadinerhaus in Filisur ein Sgraffito mit einem Kamel

entdeckt. Weil er auf seinem Hof Kartoffeln anbaute, die ursprünglich

ebenfalls aus Südamerika stammen, reifte langsam die Idee, Lamas –

Neuweltkamele – zu halten. Ariane Berger, eine Freundin der Familie, stieg

mit ein und kümmerte sich um das weitere Standbein des Hofs, der somit

im Tourismus Fuss fasste.

«Wir kauften Lamas und trainierten mit ihnen – etwa, wie man das Halfter

anlegt», sagt Anouk Federspiel. Marcel Heinrich brachte viel Erfahrung

aus der Haltung von Pferden, Eseln und Kühen mit, was hilfreich beim

Schneiden der Klauen, beim Scheren und Entwurmen war. Was das Futter

angeht, sind Lamas genügsam: «Sie geben sich auch mit dem nicht gerade

saftigsten Gras zufrieden.» Auf Las Sorts leben die fünf Lamas im Sommer

auf verschiedenen Weiden. Den Winter verbringen sie in einem Stall, von

dem aus sie nach draussen können, wo es zusätzlich einen trockenen,

Auf dem Weg von

Bergün zum Chavagl

Grond braucht

Emilio ab und zu

einen Happen.

42

www.rhb.ch/contura


Der Wald lichtet

sich und gibt

den Blick auf

den berühmten

Landwasserviadukt

frei.

wind geschützten Unterstand gibt. Schutz vor Wind und Wetter ist für Lamas

wichtig, obwohl sie ihr dickes Fell vor Kälte schützt. Das Haarkleid

nutzt auch dem Menschen: Die Heinrichs scheren ihre Tiere regelmässig

und stellen aus dem Fell Wolle und Filz her.

Freier Blick aufs RhB-Wahrzeichen

Der Strick liegt angenehm in der Hand. Nicht zu leicht, nicht zu schwer. Er

wippt wie im Takt, passend zu Klaus’ Atemgeräuschen und dem Klappern

seiner Hufe. Aus dem Dorf hinaus geht es über Stock und Stein in Richtung

Wald. Die Lamas und ihre selbst ernannten Führer gehen in einer langen

Reihe. Nach und nach verstummen die Gespräche, dafür wird die Natur

gegenwärtiger. «Mit Lamas zu spazieren, hat etwas Meditatives», flüstert

Anouk Federspiel. «Die Tiere bewegen sich langsamer und gemütlicher als

wir Menschen, wir müssen uns ihrem Tempo anpassen.» Plötzlich lichtet

sich der Wald. Lamas und Wanderer laufen auf eine Plattform zu –

von der sich wie aus dem Nichts ein unvergesslicher Blick auf den

berühmten Landwasserviadukt öffnet. Pünktlich zur vollen Stunde

rauscht der Zug von St. Moritz heran; die roten Waggons machen

das Wahrzeichen der RhB komplett.

43


N

10 km

Lugano ( CH )

270 m ü. M.

Moesa

Landquart

Thusis

Rhein

Reichenau

Albula

Chur

Tiefencastel

10 km

U B Ü

Bergell

Maira

Filisur

UNESCO Welterbe

Albula- / Berninalinie

der Rhätischen Bahn

Andere Strecken der

Rhätischen Bahn

Bergün

Davos

St. Moritz

N D E

Inn

N

Samedan

Pontresina

Berninagruppe

Sondrio (I)

Veltlin ( I )

Adda

Inn

Zernez

Ospizio Bernina

Poschiavo

Scuol

Müstair

Tirano (I)

Viadukte und Brücken

Tu nels

Stützmauern

Galerien

Dammböschungen

Viaducts and bridges

Viadukte und Brücken

Tu nels

Tu nels

Revetment wa ls

Stützmauern

Ga leries

Galerien

Dam embankments

Da mböschungen

Large reception building

Grö seres Aufnahmegebäude

Medium-size reception building

Mi tleres Aufnahmegebäude

Sma l reception building

Kleineres Aufnahmegebäude

Wartehäuschen

Linesman's hut

Wärterbude

Shed

Remise

Workshop

Werkstä te

Covered turntable

Gedeckte Drehscheibe

Turntable

Drehscheibe

Water crane

Wa serkran

Churches and chapels

Kirchen und Kape len

Forts and residential towers

Burgen, Türme, Schlö ser

Aristocratic and u per-cla s houses,

farmhouses, hotels and museums

Häuser, Hotels, Pala zi, Mus en

Locations of archaelogical finds

Archäologische Fundste len

Ore storage sites

Erzlagerstä ten

Therapeutic springs

Heilque len

Reservoirs

Staus en und Staubecken

Control centres, power plants

and converter stations

Zentralen, Werke und Umformerstationen

Wartehäuschen

Remise

Werkstä te

Gedeckte Drehscheibe

Drehscheibe

Wa serkran

Kirchen und Kape len

Burgen, Türme, Schlö ser

Archäologische Fundste len

Erzlagerstä ten

Heilque len

Staus en und Staubecken

17.4.2 09 17:40:53 Uhr

Viaducts and bridges

Viadukte und Brücken

Tu nels

Tu nels

Revetment wa ls

Stützmauern

Ga leries

Galerien

Dam embankments

Da mböschungen

Large reception building

Grö seres Aufnahmegebäude

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Kleineres Aufnahmegebäude

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Shed

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Kirchen und Kape len

Forts and residential towers

Burgen, Türme, Schlö ser

Aristocratic and u per-cla s houses,

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Häuser, Hotels, Pala zi, Mus en

Locations of archaelogical finds

Archäologische Fundste len

Ore storage sites

Erzlagerstä ten

Therapeutic springs

Heilque len

Reiseführer

Die Gruppe ist aufgeregt, vor allem die Kinder erzählen sich immer wieder,

wie genau sie den Zug beobachtet haben. Eine Sechsjährige hält geschickt

den Strick von Lama Emilio, ab und zu gibt sie ihn an ihren zweijährigen

Bruder ab, der auf Papas Rücken im Tragerucksack sitzt. Nach ein paar

Metern kehrt wieder Ruhe ein. Es scheint zu stimmen: Die Lamas haben

eine höchst beruhigende und ausgleichende Wirkung. «Die Lamas sind

gerne unterwegs», erzählt Anouk Federspiel beim Laufen. «Nicht umsonst

wurden sie in den Anden vor allem als Lasttiere genutzt, die auch grosse

Höhenunterschiede zurückgelegt haben.» Je näher die Gruppe dem Hof

kommt, desto schneller laufen die Tiere.

Anouk Federspiel sagt schmunzelnd:

«Aber die Lamas freuen sich auch, wenn

sie wieder auf ihre Weide können.»

Beim Absatteln und Bürsten der Tiere erzählt

die Lama-Flüsterin von den übrigen

Touren, die ab dem Hof Las Sorts starten.

Zum Ausprobieren eigne sich eher die

Bahnstrecke.

«Rundtour Aussichtspunkt», die ebenfalls

durch den Zauberwald und zum

Freie Fahrt auf der Welterbestrecke

ab CHF 56.00

Landwasserviadukt führt, aber lediglich

www.rhb.ch/welterbepass

UNESCO Welterbe Pass

In Sachen Bautechnik und Linienführung

ist das UNESCO Welterbe Rhätische

Bahn in der Landschaft Albula/Bernina

eine einzige Meisterleistung, die viel

zu erkunden gibt. Der UNESCO Welterbe

Pass ist der Freipass für Entdeckerinnen

und Entdecker der über 100-jährigen

UNESCO Welterbe

Rhätische Bahn in der Landschaft

Albula/Bernina

Streckenplan

UNESCO Welterbe «Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina»

Valle Mesolcina

Hinterrhein

Domleschg

G R A

Oberhalbstein

Landwassertal

Albulatal

Oberengadin

Val Poschiavo

Unterengadin

Piktogramme

Streckenbeschrieb

Grö seres Aufnahmegebäude

Mi tleres Aufnahmegebäude

Kleineres Aufnahmegebäude

Wärterbude / Wärterhäuschen

Häuser, Hotels, Pala zi, Mus en

Zentralen, Werke und Umformerstationen

Die Lamas freuen

sich schon auf ihr

Daheim: Rückweg

nach Filisur über

die Wiesner Alp.

Lago di Como

44

www.rhb.ch/contura


zwei Stunden dauert. «Auf dem ‹Holzweg› läuft man auch nur zweieinhalb

Stunden, lernt viel über das Thema Holz und kann sogar den Kinderwagen

mitnehmen.» Ein Highlight sei die Zweitagestour: «Sie ist abenteuerlicher

und anspruchsvoller zum Laufen; dafür wird man mit einer unvergesslichen

Abendstimmung belohnt. Übernachtet wird im Heu – im Maiensäss der

Familie Heinrich in Falein, oberhalb von Filisur.» Die Lamas aus Filisur sind

das ganze Jahr über unterwegs, Hochsaison jedoch ist in den Sommer- und

Herbstferien. Weil die Touristen im Winter tagsüber am liebsten Ski fahren,

nehmen die Lamas ihre Gäste meist abends mit auf grosse Wanderschaft.

Anouk Federspiel: «Bei der Tour ‹Winterzauber› laufen wir in der Dämmerung

mit Fackeln zum Landwasserviadukt. Später gibt es zum Aufwärmen

im Tipi auf dem Hof Fondue über dem offenen Feuer.»

Lässige Eleganz

Inzwischen sind alle Lamas abgesattelt und gebürstet. Als Belohnung für

die nette Begleitung auf dem Weg zum UNESCO Welterbe gibt es Rüebli und

ein paar letzte Streicheleinheiten. Schnurrt Klaus etwa wie ein Kätzchen?

Das war wahrscheinlich Einbildung. Auf alle Fälle schnuppert er schon viel

vertrauter an Händen und Wange seines Guides. Die Gruppe führt die Tiere

zurück auf die Weide und nimmt die Halfter ab. Was für ein Erlebnis – und

keines der Lamas hat gespuckt! Das machen die Neuweltkamele meist untereinander,

wenn sie Macht demonstrieren oder

sich verteidigen müssen. Auf dem Rückweg zum

Hof gerät Anouk Federspiel nochmals ins Schwärmen:

«Lamas haben einen so lässigen Charakter.

Sie sind zurückhaltend, haben aber keine Angst

und suchen Kontakt. Esel wären mir zu störrisch,

Geissen zu nervös. Es ist diese Eleganz, die mich

mitreisst und immer wieder runterholt.»

Mehr Informationen zum Lama-Trekking und

zum Biohof der Familie Heinrich unter:

www.kummzumlama.ch und www.lasorts.ch

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Bernina Express

In sicheren Händen:

bei Buschauffeur

Renato Borri

46 Renato Borri fährt die Strecke von Tirano nach Lugano fast täglich – und immer mit Freude.


Der Blick ist konzentriert auf die Strasse gerichtet, während die

Hände flink das Steuer hin und her bewegen: Geübt lenkt Renato

Borri den Bernina Express Bus samt den 48 Passagieren in gut drei

Stunden von Tirano durchs Veltlin, entlang des Comer Sees und

durch enge Uferstrassen bis nach Lugano.

Vom Gletscherglitzern der Berge auf dem Ospizio Bernina bis tief hinab ins

Palmenparadies Italiens: Der Bernina Express verbindet auf seinem Weg

von Chur nach Tirano den Norden Europas mit dem Süden, schlägt Brücken

zwischen Sprachregionen und Kulturen. Auf dem Bernina

Express Bus, der die Reise von Tirano bis Lugano

«Passiert ist mir noch

nie etwas. Manchmal weiterführt, ist das nicht anders: Der Tessiner Buschauffeur

Renato Borri spricht Schweizerdeutsch und

muss halt ein anderes

Italienisch, seine Gäste an diesem Tag auch Deutsch,

Auto ausweichen oder Französisch, Englisch und Japanisch. Sie alle begeben

sich für die nächsten drei Stunden in die Obhut

zurücksetzen.»

Renato Borri

des Bus chauffeurs, der die Strecke inzwischen in- und

auswendig kennt: «Ich fahre seit sechs Jahren fast täglich

diesen Weg von Lugano nach Tirano und wieder retour», erzählt Renato

Borri auf Schweizerdeutsch – mit wunderbarem italienischem Akzent, wie

es sich für einen Tessiner gehört.

Einsteigen bitte!

Wenn die Buspassagiere in Tirano zusteigen, hat Renato Borri bereits eine

dreistündige Fahrt hinter sich: Morgens um 10 Uhr ist er mit dem roten

Bernina Express Bus in Lugano gestartet, damit er seine Passagiere rechtzeitig

zum Zmittag nach Tirano bringt. Nach der wohlverdienten Pause

an der italienischen Sonne geht die Arbeit für ihn wieder los. Sorgfältig –

damit auch ja niemand vergessen geht – kontrolliert Borri die Reservationsbestätigungen

aller 48 Gäste, die heute von Tirano nach Lugano reisen

wollen. Die mehr oder minder grossen Taschen und Koffer verschwinden

im Laderaum. Sobald alle Reisenden ihren Platz gefunden haben, begrüsst

Renato Borri seine neuen Mitfahrenden – auf Deutsch und Italienisch, auf

47


Immer konzentriert:

bei der Fahrt

wie auch bei der

Fahrgastkontrolle.

Wunsch der Gäste anschliessend auch auf Englisch und Französisch. Hut ab

vor diesem Sprachtalent! Doch der Buschauffeur winkt ab: «Ich kann auf

Englisch und Französisch nur gerade diese Begrüssung, viel weiter reichen

meine Sprachkenntnisse da nicht», sagt er lachend. Dann geht die Fahrt

los, Konzentration ist gefragt. Ab und zu gibt es über Lautsprecher eine

kleine Erläuterung zu den Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke; den

Fahrer jetzt in ein langes Gespräch zu verwickeln, ist aber nicht erlaubt.

Weinreben, Uferstrassen und Haarnadelkurven

Als Erstes geht die Reise durch das malerische Veltlin, das sich besonders

aufgrund seines Weines einen Namen gemacht hat. Hier, im unteren Teil

des Veltlins, verläuft das Tal breit und bietet Raum für weitläufige Weinberge,

wo hauptsächlich die Nebbiolo-Traube angebaut wird. Nach rund

anderthalb Stunden erreicht die Gesellschaft Sorico, ein kleines Dorf am

nördlichsten Zipfel des Comer Sees. Zeit für eine kurze Pause und eine Erfrischung.

«In 15 Minuten geht es weiter», lässt Renato Borri verlauten.

Selbstverständlich dauert es länger, bis alle Reisenden wieder abfahrbereit

im Bus sitzen. Ob er noch nie einen Gast verloren habe? «Wo denken

Sie hin! Noch nie. Schliesslich werden alle Sitzplätze kontrolliert, bevor wir

weiterfahren.» Der nächste Streckenabschnitt führt den roten Bus dem

Ufer des Comer Sees entlang, der Blick schweift über kleine Buchten und

verträumte Fischerdörfer. Doch dann ist es vorbei mit dem Träumen. Bei

Menaggio biegt die Strasse nach links ab – und der heikelste Teil der Fahrt

beginnt: Der Bernina Express Bus kämpft

sich Haarnadelkurve um Haarnadelkurve

Alpenrundfahrt

vorwärts und Renato Borri hat mit seinem

Lenkrad buchstäblich alle Hände

Diese Rundfahrt versammelt in zwei

Tagen alles, was in den Alpen Rang und

Namen hat. Von Chur durch die Rheinschlucht,

nach Andermatt, über den

chauffeur meistert auch die schwierigen

voll zu tun. Doch der langjährige Bus-

Oberalppass und via Göschenen erreicht

Passagen souverän: «Wir absolvieren jedes

Jahr ein Fahrtraining. Damit sind wir

man Lugano. Von hier geht’s im Bernina

Express Bus nach Tirano, dann mit dem

Bernina Express zurück nach Chur.

auf ziemlich alle möglichen Vorfälle gut

Alpenrundfahrt mit Übernachtung

vorbereitet.» Ein lautes Hupen lässt die

ab CHF 258.00

anderen Verkehrsteilnehmer wissen,

www.rhb.ch/alpenrundfahrt

48

www.rhb.ch/contura


dass da ein grosses Gefährt auf dem Weg ist – und weckt auch beim letzten

Fahrgast die müden Lebensgeister. «Passiert ist mir noch nie etwas»,

erzählt Borri. «Manchmal muss halt ein anderes Auto ausweichen oder

zurücksetzen.» Entlang den Uferstrassen des Luganersees wird die Fahrt

wieder ruhiger und schon kurz nach dem Zoll wird die Umgebung wieder

städtischer. Das heutige Ziel ist erreicht: Lugano.

Feierabend? Noch nicht ganz …

Wenn alle Koffer ausgeladen und alle Passagiere verabschiedet sind, nein,

dann hat Renato Borri noch keinen Feierabend. «Ich wohne etwa 30 Minuten

ausserhalb von Lugano – und da muss auch mein Bus in die Garage. Dort

wird er dann für die Fahrt von morgen wieder auf Vordermann gebracht.»

Um 10 Uhr morgens startet in Lugano die nächste Rundfahrt für Borri,

dann mit 48 anderen Gästen. «Ob mich die Strecke nie langweilt? Nein,

überhaupt nicht. Erstens bin ich einfach wirklich sehr gerne Busfahrer –

und zweitens gefällt mir die Aussicht auf dem Weg von Lugano nach Tirano

und retour jeden Tag aufs Neue.»

Das Ziel ist nah:

Am Comer See

wird die Italianità

spürbar.

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Platz an der Sonne

Feldis: Hochsitz

über dem Tal

Berghotel Sternahaus:

Einfach entspannt

Ganz viel Holz, grosse Tische, eine Terrasse

mit Blick auf die Bündner Berge

und regionale, saisonale Bioküche: Was

braucht es mehr zum Glücklichsein? Wer

mag, arbeitet im Sternahaus noch etwas

aktiver am persönlichen Glück: zum Beispiel

beim Tai Chi, Qigong, Yoga, Feldenkrais

oder beim Pétanque-Turnier.

www.sternahaus.ch

Restaurant Raschuns:

Klein, fein und immer gesellig

Für eine Rast auf der schönen Terrasse

gibt es zwei Optionen: Entweder man

belohnt sich nach einer Wanderung. Oder

man parkt direkt bei der Talstation des

Sessellifts und gönnt sich die herrliche

Aussicht auch ohne vorherige Anstrengung.

Wie auch immer: Das Mittagsmenü

ist fein und die Kuchen sind hausgemacht.

www.feldis-raschuns.ch

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www.rhb.ch/contura


Egal ob Sommer oder Winter: Wer in Feldis Ferien macht, ist stets auf der

Sonnenseite des Lebens. Denn das ruhige Örtchen schmiegt sich auf 1500

Metern an einen Sonnenhang über dem Domleschg. Spektakulär ist allein

schon die Anreise: Man schwebt mit der Gondelbahn von Rhäzüns über den

Rhein ins Dorf, wahlweise geht’s gemächlich mit dem Postauto den Berg

hinauf. Contura verrät, wo man sich in Feldis der Sonne noch ein klein wenig

mehr entgegenstrecken kann.

Hotel Restaurant Mira-Tödi:

Alles im Blick

Das Highlight im Hotel Restaurant Mira-

Tödi? Neben dem frischen Buffet sowie

dem Menü am Abend (nach Anmeldung,

nur in der Hauptsaison) ist das ganz sicher

der unvergessliche Blick auf den Tödi.

Und was macht man nach dem Essen?

Ein Zimmer mieten und vom Balkon aus

weiter den Tödi bestaunen. Oder wandern.

Das Mira-Tödi empfiehlt den Feldiser

Blumenweg sowie den Waldpfad.

Da wird man doch glatt wieder hungrig

und freut sich auf die nächste Zwischenverpflegung

im Mira-Tödi.

www.miratoedi.ch

Alp Raguta:

Winterpanorama zum Dahinschmelzen

Wobei – es soll ja gerade nicht schmelzen,

auf der Alp Raguta. Ausser einer Sonnenterrasse

und einer wunderschönen

Aussicht bietet die Hütte nämlich auch

eine Natureisbahn. Los geht’s: Schlittschuhe

mieten und dann aufs Eis, Pirouetten

drehen, sich ein Hockeymatch liefern

oder einfach das Leben geniessen.

Die Alp Raguta liegt auf dem Hausberg

von Scheid und Feldis auf 1950 Metern

über dem Meer und ist nur im Winter

geöffnet. Aufstieg zu Fuss oder mit der

Sesselbahn von Feldis.

www.alpraguta.ch

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Aus der Werkstätte

Kunst an der

Gitarre

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www.rhb.ch/contura


Lebt seit 36 Jahren seinen Traumberuf: Gitarrenbauer Claudio Pagelli.

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Vielleicht sind es die Ruhe und die Abgeschiedenheit von Scharans,

welche die nötige Musse und Präzision ermöglichen, um weltberühmte

Gitarren zu bauen. Hier entstehen nämlich in den geübten

Händen von Claudio Pagelli bis ins Detail stimmige Zupfinstrumente,

die von diesem kleinen Dorf in der Nähe von Thusis ihre Reise in

die grosse weite Welt antreten.

Er klopft auf die Gitarrendecke und lauscht dem Klang des Holzes, feilt ein

kleines Holzstück für das Schallloch von Hand in Form, prüft mit Kennerblick

die Wölbung des Instruments. Wenn Claudio Pagelli ans Werk geht, setzt

er all seine Sinne ein: «Ich verlasse mich auf mein Gehör, meine Hände,

mein Auge.» Handarbeit mit geschulter Intuition, vom Anfang bis zum

Ende. «Ich habe mir erlaubt, für ein besonders gefragtes Gitarrenmodell

eine Schablone herzustellen. Davon abgesehen sind meine Gitarren meist

Einzelstücke, die ich von Hand anfertige. Ich muss spüren, wie sich das Holz

unter meinen Händen entwickelt – etwas, das Maschinen nicht können.»

Das richtige Holz für den richtigen Klang

Der Gitarrenbau ist seit vielen Jahren ein Teil von Claudio Pagellis Leben.

Schon mit 19 Jahren machte er sich selbstständig: Nach der Lehre als Klavierbauer

– eine Gitarrenbauerlehre gab und gibt es nicht – arbeitete er

bei einem Gitarrenbauer, bis er dann seine eigene Werkstatt eröffnete. Seit

acht Jahren steht diese Werkstatt in Scharans, deren grosse Fensterfront

den Blick über Wiesen und Bäume hinweg bis zum Heinzenberg und dem

Piz Beverin weist. Wo doch Pagellis Liebe zur Gitarre gar nicht idyllisch,

sondern mit lautem Getöse begann: «In

meiner Jugendzeit in den 70er-Jahren gab

es die Hippiebewegung oder das Bürgertum.

Mich beeindruckten natürlich die Hippies –

die Elektrogitarren, die mit ihren lauten

Klängen scheinbar Wände zum Einstürzen

brachten, für Chaos sorgten. Als Zehnjähriger

spielte ich zum ersten Mal selbst Gitarre,

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www.rhb.ch/contura


Eine sinnliche

Arbeit: Pagelli

prüft mit Klopfgeräuschen,

ob

die Gitarrendecke

richtig

gewölbt ist.

mit 13 baute ich mir aus einer Spanplatte meine erste eigene Gitarre.»

Heute sind es die «leisen Töne», die seine Leidenschaft an der Arbeit aufrechterhalten:

Es ist das präzise Handwerk, das Holz als lebendiger Werkstoff,

das Claudio Pagelli auch nach 36 Jahren noch fasziniert. «Wenn ich

Musik höre oder Menschen treffe, dann sehe ich verschiedene Holzarten

vor mir. Meine Aufgabe als Gitarrenbauer ist es, die Klangvorstellungen

der Kunden mit dem richtigen Holz zu kombinieren.» Und Holz – so viel

kann auch ein Laie sicherlich rasch nachvollziehen – ist nicht gleich Holz.

Er arbeite gerne mit Riegelahorn, einem einheimischen Holz, das sich für

die Jazzgitarre sehr gut eigne. «Für die Gitarrendecke verwende ich in der

richtigen Mondphase geschlagene Bergfichte: Dieser Baum wächst langsam

und hat deshalb feine Jahresringe, was das Holz trotz leichtem Gewicht

besonders stabil macht.» Um alle Kundenwünsche zu erfüllen, finden sich

aber auch Hölzer aus aller Welt in Pagellis Werkstatt. Ohne langes Suchen

zieht er die schönsten Stücke aus dem Gestell hervor und präsentiert die

aussergewöhnlichsten Maserungen – Claudio Pagelli kennt seine Hölzer

in- und auswendig. «Holz ist eine Sucht! Ich kaufe einfach alles, was mir

gefällt», sagt er lachend und begutachtet ein Stück Holz, um die schönste

Maserung für die Gitarre zu entdecken.

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Maschinen?

Nein danke!

Noch immer führt

Pagelli so viele

Arbeitsschritte

wie möglich von

Hand aus.

Wichtigtuerei? Nein danke!

Das Ergebnis dieser Leidenschaft und Handwerkskunst sind akustische

und elektrische Gitarren, aber auch Bässe und – die Kür – exklusive Jazzgitarren,

die von der Werkstatt in Scharans bis auf die grossen Bühnen in

der ganzen Schweiz, in Italien, in Russland oder den USA reisen. Ein paar

berühmte Namen gefällig? Claudio Pagelli winkt ab: «Auf unserer Website

sind einige berühmte Gesichter zu sehen, aber ich mag dieses Namedropping

nicht so gerne. Natürlich bin ich stolz, wenn unsere Gitarren an berühmte

Käufer gehen, aber wir zelebrieren das nicht so öffentlich. Berühmte Namen

ziehen die falschen Leute an – Möchtegerns mit wirren Ideen, die aber

von Musik keine Ahnung haben.» Da sei ihm die Musiklehrerin, die für ihre

Gitarre lange gespart habe und mit der er in seiner Werkstatt ein persönliches

Gespräch führen könne, viel lieber. Die meisten Abnehmer seien

sowieso normale Leute, vom Profi-Musiker bis zur Hausfrau. Allerdings

müssen diese schon einen rechten Sparbatzen zur Seite legen, bevor sie

sich eine Pagelli-Gitarre leisten können: Eine Jazzgitarre – im Fachjargon

übrigens «Archtop» genannt – kostet ab 20 000 Franken. Weiss man allerdings,

dass Pagelli dafür rund 250 Stunden Arbeit investiert, relativiert

sich der Preis ganz rasch.

Mit Herzblut gefertigt

Bei diesem Einsatz verwundert es nicht, dass fast jedes Instrument für

Claudio Pagelli eine besondere Bedeutung hat. Die meisten Gitarren sind

Auftragsanfertigungen, designt von Ehefrau Claudia, handwerklich umge-

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www.rhb.ch/contura


setzt von Claudio Pagelli, in ihrer ganz eigenen Formensprache: «Wir mögen

schlichtes, ästhetisches Design, das sich dem Klang und der Funktionalität

unterordnet.» Markenzeichen der Pagelli-Gitarre sind die speziell geformten

Schalllöcher, die sogenannten F-Löcher, an denen Claudio Pagelli gut zwei

Tage arbeitet. Vier Archtops verlassen im Schnitt pro Jahr die Scharanser

Werkstatt. «Wenn ich eine Gitarre baue, hauche ich

«Wenn man auf diesem Instrument Leben ein. Das braucht seine Zeit.

Ich kann nicht schneller arbeiten, wenn ich fehlerlos

jedes Detail achtet,

arbeiten will. Nur mehr Stunden anhängen.» Besonders

am Herzen liegen ihm eigene Projekte, die oft aus

entsteht etwas

Aussergewöhnliches!» einer verrückten Idee heraus entstehen – wie die mit

Claudio Pagelli

Swarovskisteinen bestückte Gitarre. Beim Verkauf dieser

persönlichen Schmuckstücke fällt dem 55-Jährigen

das Loslassen dann schon manchmal schwer: «Wenn ich merke, dass eine

Gitarre nicht bei der richtigen Person gelandet ist, dann reut mich das.

Das kommt aber extrem selten vor. Doch ich habe aus diesem Grund auch

schon eine Gitarre wieder zurückgekauft», so der Gitarrenbauer. Eine

Pagelli-Gitarre sei ein High-End-Produkt, das auch nach der entsprechenden

Behandlung verlange und das man nicht achtlos in der Sonne oder im

Schnee stehen lassen könne: «Wir sprechen von lebendigem Material, das

sich verziehen kann, wenn man ihm keine Sorge trägt. Das müssen unsere

Kunden verstehen.» Und welchen Namen hätte er noch gerne auf seiner

Kundenliste? Claudio Pagelli schaut aus dem gros sen Fenster und überlegt.

«Für Chris Whitley hätte ich gerne eine Gitarre gebaut, er war ein grossartiger

Spieler, lebt aber leider nicht mehr. Oder für George Benson – aber nicht

den Benson von heute, sondern jenen aus den 70er-Jahren!»

Clà Ferrovia, der Kinder-Kondukteur der RhB

Gitarre spielen können diese zwei auch: Clà Ferrovia und Linard Bardill laden

am 12., 13. und 19. Dezember 2015 zu musikalischen Abenteuern ein! Und

für zu Hause gibt’s die neue Hörspiel-CD «D’Abentür vom Clà Ferrovia».

Erlebe spannende Abenteuerreisen

mit Clà Ferrovia ab CHF 35.00

Infos unter www.cla-ferrovia.ch

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Via

Valser Wasser –

von der Quelle

ins Regal

58 Valser Wasser reist mit der RhB durch die Rheinschlucht.


Die markanten grünen Flaschen mit dem Bergrelief sind von den

Tischen in Schweizer Restaurants nicht mehr wegzudenken. Doch

wie gelangen sie dorthin? Einen guten Teil ihrer Reise legen sie auf

der Schiene zurück. Ganz bequem in einem Schiebewandwagen der

Rhätischen Bahn.

Doch die Reise des Valser Mineralwassers beginnt viel früher. Denn das

Wasser, das aus der St. Petersquelle in Vals sprudelt, durchlebt zuerst Jahrzehnte

im Berg. So lange rinnt es durch Gestein, sickert durch den Boden,

fliesst durch unterirdische Flüsse – bis es in Vals an die Oberfläche kommt.

Bis dahin ist es hoch mineralisiert und vor allem reich an Calcium.

Jahrelang nutzt die Gemeinde Vals ihre Quelle lediglich, um das Thermalbad

zu speisen. Erst 1961 beginnen die Unternehmer Donald M. Hess und

Dr. Robert Schrauder, das Wasser in Flaschen zu füllen. «In den Anfangsjahren

füllte man hier innerhalb eines Jahres dieselben Mengen ab, die wir

heute innerhalb einer Stunde abfüllen», sagt Werksleiter Urs Länzlinger

mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Inzwischen kommt Valser Wasser

aus vier Quellen. Sie gehören weiterhin der Gemeinde Vals, die pro Liter

verkauftem Wasser einen Anteil bekommt. Eine Quelle nutzt Valser Wasser

gemeinsam mit der Therme, die anderen dienen rein dem Abfüllen von

natürlichem Mineralwasser.

Die Erfolgsgeschichte beginnt

Anfang der 1960er-Jahre vertreibt die Hess Group AG – ursprünglich eine

Bierbrauerei aus Kilchberg bei Bern – ihr Wasser zunächst über den inzwischen

legendären Valser-Mann, der das Wasser bis vor die Haustür liefert.

Seit 1966 gibt es Valser Classic im Handel, 1984 kommt die stille Variante,

Valser Naturelle, auf den Markt. 2002 verkauft die Hess Group Valser Wasser

an Coca-Cola. Inzwischen ist Valser Wasser mit etwa 80 Mitarbeitenden

einer der grössten Arbeitgeber in der Bündner Randregion, und Coca-Cola

hat bis heute mehr als 50 Millionen Franken in Infrastruktur und Produktinnovationen

investiert. Unter anderem gibt es seit 2010 ein weiteres

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Pünktlich unterwegs:

Lastwagen auf dem Weg zur

RhB-Verladestation in Ilanz.

Mineralwasser aus einer neuen Quelle: Valser Silence ist kürzer im Berg

unterwegs und weit weniger mineralisiert. «Valser Silence kommt aus der

höchstgelegenen genutzten Quelle Europas in 1800 Metern Höhe über

Leitungen in einen Vorratstank. Aus diesem füllen wir das Wasser je nach

Bedarf direkt in die Flaschen», erklärt Urs Länzlinger. Das Wasser aus den

anderen drei Quellen kommt als Valser Classic und Valser Natu relle zunächst

ebenfalls in einen Vorratstank und wird später in Flaschen gefüllt. Pro Tag

verlassen rund 40 Lastwagen das Werksgelände in Vals. Sie haben jeweils

24 Paletten mit je 600 bis 800 Litern Wasser geladen. Das macht bis zu

maximal 770 000 Liter Wasser pro Tag. 60 bis 70 Prozent davon gehen an

Grossverteiler wie Supermärkte, 30 Prozent an Getränkehändler, Gastronomie

und Privatkunden.

Genau getaktet zur RhB

Die Lastwagen fahren auf die Minute genau vom Valser Werksgelände, um

die Paletten nach Ilanz zu bringen, wo sie auf den Zug verladen werden.

Die Rhätische Bahn gibt einen exakten Fahrplan vor: Bis zu vier Züge pro

Tag machen sich vom Valser Verteilzentrum in Zizers auf den Weg nach Ilanz

und wieder zurück. «Die Strecke ist stark mit Reisezügen befahren», sagt

Contardo Blumenthal, Produktmanager bei der Rhätischen Bahn, «deshalb

ist die Taktung sehr eng.» In Ilanz fährt der Lastwagenchauffeur direkt an

eine Umschlagsrampe neben einem Anschlussgleis. Der Chauffeur kümmert

sich auch um den Umschlag: Innerhalb von nur 15 bis 20 Minuten lädt er

das Leergut aus den Schiebewandwagen und die vollen Paletten in den Zug.

Für Valser Wasser hat die Rhätische Bahn 22 fix zugeteilte Schiebewandwagen

im Einsatz. «Das sind rund 4500 Wagen im Jahr – die etwa 11 000

Fahrten mit Lastwagen sparen», sagt Contardo

Blumenthal. Die Gleise führen in Zizers

Gütertransporte

direkt bis ins Verteilzentrum. Hier haben bis

Ob Rundholz, Mineralöl, Schwerlast zu fünf Schiebewandwagen Platz, von denen

oder Spezialtransporte: Die RhB

aus die Paletten direkt ins Stocklager mit

transportiert Ihre Güter sicher,

schnell und umweltfreundlich durch seinen 9500 Lagerplätzen geladen werden.

ganz Grau bünden – ohne Stau oder Mit Leergut beladen, machen sich die Wagen

dann erneut auf den Weg in die Berge.

Schwerverkehrsabgabe.

www.rhb.ch/buendner-gueterbahn

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www.rhb.ch/contura


Contardo Blumenthal ist stolz auf die logistische Leistung. Vor allem darauf,

dass Lastwagen und Zug genau aufeinander abgestimmt sind: «Im Unterland

liesse sich das nie so koordinieren. Dort gibt es zu viele Kreuzungen,

Ampeln und Staus.»

Von Zizers aus kommt das Wasser erneut auf Lastwagen und wird so zum

Abnehmer transportiert. Doch bis Ende dieses Jahres wird sich einiges bei

Valser Wasser ändern. Rafael Hallenbarter, Customer Service & Logistics

Manager Coca-Cola HBC Schweiz: «In Zukunft werden wir verstärkt Container

einsetzen.» An der Containerverladestelle Schnaus-Strada bei Ilanz

werden die Container auf den Tragwagen gehoben, vom Verladebahnhof

Domat/Ems geht es dann mit der Normalspurbahn direkt weiter bis zum

Abnehmer. Ein wichtiger Schritt zu mehr Nachhaltigkeit, findet Rafael Hallenbarter:

«Dann legt unser Wasser nur noch die ersten und vielleicht die

letzten Meter auf der Strasse zurück.»

Für Valser Wasser

setzt die RhB

22 Schiebewandwagen

ein.

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Was machen eigentlich …

… die Bewohner

von Isola im Winter?

Der Name lässt es vermuten: Isola liegt abgeschieden am Rande des

Silsersees. Im Sommer führt eine Forststrasse in das kleine Dorf im

Oberengadin. Im Winter erreicht man es lediglich zu Fuss oder mit

den Langlaufski. Den einzigen vier ständigen Bewohnern von Isola

macht das nichts aus. «Isola ist der schönste Ort der Welt», sagt

Bettina Pedroni-Cadurisch mit einem lauten Lachen.

Die 25-Jährige hat fast ihr ganzes Leben lang in Isola verbracht. Ihr Vater

Fluri kam 1990 ins Dorf, um den Stall einer Geissenzüchterin zu reparieren.

«Meine Eltern blieben einfach und übernahmen den Betrieb», erzählt

Bettina Pedroni-Cadurisch. Der Bündner und seine Frau Vreni passten sich

schnell an das Leben abseits viel befahrener Strassen an: Für grössere Einkäufe

und Notfälle hatten sie im Winter einen Motorschlitten. Die Eltern

bewegten sich als begeisterte Langlauf- und Schneesportlehrer viel lieber

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www.rhb.ch/contura


Der See ist der Weg – zumindest

im Winter, wenn das Wasser zu

festem Eis gefroren ist.

selbst und benutzten den Schlitten nur selten. Mehr noch, sie hatten nicht

einmal ständig einen Schlitten auf dem Hof. Bettina Pedroni-Cadurisch

hält es heute genauso. Inzwischen hat sie mit ihrem Mann Diego die Geissenzucht

sowie Käseproduktion übernommen; ihre Söhne Davide und Dario

wachsen mitten in der Natur auf. Und wo kauft die Familie ein? Das ist

nur im Frühjahr etwas mühsam, wenn die Strassen noch trocknen müssen

und der See bereits eisfrei ist. Dann muss man sich gut organisieren und

auch mal Lebensmittel für sechs Wochen im Haus haben. «Ansonsten sind

wir im Sommer mit dem Rad in 15 Minuten in Sils und in 20 Minuten in

Maloja.» Im Winter werden die Wege noch kürzer: In 15 Minuten ist man

über den gefrorenen Silsersee nach Plaun da Lej gelaufen, dort steht das

Auto der Familie, und einen Bus gibt es auch.

Und dann wären da noch die Langlaufski. «Meine jüngere Schwester und

ich sind schon auf Ski in den Kindergarten gefahren», sagt Bettina Pedroni-

Cadurisch und fügt schmunzelnd hinzu: «Aber wir hatten zwei Hunde, die

haben uns ab und zu gezogen.» Ihre eigenen Kinder werden Chindsgi und

Schule in Maloja besuchen – und mit dem Velo, zu Fuss oder eben auf Ski

anreisen.

Warten auf die Zicklein

Im Winter kommen in Isola weniger Touristen vorbei – umso wichtiger ist

es, dass sich Bettina Pedroni-Cadurisch um die Vermarktung der Käseprodukte

kümmert. Wenn ihr die Zeit bleibt, arbeitet sie als Langlauflehrerin.

Ausserdem wollen die Tiere versorgt sein: Die Familie verfüttert Heu an die

Geissen sowie die zwei Esel und zwei Pferde, die ebenfalls auf dem Hof

leben. Und die Buben warten derweil gespannt auf die Zicklein, die zwischen

Januar und April zur Welt kommen.

Aber vermissen die Kinder es nicht, mit ihren Gspändli Schneemänner zu

bauen und im Sommer über Wiesen zu toben? Bettina Pedroni-Cadurisch

erinnert sich an ihre eigene Kindheit: «Im Sommer gab es auch andere

Bauern und Kinder, die im Dorf lebten. Da war meiner Schwester Irene

und mir eigentlich nie langweilig.» Sie hält einen Augenblick inne und fügt

hinzu: «Es war sehr schön, hier aufzuwachsen. Ein Traum.»

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Berühmte Namen

Meta von Salis

Sie wagte etwas, das sich in der Schweiz vor ihr niemand getraut

hatte: Meta von Salis forderte 1887 in einem Zeitungsartikel erstmals

das Stimm- und Wahlrecht für Frauen. Heute erinnert der

ALLEGRA-Stammnetztriebzug 3101 an die Frauenrechtlerin.

Kommt bei Igis zur Welt:

Meta von Salis.

Die Bündnerin Meta – Barbara Margaretha – von Salis

kommt am 1. März 1855 auf Schloss Marschlins bei Igis zur

Welt. Sie wächst in einem adligen Umfeld auf, das ihr aristokratische

und konservative Werte vermittelt. Doch Meta

von Salis merkt schon als Teenager, dass ihr die Ausbildung

zur guten Hausfrau in den typischen Mädchenpensionaten

nicht ausreicht. Sie möchte Erzieherin werden – einer der

wenigen Berufe, der Frauen aus der Oberschicht damals

zugänglich war.

Sie erlernt den Beruf im deutschen Naumburg, wo sie Mutter

und Schwester von Friedrich Nietzsche kennenlernt, mit

dem sie später eine Freundschaft verbindet. Ab 1883 studiert Meta von

Salis Geschichte und Philosophie in Zürich, 1887 promoviert sie als erste

Bündnerin. Nach ihrem Studium engagiert sich die Adlige als Schriftstellerin,

Publizistin und Vortragsrednerin für die Rechte der Frauen. Neben

der politischen Gleichberechtigung geht es Meta von Salis vor allem um

die rechtliche Gleichstellung der Frau. 1894 bekommt sie das ungerechte

System am eigenen Leib zu spüren: Sie setzt sich für die Zürcher Ärztin

und Frauenrechtlerin Caroline Farner ein und erkämpft deren juristische

Rehabilitierung. Doch der unterlegene Richter verwickelt daraufhin Meta

von Salis selbst in einen Ehrverletzungsprozess und verurteilt die Frauenrechtlerin

zu einer Gefängnisstrafe. Meta von Salis

zieht sich zusehends ins Privatleben zurück. Sie lebt

einige Jahre auf Capri und später in Basel. In ihren

letzten Lebensjahren nimmt sie Abstand von der

Frauenbewegung und äussert sich immer öfter antidemokratisch

sowie deutschnational. Meta von Salis

stirbt am 29. März 1929 in Basel.

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www.rhb.ch/contura


Wir stellen vor

Stiva Retica: Bündnerstube auf Rädern

Gemütlicher lässt es sich kaum durch die Berge reisen: Das Stübli

aus Arvenholz, feiner Bergkäse auf einem Stück Bauernbrot und ein

guter Tropfen machen eine Fahrt in der Stiva Retica, der Bündnerstube

auf Rädern, zum unvergesslichen Erlebnis.

In einer urchigen Stube zu

sitzen und Bündner Spezialitäten

zu geniessen,

ist eine schöne Sache.

Doch Bündnerstuben gibt

es viele. Die, bei deren

Besuch man das vorbeiziehende

Alpenpanorama

bewundern kann, ist einzigartig:

Die Stiva Retica

der Rhätischen Bahn ist

gleichzeitig gemütliche Beiz und Panoramawaggon. Natürlich bietet die

Bündnerstube auf Rädern alles, was ein richtiges Stübli haben muss: eine

Täferung aus Arvenholz, eine Stiva-Bar, einen Stammtisch, sieben Tische

für je vier Personen sowie Kühlschrank, Kaffeemaschine und CD-Spieler.

Die Reiseleiterin sorgt während der Fahrt für Leben im Waggon. Sie tischt

auf – ganz nach Wahl Währschaftes wie Bergkäse, Bauernbrot, einheimisches

Bier und Wein aus der Bündner Herrschaft – und koordiniert das

Programm. Denn in der Stiva Retica dürfen

alle auftreten: Zauberer, Live-Musik,

Herbstaktion Silberdistel

Karikaturisten oder Komiker können jederzeit

hinzugebucht werden. Der Charaktion

Silberdistel vom 26. 10. bis

Die RhB bietet im Rahmen der Herbstterwagen

fährt auf dem gesamten Netz 13. 12. 2015 die graubündenPASS-

Tageskarte zum vergünstigten Preis an.

der Rhätischen Bahn, ausser auf der Berninalinie

zwischen Pontresina und Tira-

der Eltern oder Grosseltern sogar gratis

Kinder bis 16 Jahre reisen in Begleitung

no. Da steht der nächsten ausgelassenen (bis maximal fünf Kinder).

Feier mit guten Freunden doch nichts Silberdistel-Tageskarte für

mehr im Weg. Juhe!

Bündner Herbstgenuss ab CHF 35.00

www. rhb.ch/silberdistel

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Powerplay

Gipfelstürmer

im Schnee

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www.rhb.ch/contura


Das Ziel im Blick geht’s stetig aufwärts: Tour am Piz Bial.

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Hören, wie der Schnee unter den Ski knirscht. Spüren, wie der

Wind um die nächste Bergkante pfeift. Sehen, wie der Gipfel immer

näher kommt. Und sich schon mal auf die Abfahrt freuen.

Tourengehen im Schnee fasziniert – auch Markus von Glasenapp

und Nicolas Fojtu. Sie haben mit dem «Ski & Snowboard Tourenatlas

Schweiz» das vermutlich umfangreichste Nachschlagewerk

des Landes vorgelegt.

«In unserem Buch stecken wohl Tourenvorschläge für ein ganzes Leben»,

sagt Markus von Glasenapp. Er wählte die Touren, Gebiete und Gipfel aus,

Nicolas Fojtu schoss die Bilder. So fanden mehr als 1000 Routen auf 400

Gipfeln in den 30 besten Ski- und Snowboard-Tourenregionen der Schweizer

Alpen den Weg in den Atlas. Ehrensache, dass es auch Routen im Bündnerland

gibt. Zu den Startpunkten gelangt man am besten mit der RhB.

Eine Auswahl der schönsten Routen gibt es hier im Contura – viele weitere

auf der RhB-Website exklusiv zum Download.

Piz Bial – 3061 Meter über dem Meer

Die Tour auf den Piz Bial startet in Preda. Oberhalb des verschlafenen Dorfs

beginnt im Winter die Sperre des Albulapasses. Hier ist deshalb quasi die

Welt zu Ende – der perfekte Startpunkt für eine aussergewöhnliche und

etwas schwierigere Tour. Der Aufstieg erfolgt zunächst durch das Val Mulix

mit einem der schönsten Arvenwälder Graubündens. Zugegebenermassen

Eine rasante

Abfahrt ist der

Lohn für die

etwas schwierigere

Tour zum

Piz Bial.

68

www.rhb.ch/contura


Der Startpunkt

für die Tour zum

Piz Cotschen: das

Schellen-Ursli-

Dorf Guarda.

zieht sich die Tour hier etwas, doch der Anblick der Nordflanke des Piz Bial

motiviert. Dann wird es anstrengend: Schon fast am Ziel, geht es für 200

Höhenmeter durch ein steiles und enges Couloir. Den Gipfel erreicht man

schliesslich relativ leicht von Osten her. Endlich oben angekommen, bietet

der Piz Bial dank seiner exponierten Lage einen überwältigenden Ausblick.

Nach dem langen Aufstieg folgt die verdiente Belohnung – Felle ab und los!

Die Abfahrt beginnt rasant und steil – direkt unterhalb des Gipfels geht

es durch ein 42 bis 44 Grad steiles Couloir, bevor der Weg wieder auf die

Aufstiegsroute trifft. Wer nach dieser Tour noch nicht genug hat, steigt von

Preda aus auf den Igl Compass. Als Kontrastprogramm bietet sich die sechs

Kilometer lange und somit längste beleuchtete Schlittelbahn Europas an.

Sie führt von Preda nach Bergün, den berühmten Albulaviadukten entlang.

Unterkunft: Hotel Preda Kulm, www.preda-kulm.ch

Sonnenhof Preda, www.preda-sonnenhof.ch

Piz Cotschen – 3 031 Meter über dem Meer

Los geht’s in Guarda, dem berühmten Schellen-Ursli-Dorf. Hier lebte die

Schöpferin des Kinderbuchhelden, Selina Chönz, und nutzte das Kleinod unter

den Engadinerdörfern als Vorlage für ihre Bücher. Die RhB hält etwas unterhalb

von Guarda. Mit dem Postauto gelangt man ins Dorf. Von dort beginnt

die Route zunächst auf der geräumten Strasse in Richtung Bos-cha,

danach geht es ins Gelände. Der Aufstieg ist mit 30 bis 34 Grad steilen,

südexponierten Hängen in gut zweieinhalb Stunden machbar. Alternativ

beginnt man in Ardez: Von hier über die Hütte Chamanna Cler dauert die

Tour etwas länger. Unterhalb des Vorgipfels wird es kurzfristig steiler, hier

ist Vorsicht geboten. Vom Vorgipfel läuft man zu Fuss über Felsen zum

Hauptgipfel. Sind die Felsen verschneit, erfordert auch dieses letzte Stück

etwas Übung. Die Abfahrt erfolgt über den direkten Südhang; die Alternative

über die supersteile Ostflanke bietet sich nur bei absolut sicheren

Verhältnissen an. Liegt genug Schnee, zieht man seine Schwünge bis Ardez.

Unterkunft: Hotel Piz Buin, Guarda, www.pizbuin.ch

Hotel Alvetern, Ardez, www.alvetern.ch

Berghütte Chamanna Cler für Selbstversorger, www.ski-ardez.ch

69


Viel Schwung

für schöne Lines:

die Tour zum

Chörbschhorn.

Chörbschhorn – 2651 Meter über dem Meer

Eine Tour auf das Chörbschhorn ist der Klassiker in Davos. Obwohl sich der

Luftkurort zu einem modernen Skigebiet entwickelt hat, bietet er immer

noch die Möglichkeit, abseits der Pisten Ruhe und Beschaulichkeit zu finden.

Das Chörbschhorn ist vor allem dann eine gute Option, wenn Nordhänge

noch zu unsicher sind oder man im tiefsten Winter Lust auf Sonnenschein

hat. Es gibt zwei Möglichkeiten, aufs Chörbschhorn zu gelangen:

Der Aufstieg vom Skigebiet Schatzalp dauert rund zwei Stunden. Er ist abwechslungsreich

und man muss lediglich 300 Höhenmeter überwinden.

Von Davos Frauenkirch aus läuft man dreieinhalb Stunden in steilerem

Gelände (bis zu 34 Grad Steigung). Dafür kann man sich in der Stafelalp

noch mit Kaffee und Kuchen stärken, bevor es ernst wird. Über den Erber

Berg geht es in schöner Abfahrt bergab: Nach dem Gipfelhang braucht es

viel Schwung, um eine Fläche zu überwinden. Dafür ist eine Waldschneise

gegen Ende der Abfahrt ruppig zu fahren und teilweise recht steil.

Unterkunft: diverse Hotels in Davos, www.davos.ch

Tourengehen – so funktioniert’s

Auf den Geschmack gekommen? Einfach losgehen funktioniert leider nicht.

«Wer Touren gehen möchte, muss erst die grossen Zusammenhänge von

Wetter, Gelände, Schneebeschaffenheit und dem eigenen Handeln verstehen»,

sagt Markus von Glasenapp. «Hat man diese Grundlagen verstanden,

ist es, als spreche man eine neue Sprache.» Diese gut zu beherrschen,

kann überlebenswichtig sein. Am Berg drohen Gefahren wie

Lawinen, Abstürze, Erschöpfungszustände sowie Blockaden. Ausserdem

ein absolutes Muss: ein respektvoller Umgang mit der Natur, den Mitgliedern

der Tourengruppe, anderen Tourengängern sowie sich selbst.

Markus von Glasenapp empfiehlt, eine mehrtägige

Grundausbildung zu absolvieren: «Dort

1-Franken-Vergnügen

lernt man von Profis die Grundlagen in Lawinen-

Das zahlt sich aus: Für nur einen

und Wetterkunde sowie das selbstständige

Franken fahren Sie mit der RhB

in den Pulverschnee und zurück. Planen von Touren.» Zwei wertvolle Tipps vorab:

niemals alleine losziehen und bei einem

Das Angebot gilt beim Kauf einer

Skitageskarte im Bündnerland. schlechten Bauchgefühl lieber umkehren.

www.rhb.ch/1-franken

70

www.rhb.ch/contura


Über Felsen

geht es zu Fuss

zum Hauptgipfel

des Piz

Cotschen.

Neben obligatorischem Wissen sind beim Tourengehen vor allem eine gute

Planung sowie die Ausrüstung essenziell. Vor jeder Tour muss sich die Gruppe

ein möglichst genaues Bild der aktuellen Situation machen. Infos liefern

topografische Karten, der Wetterbericht sowie das Lawinenbulletin des Instituts

für Schnee- und Lawinenforschung. Ist man einmal gestartet, sollte

man das eigene Vorhaben immer wieder hinterfragen, sich Fehler eingestehen,

Alternativen suchen und im Zweifelsfall eben umkehren. Weiter

sollten alle Mitglieder einer Gruppe ähnlich ausgestattet sein – ein Schneeschuhwanderer

ist auf Neuschnee zum Beispiel um einiges langsamer als ein

Gruppenmitglied auf Tourenski. Jede Kleinigkeit will bedacht sein, «allein

die vergessene Sonnencreme kann eine Tour scheitern lassen – vom fehlenden

Pickel kurz unterm Gipfel ganz zu schweigen», sagt Markus von Glasenapp.

Die Mitglieder der Gruppe sollten zudem über ähnliche Fähigkeiten

verfügen – oder sich so ausrüsten, dass alle auf einem vergleichbaren

Niveau laufen können. Darüber hinaus

rät Markus von Glasenapp zu mehrtägigen

Ausflügen: «Wenn man übernachtet, Weitere Touren auf der RhB-Website

Die RhB präsentiert in Zusammenarbeit

kann man die lokalen Verhältnisse besser

beurteilen. Und man verbringt die in Graubünden, die optimal mit den ÖV

mit Helvetic Backcountry zehn Tourentipps

schönsten Stunden des Tages in den Bergen:

Sonnenauf- und -untergang.»

hof starten oder enden.

erschlossen sind und an einem RhB-Bahn-

www.rhb.ch/tourentipps

71


Gut zu wissen

Volle Wasserkraft voraus

100 Prozent Bündner Energie

Das erste Licht, das im Kanton Graubünden durch Wasserkraft leuchtete,

erstrahlte 1879 in einem Speisesaal eines Hotels in St. Moritz. Die Energie

stammte aus dem Abfluss des St. Moritzersees – eine Sensation! Heute

ist Wasserkraft allgegenwärtig und leicht verfügbar. Dies nutzt auch die

Rhätische Bahn: Seit Anfang 2014 bezieht sie den gesamten Strom für den

Betrieb der Bahn sowie der Immobilien aus Bündner Wasserkraft.

Bahnfahren mit Strom: die RhB als Vorreiterin in Europa

Was heute selbstverständlich ist, war Anfang des 20. Jahrhunderts pure Innovation:

Zwischen 1904 und 1907 entstand das Kraftwerk Campocologno 1

am Lago di Poschiavo. Das Kraftwerk mit dem weltweit höchsten Gefälle

lockte Besucher aus aller Welt an und versorgte ab 1908 die Berninabahn

mit 750 Volt Gleichstrom. Die Rhätische Bahn – die Berninabahn wurde

erst 1943 von der RhB übernommen – fuhr damals noch mit Dampflokomotiven.

Aufgrund des Kohlemangels stieg schliesslich auch die Rhätische

Bahn auf Strom um: Zwischen 1913 und 1922 wurden sämtliche Strecken

elektrifiziert, womit die Rhätische Bahn als eine der ersten Vollbahnen

Europas vollumfänglich elektrifiziert war. Anfänglich deckte die Rhätische

Bahn ihren gesamten Strombedarf mit Strom aus dem Kraftwerk Campocologno.

Später kamen Bahnstromgeneratoren in den Kraftwerken Küblis

und Thusis hinzu, die zusätzliche Energie ins Bahnstromnetz speisten. Die

neue Technik hatte allerdings auch ihre Tücken: Die neuen Triebfahrzeuge

benötigten stetig mehr Strom, womit die Stromproduktion jedoch nicht

immer Schritt halten konnte. Besonders Ende der 1950er- und 1960er-

Jahre war die Energie knapp. Als besonders

planungsintensiv erwies sich der

Ökostromlehrpfad

Was genau ist Ökostrom? Wie wird

Bau der Stromübertragungsleitungen –

diese Energie aus erneuerbaren Quellen eine Planungszeit von bis zu 20 Jahren

hergestellt? Auf dem Ökostromlehrpfad war durchaus üblich. Wo die Energie

zwischen dem Ospizio Bernina und dem

herkam, regelten Verträge mit den einzelnen

Kraftwerksgesellschaften. 1954

Gletschergarten Cavaglia erfahren Sie,

wie Strom produziert wird – und wie

die RhB mit der Stromproduktion am wurde das kantonale Wasserrechtsgesetz

revidiert, der Kanton Graubünden

Bernina verknüpft ist.

www.rhb.ch/oekostromlehrpfad

72

www.rhb.ch/contura


Zwischen 1913

und 1922 wurde

die RhB vollumfänglich

elektrifiziert.

erwarb erstmals Beteiligungen an neu entstandenen Kraftwerksgesellschaften.

Somit floss 1961 erstmals kantonale Beteiligungsenergie, um die

Stromversorgung der Rhätischen Bahn sicherzustellen. Die Energie kam aus

dem Kraftwerk Zentrale Sils am Stausee Valle di Lei. Dort produzieren heute

noch zwei Generatoren ausschliesslich Strom für die Rhätische Bahn und

decken damit rund 40 Prozent des Fahrstromverbrauchs ab.

50 Massnahmen für weniger Energieverbrauch

Heute benötigen die Triebfahrzeuge und Immobilien der Rhätischen Bahn

rund 100 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr – dies entspricht in

etwa dem Stromverbrauch von St. Moritz. Dieser Energieverbrauch soll trotz

der schrittweisen Einführung des Halbstundentakts und stets steigendem

Energiebedarf konstant bleiben. In Zukunft möchte die Rhätische Bahn

Energie noch effizienter nutzen und hat rund 50 Energiesparmassnahmen

definiert. Dazu gehört unter anderem modernes Rollmaterial, das

Energie, die beim Bremsen entsteht, ins Stromnetz zurückspeist. Darüber

hinaus werden ständig alte Leuchtmittel ersetzt und automatisierte Weichenheizungen

optimiert.

73


Ve

Streckennetz

Höhepunkte der Rhätischen Bahn

1

Rheinschlucht

N

Basel

Zürich

2

Langwieserviadukt

Bern

SCHWEIZ

Chur

Graubünden

Genève

Zermatt

Lugano

Ilanz

Disentis/

Mustér

Rueun

Waltensburg-Vuorz

Tavanasa-Breil/Brigels

3

Landwasserviadukt

Valendas-Sa

Castrisch

4

Wiesnerviadukt

Oberalppass

Trun

Rabius-Surrein

Sumvitg-Cumpadials

Sedrun

Vorderrhein

S u r s e l v

a

Andermatt

Visp

Zermatt

Vals

5

Albulaviadukte und -kehrtunnels

Lukmanier

Biasca

6

Alp Grüm

SCHWEIZ

SWITZERLAND

SVIZZERA

San Bernardino

7

Kreisviadukt Brusio

Bellinzona

Lugano

Milano

74

www.rhb.ch/contura

ugano


Flims Trin

rsam-Safien

gogn

1

Zürich

St. Gallen

Landquart Ried

Igis

Zizers

Untervaz-Trimmis

Haldenstein

Chur Wiesental

Chur West

Felsberg

Domat/Ems

Ems Werk

Calanda

2806 m

Bonaduz

Rhäzüns

Rothenbrunnen

Rodels-Realta

Cazis

Piz Beverin

2998 m

Reichenau-

Tamins

Thusis

Hinterrhein

Rhein/Rhine/Reno

Chiavenna

Lugano

Landquart

Chur

Tiefencastel

Plessur

Weisshorn

2653 m

Lenzerheide

Savognin

Malans

Seewis-Valzeina

Grüsch

Schiers

Furna

Jenaz

Fideris

Chur Stadt

Küblis

Lüen-Castiel

St. Peter-Molinis

Saas

Peist

Klosters Dorf

Langwies

Litzirüti

Arosa

3

P r

Filisur

2

ä t t

Bergün/Bravuogn

Preda

i g a

Landwasser

Landquart

u

Albulatunnel

Samedan

St. Moritz

Cavadürli

Davos Laret

Davos Wolfgang

Davos Dorf

Davos Platz

Davos Frauenkirch

Davos Glaris

Davos Monstein

Davos Wiesen

Piz Ela

3339 m

Piz Nair

3057 m

Maloja

4

5

Spinas

Celerina

Celerina Staz

Punt Muragl Staz

Pontresina

Klosters Platz

Vereinatunnel

O b e r e n g a

Bever

d i n

Zuoz

Madulain

La Punt Chamues-ch

Punt Muragl

Surovas

Morteratsch

Bernina Suot

Piz Bernina

4049 m

Piz Palü

3905 m

Piz Linard

3411 m

Valposchiavo

ÖSTERREICH

AUSTRIA

AUSTRIA

Susch

Poschiavo

U n

Sagliains

Zernez

Cinuos-chel–Brail

S-chanf

Muottas Muragl

2450 m

Berninapass

6

t e r

Ftan

Ardez

Guarda

Lavin

e n g

Na tiona lpa rk

Livigno

Bernina Diavolezza

Bernina Lagalb

Ospizio Bernina

Alp Grüm

Cavaglia

Cadera

Privilasco

7

Li Curt

Le Prese

Miralago

Brusio

Campascio

Campocologno

Tirano

Samnaun

i n

a d

Inn

Scuol-Tarasp

Müstair

Rhätische Bahn

UNESCO Welterbe RhB

PostAuto / Bus

Bernina Express Bus

Tirano – Lugano

Landeck

Mals

Meran

Lugano

Edolo

Val Camonica

Brescia

ITALIEN

ITALY

ITALIA

75


Wettbewerb

Wie gut kennst du Clà Ferrovia?

Das Leben von Kinder-Kondukteur Clà Ferrovia

ist ganz schön abenteuerlich. Darum hat er ganz

viele gute Geschichten zu erzählen. Immer wenn

er mit den Händen fuchtelnd eine Geschichte

zum Besten gibt, wackelt sein Schnauz wie wild

hin und her. Auf diesen zwei Bildern ist aber

offenbar noch mehr verwackelt …

Findest du die fünf Unterschiede

im unteren Bild?

Wir verlosen zwei Billette für

eine der nächsten Fahrten mit Clà Ferrovia

Schreibe uns die fünf Unterschiede als Stichworte

mit dem Betreff «Wettbewerb» an contura@rhb.ch

oder schicke eine Postkarte an: Rhätische Bahn AG,

Marketing-Kommunikation und E-Business, Bahnhofstrasse

25, CH-7002 Chur. Einsendeschluss ist der

29. Februar 2016.

Die Teilnahme ist gratis und unverbindlich. Die Gewinner werden

schriftlich benachrichtigt. Eine Barauszahlung der Preise ist nicht

möglich. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt

und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die persönlichen Daten

werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.

76

www.rhb.ch/contura


Für Ihre Agenda

Auf einen Blick: die Erlebnisfahrten 2016

Clà Ferrovia

Abenteuer mit dem Kinder-Kondukteur

12./13.12.* Fahrt ins Lichterland **

19.12.* Fahrt ins Lichterland

21.05. Fahrt ins Blumenland **

25.09. Fahrt ins Farbenland

* 2015

** mit Dampflok

Vollmondfahrt

Mystische Fahrt durchs Gebirge

22./23./24.01. St. Moritz Alp Grüm

20./21./22.02. St. Moritz Alp Grüm

æ æ

Glacier Pullman Express

Zwei Tage einfach luxuriös reisen

01./02.07. St. Moritz – Zermatt

03./04.07. Zermatt – St. Moritz

02./03.09. St. Moritz – Zermatt

04./05.09. Zermatt – St. Moritz

2016 Dampfschneeschleuderfahrt

Schnee räumen wie anno dazumal

17.01. Pontresina Alp Grüm

14.02. Pontresina Alp Grüm

æ æ

Dampffahrten

Bahnfahrten mit Schall und Rauch

31.01. Engadin: Samedan Scuol-T.

28.02. Surselva: Landquart Disentis

æ æ æ

08.05. Davoser Rundfahrt:

Muttertagsfahrt

06.08. Davoser Rundfahrt

10.09. Surselva: Landquart Disentis

Nostalgiefahrt Engadin

Reisen wie unsere Vorfahren

16.10. Samedan Davos

æ

Erlebniszug Albula

Mit offenen Wagen ins Bahnparadies

05.06 – 04.09. jeden Sonntag

12.06. UNESCO Welterbe-Tag

3-Tages-Fahrt Eisenbahnklassiker

Unterwegs wie in vergangenen Zeiten

16./17./18.06. verschiedene Strecken

Rhätia Pullman Express

Im Stil der 30er-Jahre geniessen

07.–09.07. Davos St. Moritz

æ æ æ æ

21.–23.07. Davos St. Moritz

11.–13.08. Davos St. Moritz

18.–20.08. Davos St. Moritz

Änderungen bleiben vorbehalten. Infos unter www.rhb.ch/bahnerlebnisse

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Oberal pa s

St. Moritz

Davos

Albula Line

Lenzerheide

Anderma t

Disentis

Landwa ser Viaduct

Rhine Gorge Chur

20 3 m

1775 m

Celerina

Samedan

1540 m

15 0 m

1484 m

Oberwald 1435 m

Filisur

iesch

130 m

1032 m

Tiefencastel

Thusis

630 m

585 m

2 0

18 0

16 0

14 0

12 0

1 0

8 0

6 0

4 0

2 0

m above

sea-level

Meran

Mals

Scuol-Tarasp

1286 m

4

Venezia

Valchava

Sta. Maria

Tschierv

Müstair

UNESCO Welterbe

Kloster St. Johann

n

Müstair

12

Ftan Baraigla

Mo ta Naluns

Ardez

Tirano-Thusis

1 2,3 km UNESCO

Welterbe RhB

UNESCO Biosfera

Val Müstair

Parc Naziunal

Schweizerischer

Nationalpark

Inn

/ En

Guarda

Piz Buin

Lugano

Tirano

429 m

Ova Spin

Ofenpa s

13

Morteratsch

Surovas

Celerina-

Staz

Punt Muragl

Celerina

Samedan

Bever

Spinas

Preda

Campascio

Campocologno

Germany

Basel Zurich

France

Lucerne

Austria

Berne

Chur

Lenzer-

Disentis heide

Anderma t

Davos

Interlaken

Filisur

Lausa ne

St. Moritz

Visp

Brig

Lugano

Zerma t

(Bernina Expre s)

Gornergrat

Italy

Milano

Sagliains

Lavin

Piz Linard

Fax +41 [0] 27 92 79

Kreisviadukt

Brusio

Le Prese Li Curt

Miralago

Lago di Livigno

Susch

Madrisa

Brusio

Langwieserviadukt

Autoverlad

Vereina

Selfranga

Klosters Platz

Klosters Dorf

Zernez

Poschiavo

Livigno

Rhätische Bahn

Tel. +41 [0] 81 288 65 65

Fax +41 [0] 81 288 61 05

14

Schwarzsee

Cavaglia

Cadera

Privilasco

Schweizerischer

Nationalpark

Davos Platz

Davos Dorf

1560 m

Davos Wolfgang

Davos Laret

Davosers e

Gotschnagrat

Cavadürli

S as

Küblis

7

Alp Grüm

3

3008 – ms

Lago Bianco

Lej Nair

Piz Lagalb

S-chanf

Cinuos-chel-Brail

Schatzalp

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Ospizio

Bernina

2253 m

Bernina

Diavole za

Bernina

Lagalb

Bernina

Suot

Muo tas Muragl

Davos

Davos

Monstein

Glaris

Davos

Frauenkirch

Davos

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Langwies

Fideris

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Lago

Bianco

La Punt

Chamues-ch

Zuoz Madulain

Litzirüti

Landwa serviadukt

Wiesnerviadukt

Peist

6

Piz Kesch

Piz Palü

Diavolezza

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Morteratsch-Gletscher

Pontresina

Arosa

1739m

Plessur

Lej da San Mure zan

Albulatunnel

1

Rhäzüns

Bonaduz

Reichenau-

Tamins

Domat/Ems

Ems Werk

West

Stadt

Felsberg

Wiesental

Untervaz-Trimmis

Landquart

8

5

Filisur

Haldenstein

Piz Bernina

4049 m Piz Roseg

Bergün/

Bravuogn

Alvaneu Bad

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4

Parpaner

Weisshorn

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Rothorn

Chur

585 m

St.Moritz

1775 m

11

Albulaviadukte und

-Kehrtunnels

Tiefencastel

Lenzerheide

Calanda

Tschingelhörner

Solisviadukt

Corviglia

Feldis

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Piz Corvatsch

Piz Ela

Parc Ela

Lej da Silvaplauna

Piz Nair

Zizers

Igis

Landquart Ried

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Malans

Valzeina

13

Savognin

Cazis

Rodels-Realta

Rothenbru nen

Lej da Segl

Thusis

Maloja

9

Thusis-Tirano

1 2,3 km UNESCO

Welterbe RhB

Trin

Piz Beverin

2

Vals

Flimserstein

Versam-Safien

Rheinque le

Davos Platz

Valendas-Sagogn

Crestas e

Cassonsgrat

10

Castrisch

Schatzalp

Wei sfluhjoch

Ilanz

Oberalppa s

Piz Lagalb

Caumasee

Flims

Disentis/

Mustér

Rabius-Su rein

Trun

2

Rueun

Falera

L axersee

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UNESCO

Welterbe

Tektonikarena

Sardona

Brig

Ma terhorn

Oberalpstock

Tödi

Sumvitg-Cumpadials

Landwasserviadukt

Wiesnerviadukt

Davos

Davos

Monstein

Glaris

Davos

Frauenkirch

Davos

Wiesen

Tavanasa-Breil/Brigels

Waltensburg/Vuorz

Lago Bianco

Lej Nair

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Crap Sogn Gion

Martinsloch

Zerma t

Visp

Muo tas Muragl

Piz Kesch

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Anderma t

Pontresina

Filisur

Albula

Solisviadukt

Diavolezza

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Vorab

Albulatu nel

Piz Palü

Alp Grüm

Ospizio

Bernina

253 m

Bernina

Diavole za

Bernina

Lagalb

Bernina

Suot

Morteratsch

Surovas

Celerina-

Staz

Punt Muragl

Celerina

Samedan

Bever

Spinas

La Punt

Chamues-ch

Preda

Zuoz Madulain

S-chanf

Cinuos-chel-Brail

Lago

Bianco

Bergün/

Bravuogn

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Surava

Morteratsch-Gletscher

Graubünden

Lej da San Mure zan

Parpaner

Weisshorn

shorn

Rothorn

Graubünden

Roseg

Val

of magic moments!

Albulaviadukte und

-Kehrtu nels

Grigioni

Via giate con noi su pont imponenti, va li profonde, pa sando vicino

ad alte pareti ro ciose e acque spume gianti: godetevi un mo-

-

via Retica si snoda da nord a sud. Inserita armonicamente ne la natura

inta ta, delizia con paesa gi da cartolina. Così conoscerete senz'altro

giore fe rovia alpina de la Svi zera.

mento magico dopo l'altro!

Gli highlight de la rete FR

1

2

3

4

5

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10

Piz Bernina

4049 m Piz Roseg

St.Moritz

1775 m

Tiefencastel

Corviglia

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15

Bernina Expre s

Glacier Expre s

Alp Grüm

Bade-Kombi

Spa package | Treno e terme

Clà Fe rovia

Piz Corvatsch

Piz Ela

Parc Ela

Savognin

Thusis

Lej da Silvaplauna

Schli telwelt

Sledging | Il paradiso de lo sli tino

Via Albula/Bernina

Pu lman Bernina

graubündenPA S

Piz Nair

Lej da Segl

-

RhB handlich

Erlebniskarte und Broschüren

Unsere Erlebniskarten und Broschüren – am

RhB-Bahnhof mitnehmen oder bequem downloaden:

www.rhb.ch/broschueren

Erlebniskarte der Rhätischen Bahn

Tourist map of the Rhaetian Railway

Cartine per le avventure de la Ferrovia retica

www.rhb.ch

Reschenpa s

Vereinatu nel

Landquart

Inn

/ En

Albula

Roseg

Val

St.Peter-Molinis Lüen-Castiel

Rhein

Hinterrhein

Sedrun Göschenen

Ruinaulta / Rheinschlucht

Vorderrhein

www.rhb.ch

Karte | Map | Mappa

Bilderbuch-Erlebni se im grö sten Kanton der Schweiz.

Wie ein roter Faden zieht sich die Rhätische Bahn durch Graubünden.

Reisen Sie mit uns über imposante Brücken, durch tiefe Täler, vorbei

an hohen Felsen und wilden Wa sern: Erleben Sie magische Momente

am laufenden Band!

Mi ten durch die atemberaubende Bündner Bergwelt zieht die Rhätische

Bahn ihre Spur von Nord nach Süd. Harmonisch in die ursprüngliche

Natur eingebe tet, verzückt sie mit postkartenreifen Au sichten.

Panorama

So kommen Sie Graubünden garantiert näher: unterwegs au faszinierenden

Erlebni sen mit der grö sten Alpenbahn der Schweiz.

Picturesque experiences in Switzerland’s largest canton.

The Rhaetian Railway wends its way through Graubünden like a golden

thread. Come with us over imposing bridges, through d ep va leys

and past st ep rock faces and wild mountain streams: a su ce sion

The Rhaetian Railway wends its way from north to south through the

breath-taking scenery of Graubünden. Harmoniously embe ded in its

views. Without doubt, the best way to ge to know Graubünden is to enjoy

the picturesque experiences on Switzerland’s bi gest alpine railway.

Esperienze da libro i lustrato nel maggior Cantone de la Svi zera.

Die Rhätische Bahn in Zahlen

The Rhaetian Railway in figures | La Fe rovia Retica in cifre

Firs track opened | Inaugurazione de la prima tra ta:

1 89 (Landquart– Davos)

Streckenlänge | Track length | Lunghe za comple siva: 3840 m

Spurweite | Gauge | Scartamento: 10 mm

Mitarbeiter | Employ es | Co laboratori: 1400

Anzahl Brücken | Number of bridges | Numero di ponti: 606

Längste Brücke | Longest bridge | Ponte più lungo:

Höchste Brücke | Highest bridge | Ponte più alto:

89 m (Wiesnerviadukt | Wiesner Viaduct | (viado to di Wiesner)

Anzahl Tu nels | Number of tu nels | Numero di ga lerie: 606

Längster Tu nel | Longes tunnel | Ga leria più lunga:

19042 m (Vereina)

Grö ste Steigung | St epest gradient | Pendenza ma sima:

70 ‰ (Bernina Linie | Bernina Line | linea del Bernina)

Höchster Punkt | Highest point | Punto più elevato:

2253 m ü. M. | m a.s.l. | m s.l.m.

(Ospizio Bernina | Bernina Hospice | Ospizio Bernina)

Tiefster Punkt | Lowest point | Punto più ba so:

429 m ü. M. | m a.s.l. | m s.l.m. (Tirano)

Anzahl Halteste len und Stationen | Number of halts and stations |

Numero di fermate e stazioni: 103

Personenbeförderungen | Pa senger volume

Persone trasportate: 10 0 0 jährlich | per year | a l'a no

285 m (Langwieserviadukt | Langwieser Viaduct | viado to di Langwiesen)

Die Höhepunkte auf dem RhB-Streckennetz

The highlights of the RhB rail network

de | en | it

Bahnmuseum Albula

Albula Railway Museum | Museo fe roviario de l’Albula

Steam-train rides | Giro in treno a vapore

Erlebniszug Albula

Albula Adventure Train | Treno a ventura de l’Albula

Führerstandsfahrten

F otplate rides | Ma chinisti per un giorno

Kulinarische Fahrten

Culinary trips | Via gi gastronomici

Schlo s Tarasp

The castle of Tarasp | Castello di Tarasp

«Panorama»-Erlebniskarte

Die Erlebniskarte zeigt auf bildhafte

Weise die Höhepunkte auf

dem RhB-Netz. Lassen Sie sich von

unseren Ausflugs- und Erlebnistipps

inspirieren!

www.berninaexpress.ch

Bernina Express

Chur / Davos / St. Moritz — Tirano — Lugano

de | en | it | fr

Bernina Express – von den Gletschern zu den Palmen

Erleben Sie eine der spektakulärsten Alpenüberquerungen:

die Albula- und Berninalinie der Rhätischen

Bahn. Ein besonderer Hochgenuss ist die Panoramafahrt

im Bernina Express – vorbei an Gletschern bis

hinunter zu den Palmen.

DE Saftiges Grün im Wallis

EN The luxuriant gr en of Wa lis

FR Le paysage verdoyant du Valais

IT Il verde rigoglioso del Va lese

PL Bujna zieleń kantonu Wallis

CZ Šťavnatá zeleň ve Wallisu

60 80 120 140 160 180 2 0 20 240 260 291 km

itage „Swi s Alps Jungfrau-Aletsch“

ritage „The Rhaetian Railway in the Landscape of Albula/Bernina“

S w i t z e r l a n d

Geneva Tirano

Experience the legendary train journey through

the Swi s Alps – in the heart of Europe

Have you already heard of the Bernina Expre s

tha takes you from St. Moritz to Tirano?

Or the Gornergrat Bahn from Zerma that o fers

you the most wonderful views of the Ma terhorn?

DE EN FR IT PL CZ

Der langsamste Schne lzug der Welt

The slowest expre s train in the world

Le train rapide le plus lent du monde

Il treno rapido più lento del mondo

Najwolniejszy pociąg ekspresowy na świecie

Nejpomalejší expresní vlak světa

Glacier Express – der langsamste Schnellzug der Welt

Sie rollen bis zu den Wolken, durch intakte Berglandschaften,

über mächtige Gebirgsflüsse und vorbei an

schroffen Felswänden. Die Panoramafahrt im Glacier

Express durch die Schweizer Alpen prägt sich ein – mit

Höhepunkten vom Anfang bis zum Ende.

www.glacierexpre s.ch

www.facebook.com/glacierexpre s.ch

Ma terhorn Gotthard Bahn

Bahnhofplatz 7 I CH-3900 Brig

Bahnhofstrasse 25 I CH-7 02 Chur

Tel. +41 [0] 848 642 railcenter@mgbahn.ch I www.mgbahn.ch railservice@rhb.ch I www.rhb.ch

Tickets online

www.glacierexpress.ch

78

www.rhb.ch/contura


Souvenirs & Geschenke

Schenken macht Freude

Entdecken Sie unser grosses Sortiment an attraktiven

Geschenkartikeln und Erinnerungsstücken:

www.rhb.ch/souvenirs

Lustiger Wackel-Steinbock

Anders als der trittsichere echte

Steinbock kriegt die Holzversion

auf Knopfdruck wacklige Knie.

Ebenso rasch ist er aber wieder

auf den Beinen!

Steinbockstarke

Ferienerinnerung

Das plüschige Bündner

Wappentier ist die perfekte

Erinnerung an Ihre

Graubündenferien – und

ein kuschliges Souvenir

für Daheimgebliebene.

Dreifache Swissness

Was haben die RhB, Caran d’Ache und

Victorinox gemeinsam? Neben einem

roten Markenlogo sind alle drei äusserst

beliebte Schweizer Marken. Das RhB-Set

mit Kugelschreiber und Taschenmesser

vereint diese dreifache Swissness.

Für Kleine mit grossen Träumen

Als Lokführer steuern die Kleinen den

ALLEGRA-Triebzug über die selbst

entworfene Strecke. Mit neun Gleisen,

einer Weiche, drei Brücken und

einem Tunnel – Bahn frei!

79


www.rhb.ch

Rhätische Bahn AG

Bahnhofstrasse 25

CH-7002 Chur

Tel +41 (0)81 288 65 65

Fax +41 (0)81 288 61 05

railservice@rhb.ch

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