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Taxi Times München - Dezember 2017

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MÜNCHEN

1 400 TAXIS VOM ODEONSPLATZ BIS NACH SCHWABING

DIE GROSSE MÜNCHNER

TAXIDEMO

HUPEND DURCH

MÜNCHEN

Laute Sternfahrt

ALT-OB UDE MIT

TOLLER REDE

Klare Worte gegen Uber

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INHALT

LIEBE LESERINNEN UND LESER,

UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

FINANZIELLE

UNTERSTÜTZUNG

FÜR DIE DEMO

der 26. Oktober 2017 war für die Taxibranche ein besonderer

Tag. Es war der Tag, an dem eine historische Taxi-Demonstration

mit 1 400 Taxis aus der Stadt und den Landkreisen

Erding, Freising und München stattfand. Eine überzeugende

Demonstration der Einheit der Münchner Taxibranche.

Mehr als ein Drittel der Münchner (Flughafen-)Taxifahrer

verzichtete an diesem Tag für mehrere Stunden auf ihren

Verdienst. Es war ihnen wichtig, ihre Wut über den ungleichen

Wettbewerb mit Uber & Clones zu zeigen – Uber & Clones

(„Nachahmer“) ist ein Begriff, den die Veranstalter von einem

Harvard-Professor übernommen hatten. Es geht nicht nur um

Uber, es geht auch um deren Nachmacher, die Clones.

Und es geht um die Erkenntnis, dass solche Geschäftsmodelle

nur deswegen „funktionieren“, weil man wichtige

Regeln des Personenbeförderungsgesetzes außer Acht

lässt. Ganz besonders die Rückkehrpflicht, was wiederum

von den Aufsichtsbehörden nur sehr schwer und mühsam

beweisbar ist.

Und damit tritt das ein, was eben jener Professor so

treffend charakterisiert hat. Wenn man Uber und seine Nachfolger

weiterhin gewähren lässt, wird das Illegale zur neuen

Normalität. Diese Botschaft muss alle Verantwortlichen

wachrütteln.

Wir fassen alles zur Münchner Taxidemo in dieser Ausgabe

noch einmal zusammen. Damit es nicht vergessen wird und

der 26. Oktober allen Beteiligten in lebendiger Erinnerung

bleibt. Als ein besonderer Tag, der hoffentlich die Wende zum

Positiven eingeläutet hat.

Wir blicken aber auch in die Zukunft. Welche Maßnahmen

sind nun nötig, welche Gespräche, welche Aktionen? Eines

ist sicher: Dieser Zusammenhalt war grandios, aber er darf

nicht einmalig bleiben.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2018 wünscht

die Redaktion

Zwischen Uber und seinen Nachahmern auf der einen Seite

und dem Taxigewerbe auf der anderen gibt es große Unterschiede.

Vor allem in finanzieller Hinsicht. Denn während

Uber beispielsweise alleine in New York in nur sechs

Monaten 1,2 Millionen Dollar für Lobbyarbeit ausgegeben

hat, wurde die Münchner Taxidemo über Spenden der Münchner

Kolleginnen und Kollegen finanziert. Alle Spender sind

nachfolgend genannt. Herzlichen Dank im Namen der Organisatoren

dafür!

Gespendet haben auch viele Firmen, die seit Jahren, teilweise

Jahrzehnten, ein enger Partner des Taxigewerbes sind,

darunter auch viele Werbekunden der Taxi Times München.

Achten Sie auf den gelben Button „Unterstützer des Taxigewerbes“

bei den Anzeigen in dieser Ausgabe.

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Taxi Times Verlags GmbH

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Torsten Hempel

TITELFOTO: F. Schmeidl/MTZ

TAXI DEZEMBER / 2017

3


STERNFAHRT

HUPEND

ZUM ODEONSPLATZ

Startpunkt

Parkplatz Westbad.

Ostbahnhof, Olympia-Eissporthalle und Westbad. Von drei Punkten

aus starteten Münchens Taxler in Richtung Ludwigstraße. Es sollte

Münchens längster und lautester Taxikonvoi aller Zeiten werden.

Ursprünglich hatte der Taxi Verband München TVM als Veranstalter

der Münchner Taxidemo mit 400 Taxis gerechnet.

Dann hätten die beiden Parkplätze und das Bahngelände

auch locker ausgereicht, die als Treff- und Sammelpunkt vor Beginn

der Demo bei der Polizei und beim KVR angemeldet worden waren.

Doch je näher es Richtung 13 Uhr ging, dem Startzeitpunkt der

drei Sternfahrten, umso voller wurden die Parkplätze des Westbads

und der Olympia-Eishalle. Am Treffpunkt Ost war zu diesem Zeitpunkt

das Bahngelände am früheren Ladeplatz des Autoreisezugs

hoffnungslos überfüllt. Die Taxis stauten sich bereits in der

Friedenstraße und in der Grafinger Straße.

Eigentlich hätte im Konvoi einspurig und mit konstanten

20 km/h hintereinander durch die Rosenheimer Straße gefahren

werden sollen, runter zum Isartor und über den Altstadtring vorbei

beim bayerischen Ministerpräsidenten zur Ludwigstraße. Doch

durch die große Menge an Taxis wurde der Zug viel länger. Die

abgestellten Motorradpolizisten konnten gar nicht alle Kreuzungen

absperren, sodass sich vereinzelt auch Privatautos dazwischendrängten.

Als Günni Bäuerle, einer der Veranstalter und bei

der Osttour der Fahrer des ersten Taxis, am Isartor vorbeifuhr,

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STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

waren in der Friedenstraße gerade erst

die letzten Kollegen losgefahren. In der

Rosenheimer Straße wurden längst

beide Spuren belegt, der Querverkehr

musste warten. Je sieben bis

acht Linienbusse der MVG stauten

sich bereits zu beiden Seiten

der Orleansstraße. Die

Fahrgäste und Autofahrer

brauchten viel Geduld an

diesem Donnerstagmittag.

KOLLEGEN VERZICH-

TETEN AUF UMSATZ

Den Taxifahrern war das Tempo

diesmal egal, sie mussten ausnahmsweise

nicht schnellstmöglich

mit dem verspäteten Fahrgast

zum Geschäftstermin. Sie fuhren alle

am unbesetzten Standplatz am Rosenheimer

Platz vorbei. An diesem Tag verzichteten

sie auf ihren Umsatz – um dagegen zu protestieren,

dass ihnen an allen anderen Tagen ihre Einnahmen

und Fahrgäste auf illegale Weise geklaut werden. Sie

wollten zeigen, dass es so nicht weitergehen kann, dass die Politik

und die Behörden hinschauen und zuhören müssen. Deshalb

waren sie an diesem Tag sehr laut. Es wurde gehupt und mit eingeschalteter

Warnblinkanlage gefahren. Manche ließen sogar ab

und zu den Taxialarm losheulen.

EINE BEEINDRUCKENDE GERÄUSCHKULISSE

Es war eine beeindruckende Geräuschkulisse, die sich da um

13 Uhr aus drei Himmelsrichtungen fortbewegte. Vom Ostbahnhof

wie eben beschrieben. Von Laim durch die Agnes-Bernauer- und

Landsberger Straße über die Hackerbrücke und den Königsplatz

zur Briennerstraße. Von Schwabing durch die Lerchenauer und

Karl-Theodor-Straße zur Leopoldstraße.

FOTOS: F. Schmeidl/MTZ, Taxi Times

4

DEZEMBER / 2017 TAXI


STERNFAHRT

Am Odeonsplatz hatten zu diesem Zeitpunkt die Veranstalter

und viele fleißige Helferlein bereits eine Rednerbühne

aufgebaut. Die Ludwig- und

Briennerstraße waren für den Autoverkehr

gesperrt worden. Nur ein paar Fußgänger

waren unterwegs und lasen die Transparente.

Manche erkannten Alt-OB

Christian Ude, der als Redner auf den

Start der Schlusskundgebung wartete,

und gratulierten zum Geburtstag.

Um 13.40 Uhr war es rund um den

Startpunkt

Odeonsplatz noch gespenstisch ruhig.

Parkplatz Eissportstadion.

DER EINZUG DER SIEGER

Nur wer genau hinhörte, konnte aus der

Ferne bereits hupende Autos hören. Erst

leise, dann immer lauter. Thomas Kroker, Leiter

der Funkzentrale der Taxi-München eG und

Fahrer des ersten Taxis, war bereits am Oskarvon-Miller-Ring

angekommen. Er bog wenig später

rechts in die Ludwigstraße ein, fuhr vor bis

Startpunkt

Bahngelände Friedenstraße.

zum Odeonsplatz, auf der Gegenfahrbahn

zurück und parkte schließlich vor der Kreuzung

Ludwig-/Ecke Von-der-Tann-Straße. Alle

Kollegen der Westroute kamen hinterher, empfangen

am Straßenrand von wartenden Kollegen.

Sie winkten, klatschten, filmten. Es war

wie ein Einzug der Sieger. Innerhalb weniger

Minuten waren der Odeonsplatz und die Ludwigstraße

mehrspurig mit Taxis besetzt.

Nahezu zeitgleich bog Günni Bäuerle aus der

Von-Der-Tann-Straße rechts in die Ludwigstraße

Richtung stadtauswärts ein. Der Konvoi der Osttour

sollte am Siegestor wenden und dann gemeinsam mit

den Kollegen von der Nordtour die Ludwigstraße stadteinwärts

„befüllen“. Geplant war, dass die Straße bis zur Schellingstraße

abgesperrt werden sollte.

SPERRE BIS ZUR MÜNCHNER FREIHEIT

Doch daraus wurde nichts. Um allen 1 400 teilnehmenden Taxis

den nötigen Platz zu geben, musste der Verkehr bereits ab der

Münchner Freiheit umgeleitet werden. Ein Dank an die Polizei

an dieser Stelle für deren rasches und flexibles Handeln. Ein

Dank auch an die Geduld der privaten Autofahrer, die an diesem

Nachmittag geduldig und zeitraubend Schwabing umfahren mussten.

Und ein Dank an die vielen Kollegen, die ganz hinten im

Konvoi waren und den mehr als einen Kilometer langen Weg zum

Odeonsplatz vorbei an Tausenden abgestellten Taxis zu Fuß

zurücklegten.

Etliche von ihnen verpassten daher die ersten Minuten der

Schlusskundgebung. War aber nicht schlimm, denn zahlreiche

»Als das letzte Taxi

in der Friedenstraße

losgefahren

ist, waren die

ersten schon am

Isartor.«

Günther Bäuerle, Fahrer des

ersten Taxis der Osttour

andere Kollegen hatten die

Reden gefilmt und hinterher

auf Facebook veröffentlicht.

Die Kundgebung

selbst lief eine Stunde, wir

berichten darüber auf den

folgenden Seiten. Danach

dauerte es dann nur wenige

Minuten, bis die Ludwigund

Leopoldstraße wieder

für den Verkehr freigegeben

werden konnten und

sich alle 1 400 Taxifahrerinnen

und Taxifahrer auf das Stadtgebiet verteilt bzw. sich auf den

Weg Richtung Flughafen gemacht hatten. Diesmal ohne hupen,

aber mit dem guten Gefühl, am heutigen Tag endlich einmal gehört

und verstanden worden zu sein.

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TAXI DEZEMBER / 2017

5

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SCHLUSSKUNDGEBUNG

MÜNCHNER

WOLLEN

KEINE

ROSINEN­

PICKER

Christian Ude: „Das hier sollte

genauso eine Demo der Taxikunden

sein. Es geht auch um

die Verbrauchersicherheit.“

Christian Ude, Oberbürgermeister

von München von 1993 bis 2014,

unterstützte die Münchner

Taxidemo durch eine flammende

Rede, in der er sich klar gegen

das System Uber und für ein

starkes Taxigewerbe positionierte.

Die Rede des Alt-OB haben wir nachfolgend

nahezu ungekürzt zusammengefasst.

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Liebe Taxifahrerinnen und Taxifahrer,

mir gefällt an dieser Demonstration heute eines wirklich wunderbar:

Es wird keinen Streit in der Presse geben, wie viele Leute

teilgenommen haben. Niemand kann es kleinreden, denn ihr seid

schlauer, ihr habt die Autos mitgebracht. Jeder kann sehen, wie

viele Autos das sind.

Aber etwas anderes gefällt mir nicht und daran müssen wir

gemeinsam arbeiten. Zunächst ist das eine Demo der Münchner

Taxler, aber es sollte genauso eine Demo der Taxikunden sein. Es

geht hier nicht nur, obwohl das schon wichtig genug ist für euch,

um euren Verdienst, sondern es geht um die Verkehrsinfrastruktur

in einer Millionenstadt. Darum, die Preise sicherstellen zu

können, auch wenn die Nachfrage groß ist. Es geht um die Verbrauchersicherheit,

sich auf die Preise verlassen zu können. Es

geht um die Behinderten, es geht darum, ein Taxi zu bekommen,

FOTOS: Taxi Times, F. Schmeidl / MTZ

6

DEZEMBER / 2017 TAXI


SCHLUSSKUNDGEBUNG

wenn man es braucht, auch am späten Abend. Es geht um das

Gemeinwohl und nicht nur um die Interessen eines Berufsstandes,

und deswegen bin ich gerne gekommen.

Und ich bin gerne gekommen, weil ich diesen Konflikt, der sich

jetzt hier abspielt, schon öfter erlebt habe – immer im Namen des

Fortschritts, im Namen des Wettbewerbs, der Liberalisierung und

Modernisierung. So ist schon oft an bewährten Strukturen gerüttelt

und geschüttelt worden. Man hat zum Beispiel die kommunale

Daseinsvorsorge in Zweifel gezogen, weil das andere private

Unternehmen im Zuge der Deregulierung angeblich alles viel

besser und billiger können.

DAS IST KEIN FAIRER

WETTBEWERB

Es gab da nie einen fairen Wettbewerb, sondern man hat den

Unternehmen der öffentlichen Hand, ob es die städtischen Elektrizitätswerke

oder die Gaswerke oder kommunale Wohnungen

sind, immer Aufgaben aufgedrückt und Kontrollen und Lasten und

eine Gemeinwohl-Orientierung, während die neuen Bewerber sich

Rosinen herauspicken konnten, um damit das schnelle Geld zu

verdienen. Das ist kein fairer Wettbewerb, sondern das ist von

Grund auf unredlich.

Und so ist es jetzt doch auch wieder. Die mögen eine tolle App

haben, aber ich gehöre nicht zu den Menschen, die sagen, da hat

jemand eine neue App, das ist jetzt toll, das ist der letzte Schrei,

das ist moderner, sondern ich frage mich, was passiert da für die

Bürger und für den Verbraucher? Ich nehme da Tatsachen zur

Kenntnis und nicht ideologische Versprechungen, dass alles, was

aus Amerika kommt, viel moderner ist, man es deshalb bewundern

muss und nicht rückständig sein darf. Nein, ich will wissen,

was da passiert. Und natürlich kann auch jemand, der Fahrer ohne

Sachkundeprüfung, ohne nachgewiesene Ortskenntnis beschäftigt,

der seine Fahrer nicht medizinisch untersuchen lassen muss , der

sein Fahrzeug nicht jedes Jahr einmal zur Kontrolle vorfahren

lassen muss und der nicht an ein strenges Tarifsystem gebunden

ist, auch mal billiger fahren.

Das stimmt schon, aber wenn nicht mehr der Tarif, über den

demokratisch entschieden wurde, entscheidend ist, sondern nur

die ganz aktuelle Marktlage, dann kann auch passieren, dass zum

Beispiel während des Oktoberfestes eine Fahrt zur Wiesn oder

zurück sündhaft teuer wird, denn dann sagt der Algorithmus: Jetzt

ist große Nachfrage, jetzt kann man hinlangen. Genau das haben

wir doch schon lange bei den Hotels. Schauen Sie sich um, Sie

können ja Ihre Kundschaft fragen, was kosten Hotels während der

Wiesn? Sie kosten das Zwei- Drei- und Vierfache.

oder nach Hause. Da will er sich auf den Tarif verlassen können

und nicht dem Spielball der Spekulationen ausgeliefert sein. Wenn

Fahrten zum Flughafen, die sicher beim Taxi nicht geschenkt sind,

aber bei dieser neuen Konkurrenz in Spitzenzeiten plötzlich das

Doppelte und noch mehr kosten können, dann darf man sich das

doch nicht bieten lassen!

Die Menschen wollen Zuverlässigkeit – auch beim Preis. Deswegen

finde ich richtig, was hier auf den Transparenten steht.

Was ich heute sehe, das stimmt. Das Personenbeförderungsgesetz

schützt die Fahrgäste, nicht das Taxigewerbe. Der Tarif sorgt für

gerechte Preise. Und jeder Fahrgast weiß, was es kosten wird. Und

Sie haben eine Betriebspflicht und auf Ihre strukturellen Angebote

in der Stadt kann man sich verlassen. Dass sie abrufbar sind

und dass sie einen festen Preis haben. Und dieses Angebot ist eine

Ergänzung, ich sage sogar: Es ist ein Bestandteil des öffentlichen

Personennahverkehrssystems in dieser Stadt.

All das sollen die Kunden, die von Ihnen seit Jahrzehnten in

bewährter Weise gefahren werden, nicht kaputtgehen lassen. Deswegen

muss sich die Forderung nicht nur an die Behörden – u

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DIE MENSCHEN WOLLEN ZUVERLÄSSIGKEIT -

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Da kann ich, der ich die Münchner und Münchnerinnen kenne,

wirklich guten Gewissens sagen, kein Münchner, der noch alle

Tassen im Schrank hat, will dieses System bei der Fahrt zur Wiesn

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TAXI DEZEMBER / 2017

7


SCHLUSSKUNDGEBUNG

das natürlich, nicht nur an die Gesetzgeber –, sondern auch an

die Fahrgäste wenden: Liebe Fahrgäste, wenn Sie sich auch morgen

und übermorgen auf das Münchner Taxiangebot verlassen wollen,

dürfen sie das Gewerbe jetzt

»Kein

Münchner,

der noch alle

Tassen im

Schrank hat,

will dieses

System.«

Christian Ude

nicht im Stich lassen.

Natürlich beschäftigt es Sie

am meisten, weil es Ihr Gewerbe

und Ihr Einkommen ist, aber der

Kreis muss größer werden. Wir

müssen es schaffen, bei der

nächsten Demonstration so viele

Fahrgäste zu mobilisieren, damit

die beim nächsten Mal auch

dabei sind.

Das ist in München gelungen,

als es um die Privatisierung der

Energieversorgung ging. Das

wollten die Kunden nicht, sondern sie wollten die Zuverlässigkeit

der Stromversorgung. Genauso war es, als andere Teile, die sich

in geregelten Bahnen bewegten, dereguliert werden sollten.

DIE DEREGULIERUNG

RÄCHT SICH

Die Deregulierung hat sich in den meisten Fällen nämlich nicht

bewährt, sondern nach einer kurzen Billigpreisphase der Lockvogelangebote

natürlich für die Kundschaft gerächt, denn die investieren

doch nicht Milliarden, um die Preise zu senken. Sie erobern

Marktanteile, um hinterher zuzulangen.

Ein letztes Wort zum Abschluss: Vor genau 50 Jahren, im Oktober

67, habe ich eine Demo leiten dürfen für ein hochschulpolitisches

Anliegen der Studenten. Wir haben damals einen

wunderbaren Slogan gehabt, wo ich heute nur einen Buchstaben

weglassen muss, dann ist er sehr aktuell, dann heißt es nämlich:

Haut den Uber in den Zuber!

HAPPY BIRTHDAY, HERR UDE!

Alt-OB Christian Ude hat den Münchner Taxifahrerinnen

und Taxifahrern aus der Seele gesprochen. Entsprechend

groß war der Applaus, den er während seiner Rede und

auch hinterher bekommen hat. Noch größer wurde der

Beifall, als Herr Ude vom Demo-Organisator Gregor

Beiner ein Geschenk zu seinem 70. Geburtstag überreicht

bekam. Trotz Geburtstag war er für die Münchner Taxler

an diesem Tag da und die bedankten sich mit einem

kanonhaft vorgetragenen „Happy Birthday“.

Dass Hunderte Taxifahrer einem ein Geburtstagsständchen

singen, das können nicht viele Menschen von sich

behaupten. Behalten Sie den Tag in guter Erinnerung,

Herr Ude. Münchens Taxler tun das auch.

DANK

AN DIE POLIZEI

Mit einer persönlichen Mail an Herrn Freundorfer,

den Verkehrsverantwortlichen der Münchner

Polizei während der Demo, bedankten sich die

Veranstalter für den reibungslosen Ablauf der

Sternfahrt und der Schlusskundgebung. Sie

wünschten dem Motorradpolizisten, der während

der Fahrt an der Leopold-/Ecke Karl-Theodor-

Straße in einen Lkw-Unfall verwickelt wurde und

ins Krankenhaus musste, gute Besserung und

eine schnelle Genesung.

jh

FOTOS: Taxi Times, F. Schmeidl / MTZ, Fotolia / Kara, Werner Bachmeier

8

DEZEMBER / 2017 TAXI


SCHLUSSKUNDGEBUNG

UBER GEFÄHRDET

DIE EXISTENZ

Als dritter Redner nach Ude und Ganserer

sprach Franz Schütz, Gewerkschaftssekretär

im Fachbereich Verkehr bei ver.di München.

Er hob die unsozialen Arbeitsbedingungen

von Uber hervor. Uber

gefährde die Existenz von Tausenden

Angestellten und selbstständigen Taxiunternehmern.

Dem Unternehmen, das

unter anderem von Google und Goldman

Sachs finanziert würde, ginge es nicht um

eine qualitativ hochwertige Personenbeförderung,

sondern darum, Gewinne für die

Anteilseigner abzuschöpfen.

Diese Gewinne machen sie, indem

sie keine Sozialabgaben oder Krankenkassenbeiträge

zahlen und die Fahrer

scheinselbstständig sind. Das gesamte

Be triebs risiko werde auf die Fahrer

ab gewälzt. Die Gewinne der Anteilseigner

gingen somit zulasten der Gesellschaft

und der Beschäftigten. Uber habe nicht

nur dem Taxigewerbe mit dem berühmten

Arschloch-Zitat den Kampf angesagt, sondern

auch dem Staat und den Behörden,

da sie versuchen, die Gesetze zu umgehen.

Die Gewinne gingen aber auch zulasten des

Kunden, wenn er einen willkürlich festgelegten

Preis bezahlen soll, und der Preis

gerade dann höher ist, wenn die öffentlichen

Verkehrsmittel nicht mehr führen,

wie z. B. bei Naturkatastrophen oder

Krisen.

Man muss in Zukunft eine gute Bezahlung

und soziale Standards im Taxigewerbe

sicherstellen und verlässliche Preise und

Qualität für den Kunden, und das gehe

nicht mit Ubers unfairem Wettbewerb. Weitere

gemeinsame Proteste wären in Zukunft

nötig.

prh

Franz Schütz, ver.di München

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TAXI DEZEMBER / 2017

9


SCHLUSSKUNDGEBUNG

UBER-AUTOS

RUNTER VON DER STRASSE

Markus Ganserer, verkehrspolitischer Sprecher der bayerischen

Grünen im Landtag, versprach dem Taxigewerbe seine

uneingeschränkte Solidarität.

Die Rede des Politikers der Grünen haben wir

nachfolgend nahezu ungekürzt zusammengefasst.

Liebe Taxifahrerinnen und Taxifahrer,

Markus Ganserer, Die Grünen

Kraft_03-2017.qxp_Layout 1 28.03.17 14:33 Seite 1

es ist wirklich beeindruckend, so viele Taxis zu sehen. Das Taxigewerbe

ist ja nicht gerade für seine Streitlustigkeit und seine

gewerkschaftlichen Streitereien bekannt. Aber wenn dann so viele

von Ihnen hier erscheinen, zeigt das, dass Ihnen das Problem Uber

gewaltig unter den Nägeln brennt und hier endlich etwas geschehen

muss. Und deswegen habe ich die Einladung wirklich gerne

angenommen, weil ich Ihnen meine uneingeschränkte Solidarität

zusagen möchte.

Vielleicht täusche ich mich ja, aber in der Landwirtschaft heißt

es auch bekanntlich: „Wenn der Bauer nicht jammert, dann geht

es ihm nicht gut.“ Aber bei Ihnen glaube ich aus allem, was ich

bis jetzt gehört habe, nicht, dass man im Taxigewerbe einen Riesenreibach

machen und das ganz große, schnelle Geld verdienen

kann. Aber trotzdem habe ich alle Taxifahrer, mit denen ich bisher

mitfahren durfte, als freundliche Menschen kennengelernt, und

ich bin der Überzeugung, dass auch jene, mit denen ich noch nicht

gefahren bin, ihren Beruf mit Herzblut ausüben.

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Das Taxi ist mit Sicherheit nicht das günstigste Verkehrsmittel,

aber es ist ein ganz wichtiger Baustein für die Mobilität. Mit Ihrer

Arbeit leisten Sie einen Beitrag zur Mobilität der Menschen in

unserem Land. Sie garantieren Mobilität, wenn andere Verkehrsmittel

nicht mehr fahren. Sie bieten eine Möglichkeit für Mobilitätseingeschränkte,

von Haustür zu Haustür zu kommen. All das

ist sein gutes Geld wert.

Es gibt deswegen aus gutem Grund auch Vorgaben im Personenbeförderungsgesetz,

wie zum Beispiel die Beförderungspflicht

oder auch die Tarifbindung. Und da bin ich schon bei den wesentlichen

Problemen, die mich am Geschäftsgebaren von Uber so

wahnsinnig stören. Ich möchte nämlich, dass die Oma, die während

FOTOS: F. Schmeidl/MTZ, Taxi Times, Die Grünen

10

DEZEMBER / 2017 TAXI


SCHLUSSKUNDGEBUNG

des Oktoberfestes zum Krankenhaus muss, zu den gleichen Preisen

befördert wird wie gestern Nachmittag oder morgen Vormittag.

Und ich möchte, dass sie einen Anspruch hat, mit einem Taxi ins

Krankenhaus zu kommen. Wenn ein Unternehmer wie Uber hier

Geld verdienen will, dann haben die sich gefälligst an unsere

Gesetze zu halten.

Als Politiker und Gesetzgeber habe ich nicht nur die Anliegen

Ihrer Kunden im Auge, sondern ich habe auch die Anliegen der

Menschen im Auge, die im Taxigewerbe tätig sind. Wir Grünen,

die Gewerkschaften und die SPD, wir haben viele Jahre lang und

aus gutem Grund für einen Mindestlohn in Deutschland gekämpft,

weil wir und ich persönlich der felsenfesten Überzeugung sind,

dass Menschen von ihrer Hände Arbeit auch leben können

müssen.

UBER HAT MIT SHARING ECONOMY NICHTS ZU TUN

Deswegen darf es auch im Taxibereich eben keine Rosinenpickerei,

kein Lohn- und Sozialdumping geben. Uber hat mit Sharing

Economy überhaupt nichts zu tun. Was Uber hier macht, ist auf

gut Bayerisch „a gscherte economy“.

Wir haben nix gegen die Wirtschaft und wir haben auch nix

gegen internationalen Handel und internationale Geschäfte, aber

wenn so ein amerikanisches Unternehmen nach Deutschland

kommt und sich dann aufführt wie ein Cowboy im Wilden Westen,

dann haben sie sich geschnitten.

Die Gerichte waren Gott sei Dank auf unserer Seite und auf Seite

der Demokratie, der Politiker und auch auf Ihrer Seite. Deswegen

müssen auch die Gerichtsurteile gnadenlos durchgesetzt werden,

weil es nicht sein kann, dass Gerichte feststellen, dass in Deutschland

Gesetze gelten, und dass ein Unternehmen wie Uber meint,

dass die Politiker im Nachgang die Gesetze entsprechend ändern

werden, damit sie ihre illegalen Praktiken weiter fortführen können.

Deswegen sage ich zu Uber & Co.: Wollen Sie in unserem Land ein

Geschäft machen, dann haben Sie sich nach unseren Gesetzen zu

richten, und wenn Sie das nicht wollen, dann sollen Sie sich schleichen.

Dann gehören die Uber-Autos runter von der Straße.

Taxi Times Taxi Times München München und und

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SCHLUSSKUNDGEBUNG

STOPPT DIE AUFLÖSUNG

DES RECHTSSTAATS

Taxi Times-Herausgeber Jürgen Hartmann führte als Moderator durch

die Schlusskundgebung, Gert Wohlgemuth vom Taxiverband München

machte noch mal die Forderungen des Taxigewerbes deutlich.

Nachfolgend die Auszüge aus deren Reden.

„Wir waren heute sehr laut, weil wir im Moment sehr wütend

sind.“ – Mit diesen Worten leitet Jürgen Hartmann die Schlusskundgebung

ein, nachdem er sich zuvor bei den rund 1 500 männlichen

wie weiblichen Taxiunternehmern und Taxifahrern für

deren Teilnahme an der Demo bedankt hatte. „Wir sind wütend,

weil uns kapitalstarke Firmen bis zu 20 Prozent unseres Umsatzes

wegnehmen. Wir sind wütend, weil wir uns unsere Fahrgäste und

unser Geld von denjenigen klauen lassen müssen, die sich nicht

an Gesetze halten. Wir sind wütend, weil diese Firmen glauben,

dass die Entwicklung einer App ihnen das Recht gibt, illegal unterwegs

sein zu dürfen. Wir sagen hier und heute ganz laut zu Uber

& Clones: Nein, dieses Recht habt ihr nicht!

Wir können nicht verstehen, warum die Behörden so machtlos

sind, um gegen dieses Raubrittertum vorzugehen. Wir können

nicht verstehen, warum wir seit Wochen den Job der Behörden

UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

übernehmen müssen, indem wir Tag für Tag die Kennzeichen der

illegalen Fahrer aufschreiben und diese an die Genehmigungsbehörden

weitergeben – um dann festzustellen, dass dieses Kennzeichen

heute immer noch am Flughafen unsere Gäste ein- und

aussteigen lässt. Liebe Behörden, wenn wir schon einen Teil eurer

Arbeit erledigen, dann bringt wenigstens das, was dann noch zu

machen ist, zu Ende! Holt diese Fahrzeuge endlich von der Straße.

WARUM MACHT UBER TROTZ VERBOTS WEITER?

Wir sind heute hier, weil es Zeit ist, auf diese seltsame Entwicklung

hinzuweisen. Wie kann es sein, dass unser Verband und

unsere Zentralen viel Geld für Rechtsanwälte ausgeben müssen,

die dann vor Gericht das durchsetzen, was sowieso unser Recht

ist? Warum werden UberPOP und UberBLACK verboten und trotzdem

macht Uber weiter, nur dass sie das Produkt jetzt UberX

nennen? Das ist die schleichende Auflösung unseres Rechtsstaats

und das muss gestoppt werden!“

Der Taxi Times-Herausgeber begrüßte nach dieser Einschätzung

Alt-OB Christian Ude als ersten Redner. Es folgten danach

noch Markus Ganserer von den Grünen und Frank Schütz von

ver.di. Als letzter Redner sprach Gert Wohlgemuth vom Taxiverband

München (TVM). Auch dessen Rede bringen wir nachfolgend

nahezu ungekürzt.

„Ihr seid großartig! Wer nicht großartig ist, ist Uber. Dieser

Verein von Gesetzlosen könnte niemals gegen uns antreten, er

setzt sich nur durch permanenten Rechtsbruch durch. Wir setzen

uns dafür ein, dass das PBefG, so wie es besteht, in seinen Einzelteilen

behalten und umgesetzt wird. Wir brauchen keine neuen

Gesetze wie in vielerlei anderer Hinsicht in unserer Gesellschaft.

Wir brauchen die Einhaltung der Gesetze, die wir schon haben.

Wir brauchen zum Beispiel die Ortskundeprüfung. An der wird

kritisiert, dass ein Navi den Taxifahrer dreimal so gut ersetzen

würde und viel perfekter ist. Ich frage euch: Welches Navi gibt mir

eine Antwort, wenn ich hier am Odeonsplatz stehe und wissen

will, was es an interessanten Sehenswürdigkeiten und Lokalen

gibt? Kein Navi kann mir verraten, dass rechts von uns die Resi-

FOTOS: Taxi Times, F. Schmiedl / MTZ

12

DEZEMBER / 2017 TAXI


SCHLUSSKUNDGEBUNG

»Das Ziel von

Uber ist die freie

Marktwirtschaft, in

der das viele Geld

alles kaufen kann

und die Menschen

nichts zählen.«

Gert Wohlgemuth,

Vorstandsmitglied des TVM

denz, links das Siegestor und hinter dem Hofgarten die Staatskanzlei

steht. Kein Navi weiß, dass wir hier auf einer

geschichtsträchtigen Straße sind, in der mit der Staatsbibliothek

eine der größten Bibliotheken Europas und schräg gegenüber mit

der LMU eine der großartigsten Universitäten

zu finden ist. Das alles weiß ein

Münchner Taxifahrer, weil es Teil seiner

Ausbildung ist. Deshalb muss die Ortskundeprüfung

bleiben.

Dazu setzen wir uns dafür ein, dass

die Tarif- und auch die Beförderungspflicht

beibehalten wird. Tarifpflicht

heißt: Wir fahren zu allen Zeiten mit

demselben Preis jede Person, unabhängig

vom Ansehen, unabhängig, ob sie

einen Rollstuhl hat oder ob sie sonst wie

eingeschränkt ist. Sie bekommt denselben

Preis wie der junge Mann, der in die

nächste Diskothek will.

»Wir brauchen keine neuen

Gesetze. Wir brauchen die

Einhaltung der Gesetze, die

wir schon haben.«

EIN SOLIDARISCHER, SOZIAL ANGEMESSENER

TAXITARIF

Dieser Tarif wird festgelegt von einer Kommission, der Taxikommission,

die aus einem breiten Spektrum unserer Gesellschaft

besteht. Aus Gewerkschaften, der Industrie- und Handelskammer,

der Polizei, Stadträten und den Taxiverbänden und noch mehreren

anderen Organisationen, die alle ihre Meinung dazu beitragen,

welcher Tarif solidarisch, sozial und angemessen ist. Und für den

Tarif fahren wir.

Hier sollte unbedingt angeregt werden, dass wir auch für weitere

Leistungen bereit sind, so zum Beispiel das Anruf-Sammeltaxi,

das in vielen Städten Deutschlands bereits auf der Straße

ist und das auch bei uns dringend angegangen werden muss, u

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TAXI DEZEMBER / 2017

13


SCHLUSSKUNDGEBUNG

»Liebe

Behörden,

holt diese

Fahrzeuge

endlich von

der Straße.«

Jürgen Hartmann,

Herausgeber Taxi Times

damit wir noch einen größeren und sinnvolleren, preisstabilen

Teil des öffentlichen Personennahverkehrs darstellen können.

Ich bin der Meinung, dass wir eine große Anzahl von Inklusions-Taxis,

das heißt behindertengerechten Taxis, auf die Straße

bringen, damit auch unsere behinderten Mitmenschen jederzeit

von A nach B kommen können. Das erst mal zu den positiven

Geschichten, die wir als Taxiverband

betreiben und die wir im

Auge haben.

Wir wenden uns aber auf der

negativen Seite klar gegen Uber.

Gegen die Unmengen von Geld, mit

denen Uber unterstützt wird. Angefangen

von Google über Goldman

Sachs bis hin – und das betone ich

ganz besonders – zu unserem Vorzeigekonzern

Daimler-Benz.

Der Gründer von Uber, Kalanick,

hat schon mit vielen vollmundigen

Aussagen um sich ge worfen. Er lässt vollkommen frei

und offen, wie sein Demokratieverständnis ist, nur eines ist klar:

Soziale Marktwirtschaft interessiert ihn nicht. Sein Ziel ist die

freie Marktwirtschaft, wo das viele Geld alles kaufen kann und

die Menschen nichts zählen. Ich kann euch erzählen, dass an Silvester

in Wien eine zehn Euro teure Taxifahrt mit Uber 100 Euro

kostete und in New York es gleich teuer war, mit einem Uber zu

fahren oder mit einem Hubschrauber nach Hause zu fliegen.

GESETZE WERDEN WEGGEKLAGT

Uber und Kalanick haben immer klar zu verstehen gegeben, dass

sie die Gesetze, ob es nun das PBefG ist oder ob es Sozialgesetze

sind, nicht interessieren. Europäische, deutsche, französische

Gesetze sind für Uber überhaupt kein Hindernis. Das klagen die

alles mir ihrer Armada von Rechtsanwälten nieder.

In diesem Zusammenhang betreibt Uber eine seiner Meinung

nach grandiose Lobbypolitik. So wurden beispielsweise in den

letzten sechs Monaten in New York pro Monat 1,6 Millionen für

Lobby-Arbeit ausgegeben, um den gesetzeswidrigen Transport der

New Yorker abzusichern. Genau so werden auch in Brüssel und in

Berlin Massen von Lobbyisten auf die Abgeordneten losgelassen.

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Stellvertretend für alle Helfer und Mitgestalter

waren die drei führenden Köpfe der

Organisatoren am Ende der Kundgebung

auf die Redner-Bühne gekommen. Florian

Bachmann, Gregor Beiner und Günter

„Günni“ Bäuerle bekamen für ihre zeitraubende

und ehrenamtliche Arbeit einen großen Applaus. Letzterer

wurde mit „Günni, Günni!“-Rufen besonders gefeiert. Er hatte

tagelang in der Stadt und am Flughafen die Einladungsflyer verteilt,

WhatsApp-Gruppen betreut, über Facebook informiert und

hatte letztlich auch maßgeblichen Anteil daran, dass Christian

Ude als Hauptredner gewonnen werden konnte. Günni war für die

Kollegen das Gesicht der Demo. Dass er so gefeiert wurde, sorgte

für Gänsehautstimmung am Ende einer tollen Veranstaltung.

FOTO: Name Name

14

DEZEMBER / 2017 TAXI


SCHLUSSKUNDGEBUNG

Tausende Taxifahrer und

-unternehmer nahmen an der

Schlusskundgebung teil.

UBER SIND DIE MINI-CARS AUS DEN 70ERN

Es ist nicht das erste Mal, dass wir in München im Taxigewerbe

mit Problemen zu kämpfen haben. Ich kann mich sehr gut zurückerinnern,

als in den 70er-Jahren die vielen Taxis zur Olympiade

zugelassen worden sind und im gleichen Zusammenhang zu der

Zeit eine Münchner Firma auf den Markt kam, die Mini-Cars und

Call-Cars betrieb. Die haben einen ganz großen Bereich unseres

Geschäftes abgegraben, vor allem die Mini-Cars, weil die mit sehr

schäbigen Autos sehr billig waren. Die haben damals dem Taxigewerbe

das Leben enorm schwer gemacht. Aber: Wir haben es

fertiggebracht, sie von der Straße zu bringen, und so werden wir

auch Uber von der Straße bringen.

Wir wenden uns auch gegen die Glücksritter von mytaxi, die

eine Beteiligung an unserer Demonstration abgelehnt haben, weil

die Demonstration gegen Uber wäre. mytaxi hat ja auch schon mit

einer lotterieartigen Aktion à la Las Vegas die angeschlossenen

Fahrer abgezockt, indem sie die Fahraufträge versteigert haben.

Man konnte mehr Prozente bieten und dann bekam man die Fahrt.

Das wollen wir nie und nimmer in unserem Gewerbe haben.

Ebenso verteilt mytaxi Gutscheine oder sponsert Flughafenfahrten.

Auch das ist nicht in unserem Interesse. Wir wollen gleiche

Preise für gleiche Arbeit. Der Taxiverband wird euch auch in

Zukunft über alle Neuerungen und Veränderungen in Kenntnis

setzen, ist aber auch auf eure Zusammenarbeit angewiesen. Im

Moment vertreten wir etwa 800 bis 900 Taxis in München, was

schon ein großer Batzen ist, aber 1 500 wären auch nicht übel.

Der TVM bedankt sich ganz herzlich bei den Taxizentralen

IsarFunk und Taxi München e.G. für die Unterstützung. Lasst uns

gemeinsam weiter vorangehen und unseren Interessen zum

Durchbruch verhelfen. Zeigen wir, wer wir sind: Wir sind die

Guten!

FOTOS: Günther Bäurle, F. Schmeidl/MTZ, Taxi Times

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TAXI DEZEMBER / 2017

15


MEDIEN

Es machte großen Spaß, am nächsten Tag

die Münchner Tageszeitungen zu lesen.

BOTSCHAFTEN

AN DIE PRESSE

Zu einer erfolgreichen Demo

gehört auch eine gute Pressearbeit.

Der TVM hatte sich dafür

professionelle Hilfe geholt.

FOTOMONTAGE: Stanislav Statsenko FOTOS: Taxi Times, F. Schmiedl / MTZ

DIE VERPASSTE ZWEITE CHANCE ZUR 100-JAHR-FEIER DER TAXI MÜNCHEN EG

Eigentlich hätte auch Frank Kuhle, aktueller Vorstand der Taxi

München eG, am Pressegespräch zur Taxidemo teilnehmen

sollen. Doch sein Platz blieb leer, nur ein einsames Namensschild

wies auf Münchens älteste Taxizentrale hin. Weil man

diese Chance verpasste und sich der gesamte Vorstand (im

Gegensatz zu seinen Aufsichtsräten) auch während der Demo

nicht zeigte bzw. nur im Hintergrund aufhielt, fand die Taxi

München eG in den Presseberichten kaum Erwähnung.

Thomas Kroker Organisierte mit

Diese Zurückhaltung verwunderte, hatte die Taxi München eG

doch im Vorfeld und während der Demo noch tatkräftig unterstützt.

Die Treffpunkte zur Sternfahrt wurden bereits Tage

vorher in regelmäßigen Ankündigungen über den Datenfunk

bekanntgegeben. Der Funkleiter Thomas Kroker engagierte

sich als Verantwortlicher der West-Tour und sorgte dort für

einen reibungslosen und absolut störungsfreien Ablauf. Dieses

Engagement war wichtig und wurde von den Kollegen als

Signal verstanden, dass man als Taxigewerbe zusammensteht.

Wie wichtig ein solcher Zusammenhalt auch in der Außenwirkung

ist, wurde wenige Wochen später während der Sitzung

des Bundesverbands BZP deutlich. Dort hielt Kajo Wasserhövel

ein bemerkenswertes Referat über die Erfolgsaussichten

einer Gewerbevertretung gegenüber der Politik. Wasserhövel

betreibt eine PR- und Lobby-Agentur und kennt die Politik aus

seiner Tätigkeit, als er noch auf der politischen Seite tätig war.

„Für die Politiker und deren Berater ist der erste Gradmesser

bei Gesprächen mit Gewerbevertretern immer, ob

sie untereinander mit einer Stimme sprechen, berichtet

Wasserhövel. „Branchen, die dazu in der Lage sind, erhöhen

FOTO: Name Name

16

DEZEMBER / 2017 TAXI


MEDIEN

Es machte großen Spaß, am Abend nach der Demo Nachrichten

im Radio zu hören und am nächsten Tag die Münchner

Tageszeitungen zu lesen. Alle berichteten über die Taxidemo,

zeigten Fotos, zitierten Fahrer und Verantwortliche. Alle

brachten genau das auf den Punkt, worum es den Kolleginnen und

Kollegen bei dieser Demo ging: gleiche Regeln für alle, mehr Kontrollen,

Schutz des Kunden etc.

Es war kein Zufall, dass die Botschaften von den Medien so klar

formuliert wurden. Dahinter steckte akribische Arbeit. Der TVM

hatte bereits im Vorfeld die wichtigsten Kernpunkte und die Forderungen

des Taxigewerbes formuliert. Er bekam dabei tatkräftige

Unterstützung von Paul Gerlach, PR- und Kommunikationsprofi.

Die erste Ankündigung, dass und warum demonstriert wird,

ging schon drei Tage vor der Demo an die Medien. Gleichzeitig

wurden die Journalisten zu einem Pressegespräch in den Räumen

des TVM in der Rosenheimer Straße 139 eingeladen. Termin war

Donnerstag, 12 Uhr, eine Stunde vor dem Start der Sternfahrten.

EINE TAXI-MELDUNG GEHT UM DIE WELT

Die dpa ist eine Nachrichtenagentur, die deutschlandweit

und darüber hinaus Tageszeitungen, Magazine und

Onlineportale mit Berichten beliefert, welche dann von

den Redaktionen (oft unverändert) übernommen werden.

Zur Münchner Taxidemo hatte die dpa eine Kurzmeldung

herausgegeben, die von vielen Redaktionen aufgegriffen

wurde. Dadurch konnte man auch unter anderem in

der „Welt“, bei heise online, T-online, im „Nordkurier“,

in der „Schwäbischen Zeitung“ oder „Passauer Neuen

Presse“ nachlesen, was in München am 26. Oktober los

war. Aus Österreich berichtete nachrichten.at. Besonders

bemerkenswert war eine englische Meldung im US-Portal

„BITupdate USA“.

FOTO: Name Name

DIGITALER WANDEL AUSSER KONTROLLE

Während also an den drei Sammelpunkten Hunderte von Taxis

zusammenkamen, wurden die Medienvertreter über die komplexe

Rechtsprechung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) informiert

sowie über die Rolle des Taxis als verlässliche und unverzichtbare

Ergänzung zum öffentlichen Personenverkehr. Auch

wurde auf die Unterschiede von Taxis und den von Uber eingesetzten

Mietwagen und über die kundenschutzgefährdenden Gefahren

eines außer Kontrolle geratenen digitalen Wandels hingewiesen. u

ihre Durchschlagskraft in der Politik.“ Der Vorstand der Taxi

München eG repräsentiert Münchens mitgliederstärkste

Genossenschaft. Ein Großteil der 1.400 Taxis, die an der

Demo teilgenommen haben, sind seine Genossen. Vor kurzem

wurde nun die Taxi München eG 100 Jahre alt. Gefeiert

wurde im Münchner Kesselhaus. Ehrengast OB Dieter Reiter

positionierte sich ähnlich wie schon Ude bei der Demo als

Unterstützer des Taxigewerbes. 120 Ehrengäste hörten seiner

Rede zu. Neben Politikern vor allem Personen, die sich

um das Taxigewerbe verdient gemacht haben. Viele eigene

Mitglieder waren nicht eingeladen, was viele von ihnen als

respektlos empfunden haben.

Die Demo hat den großen Zusammenhalt innerhalb des

Münchner Taxigewerbes gezeigt. Die 100-Jahr-Feier wäre

eine weitere Gelegenheit gewesen, die Größe des Münchner

Taxigewerbes zu demonstrieren. Schade, dass man darauf

keinen Wert gelegt hat. tt

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TAXI DEZEMBER / 2017

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MEDIEN

Unter der Moderation von Paul Gerlach konnten die Veranstalter

Florian Bachmann und Gregor Beiner ihre Positionen darlegen.

Bachmann als Vorsitzender des TVM, Beiner aus der Sicht eines

Mehrwagenunternehmers. Christian Hess, Geschäftsführer von

IsarFunk, schilderte die Problematik aus der Perspektive einer

Taxizentrale. Das hätte auch Frank Kuhle machen sollen, doch

der Vorstand der Taxi München eG war trotz mündlicher Zusage

nicht erschienen (siehe nebenstehenden Kommentar).

Erschienen waren dagegen unter anderem ein Redakteur der

„Süddeutschen Zeitung“, eine Kollegin von Radio Charivari und

ein Mitarbeiter der Deutschen Presse Agentur (dpa). Dessen spätere

Meldung wurde von vielen Medien überregional bis international

übernommen (siehe nebenstehenden Kasten). Dabei wurde

auch der Begriff „Uberisierung“ als Wortschöpfung dieser Demo

übernommen. Ein Begriff als Sinnbild für den außer Kontrolle

geratenen digitalen Wandel, als Synonym für eine kapitalgetriebene

Unternehmenskultur, der alle moralischen, sozialen und

gesetzestreuen Aspekte abhandengekommen sind. Gegen die man

mal ganz laut protestieren muss. Zum Beispiel, indem man mit

1 400 Taxis hupend durch München fährt.

EINE GROSSE STORY

Als das Pressegespräch kurz vor 13 Uhr beendet war, konnten

alle Journalisten vom 12. Stock einen Blick auf das Bahngelände

hinter dem Ostbahnhof werfen, auf dem sich schon Hunderte

Taxis eingefunden hatten. Spätestens bei diesem Anblick war

jedem Teilnehmer klar, dass er heute eine „große Story“ bekommen

würde.

jh

TEURER IM

MINUTENTAKT

Je länger die Münchner Taxidemo dauerte, umso teurer wurden

die Fahrten mit der Alternative. Zeitweise waren die Preise für

eine Fahrt zum Flughafen um ein Dreifaches teurer als eine Taxifahrt.

Durch die hohe Teilnehmeranzahl bei der Taxidemo fehlten

in der Stadt die Taxis. Die drei Screenshots sind ein schöner Beleg,

wohin sich die Beförderungspreise entwickeln, sollten Uber & Co

tatsächlich irgendwann einmal den Markt beherrschen.

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18

DEZEMBER / 2017 TAXI


MEDIEN

»MIT 140 ÜBER DIE

LEOPOLD-STRASSE

GEBRETTERT«

Sachlich und ehrlich berichteten

die Medien über die Münchner Taxidemo.

Weniger freundlich waren dagegen

manche Leserkommentare.

Nachfolgend eine Auswahl

„2015 bin ich mit einem Taxi von der Wiesn heimgefahren.

Nachdem ich den Taxler gefragt habe, warum er denn mit

140 km/h über die Leopoldstraße brettert (erlaubt sind dort max.

Tempo 50), meinte er nur: ,Wiesn ist Ausnahmezustand.‘ So wird

mit dem Leben der Fahrgäste gespielt! Taxi während der Wiesn –

nie wieder! Und daran sind ganz allein die Taxler schuld!“

„Mit welchem Recht glauben Taxifahrer, sie sind was Besonderes?

Schlechter Service, unfreundliche Fahrer sind doch das Ergebnis.

Fahrer, die noch nicht mal aufstehen, wenn man mit einem

Koffer kommt. Mein letzter Fahrer machte sitzend den Kofferraum

elektrisch auf und war ungeduldig, weil ich etwas brauchte. Als

ich den Kofferraum nicht verschloss, maulte er mich an: ,Ja, so

kemma ned fahrn.‘ Tja, wenn Service-Unternehmer von Beamten

geschützt werden wie eine aussterbende Tierart, bleibt der Kunde

auf der Strecke.“

„Statt aber einfach nur zu klagen und Uber für alles Übel verantwortlich

zu machen, sollten sie noch viel mehr als bisher und

selbstbewusst mit den Stärken werben, die sie auszeichnen, teils

im Gegensatz zu den Gelegenheits-Chauffeuren: Professionalität,

verlässliche Preise, hervorragende Ortskenntnis. Daran mangelt

es aber leider auch einigen Profi-Taxlern.“ -


ES WÄRE SO EINFACH

Kommentar – Wir hätten bedauerlicherweise drei Seiten

mit solchen Leserkommentaren füllen können. Doch auch

dann wäre der Hauptkritikpunkt der gleiche geblieben:

Kunden beschweren sich in erster Linie über schlechten

Service und über den aus ihrer Sicht rücksichtslosen

Fahrstil. Natürlich fühlt sich da keiner persönlich

angesprochen, aber alle kennen sofort mindestens einen

Kollegen, der sich leider genau so verhält. Dabei ist es so

einfach: Rücksichtsvoll und ohne Umwege fahren, beim

Gepäck und beim Ein-/Aussteigen behilflich sein – mehr

braucht es gar nicht.

Genau so korrekt verhalten sich ja auch 95 Prozent aller

Kollegen. Oder gar 98 Prozent. Letztlich ist der genaue

prozentuale Wert egal. Es reichen ein paar wenige „Anti-

Kollegen“, um uns allen zu schaden. Deshalb mein persönlicher

Aufruf an alle: Lasst uns in puncto Service noch

besser werden und lasst uns gegen die schwarzen Schafe

aus den eigenen Reihen aktiv etwas unternehmen. Wer

durch unprofessionelles Verhalten den Ruf des Taxigewerbes

kaputtmacht, ist kein bisschen besser als ein Uber-

Fahrer, der sich nicht an Gesetze hält. Im Gegenteil, er hat

maßgeblichen Anteil daran, dass Kunden zu einem anderen

Fahrdienst wechseln. Zu einem erfolgreichen Kampf gegen

Uber gehört auch, dass wir in den eigenen Reihen gegenüber

den schwarzen Schafen klare Kante zeigen. jh

TAXI DEZEMBER / 2017

19


FLUGHAFEN

»VON DER DEMO

GEGEN UBER WAREN

ALLE BEGEISTERT«

Selim Güven

Auch am Flughafen halten sich schon längst Uber-Fahrer systematisch

bereit. Bei der Taxi-Demo waren deshalb auch die Kollegen aus dem

Münchner Umland mit von der Partie.

Liest man die Berichterstattung der regionalen Presse über

die Taxidemonstration vom 26. Oktober 2017, so gewinnt

man leicht den Eindruck, dass sich Münchner Taxifahrer

und Taxiunternehmer lediglich gegen unliebsame Konkurrenz von

Uber und dessen Nachahmern im Stadtgebiet wehren würden.

Dabei ist Uber kein Wettbewerber, die Uber-Fahrer agieren illegal –

und nicht nur die Taxler in der Stadt fühlen sich betroffen.

Würde sich die wachsende Zahl an Uber-Fahrern – wie von Vertretern

des Konzerns nach außen hin gerne betont, aber bereits

tausendfach widerlegt – strikt an das Personenbeförderungsgesetz

(PBefG) halten, so wären viele der Uber-Partner genauso schnell

verschwunden, wie sie kamen. Auch nutzt Uber keine bestehenden

Gesetzeslücken aus, wie gerne behauptet wird. Man verstößt

schlicht gegen das PBefG, etwa gegen die Rückkehrpflicht, und

betreibt dubiose Lobbyarbeit, wie die rasch durchgezogene Aufhebung

der Ortskundeprüfung für Mietwagenfahrer jüngst zeigt. Was

übrigens zu einem weiteren Andrang auf die Eignungsprüfung für

den Verkehr mit Taxis und Mietwagen bei der Industrie- und Handelskammer

(IHK) führt.

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diese Seite: Christian Hess

Redaktion: Florian Osrainik (fo)

„WIR SIND EINE BEWEGUNG“

Dabei gilt es aber grundsätzlich zwischen Uber und

„altbekannten und ehrlichen Mietwagenfahrern zu

unterscheiden“, wie Günter „Günni“ Bäurle, Münchner

Taxifahrer und Mitorganisator der Sternfahrt, sagt.

Bäurle ist zwar mit dem Erfolg der Taxi-Demo, nicht

aber mit dem noch immer von der Politik geduldeten

Treiben von Uber & Co. zufrieden. Bäurle ist oft am

Flughafen und lobt das Engagement der zahlreichen

Demoteilnehmer aus den umliegenden Landkreisen. „Ein

herzliches Dankeschön an alle Kollegen vom Land, ob aus

Erding, Oberding, Freising oder Fürstenfeldbruck“, freut sich

Bäurle.

Er kennt hier viele Kollegen, wie zum Beispiel Erkan Dursun,

einen selbst fahrenden Unternehmer, den die Solidarität bei der

Sternfahrt beeindruckt hat. „Es war sehr bewegend, so viele Kollegen

zusammen für eine Sache eintreten zu sehen. Wir haben gezeigt,

dass wir eine Bewegung sind“, blickt der Unternehmer zurück.

Auch Dursun weiß: Nicht Mietwagen sind das Problem. Die

wären ja schon lange genug dabei, man würde sie eben kennen.

„Das Problem ist Uber. Und ja, die werden immer mehr.“ Denn

auch am Flughafen sind die Fahrzeuge von Uber mit ihren meist

identischen Kennzeichen leicht auszumachen. Nun hofft er, dass

die Stimme des Alt-Oberbürgermeisters Christian Ude von dessen

Nachfolger Dieter Reiter (SPD) gehört wird und man in der Landeshauptstadt

endlich etwas gegen die systematischen Regelverstöße

von Uber unternimmt.

„WIR HÄTTEN SCHON FRÜHER

ETWAS MACHEN SOLLEN“

Für Selim Güven, der viele Flughafenfahrten durchführt und hauptsächlich

hier draußen ist, war die Taxi-Demo „sehr gut, aber ein

paar Jahre zu spät“. Man hätte schon früher etwas tun müssen,

FOTOS: Florian Osrainik

20

DEZEMBER / 2017 TAXI


FLUGHAFEN

FOTOS: F. Schmeidl/MTZ, Taxi Times

wie er meint. Zu lange

hätte man zugesehen,

wie Uber mit seinen illegalen

Praktiken wachsen

konnte. Auch ihm

Mustafa Gür und

fallen die ganzen Uber-

Morad Rachidi

Fahrer am Flughafen

auf. Andere Kollegen hätten

schon unzählige Kennzeichen

gesammelt und an

die Behörden weitergegeben.

„Obwohl diese Fahrzeuge bekannt

sind, wird nichts dagegen unternommen“,

so Güven. Stattdessen hätte

er, wie das gesamte Gewerbe, das

im Gegensatz zu den Mietwagen

einer Tarifpflicht unterliegt, deutliche

Umsatzeinbußen zu verzeichnen.

Und auch der Verkehr

hätte durch Uber und diverse

Erkan Dursun Nachahmer spürbar zugenommen.

Zwei andere Kollegen, Mustafa

Gür und Morad Rachidi, bestätigen,

dass man das gesetzeswidrige

Verhalten von Uber schon jeden Tag

frühmorgens beobachten kann. Etwa

wenn die immer gleichen Fahrzeuge vorfahren,

nur wenige Minuten, nachdem jemand

vor einem Hotel auf seinem Smartphone herumgetippt

hat. Dass diese Mietwagen nicht von ihrem

Betriebssitz kommen, sondern sich illegal vor Ort bereithalten,

wissen alle Taxifahrer längst.

Es reicht ja auch ein Blick auf die Uber-App. Zum Zeitpunkt des

Interviews stehen vier Uber-Fahrer am Münchner Flughafen herum

und verstoßen so gegen das PBefG, indem sie auf die Vermittlung

einer Fahrt warten, ansatt zu ihrem Betriebssitz zurückzukehren.

Bäurle probiert es aus und führt eine spontane Probebestellung

um 16.31 Uhr durch.

Danilo, auf dem Foto der App gibt er sich seriös mit Hemd und

Krawatte, wäre in vier Minuten mit einem 5er BMW hier. Der Fahrer

müsse nur von der Terminalstraße Mitte über die Terminalstraße West

zum Terminal 2 (T2) anfahren. Dann sollte der Kunde, so der Hinweis

in der App, nach der Gepäckausgabe links bis vor den Ausgang gehen.

Man könne den Schildern P29 folgen, um zum Treffpunkt mit Fahrer

Danilo zu gelangen. Bemerkenswert ist dabei, dass die eingegebene

Strecke zum Bestellzeitpunkt mit 97,97 Euro rund 25 Euro teurer im

Vergleich zum Taxi wäre. Doch so weit kommt es nicht. Die Bestellung

wird kurzerhand wieder storniert. „Natürlich haben wir weniger

Umsatz deswegen“, bestätigen auch Rachidi und Gür. Vielen Uber-

Kunden wäre es aber egal, ob Uber-Fahrer sich an das Gesetz halten.

„Das interessiert mich nicht“, hätte erst heute früh wieder ein

Fahrgast vor einem Hotel in Schwabing gesagt. Auch das sei ein

Grund, weshalb die Sternfahrt eine richtige und wichtige Aktion

gewesen wäre, wie die beiden meinen.

„MAN ACHTET NICHT MEHR AUF DIE MENSCHEN“

Ein anderer Kollege im Taxispeicher von T2 erzählt, dass ihn

Kunden ab und zu fragen würden, warum er denn nicht auch für

Uber fährt. Er verweist dann auf die Tarif- und Rückkehrpflicht,

so wie es das Gesetz hier in Deutschland eben verlangen würde.

Viele Fahrgäste wären diesbezüglich „taub und blind“, weshalb

auch er an der Taxidemo teilgenommen hat. Seit sechs Jahren

fährt er Taxi, aber „von der letzten Demo waren alle begeistert.

Zum ersten Mal gab es einen echten Zusammenhalt, eine große

Einheit“, erzählt er mit einem gewissen Stolz. Schließlich würden

die von Uber „immer dreister“. Die kämen sogar schon an den

Taxistand, um Leute abzuholen. Wie bei der Wiesn, als die Polizei

die Mietwagen in Taxibereiche gelassen hätte. Die wüssten, dass

sie sich das erlauben können, denn niemand unternimmt etwas

dagegen. „Die Augen sind zu. München ist nur noch eine Firmenstadt,

man achtet nicht mehr auf die Menschen, nur auf die Firmen.

Was die sagen, wird gemacht“, sagt er und erzählt, wie er

nach dem Urlaub von einem Kollegen erfuhr, dass die Ortskundeprüfung

für Mietwagenfahrer einfach so abgeschafft wurde.

Eine Einschätzung die auch Taxiunternehmer Frank Pollack

teilt. „Ja, die Mietwagenfahrer hier am Flughafen bekomme ich mit.

Da kam vor Kurzem ein Fahrgast an den Taxistandplatz und hat

gefragt, wo denn hier Uber sei.“ Seine Kollegen erzählen ihm von

bis zu 20 wartenden schwarzen Limousinen am T2. Aber keiner,

weder Polizei noch Behörden, unternimmt etwas gegen die Gesetzesverstöße.

„Ich merke, dass wir von der Behörde drangsaliert werden,

und die anderen können machen, was sie wollen. Mich haben sie

zwei Mal meine Folie neu machen lassen, weil die erste zu hell war.

Oder wenn man nicht gleich den TÜV-Bericht schickt, dann gibt

es sofort eine Geldstrafe, solche Sachen halt“, sagt Pollack.

Dass es sich bei Uber nicht um einen fairen Konkurrenten, sondern

ein bis heute gesetzeswidriges Geschäftsmodell handelt, ist

zwar offensichtlich, wird in der Politik und Öffentlichkeit aber nicht

ausreichend zur Kenntnis genommen und benannt. Vielleicht sind

ja weitere gemeinsame Aktionen nötig. Wenn schon andere in

regelmäßigen Abständen den Verkehr in der Innenstadt mit

wöchentlichen Demos oder abendlichen Rundfahrten lahmlegen

konnten, dann sollte vielleicht auch das Taxigewerbe, etwa einmal

im Monat um die Mittagszeit, demonstrieren, bis endlich Gerechtigkeit

bei der Anwendung des PBefG herrscht.

fo

TAXI DEZEMBER / 2017

21


ISARFUNK TAXIZENTRALE

DIGITALISIERUNG

ODER DEMONTAGE?

Die Digitalisierung der Taxibranche hat begonnen, es liegt an den

Akteuren der Branche, den Uber-Klonen die Stirn zu bieten.

Plattform-Index 15

Im Vergleich mit Dow Jones,

Nasdaq Composite und Dax 30

seit Kalenderwoche 29/16

Internetkonzerne,

die eine Plattform

bilden, hängen im

Börsenwert andere

Konzerne ab.

Das Signal in München war deutlich.

Gut 1400 Taxler behinderten einen

Nachmittag lang den Verkehr in der

Innenstadt. Bleibt zu hoffen, dass die Entscheider

im KVR, im Bayrischen Verkehrsministerium

und vielleicht sogar ein

Bundesverkehrsminister dem Taxi, dieser

scheinbar vergessenen Ecke des ÖPNV, doch

etwas mehr Aufmerksamkeit schenken.

Taxis müssen besser sein als die Konkurrenz“,

so lautete der Kommentar in der

„Süddeutschen Zeitung“. Das ist ein

Gedanke, den sicher viele Leser und Fahrgäste

teilen – und auch der aktive Taxiunternehmer,

der sich nicht so leicht

unterkriegen lässt. Doch reicht das aus?

Der Unternehmensberater auf dem

Rücksitz des Taxis mag über die Lockerung

der Gesetze die Schultern zucken, die Politik

sollte dies nicht tun. „Die Sicherstellung

einer ausreichenden Bedienung der Bevölkerung

mit Verkehrsleistungen im öffentlichen

Personennahverkehr ist eine

Aufgabe der Daseinsvorsorge“, heißt es im

Gesetz zur Regionalisierung des öffentlichen

Personennahverkehrs.

SPIELBALL DER GLOBALEN

KONZERNE

Taxi ist Teil des ÖPNV, deshalb ist die Politik

hier mehr gefordert als in anderen Wirtschaftsbereichen.

Die Republik, ihre

Landkreise und Städte haben bei der

Gestaltung der Mobilität der Bevölkerung

eine aktive Rolle zu spielen. Es wird Zeit,

dass sie es tun und sich nicht weiter zum

Spielball globaler Konzerne machen lassen.

„In der Taxibranche tummeln sich

inzwischen einige branchenfremde App-

Anbieter. Uber ist nur Teil des Problems,

und in Bezug auf die gesamte Wirtschaft

sehen wir überall plötzlich Internet-Startups

und IT-Firmen, welche die alteingesessene

Branche aus dem Tritt bringen

wollen“, erklärt Christian Hess, Geschäftsführer

der IsarFunk GmbH & Co. KG.

Natürlich geht es nicht um mehr Regulierung

und Verhinderung, denn die Rahmenbedingungen

werden tatsächlich

immer mehr durch globale Entwicklungen

gesetzt. „Plattformwirtschaft“ lautet derzeit

das neue Schlagwort, das Investoren und

Börsenspekulanten weltweit elektrisiert.

Uber will die weltweite Plattform für Mobilität

definieren. Amazon diktiert zunehmend

die Bedingungen im Einzelhandel.

Airbnb will die Vormacht der Hotels und

Pensionen im Tourismus brechen. Google

stellt das Anzeigengeschäft erfolgreich auf

den Kopf. Google und Apple sind die Torwächter

im mobilen Markt.

PLATTFORM-INDEX

MIT 53 % KURSPLUS

Der Wirtschaftsjournalist Holger Schmidt

hat vor anderthalb Jahren einen Plattform-

22

DEZEMBER / 2017 TAXI


ISARFUNK TAXIZENTRALE

FOTOS: F. Schmeidl/MTZ, Taxi Times

Index geschaffen. Man kann entsprechend

dieses Indexes an der Börse investieren.

Dieser Index zeigt auch, wie erfolgreich solche

Plattformen sind. „Mit einem Kursplus

von 53 Prozent in diesem Jahr hängt der

Plattform-Index die anderen Indizes immer

deutlicher ab“, schreibt Schmidt auf seinem

Blog Netzoekonom.

Plattformwirtschaft bedeutet, dass ein

Anbieter einen digitalen Marktplatz schafft,

über den Produkte, Dienstleistungen oder

Informationen gehandelt werden. Ein gut

funktionierender Marktplatz ist sehr

bequem für die Endkunden – aber auch die

einzelnen Anbieter auf dem Marktplatz ziehen

Vorteile aus der Plattform, weil sie sich

manche Teilaufgaben sparen und sie Zugang

zu einer weiteren Kundschaft finden.

Das Problem: Ist die Plattform so verbreitet,

wie sie es anstrebt, fängt sie an, die

Bedingungen zu diktieren. Die Brisanz:

Weil diese Plattformen digital und via Internet

agieren, kommt der Umschwung erdrutschartig

– oder disruptiv, also

zerstörerisch, wie man heute gerne sagt.

Plattformen, die im Markt Bedingungen

diktieren, stellen ein Monopol dar oder im

Fall mehrerer Firmen ein Oligopol. Das ist

ein Fall für die Kartellbehörden, auch wenn

dies einige EU-Politiker anscheinend verdrängen.

Blogs wie Netzpolitik.org warnen davor,

dass das einst neutrale und unabhängige

Internet durch Monokulturen abgelöst

wird, etwa mit Google als Wissenskonzern

und Facebook als soziales Netz [3] – über

das man sein Taxi bestellen könnte. Wenn

eine Plattform sich etabliert hat, dann muss

sie sich auch Regeln des Allgemeinwohls

unterwerfen. Höchste Zeit, dass Politiker

sich mit diesen Entwicklungen befassen.

Wer die Internetwirtschaft immer noch als

Neuland sieht, der sollte seinen Parlamentssitz

abgeben.

NERVÖSE AUTOHERSTELLER

Einstweilen muss sich auch das Taxigewerbe

schneller bewegen. Es kann sicher nicht

zusehen, wie branchenfremde Taxi-App-

Anbieter das angestammte Geschäft zerstören.

Selbst die großen Autohersteller sind

inzwischen sehr nervös, was Google, Apple

& Co. anbetrifft. So warb mytaxi den Briten

Andrew Pinnington von Hailo in London ab

und installierte ihn als neuen Geschäftsführer

– der lange Atem des Mutterkonzerns

Daimler dürfte für Pinnington ein

gutes Argument gewesen sein. Im Internet-

Magazin „t3n“ [3] prognostiziert Pinnington,

dass in zehn bis 20 Jahren Taxis

autonom fahren. Das dürften dann Robo-

Autos von Daimler sein. Ihre Sorge: In einer

Welt, die zunehmend von Software

bestimmt wird, gehört Hardware, also die

Autos, einfach zum alten Eisen.

Taxi muss besser sein als die Konkurrenz

– warum nicht zum Beispiel selber

eine Plattform bauen? Dazu erfordert es

allerdings nicht nur Technik, sondern die

Beseitigung von Barrieren in den Köpfen

der Akteure in der Branche, bei den Taxifahrern,

den Taxiunternehmern und den

Software-Anbietern der Branche.

„Wir sind auf Bundesebene mit unserem

Verband BZP nicht untätig“, erklärt Hermann

Waldner, Geschäftsführer bei Taxi

Berlin und IsarFunk. „Wir verhandeln über

die Möglichkeiten des Datenaustauschs

zwischen Apps, nicht nur zwischen Taxi-

Apps.“ Und Christian Hess ergänzt: „Wir

haben Gespräche mit der MVG sowie mit

dem Flughafen München aufgenommen.“

ES WARTET VIEL ARBEIT

Die Digitalisierung der Taxizentralen ist

zwar schon auf gutem Weg. Das deutlich

sichtbare Zeichen im Vordergrund ist die

Verfügbarkeit von Apps. Doch im Hintergrund

wartet viel Arbeit. Das Ziel wäre die

selbstbestimmte Plattformwirtschaft im

besten Sinne, mit gerechten Regeln für alle.

Auf diesem Weg gibt es technische Barrieren

zu überwinden, dazu zählt eine Verbindung

zwischen den Apps – die aber auf dem

technisch letzten Stand gestaltet sein muss,

wie es etwa Amazon oder Google auch tun

würden.

Es gibt auch organisatorischen Handlungsbedarf

– findet die Branche zum Beispiel

zu Provisionsregeln zwischen den

Zentralen? Zahlungsmanagement spielt

ebenfalls eine zentrale Rolle. Hier dürfen

sich einzelne Zentralen nicht Lösungen mit

Transaktionsfirmen verweigern. Ein engerer

Schulterschluss wäre wünschenswert –

möglicherweise könnte auch ein finan zieller

Topf geschaffen werden, aus dem übergreifende

technologische sowie bestimmte, bundesweite

Marketing-Projekte bezahlt

werden. Ein weiterer Gedanke ist systematisches

Flottenmanagement. Das Leuchtturm-Projekt

in dieser Hinsicht wäre die

Beschaffung von Elektrofahrzeugen. Hier

ist sicher ein großes Hindernis, dass die

Industrie derzeit keine reichweitenstarken,

wirtschaftlichen Fahrzeuge zur Verfügung

stellt – abgesehen von der immer noch nicht

zufriedenstellend überarbeiteten Eichordnung.

Ein Blick nach Aachen zu Streetscooter

beweist übrigens, dass entschlossene

Manager bei der Post handlungsfähiger sind

als jene in der Autoindustrie.

An der Front, nämlich beim Taxi, bleibt

auch viel zu tun. Die besten Marketing-Mitarbeiter

des Gewerbes sind die Taxifahrer

selbst. Es liegt an ihnen, durch ihre Professionalität

zu beweisen, dass Taxi besser ist

als die Konkurrenz. Bei jeder Zielgruppe,

ob Geschäftsleute oder junge Leute, sollten

sie ihre App bewerben. Wenn jeder Fahrer

einmal pro Tag taxi.eu empfiehlt, ist die

App des Taxigewerbes bekannter als alle

Anderen zusammen. khm

ISARFUNK TAXIZENTRALE

GMBH & CO KG

Rosenheimer Straße 139

81671 München

Telefon / Taxiruf: 089 / 450 540

Telefon / Verwaltung: 089 / 450 54-100

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Presserechtlich verantwortlich für

diese Seiten: Christian Hess

Redaktion: Karl-Heinz Mayer (khm),

Marita Wittner, Essential Media

TAXI DEZEMBER / 2017

23


Bei dieser Demo konnte jeder sehen, worum es geht.

BOTSCHAFTEN

FÜR DIE KUNDEN

Klare Botschaften: Es geht auch um die

Fahrgäste!

Plakate, Tafeln und Handzettel sorgten für die notwendige

Aufklärung der Passanten und der Fahrgäste. Diese Botschaften

werden noch heute fleißig verteilt.

Man stelle sich vor, es ist Demo und

keiner weiß, warum. Deshalb war

es wichtig, dass während der

Sternfahrt viele Taxis große Plakate an ihre

Motorhaube, ihre Seitenfenster oder Heckscheibe

klebten. Es war wichtig, dass während

der Kundgebung immer wieder vor der

Redebühne große Schilder hochgehalten

wurden. „Stirbt das Taxigewerbe, zahlt der

Fahrgast den Preis“, war beispielsweise zu

lesen. Oder auch: „Uber & Clones, es gelten

Regeln, auch für euch.“ „@Uber & Co.: Illegal

ist weder fair noch modern.“ „Sichere Personenbeförderung

heißt nicht Preiswillkür,

sondern Verantwortung.“ „Das Personenbeförderungsgesetz

schützt Fahrgäste.“ Die

Parolen und Slogans, ausgedacht von den

Organisatoren und dem PR-Experten Paul

Gerlach, waren die Kernbotschaften dieser

Demonstration. Sie waren von allen gut lesbar,

sie tauchten auf den Bildern in der Zeitung

auf. Sie haben hoffentlich viele

Passanten und Leser zum Nachdenken

angeregt.

Jetzt heißt es nachlegen, denn nichts ist

schneller vergessen als die Botschaft von

gestern. Schon für die Demonstration wurden

Handzettel gedruckt, auf denen in sieben

klaren Statements das hervorgehoben

wurde, was nur das Taxi kann.

Alle sieben Punkte werden auf der Rückseite

des Flugblatts mit ein paar erklärenden

Worten verständlich gemacht und am

Schluss wird die klare Forderung an die

Politik und die Behörden formuliert. „Uber

machte Illegalität normal“, wird Benjamin

Edelman, Wirtschaftsprofessor der Harvard

Business School in Boston, zitiert. Das Taxigewerbe

„fordert, dass sich das wieder

ändert“!

Die Flugzettel haben bei vielen Kollegen

einen festen Platz im Taxi gefunden und

werden von den Kollegen an die Fahrgäste

verteilt. „Wer mitmachen will oder wieder

Nachschub braucht, kann sich gerne an

mich, an den TVM in der Rosenheimer

Straße oder an das Münchner Taxi-Zentrum

in der Occamstraße wenden“, sagt Mitveranstalter

Günni Bäurle und hofft auf

tatkräftige Unterstützung durch möglichst

viele Kollegen. jh

SIEBEN GRÜNDE, WARUM DAS TAXI UNERSETZBAR IST

1. Das Personenbeförderungsgesetz

schützt Fahrgäste. Damit Sie verlässlich

Ihr Fahrziel erreichen, ist das Taxi

reguliert. All diese Regeln dienen dem

Verbraucherschutz – vor willkürlicher

Preisgestaltung zu Stoßzeiten, vor

ausgedünntem Service nachts, vor

ausschließlichem Gewinnstreben, indem

man sich auf „lukrative“ Fahrgäste konzentriert.

2. Wir sind fair. Und verlässlich. Wir

fahren immer. Wir unterliegen einer

Betriebspflicht, das bedeutet: Wann

immer Sie ein Taxi brauchen – es fährt

für Sie!

3. Wir sind keine Preisjongleure! Unsere

Tarife sind nicht willkürlich: Ihr Taxi fährt

zum fixen Tarif, ob zur Wiesn oder in der

Silvesternacht. Die Tarife werden einvernehmlich

seitens einer kommunalen

Kommission nach sozialen, wirtschaftlichen

Aspekten gestaltet. Unsere Tarife

sind verbindlich, Sie können sich darauf

verlassen.

4. Sichere Beförderung braucht verantwortungsvolle

Chauffeure. Zu Ihrem

Schutz muss der Fahrer zur Gesundheitsprüfung,

das Fahrzeug jährlich zur

technischen Kontrolle. Und nicht jedes

Fahrzeug darf ein Taxi werden, die

Vo raussetzungen sind klar definiert.

5. Wir können App und Telefon. Das ist

Service! Natürlich können Sie per App

ein Taxi rufen, etwa via taxi.eu oder Taxi

Deutschland. Das funktioniert bundesund

europaweit. Sie können ein Taxi

aber ebenso telefonisch ordern. Denn

wir setzen auf alle Serviceformate. Das

ist modern. Und funktioniert für alle.

6. Sie wissen, wer wir sind. Taxis sind

einheitlich gekennzeichnet. Wir geben

uns zu erkennen – für andere Verkehrsteilnehmer

und auch unsere Fahrgäste.

Das schafft Sicherheit.

7. Diskretion ist Ehrensache. Wir erheben

keine unnötigen Daten. Das Taxigeschäft

dient der Beförderung, dabei

ist Diskretion Ehrensache.

FOTOS: F. Schmeidl / MTZ

24 DEZEMBER / 2017 TAXI


www.taxiverband-muenchen.de

Danke an alle

Kolleginnen

und Kollegen

UNTER

STÜTZER

DES TAXI

GEWERBES

für die großartige

Unterstützung!


TVM

RÜCKENWIND BEI DER

POLITISCHEN ARBEIT

Der Taxiverband München wird im Jahr 2018 seine politischen

Gespräche verstärken. Ein deutlicher Mitgliederzuwachs sowie

die Erweiterung um zwei neue Vorstandsmitglieder schaffen

neue Ressourcen.

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Taxiverbands

München (TVM) Ende November herrschte aufgrund

einer stattlichen Themenliste reger Diskussionsbedarf, der

am Schluss in einer positiven Aufbruchsstimmung mündete. Neben

dem alljährlichen Bericht über die geleistete Arbeit des laufenden

Jahres kamen die üblichen Berichte über die Schulungen des TVM.

Nach wie vor finanziert sich die gewerbepolitische Arbeit des TVM

nahezu ausschließlich über die Einnahmen aus den Schulungen.

Insofern sind erfolgreiche Schulungen ein ganz wesentlicher Faktor

bei der Frage, wie viel Zeit und Aufwand für Gespräche und

Kontakte in die Stadtpolitik und Behörden verwendet werden können.

Es ist erfreulich, dass trotz der Erleichterungen beim Erlangen

des P-Scheins durch die Abschaffung der Ortskundeprüfung bei

Mietwagen stabile Anmeldezahlen für die Taxikurse vermeldet

werden können. Ebenso stabil, mit leichter Tendenz nach oben,

waren die Anmeldezahlen für die Unternehmerschulungen.

Ganz besonders erfreulich allerdings ist die Tatsache, dass die

Mitgliederzahlen des TVM deutlich gestiegen sind und über die

Jahresbeiträge auch ein Teil der Arbeit abgedeckt werden kann.

Der Wunsch vieler Unternehmer, sich – neben der Organisation

in einer Vermittlungszentrale – auch in beruflichen und unternehmerischen

Fragen zu organisieren, steigt deutlich an, die

Wünsche nach Beratung und Austausch untereinander werden

sehr häufig geäußert.

Die Mitgliedsbeiträge beim TVM sind äußerst moderat, sie beginnen

für einen kleinen Unternehmer bis drei Fahrzeugen bei einem

TAXIVERBAND MÜNCHEN E. V. (TVM)

Rosenheimer Straße 139

81671 München

Tel. / Verband: +49 (0)89 / 45 05 41 13

Tel. / Taxischule: +49 (0)89 / 49 00 44 94

E-Mail: info@taxiverband-muenchen.de

www.taxiverband-muenchen.de

Presserechtlich verantwortlich für

diese Seite: Florian Bachmann

Redaktion: Florian Bachmann

Jahresbeitrag von 50 Euro und steigen je nach Größe des Unternehmens

pro Fahrzeug. Dabei werden pro Fahrzeug im Jahr 18 Euro

berechnet, die Beiträge sind bei 20 Fahrzeugen gedeckelt, also werden

bei Mehrwagenbetrieben maximal pro Jahr 360 Euro an Beitrag

berechnet. Mitglied kann derzeit jeder werden, der ein Taxigewerbe

im Pflichtfahrgebiet der Stadt München betreibt. Trotz allem können

die Mitgliedsbeiträge die Arbeit des TVM nicht annähernd ganzjährig

finanzieren.

DIE NÄCHSTEN SCHRITTE NACH DER DEMO

Eine lange und leidenschaftliche Diskussion wurde natürlich über

die notwendigen nächsten Schritte aus der Demonstration geführt.

Natürlich haben wir uns als Organisator und Veranstalter dieser

Demo über den unerwartet hohen Zuspruch und die Unterstützung

aus dem Gewerbe riesig gefreut. Wir danken an dieser Stelle

noch einmal allen Kolleginnen/Kollegen, die durch ihre Teilnahme

diesen Erfolg erst möglich gemacht haben.

Wir sind uns aber gleichzeitig auch der Verantwortung bewusst,

die aus diesem Erfolg erwächst. Wir haben ja von den Teilnehmern

der Demo nicht nur eine klare Aufforderung zum weiteren Handeln

im Kampf gegen die unlauteren Anbieter bekommen, sondern sollen

und wollen auch die Forderungen und Erwartungen aller beteiligten

Kolleginnen/Kollegen so laut und nachhaltig wie möglich in

der lokalen, landes- wie auch bundesweiten Politik vertreten.

Folglich wird im nächsten Jahr einer unserer Arbeitsschwerpunkte

die stetige und dauernde Präsenz bei Politikern jeglicher

Couleur und jeglicher Bereiche darstellen. Bayern hat Landtagswahl,

die Bundesregierung ist noch immer auf der Suche nach

stabilen Inhalten. Alles in allem sind das die besten Voraussetzungen,

um die Positionen des Taxigewerbes wirkungsvoll einbringen

zu können. Dazu gehört auch, die fatalen Konsequenzen

aus den bislang illegalen Umtrieben der App-Anbieter bis ins

Kleinste darzustellen und vor unüberlegten Änderungen des Personenbeförderungsgesetzes

zu warnen. Schließlich können ja

gerade wir in München über die katastrophalen Auswirkungen

aus der Praxis heraus berichten. Anderen Städten in Deutschland

stehen diese Erfahrungen erst noch bevor. Der aggressivste dieser

Anbieter ist ja bislang nur in München und in Berlin aktiv.

Die Demo hat insbesondere auch gezeigt, dass das Münchner

Taxigewerbe über einen sonst selten sichtbaren riesengroßen

Zusammenhalt verfügt. Wann sonst hat man während der normalen

Arbeitszeit die Möglichkeit, sich gemeinsam als ein großes Ganzes

darzustellen? Die Tatsache, dass gut 40 Prozent der Münchner Taxi-

26 DEZEMBER / 2017 TAXI


TVM

Neu im Vorstand

des TVM:

Alexandra Eismann

und Gregor Beiner.

fahrer und -unternehmer sich die Zeit genommen haben, dabei auf

Umsatz und Einnahmen verzichtet haben, um öffentlich zu zeigen,

dass wir eine gemeinsame Sache vertreten, ist eine grandiose Erfahrung,

die es so in München noch nie gegeben hat.

FLYER FÜR DIE TAXIKUNDEN

Diesen Zusammenhalt wollen wir nutzen, um auch unsere Kunden

mit ins Boot zu holen. Wir gestalten derzeit Flyer und Infobroschüren,

in denen die Vorzüge und Qualitäten des Taxigewerbes, also

die Pluspunkte des Taxis, auch für Laien verständlich dargestellt

werden. Schließlich ist die Tarifplicht kein veraltetes Instrument,

um Taxiunternehmen die Existenz zu sichern, sondern ein wirksames

Instrument des Verbraucherschutzes. Betriebspflicht bedeutet

ja eben die Erfüllung eines öffentlichen Auftrages, der selbst

dann zu erfolgen hat, wenn die Auftragslage, z. B. nachts, so ruhig

ist, dass die Bezahlung des Mindestlohns damit nicht möglich ist.

Das Taxi ist dabei auch die bereits existierende umweltfreundlichste

Alternative zu jedem privaten Verkehr in den Ballungszentren.

Wir können schon lange clever shutteln oder Fahrten, Strecken

und Preise sharen, dafür benötigt es keine neuen Verkehre. Wir –

das Taxigewerbe – müssen nur laut und deutlich sagen, dass wir

das schon alles seit Langem können und machen. Keiner der Anbieter

hat irgendetwas neu erfunden, sondern es handelt sich lediglich

um gute Werbestrategen, die Altes als neu verkaufen. Und das müssen

wir auch, und das können wir allemal. Eben dafür war eine so

große Zahl von Kollegen auf der Straße zur Demo.

So ganz nebenher war natürlich die Umwelt ein Thema der Jahreshauptversammlung,

die nächsten Veranstaltungen zum Thema

Elektromobilität sind in Planung. Der TVM unterstützt hierbei

den Münchner E-Taxitag am 27. Februar 2018 auf dem Gelände

des ADAC Südbayern in der Ridlerstraße.

Ebenfalls ein wichtiges Thema des nächsten Jahres wird der

barrierefreie Zugang zum Taxi sein. Im Übrigen ja ein Thema, das

der TVM schon lange auf der Agenda hat und von dem wir auch

schon lange sagen, dass das Taxigewerbe eine hohe Umsatzmöglich

einfach ungenutzt lässt. Dank einiger aktiver Unternehmer

wird auch bei diesem Thema nun Bewegung entstehen. Zudem

wurde der Vorstand aufgefordert, gleich Anfang 2018 Informationsveranstaltungen

zu drängenden Themen aus der Praxis anzubieten.

Genannt seien hier als Beispiel die nach wie vor

bestehenden Unsicherheiten im Umgang mit den Finanzbehörden.

Zu jeder Jahreshauptversammlung gehören natürlich auch

die Wahlen zum Vorstand. Der bisher amtierende Vorstand

(Florian Bachmann, Gert Wohlgemuth, Mike Bedrich und Bernd

Lange-Irschl) wurde einstimmig bestätigt. Dazu konnte der

Vorstand erfreulicherweise um zwei aktive Mitglieder erweitert

werden: Neu und ebenfalls einstimmig wurden die Kollegin

Alexandra Eismann und der Kollege Gregor Beiner gewählt. Die

Arbeit des TVM kann damit noch breiter aufgestellt und noch

effektiver gestaltet werden. Wir danken den beiden neuen

Mitgliedern des Vorstands an dieser Stelle schon mal für ihr

Engagement.

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Betriebs- und Verkehrsmedizinisches Untersuchungszentrum

des BDF – Überbetrieblicher Dienst Dr. Hingerle GBR

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TAXI DEZEMBER / 2017

27


BÜRGERRECHT

WIDERSTAND

DURCH PETITION

Die Taxidemo hat gezeigt, dass man sich gegen die Willkür

internationaler Konzerne wehren kann. Mit der Petition gibt es

ein weiteres demokratisches Mittel, um die Politik zum

Handeln zu zwingen. Wir sagen wie.

Petitionen sind ein beliebtes und unkompliziertes Mittel,

um auf Missstände und Probleme hinzuweisen oder konkrete

Forderungen zu stellen. Dabei bergen sie die Hoffnung,

Veränderungen herbeiführen zu können. Eine Petition,

abgeleitet vom lateinischen „petitio“, bedeutet so viel wie „Bittschrift“,

ist Bestandteil der demokratischen Grundrechte eines

jeden Bürgers und im Grundgesetz verankert. „Jedermann hat das

Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaften mit anderen schriftlich

mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an

die Volksvertretung zu wenden“, heißt es im Grundgesetz unter

Artikel 17. Mit „zuständigen Stellen“ sind dabei (Aufsichts-)Behörden

gemeint.

Wird eine Petition eingereicht, so besteht ein Anspruch darauf,

dass sich das Parlament oder die zuständige Stelle mit der Eingabe

befasst und nach sachlicher Prüfung eine schriftliche Stellungnahme

abgibt. Wird dieser Pflicht nicht nachgekommen, so ist

eine Leistungsklage auf Aufnahme, Prüfung und Verbescheidung

möglich. Allerdings ist für die sachliche Prüfung nur eine Auseinandersetzung

mit dem Petitionsschreiben nötig, was dazu führen

kann, dass der Petition nicht weiter nachgegangen wird.

In der Regel werden Eingaben an das Parlament nicht vom Plenum,

sondern von einem Petitionsausschuss behandelt. Wird die

Petition irrtümlich an eine falsche Stelle adressiert, so muss die

Petition an die sachlich zuständige Stelle weitergeleitet werden.

PETITIONSAUSSCHUSS

DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES

Platz der Republik 1

11011 Berlin

per Fax: 030 – 22 73 60 53

online: www.bundestag.de/petition

EINE PETITION MUSS SCHRIFTLICH ERFOLGEN

Das Petitionsrecht nach Artikel 17 umfasst allerdings nur schriftliche

Eingaben (Brief, Fax, online) – ein persönliches Erscheinen

wäre zwar möglich, ist jedoch nicht vom Grundrecht gedeckt. Die

Petition ist ordnungsgemäß einzureichen, etwa ohne Beleidigungen.

Auch Name und Absender müssen zu erkennen sein. Die

Petitionsausschüsse der Parlamente bearbeiten und überprüfen

die eingereichten Anliegen und können zuständige Behörden zur

Stellungnahme auffordern. Das Petitionsrecht stellt die Grundlage

für die wachsende Zahl an Bürgerinitiativen dar.

Schafft man es, mit einer Petition innerhalb von vier Wochen

mehr als 50 000 Unterstützer aufzutreiben, so kommt es zu einer

öffentlichen Beratung im Petitionsausschuss des Bundestages mit

einem Rederecht für den Initiator der Petition. Allerdings kann

der Ausschuss eine Anhörung mit einer Zweidrittelmehrheit ablehnen.

Außerdem ist die Umsetzung einer Petition, auch wenn sie

noch so viele Unterstützer hat, nicht vorgeschrieben.

Ein Tipp des Petitionsausschusses: „Schneller geht es, wenn

man sein Anliegen so verständlich wie möglich aufschreibt, also

klar sagt, gegen oder für wen oder was sich die Petition richtet

und was das Ziel der Eingabe ist.“

VERSCHIEDENE FORMEN VON PETITIONEN

Mit einer Einzelpetition, der klassischen Art, die es schon seit

der römischen Kaiserzeit geben soll, kann jeder sein Anliegen

entweder schriftlich oder über ein Onlineformular verschicken.

Da der Petent – so nennt man die Person, die eine Petition einreicht

– bei einer Einzelpetition keine weiteren Unterschriften

benötigt, wird das Anliegen in den meisten Fällen an den entsprechenden

Petitionsausschuss, den Gemeinderat oder an die Stadtverordnetenversammlung

geschickt. Nach Angaben von

openPetition haben dabei weniger kontroverse Themen eine bessere

Chance, ihr Ziel zu erreichen.

Bei sogenannten Massenpetitionen handelt es sich dagegen

um viele einzelne Petitionen, die ein ähnliches oder das gleiche

Anliegen haben, aber gemeinsam – also gebündelt bei der jeweiligen

Instanz, etwa dem Petitionsausschuss des Bundestages, der

Land- oder Kreistage – eingereicht werden. Je mehr Petitionen

gebündelt werden, umso mehr Nachdruck und allgemeine Relevanz

hat das Anliegen.

Bei der Mehrfachpetition, das sind ebenfalls einzelne Petitionen

mit ähnlichen oder gleichen Zielen, wird die Bündelung der

Petitionen nicht von den Petenten, sondern vom Empfänger nach

Eingang der einzelnen Petitionen vorgenommen und in der Folge

wie eine Massenpetition behandelt.

Die Sammelpetition vereinfacht den Aufwand des gemeinsamen

Einreichens einzelner Petitionen und kann die Anzahl der

Unterstützer deutlich erhöhen, weshalb die Sammelpetition der

28

DEZEMBER / 2017 TAXI


BÜRGERRECHT

Online-Portale wie change.org oder openPetition.de helfen, eine Petition zu starten.

FOTOS: Screenshots von change.org und openPetition.de

Massenpetition gerne vorgezogen wird. Dabei verfasst ein Wortführer

das Anliegen, um dann on- und offline Unterstützung zu

erhalten. Dafür müssen Unterschriften, entweder über Petitionsplattformen

oder durch normierte Unterschriftsbögen, die der

Wortführer oder die Unterstützer ausdrucken können, gesammelt

werden. Das Sammeln der Unterschriften erfolgt entweder online,

etwa durch Weiterempfehlungen per Mail und in sozialen Netzwerken,

oder durch das Ansprechen von Leuten auf der Straße.

Ein offizieller Initiator korrespondiert dabei mit dem Bundes-,

Land- oder Kreistag.

Eine öffentliche Petition, möglich durch das Internet, lässt

sich entweder direkt auf der Internetseite des Bundes-, des jeweiligen

Landtages oder über eine offene Plattform, zum Beispiel bei

change.org oder openPetition.de, einreichen. Der Petent hat dann

zwischen mehreren Wochen (Bundestag) und mehreren Monaten

(Landtag oder Plattform) Zeit, um eine vorgegebene Anzahl von

Unterschriften zu sammeln.

KLARTEXT FÜR EIN FAZIT

Oft wird die Frage gestellt, wie viele der eingereichten Petitionen

erfolgreich waren oder zu einer Gesetzesinitiative geführt hätten,

was sich wegen der Komplexität aber nicht mit einer „bloßen Zahl

darstellen ließe“. Monatlich gingen Hunderte Petitionen beim

Ausschuss ein, „der die Bundesregierung und die Fraktionen des

Deutschen Bundestages sensibilisiert und auf Missstände hinweist.

So bildeten Petitionen in der Vergangenheit schon oft einen

Impuls für Gesetzentwürfe“, wie es im Vorwort des Jahresberichts

2016 des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages heißt.

So kam es Ende 2015 dann beispielsweise auch zu einer Gesetzesänderung.

Unter anderem seien im Vorjahr etwa Petitionen für

ein Exportverbot von Rüstungsgütern oder für eine angemessene

Vergütung von Pflegekräften in öffentlichen Sitzungen angehört

worden. Im Jahr 2015 soll es insgesamt zu 23 sogenannten

„Berichterstattergesprächen“ gekommen sein.

Obwohl Petitionen – im Jahr 2015 um die 14 000 – zu unterschiedlichen

Themen eingereicht werden, bestünde der Kernbereich

der „Arbeit aber nach wie vor in der Suche nach Abhilfe in

persönlichen Notlagen, wie beispielsweise der Erteilung eines

Visums oder der Finanzierung eines Rollstuhls. Denn dies sind

für den Einzelnen existenzielle Probleme, für deren Lösung sich

der Petitionsausschuss mit ganzer Kraft einsetzt“.

Grundsätzlich zwingt eine Petition – ob an den Bundestag, in

Form einer Unterschriftensammlung an eine Firma, einen Abgeordneten

– oder ein Aktionsaufruf zunächst niemanden zu Veränderungen.

Allerdings müssen sich die Empfänger mit dem

Thema auseinandersetzen, wobei die Masse, die Zahl der Unterstützer,

eine Rolle spielt. Petitionen bewirken am meisten, wenn

sie durch Berichterstattungen in der Presse öffentliche Aufmerksamkeit

bekommen und womöglich mit weiteren Aktionen, beispielsweise

Kampagnen oder Demonstrationen, verbunden sind.

Letztlich ist eine Petition aber nichts weiter als eine Anregung

oder ein politisches Aufbegehren. Sie kann aber sehr wohl Anstoß

für Diskussionen sein und zu einem Umdenken führen. fo

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TAXI DEZEMBER / 2017

29


KONTROLLE

KEIN PERSONAL

FÜR KONTROLLEN

Martin Bayerstorfer,

Landrat

von Erding, muss

das Personalproblem

in seinem

Amt ganz

schnell lösen.

Bis zu 30 Uber-Mietwagen umgehen täglich

die Rückkehrpflicht. Doch beim zuständigen

Landratsamt fehlt das Kontrollpersonal.

Sie stehen an der Agip-Tankstelle,

beim Audi-Forum oder sonst wo

innerhalb des Flughafen-Geländes.

Dunkle Limousinen mit den immer gleichen

Kennzeichen. Beobachtet von Taxikollegen,

die dies täglich in einer eigens dafür

gegründeten WhatsApp-Gruppe dokumentieren

(Taxi Times München berichtete

da rüber in der Oktober-Ausgabe). Irgendwann

später sieht man sie an den Gates

Fahrgäste einladen. Die geöffnete Uber-App

verrät den Auftraggeber. Eigentlich hätten

die Fahrer dieser Limousinen zu ihrem

Betriebssitz zurückfahren müssen.

Dann aber würden so viele Leerkilometer

entstehen, dass Flughafenabholungen

wirtschaftlich nicht mehr rentabel wären.

Mit dem Verstoß gegen die Rückkehrpflicht

verschaffen sich die Mietwagenunternehmen

also einen illegalen Wettbewerbsvorteil.

Das zu verhindern, wäre Aufgabe des

Landratsamt (LRA) Erding als zuständiger

Kontrollbehörde. Denn anders als bei Taxis,

wo ein Behördenvertrag die Kontrollen von

Taxis explizit durch das Münchner KVR

auch auf dem Flughafengelände erlaubt,

gilt dies eben nicht für Mietwagen.

Also können Beschwerden über unrechtmäßiges

Verhalten mancher Mietwagenunternehmen

nur beim LRA Erding eingereicht

werden, was von den Taxikollegen auch

nahezu täglich gemacht wird. Trotzdem wird

nichts unternommen, was Alfred Neudecker,

Leiter des Fachbereichs Verkehrswesen

im LRA Erding, mit fehlendem Personal

entschuldigt. Zwei Mitarbeiter aus seiner

Abteilung mussten wegen Vorteilsannahme

im Amt die Abteilung verlassen (Taxi Times

München berichtete über das Gerichtsverfahren

in der Oktober-Ausgabe).

Somit kann eine Kontrollbehörde ihre

eigentlichen Grundaufgaben nicht wahrnehmen.

Ein Umstand, den der Erdinger

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) als

oberster Dienstherr des Landratsamtes

schleunigst beseitigen muss. Andernfalls

wird sich die Anzahl der unberechtigt

bereitstehenden Mietwagen noch mehr

erhöhen und die Unruhe unter den Taxikollegen

noch größer. Es brodelt am Flughafen,

Herr Bayerstorfer! jh

UBERS NEUER TRICK

Die zahlreichen Dokumentationen

durch die Taxikollegen am Flughafen

und die damit verbundenen

Meldungen an das LRA Erding

zeigen bei den Mietwagenfahrern

Wirkung. Leider nur in Form einer

kreativen Idee, mit der sie den

Vorwurf des Verstoßes gegen die

Rückkehrpflicht umgehen können:

Anscheinend bekommen die

Uber-Fahrer, sobald sie sich ohne

Fahrgast im Flughafengelände

aufhalten, vom System eine Vorbestellung

eines imaginären Kunden

vermittelt. Dieser Scheinauftrag

wird innerhalb eines Zeitfensters

terminiert, der eine Rückfahrt zum

eigentlichen Betriebssitz nicht

mehr rechtfertigt. Kurz vor der

Abholzeit oder wenn ein echter

Auftrag eingeht, wird die Scheinbestellung

storniert.

Sollte sich diese Vermutung als

wahr herausstellen, wäre klar erwiesen,

dass nicht nur Mietwagenfahrer

Verstöße begehen, sondern der

Vermittler Uber aktiv involviert ist.

Spätestens dann muss jedem Richter

klar sein, dass endlich auch die

UberX-App verboten werden muss.

FOTO: CSU

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Die Nachrichten sind in Deutsch, Englisch und Türkisch abrufbar. Die

App gibt es zum kostenlosen Download für iOS und Android.


INKLUSION

BRIEFKONTAKT

MIT DER BÜRGERMEISTERIN

Beim Thema Inklusionstaxi ist jetzt auch Münchens dritte

Bürgermeisterin einbezogen. Solche Kontakte sind wichtig –

auch im Wettbewerb gegen Uber und deren Klone.

Bürgermeisterin

Christine Strobl

GRAFIK: Raufeld Medien FOTO: Landeshauptstadt München

Florian Bachmann, Christian Hess und Horst Wiegand

erhielten am 20. November Post von Christine Strobl. Die

Bürgermeisterin der Landeshauptstadt München beantwortete

das Schreiben, in dem der Taxiverband München und

die Taxizentrale IsarFunk Ende Oktober die möglichen Wege für

die Einführung einer ausreichenden Zahl barrierefreier Taxis

(Inklusionstaxis) in München formulieren, mit denen eine spontane

Taxibestellung innerhalb von 15 Minuten möglicht werden

soll. Der Brief war an den Oberbürgermeister Dieter Reiter und

dessen beide Stellvertreter, die Stadtratsfraktionen sowie an die

Mitglieder der Taxikommission gerichtet.

„Nach Absprache mit meinen Bürgermeisterkollegen kann ich

Ihnen mitteilen, dass die federführende Bearbeitung in meine

Zuständigkeit gegeben wurde“, schreibt Frau Strobl. Sie habe

sich bereits im Vorfeld des Schreibens durch einen Bericht in Taxi

Times München über die Einzelheiten des Projekts informieren

können und begrüße die Initiative. „Ich danke Ihnen für Ihr Engagement

für Menschen mit Behinderung.“

Frau Strobl verweist auf den Antrag der beiden SPD-Stadtratsmitglieder

Dr. Constanze Söller-Schaar und Haimo Liebich, die

bereits Ende März 2017 zur „Schaffung von Rahmenbedingungen

für inklusive Taxis“ aufgefordert hatten. Die Landeshauptstadt

München solle gemeinsam mit den Betreibern und dem Bezirk

Oberbayern in Verhandlungen treten, um einen Weg für die Finanzierung

der Mehrkosten der inklusiven Taxis zu finden.

BRIEF ENDET MIT EINEM VERSPRECHEN

Das Sozialreferat habe diesen Antrag umfassend beantwortet und

hierfür auch eine Stellungnahme des Kreisverwaltungsreferats

eingeholt, berichtet Frau Strobl. „Im Ergebnis ist derzeit festzuhalten,

dass das Sozialreferat im engen Austausch mit dem Bezirk

Oberbayern […] steht und weitere Gespräche geplant sind.“

• Verkehrsunfallabwicklung

• Verkehrsrecht

• Bußgeldsachen

• Zivilrecht

• Strafrecht

Des Weiteren schreibt Frau Strobl, sie habe den Wunsch des Taxigewerbes,

dass sich die Stadt München am Kostenrahmen für die

Umrüstung der Taxis finanziell beteiligen solle, an das Sozialreferat

weitergeleitet „und gebeten, Ihre Ausführungen im weiteren

Verfahren zu berücksichtigen“. Das Fachreferat werde Herrn Bachmann,

Herrn Hess und Herrn Wiegand über den weiteren Sachstand

informieren. Der Brief endet mit einem Versprechen:

„Selbstverständlich lasse ich mich vom Fortgang der Angelegenheit

informieren.“

Das Inklusionstaxi ist also in den Fokus des Bürgermeisterbüros

gerückt. Die Branche kann sich damit auf höchster politischer

Ebene als verlässlicher und zukunftsorientierter Partner

beweisen, als Personenbeförderer mit gesellschaftspolitischer und

sozialer Verantwortung. Solche Attribute passen weder ins Uber-

Konzept noch in jenes von ausschließlich provisions orientierten

Anbietern anderer Taxi-Apps wie beispielsweise mytaxi. Deren

Konzepte zerstören nicht nur den sozialen Konsens und den sozialen

Frieden über die Gemeinschaft der Taxifahrerinnen und

-fahrer hinaus, sie gefährden auch die Existenz von Funktaxizentralen,

welche zum Aufbau und zum Erhalt einer Flotte von

Inklusionstaxen unverzichtbar sind. Ohne Taxi zentralen ist ein

Projekt wie das Inklusionstaxi unmöglich. Das muss allen Verantwortlichen

bewusst sein.

jh, hw

DIE NÄCHSTEN GESPRÄCHE ZUM MÜNCHNER

INKLUSIONSTAXI

12. Januar 2018: Sitzung der Taxi AG des Behindertenbeirates

der Stadt München

29. Januar 2018: Sitzung der Taxikommission:

Inklusions taxi ist ein Punkt der Tagesordnung

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TAXI DEZEMBER / 2017

31


Entrückt: Der Mirai polarisiert (links).

So sieht ein Mirai Taxi von innen aus. Die

Technik sitzt unter dem Dachhimmel (unten).

EIN LEBEN MIT DER

BRENNSTOFFZELLE

Die Stadt München fördert seit September die Anschaffung von

Elektrotaxis. Dazu zählen auch Wasserstoff-Antriebe. Wir haben einen

Toyota Mirai getestet.

STADT MÜNCHEN FÖRDERT

UNTERNEHMER MIT E-TAXIS

Seit dem 1. September 2017 kann

die E-Taxi-Förderung der Stadt

München in Anspruch genommen

werden. Förderfähig sind alle nach

dem 1. Januar 2017 zugelassenen

Taxis mit batterieelektrischem

Antrieb oder Brennstoffzelle. Plugin-Hybride

sind explizit ausgeschlossen.

Gefördert wird jeder

Besetztkilometer mit 0,20 Euro,

bis 40 % der Nettoanschaffungskosten

des Taxis erreicht sind.

Eine weitere Voraussetzung für

die Förderung ist eine quartalsmäßige

Übertragung der Daten

eines Fiskaltaxameters mit INSIKA.

Unternehmer, welchen die Reichweite

eines E-Fahrzeugs nicht ausreicht,

können mit der identischen

Taxilizenz ein zweites Fahrzeug

mit Verbrennungsmotor nutzen.

Selbstverständlich nicht zeitgleich,

sondern alternierend.

Mirai“ ist japanisch und bedeutet

„Zukunft“. Ein passender Name

für das erste Toyota-Serienfahrzeug

mit Brennstoffzelle. Wer die Zukunft

symbolisieren will, drückt das auch durch

ein futuristisches Design aus. Schon bei

der Anlieferung des Toyota Mirai hat der

Wagen die Aufmerksamkeit der Passanten

auf sich gezogen. Das sollte auch im

weiteren Verlauf des Tests so bleiben. Die

Gründe, warum wir den Mirai testen: Es

gibt ihn mit dem Intax-Taxipaket. Seine

innovative Technologie hat uns neugierig

gemacht. Er hat keine Probleme mit einem

Dieselfahrverbot. Er zählt zu jenen Modellen,

die innerhalb des E-Taxi-Projekts der

Stadt München voll förderfähig sind.

Warum der Mirai trotz Taxipaket bisher

noch nicht zum Verkaufsschlager in Hellelfenbein

geworden ist, liegt auf der Hand: Er

ist ein reiner Viersitzer und mit 255 Kilogramm

exklusive Fahrer hinsichtlich seiner

maximalen Zuladung auch sehr beschränkt.

Von diesen Fakten möchte ich mich gerne

lösen, denn der Mirai hat im Gegenzug,

auch in der Taxiversion, eine einzigartige

Technologie zu bieten, die es wert ist, einen

Blick über den Tellerrand zu werfen.

DIE TECHNIK IM TOYOTA MIRAI:

H2 + O = H2O

Vor vielen Jahren hatte ich die Gelegenheit,

ein Brennstoffzellenauto Probe fahren zu

dürfen. Aus dieser Erfahrung heraus habe

ich zwei Eindrücke gewonnen: Ein Brennstoffzellenauto

fährt sich wie ein Elektro auto

und die Wasserstofftankstellen sind martialische

und laut zischende Ungetüme. Zumindest

mit meiner ersten Erkenntnis sollte ich

recht behalten. In seiner DNA ist der Mirai

ein Elektroauto und fährt sich zunächst auch

genauso. Sein maximales Drehmoment von

335 Newtonmetern ab der ersten Umdrehung

der E-Maschine sorgt für einen flotten

Antritt. Zudem kann er, typisch für ein Elektroauto,

Bremsenergie rekuperieren, also

zurückgewinnen. Dies tut der Mirai auch mit

einer einzigartigen Klangkulisse kund.

Einen Teil der Geräusche kennen viele Taxifahrer

vom Toyota Prius, aber der Mirai kann

neben Surren, Summen und Gluckern auch

Klackern, Klicken und Klacken. Diese Geräusche

verdanken wir der Brennstoffzelle, denn

der Mirai wird nicht wie ein Plug-in-Hybrid

oder Elektrofahrzeug mit Strom betankt, sondern

er produziert ihn selbst. Dazu benötigt

er lediglich Luft, Wasserstoff und eine Brenn-

FOTO: Taxi Times, Intax

32 DEZEMBER / 2017 TAXI


ANTRIEB

Auf den ersten

Blick ganz normal:

So wird Wasserstoff

getankt.

Ein guter Schnitt:

Tank und Brennstoffzelle

sind im Heck

verbaut.

FOTO: Taxi Times, Toyota

stoffzelle. Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H2)

reagieren in der Brennstoffzelle so miteinander,

dass ein elektrisches Potenzial entsteht,

also Strom erzeugt wird, welcher den Motor

antreibt. Als Abfallstoff entsteht H2 + O = H2O,

besser bekannt als Wasser.

66 000 EURO UND DOCH

EIN SCHNÄPPCHEN

Die 114 kW (155PS) starke E-Maschine sorgt

in jeder Situation für einen starken Antritt

und lässt leistungsmäßig keine Wünsche

offen. Was Komfort und Konnektivität

angeht, ist der Mirai komplett ausgestattet:

Navigation, Sitzheizung, Tempomat mit

Abstandsradar und eine Vielzahl elektronischer

Fahrerassistenzsysteme gehören

bereits zur Serienausstattung. Weitere

Ex tras gibt es nicht. Mit so einer kompletten

Ausstattung hat der Mirai natürlich seinen

Preis: Der Langstreckenstromer steht ab

rund 66 000 Euro netto beim Toyota-Händler,

in Berlin bei der Motor-Company. Hinsichtlich

der kompletten Ausstattung und der

verbauten Technologie geradezu ein

Schnäppchen.

Im Vergleich zu einem Elektroauto ist er

allerdings deutlich aufwendiger konstruiert,

denn neben den E-Auto-Komponenten wie

Motor, Leistungselektronik und Batterie

muss der Mirai auch noch die Brennstoffzelle

und den Wasserstofftank aufnehmen.

Neben der Technik, die bei einem Brennstoffzellenauto

in jeder Lebenslage funktionieren

muss, ist also auch das Packaging

eine große Herausforderung. Im Alltagsbetrieb

merkt man davon allerdings wenig.

Der etwas eingeschränkte Platz im Innenund

Kofferraum wird aber mit einem nur

drei bis fünf Minuten andauernden Tankvorgang

belohnt. Im Vergleich zum zeitintensiven

Nachladen eines Elektroautos ist

dies ein klarer Vorteil. Einmal Volltanken

entspricht nach Werksangabe rund fünf

Kilogramm Wasserstoff, die mit über

700 bar in den Tank gepresst werden. Ein

Kilogramm des flüssigen Wasserstoffs kostet

in Deutschland derzeit 9,50 Euro. Auf

100 Kilometer Fahrstrecke verbraucht der

Mirai ca. ein Kilogramm Wasserstoff.

MIT FÜNF KILO WASSERSTOFF

500 KILOMETER WEIT FAHREN

Das logistische Problem: Noch gibt es

Wasserstoff nur an wenigen Tankstellen.

Aus den zischenden Ungeheuern von

damals sind harmlose Zapfsäulen geworden,

die sich inzwischen auch optisch gut

in die normale Tankstellenlandschaft einfügen.

Längere Fahrten sollten, sofern sie

als Vorbestellungen gebucht werden, mit

Bedacht geplant werden. Unbedingt empfehlenswert

ist die H2.LIVE-App von

H2 Mobility. Sie gibt an, wo die nächstgelegene

Tankstelle ist, ob sie betriebsbereit

ist und wo in Zukunft weitere H2-Tankstellen

geplant sind. Bis zum Jahresende

sollen deutschlandweit 41 Wasserstofftankstellen

ihren Betrieb aufgenommen

haben; Ende 2018 sollen es schon 100 sein.

Das weitmaschige Tankstellennetz lässt

das Thema Reichweitenangst zumindest bei

Mirai-Neulingen aufkommen. Die Möglichkeiten,

dass beim Tanken etwas nicht so

läuft, wie man es sich vorgestellt hat, sind

vielfältig: eingeschränkte Öffnungszeiten,

Tankanlagen, die nicht genügend Druck für

das Volltanken liefern, oder im schlimmsten

Fall der Totalausfall einer Zapfsäule.

Leider musste ich während der Betankungen

alle Fälle erleben.

Wenn jetzt der ein oder andere Taxiunternehmer

aus all dem den Schluss zieht:

„Zu wenig Platz, keine Tankstellen und viel

zu teuer“, dann kann ich nicht ganz

widersprechen.

Jedoch bin ich sicher, dass der Mirai auf

einer anderen Ebene bei Unternehmern

und Fahrgästen punkten kann: Die

Emis sionsfreiheit, seine komplette Ausstattung

sowie seine Exklusivität machen den

Mirai zu einem echten Hingucker auf der

Straße. Deshalb meine Bitte: Der Mirai und

vor allem die Brennstoffzellentechnologie

haben eine Chance verdient – erst recht,

wenn die Stadt dieses Auto fördert. sg

TECHNISCHE DATEN

Leistung (Elektromotor): 113 kW

(154 PS)

Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h

Beschleunigung von 0 auf 100 km/h:

9,6 Sekunden

Antrieb: Frontantrieb

Reichweite elektrisch: 500 km

(nach Herstellerangaben)

Brennstoffzellen-Fahrzeug mit

Akku und Elektroantrieb; die

Brennstoffzelle liefert die Energie

für den Fahr-Akku; Fahrzeug wird

mit Wasserstoff betankt

Ladezeit: ca. 5 Minuten für

H2-Tankvorgang

Leergewicht: 1 925 kg

Emission CO 2 : 0 g/100 km,

Voraussetzung: Wasserstoff, der mit

Strom aus regenerativen Quellen

hergestellt ist, sonst 121 g CO 2 /km

Kaufpreis: ca. 66 000 Euro netto

Taxipaket: 1 290 Euro netto

Auslieferungspaket: 840,43

Euro netto

Versicherung: Toyota bietet die

Vermittlung von speziellen Tarifen an

TAXI DEZEMBER / 2017

33


ELEKTROTAXIS

MÜNCHNER

E-TAXI-TAG

LÄDT EIN ZU

PROBE FAHRTEN

Ende Februar veranstalten Taxi Times und

der ADAC Südbayern eine Infoveranstaltung

mit Vorträgen, Podiumsdiskussion und

Testfahrten mit diversen E-Fahrzeugen.

Man stelle sich vor, jemand verschenkt

Geld und keiner nimmt

es. So könnte man das bezeichnen,

was aktuell im Münchner Taxigewerbe

passiert. Seit September können

Unternehmer, die auf ein Elektro- oder

wasserstoffbetriebenes Taxi umsteigen,

bis zu 40 Prozent der

Anschaffungskosten

beim Umweltreferat

der Stadt München

geltend machen. Doch

kaum einer hat bisher

einen Förderantrag

gestellt.

Die Gründe sind

vielschichtig: geringe

Modellauswahl, Konflikte

bei bestimmten Modellen mit dem

Eichrecht, Einschränkungen bei der Reichweite,

mangelhafte Lade-Infrastruktur.

Doch bei all diesen Punkten gibt es Fortschritte.

Die Zahl der Anbieter steigt, das

Eichrecht wurde modifiziert, die Reichweiten

wachsen und die Zahl der Ladesäulen

»Die Stadt fördert

die Anschaffung

von Elektro-Taxis

bis maximal

40 Prozent.«

nimmt zu. Parallel dazu wird im Februar

auf höchster Verwaltungsgerichtsebene

entschieden, ob Kommunen im Zuge

ihrer Luftreinhaltepläne nicht doch noch

Dieselfahrverbote aussprechen müssen.

Der Taxi Times Verlag wird all diese

Punkte bei einer gemeinsamen Veranstaltung

mit dem ADAC

Südbayern beim

1. Münchner E-Taxi-

Tag am 27. Februar

von 10 bis 16 Uhr

auf der Tagesordnung

haben. Die Hersteller

bieten Probefahrten in

ihren Elektromodellen

an, die Batterietechnik

und Platzierung

können auf der Hebebühne begutachtet

werden, Anbieter rund um die Elektromobilität

zeigen ihre Produkte. Parallel dazu

finden Infovorträge zum Thema sowie eine

Podiumsdiskussion statt. Der Eintritt

ist kostenlos, Anmeldung bitte unter

e-taxi@taxi-times.taxi.

jh

IMPRESSUM

Verlag

taxi-times Verlags GmbH,

Frankfurter Ring 193 a

80807 München, Deutschland

Telefon: +49 (0)89 / 14 83 87 91

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Redaktion (tt)

V.i.S.d.P.: Jürgen Hartmann (jh),

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68-200 Żary, Polen

Erscheinungsweise 6 x pro Jahr

Heftpreis 3,50 €, ISSN-Nr.: 2367-3850

Weitere Taximagazine aus dem Verlag:

Taxi Times DACH

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Sinne des Presserechtes selbst verantwortlich

sind.

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34

DEZEMBER / 2017 TAXI


Das Taxi-Team der Mercedes-Benz Niederlassung

München bedankt sich für Ihr Vertrauen, wünscht

Ihnen ein frohes Fest und ein erfolgreiches 2018.

Ferdi

Yilmaz

Nicolas

Schlayer

Daniel

Schneckenaichner

Herbert

Härtl

Maximilian

Rochelsberg

Alfio

Nicotra

Peter

Walbrun

Patrick

Rosenbaum

Michael

Marx

Thomas

Eisenbeiss

Mathias

Knobloch

Christian

Schmidkonz

Bernhard

Zindler

Andreas

Zink

Marcel

Weinert

Massimiliano

Stagnitta

Robert

Ivanovic

Robert

Humpl

Thomas

Golob

Riccardo

de Felice

Mario

Primavera

Brigitte

Walter

Anbieter: Daimler AG, Mercedesstraße 137, 70327 Stuttgart

Partner vor Ort: Daimler AG, vertreten durch Mercedes-Benz Vertrieb PKW GmbH, Niederlassung München, Taxi-Center Landsberger Straße,

Landsberger Straße 382, 80687 München; Verkauf – Unsere Taxibeauftragten beraten Sie gern: Alfio Nicotra,

Thomas Eisenbeiss 0 89 12 06 13 24, Massimiliano Stagnitta 0 89 12 06 17 08, Brigitte Walter; www.mercedes-benz-muenchen.de

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