Stahlreport 2017.12

markushuneke

72. Jahrgang | Dezember 2017

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

12|17

Letzte Potenziale heben – Endspurt in einem guten Jahr


Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Dipl.-Ing. Jochen Adams

Dr. rer. nat. Peter Drodten

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Dr. rer. nat. Peter Drodten

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Bundesverband Deutscher Stahlhandel

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BDS AG – Bundesverband Deutscher Stahlhandel – www.stahlhandel.com


Letzte Potenziale heben –

Endspurt in einem guten Jahr

EDITORIAL

INHALT

Liebe Leserinnen und Leser,

ein insgesamt gutes Jahr für den Stahlhandel

neigt sich dem Ende zu. Über die meisten

Produkte hinweg haben sich die Zahlen

2017 nach oben entwickelt (genauer nachzulesen

in der monatlichen Statistik des BDS-

Research auf S. 34/35). Nach einer vorher

längeren Durststrecke tut dieser positive Verlauf nicht nur den

Bilanzen gut, sondern auch den Gemütern. Jetzt heißt es für die

letzten Wochen und Tage des Jahres nochmal die erforderlichen

Kräfte sammeln, letzte Vorhaben zu Ende zu bringen, und dann

in der verdienten Weihnachtsruhe und über den Jahreswechsel

durchzuatmen. Das nächste Jahr bringt dann neue Herausforderungen.

Auch 2018 wird die Branche das Dauerthema Digitalisierung

begleiten. Dass die Diskussion darum mittlerweile viel an Aufgeregtheit

verloren hat und sich mehrheitlich zu einem am Sachlichen

orientierten Gespräch entwickelt hat, war auf der diesjährigen

BlechExpo zu beobachten, die Anfang November in

Stuttgart stattgefunden hat (siehe Beiträge ab S. 24). Durch die

Bank standen Vernetzung und Digitalsierung zum Beispiel auf

dem Messeprogamm der Stahlhersteller, die in Stuttgart den

Stand ihrer Projekte und Entwicklungen dazu in greifbaren Ergebnissen

präsentierten (S. 26). Was die Digitalsierung für den Stahlhandel

bedeutet, hat Oliver Ellermann, BDS-Vorstand, auf dem

ExpertenTreff am ersten Messetag deutlich gemacht: angesichts

der Produkt- und Anarbeitungsvielfalt und der immer noch gängigen

Bestellabläufe ein hochkomplexer Prozess, für den stabile

digitale Prozesse noch nicht wirklich absehbar sind (S. 30).

Ein Thema 2017 war auch die Diskussion um die für die Elektroroute

wichtigen Graphitelektroden. Einen Überblick dazu

finden Sie auf S. 18. Für viele Unternehmen wird der Datenschutz

immer wichtiger. Wann die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten

für Unternehmen angezeigt ist, können Sie im Beitrag

auf S. 38 lesen – neben vielen hoffentlich weiteren interessanten

Beiträgen in diesem Stahlreport.

Wie immer viel Vergnügen und Informatinoszuwachs beim Lesen

– und eine besinnliche Weihnachtszeit sowie schon jetzt einen

guten Rutsch,

wünscht

Markus Huneke

PERSÖNLICHES

4 Kurznachrichten

STAHLHANDEL

6 Stahlkontor GmbH – Der Kapitän geht von Bord

7 Stahlo auf der Blechexpo

STAHLVERARBEITER

12 Neues Schweißverfahren reduziert Rissbildung

13 LagerTechnik Hahn & Groh: hoch gestapelt

STAHLPRODUKTION

8 Wuppermann fokussiert sich Kernbereich

10 Starke Bleche für Extremeinsätze

ANARBEITUNG & LOGISTIK

14 Stuttgarter Säge-Tagung: Es geht nicht nur ums

Sägen

15 Neue Oberfläche für eNVenta ERP

16 Coils sicher handhaben

17 Studie: Logistik wandelt sich nur langsam

WERKSTOFFE

18 Graphitmarkt im Ungleichgewicht

20 Nachhaltigkeit im Stahlhochbau: Potenziale nutzen

MESSEN UND MÄRKTE

Blechexpo

24 Stahlhersteller auf der Blechexpo: Digitalisierung,

Produktentwicklung und gute Ideen

26 Rückschau auf die Blechexpo

28 Trumpf errichtet intelligente Fabrik

30 stahlnews-ExpertenTreff: Daten, Daten, Daten

32 Metav, Baufachtage West 2018, uvm.

BDS

34 Research: Stabile Entwicklung

36 Berufsbildung: Digitalisierung auf dem Vormarsch

37 Berufsbildung: Karrierechancen im Stahlhandel

38 Recht: Der betriebliche Datenschutzbeauftragte

VERBÄNDE UND ORGANISATIONEN

40 u.a. BME-Symposium, Deutscher Handelskongress,

Deutscher Verzinkerpreis

LIFESTEEL

48 Sanierung der Neuen Nationalgalerie in Berlin

50 Impressum

Stahlreport 12|17

3


Persönliches

Kurznachrichten

Jens Michael Wegmann

ist vom Aufsichtsrat der Klöckner & Co SE

zum Mitglied des damit erweiterten Vorstands

bestellt worden und nimmt darin seit

dem 1.12.17 die neu geschaffene Position des

Chief Operating Officers des Konzerns ein.

Der Neue war zuletzt Vorstandsvorsitzender

der thyssenkrupp Industrial Solutions AG.

Zuvor hatte er mehrere Führungspositionen

bei Siemens inne und verantwortete dort u.a.

den Bereich Industry Solutions als CEO.

Olaf Scholz

unterstützt die NORTEC, Fachmesse für Produktion,

in Hamburg als Schirmherr. Zur

nächsten Präsentation in den Hamburger

Messehallen werden vom 23.-26.1.18 über

400 Aussteller und mehr als 12.000 Besucher

erwartet. Ein Highlight soll die Premiere der

Regionalkonferenz der vom Bundesministerium

für Wirtschaft und Energie geförderten

Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren sein. Der

Stahlreport wird berichten. Bernd Aufderheide,

Vorsitzender der Geschäftsführung der

Hamburg Messe und Congress GmbH, freut

sich über die prominente Schirmherrschaft

durch den Ersten Bürgermeister. „Die Bekundung

von Olaf Scholz

zur NORTEC ist für

uns ein starkes Signal

und ein Indiz

dafür, dass wir auch

nach 30 Jahren die

Bedürfnisse der

Branche kennen und

befriedigen können.

In Zeiten von Industrie

4.0 bieten wir klein- und mittelständischen

Unternehmern praxisnahe Lösungen

und Antworten auf ihre individuellen Fragen

rund um die Digitalisierung des eigenen

Betriebs.“

Foto: Messe Hamburg

Karen Thomas

ist tot. 52-jährig starb die Geschäftsführende

Gesellschafterin der Thomas Eisenhandel

GmbH Mitte November in Bonn. Ihren beruflichen

Weg im Unternehmen hatte die Verstorbene

stets eng mit ihrem Engagement in der

Branche verbunden. So trauern auch viele

Kolleginnen und Kollegen aus anderen Unternehmen

gemeinsam mit der Familie von

Karen Thomas und dem Team des gleichnamigen

Bonner Stahlhandels.

Erwin Flender

ist als BDG-Präsident für weitere drei Jahre in

diesem Amt bestätigt worden. Anfang November

hatten sich im Haus der Gießerei-Industrie

in Düsseldorf die Bereichs vorstände Wirtschaft

und Technik des Bundesverbandes der

Deutschen Gieße rei-Industrie (BDG) getroffen,

um u.a. das Präsidium

des Verbandes

neu zu wählen. Der

65-jährige Unternehmer

Dr. Erwin Flender

bekleidet das

Spitzenamt seit 2012

und ist gleichzeitig

Hauptgeschäftsführer

des Vereins Deutscher

Gießereifachleute

e.V., Düsseldorf. Der BDG vertritt die

Interessen von rund 600 Eisen-, Stahl- und

Nichteisen-Metallgießereien mit ca. 80 000

Mitarbeitern. Die Gießerei-Industrie ist überwiegend

mittelständisch strukturiert.

Foto: DGB

Horst Kottemeyer und

Hermann Grewer

sind vom Verband Verkehrswirtschaft und

Logistik Nordrhein-Westfalen mit neuen

Ämtern betraut worden. Anlässlich der Delegiertenversammlung

wurde Horst Kottemeyer

zum neuen Vorsitzenden gewählt, und Hermann

Grewer wurde aufgrund seiner Lebensleistung

für die Logistik zum Ehrenvorsitzenden

ernannt.

Foto: BDS

24 Fernstudentinnen und Fernstudenten

aus dem Stahl- und Metallhandel konnten sich Ende November in Rösrath über die Zwischenprüfung

zu den Themen der Wirtschaft freuen – 71 von 72 Teilprüfungen sind gelungen.

Jetzt steht für die 24-köpfige Gruppe das Methodische an; wozu auch die Anfertigung

einer Studienarbeit gehört; meist zu einer Aufgabe aus dem eigenen Unternehmen. Die

technischen Themen waren bereits im vergangenen Jahr behandelt worden. Die Abschlussprüfung

zu diesem dreijährigen Studiengang zur Betriebswirtin/zum Betriebswirt ist für die

Zeit vom 24.-27.6.18 in Karlsruhe geplant. Für dieses Fernstudium, das sich kompetenzund

handlungsorientiert an den Deutschen Qualifikationsrahmen anlehnt und von der

Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zugelassen ist, arbeiten der Bundesverband

Deutscher Stahlhandel (BDS), der Verband Deutscher Metallhändler (VDM) und der Wirtschaftsverband

Großhandel Metallhalbzeug (WGM) zusammen.

Martin Ballwag

hat zum 31.10.17 sein Amt als Geschäftsführer

des Online-Metallhandelsunternehmens

Mapudo GmbH niedergelegt. Der Mitbegründer

will sich privat und beruflich neuen

Herausforderungen stellen. An der Spitze des

Düsseldorfer Händlers stehen künftig Sebastian

Grethe, Niklas Friederichsen, Markus

Weiland und – als Neuer im Team – Christian

Sprinkmeyer.

Johannes Röhr

war bereits Mitte Oktober von den Delegierten

des Landesverbandes Möbelspedition &

Logistik im VVWL (Verband Verkehrswirtschaft

und Logistik) NRW e.V. für sein unermüdliches

ehrenamtliches Engagement

zugunsten seiner Branche mit einstimmigem

Votum zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden.

Außerdem gab es Vorstandswahlen.

Bestätigt wurden Dr. Martin Ahnefeld (Min-

4 Stahlreport 12|17


Foto: Köstner

den), Hans-Peter Achnitz (Siegburg), Thomas

Düren (Bonn), Lars Kleffner (Düsseldorf),

Anton Neuhaus (Ahlen), Markus Sonnen

(Rheine), Rüdiger Stauss-Brüggemann

(Soest), Hans-Joachim Uhe (Bochum), Peter

Wortmann (Köln) und Jürgen Zantis (Alsdorf).

Udo Röhr aus Mastholte sowie Peter Kühne

aus Dortmund wurden neu in den Vorstand

gewählt. Jürgen Zantis ist erneut zum Vorsitzenden

ernannt und das Amt des stellvertretenden

Vorsitzenden erstmals Dr. Martin

Ahnefeld übertragen worden.

19 Auszubildende

haben in diesem Halbjahr ihre Lehre in der

Köstner-Firmengruppe begonnen. Für 14

junge Menschen fiel der Starschuss am 1.9.

Fünf weitere Auszubildende hatten bei der

Köstner Stahlzentrum GmbH in Plauen

bereits am 1.8. den ersten Schritt in ihr

Berufsleben begonnen. Benjamin Beranek,

Benjamin Kellermann, Nils Morchner und

Niclas Münnich werden dort zur Fachkraft für

Lagerlogistik ausgebildet. Toni Ludwig begann

seine Lehre zum Kaufmann im Groß- und

Außenhandel. Infolge der 19 Neuen hat sich

die Zahl der Auszubildenden bei Köstner stark

erhöht. In den beiden Vorjahren wurden

jeweils 13 Lehrstellen besetzt. „Damit

beschäftigt die Richard Köstner AG nun insgesamt

44 Auszubildende – ein neuer Rekord

für uns. Zusätzlich dazu konnten wir in diesem

Jahr gleich vier Lehrlinge übernehmen“,

freut sich der Personalleiter Gero Germbruch.

Die Firma Richard Köstner wurde im Jahr

1934 gegründet und wird heute in dritter

Generation von Dr. Norbert Teltschik geführt.

Christoph Feldmann

verlässt aus persönlichen Gründen nach vier

Jahren als Hauptgeschäftsführer den Bundesverband

Materialwirtschaft, Einkauf und

Logistik e.V. (BME) zum Ende des Jahres

2017 auf eigenen Wunsch. Um einen reibungslosen

Übergang abzusichern, hat Dr.

Silvius Grobosch bis auf weiteres die Aufgaben

von Dr. Christoph Feldmann übernommen.

Das teilte der Verband mit. Als Berufsund

Standesvertretung für 9.500 Mitglieder,

Foto: VDMA

die ein jährliches Beschaffungsvolumen von

mehr als 1,25 Billionen Euro repräsentieren,

ist der BME wichtiger Gesprächspartner in

Sachen Einkauf, Logistik und Supply Chain

Management sowie auch für die Politik (vgl.

Berichterstattung in diesem Heft). Dr. Feldmann

habe den BME nachhaltig saniert und

die für einen weltweit führenden Verband

erforderlichen Strukturen sowie robuste Prozesse

geschaffen, um damit die Zukunft von

Europas führendem Einkaufs- und Logistikverband

zu sichern.

Franz-Josef Paus

ist zum Vorsitzenden des VDMA-Fachverbands

Bau- und Baustoffmaschinen gewählt

worden. Der 55-Jährige, Geschäftsführender

Gesellschafter der Hermann Paus Maschinenfabrik

GmbH, Emsbüren, tritt die Nachfolge

von Johann Sailer an, Geschäftsführender

Gesellschafter der GEDA-Dechentreiter

GmbH & Co KG, Asbach-Bäumenheim.

Franz-Josef Paus

erläuterte in seiner

Antrittsrede seine

Arbeitsschwerpunkte

im Verband Deutscher

Maschinenund

Anlagenbau

(VDMA). So will er

die Gemeinschaftsforschung

weiter und

stärker vorantreiben.

Insbesondere bei der Umsetzung des Industrie-4.0-Gedankens

auf Baustellen sei

gemeinschaftliche Forschung wichtig, um

die Innovationspotenziale der einzelnen Mitgliedsfirmen

und des ganzen Sektors zu

unterstützen. Die Digitalisierung werde die

Bau- und Baustoffmaschinenindustrie in den

nächsten Jahrzehnten tiefgreifend verändern.

„Da kommen immense Herausforderungen

auf uns zu“, sagte Paus.

Peter Gutzmer

ist vom Vorstand der Forschungsvereinigung

Verbrennungskraftmaschinen (FVV) zum

neuen Vorsitzenden gewählt worden. Prof.

Dr. Gutzmer ist stellvertretender Vorsitzender

des Vorstands und Vorstand Technologie

der Schaeffler AG. Er löst Dr.-Ing. Georg

Pachta-Reyhofen (vormals Vorstandsvorsitzender

der MAN SE und Aufsichtsratsvorsitzender

der MAN Diesel & Turbo SE) ab, der

seit 2001 dem FVV-Vorstand angehörte und

ihn seit 2010 leitete. Gutzmer studierte an

der Universität Stuttgart Maschinenbau und

promovierte in der

Fachrichtung Verbrennungsmotoren.

Nach sechs Jahren

Forschungsaktivitäten

am Forschungsinstitut

für Kraftfahrwesen

und

Fahrzeugmotoren

Stuttgart (FKFS)

startete er 1984 seine berufliche Karriere

bei Porsche. In seiner letzten Position leitete

er dort das Projektmanagement und die

Fahrzeugentwicklung. Außerdem war er

stellvertretender Entwicklungsvorstand.

Anja Renner sowie Marcel

Lauscher und Johannes

Walterbusch

sind mit dem Georg Donges-Preis ausgezeichnet

worden. Die mit 6.000 € dotierte

Auszeichnung ging damit an drei Studierende

der Technischen Universität Darmstadt.

Das traditionsreiche Darmstädter

Stahlbauunternehmen hatte den Förderpreis

bereits anlässlich seines 125-jährigen Firmenjubiläums

im Jahr 1977 gestiftet. Er

dient der Erinnerung an den Gründer Georg

Theodor Donges und wird alle zwei Jahre für

hervorragende wissenschaftliche Arbeiten

auf dem Gebiet des Stahlbaus vergeben.

Jan Gelderland

wird neuer Leiter der Geschäftsführung von

Ertsoverslagbedrijf Europoort C. V. (EECV) im

Rotterdamer Hafen. Der 60-Jährige nimmt

seine neue Aufgabe mit Wirkung ab 1. Januar

2018 wahr. Am EECV-Terminal werden jährlich

rund 30 Mio. Tonnen Eisenerz und Kohle

umgeschlagen. Gelderland tritt die Nachfolge

von Peter Pesselse als CEO an und leitet das

Unternehmen gemeinsam mit COO Burkhard

Decker. Darüber hinaus übernimmt er auch

die Geschäftsführung von thyssenkrupp

Veerhaven B. V. (Brielle bei Rotterdam).

Hauptaufgabe der Schubfahrt-Reederei ist

der Transport von Erz und Kohle von Rotterdam

nach Duisburg

zur dortigen Stahlproduktion.

Im Rotterdamer

Hafen

Europoort betreibt

EECV (ca. 300 Mitarbeiter)

eine der größten

Massengutumschlagsanlagen

Europas.

Foto: FVV

Foto: thyssenkrupp

Stahlreport 12|17

5


Stahlhandel

Nachrichten

Verabschiedung von Reinhard Niebrügge

Der Kapitän geht von Bord

Nach 19 ereignisreichen Jahren als

geschäftsführender Gesellschafter der

Stahlkontor GmbH tritt Reinhard Niebrügge

Ende des Jahres in den Ruhestand. Etwa 80

geladene Gäste aus den Reihen der Kunden,

Lieferanten und von Verbänden verabschiedeten

den „Stahlhändler mit Leib und Seele“

im Rahmen einer Festveranstaltung in den

Hallen der L. Lingemann Stahlgroßhandel

GmbH und der Stahlkontor GmbH in Bad

Oeynhausen. Sichtlich bewegt bedankte

sich der geschäftsführende Gesellschafter

beider miteinander verbundenen Unternehmen,

Lorenz Lingemann, bei Reinhard Niebrügge

für dessen großen Verdienste während

der gemeinsamen Schaffenszeit.

Foto: L. Lingemann Stahlgroßhandel GmbH

Lingemann selbst wird zukünftig ebenfalls

weniger im operativen Geschäft tätig sein,

sich aber weiterhin um die Geschicke und

besonders die Finanzen des Unternehmens

kümmern. Dies war bisher das Metier seiner

Ehefrau Heidrun Lingemann, die ebenfalls in

Zukunft kürzertreten und die Geschäftsführung

der Stahlkontor GmbH zum Jahresende

abgeben wird.

Übernehmen werden das Steuer ab dem

kommenden Jahr Mike J. Schrader, der die

Geschäftsführung der L. Lingemann Stahlgroßhandel

GmbH übernehmen und Detlef

Schwer, der als Geschäftsführer der

Stahlkontor GmbH fungieren wird. Beide

werden auch als Bevollmächtigte für die

jeweils andere Firma tätig sein. Schwer

Alte und neue

Geschäftsführung der

Firmen Lingemann

und Stahlkontor

(v.l.n.r.): Detlef

Schwer, Mike J.

Schrader, Reinhard

Niebrügge sowie

Heidrun und Lorenz

Lingemann

ist bereits seit 18 Jahren bei Lingemann

aktiv, Schrader seit 2016 Mitglied der

Geschäftsführung des Stahlkontors.

Beiden wünschte der von Bord gehende Reinhard

Niebrügge viel Erfolg. Mit den Worten

„Bleiben Sie ein verlässlicher Partner für

unsere Kunden und Lieferanten, halten Sie

Kurs aber gehen Sie auch Ihren eigenen Weg

und seien Sie offen für Neues“ übergab er das

Ruder an die zukünftigen Geschäftsführer.

OneSteel setzt auf Lager-Technologie aus Deutschland

Stahlhandel down under

Foto: Kasto

Der Stahlproduzent und -großhändler OneSteel beliefert von

seinem Distributionszentrum im westaustralischen Perth mehrere Niederlassungen

und zahlreiche Kunden im gesamten Bundesstaat. Um

das umfangreiche Sortiment aus Rund-, Stab- und Rohrmaterialien effizient

aufzubewahren und transparent zu verwalten, setzt das Unternehmen

auf ein automatisches Lagersystem von KASTO.

Von der Mine bis zum Endkunden: So lässt sich das Portfolio von

OneSteel zusammenfassen. Das australische Unternehmen ist einer

Im australischen Stahlhandel sieht es auch nicht anders aus als hier – zumindest

in der Werks halle von OneSteel: Dort wird das Langgut in einem KASTO-Wabenlager

vom Typ UNICOMPACT aufbewahrt.

der führenden Stahlproduzenten und -händler des Kontinents. Als

Teil der Arrium Mining & Materials Group deckt der Spezialist sämtliche

Prozessschritte in Eigenregie ab – vom Eisenerzabbau über

Metallurgie, Gießen und Umformen bis zu Distribution und Verkauf.

OneSteel Metalcentre ist landesweit mit 50 Standorten vertreten,

beschäftigt rund 850 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz

von mehr als 700 Mio AUD im Jahr.

Das Distributionszentrum in der westaustralischen Hauptstadt Perth

ist für das Unternehmen eine wichtige Drehscheibe: Von hier aus

versorgt OneSteel Metalcentre nicht nur zahlreiche Kunden, sondern

auch mehrere Filialen im gesamten Bundesstaat. Rund 8.000 t verschiedener

Stahlprodukte warten hier auf ihre Auslieferung zu Bauunternehmen,

Werften, Maschinen- und Anlagenbauern oder auf die

Weiterreise in eine der zahlreichen Zweigstellen. „Wir liefern nicht

nur höchst unterschiedliche Mengen, sondern auf Wunsch auch justin-time“,

erklärt Andrew Cosgrove, National Operations Manager bei

OneSteel. „Transparenz und Effizienz in der Lagerhaltung sind für

uns daher unabdingbare Voraussetzungen.“

Den Stahl bezieht OneSteel Metalcentre aus den eigenen Werken –

ein Großteil davon als Rund-, Stab- und Rohrmaterial. Dieses

bewahrt das Unternehmen in einem Wabenlager vom Typ UNICOM-

PACT des deutschen Lagertechnik-Spezialisten KASTO auf. Für einen

effizienten und transparenten Materialfluss sorgt zudem die Lagerverwaltungs-Software

KASTOlvr.

6 Stahlreport 12|17


Absatzradius soll sukzessive

erweitert werden

Weyland baut Produktbereich

Rohre aus

Foto: P.E. Schall GmbH & Co KG

Stahlo präsentiert Portfolio auf der BlechExpo

Starke Produkte und Services vom laufenden Band

Stahlo-Messestand auf der BlechExpo 2017: Von Trapezen über Konturen bis hin zu Spaltband haben

sich Fachbesucher über das Sortiment des Stahl-Service-Centers informiert.

Auf 230 m2 hat die Stahlo Stahlservice

GmbH u. Co KG auf der BlechExpo 2017

Highlights aus dem Produktportfolio gezeigt.

Fachbesucher konnten sich auf dem Messestand

von Trapezen über Konturen bis hin zu

Spaltband und Zuschnitten verschiedener

Größen detailliert über das Sortiment des

Stahl-Service-Centers informieren.

„Für Stahlo ist die BlechExpo eine der wichtigsten

Messen. Wir waren in Stuttgart mit

unserem kompetenten Team und einem

starken Produkt- und Serviceportfolio vor

Ort. Schnelle Verfügbarkeit und punktgenaue

Lieferung sind nur zwei Beispiele, wie

wir unseren Kunden den größtmöglichen

Nutzen bieten. Auf unserem Stand konnten

sie sich über ihre individuellen Anliegen,

Ideen und mögliche Angebote austauschen“,

sagte Guido Spenrath, Geschäfsführer

von Stahlo.

Stahlo ist eines der größten werksunabhängigen

Stahl-Service-Center Deutschlands.

Das Unternehmen betreibt zwei hochmoderne

Produktionsstandorte in Dillenburg

und Gera, der Ein- und Verkauf ist zentral

organisiert. Zugute komme den Kunden,

dass Stahlo durchgängig mit den neuesten

Softwarelösungen von SAP arbeitet.

In den vergangenen Jahren ist Stahlo stark

gewachsen. Jetzt soll dem Wachstum am

Standort Gera mit weiteren Investitionen

Rechnung getragen werden. Stahlo baut

dort eine 22.000 m 2 große neue Produktionshalle:

„Der Zuschnitt des bisherigen

Geländes reichte für die geplante Hallengröße

nicht aus“, so Spenrath.

„In Zusammenarbeit mit der Stadt Gera

haben wir eine Möglichkeit gefunden, Flächen

hinzuzukaufen, so dass wir jetzt auf

einer Gesamtfläche von 45.000 m 2 bauen

können.“ Damit soll die Produktionsmenge

auf über 300.000 t pro Jahr verdoppelt werden.

Geplant sind außerdem 45 Neueinstellungen

für das neue Produktionswerk. Rund

45 Mio € investiert Stahlo insgesamt in das

Projekt. Zusammen mit dem Werk in Dillenburg

kann Stahlo dann auf eine Produktionskapazität

von mehr als 600.000 t

zurückgreifen. Das Werk in Dillenburg ist

das Heimatwerk des Unternehmens.

Foto: Weyland GmbH

Die österreichische Weyland GmbH

hat ihr Segment Rohre erweitert. Das

Unternehmen hat sich dabei verstärkt auf

die Vermarktung von Hohlprofilen nach EN

12019/10210 fokussiert – speziell auf

warmgefertigte Hohlprofile nach EN 10210

in rund und vierkant. Auch das Lagerprogramm

im Bereich Stahlrohre nahtlos EN

10210/10216, doppelt zertifiziert, sowie im

Bereich geschweißte Stahlrohre nach EN

10219/ 10217, ebenfalls doppelt zertifiziert,

wurde erweitert, teilte das Unternehmen

anlässlich der Messe Blechexpo Anfang

November mit.

Besonderes Augenmerk liege dabei auf der

Neukundenakquise. Zunächst konzentriere

man sich auf das angestammte Verkaufsgebiet

in Österreich, Bayern, Tschechien und

Kroatien. Der Verkaufsradius von ca. 600

km soll aber in den kommenden Jahren

erweitert werden.

Die familiengeführte Weyland GmbH ist

eines der drei Gründerunternehmen der

SLC Stahl Logistik Center GmbH, Wien. Mit

der Jepsen Stahl GmbH, Nittendorf, und der

H-Metall GmbH, ebenfalls Wien, hat Weyland

vor rund zehn Jahren das Stahl-Service-Center

SLC Stahl Logistik im Wiener

Donauhafen Lobau gegründet. Das Service-

Center verarbeitet sämtliche Baustahlgüten

bis hin zu hochfesten Stahlwerkstoffen.

Warmgewalzte Stähle können auf eine

Länge von maximal 18 m bei einer Breite

von höchstens 2,10 m und einem Paketgewicht

bis zu 2 t/m² zurechtgeschnitten werden.

Vor gut einem Jahr hat die SLC zudem

in ein modernes Richtaggregat für Warmbreitband

investiert. Zuletzt habe das Unternehmen

seinen Abnehmerkreis in Deutschland

bereits deutlich ausbauen können.

Die österreichische Weyland GmbH mit Sitz

in St. Florian am Inn (nahe Passau) hat ihre

Produktbereich Rohre ausgebaut.

Stahlreport 12|17

7


Stahlverarbeiter

Berichte

Neues Schweißverfahren für hochfesten Panzerstahl entwickelt

DLHP-Schweißen reduziert Rissbildung

Stahlkontor, in Hagener ansässiger Spezialist für die Verarbeitung hochfester Stähle, hat ein neuese Schweißverfahren

für Panzerstähle entwickelt und zum Patent angemeldet. Durch den „Doppel-LaserHybrid-Prozess (DLHP®)“ reduzieren

sich im Schweißnahtbereich laut Stahlkontor nachweislich die Risiken für Rissbildung und Bruchgefahr unter Belastung.

Das geprüfte, vollmechanisierte Verfahren eignet sich für die sichere, schnellere und wirtschaftlichere Fertigung von

Teilen und Komponenten unter anderem für gepanzerte Fahrzeuge, für Schienenfahrzeuge, Türsysteme und Fassaden -

elemente aus hochfesten Stählen.

Härteverlaufsprobe eines DLHP-geschweißten Panzerstahls, 4 mm (links) im Vergleich zum MAG-geschweißten

Panzerstahl, 4 mm (rechts)

[ kontakt ]

Stahlkontor GmbH &

Co. KG

58135 Hagen

Tel: +49 2331 9030-0

www.stahlkontor.de

Beim Doppel-LaserHybrid-

Prozess (DLHP) wird das simultane

Laser-/MAG-Schweißen mit einer

speziellen induktiven Wärmebehandlung

des Stahls kombiniert. Norm-

Prüfungen belegen: die mechanischtechnologischen

Werte DLHP-geschweißter

Panzerstahlbleche übertreffen

die Werte konventionell

geschweißter Probekörper gleichen

Materials. Das vollmechanisierte

DLHP-Schweißen sei zudem in Abhängigkeit

von der Materialstärke um

ein mehrfaches schneller als manuelles

MAG-Schweißen, so das Unternehmen.

Zeit- und kostenintensive

Nacharbeiten wie Richten und Einebnen

der Schweißnähte würden deutlich

reduziert oder ganz entfallen.

Entwickelt von

Panzerstahl-Spezialisten

Mit den anwendungs- und werkstoffspezifischen

Besonderheiten

beim Verarbeiten von hochfesten

Stählen ist Stahlkontor seit den frühen

1990er-Jahren vertraut. Die Auftragsfertigung

für Kunden aus den

Bereichen Wehrtechnik, Flugzeugund

Schienenfahrzeugbau sowie

diverser ziviler Sicherheitsanwendungen

führte zu einer Spezialisierung

des Stahlverarbeiters, die mit

dem Zuschneiden begann und mittlerweile

bis zur Fertigung komplexer

Baugruppen aus Panzerstählen

reicht. Heute fertigt Stahlkontor Bauteile

und Baugruppen weitgehend

in einem von Normen, Bauteilprüfungen

und kundenspezifischen Vorgaben

geprägten Auftragsumfeld,

in dem oft eine vollständige Dokumentation

mit Rückverfolgbarkeit

sämtlicher Verarbeitungsschritte

vom Vormaterial bis zum fertigen

Teil gefordert ist.

Schweißnaht als Achillesferse

Bei der schweißtechnischen Verbindung

von Panzerstählen (Härtewerte

>380 Brinellhärte (HBW)) zu Bauteilen

zum Beispiel für gepanzerte

Fahrzeuge wurden bislang durch

MAG-Schweißen Ergebnisse erzielt,

die außerordentlichen Belastungen

durch Anspreng- und Beschussprüfungen

anforderungskonform standhielten.

Doch unter dem hohen lokalen

Wärmeeintrag im Bereich der

Schweißnaht entsteht eine „Schwachstelle“,

die unter erhöhter Belastung

zu Rissbildung und Bruchgefahr führen

kann.

Um diese negativen Einflüsse zu

mindern, werden längere Nähte

„alternierend“ geschweißt: Die

Schweißnaht entsteht über häufiges

Ansetzen an unterschiedlichen

Punkten des Bauteils. Häufige

Schweißnahtansätze bringen jedochvermehrt

Bindefehler mit sich, die

negative Einflüsse auf die Schutzwirkung

haben können. Zudem leidet

die Bauteilqualität durch die häufige

Erwärmung im Hinblick auf

Formstabilität. In der Regel erfolgt

im Anschluss ein zusätzlicher Richtprozess,

um die erwünschte plane

Form des Bauteils herzustellen.

DLHP-Schweißen – gleichbleibend

und reproduzierbar

Stahlkontor hat sich daher in den

letzten Jahren intensiv mit Alternativen

zum MAG-Schweißen von Panzerstählen

und hochfesten Feinkornbaustählen

auseinandergesetzt. Der

dabei entwickelte Doppel-LaserHybrid-Prozess

ist das Ergebnis: ein

gleichbleibender, reproduzierbarer,

vollmechanisierter Prozess mit

lückenloser Dokumentation sämtlicher

Schweißparameter.

Verhalten bei Anspreng- und

Beschussprüfungen

Kernanforderung ist aber die Sicherheit

der Bauteile. Daher waren die

Materialtests der mit diesem Verfahren

gefertigten Bauteile maßgeblich.

Dabei wiesen MAG-geschweißte

Bauteile deutlich eher Rissbildungen

in der Wärme-Einflusszone auf,

als das DLHP-geschweißte Bauteil.

Das von Stahlkontor entwickelte

DLHP-Schweißverfahren befindet

sich derzeit in der finalen Phase der

Patentanmeldung und -prüfung. Eine

Integration der neuen Technologie

in die Serienproduktion ist am Produktionsstandort

von Stahlkontor

für Ende 2017 geplant. 2

8 Stahlreport 12|17


Kombinierter Blechlagerturm beschleunigt

Produktionsabläufe

Hoch gestapelt und

ununterbrochen verfügbar

Vorhandenen Raum optimal nutzen und zugleich Produktionsabläufe

beschleunigen: Mit einer Kombination aus Schubfachregal

und Blechlagermagazin erreicht die TAM Thüringer Agrartechnik

und Maschinenbau GmbH mehr Effizienz im Laserschneiden

großformatiger Bleche. Das kundenspezifisch angelegte

Regalsystem von LagerTechnik Hahn & Groh sorgt dafür, dass

im Schubfachregal immer ausreichend Blechpakete bereitstehen

und die Schneid maschine auch bei umfangreichen Arbeiten

unterbrechungsfrei bestückt werden kann.

Foto: LagerTechnik Hahn & Groh GmbH

TAM mit Hauptsitz im thüringischen

Dingelstädt liefert Geräte

und Maschinen für die Landwirtschaft,

Stahlbaukonstruktionen unterschiedlichster

Art und Größe sowie

individuell konzipierte Tor- und Zaunsysteme

für Kunden aus Industrie

und Handwerk. Um den sich fortlaufend

wandelnden Anforderungen

des Marktes, aber auch dem eigenen

Qualitätsanspruch gerecht zu

werden, setzt das Unternehmen dabei

auf den Einsatz modernster Produktionstechnik.

Bestückung bisher

nicht ohne Lücken

Zu den Highlights im Maschinenpark

von TAM zählt ein Faserlaser neuester

Bauart, der jüngst in Betrieb genommen

wurde. Die Anlage erlaubt die

Laserbearbeitung von Stahl, Edelstahl

und Aluminium mit Werkstückgrößen

bis zu 3.000 x 1.500 mm und Materialstärken

bis zu 30 mm. Das Laserschneidsystem

ist auf einen hohen

Ausstoß an geschnittenen Blechen ausgelegt

– vorausgesetzt, das benötigte

Rohmaterial steht fortlaufend zur Verfügung,

damit die Maschine unterbrechungsfrei

bestückt werden kann.

Typischerweise erfolgt die Bestückung

über ein neben der Anlage

platziertes Schubfachregal, in diesem

Fall ausgestattet mit sieben

Schubfächern für sieben Blechtafeln

unterschiedlicher Art und Größe.

Die Tafeln werden per Vakuumheber

aus den Fächern entnommen

und in die Schneidmaschine eingelegt.

Bei umfangreichen Aufträgen

muss das Schubfachregal immer wieder

mit Blechen aus dem Lagerbestand

aufgefüllt werden – dabei sind

Unterbrechungen des Produktionsablaufes

keine Seltenheit.

Nachschub gesichert

Damit der Materialnachschub nicht

so leicht ins Stocken geraten kann,

fiel die Wahl der Stahlbauer auf eine

individuelle Regalkonstruktion von

LagerTechnik Hahn & Groh: Das

Schubfachregal wurde um ein Blechlagermagazin

aufgestockt, das als

Pufferlager dient und per Gabelstapler

bestückt werden kann, ohne dass

die Entnahme von Blechtafeln aus

dem Schubfachregal eingeschränkt

wird. Sobald eine Schublade im unteren

Regal frei wird, kann – ebenfalls

per Gabelstapler – aus dem oberen

Magazinlager der benötigte Nachschub

eingelegt werden.

Mit der Lösung von LagerTechnik

Hahn & Groh stehen neben dem

Laserschneidsystem nun insgesamt

14 Lagerplätze für GF-Bleche mit

einer Größe bis zu jeweils 3.000 x

1.500 mm und einer Gesamttraglast

von 42.000 kg zur Verfügung. Und

quasi nebenbei wird der ohnehin

vorhandene Freiraum mit dem

knapp 4.300 mm hohen Blechlagerturm

nach oben hin optimal genutzt.

„Das Regalsystem für die Thüringer

Agrartechnik und Maschinenbau

GmbH macht deutlich, dass

unsere Produkte sehr präzise auf

die individuellen Kundenanforderungen

abgestimmt werden können

und ganz klar zur Effizienzsteigerung

von Produktionsabläufen beitragen“,

resümiert Ole Groh,

Geschäftsführer LagerTechnik Hahn

& Groh GmbH. 2

[ kontakt ]

LagerTechnik Hahn & Groh GmbH

21423 Winsen/Luhe

Tel: +49 4171 69068-0

www.lagertechnik-hamburg.de

Individuelle Regalkonstruktion

von

LagerTechnik Hahn

& Groh: Das Schubfachregal

wurde um

ein Blechlagermagazin

aufgestockt, das

als Pufferlager dient

und per Gabelstapler

bestückt werden

kann.

Stahlreport 12|17

9


Stahlproduktion

Bericht/Nachrichten

Foto: Wuppermann AG

Wuppermann konzentriert sich mit dem

Verkauf einiger seiner Unternehmen

sträker auf die Verarbeitung von warm -

gewalztem Bandstahl.

Lafayette übernimmt fünf Wuppermann-Gesellschaften

Wuppermann konzentriert

sich auf warmgewalzten Bandstahl

Die Wuppermann-Gruppe hat einen Verkaufsvertrag für fünf ihrer Gesellschaften unterzeichnet.

Veräußert werden sollen drei Blechbearbeitungswerke, ein Intralogistik-Unternehmen sowie

ein Spezialunternehmen für gelochte Rohre. Käufer ist die Lafayette Mittelstand Capital Ltd.

mit Sitz in Malta. Lafayette hat sich zum Ziel gesetzt, die erworbenen Unternehmen „zu einem

Champion der Branche“ weiterzuentwickeln, hieß es in einer Mitteilung.

Die drei Blechbearbeitungswerke

liegen im österreichischen

Thalgau, im tschechischen Holýšov

sowie in Herbolzheim (nahe Freiburg

i.B.). Ebenfalls in Herbolzheim

hat die Wuppermann Intralogistik

GmbH ihren Sitz, die Wuppermann

Rohrtechnik GmbH hat ihren Standort

in in Burgbernheim (nahe Nürnberg).

Die Werke beschäftigen insgesamt

über 600 Mitarbeiter.

Die Übernahme der Unternehmen

soll zum Jahreswechsel vollzogen

werden. Über die Verkaufsmodalitäten

haben beide Parteien

Stillschweigen vereinbart. Das neue

Unternehmen, geführt durch Lafayette,

soll zunächst den Firmennamen

Wuppermann beibehalten.

Fokus auf Kernbereiche

Der Verkauf ist Teil einer geplanten

strategischen Neuausrichtung von

Wuppermann. „Nach ausführlichen

Gesprächen und intensiven Verhandlungen

haben wir für die Wuppermann-Blechbearbeitung

ein neues

Zuhause gefunden. Wir vertrauen

darauf, dass Lafayette dieses

Geschäftsfeld, welches nicht mehr

zu den Kernkompetenzen von Wuppermann

zählt und damit nicht die

notwendige Aufmerksamkeit von

uns erhalten kann, langfristig wettbewerbsfähig

ausrichtet und so den

Mitarbeitern auch in Zukunft einen

sicheren Arbeitsplatz und den Kunden

eine zuverlässige Partnerschaft

und hochwertige Produkte bieten

kann“, erklärte Dr. C. L. Theodor

Wuppermann, Sprecher des Vorstands

der Wuppermann AG.

„Als traditionsreiches Familienunternehmen

treffen wir Entscheidungen

immer in Verantwortung

gegenüber den folgenden Generationen.

Unsere Expertise liegt in der

Verarbeitung von warmgewalzten

Bandstahl. Mit unserem gerade neu

eröffneten hochmodernen Werk für

Flachprodukte in Ungarn stärken

wir diese zusätzlich. Mit dem Verkauf

der Blechbearbeitungswerke

können wir uns wieder mit vollem

Einsatz auf unseren Kernbereich

fokussieren.“

Sehr gute Marktposition

Die Lafayette Mittelstand Capital

Ltd., eine eigentümergeführte Beteiligungsgesellschaft

mit dem Fokus

auf mittelständische Unternehmen

in Deutschland, Österreich und der

Schweiz, hat sich auf langfristige

Beteiligungen im Mittelstand in der

DACH-Region spezialisiert. „Wir

sehen in der Blechbearbeitung von

Wuppermann eine Unternehmensgruppe,

die zu unserer Philosophie

passt, ein produzierendes Unternehmen

mit sehr guter Marktstellung,

welches wir zu einem Champion seiner

Branche weiterentwickeln wollen.

Die Wuppermann-Gruppe hat

das Geschäftsfeld in den vergangenen

Jahren in eine gute Richtung

geführt. Dort können wir hervorragend

ansetzen und gemeinsam mit

den Mitarbeitern den Bereich weiterentwickeln“,

hieß es von Lafayette

Mittelstand Capital. 2

10 Stahlreport 12|17


Anlagenkonzept des Produktionssystems

zur additiven Fertigung

von SMS group und Additive

Industries

Grafik: sms group

Additive Industries/SMS group

Produktionssystem zur additiven Fertigung

Die SMS group und Additive Industries, ein niederländischer Spezialist für den 3D-

Druck, haben vereinbart, ein Produktionssystem zur additiven Fertigung im industriellen

Maßstab zu entwickeln und gemeinsam zu vermarkten. Hintergrund ist der wachsende

Trend zum 3D-Druck metallischer Werkstoffe in den letzten Jahren.

Mit Additive Industries und SMS group haben zwei Partner zusammengefunden, die auf die

Kerntechnologien der additiven Fertigung spezialisiert sind: die Herstellung des Metall -

pulvers und den 3D-Druck. Die Abstimmung dieser beiden entscheidenden Prozessschritte

ermögliche die Großserienfertigung von Bauteilen mit reproduzierbar hoher Qualität im

additiven Ver fahren. Das Produktionskonzept soll dabei nicht nur die Pulverherstellung und

den 3D-Druck umfassen, sondern auch die weiteren Schritte bis zur Auslieferung des fertigen

Bauteils. „Der gesamte Prozess wird auf maximale Produktivität hin ausgelegt, so dass

die additive Fertigung endlich im Serienmaßstab wettbewerbsfähig wird“, sagte Guido

Kleinschmidt, Mitglied der Geschäftsführung der SMS group.

Additive Industries gilt als einer der technologisch führenden Anbieter in der Branche.

Erstes sichtbares Zeichen der Kooperation soll ein Democenter sein, das in den nächsten

Monaten am SMS group-Standort in Mönchengladbach entsteht. In direkter Nähe zur Pilotanlage

wird ein MetalFAB1-Drucker von Additive Industries installiert, auf dem das mit der

Anlage hergestellte Pulver voll integriert verarbeitet wird.

Lech-Stahlwerke wollen

in Graphit einsteigen

Die Lech-Stahlwerke GmbH will am

Standort in Meitingen in die Produktion

von Graphitelektroden einsteigen.

Zunächst solle eine einzelne Produktionslinie

aufgebaut werden. Das Unternehmen

hatte dazu bereits im Oktober die

Erschließung eines geeigneten Geländes

beantragt, wie die Augsburger Allgemeine

berichtet. Am selben Standort hatte SGL-

Carbon vor etwa einem Jahr ihr Graphitelektrodengeschäft

an den japanischen

Chemiekonzern Showa Denko verkauft.

Neuer Spezialstahl für den Automobilbau

Leichtbaukomponenten kosteneffizient schmieden

Mit dem Spezialstahl Bainidur 1300

richten sich die Deutschen Edelstahlwerke

an eine kosteneffizienten Fertigung innovativer

Schmiedeteile. Hochfeste und duktile

Komponenten für den Automobilleichtbau

lassen sich mit dem Bainidur 1300 prozesssicher,

verzugsfrei und im Ergebnis mit

geringer Bearbeitungszugabe fertigen, verspricht

der Hersteller. Den neuen bainitischen

Werkstoff sehen die DEW als eine

zukunftsweisende Alternative zu herkömmlich

eingesetzten Stahllösungen für hochfeste

Leichtbaukomponenten.

Als Vorteile des Werkstoffs Bainidur 1300

sieht das Unternehmen der SCHMOLZ +

BICKENBACH-Gruppe eine verkürzte Prozesskette

und eine reproduzierbar hohe

Qualität der Bauteile. Zum einen sei die Verarbeitung

des bainitischen Werkstoffs vergleichsweise

einfach und kosteneffizient.

Zum anderen ermögliche man damit leistungsstarke

und innovative Leichtbaukomponenten.

Schmiedeteile aus herkömmlich eingesetzten

Vergütungsstählen verziehen sich beim

Schmieden und müssen aufwendig nachbearbeitet

werden. Werkstücke aus Bainidur

1300 können laut DEW ohne ein zusätzliches

Vergüten, ohne Verzugsrisiko und in

gleichbleibend hoher Qualität gefertigt werden.

Das gelte auch für Bauteile mit größerem

Volumen (> 60 mm rund) und erheblichen

Querschnittsänderungen. Dies sei ein

echtes Alleinstellungsmerkmal, das Bainidur

1300 auch von anderen Bainiten unterscheidet.

Foto: Deutsche Edelstahlwerke

Mit dem Spezialstahl Bainidur 1300 richten

sich die Deutschen Edelstahlwerke an eine

kosteneffiziente Fertigung hochfester

Leichtbaukomponenten.

Die durchschnittliche Festigkeit des Bainidur

1300 beträgt 1.200 MPa und kann bei

Bedarf kundenspezifisch gesteigert werden.

Eine zusätzliche Vergütung nach dem

Schmieden sei dafür nicht erforderlich.

Stahlreport 12|17

11


Stahlproduktion

Bericht

Foto: Dillinger

Rollmaschinen formen die Dillinger-Bleche bei Sif zu Halbschalen.

Sif setzt auf TM-Stahl von Dillinger

Volles Rohr

Extreme Einsatzgebiete mit arktischen Temperaturen und enormen mechanischen und dynamischen

Belastungen: So sehen die Herausforderungen in der Offshore-Industrie aus, denen Konstruktion

und Materialauswahl genügen müssen. Die Sif Netherlands bv., Hersteller von Stahlrohren für

Offshore-Anwendungen, setzt dabei auf Grobbleche von Dillinger.

Mit über 450 Mitarbeitern am

Hauptsitz Roermond und in Rotterdam

produziert Sif pro Jahr bis zu

300.000 t Stahlrohre für Offshore-

Gründungen. In den 70 Jahren seines

Bestehens hat das Unternehmen

bereits über 1.700 Offshore-Gründungen

mit Rohrlieferungen für

Jacketfertiger oder Offshorewindprojekte

realisiert. 2016 betrug der

Umsatz 400 Mio. €.

In stark automatisierten Prozessen

entstehen in Roermond in zwölf

Hallen mit fünf Fertigungslinien

rund um die Uhr Mantelschüsse.

Diese werden zu XL-Monopiles

(Großrohren) mit Durchmessern von

bis zu 11 m und bis zu 2.000 t Fertiggewicht

zusammengefügt. Für die

Jacket genannten Stahlgerüste in

der Öl- und Gasindustrie werden

typischerweise Rohre mit einem

Rohrdurchmesser von bis zu 3,5 m

eingesetzt.

TM-Bleche erlauben

größere Fertigungseffizienz

Über 100.000 t Stahl schwerpunktmäßig

thermomechanisch (TM)

gewalzte Bleche, verarbeitete Sif für

die Jacketkonstruktion der Öl- und

Gasplattform Edvard Grieg und die

Monopiles der 150 Windturbinen

von Gemini, einem der derzeit größten

Offshore-Windparks überhaupt.

Für Hersteller wie Sif sind dabei

die Verfügbarkeit großer Blechabmessungen,

hervorragende Maßund

Ebenheitstoleranzen sowie

Schweißeigenschaften, die vorab im

Werk mit einer Schweißqualifikation

bereits nachgewiesen wurden,

entscheidende Voraussetzungen für

eine wirtschaftliche Produktion.

Dillinger bedient diese Anforderungen

mit bis zu 35 t schweren

thermomechanisch gewalzten Grobblechen,

die mit Umformgraden in

Dicken bis zu 150 mm für Stahlbaugüten

beziehungsweise 110 mm für

klassischen Offshore angeboten werden.

Daneben werden auch normalisierte

sowie gequettete und angelassene

Stähle in zum Teil noch

größeren Dicken geliefert.

Schnelle Lieferungen

Die Länge der gelieferten Bleche entspricht

stets dem Umfang des geplanten

Mantelschusses, die Blechbreite

seiner Höhe. So leisten die bei Dillinger

verfügbaren großen Abmessungen

einen entscheidenden Beitrag

zur Kosteneffizienz der

Fertigung, da die Schweißarbeiten

durch die Größe der Bleche gegenüber

kleineren Blechformaten deutlich

reduziert werden können.

In enger Abstimmung mit den

Fachleuten bei Dillinger spezifiziert

Sif jedes einzelne Blech. Schnelle

Lieferungen sind dabei ein weiteres

Argument für Dillinger. Dringend

benötigte Bleche liefert der Stahlerzeuger

zum Teil sogar binnen sechs

Wochen.

Die feine Kornstruktur der TM-

Bleche gewährleistet dabei die be -

nötigten hohen Festigkeits- und

Zähigkeitswerte bei gleichzeitig ausgezeichneter

Schweißbarkeit.

Zugleich wirkt sich das deutlich

niedrigere Kohlenstoffäquivalent

der Bleceh positiv auf deren

Schweißeigenschaften aus. So müssen

sie erheblich weniger vorgewärmt

werden, was sich in entsprechend

kürzeren Abkühlzeiten und

damit höherer Wirtschaftlichkeit

widerspiegelt. 2

12 Stahlreport 12|17


RICHTUNGS-

WEISEND

IN STAHL.

VERLÄSSLICHER PARTNER,

ÜBERZEUGENDE LEISTUNGEN.

Gut gerüstet für die Herausforderungen

des mittelständischen Stahlhandels.

STAHLVERBUND PHOENIX.

Das neue Stahlkonzept der

NORDWEST Handel AG.

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Robert-Schuman-Straße 17 | 44263 Dortmund | Telefon +49 231 2222-3001 | info@stahlverbund-phoenix.com | www.stahlverbund-phoenix.com


Anarbeitung

und Logistik

Berichte

Stuttgarter Säge-Tagung 2017

Es geht nicht nur ums Sägen beim Sägen

In insgesamt 16 Vorträgen ging es auf der bereits 3. Stuttgarter Säge-Tagung des Fraunhofer

Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) um aktuelle Themen aus den

Bereichen Sägen, Sägeprozesse und damit verbundenen Gebieten. Im Fokus standen die

Themen Innovation für die Werkzeugherstellung, Digitalisierung bzw. Industrie 4.0 in der

Sägemaschine und Neuentwicklungen aus der Forschung.

Die Digitalisierung erreicht

zunehmend auch die Sägebranche,

dies wurde auf der Tagung klar.

Für den Stahlhandel ist beispielsweise

die Vernetzung der Sägemaschinen

mit der zugehörigen Lagertechnik

oder die Nutzung und

Überwachung von Prozessdaten von

Bedeutung.

Gesamten Sägeprozess vernetzen

Aktuelle Lösungen hierzu hat unter

anderem Sönke Krebber von der

KASTO Maschinenbau GmbH vorgestellt.

Für Kunden steht demzufolge

nicht mehr die optimale Sägeleistung

allein im Vordergrund.

Vermehrt gehe es um einen ganzheitlichen

Blick auf die Prozesse.

Der Schlüssel zu effizienteren

Prozessen liege dabei in der Vernetzung

aller Abläufe – von der Auftragseinlastung

und den Transport

des Materials zur Säge bis hin zur

Säge-Steuerung, gegebenenfalls einer

Roboterentgratung und der finalen

Absortierung.

Kasto hat hier bereits eine Reihe

4.0-Anwendungen entwickelt, die in

der Praxis eingesetzt werden: Von

der virtuellen Inbetriebnahme neuer

Anlagen vor dem tatsächlichen Einsatz

über ein intelligentes Energierückgewinnungs-System

in Hochregalanlagen

bis hin zur Rückkopplung

des Sägeprozesses an Produktionsdaten

in Echtzeit.

Für die Sägeautomation hat das

Unternehmen zudem eine App entwickelt,

in der Maschinendaten

kumuliert und dem Nutzer zur Verfügung

gestellt werden. Auf Basis

dieser Informationen können die

Abläufe dann optimiert werden.

Und auch, wenn die Maschinen

laufen, bringe die Vernetzung Vorteile.

So stellt Kasto seinen Kunden

im Service Datenbrillen zur Verfügung,

mittels derer Kasto-Techniker

eine Fernwartung vornehmen können.

Sägeband-Hersteller entwickeln

leistungsfähigere Bänder

Voran schreitet die technologische

Entwicklung auch bei den Herstellern

von Sägebändern und Kreissägeblättern.

Die Wikus-Sägenfabrik

Wilhelm H. Kullmann GmbH & Co.

KG zum Beispiel hat mit dem Sägeband

ARION ® die Schnittleistungen

und -zeiten bei der Hochleistungszerspanung

– etwa für den Vergütungsstahl

42 CrMoV4 – deutlich

erhöht.

Die wichtigsten Stellhebel für

die Entwickler von Sägebändern sind

die Geometrie des Bandes, die verwendeten

Werkstoffe sowie dessen

Beschichtung. Wikus nutzt bei der

Entwicklung nuer Bänder die Simulation

der Sägeprozesse. Ziel dabei

ist unter anderem, Maßnahmen zu

finden, um die Temperatur im Zerspanungsprozeß

zu senken, so Dr.

Patrik Gleim von Wikus.

Einen unkonventionellen Ansatz,

Rohre zu trennen, hat Manuel Möck,

geschäftsführender Gesellschafter

der Walter Möck GmbH, vorgestellt.

Mit den Sägeanlagen des Maschinenbauunternehmens

werden nur

die Wandungen der zu bearbeitenden

Rohre getrennt – und das Rohr

nicht mehr wie im konventionellen

Sägekonzept im ganzen Durchmesser

gesägt.

Dadurch könne deutlich präziser

und schneller geschnitten werden,

so Möck. Die Anlagen, wie der

14 Stahlreport 12|17


tubecutter, rotocutter und der giantcutter,

eignen sich vor allem für größere

Durchmesser (250–3.000 mm)

mit dünnen Wandungen.

Weitere Themen der Tagung

waren unter anderem die Vernetzung

unterschiedlicher Maschinentypen

für die Fertigung von Halbzeugen

bzw. Bauteilen (Trennjaeger

Technik GmbH) und Vorträge zur

Fertigung von Sägewerkzeugen

(IDEAL-Werk GmbH, PLATIT AG).

Den aktuellen Stand bei der Verwertung

von Nutzdaten zur Werkunterstützung

und Prozessoptimierung

zeigte Bruno De Bock von Mecha-

Logix.

Foto: Nissen & Velten

Nissen & Velten-Anwenderkonferenz 2017 im Ballsaal Berlin des Europa-Parks

Anwenderkonferenz von Nissen & Velten

Neue Oberfläche für

eNVenta ERP vorgestellt

Großes Interesse für die Nissen & Velten-Anwenderkonferenz: Ende

Oktober kamen deutlich über 200 Teilnehmer aus Deutschland,

Österreich und der Schweiz zum eNVenta-Anwenderforum in den

Europa-Park nahe Freiburg. Die Teilnehmer informierten sich

über die Weiterentwicklung von eNVenta ERP und nutzen die

Gelegenheit zum Networking. Schwerpunkte der Veranstaltung

waren E-Commerce und das neue Release eNVenta 4.

Gemeinsamen Datenstandard

entwickeln

Das Kompetenzzentrum Sägen, in

dem neben dem Fraunhofer IPA auch

das Institut für Werkzeugmaschinen

(IfW) der Universität Stuttgart

sowie das Institut für Industrielle

Fertigungs und Fabrikbetrieb (IFF),

ebenfalls Universität Stuttgart, engagiert

sind, verfolgt eine praxisnahe

Forschung rund um das industrielle

Sägen. Neben der jährlichen Konferenz

hat das Zentrum auch einen

Arbeitskreis Sägen initiiert, der dem

Ausstausch von Forschung und

Industrie dient. Aktuell sind darin

rund 20 Unternehmen beteiligt. Pro

Jahr kommt der Kreis ein- bis zweimal

zusammen, nächster Termin ist

im März 2018.

Gemeinsam mit einer Reihe von

Partnern aus der Industrie arbeitet

das Fraunhofer IPA unter dem

Titel Sawconnect zudem an einem

offenen Standard zum Datenaustausch

für Sägeapplikationen. Mit

dabei sind unter anderem Kasto,

RSA und Wikus. Die Teilnahme ist

auch für Anwender von Sägeanlagen

offen. 2

Mit der hohen Teilnehmerzahl

verbuchte die Anwenderkonferenz

von Nissen & Velten einen neuen

Rekord. Im Fokus der Veranstaltung

stand zum einen das Thema E-Commerce.

In seinem Impulsvortrag betonte

Jörg Becker, Professor für Wirtschaftsinformatik

und Informationsmanagement

an der Universität Münster, die

Wichtigkeit der engen Verzahnung

von Warenwirtschaft und Webshop

sowie die Verwendung einer konsistenten,

einheitlichen Datenbasis.

Anschließend konnten die Besucher

anhand eines Beispielprozesses

die nahtlose Kopplung des B2B-Webshops

eNVenta eGate mit dem ERP-

System verfolgen. Eine vertiefende

Breakout-Session zeigte schließlich,

wie sich mit wenigen Mausklicks individuelle

Layouts und Designschemata

für einen Webshop auf der Basis von

eNVenta eGate erstellen lassen.

Ein weiteres Thema war auf dem

Anwenderfourm die für den Sommer

2018 angekündigte Version eNVenta

4. Gezeigt wurde die neue Benutzeroberfläche,

die sich an unterschiedliche

Ausgabegeräte, wie Smartphones,

Tablets oder Desktop-Computer

anpasst, und ein HTML-Client, der die

einfache Erstellung von mobilen Apps

für spezifische Aufgaben erlaubt.

In den Pausen gab es wie schon in

der Vergangenheit Gelegenheit zu

Gesprächen in der N&V-Expertenecke

sowie an den Ständen der begleitenden

Ausstellung, in der die Partnerunternehmen

Akzentum, e-integration, MHP

Solution Group, nexMart und SIC! Software

ihre Lösungen für eNVenta-Anwender

vorstellten.

Bereits am Vorabend besuchten die

Teilnehmer im Europa-Park das Foyer

des „Dome“, wo von Sushi bis Pulled

Beef ein breites kulinarisches Angebot

bereitstand. Vor allem aber kamen die

Besucher bei Bier und Wein immer wieder

ins Gespräch und nutzten so die

Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch

mit Branchenkollegen und Beratern von

Nissen & Velten. Im kommenden Jahr

findet die Anwenderkonferenz am 25.

Oktober 2018 wiederum im Europa-

Park statt. 2

[ kontakt ]

Nissen & Velten Software GmbH

78333 Stockach

Tel. +49 7771 879-0

www.nissen-velten.de

Stahlreport 12|17

15


Anarbeitung

und Logistik

Berichte

Fotos: Genkinger GmbH

Schmale Coils werden aus sicherer Entfernung gesteuert. Prismengabel und

Niederhalter dienen als Haltesicherungen der bis zu 19 mm schmalen Coils.

Coils lassen sich millimetergenau und sicher auf

die Haspeln fernsteuern.

Spezial-Hochhubwagen erhöht Sicherheit und Effizienz

Coils sicher handhaben

Es hört sich so einfach an: Unterschiedlich große und schwere Coils müssen vom Lagerplatz zur

Weiterverarbeitung auf die entsprechenden Anlagen gebracht werden. Doch auch eine scheinbar

einfache Handling-Aufgabe will gut geplant sein. An erster Stelle steht dabei die Sicherheit der

Mitarbeiter, zudem hängen andere Prozesse vom effizienten Coilhandling ab. Vor dieser Aufgabe

stand auch die Nussbaum Metallhandel Gmbh, Bad Wörishofen – die sich am Ende für einen

Elektro-Geh-Hochhubwagen mit Prismengabeln von der Genkinger GmbH entschied.

Nussbaum Metallhandel ist

ein Spezialist für Halbzeuge aus Kupfer,

Messing und Bronze. Geliefert

werden diese Produkte an Kunden

im deutschen Markt sowie in einige

europäische Länder an Kunden, die

Federteile und Steckkontakte zum

Beispiel für die Automobil- und Elektro-Industrie

herstellen.

Im neuen Gebäude des Metall

verarbeitenden Unternehmens platzieren

die Nussbaum-Lageristen nun

einzelne Coils mit einem Dreh- und

Wendetisch auf die richtige Seite

und fahren es dann mit dem Genkinger-Spezial-Hochhubwagen

in

den Fertigungsbereich auf genau

gekennzeichnete Stellflächen – oder

sofort auf die Maschinenhaspeln.

Hochhubwagen individuell

angepasst

„Ein Grund, warum die Lösung so

gut passt, war die Tatsache, dass

wir Genkinger schon in der Pla-

nungsphase hinzunahmen und somit

parallel zum Fortschritt des Rohbaus

detaillierte Lösungen ausarbeiten

konnten“, erklärt Nussbaum-

Fertigungsleiter Wilfried Herzog.

So wurden zum Beispiel die Umgebungsbedingungen

in Form der richtliniengetreuen

Einhausung der

neuen Anlage genauestens einbezogen.

Die Metallverarbeitung bei Nussbaum

wird derzeit auf zwei Anlagen

betrieben: einer neu angeschafften

sowie einer Altanlage. „Der spezialgefertigte

Hochhubwagen wird beiden

Anlagen und sehr unterschiedlichen

Coils bis 3,5 t gerecht“, erklärt

Genkinger-Vertriebsberater Elmar

Mößlang.

Es laufen je Schicht rund 10 bis

15 Hubspiele. Potenzial für künftiges

Wachstum ist dabei miteingeplant

worden. Die meisten Coils rangieren

zwischen 1,8 t und 2,4 t

Gewicht, aber auch sehr schmale,

nur 19 mm breite Coils werden vom

Genkinger-Gerät präzise, schnell

und sicher transportiert.

„Durch eine Fernbedienung bewegen

sich die Mitarbeiter außerhalb

der Gefahrenzone und sind damit

stets in Sicherheit, selbst wenn einmal

ein Coil abrutschen sollte“, erläutert

Herzog.

Der Stresspegel der Mitarbeiter

habe sich durch den Sicherheitsgewinn

spürbar gesenkt. „Das Spezial-

Gerät funktioniert so, wie es soll; die

Investition hat sich als sehr sinnvoll

erweisen“, lautet Herzogs Fazit. Mit

den Transport schmaler Coils decke

das Unternehmen sogar einen Einsatzbereich

mehr ab. 2

[ kontakt ]

Genkinger GmbH

72525 Münsingen

Tel. +49 7381 186-0

www.genkinger.de

16 Stahlreport 12|17


Aktuelle Studie zu Schlüsseltrends der Transportlogistik

Logistik wandelt sich nur langsam

Staumeldungen, Feinstaub-Alarm und Warnungen vor einem Verkehrskollaps: 350 Mrd. Leerkilometer

werden laut Europäischer Kommission jedes Jahr auf Europas Straßen zurückgelegt. Das

soll sich mit dem Einzug von 4.0-Technologien in die Transportlogistik ändern. Beim tatsächlichen

Einsatz neuer Technolgoien ist allerdings noch viel Luft nach oben. In welchen Bereichen für

die Stahlindustrie Nachholbedarf besteht, hat jetzt eine aktuelle Studie der RWTH Aachen in

Zusammenarbeit mit dem Logistiksoftware-Unternehmen Transporeon herausgefunden.

Unter dem Begriff „Transportlogistik

4.0“ haben die Forscher des

Cybernetics Lab der RWTH Aachen

verschiedene marktreife Technologien

sowie in der Entwicklung befindliche

technologische Trends analysiert

und Unternehmen verschiedener

Branchen und Größe zu ihrer aktuellen

Praxis befragt. Eine Erkenntnis

der Erhebung, an der auch zahlreiche

Unternehmen aus der Stahlindustrie

teilgenommen haben: Derzeit

nutzen die befragten Unternehmen

im Schnitt erst 37,5 % des gesamten

Digitalisierungspotenzials. Unternehmen

der stahlverarbeitenden Industrie

setzen bislang sogar nur 30 % des

Potenzials an modernen Technologien

und IT-Anwendungen ein.

Die Studie des Cybernetics Labs

des Lehrstuhls für Informationsmanagement

im Maschinenbau (IMA),

des Zentrums für Lern- und Wissensmanagement

(ZLW) sowie des Instituts

für Unternehmenskybernetik e.V.

(IfU) zeigt zudem, dass erst eine Minderheit

der Verlader in der Stahlindustrie

die Potenziale der neuen Technologien

ausschöpft. Beispiele sind

der Einsatz moderner Kommunikationsmedien

wie Apps, die digitale

Erfassung aller wichtigen Transportdaten

oder die onlinebasierte Bearbeitung

der Transportdokumente.

4.0-Technologien revolutionieren

die Transportlogistik

Die 4.0-Welt eröffnet mittels Schnittstellen

Zugriffsmöglichkeiten auf

Dienste und Services anderer Akteure

– was die flexible Vernetzung in Form

dynamischer Netzwerke möglich

macht. Hier liegt auch für Unternehmen

der Stahlbranche das größte Potenzial

für die Transportlogistik: „Informationen

werden in Echtzeit verfügbar,

wodurch sich die Transparenz und

die Flexibilität erhöhen. Von dieser

Entwicklung profitieren alle Beteiligten,

weshalb die Logistik der Zukunft

durch Kooperation selbst konkurrierender

Mitbewerber geprägt sein wird“,

erklärt Peter Schmidt, Geschäftsführer

und CCO der Transporeon Group.

Die neuen Technologien haben in

der Transportlogistik also große Wirkung:

Transporteure, die mit Gewinnmargen

von unter 3 % operieren, können

durch eine konsequente digitale

Vernetzung, beispielsweise über

cloudbasierte Logistikplattformen,

ihre Lkw besser auslasten, mit kürzeren

Warte- und Standzeiten Kosten

sparen und ihre Mitarbeiter effizienter

einsetzen. Verlader wiederum

erhöhen mit dem Einsatz moderner

Technologien die Ladeproduktivität,

was die Transportkosten reduziert.

Hinzu kommen optimierte Abläufe

entlang der gesamten Wertschöpfungskette,

die wiederum die Prozesskosten

senken.

4.0-Kompetenzen müssen

Standard werden

Die Studie zeigt anhand quantitativer

Gesichtspunkte auf, dass viele

Unternehmen die weitreichenden

Potenziale moderner Technologien in

der Transportlogistik noch nicht

erkannt haben. „Der Einführung von

4.0-Technologien sollte über die

gesamte digitale Wertschöpfungskette

hinweg eine zentrale Rolle

zukommen.

Die in der Studie adressierten,

digitalen Kompetenzen müssten sich

als industrielle Standard-Anforderungen

etablieren. Viele Unternehmen

zeichnen sich jedoch weiterhin

durch erheblichen Nachholbedarf

aus, während bei technologischen

Vorreitern bereits Trends wie autonomes

Fahren oder additive Fertigungsverfahren

Einzug halten“, so

Prof. Dr. Sabina Jeschke, Head des

Cybernetics Lab IMA/ZLW & IfU an

der RWTH Aachen. 2

Zentrale Handlungsfelder einer Transportlogistik 4.0. Performance

der befragten Unternehmen nach sieben ausgewählten Branchen

Quelle: Transporeon Group

Adaptivitätsgrad

Informationsnutzungsgrad

Transparenzgrad

100%

75%

Digitalisierung

50%

45%

40%

35%

30%

25%

20%

15%

10%

5%

0%

Nachhaltigkeitsgrad

Kooperationsgrad

Kundenorientierung

Automatisierungsgrad

Die Studie steht

unter www.transporeon-group.com/

logistik_40/

kostenfrei zur

Verfügung.

Die Grafik zeigt, wie die

befragten Unternehmen

nach verschiedenen

Branchen geclustert in

den acht Handlungsfeldern

einer Transportlogistik

4.0 abschneiden.

Hierfür wurde pro Handlungsfeld

jeweils ein

Erfüllungsgrad ermittelt

und in Prozent ausgewiesen.

Papier/Karton/Druck

Chemie

Baustoffe

Consumer

Handel

Maschinenbau

Automobil

Stahlreport 12|17

17


Werkstoffe

Bericht

Stahlhersteller heben neuen Zuschlag aus der Taufe

Graphitmarkt im Ungleichgewicht

Mit diesem Kostenfaktor hat bisher kaum jemand gerechnet: Nicht Eisenerz, Kokskohle oder Schrott

beschäftigen derzeit viele Stahleinkäufer, sondern Graphit-Elektroden. Spätestens seit dem Sommer

hat das Thema explodierender Preise für die Elektroden mehr und mehr Aufmerksamkeit am

Stahlmarkt gewonnen. Vor allem im Langprodukte- und Edelstahlbereich werden sie als Argument

für höhere Preise herangezogen. Einen Überblick über den Graphitmarkt, seine wichtigsten

Entwicklungen sowie über Ursachen der derzeitigen Situation soll der folgende Beitrag geben.

Graphit kommt in der Natur

sehr häufig vor, weltweit existieren

zahlreiche Fundorte und Abbaustätten

für das Mineral. Jährlich werden

derzeit etwa 1,2 Mio. t Graphit gefördert.

Hinzu kommt die Produktion

von synthetischem Graphit.

Aufgrund seiner Hitzebeständigkeit

wird Graphit in verschiedener

Form in vielen Branchen eingesetzt,

vor allem aber in der Stahlindustrie,

die für Graphit in Europa der Hauptmarkt

ist. Insbesondere für die Produktion

von Elektrostahl sind Graphit-Elektroden

von Bedeutung. Doch

auch für die zunehmende Elektromobilität

ist Graphit ein wichtiger Einsatzstoff

– der künftig sehr viel stärker

nachgefragt werden wird, wie

das Magazin Technik + Einkauf feststellt.

Mit einem Anteil von über 60 %

kontrolliert China nach Angaben

etwa der Fachzeitschrift „Markt und

Mittelstand“ die Gewinnung von

Naturgraphit seit Jahren. Auch das

Flockengraphit, Ausgangsmaterial

des für Batterien wichtigen Kugelgraphits,

kommt zu über 80 % aus

China.

Preise für Graphit stark gestiegen

Seit Jahresbeginn sind die Preise für

Graphit-Elektroden stark gestiegen.

Wichtigste Ursache dafür sind

Andreas Schneider von Stahlmarkt-

Consult zufolge die Produktions- und

Kapazitätskürzungen bei den Herstellern

von Graphit-Elektroden

infolge eines jahrelangen Preisverfalls.

So hatte etwa einer der großen

Hersteller solcher Elektroden, die in

Deutschland ansässige SGL Carbon,

das kriselnde Graphit-Elektrodengeschäft

2016 an den japanischen

Chemiekonzern Showa Denko verkauft,

Standorte in Deutschland wurden

geschlossen.

Das Ungleichgewicht zwischen

Angebot und Nachfrage auf dem Graphitmarkt

zeichnet sich vor einer

ganzen Reihe von Faktoren ab, so Dr.

Corina Hebestreit, Direktorin der

Brüsseler European Association of

Mining Industries, Metal Ores &

Industrial Minerals – wie der Erholung

der Weltwirtschaft wie der

Stahlnachfrage, einer im Vergleich

zu Hochöfen günstigeren Kostenstruktur

für Elektroöfen sowie vorübergehender

Stilllegungen einiger

chinesischer Standorte der dortigen

Graphitindustrie im Zuge von Emissionskontrollen.

Auch synthetisches Graphit

knapp

Hinzu kommt laut dem Brüsseler

Verband auch ein knappes Ange-

18 Stahlreport 12|17


ot an Nadelkoks – dem wichtigsten

Einsatzstoff bei der Produktion

von synthetischem Graphit. Grund

dafür ist unter anderem die steigende

Nachfrage nach Li-Ionen-

Akkus.

Das sprichwörtliche Zünglein

an der Waage für die stark steigenden

Graphitpreise im Laufe des Jahres

könnten dann die aus Liquiditätsgründen

vermutlich niedrigen

Elektrodenbestände sowohl bei den

Stahlwerken als auch bei Graphitwerken

zu Beginn dieses Jahres

gewesen sein.

Die Versorgung von synthetischem

Graphit ist aber auch aufgrund

weiterer Faktoren derzeit

knapp. Ins Gewicht fallen vor allem

fehlende Investitionen in der Branche,

klimatische Ereignisse, aber

auch politischer Druck auf die Kohleindustrie.

Zwar sei die industrielle Verwendung

von Nadelkoks von den

Behörden als „Zwischenprodukt“

eingestuft worden und befürfe daher

keiner Zulassung. Doch habe die

Diskussion um die Regulierung von

Nadelkoks durch die „Europäischen

Chemikalienverordnung zur Registrierung,

Bewertung, Zulassung und

Beschränkung chemischer Stoffe“

(REACH) viele Unsicherheiten für

Investitionen in die Elektroden-/

Graphitproduktion in Europa nach

sich gezogen.

Teure Energie

Hinzu kommt, dass elektrische Energie

durch den EU-Emissionshandel

immer teurer werde. So ist zwar der

Kohlenstoff- und Graphitsektor auf

der so genannten „Carbon-Leakage-

Liste“ verblieben – eine Liste der

Wirtschaftszweige und Produkte,

für die ein erhebliches Risiko zur

Verlagerung von CO 2

-Emissionen

in Länder, die nicht der EU angehören,

angenommen wird. Doch wird

der Graphitsektor nicht mehr im

Anhang II der EU-Verordnung für

Subventionen in Verbindung mit

den ETS-Kosten geführt, die einen

Ausgleich für gestiegene Strompreise

ermöglichen würde, macht

Dr. Hebestreit deutlich.

Auswirkungen auf die

Stahlpreise

Die Versorgungsprobleme und die

im Verlauf dieses Jahres gestiegenen

Preise für Graphit-Elektroden

ziehen die Stahlhersteller nun als

Argument für höhere Preise heran,

insbesondere im Langprodukte- und

Edelstahlbereich, erläutert Andreas

Schneider in einem Blog-Eintrag

dazu.

Bei näherer Betrachtung werde

aber deutlich, dass die Auswirkungen

von höheren Graphit-Elektrodenpreisen

auf die Herstellungskosten

einzelner Stahlerzeugnisse oder

Stahlunternehmen nicht pauschal

beziffert werden können. Bei den

zu berücksichtigenden Parametern

gibt es demzufolge eine große

Spanne.

Je nach Lieferant variiere sowohl

der Umfang der Erhöhung als auch

das Instrument. Sowohl die Einführung

eines neuen Zuschlags als auch

eine Erhöhung von Basispreisen

werden demnach diskutiert. Zu den

Stahlproduzenten, die eine Erhöhung

angekündigt haben, gehören

Schneider zufolge etwa der spanische

Langprodukte-Hersteller Celsa

sowie Outokumpu.

Für die Einschätzung der Kostensituation

auf dem Graphitmarkt

müsse defferenziert werden, so

Schneider. Oft werde zum Beispiel

nicht zwischen Spotmarkt- und Vertragspreisen

unterschieden. Wenn

Jahrespreise zum Beispiel für 2017

vereinbart und nicht nachträglich

gekündigt worden sind, tritt eine

Kostenerhöhung erst mit neuen Verträgen

zum Jahreswechsel 2018 ein.

Dann stelle sich die Frage, für welchen

Zeitraum im neuen Jahr Festpreise

vereinbart werden. Dagegen

habe der deutlich spotmarktnähere

asiatische Stahlmarkt schon im Verlauf

des Jahres 2017 höhere Preise

und Versorgungsprobleme zu spüren

bekommen.

Da die individuellen Vertragspreise

und -laufzeiten naturgemäß

nicht bekannt sind, bestimmten

Angaben zur Preisentwicklung am

Spotmarkt das Bild. Über das Ausmaß

des Preisanstieges gebe es

dabei sehr unterschiedliche Angaben.

Zudem gibt es verschiedene

Sorten an Graphit-Elektroden. „Im

Ergebnis kann man festhalten, dass

es den einen einzigen Preis für Graphit-Elektroden

schlicht nicht gibt“,

so Schneider weiter.

Auch die Aussagen zu den bei

der Stahlherstellung anfallenden

Elektrodenverbräuchen gehen auseinander.

Graphit-Elektroden sind

für Elektrostahlwerke ein nötiges

Produktionsmittel, das nicht ersetzt

werden kann. Der Elektroden-Hersteller

Graftech schätzt den typischen

Elektrodeneinsatz auf 1,7 bis

1,8 kg pro Tonne erzeugtem Stahl.

In Deutschland dürfte der spezifische

Elektrodenverbrauch zur

Erzeugung einer Tonne Rohstahl im

Elektroofen überwiegend zwischen

1,3 und 1,7 kg liegen – Abweichungen

sind möglich. Elektrodenverbräuche

zwischen 0,9 und 1,1kg je

Tonne Elektrostahl gelten als Bestwert.

Auf die spezifische

Konstellation kommt es an

Die große Spanne bei den verschiedenen

Parametern macht deutlich,

dass die Auswirkungen von höheren

Graphit-Elektrodenpreisen auf

die Herstellungskosten einzelner

Stahlerzeugnisse oder die Kostensituation

einzelner Stahlunternehmen

nicht pauschal beziffert werden können.

2

Stahlreport 12|17

19


Werkstoffe

Bericht

Heute die Ressourcen von morgen schonen

Potenziale des Stahlhochbaues

durch nachhaltigere Immobiliennutzung

Das Thema Nachhaltigkeit ist zwar auch in der Bau- und Immobilienwirtschaft in aller Munde.

Es wirkt aber für viele Beteiligte begrifflich inflationär. Immobilieninvestoren schmücken sich

derzeit noch eher mit „Green-Labels“ wie LEED, BREEAM oder DGNB-Siegel und konzentrieren

sich – zu sehr – zunehmend auf die Energieeffizienz des Gebäudes während der Nutzungsdauer.

Zu wenig beachtet wird dabei die ganzheitliche Betrachtung inklusive der verwendeten

Baustoffe. Ein Beitrag in mehreren Teilen von Marc Blum, Bausachverständiger, geprüfter

Restaurator und Denkmalpfleger im Metallbauer-Handwerk.

[ Autor ]

Marc Blum, Dipl.-

Ing., Dipl.Wirt.Ing.

(FH), M.Sc., Bausachverständiger


Schäden & Bauen im

Bestand, geprüfter

Restaurator &

Denkmalpfleger

im Metallbauer-

Handwerk

58256 Ennepetal

Die Baustoffproduzenten

geben zwischenzeitlich unter (noch)

freiwilliger Selbstkontrolle Umweltproduktdeklarationen

(EPD) heraus,

welche zwar detailliert Aussagen

über die Ökobilanz des jeweiligen

Baustoff machen; diese werden

dann aber in der weiteren Gebäudeplanung,

zumindest derzeit, noch

nicht konsequent von allen Akteuren

– mangels ganzheitlichem Wissen

– aufgenommen.

Nachfrage nach Wohn- und

Arbeitsflächen wächst

Die Globalisierung führt jedoch

zukünftig zu einem deutlichen

Nutzungswandel, wobei die Urbanisierung

ganzer Regionen mit

exponentiell wachsenden Bevölkerungen

sehr schnell voranschrei-

ten wird. Urbanisierung bringt

aber gleichzeitig einen mit derselben

Geschwindigkeit wachsenden

Konsum und eine ebenso schnell

wachsende Nachfrage nach

Gebäude- und Nutzungsflächen

zum Leben, Wohnen, Arbeiten und

nach Mobilität mit sich. Durch die

daraus resultierende gesteigerte

Bauintensität kommt es zwangsläufig

auch zu einer höheren

Ressourcenverwendung von Baustoffen

in den urbanen Ballungsgebieten,

welche in der Regel aus

der umliegenden Umwelt herangeschafft

werden.

Werkstoff Stahl: großes

Nachhaltigkeits-Potenzial

Im klaren Willen der EU-Umweltpolitik

steht die Umsetzung einer

nachhaltigen und ressourcenschonenden

Gesellschaft in Europa. In

diesem Kontext bietet gerade der

Baustoff „Stahl“ unter den sehr

langfristig wirkenden Aspekten

enorme Potenziale, lässt man sich

denn auf eine ganzheitliche Betrachtung

des Bauprozesses ein:

z von der europäischen Umweltpolitik

zum nationalen Umwelt- und

Baurecht,

z die ganzheitliche Herausforderung

des nachhaltigen Bauens,

z der wahre Nachhaltigkeitsvergleich

der Hauptbaustoffe für die

Primärtragwerke über die EPD,

z eine Immobiliennutzung unter

verlängerten Lebenszyklusbetrachtungen,

z sowie Neubau versus Umbau oder

partieller Rückbau.

20 Stahlreport 12|17


Die EU-Kommission hat zwischenzeitlich

hierzu einige Leitzielpapiere

und primärrechtliche Verordnungen

mit auf den Weg gebracht, welche

nun in das nationale Recht und

in die Normung umgesetzt werden

müssen.

Der Zusammenhang ist aber

noch derart komplex – und bewegt

sich interdisziplinär in den verschiedenen

Themenfeldern Umweltpolitik,

Umweltrisiken, Nachhaltige

Standortentwicklung und Abfall- respektive

Kreislaufwirtschaftsrecht –

dass es den am Bau beteiligten

Akteuren an einer ganzheitlichen

Sichtweise fehlt.

Im ratifizierten Lissabon-Vertrag

von 2007 der EU wird hierzu präzisiert

1 :

Der Schutz der Umwelt und die

Verbesserung ihrer Qualität, der

Schutz der menschlichen Gesundheit,

umsichtige und rationelle Verwendung

der natürlichen Ressourcen

sowie die Förderung von

Maßnahmen auf internationaler

Ebene zur Bewältigung regionaler

oder globaler Umweltprobleme und

insbesondere zur Bekämpfung des

Klimawandels sind anzustreben.

Hierauf baut dann der ebenfalls

ratifizierte Vertrag über die Arbeitsweise

der EU (AEUV) auf.

Die Aspekte des Umweltschutzes

in Europa und der nachhaltigen

Entwicklung von Europa werden

danach „primärrechtlich“ 2 und

„sekundärrechtlich“ 3 aufgenommen;

nach Art. 191 EUAV wird dies wie

folgt präzisiert:

(1) „Die Umweltpolitik der Union

trägt zur Verfolgung der nachstehenden

Ziele bei:

z Erhaltung und Schutz der Umwelt

sowie Verbesserung ihrer Qualität;

z Schutz der menschlichen Gesundheit;

z umsichtige und rationelle Verwendung

der natürlichen Ressourcen

(Hervorhebung durch den Autor);

z Förderung von Maßnahmen auf

internationaler Ebene zur Bewältigung

regionaler oder globaler

Umweltprobleme und insbesondere

zur Bekämpfung des Klimawandels.

(2) Die Umweltpolitik der Union

zielt unter Berücksichtigung der

unterschiedlichen Gegebenheiten

in den einzelnen Regionen der

Union auf ein hohes Schutzniveau

ab. Sie beruht auf den Grundsätzen

der Vorsorge und Vorbeugung,

auf dem Grundsatz, Umweltbeeinträchtigungen

mit Vorrang an

ihrem Ursprung zu bekämpfen,

sowie auf dem Verursacherprinzip.“

Diese Strategie wurde dann am

26.01.2011 durch die Leitinitiative

„Ressourcenschonendes Europa –

eine Leitinitiative innerhalb der Strategie

Europa 2020“ 4 thematisch tiefergehend

und flankierend unterstützt,

damit der Übergang zu einer

emissionsarmen europäischen Wirtschaft,

ein wirkungsvoller Einsatz

der zur Verfügung stehenden Ressourcen

und ein nachhaltiges Wachstum

in Europa erreicht wird. Mit diesem

Strategiepapier umreißt die

EU-Kommission aber auch die klare

Notwendigkeit, die darin liegenden

Chancen und Potenziale zu heben,

welche letztendlich in aller Konsequenz

die Ressourceneffizienz zum

politischen Schwerpunktthema

machen.

5-stufige Abfallhierarchie

Priorität

Vermeidung

Wiederverwendung

Recycling

Verwertung

Beseitigung

5-stufige Abfallhierarchie nach Richtlinie 2008/98/EG – Artikel 4

Langfristig angelegte Zielsetzungen

sind demnach:

z Reduzierung der CO 2

-Emissionen

um 80 bis 95 % bis zum Jahr 2050

z Abkoppelung des Wirtschaftswachstums

von der Ressourcennutzung

und deren Umweltauswirkungen,

z Steuerung und Überwachung der

Verfügbarkeit und der effizienten

Nutzung der Ressourcen.

Als mittelfristige Maßnahmen

in diesem Kontext werden dann formuliert:

z Ausrichtung auf eine ressourceneffiziente,

kohlenstoffarme Wirtschaft,

z Sicherstellung und nachhaltige

Versorgung mit Rohstoffen,

z Einführung der Kreislaufwirtschaft

in der EU durch deren Umbau zu

einer Recycling-Gesellschaft, in der

Abfälle generell reduziert und vielmehr

als Ressource verstanden

werden sollen,

z eine auf Ressourceneffizienz

basierte, umweltfreundliche öffentliche

Auftragsvergabe,

z Bewertung und Erfassung von

Lebenszyklusdaten,

z Vermeidung der ineffizienten Ressourcennutzung

durch Aufklärung

und Bereitstellung von Informatio- 3

Menge

Quelle: laeufer-pro-umwelt.de

Stahlreport 12|17

21


Werkstoffe

Bericht

3 nen darüber, was die Ressourcen

der Gesellschaft kosten,

z Adaption bereits anderswo bewährter

Praktiken zur Ressourceneffizienz,

zum Beispiel durch das

„3R-Konzept“ 5 – was heißen soll:

vermindern, wiederverwerten, verwerten.

Mit dieser Zielsetzung eines ressourcenschonenden

Europas, wird Ressourceneffizienz

eine zentrale Aufgabe

in der Umweltpolitik, die

EU-Kommission fordert in rechtlicher

Umsetzung mit der „Richtlinie

2008/98/EG vom 19.11.2008 über

Abfälle und zur Aufhebung bestimmter

Richtlinien“ im Art. 4 eine 5-

stufige Abfallhierarchie 6 mit einer

Prioritätenfolge wie in Bild 1 dargestellt.

Nach Art. 11 Abs. 2 7 ist die Wiederverwendung

und das Recycling

spätestens ab 2015 allgemein und

rechtsverbindlich eingesetzt worden;

die Materialien (also teilweise

auch die Baustoffe) „… Metall, Kunststoffe,

Glas“ müssen von da an ab

dann getrennt gesammelt“ und nach

Art. 11 Abs. 2 lit. „a) auf mind. 50

Gewichtsprozent insgesamt erhöht

werden“ 8 .

Daher ist diese 5-stufige Abfallhierarchie

zwischenzeitlich in

Deutschland über § 6 KrWG (Kreislaufwirtschaftsgesetz)

vom

24.02.2012 9 , in nationales Recht

umgesetzt worden.

Für die deutlichen Potenziale des

Baustoffs „Stahl“ ist in diesem Kontext

und im Wettbewerb mit anderen

Baustoffen von Interesse, dass spätestens

bis 2020 dann nach Art. 11 Abs.2

lit. b) auch die anderen mineralischen

Baustoffe diesbzgl. mit mind. 70

Gewichtsprozent erhöht einzubeziehen

sind [EU-Amtsblatt Nr. L 312 vom

22.11.2008 – S.13]; demnach heißt es:

„b) bis 2020 wird die Vorbereitung

zur Wiederverwendung, des

Recyclings und die sonstige stoffliche

Verwertung (einschließlich der

Verfüllung, bei der Abfälle als Ersatz

für andere Materialien genutzt werden)

von nicht gefährlichen Bau und

Abbruchabfällen – mit Ausnahme

von in der Natur vorkommenden

Materialien, die in Kategorie 17 05

04 des Europäischen Abfallkatalogs

Überschneidung der Politikfelder Abb. 2

Baupolitik!

Umweltpolitik!

definiert sind – auf mindestens 70

Gewichtsprozent erhöht“.

Diese (nicht gefährlichen) Bauund

Abbruchabfälle sind bereits auch

im Anhang II – Verwertungsverfahren

dieser Richtlinie [EU-Amtsblatt

Nr. L 312 vom 22.11.2008 – S.24]

wie folgt kategorisiert:

z R 4 Recycling und Rückgewinnung

von Metallen und Metallverbindungen,

z R 5 Recycling und Rückgewinnung

von anderen anorganischen Stoffen.

Wirtschaftspolitik!

Immobilienpolitik!

Wie in Bild 2 dargestellt, ist es aber

gerade die Aufgabe der Politik und

der Wirtschaftsakteure eine interdisziplinäre

Balance zwischen der

sich überschneidenden Umwelt-, der

Bau-, der Immobilien-, aber auch der

Wirtschaftspolitik im Regionalen

wie in Europa und im Globalen herzustellen.

Nach Anhang IV – Abfallvermeidungsmaßnahmen

dieser Richtlinie

[EU-Amtsblatt Nr. L 312 vom

22.11.2008 – S.27] werden auch weitere

Beispielmöglichkeiten zur politischen

gewollten Zielerfüllung einer

europäischen Recyclinggesellschaft

und der mit dazu gehörenden Ressourceneffizienz

genannt:

z „Einsatz von Planungsmaßnahmen

oder sonstigen wirtschaftlichen

Instrumenten, die die Effizienz der

Ressourcennutzung fördern“,

z „Förderung einschlägiger Forschung

und Entwicklung mit dem

Ziel, umweltfreundlichere und

weniger abfallintensive Produkte

und Technologien hervorzubringen,

sowie Verbreitung und Einsatz

dieser Ergebnisse aus Forschung

und Entwicklung“,

z „Entwicklung wirksamer und aussagekräftiger

Indikatoren für die

Umweltbelastungen im Zusammenhang

mit der Abfallerzeugung

als Beitrag zur Vermeidung der

Abfallerzeugung auf sämtlichen

Ebenen, vom Produktvergleich auf

Gemeinschaftsebene über Aktivitäten

kommunaler Behörden bis

hin zu nationalen Maßnahmen.

Maßnahmen, die sich auf die Konzeptions-,

Produktions- und Vertriebsphase

auswirken können“,

z „Förderung von Ökodesign (systematische

Einbeziehung von

Umweltaspekten in das Produktdesign

mit dem Ziel, die Umweltbilanz

des Produkts über den gesamten

Lebenszyklus hinweg zu

verbessern)“.

Quelle: Marc Blum

22 Stahlreport 12|17


Eine solche Balance erfordert aber

auch 10 :

z „Klimaverhandlungen nur mit

international fairer Lastenverteilung

fortsetzen,

z Markteingriffe in den EU-Emissionshandel

verhindern,

z nationale Verschärfung europäischer

Umweltvorschriften verhindern,

z faire Wettbewerbsbedingungen in

der Kreislaufwirtschaft herstellen,

z Produktverantwortung im KrWG

deutlich ausweiten (d.h. mehr

Recycling),

z Ressourcenversorgung als gesamtstaatliche

resp. europäische Aufgabe

sehen“.

Damit wären dann innerhalb der

Leitinitiative „Ressourcenschonendes

Europa“ und hinsichtlich der

Akzeptanz durch die Akteure mit

den langfristig angelegten Zielsetzungen

und den zugehörigen mittelfristigen

Maßnahmen sowie deren

Umsetzung/Berücksichtigung in der

Alltagspraxis schon maßgeblich Rechnung

getragen.

Im Kontext dieses Diskurses über

ein ressourcenschonendes Europa

erhält der durch die Globalisierung

und der mitbegleitenden Urbanisierung

entstehende Baustoff-konsum

und der Verbrauch an bebautem

Raum bzw. bebauter Fläche, sowie

die Forderung nach einer zeitlich

sehr langfristigen Nutzung von Baustoffen

über das Lebenszyklusende

hinaus, zunehmend an Bedeutung:

z urbane Strukturen mit ca. 100 Jahren

Lebenszyklus,

z Gebäudestrukturen mit ca. 50 Jahren

Lebenszyklus,

z Haustechnik mit ca. 20 Jahren

Lebenszyklus,

z zum Vgl. ein PKW mit nur


Messen

und Märkte

Blechexpo

Foto: P. E. Schall GmbH & Co. KG

Die gesamte Prozesskette der Blech-,

Rohr- und Profilbearbeitung: Mit über 1.300

Ausstellern hat die Blechexpo in Stuttgart

den aktuellen Stand der Branche gezeigt.

Interdisziplinariät wird für

Blechverarbeiter wichtiger

Blechexpo macht Dynamik der

Blechverarbeitung sichtbar

Die Blechexpo und die Schweisstec

Anfang November haben gezeigt: In

der Praxis der Blechverarbeitung wird

interdisziplinäres Arbeiten über die einzelnen

Bereiche hinweg immer wichtiger.

Grund dafür sind unter anderem

Leichtbau-Konstruktionen, die verstärkt

Mischbauweise und Hybridlösungen

erfordern.

Fotos: SpanSet

SpanSet – schonend handhaben, sicher lagern

Lösungen für die

ganz schweren Fälle

„Safety first“ schreiben sich Unternehmen immer häufiger an

erster Stelle ins eigene Lastenheft. Lange vorbei sind die Zeiten,

in denen Sicherheitstechnik ein Stiefmutterdasein fristete. So

steckt in den Produkten der Hebe-, Ladungs- und Höhensicherungstechnik

jede Menge Entwicklungsarbeit, Erfahrung und

ausgeklügeltes Know-how. Auf der Blechexpo hat die Spanset

GmbH & Co. KG zusammen mit der SpanSet Sicherheitstechnik

GmbH im November ihre neuesten Entwicklungen für das Coilhandling

und in der Hebetechnik gezeigt.

Zugleich hat die Blechexpo aber auch

die Dynamik der Blech verarbeitenden

Branche gezeigt. Insgesamt haben an

den fünf Messetagen 1.336 Aussteller

aus 35 Ländern ihre Produkte und

Dienstleistungen präsentiert. Knapp

40.000 Fachbesucher aus mehr als 116

Nationen waren zu der Messe des privaten

Veranstalters P.E. Schall GmbH &

Co. KG nach Stuttgart gekommen.

Man habe sehr starkes Kaufinteresse

verzeichnet und Besucher wie Anbieter

seien sehr zufrieden mit dem Messeverlauf

gewesen, so der Veranstalter.

Dabei war die Internationalität des

Angebots aus Europa und Asien nochmals

angestiegen – knapp ein Drittel

der Besucher kamen aus dem Ausland,

eine deutliche Steigerung zur Vorveranstaltung.

Auf den folgenden Seiten berichten wir

über einige auf der Messe vorgestellten

Produkte und Dienstleistungen.

Aufgrund ihrer runden

Form und der hohen Stückgewichte

verlangen Coils nach einer

besonderen Art der Lagerung.

Besonders wichtig ist dabei die

Sicherheit der Mitarbeiter. Aber

auch der Schutz der Blechcoils vor

Defekten wird immer wichtiger.

Denn durch unsachgemäße Lagerung

können bei empfindlichen

Feinblechcoils Druckstellen auftreten,

die zu Problemen bei der

späteren Umformung führen. So

prüften einige Kfz-Hersteller auf

Druckstellen mittlerweile bis in

die sechste Lage der Coils.

Für eine sichere wie produktschonende

Ablage hat SpanSet secutex

„Coilprotect Premium“ entwickelt.

Die Konstruktion aus Stahlprofilen

ist an den Auflageflächen mit

einem Prallschutz aus einer speziellen

Polyurethan-Beschichtung versehen

– dem secutex-Prallschutz.

Dieses Prallschutz-Bett schützt das

Lagergut vor ladebedingten Druckstellen.

Mit einer zweiten Absteck-

reihe für die Sicherheitsstangen soll

die Coilablage besonders bei schmalen

Spaltbändern sowie beim Lagern

unterschiedlicher Coildurchmesser

eine deutlich höhere Flexibilität bieten.

Die Coilablage kann mit Coilhaken

und Coilzange bestückt werden.

Eine Bestückung durch Gabelstapler

muss dem Hersteller zufolge aber

aufgrund der größeren Breite der

Coilablage fallweise geprüft werden.

Ein weiteres Produkt – etwa für

schnell und flexibel einzurichtende

Übergangslager – ist die secutex-

Coilmatte. Sie besteht aus einem

Polyurethan-Elastomer mit besonderen

physikalischen und chemischen

Eigenschaften und ist schnittsowie

verschleißfest, beständig

gegenüber Ölen und Schmierfetten.

Hebetechnik für schwere Lasten

Da die zu hebenden Lasten tendentiell

immer schwerer werden, werden

auch die Tragschlingen immer

größer und schwerer. In der Hebe-

24 Stahlreport 12|17


Coilprotect Premium, das neue

Coil lager von secutex ist flexibel im

Handling, auch schmale Spaltbänder

können sicher gelagert werden.

technik bietet SpanSet heute Rundschlingen

mit einer Tragfähigkeit

von 450 t an – etwa die Magnum-X.

Herausragendes Merkmal dieser

Schwerlastschlinge ist ihre besonders

kompakte Bauweise. Dank

einem innen liegenden lasttragenden

Fasergelege aus Hochleistungsfasern

und einer kompakten äußeren

Schlauchhülle ist die Magnum-X

laut Hersteller um bis zu 50 % schmaler

und leichter als vergleichbare

herkömmliche textile Rundschlingen.

Infolgedessen kann die Magnum-X

bei gleicher Tragfähigkeit an

Lasten mit engeren Kantenradien

angelegt werden. Die Rundschlinge

Magnum-X ist durch die eingesetzten

Spezialfasern SpanSet zufolge

zudem schnitt- und abriebfester als

herkömmliche.

Verbesserter Schnittschutz

Scharfe Kanten sind eine der Hauptursachen

für Defekte an Anschlagmitteln

und dadurch verursachte

Unfälle. SpanSet hat seine NoCut-

Produkte für den Kantenschutzschutz

nun grundlegend überarbeitet und

verbessert und das Ergebnis auf der

Blechexpo vorgestellt. Ergebnis: Ein

um den Faktor 3 verbesserter Schnittschutz

und neue Produktvarianten

für ein größeres Anwendungsspektrum.

Dank neuer Prozesstechnik hat

das Unternehmen die Schnitt- und

Abriebfestigkeit von NoCut sleeve –

einem gewebten Schutzschlauch aus

Spezialfasern – erhöht. NoCut sleeve

wird vor dem Hebevorgang auf das

Anschlagmittel aufgezogen. Seine

glatte Innenseite erleichtert beim

Heben die ausgleichende Bewegung

Wenden eines Coils mit einem Hebeband

im schützenden NoCut sleeve

Die Magnum-X (links) ist deutlich schmaler

als herkömmliche Rundschlingen bei

gleicher Tragfähigkeit.

des Anschlagmittels im Gewebeschlauch.

NoCut sleeve eignet sich

zum Beispiel für das Heben und

Wenden von Coils.

Beim NoCut pad liegen zwei

Schichten des Gewebes zwischen

Anschlagmittel und der scharfen

Kante der Last. Somit ist die Schutzwirkung

beim NoCut pad höher.

Einen noch weiter erhöhten Schnittschutz

bietet die 4-lagige Ausführung

für kritische Hebevorgänge.

Ein neues Produkt der NoCut-

Familie ist der NoCut bumper. Es

wird immer dann eingesetzt, wenn

NoCut sleeve und NoCut pad nicht

verwendet werden können, zum Beispiel

an schlecht zugänglichen Stellen

oder bei speziellen strukturierten

Oberflächen, wie Rippen oder

Spiralen. 2

[ Kontakt ]

SpanSet-secutex

Sicherheitstechnik GmbH

52511 Geilenkirchen

Tel.: +49 2451 484573-0

www.secutex.com

SpanSet GmbH & Co. KG

52531 Übach-Palenberg

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Grafik: Fraunhofer IZFP

Fraunhofer IZFP auf der Blechexpo

Grobbleche prüfen,

ohne zu sie zerstören

Die Stahl herstellende und verarbeitende

Industrie benötigt zerstörungsfreie Prüfverfahren

für die Qualitätssicherung. Dabei

sind Härte, Härtetiefe, Festigkeit und Eigenspannungen

häufig relevante Qualitätsmerkmale.

Das Fraunhofer-Institut für Zestörungsfreie

Prüfverfahren (IZFP) präsentierte auf der

Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine

schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung

und Fehlerbestimmung

ermöglichen.

Um eine schnelle und sichere Aussage über

den Qualitätszustand ferromagnetischer

Werkstoffe zu erhalten, sind zerstörungsfreie

mikromagnetische Prüfverfahren bestens

geeignet. „Eine derzeit häufig angefragte

Prüfaufgabe betrifft das Monitoring

von Grobblechen und die damit verbundene

Detektion von oberflächennahen lokalen

Aufhärtungen“, erläuterte Sargon Youssef,

Wissenschaftler und Ingenieur am Fraunhofer

IZFP, auf dem Messestand des Instituts.

Das Fraunhofer-Verfahren erkennt Fehler

zerstörungsfrei. Diese lokalen Aufhärtungen

lassen sich mittlerweile durchaus bestimmen:

mittels mikromagnetischer Messeffekte

und mit Hilfe der am Fraunhofer IZFP

entwickelten 3MA-X8-Prüftechnologie.

Das 3MA-X8-Prüfverfahren wurde auf der

Blechexpo in Stuttgart anhand eines Messeexponats

demonstriert: Die Hightech-Prüftechnik

war – wie unter realen Bedingungen

– in eine miniaturisierte Walzstraße integriert.

Hierfür wurden Testbleche auf der

Walzstraße mit den Prüfverfahren vermessen

und entsprechend ihren Zuständen als

„in Ordnung“ oder „nicht in Ordnung“

erkannt und gegebenenfalls sortiert.

Schematischer Aufbau einer Walzstraße zur

zerstörungsfreien Prüfung von Grobblechen

Stahlreport 12|17

25


Messen

und Märkte

Blechexpo

ArcelorMittal

treibt die Digitalisierung

voran.

Unter anderem

arbeitet der Konzern

daran, Anwendern

Informationen

zu physischen

Coils in der Cloud

bereitzustellen.

Foto: ArcelorMittal

Stahlhersteller auf der BlechExpo

Digitalisierung, neue Produkte, gute Ideen

Das erste Glied der Blechverarbeitung sind die Stahlproduzenten. Die BlechExpo war auch für die

Produzenten daher wieder eine „natürliche“ Gelegenheit zur Leistungsschau. Der diesjährige

Messerundgang hat gezeigt: Die Stahlhersteller sind derzeit mit einer Menge interessanter

Produktentwicklungen am Start. Einige der spannendsten Ideen stellen wir hier vor.

Produktentwicklung und Digitalisierung

– das sind die beiden

Schwerpunkte, die einen großen Teil

der Bemühungen der Stahlproduzenten

ausmachen, dem großen Wettbewerbsdruck

in der Branche zu trotzen.

ArcelorMittal treibt

Industrie 4.0 voran

Zentrale Projekte zu Digitalisierung

hat zum Beispiel ArcelorMittal auf der

BlechExpo vorgestellt. Besonders im

Fokus stehen für den weltweit größen

Stahlproduzenten dabei die Lieferketten

– etwa in Form einer automatisierten

Auftragsabwicklung. Dazu bietet

der Konzern seinen Kunden die

Web-Plattform steeluser.com an. Dabei

geht es um den kompletten Prozess,

von der automatisierten Angebotserstellung

über den Abschluss bis hin

zur Auftragsverfolgung.

Neben einer Reihe weiterer Projekte,

die für ArcelorMittal vor allem

intern von Bedeutung sind – wie autonom

agierendende Krane in Coil-

Lagern oder die Anpassung des Energieverbrauchs

auf Basis von Big Data

und Maschinenlernen – stellt der

Stahlhersteller Anwendern auch einen

„digitalen Zwilling“ der produzierten

Coils zur Verfügung. Der „Digital

Twin“ enthält individuelle Produktions-

und weitere Informationen individueller

Coils. Damit können Anwender

die Verarbeitung genauer an die

tatsächlich vorliegenden Eigenschaften

des Coils anpassen.

„Nun arbeiten wir daran, die bestehenden

Möglichkeiten der digitalen

Lieferkette partnerschaftlich mit unseren

Kunden weiter zu entwickeln und

neue einzubringen, um individuelle

Lösungen voranzutreiben“, sagte

Rudolf Egbert, Geschäftsführer ArcelorMittal

Commercial Germany – Flat

Products.

Tata Steel, MCB und ESB: Laserbleche

erstmals in Deutschland

Tata Steel bietet die hochfeste und

niedriglegierte Stahlsorte Ympress

Laser ® nun auch in Deutschland an.

Vertriebspartner sind die MCB-Group

und die ESB European Steel Business

Group. Gemeinsam haben die

Unternehmen lokale Lieferkonzepte

erarbeitet, um dem Bedarf von Laseranlagen-Betreibern

gerecht zu werden

und deren Versorgung zu vereinfachen.

Die Belieferung von Kunden in

Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

übernimmt MCB von seinem

Standort in Neuss. Der Vertrieb in

Süddeutschland erfolgt durch ESB von

dem Standort in Speyer. Beide sind

auch direkte Ansprechpartner bei

allen technischen Fragen zu Materialeigenschaften,

verfügbaren Abmessungen

und Ausführungen.

„Als langjähriger Ympress-Laser-

Partner von Tata Steel freuen wir uns,

diesen Stahl nun auch unseren deutschen

Kunden anbieten zu können.

Wir sehen im Markt eine steigende

Nachfrage nach laseroptimierten

Güten” , sagte Will Derkx von MCB.

„Die Aufnahme von Ympress Laser in

das Sortiment von ESB Süd-Deutschland

bietet eine sinnvolle Ergänzung

unseres Produktprogrammes für

unsere Kunden“, so Alfred Smit von

der ESB-Group.

Ympress Laser wurde für das

Hochgeschwindigkeits-Laserschnei-

26 Stahlreport 12|17


den entwickelt. Der warmgewalzte

Stahl vereint Tata zufolge eine „außergewöhnliche

Ebenheit“ mit einer „ausgezeichneten

Oberfläche“ und sorgt

für ein störungsfreies Laserschneiden

und damit für eine bessere Produktivität

und Produktqualität.

Tata Steel hat sein Sandwichprodukt Coretinium ® für

montagefertige Böden und Seitenwände in Transportfahrzeugen

und für den Innenausbau weiterentwickelt. Die

leichte und biegesteife Verbundlösung kombiniert einen

Kern aus einer Polypropylen-Wabenstruktur mit zwei

bandbeschichteten Colorcoat-Prisma ® -Stahldeckblechen

und ist jetzt in fünf Ausführungen erhältlich.

Leichter Stahl-Verbundwerkstoff

für Lkw-Türen

Eine Produktentwicklungen mit

Potenzial hat Tata Steel auf der vergangenen

Blechexpo mit seinem weiterentwickelten

Verbundwerkstoff

Coretinium ® gezeigt. Das Sandwich-

Produkt für Böden und Seitenwände

von Transportfahrzeugen ist eine

leichte und biegesteife Verbundlösung,

die einen Kern aus einer Polypropylen-Wabenstruktur

mit zwei

bandbeschichteten Stahldeckblechen

kombiniert.

Das Verbundprodukt liegt beim

Messebesuch erstaunlich leicht in der

Hand und fühlt sich zunächst eher

wie eine Kunststoff- oder beschichtete

Holzapplikation an. Das liegt auch

am geringen Gewicht des Sandwich-

Bauteils. Anwender wie der Anhängerhersteller

Cartwright können mit

Coretinium etwa 30 bis 45 % Gewicht

bei den Seiten- und Stirnwänden von

Trailern einsparen.

Auf der Messe hat Tata Steel die

Weiterenticklung des Produkts vorgestellt:

Die Coretinium-Platten sind nun

in Dicken von 10 – 28 mm sowie Stahldeckblechen

zwischen 0,4 und 0,55

mm erhältlich. Dabei sind die Deckplatten

für Vorder- und Rückseite individuell

wählbar.

Coretinium kann als Flachmaterial

in Längen von 2,5 bis 10 m weltweit

an Kunden geliefert werden.

Neben Anwendungen im Fahrzeugbau

sei es auch für andere Industriegüter

eine Alternative zu häufig verwendeten

Materialien.

SSAB: höchste Zugfestigkeit,

leichter als Aluminium

Eine voll im Trend liegende Produktentwicklung

hat der schwedische Stahlhersteller

SSAB auf der Euroblech vorgestellt:

Docol PHS 2000, einen neuen,

stärkeren Presshärtestahl für automobile

Sicherheitskomponenten.

Zusammen mit dem spanischen Automotive-Zulieferer

Gestamp entwickelt,

bietet die neue Stahlgüte dem Hersteller

zufolge eine höhere Zugfestigkeit

als jedes andere Produkt. Ziel der

Zusammenarbeit war es, eine noch

leichtere und kostengünstigere Lösung

für eine Stoßfängerkomponente zu

finden. Docol PHS 2000 erfüllt dies

mit einer Gewichtsreduzierung von

17 % im Vergleich zu ähnlichen Stoßfängern

aus Stahl und einem geringeren

Gewicht als vergleichbare Stoßfänger

aus Aluminium.

thyssenkrupp: leichter

Batterieschutz aus Stahl

Ebenfalls auf die Automobilproduktion

konzentriert sich thyssenkrupp

mit einer Neuentwicklung. Dabei hat

der (noch) deutsche Stahlhersteller

allerdings nicht die gegenwärtige Produktion,

sondern zukünftige Prozesse

im Blick: Auf der Blechexpo hat der

Konzern Batteriegehäuse aus Stahl

zum Schutz der Fahrzeugbatterie vorgestellt.

Da die Batterie einen Kostenanteil

von 30 bis 50 % in Elektrofahrzeugen

ausmacht, sind Lösungen, die

die Kosten für E-Fahrzeuge nicht weiter

die Höhe treiben, derzeit stark

gefragt. Mit dem Batteriegehäuse zielt

thyssenkrupp also voll auf den für die

Fahrzeugbranche erwarteten Elektroboom.

Das neue Batteriegehäuse wiegt

mit 150 kg dabei weniger als eine vergleichbare

Variante aus Aluminium,

kostet thyssenkrupp zufolge dafür

aber nur halb so viel.

Salzgitter AG:

Flachstahl fürs Fahrwerk

Der Salzgitter-Konzern fasst seine Produktentwicklungen

für die Automobilhersteller

unter dem Namen „Initiative

Automotive“ zusammen

(www.initiative-automotive.de). Zu

diesem Projekt gehört der auf der Blechexpo

vorgestellte Zink-Magnesium-

Überzug StronSal ® , der sowohl für

Anwendungen in Außenhautqualität,

als auch mit Pretex ® focar ® für unbeschichtetes

und oberflächenveredeltes

Feinblech angeboten wird.

Mit Pretex focar präsentierte die

Salzgitter Flachstahl GmbH eine technische

Weiterentwicklung: Es sei

gelungen, die Welligkeitswerte bei

gleicher Rauheit und hoher Spitzenzahl

weiter deutlich zu vermindern.

Ein weiteres Highlight der Messepräsentation

von Salzgitter war das

Fahrwerk des Golf 7 GTI. Für den

Quer-, Längs- und Federlenker dieses

Fahrwerks ist die Salzgitter Flachstahl

GmbH exklusiver Flachstahllieferant.

2

Foto: SSAB

Foto: Tata Steel

SSAB hat den Presshärtestahl

Docol PHS 2000 vorgestellt,

der sich unter anderem für

noch leichtere und kostengünstigere

Stoßfängerkomponenten

eignet.

Stahlreport 12|17

27


Messen

und Märkte

Blechexpo

Fotos: Trumpf

Für Chicago als

Standort seiner

intelligenten Fabrik

hat sich Trumpf

nicht umsonst entschieden:

Rund 40 %

der blechbearbeitenden

Industrie in den

USA befinden sich in

den umliegenden

Staaten.

Wie die vernetzte Fertigung die Blechverarbeitung verändert

Die intelligente Fertigung

Automatisiert fahrende Transportsysteme, Reparaturanweisungen in der Datenbrille, mitdenkende

Teile: Auf der Blechexpo hat Werkzeugmaschinenhersteller TRUMPF Einblick in seine „Smart Factory“

gegeben – und gezeigt, wie die Blechfertigung sich entwickeln könnte. Technologisches Herzstück ist

dabei ein Steuerungssystem, mit dem sich in Echtzeit Daten bearbeiten lassen. Von der Anfrage über

die Produktion bis hin zur Rechnungsstellung soll es so ziemlich alles vereinfachen.

In vielen Fertigungsbetrieben

entfällt das Gros aller Abläufe auf indirekte

Prozesse, wie die Vor- und Nachbereitung

von Aufträgen. Das birgt

enormes Verbesserungspotenzial. Um

die Wettbewerbsfähigkeit aufrecht zu

erhalten ist es für Blechbearbeiter notwendig,

diesen hohen Anteil nicht

wertschöpfender Tätigkeiten zu senken,

so die Trumpf GmbH + Co. KG.

Auf der Messe hat das Unternehmen

anhand seiner Chicagoer „Smart

Factory“ gezeigt, was in Sachen Digitalisierung

heute und in Zukunft möglich

ist. Zehn Vorteile, die die Smart

Factory Blechbearbeitern bringen soll:

1. Schnelle Bestell- und

Angebotsprozesse

Wie im Onlinehandel lassen sich Bestellungen

im Webshop der Smart Factory

schnell und einfach mit ein paar Klicks

bestellen – von überall aus. Kunden

erhalten vor der Bestellung Informationen

zum Preis und zum Lieferdatum.

Die Trumpf-Lösungen TruTops

Fab und TruTops Boost kalkulieren

die Kosten automatisch und erstellen

auch gleich ein Angebot. Sie sorgen

nicht nur dafür, dass sich der Auftrag

beim Auftragnehmer automatisch und

fehlerfrei einlastet, sondern kümmern

sich auch darum, dass ihn die richtige

Maschine erledigt.

2. Sicherheit im automatisierten

Betrieb

Die digitale Fertigungssteuerung

erleichtert auch automatisierte Nachtschichten.

Tritt eine Störung auf, meldet

das System diese. Der Bediener

mit „Hintergrund-Dienst“ muss nicht

mehr vor Ort sein, um im Bedarfsfall

sofort eingreifen zu können.

3. Weniger Fehler,

das Teil denkt mit

In der Smart Factory „wissen“ die Teile

selbst, was aus ihnen entstehen soll.

Die Laserschneidmaschine TruLaser

5030 fiber schneidet die Platine nicht

nur, sondern kennzeichnet die Teile

auch mit einem Code. Bei Bedarf steuert

der Code sogar die Weiterverarbeitung

der Teile, er enthält dann

das Programm des nachfolgenden Prozessschritts.

4. Nachschub kommt von allein

Der Transport der Teile zwischen diesen

Produktionsanlagen geschieht

ohne weitere Eingriffe, denn Trumpf

testet in Chicago den Einsatz automatisierter

Transportsysteme. Die drei

Stopa Variocarts bewegen sich frei

zwischen den Anlagen, ohne Schienenführung

oder Kabelbindung.

5. Vorräte effizient nutzen

Unnötig volles Lager war gestern: Tru-

Tops Fab weiß immer, welcher Bestand

an Rohblechen im Lager liegt, und

welche Plätze gerade belegt sind oder

auch nicht. In Echtzeit informiert

das System darüber, ob ausreichend

Material für die Bearbeitung der Aufträge

vorhanden ist. Auch Restbestände

bezieht es in die Planung ein.

28 Stahlreport 12|17


8. Spontan fertigen statt Leerlauf

Das Fertigungssteuerungssystem zeigt

in Echtzeit, welche Maschine gerade

was fertigt. Das System zeigt auch an,

wo gerade nichts passiert. Pufferzeiten

lassen sich nutzen, um kurzfristige

Kundenanfragen bedienen zu können.

Einen Blick aus der Vogelperspektive: Der Sky Walk der intelligenten Fabrik.

Er soll es erleichtern, die Produktionsanlagen mit ihrem Material- und Informationsfluss

als Gesamtsystem zu begreifen.

Dank einer Wiegeeinrichtung bucht

es Wareneingänge automatisch. So

gehört Stillstand wegen im Lager fehlender

Teile der Vergangenheit an.

6. Überblick statt suchen

In Chicago werden Ortungssysteme

für die Intralogistik getestet, die anzeigen,

wo in der Halle sich die Teile

gerade aufhalten. TruTops Fab weiß

damit jederzeit, wo sich die Teile im

Fertigungsprozess befinden.

7. Kunden von überall aus

informieren

Der Bearbeitungsstatus der Aufträge

ist für Kunden abrufbar – jederzeit

und von überall aus.

9. Mehr Produktivität durch

vorausschauende Wartung

Der Trumpf Condition Guide: Sensoren

überprüfen den Zustand von

Komponenten – zum Beispiel den

Verschmutzungsgrad des Kühlwassers

der Schneidmaschine. Ablesbar

ist auch, wann Komponenten

gewartet oder getauscht werden sollten.

10. Smart Glasses für

einfache Wartung

Der „Visual Online Support“ (VOS)

ermöglicht Bild-, Ton- und Videodateien

per App mit dem Kundendienst

auszutauschen. So lassen sich technische

Probleme schnell und einfach

aus der Ferne beheben. 2

Betonstahl richten, schneiden und biegen

Die neueste Generation der

Richtschneide- und Biegemaschinen ist:

flexibel

effizient

wartungsarm

Die MSR 20-Linie bietet zahlreiche

Möglichkeiten zur Automatisierung:

Bearbeitung großer

Drahtdurchmesser vom Coil

Schneller Drahtdurchmesserwechsel

Raffinierte Rotorrichtsysteme

Maßgeschneiderte Lösungen

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Messen

und Märkte

Blechexpo

„Die täglichen Bestellvorgänge im Stahlhandel

sind hochkomplex“: Oliver Ellermann,

Vorstand des BDS, auf dem 3. stahlnews-

ExpertenTreff am Rande der BlechExpo.

Knapp über einhundert Gäste bekamen auf dem stahlnews-ExpertenTreff in vier Referaten interessante

Perspektiven auf aktuelle Themen – unter anderem der Digitalisierung der Stahlproduktion.

Fotos: BDS

stahlnews-Experten-Treff auf der BlechExpo

Daten, Daten, Daten

Im Fokus des 3. stahlnews-ExpertenTreffs, der am Ende des ersten Messetages auf der BlechExpo

stattfand, stand einmal mehr die Digitalisierung. Die Veranstaltung hat gezeigt, dass die hohen

Wellen, die um dieses Thema zuweilen gemacht werden, mittlerweile einem stetigeren Seegang

gewichen sind. Neben der Digitalisierung ging es auch um die Bedeutung der Berufsbildung für den

Stahlhandel sowie um ein stärkeres Eigenmarketing der Branche.

Nicht über zukünftige Projekte,

sondern über reale Ergebnisse

der Digitalisierung referierten Rudolf

Egbert, Geschäftsführer von ArcelorMittal

Commercial Germany, und

Dr. Jens Lauber, Managing Director

der Tata Steel Distribution Mainland

Europe.

Ziel der Hersteller ist mittel- oder

langfristig die Digitalsierung der

kompletten Stahl-Lieferkette. ArcelorMittal

hat dazu eine Reihe verschiedener

Projekte umgesetzt, die

bereits erfolgreich integriert sind.

Beispiele sind die automatisierte

Auftragsabwicklung, der Austausch

individueller Produktdaten mit den

Kunden in Echtzeit sowie autonom

fahrende Krane in Coil-Lagern. „Als

Produzent wollen wir die digitale

Fabrik schaffen“, sagte Egbert vor

knapp über hundert Teilnehmern in

Stuttgart.

Digitalisierung im globalen

Wettbewerb notwendig

Der ArcelorMittal-Manager unterstrich,

dass die Digitalisierung keine

„Marketinggeschichte“ sei. Sie sei

für die europäischen Stahlproduzenten

im Ringen um künftige Wettbewerbsfähigkeit

vielmehr eine Notwendigkeit.

Die Digitalisierung

erlaube es den Stahlunternehmen,

sich vom globalen Wettbewerb absetzen

zu können, etwa von asiatischen

Herstellern, sagte Egbert auf der von

Hans G. Diederichs, stahlnews.de

GmbH & Co. KG, durchgeführten

Veranstaltung.

Die Stahlbranche folge derzeit

noch stark den traditionellen Ge -

schäftsmodellen, so Egbert weiter.

Die Zusammenarbeit werde sich in

Zukunft aber wandeln. So sei ein

Ziel, dass Kunden von ArcelorMittal

künftig schon bei der Bestellung

über die Modalitäten der finalen

Stahllieferung entscheiden könnten.

Voraussetzung für solche digitalisierten

Prozesse ist jedoch eine

solide und umfassende Datenbasis.

Das machte unter anderem Norbert

Thumfart, CEO der österrreichischen

Weyland GmbH und Vorstand der

dortigen Arbeitsgemeinschaft Stahlund

Metalldistribution, deutlich. Eine

valide Datenbasis werde als erster

Schritt der Digitalisierung häufig

außer acht gelassen.

Prozesse im Stahlhandel

sehr komplex

Weitere Voraussetzung digitalisierter

Prozesse ist neben einer soliden

Datenbasis aber auch die schlüssige

Abbildung dieser Prozesse auf elektronischer

Ebene – und genau darin

liegt für die Digitalisierung des Stahlhandels

eine zuweilen unterschätzte

30 Stahlreport 12|17


Schwierigkeit. Dies machte Oliver Ellermann, Vorstand

des Bundesverbands Deutscher Stahlhandel, anhand

eines alltäglichen Bestellvorgangs der Branche deutlich.

Denn eine Vielzahl der täglichen Orders basiere

auf dem Wissen, das die Stahlhandelsunternehmen aufgrund

ihrer guten Beziehung zum Kunden oder aufgrund

zwar ungeschriebener, in der Branche aber

üblicher Standards haben. Darüber hinaus bedinge die

Vielfalt möglicher Variationen bereits einer einzigen

Produktart eine so hohe Komplexität, dass es bisher

keine Aussicht darauf gebe, diese Prozesse konsistent

– und zum Vorteil der Beteiligten – abzubilden.

Neben der Diskussion der Digitalisierung kamen auf

dem 3. stahlnews-ExpertenTreff noch weitere für den

Stahlhandel wichtige Themen zur Sprache. So wies

Ellermann auf die enorme und oft nur am Rande wahrgenommene

Bedeutung der Berufsbildung hin. „Das

Nachwuchsproblem wird den Stahlhandel in Zukunft

noch stark beschäftigen“, sagte der BDS-Vorstand. Ein

Weg dem zu Begegnen sei für Unternehmen, verstärkt

auf Weiterbildung der Mitarbeiter durch Berufsbildungsangebote

– unter anderem des BDS – zu setzen.

Auf das Ungleichgewicht der Marketingbemühungen

des Stahlhandels und der Betonbranche wies Norbert

Thumfart hin. Der Stahlhandel sei im Wettbewerb,

zumindest in Österreich, klar unterrepräsentiert. Der

Unternehmer appellierte an die Branche, hier mehr

Engagement zu zeigen – das Potenzial für Stahl sei

groß. 2

AUS EDELSTAHL

NAHTLOSE

ROHRE

ab Lager verfügbar

WerkstoffWoche 2017

Topthema additive Fertigung

Nach dem Debüt vor zwei Jahren fand vom 27. bis

29. September 2017 die zweite WerkstoffWoche in Dresden

statt. Drei Tage lang ging es in Vorträgen, Symposien und

Workshops hochrangiger Experten aus Wissenschaft und

Industrie um die zukunftsweisenden materialwissenschaftlichen

Trends aus Forschung und Anwendung. Ausgerichtet

wurde die WerkstoffWoche 2017 wieder von der Deutschen

Gesellschaft für Materialkunde (DGM) gemeinsam mit dem

Stahlinstitut VDEh.

Im Fokus stand dabei unter anderem die additive Fertigung

mit Laser oder 3D-Druck. Mit einem vielfältigen

Angebot zu weiteren Schwerpunkten – wie Leichtbau und

Konstruktionswerkstoffe, Pulvermetallurgie und Sinterwerkstoffe,

Simulation und Modellierung und Ressourceneffizienz

– bot die Veranstaltung Wissenschaftlern,

Entwicklern, Herstellern und Anwendern einen umfassenden

Überblick über die Entwicklungen der gesamten

Material- und Werkstoffwissenschaften.

Die zweite Auflage der WerkstoffWoche konnte täglich

mehr als 1.000 Besucher verzeichnen. Das junge Format

ist damit eine der zentralen Anlaufstelle für anwendungsorientierten

Fragen rund um das Schlüsselthema „Werkstoffe

für die Zukunft“.

Neben einem

umfangreichen Lieferprogramm

für Langprodukte aus Edelstahl,

Aluminium und Buntmetallen, führen

wir nun auch nahtlose Edelstahlrohre!

Wir haben, was Sie brauchen

– in allen gängigen Abmessungen und

Ausführungen direkt ab Lager.

Effizient und herrlich einfach – die Online Tool Box!

Voß Edelstahlhandel GmbH & Co. KG

Telefon: +49 0 40 700165-0

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Stahlreport 12|17

31

NUR FÜR DEN FACHHANDEL


Messen

und Märkte

Bericht/Nachrichten

Grafik: Schnutz GmbH

Wesentlicher Faktor

für die Qualität eines

Richtergebnisses ist

das passende Verhältnis

von Richtwalzenanzahl

zu Walzendurchmesser.

Um

die inneren Materialspannungen

bestmöglich

zu eliminieren,

können in den

Schnutz-Maschinen

je bis zu 23 Richtwalzen

verbaut werden.

Hochleistungsrichtmaschine für Lochbleche

ohne Planheitsfehler

Garantiert entspannt

Eine besonders anspruchsvolle Aufgabe in der Richttechnik ist die

Bearbeitung von Lochblechen, denn durch die Perforation entstehen

in den Blechen innere Spannung und Planheitsfehler. Schon kleinste

Abweichungen von der Planlage können die Qualität der Bleche

sichtbar beeinträchtigen sowie zu Problemen bei der weiteren

Verarbeitung führen.

Für einen prozesssicheren und

effizienten Umgang mit Lochblechen

hat Schnutz die RM 18/36/23-1600

entwickelt. Zusammen mit dem Schnittmessgerät

EP300-Inline der Burghardt

+ Schmidt GmbH hat das Unternehmen

die Anlage auf der Blechexpo vorgestellt.

Die Hochleistungsrichtmaschine

RM 18/36/23-1600 eignet sich zum

Richten aller bekannten Planheitsfehler

und kann auch in Querteilanlagen

eingesetzt werden. Die Anlage ist

extrem steif gebaut, besitzt neun vertikal

verstellbare Abstützungen und

verfügt über 23 Richtwalzen. Durch

diese hohe Walzenanzahl ist das Blech

nach dem Richten praktisch eigenspannungsfrei

und erreicht „Laserqualität“.

Der Einführtreiber ist so in die

Maschine integriert, dass auch sehr

kurze Blechtafeln problemlos zu richten

seien. Jede Verstellachse ist mit

hochwertigen Sensoren versehen und

sorgt so für eine präzise Reproduzierbarkeit

der Einstellungen. Dies entlaste

den Anwender und reduziere die

zeitaufwändige Suche nach der optimalen

Konfiguration.

Durch die besondere Konstruktion

der Maschine würden außerdem die

sonst auftretenden Einlaufmarkierun-

gen minimiert. Die Ausführung der

individuell vertikal verstellbaren

Abstützreihen erlaubt die präzise

Beeinflussung spezieller Blechbereiche

– zum Beispiel von ungelochten

Streifen in Lochblechen.

Qualitätskontrolle für alle

Schneidprozesse im laufenden

Betrieb

Auf Grund der hohen Nachfrage für

Inline-Schnittgratmessgeräte entwickelte

der Schneidmaschinenexperte

Burghardt + Schmidt zusammen mit

Focalspec das Schnittgratmessgerät

EP300-Inline: Mit ihm können die

geschnittenen Streifen erstmalig im

laufenden Anlagenbetrieb vermessen

werden. Die Kamera wird dafür in die

Maschine eingebaut und misst nach

den Anforderungen des Kunden im

laufenden Produktionsbetrieb die Qualität

der Streifen. Der Prototyp war erstmals

am Messestand der B+S Gruppe

in Betrieb zu besichtigen sein. 2

[ kontakt ]

Schnutz GmbH

57076 Siegen

Tel. +49 271 25062-100

www.schnutz.com

Burghardt+Schmidt GmbH

75196 Remchingen

Tel. +49 7232 36610

www.b-s-germany.de

METAV 2018

Fachmesse der

Produktionstechnik

Die 20. Messe für Technologien der

Metallbearbeitung, METAV, findet vom 20. bis

24. Februar 2018 in Düsseldorf statt. Im Kernbereich

der METAV stehen die klassischen

Themen der Metallbearbeitung wie Werkzeugmaschinen,

Fertigungssysteme, Präzisionswerkzeuge,

automatisierter Materialfluss,

Computertechnologie, Industrieelektronik und

Zubehör.

Klassische Metallbearbeitung trifft auf der

METAV auf innovative Produktentwicklungen

und Servicedienstleistungen der Aussteller.

Auf der Messe sind die neuesten

Technologien in den traditionellen Fertigungstechniken

ebenso zu sehen wie

aktuelle Lösungen zu Industrie 4.0. Damit

richtet sich die METAV an zahlreiche

Anwenderbranchen, darunter die Automobil-

und Zulieferindustrie, den Maschinenbau,

Medizintechnik und Flugzeugbau, Elektrotechnik

und Elektronik sowie die Eisen,

Blech und Metall verarbeitende Industrie.

In verschiedenen, „Areas“ genannten, Sonderbereichen

widmet sich die METAV aktuellen

Entwicklungen der Produktionstechnik

noch mit besonderer Aufmerksamkeit –

von der Quality Area (Mess- und Prüftechnik)

über die Additive Manufacturing Area

sowie der Moulding Area (Werkzeug-, Formen-

und Modellbau) bis hin zur Medical

Area.

Insbesondere richtet sich die METAV an die

Praktiker. Der Veranstalter gibt an, dass

rund 40 % der Besucher aus Fertigung, Produktion

oder Qualitätskontrolle stammen.

32 Stahlreport 12|17


Swissbau 2018

Zusammenarbeit in der

Baubranche im Fokus

Foto: Messe EssenGrafik: Schnutz GmbH

Drei parallele Veranstaltungen: die Baufachtage West 2018, vom 10.-12.01. in der Messe Essen,

vereinigen die INDUSTRIAL BUILDING, die CONSTRUCT IT sowie die acqua alta. Am ersten Messetag

findet der Internationale Architektur-Kongress im Rahmen der Messe statt.

Auftakt mit Architekturkongress

Baufachtage West 2018

Die Baufachtage West 2018 finden

vom 10.-12.01. in der Messe Essen statt. Das

neue Format vereinigt drei parallel stattfindende

Spezialmessen: Die INDUSTRIAL BUIL-

DING präsentiert Produkte und Systemlösungen

aus den Bereichen Planung,

Gebäudehülle und Gebäudetechnik für industriell

und gewerblich genutzte Gebäude. Die

CONSTRUCT IT ist ein Format, das Experten

für Software-Lösungen der Baubranche eine

Plattform bietet. Vervollständigt wird das

Messe-Trio durch die acqua alta, Fachmesse

und Kongress für Hochwasserschutz. Parallel

zu den Baufachtagen West veranstaltet Rotterdam

Ahoy auf dem Gelände der Messe

Essen die InfraTech.

Zu den herausragenden Auftaktveranstaltungen

der Baufachtage West zählt am

10.01. der Internationale Architektur-Kongress,

der von der Wirtschaftsvereinigung

Stahl in Kooperation mit der Architektenkammer

Nordrhein-Westfalen und dem

2. DeburringEXPO

Ziegruppe genau getroffen

Industrieverband Feuerverzinken veranstaltet

wird. Auf der Veranstaltung präsentieren

unter anderem zwei weltweit bedeutsame

Architekturbüros ihre Entwürfe und Projekte

zum „Neuen Bauen mit Stahl – Baukultur

im urbanen Kontext“: Doriana Fuksas

von Massimiliano Fuksas architetto in Rom

und Sara Klomps von Zaha Hadid Architects

in London am 10. Januar 2018 in der Messe

Essen. Mit durchschnittlich rund 1.000 Teilnehmern

zählt der Kongress zu den wichtigsten

Architekturveranstaltungen in

Europa.

[ Info ]

Weitere Informationen zu den Baufachtagen

West sowie der InfraTech:

www.industrial-building.de

www.construct-it-essen.de

www.acqua-alta.de

www.infratech.de.

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung

zum Architekturkongress: www.stahlonline.de

(Menüpunkt „Veranstaltungen“)

Rund um das Entgraten, Verrunden und die Herstellung von Präzisionsoberflächen

ging es auf der 2. Fachmesse für Entgrattechnologie DeburringEXPO vom 10.-12.10.2017.

Auf der Messe in Karlsruhe zeigten 151 Aussteller (108 bei der Vorveranstaltung 2015) ihre

Produktentwicklungen. Rund 2.000 Besucher aus 38 Ländern kamen an den zwei Messetagen

nach Karlsruhe. Bei der Besucherverteilung bildeten die Branchen Maschinen- und

Anlagenbau, Automobil- und Fahrzeugbau, Medizintechnik, Werkzeug- und Formenbau,

Feinmechanik und Optik Schwerpunkte. Besucher wie Aussteller sind mit der Gesprächstiefe

sowie der Qualität der Kontakte auf der Messe sehr zufrieden gewesen, fasste die

Messe Karlsruhe zusammen. Die nächste DeburringEXPO findet vom 8. bis 10. Oktober

2019 auf dem Messegelände Karlsruhe statt.

Schwerpunkt der Swissbau, die

vom 16.-20.01.2018 in Basel stattfindet,

ist die Digitalsierung in der Baubranche.

Die Swissbau ist die grösste Baumesse

der Schweiz. Unter dem Motto „Collaboration

– alle zusammen oder jeder für

sich?“ präsentieren die rund 1.000 Aussteller

in vier Hallen ihre Produkte und

Dienstleistungen – untergliedert in die

Themenbereiche Planen, Bauen, Nutzen

und Betreiben.

Im Zentrum steht dabei der Lebenszyklus

eines Bauwerks, verteilt auf die vier Ausstellungsbereiche

Planung, Rohbau und

Gebäudehülle, Gebäudetechnik sowie

Innenausbau. Erwartet werden über

100.000 Besucher unterschiedlichster

Branchen, vorwiegend aus den Bereichen

Planung, Investment, Baugewerbe, Handel,

Immobilienwirtschaft sowie private

Bauherren.

Bestbesuchte parts2clean bisher

Teile- und Oberflächenreinigung

trifft auf

wachsendes Interesse

Die 15. Auflage der parts2clean

war Ende Oktober nicht nur die bisher

größte, sondern auch eine der bestbesuchten.

253 Aussteller aus 16 Ländern

präsentierten vom 24. bis 26. Oktober

2017 neue, weiterentwickelte und

bewährte Produkte und Dienstleistungen

für die industrielle Teile- und Oberflächenreinigung.

Mit rund 4.900 Fachbesuchern

waren auch knapp 20 % mehr

Besucher als bei der Vorveranstaltung

2015 gekommen.

Besucht wurde die internationale Leitmesse

für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung

von Unternehmensvertretern

aus unterschiedlichsten Branchen.

Den Schwerpunkt bildeten in diesem Jahr

der Maschinenbau, die Chemie- und Verfahrenstechnik

sowie die Oberflächentechnik.

Stahlreport 12|17

33


BDS

Research

Neueste Zahlen aus dem Bereich Research

Stabile Entwicklung

Wie wir es schon mehrfach an dieser Stelle geschrieben haben, läuft die Stahlkonjunktur in

Deutschland zurzeit rund. Davon profitiert auch die Stahldistribution. Nach einem mengenmäßig

eher durchschnittlichen Start ins Jahr konnte im März erstmals ein ungewöhnlich hoher

Lagerabsatz erzielt werden. Auch der Mai war außerordentlich gut. Die Sommermonate Juni, Juli

und August verliefen ebenfalls sehr passabel. Über ein Sommerloch konnte im Gegensatz zu

anderen Jahren nicht geklagt werden. Auch der Herbst zeigte eine mengenmäßig sehr stabile

Entwicklung. Der Ende 2016 gestartete Preisaufbau hat sich in den ersten Monaten des Jahres 2017

fortgesetzt und dann eine Pause eingelegt. Ab dem Sommer zogen die Preise bei allen Produkten

wieder an, besonders kräftig bei Langprodukten.

Foto: privat

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im

Bundesverband

Deutscher Stahlhandel

(BDS), berichtet

zusammenfassend

angesichts der ihm

bis September 2017

vorliegenden Zahlen.

[ Info ]

Fragen zu den

genannten statistischen

Größen beantwortet

im Bundesverband

Deutscher

Stahlhandel (BDS)

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research:

Feger-BDS@stahlhandel.com

Jörg Feger, Bereichsleiter

Research im Bundesverband Deutscher

Stahlhandel (BDS), berichtet zusammenfassend

angesichts der ihm für die

ersten neun Monate des vergangenen

Jahres vorliegenden Zahlen. Wie üblich,

hat er seinen monatlichen und kommentierenden

Bericht anhand der Kriterien

Lagerabsatz, -bestand, -reichweite

und -verkaufspreise gegliedert.

Lagerabsatz

Im Januar und Februar wurden jeweils

etwas mehr als 900.000 t Walzstahlfertigerzeugnisse

abgesetzt. Im März

wurde mit 1,06 Mio. t sogar die Eine-

Million-Tonnen-Marke geknackt. Ein

solches Volumen wurde letztmals im

Mai 2011 erreicht. Eine gewisse Ausgleichsbewegung

folgte im April mit

Ostern, deutlich weniger Arbeitstagen

und einem Absatz von knapp 860.000t.

Trotz der Feiertage konnten im Mai

wieder knapp über 1 Mio. t abgesetzt

werden. Auch die Sommermonate Juni,

Juli und August verliefen sehr ordentlich.

Stabil zeigte sich auch das Geschäft

im September. Es wurden 908.000 t

Walzstahlfertigerzeugnisse abgesetzt.

Dies sind zwar 2,5 % weniger als im

Vorjahresmonat. Bei arbeitstägiger

Betrachtung konnte jedoch mehr Tonnage

erzielt werden.

Besonders dynamisch verliefen in den

ersten neun Monaten die Lagerabsätze

bei Betonstahl sowie Bandblech und

oberflächenveredeltem Blech. Das

Geschäft bei Quartoblech gestaltete

sich hingegen schwächer als in der

Vorjahresperiode. Der Absatz von Trägern

und Stabstahl zeigte sich recht

stabil.

Insgesamt wurde bei Walzstahlfertigerzeugnissen

in den ersten neun

Monaten dieses Jahres 3,7 % mehr

Menge als im Vorjahreszeitraum abgesetzt.

Sollte sich dieser Trend in den

kommenden Monaten fortsetzen,

könnte bis zum Jahresende die beste

Tonnage seit 2012 erzielt werden.

Lagerbestand

Nach dem üblichen Lagerabbau zum

Jahresende 2016 legten die Lagerbestände

im Januar und bei den meisten

Produkten auch im Februar 2017 spürbar

zu. Schon im März kam es zu einem

Lagerabbau, der sich in den Juni hinein

fortsetzte. Im Juli wurde ein leichter

Lageraufbau beobachtet. Im August

wurden die Läger dann kräftig und im

September moderat zurückgefahren.

Zum 30. September wurden von der

deutschen Stahldistribution 2,21 Mio.t

Walzstahlfertigerzeugnisse bevorratet.

Dies ist für einen Herbstmonat ein

niedriger Bestand. Er liegt 2,4 % unter

dem Wert, der vor zwölf Monaten

gemeldet wurde.

Lagerreichweite

Ordentliche Lagerabsätze und niedrige

Bestände führen zwangsläufig zu

einer überschaubaren Lagerreichweite.

Sie lag im September bei 2,4 Monaten

bzw. 72 Tagen und damit auf Vorjahresniveau

(vgl. Abb. 1).

Lagerverkaufspreise

Den Angaben des BDS-Marktinformationsverfahrens

für durchschnittliche

Verkaufspreise im kleinlosigen Bereich

zufolge setzte sich der starke Preisanstieg,

der am Ende des Jahres 2016

angefangen hatte, im ersten Quartal

2017 fort. Dieser fiel bei Flachprodukten

sowie Quadrat- und Rechteckrohren

noch deutlich ausgeprägter aus

als bei Langprodukten. Im Laufe des

Frühjahrs ebbte dieser Preisauftrieb

von Produkt zu Produkt unterschiedlich

ab und es wurden auch wieder fallende

Preise im Markt festgestellt.

Ab dem Sommer zogen die Werkspreise,

teilweise sehr spürbar, wieder

an. Besonders stark war der Preisaufbau

diesmal bei Langprodukten

und nahtlosen Rohren. Auch im Handel

konnten signifikante Preissteigerungen

verzeichnet werden (vgl. Abb.

2 und 3). 2

34

Stahlreport 12|17


Quelle Bild 2 u. 3: BDS Quelle: Statistisches Bundesamt/BDS

lagerAbsatz und Lagerreichweite der Stahldistribution Abb. 1

140

120

100

80

60

40

20

0

Preisentwicklung bei Langprodukten Abb. 2

160

150

140

130

120

110

100

90

Index (Januar 2010 = 100)

Formstahl Breitflanschträger Stabstahl Betonstahl in Stäben Betonstahlmatten

Preisentwicklung bei Flachprodukten und Rohren Abb. 3

Index (Januar 2010 = 100)

150

140

130

120

110

100

90

80

n Absatzindex (2007 = 100)

n Lagerreichweite in Tagen

200

180

106

160

91 95

99 101 96

92 140

89 90 93 90

92 92

94 98

86

91

120

68

100

81 84 78 78 75 72 78 69 99 78 81 69 84 72 72 75 69 72

80

60

40

20

0

Ø

2013

Ø

2014

Ø

2015

Ø

2016

Ø

2017

Sep.

2016

Okt.

2016

Nov.

2016

Dez.

2016

Jan.

2017

Feb.

2017

Mär.

2017

Apr.

2017

Mai

2017

Juni

2017

Juli.

2017

Aug.

2017

Sep.

2017

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

1. Q. 2010

2. Q. 2010

3. Q. 2010

4. Q. 2010

1. Q. 2011

2. Q. 2011

3. Q. 2011

4. Q. 2011

1. Q. 2012

2. Q. 2012

3. Q. 2012

4. Q. 2012

1. Q. 2013

2. Q. 2013

3. Q. 2013

4. Q. 2013

1. Q. 2014

2. Q. 2014

3. Q. 2014

4. Q. 2014

1. Q. 2015

2. Q. 2015

3. Q. 2015

4. Q. 2015

1. Q. 2016

2. Q. 2016

3. Q. 2016

4. Q. 2016

1. Q. 2017

2. Q. 2017

3. Q. 2017

Quartoblech Bandblech Kaltgewalztes Blech OV Blech Quad. & RE-Rohr Nahtloses Rohr

Absatz und Lagerreichweite

der

Stahldistribution

Preisentwicklung

bei Langprodukten

Preisentwicklung bei

Flachprodukten und

Rohren

Stahlreport 12|17

35


BDS

Berufsbildung

Was der BDS mit dem Forum DistancE-Learning gemeinsam hat

Immer weniger Distanz

Immer öfter tauchen Termine des Forum DistancE-Learning auf dem Kalender der BDS-Berufsbildung

auf – etwa in diesem Herbst: Fachgruppe Anbieter (19.9. in Würzburg), DQR-Gespräch (26.10. in Köln),

Kongress „Social Media Learning“, Verleihung der Studienpreise und Mitgliederversammlung (6./7.11.

in Berlin) sowie Pädagogischer Arbeitskreis (16.11. in Köln). Was es mit dieser neuen Nähe auf sich hat,

erläutert nachfolgend Dr. Ludger Wolfgart, Bereichsleiter Berufsbildung beim BDS, der die genannten

Termine auch wahrgenommen hat.

Seit rund drei Jahren ist der

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) Mitglied im Forum DistancE-

Learning (FDL), dem Fachverband für

Fernlernen und Lernmedien mit Sitz

(noch) in Hamburg. Grund dafür ist

die auch in der Berufsbildung fortschreitende

Digitalisierung, die den

Fernunterricht für den Stahlhandel

und verwandte Branchen immer wichtiger

werden lässt. Gleichzeitig werden

die Berufsbildungsmärkte, auf

denen sich diese Entwicklung vollzieht,

immer komplexer und komplizierter

– technisch, ökonomisch und

methodisch. Lernen am Bildschirm

gehört ebenso zu diesen Herausforderungen

wie der wirtschaftliche Wettbewerb

zwischen formalen und nonformalen

Angeboten oder die

Bewältigung der didaktischen Reduktion

zur Verbesserung der Bildungsergebnisse.

Vor diesen Hintergründen

haben BDS und FDL ihre

Zusammenarbeit in den vergangenen

Jahren immer mehr intensiviert:

z Das gilt etwa für die Fachgruppe der

Anbieter, in der alle nicht-hochschulischen

Fernunterrichtsakteure im

FDL organisiert sind. Diese etwa 60

Marktteilnehmer treffen sich in der

Regel viermal pro Jahr zur Facharbeit

und zum Meinungsaustausch.

Im September in Würzburg standen

die Fortbildung zum Thema Bildungsurlaub

oder zum Aufstiegs-

BAföG ebenso auf dem Programm

des eintägigen Treffens wie der Meinungsaustausch

der Positionierung

der Verbandsmitglieder zu aktuellen

bildungspolitischen Themen.

z Zu diesen gehört derzeit insbesondere

der Deutsche Qualifikationsrahmen

(DQR), zu dem sich der BDS

regelmäßig auch mit der Leitungsspitze

des FDL austauscht – im Council

DQR oder – wie im Oktober – bilateral

mit FDL-Präsident Mirko Fretter.

Der DQR ist für den BDS und die

beiden anderen am berufsbegleitenden

Fernstudium zur Betriebswirtin/zum

Betriebswirt beteiligten Verbände

besonders wichtig, weil er im

Wettbewerb mit den Hochschulabschlüssen

die Marktpositionen der

entsprechenden Angebote entscheidend

definiert.

z Zudem beeinflusst der DQR – beispielsweise

durch seine Kompetenz-,

Lernziel- und Handlungsorientierung

sowie seine Nähe zum

Qualitätsmanagement zunehmend

alle beruflichen Bildungsangebote

und deren Wettbewerbsfähigkeit.

Das ist Anfang November in Berlin

deutlich geworden, als das FDL im

Rahmen eines Tageskongresses mit

dem Titel „Social Media Learning“

über die mediendidaktische Integration

sozialer Medien beraten, mit

Lernerfolgen die Öffentlichkeit

gesucht (vgl. gesonderte Berichterstattung

in diesem Heft in der Rubrik

Wissenswertes) und auf der Mitgliederversammlung

am Folgetag mit

bildungspolitischen Entscheidungen

beispielsweise den Verbandssitz

nach Berlin verlegt und beschlossen

hat, statt auf ehren- immer mehr auf

hauptamtliche Strukturen zu setzen.

z Wichtige Quelle für die BDS-Berufsbildungsangebote

ist schließlich die

Mitarbeit im Pädagogischen Arbeitskreis

des FDL, der sich zuletzt Mitte

November in Köln zu seiner inzwischen

70sten Sitzung getroffen hat.

In deren Mittelpunkt stand diesmal

ein Meinungsaustausch mit Pädagogikexperten

der RWTH Aachen.

Durchgängiger Schwerpunkt des

Arbeitskreises ist seit einiger Zeit,

wie sich die Digitalisierung des Lehrens

und Lernens auf die didaktischen

Konzepte des Fernunterrichts

auswirkt. Ob es dabei um den

berühmten neuen Wein in alten

Schläuchen oder um komplett innovative

Ansätze geht, das diskutiert

in diesem Kreis intensiv auch die

Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU)

mit, die u.a. für die Zulassung auch

des BDS-Fernstudiums zuständig ist.

Da zunehmende Vernetzung als Antwort

auf die fortschreitende Digitalisierung

nicht nur inhaltlich, sondern

auch personell das Gebot der

Stunde sein sollte, hat sich Dr. Ludger

Wolfgart bereiterklärt, auf der

nächsten Sitzung der FDL-Fachgruppe

der Anbieter am 16.1.18 in Essen für

den Vorsitz dieses Gremiums zu kandidieren.

2

36 Stahlreport 12|17


Karrieremöglichkeiten im Stahlhandel

Auf dem Weg nach oben

Etwas Theorie muss der Referent vom Bundesverband Deutscher Stahlhandel (BDS) seinen

jungen Arbeitskreiszuhörern schon zumuten, wenn er über deren mögliche Karrieren spricht. Um

trotzdem anschaulich zu sein, stellt er vor dem Branchennachwuchs zu solchen Gelegenheiten

gerne eine Leiter auf, deren Stufen die Etappen auf dem Weg nach oben darstellen und deutlich

machen, dass in dem neuen System des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) zwischen Schul-,

Berufs- und Hochschulbildung nur in bestimmten Fällen gewechselt werden muss.

Die Arbeitskreise des Stahlhandels

sind vom BDS unterstützte

Brancheneinrichtungen zur firmenübergreifenden

Ausbildungsbegleitung.

Karrierefragen werden in diesen

Gruppen daher häufig thematisiert

– zuletzt im November in Hamburg,

wo Dr. Ludger Wolfgart dazu referierte.

Er ist bei der BDS AG als Chefredakteur

der Fachzeitschrift „Stahlreport

für Brancheninformationen

und als Bereichsleiter für die Berufsbildung

zuständig.

Karrierebezogen hatte er für sein

Vortragsgespräch zwei Neuigkeiten

und eine Botschaft mitgebracht:

Die Ausbildungslandschaft in der

Branche ändert sich ab 2018 durch

den neuen Beruf der Kaufleute im

E-Commerce und ab 2019 durch die

überarbeitete Fassung der Ausbildungsordnung

für Kaufleute im

Groß- und Außenhandel. Damit werden

Trends in Wirtschaft und Gesellschaft

aufgegriffen, die sich bis

dahin Ausgebildete in ihren Berufsjahren

durch Fort- und Weiterbildung

aneignen müssen – auf der

Basis des DQR:

z Mit dem ab dem kommenden Jahr

zur Verfügung stehenden Ausbildungsberuf

„Kaufmann/Kauffrau

im E-Commerce“ rücken elektronische

Handelskanäle in den Mittelpunkt

des Interesses – und zwar

gemeinsam im Groß- und im Einzelhandel,

also Wertschöpfungsstufen

überschreitend.

z Diese Auswirkungen der Digitalisierung

greift auch die Überarbeitung

des aus 2006 stammenden Ausbildungsberufs

„Kaufmann/Kauffrau

im Groß- und Außenhandel“

auf, der voraussichtlich ab 2019 im

Titel verändert „… für Groß- und

Außenhandelsmanagement“ steht.

z Zu den diese Veränderungen auslösenden

Trends gehört auch der

Paradigmenwechsel, künftig alle

Bildungsabschlüsse in einem System

zusammenzufassen und über

den DQR nicht gleich aber vergleichbar

zu machen: handlungs-, kompetenz-

und lernzielorientiert.

Vor diesem theoretischen Hintergrund

erläuterte Wolfgart seinen

Zuhörerinnen und Zuhörern beispielsweise,

dass und warum sie sich

in ihrer Weiterbildung mit Themen

wie Compliance und Nachhaltigkeit

oder mit digitalen Geschäftsprozessen

beschäftigen müssen – drei

neuen Inhalten in den genannten

Ausbildungsordnungen, die auf der

vierten von acht DQR-Stufen verortet

sind. Vor allem versuchte er, dem

Branchennachwuchs klar zu machen,

dass es nach DQR nicht darum geht,

spezielle Qualifikationen oder sinnloses

Vorratswissen zu erwerben,

sondern um die Fähigkeit, sich mit

neuen fachlichen und personalen

Kompetenzen allgemeiner Art diese

spezifischen Möglichkeiten bei Bedarf

selber aneignen zu können.

Gerade diese Fähigkeit zeichnet

die Absolventen des verbandlichen

Fernstudiums aus, an dessen erfolgreichem

Ende nach drei Jahren

berufsbegleitenden Lernens der Titel

„Betriebswirtin/Betriebswirt Stahlhandel

BDS“ verliehen wird. Er ist

nach Selbsteinschätzung anhand der

Kriterien des Forums DistancE Learning

auf den Niveaustufe 7 des achtteiligen

DQR eingeordnet, auf der

im Hochschulbereich der Master-

Abschluss verortet ist.

Der nächste Vortrag dieser Art,

bei dem ebenfalls die berufsbildenden

Veröffentlichungs- und Veranstaltungsangebote

des BDS vorgestellt

werden, findet am 18.

Dezember vor dem Duisburger

Arbeitskreis statt. 2

Stahlreport 12|17

37


BDS

Recht/Kommunikation

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung in Unternehmen

Der betriebliche Datenschutzbeauftragte

Der richtige und rechtssichere Umgang und Schutz personenbezogener Daten der

Kunden und der eigenen Mitarbeiter ist eine nicht zu unterschätzende Aufgabe für

Unternehmen. Vor dem Hintergrund der immer strenger und umfangreicher werdenden

Anforderungen der Gesetzgeber ist für dessen Bewältigung die Bestellung eines

externen oder internen Datenschutzbeauftragten in den meisten Fällen notwendig,

sinnvoll und unumgänglich. Rechtsanwältin Bahar Beyaz von Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB über die Aufgaben und Pflichten eines Datenschutzbeauftragten.

Foto: Henseler & Partner

Rechtsanwältin

Bahar Beyaz,

Henseler & Partner

Rechtsanwälte mbB

Ein Datenschutzbeauftragter

überwacht, organisiert und stellt

sicher, dass die datenschutzrechtlichen

Vorschriften eingehalten werden.

Besonderes Augenmerk liegt

hierbei vor allem auf dem Schutz

und dem richtigen Umgang mit personenbezogenen

Daten. Digitalisierung,

Big Data und Industrie 4.0,

sind nur einige der Entwicklungen,

die einen sorgfältigeren Umgang mit

sensiblen Kunden- und Mitarbeiterdaten

erfordern.

Mitarbeiterzahl regelt Pflicht für

Datenschutzbeauftragten

Für Unternehmen, die mindestens

zehn Personen mit automatisierter

Datenverarbeitung beschäftigen, ist

die Bestellung eines Datenschutzbeauftragten

verpflichtend. Automatisierte

Datenverarbeitung ist die

Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung

personenbezogener Daten unter

Einsatz von Datenverarbeitungsanlagen.

Mitarbeiter- und Kundendaten

werden heute fast ausnahmslos

automatisiert verarbeitet, da es kaum

noch ein Unternehmen ohne Computer

gibt. Daher sind Unternehmen

mit mehr als zehn Beschäftigten zur

Bestellung eines betrieblichen Datenschutzbeauftragten

verpflichtet.

Datenbeauftragter: intern nennen

oder extern beauftragen

Zunächst sollte die Frage geklärt werden,

ob ein interner oder externer

Datenschutzbeauftragter bestellt wird.

Hierbei kann ein bereits im Unternehmen

Beschäftigter Mitarbeiter

benannt oder ein externer Beauftragter

auf der Grundlage eines Dienstleistungsvertrages

zum Datenschutzbeauftragten

bestellt werden.

In jedem Fall sollte dieser über

ausreichende und geeignete berufliche

Qualifikationen verfügen. Hierbei

richtet sich das erforderliche Fachwissen

insbesondere nach der Art

der durchgeführten Datenverarbeitung

und dem erforderlichen Schutz

der verarbeiteten personenbezogenen

Daten. Je sensibler die Daten,

desto höher die Anforderungen.

Durch Vor- und Weiterbildungen

sollte ein Datenschutzbeauftragter

über ein umfassendes Detailwissen

auf dem Gebiet des Datenschutzrechtes

und der Datenschutzpraxis verfügen.

Informieren, beraten,

Einhaltung überwachen

Sowohl nach geltendem Recht als

auch nach der Datenschutzreform

muss ein Datenschutzbeauftragter

das Unternehmen selbst, dessen Auftragsdatenverarbeiter

sowie die

Beschäftigten, die personenbezogene

Daten verarbeiten, über ihre Pflichten

in Bezug auf den Datenschutz

unterrichten und beraten. Darüber

hinaus überwacht er die Einhaltung

der Vorgaben und Vorschriften zum

Datenschutz.

Die Datenschutz-Grundverordnung

(DS-GVO) bestimmt durch zahlreiche

Neuerungen weitere Aufgaben

und Befugnisse eines Datenschutzbeauftragten.

Neben der Schulung von

Mitarbeitern und deren Sensibilisierung

für den Datenschutz obliegt diesem

die Verpflichtung zur Zusammenarbeit

mit den Aufsichtsbehörden.

Im Unterschied zur bisherigen Rechtslage

wird der Datenschutzbeauftragte

zum primären Ansprechpartner der

Aufsichtsbehörden.

Darüber hinaus soll er zudem für

alle Kunden und Mitarbeiter als vorrangige

Kontaktperson auftreten und

Betroffenen bei Fragen zu den Datenverarbeitungsprozessen

oder der Geltendmachung

von Rechten, wie deren

Auskunftsrechte, zur Verfügung stehen.

Für die ordnungsgemäße Erfüllung

dieser Aufgaben wird die

Bekanntgabe des Namens und der

Kontaktdaten des Datenschutzbeauf-

38 Stahlreport 12|17


tragten verpflichtend, zum Beispiel

im Rahmen der Datenschutzerklärung

auf der Unternehmenswebseite.

Die Bedeutsamkeit dieser Neuerung

ist beachtlich, da bislang ein Unternehmen

nur gegenüber Aufsichtsbehörden

zu näheren Angaben über

den bestellten Datenschutzbeauftragten

verpflichtet war.

Die nunmehr zu beachtenden

Kooperationspflichten können einen

Datenschutzbeauftragten jedoch auch

in eine konfliktträchtige Situation

bringen, da er bei der Zusammenarbeit

mit den Aufsichtsbehörden sowie

bei Auskünften, die er Kunden, Nutzern

und anderen Betroffenen erteilt,

nicht nur die Anforderungen des

Datenschutzrechtes, sondern auch

die berechtigten Interessen des Unternehmens

im Auge behalten muss.

Um die Balance zwischen möglichst

umfassendem Datenschutz und

ausreichend freiem Datenfluss meistern

zu können, ist eine funktionierende

und verantwortungsvolle

Zusammenarbeit zwischen der

Geschäftsleitung und dem Datenschutzbeauftragten

unumgänglich.

Keine Persönliche Haftung

Für die Haftung des betrieblichen

Datenschutzbeauftragten ergeben

sich im Rahmen der DS-GVO keine

weitreichenden Änderungen. Aufgrund

seiner Weisungsbefugnisse

kommt er nur unter engen Voraussetzungen

als Täter oder Teilnehmer

einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit

in Betracht. Eine Haftung aufgrund

einer unterlassenen Handlung

Info

ist ebenfalls nicht vorgesehen. Auch

in Bezug auf die zivilrechtliche Haftung

ergeben sich keine Änderungen.

Die Haftungsrisiken für den

Datenschutzbeauftragten nehmen im

Rahmen der DS-GVO insgesamt nicht

zu, da die alleinige persönliche Verantwortung

für die Sicherstellung

der Einhaltung dieser Verordnung

das Unternehmen selbst trägt.

Welche Sanktionen treffen das

Unternehmen bei Verstoß gegen

die obigen Grundsätze?

Bereits nach der noch geltenden Regelung

des Bundesdatenschutzgesetzes

(BDSG) stellt das vorsätzliche

oder fahrlässige Versäumnis der

Bestellung eines betrieblichen Datenschutzbeauftragten

und auch eine

nicht in der vorgeschriebenen Weise

oder nicht rechtzeitig erfolgte Bestellung

eine Ordnungswidrigkeit dar,

die mit Bußgeld in Höhe von bis zu

50.000 € belegt werden kann. Nach

der DS-GVO ist sogar ein Bußgeld von

bis zu 10 Mio. € oder 2 % des weltweiten

Jahresumsatzes möglich, je

nachdem welcher Betrag höher ist.

Beachtlich in diesem Zusammenhang

ist auch, dass der gesamte Konzernumsatz

zur Bemessung herangezogen

wird, selbst wenn nur eine

Einheit im Unternehmen hiergegen

verstoßen hat. Insbesondere die Höhe

der angedrohten Bußgelder erfordert

ein datenschutzrechtskonformes Vorgehen

der betroffenen Unternehmen,

welche sich nicht auf eine Untätigkeit

der Aufsichtsbehörden verlassen

sollten. 2

Ab dem 25.05.2018 gilt in der Europäischen Union die Datenschutzgrundverordnung

(DS-GVO). Sie enthält strengere Bestimmungen und

Vorgaben für den Umgang der Unternehmen mit personenbezogenen

Daten ihrer Mitarbeiter und Kunden. Im Zuge der Reform wird auch das

noch geltende Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) durch das neue Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG-neu) ersetzt, welches die genannte Verordnung

ergänzt. Die E-Privacy-Verordnung, ebenfalls ab dem 25.05.2018 geltend,

soll an die DS-GVO anknüpfen und deren Regelungsbereich spezifisch für

die Nutzung elektronischer Kommunikationsdienste und -vorgänge komplettieren.

Anlässlich der Reformierung des Datenschutzrechtes ab Mai 2018 sollen

die wichtigsten Änderungen und damit einhergehenden praktischen

Anforderungen in Unternehmen in der Reihe „Die EU-Datenschutz-Grundverordnung

in Unternehmen“ von Rechtsanwalt Dr. Thorsten Hauröder

und Rechtsanwältin Bahar Beyaz von Henseler & Partner Rechtsanwälte

mbB dargestellt werden.

Der Flyer zur Veranstaltung ist ab Januar

beim BDS verfügbar

Fachtagung am 1. März 2018

in Düsseldorf

BDS-Rohrtag 2018

Auf dem BDS-Rohrtag steht der

Rohrmarkt im Mittelpunkt – von der aktuellen

Konjunkturlage über Vertriebsfragen

bis hin zur Einkäuferperspektive. Die

BDS-Veranstaltung findet an 1. März

2018 im Van der Valk-Airporthotel in Düsseldorf

statt und richtet sich an sowohl

an Mitglieder wie Nicht-Mitglieder. Erwartet

werden zu der Fachveranstaltung

mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

aus Industrie, Handel und Verarbeitung.

Ein vorläufiges Programm sowie

ein Anmeldeformular gibt es unter

www.stahlhandel.com/rohrtag 2018.

Themen rund um Rohre und Rohrzubehör

aus Stahl werden sein:

z Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen

und Ausblick 2018

z Die Sicht der Einkäufer: Stahlbau +

Maschinenbau

z Aktuelle Rechtsfragen rund um die

Stahl-Distribution

z Der Blickwinkel des Stahlhandels

z Rohre und Rohrzubehör nach ASTM

und EN

Am Vorabend der Tagung findet – ebenfalls

im Van der Valk-Airporthotel – ein

Get-together statt.

Begleitend zur Tagung werden sich die

Ausrüster und Dienstleister der Branche

in einer Ausstellung präsentieren.

[ Info ]

Informationen zur Ausstellung und zur

Veranstaltung sowie Anmeldung unter:

www.stahlhandel.com/rohrtag2018

Stahlreport 12|17

39


Verbände

und Politik

Bericht

BME-Symposium in Berlin spannte einen weiten Bogen

Von der Stahl- zur Friedenspolitik

Einen Bogen von der europäischen Stahl- zur Friedenspolitik der Europäischen Union geschlagen

hat das diesjährige BME-Symposium Anfang November in Berlin. Für dieses Themenspektrum

standen als Keynote-Speaker am Anfang Heinz Jörg Fuhrmann von Salzgitter und zum Schluss

Linken-Politiker Gregor Gysi. Dazwischen bot der dreitägige Einkäuferkongress mit begleitender

Ausstellung unter dem Motto „Mehrwert. Globale Netzwerke“ den knapp 2.000 Teilnehmern mit

rund 150 Referenten in etwa 50 Einzelveranstaltungen wiederum eine Fülle an Branchendetails.

Am Anfang des

Spannungsbogens,

den das BME-Symposium

aufzeigte:

Prof. Dr.-Ing. Hans

Jörg Fuhrmann

schilderte aus Sicht

der Salzgitter AG

die aktuellen

Herausforderungen

für die globalen

Stahlmärkte.

Fotos, 2: Marotzke/Weiler, BME e.V.

Die globalen Beschaffungsmärkte

geraten immer mehr in den

Bann der Politik und erfordern vom

Einkauf, seine Strategien permanent

anzupassen, machte das Treffen deutlich.

Außerdem: Der dabei zu berücksichtigende

Megatrend der Digitalisierung

werde die smarte Vernetzung

innerhalb und außerhalb der Unternehmen

forcieren – mit noch unabsehbaren,

vor allem aber strukturellen

Folgen. Diese Unsicherheiten

erzeugen selbst – oder gerade – in

Zeiten guter konjunktureller Entwicklungen

Ängste.

Wirtschaft

Bereits zum 52. Mal hatte der Bundesverband

Materialwirtschaft, Einkauf

und Logistik e.V. (BME) zu diesem Jahrestreffen

eingeladen, und auch der

Auftritt von Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg

Fuhrmann, Vorsitzender des Vorstands

der Salzgitter AG, war keine Premiere

in diesem Rahmen. Diesmal berichtete

er für das wichtige Einkaufsgut

Stahl von den aktuellen Handelskonflikten

und plädierte für einen faireren

Umgang miteinander.

Am Weltstahlmarkt herrsche

„ein veritabler Handelskrieg“, sagte

Heinz Jörg Fuhrmann und verwies

darauf, dass 40 % aller weltweiten

Handelsschutzmaßnahmen Stahlerzeugnisse

betreffen. Europa sei in

dieser Situation leider benachteiligt,

ergänzte der Stahlmanager: Während

die EU aus Prinzip den eigenen

Wirtschaftsraum offenhalte, würden

andere Länder ihre Märkte zunehmend

abschotten. Außerdem sei

Europa die einzige Weltregion, in

der das Problem der Stahlüberkapazitäten

ernsthaft angegangen werde.

In diesen Zusammenhängen warnte

Fuhrmann die versammelten Einkäufer

eindringlich davor, die für

sie aus den genannten Konflikten

resultierenden attraktiven Stahlpreise

– etwa für Produkte aus China

– für dauerhaft zu halten. „Daran

glauben Sie doch wohl nicht ernsthaft!“

Politik

Auch Dr. Gregor Gysi MdB warnte

in seinem Kongressbeitrag vor Illusionen.

Der Präsident der Europäischen

Linken hatte sich für seine

Rede über die Zukunft Europas die

Alternative „fantastisch oder furchtbar“

gewählt – und zeigte bei der

Beantwortung dieser Fragestellung

den volkswirtschaftlichen Rahmen

40 Stahlreport 12|17


auf, in dem sich seiner Meinung nach

nicht nur die großen Marktakteure

bewegen sollten. Und die friedensorientierten

Bürger der EU müssten

sich entscheiden, ob sie künftig ein

Europa der Demokratie oder des

nationalen Autoritarismus haben

wollen.

Europa befindet sich seiner Meinung

nach in einem strukturellen

Dilemma, das es aufzulösen gelte.

„Die Eurokrise ist nur äußerer Ausdruck

eines Leistungsbilanzungleichgewichts

zwischen starken

Nationen wie Deutschland und

schwachen wie Griechenland.“ Deshalb

schlage er die Vergabe europäischer

Aufbaukredite für kriselnde

Staaten vor, fügte Gysi hinzu. Hilfreich

sei zudem eine Schuldenkonferenz

für die gesamte Eurozone.

Davon würde vor allem Griechenland

profitieren, letztlich aber alle

europäischen Akteure.

Digitalisierung

Die wachsende Zahl geopolitischer

Risiken verlange von den Unternehmen

ein anderes Krisenmanagement.

„Es geht dabei vor allem um einen

Kulturwandel. Krisen müssen bereits

im Tagesgeschäft berücksichtigt werden“,

sagte Jan Henning Mehlfeldt,

Executive Vice President, Purchasing

& Supplier Quality der Webasto

Group, zu Beginn des Abschlussplenums.

Dazu seien agile Organisationen

erforderlich, die für Flexibilität

bei der Zuordnung von Verantwortlichkeiten,

flache Strukturen und

schnelle Entscheidungswege sorgen.

Auf die gravierenden Auswirkungen

der digitalen Transformation

für Unternehmensstrukturen

ging Gabriele Sons näher ein, bisher

Vorstandsmitglied und Chief Human

Resources Officer der thyssenkrupp

Elevator AG. Industrie 4.0 erfordere

auch Unternehmenskultur 4.0.

Umbrüche wie die Digitalisierung

der Wirtschaft verursachten bei Mitarbeitern

und Vorgesetzten Ängste.

Führungskräfte, die es schafften,

diese Befürchtungen in positive Energie

beispielsweise für die permanente

beruflich Bildung umzuwandeln,

würden künftig die Nase vorn

haben. Industrie 4.0 bedeute aber

auch, sich auf Neuland zu begeben.

Sons: „Dann muss man aber auch

Fehler machen dürfen.“

Bereits am ersten Kongresstag

hatte BME-Vorstandsvorsitzender

Horst Wiedmann in seiner Eröffnungsrede

darauf hingewiesen,

dass nicht nur Industrie 4.0 Einkauf,

Logistik und Supply Chain

Management herausfordere. Hinzu

kämen die aktuellen, sich immer

mehr weltweit ausbreitenden Tendenzen

des Populismus, Protektionismus

und Nationalismus. Auch

diese führten zu einem international

turbulenten Umfeld für die Europäische

Union und insbesondere

die deutsche Industrie. „Wir alle

sind gefordert, uns diesen Veränderungen

und Bedrohungen aktiv

zu stellen und diese zu meistern.

Der Treibstoff, um diese Umwälzungen

zu meistern, sind Neugier

und keine Angst vor dem Scheitern

zu haben“, appellierte der BME-

Vorstandsvorsitzende. „Change is

the new Normal.”

Die Logik der Vernetzung laute:

Gemeinsam sind wir stärker als jeder

für sich allein. Nach dieser Logik

sollten Einkaufs- und Supply-Chain-

Verantwortliche ihre Strategien neu

austarieren. Es gehe für sie darum,

Wertbeiträge in ihren Lieferketten

zu finden und diese systematisch

zu heben. Dafür müssten sich Einkäufer,

Logistiker und Supply Chain

Manager personell, organisatorisch

und informationstechnisch richtig

aufstellen. Das hatte Dr. Silvius Grobosch,

Mitglied des geschäftsführenden

BME-Bundesvorstands, auf

einer Pressekonferenz zur Mitte des

Kongresses aus diesem Ansatz

geschlussfolgert, um – auch in Berlin

– deutlich erkennbare Zukunftsängste

der Branche zu zerstreuen.

Konjunktur

Dabei machte der BME-Kongress auch

deutlich, wie hochtourig und rund der

deutsche Industrie-Motor läuft. Laut

Einkaufsmanager-Index des BME (EMI)

ist das Verarbeitende Gewerbe im September

so kräftig gewachsen wie seit

über sechs Jahren nicht mehr. Der

EMI verbesserte sich im Berichtsmonat

gegenüber August um 1,3 Punkte

und erreichte mit 60,6 den höchsten

Wert seit April 2011. Produktion und

Beschäftigung legten sogar noch stärker

zu als im August. Rekordverdächtig

lange Lieferzeiten deuten jedoch

auf erhebliche Lieferschwierigkeiten

hin, und der Anstieg der Einkaufspreise

hat sich ebenfalls erheblich

beschleunigt.

„Der Preisanstieg bei den Industriemetallen

hat mittlerweile absurde

Züge angenommen und ist unseres

Erachtens schon lange übertrieben“,

bestätigte auch Eugen Weinberg, Leiter

Commodity Research der Commerzbank

AG, auf dem BME-Symposium.

Die Preise seien zu einem

Großteil spekulativ getrieben und der

Anstieg stehe daher auf wackeligen

Beinen. „Wir erwarten deshalb in den

nächsten Monaten eine deutliche Preiskorrektur“,

fügte Weinberg hinzu. Es

habe in den vergangenen Monaten

durchaus spezifische Nachrichten

gegeben, die einen Preisanstieg bei

den Metallen rechtfertigten. Diese

Nachrichten seien auch konsequent zu

Käufen genutzt, preisbelastende Nachrichten

dagegen bis zuletzt ignoriert

worden. Das Ausmaß des Preisanstiegs

halte er daher für überzogen. 2

Zum Abschluss des

BME-Symposiums

skizzierte Linken-Politiker

Dr. Gregor Gysi den

politischen Rahmen,

in dem europäische

Unternehmen und

Gesellschaften die

aktuellen Herausforderungen

lösen müssen.

[ Info ]

Das 53. BME-

Symposium Einkauf

und Logistik findet

vom 14.-16.11.18

wiederum in Berlin

statt.

Stahlreport 12|17

41


Verbände

und Politik

Bericht

Deutscher Handelskongress in Berlin

Einblicke zum Auftakt

Bereits der erste Halbtag des Deutschen Handelskongresses Mitte November in Berlin machte deutlich,

wie weit und warum der Einzelhandel in Sachen Digitalisierung fortschrittlich ist. Eingeladen zu

dem zweitägigen Branchenevent mit begleitenden Messeelementen hatte der HDE, der bei dieser

Gelegenheit auch in der Berufsbildung ein neues Profil aufzeigte.

Quelle: HDE













Mit diesem Flyer

informiert der Handelsverband

Deutschland derzeit

über den neuen

Ausbildungsberuf

„Kaufmann/Kauffrau

im E-Commerce“

Brancheninformation und

Berufsbildung gehören zusammen,

bilden eine logische Kette. Wenn

also Stefan Gent, Hauptgeschäftsführer

im Handelsverband Deutschland

(HDE), in seinem Grundsatzreferat

die aktuellen „Trends des

digitalen Wandels im Handel“ quantitativ

in der Erkenntnis zusammenfasste,

dass derzeit bereits die Hälfte

des seit Jahren und auch 2017 zu

verzeichnenden Umsatzzuwachses

der Distributionsbranche online

erwirtschaftet wird, muss sich dies

zwangsläufig auch in dem entsprechenden

Berufsbild und dessen Ausbildung

niederschlagen.

Deshalb gibt es ab 2018 mit

dem/der „Kaufmann/Kauffrau im

E-Commerce“ einen der seltenen

ganz neuen Ausbildungsberufe (vgl.

Kasten auf der nächsten Seite). Ihn

stellte auf dem Kongress Katharina

Weinert vor, HDE-Abteilungsleiterin

Bildungspolitik und Berufsbildung.

Zwei ihrer Botschaften, die leider

in der parallel beginnenden

Mittagspause etwas untergingen,

waren dabei besonders wichtig bzw.

interessant: Es handelt sich um

einen Ausbildungsberuf, der sich

branchenübergreifend durchsetzen,

also die noch bestehenden Grenzen

z.B. zwischen Einzel- und Großhandel

überwinden soll. Und: Die Schaffung

dieser neuen Karrierechance

für Kaufleute ist in kurzer Rekordzeit

gelungen.

Politik und Partner

Letzteres hat ganz offensichtlich

damit zu tun, dass der HDE die Digitalisierung

sozusagen wörtlich nimmt

und sich gut vernetzt hat. Wie weit

er damit gekommen ist, machte das

Programm schon am Auftakttag deutlich:

z Die Referenten aus den Unternehmen

der Branche berichteten als

Partner des Verbands ganz offen

über den Stand entsprechender

Projekte. Dazu gehörte beispielsweise

auch, dass Ralf Kleber, Country

Manager Germany bei Amazon,

dazu aufrief, mit den neuen

Möglichkeiten offensiv zu experimentieren

– unter der Voraussetzung

freilich, dass auch Fehler

akzeptiert werden.

z Weitere tragende Knoten im Netzwerk

des in Berlin ansässigen Verbands

steuerte die Politik bei. So

berichtete Andrea Nahles als Fraktionsvorsitzende

der SPD-Bundestagsfraktion

über entsprechende

Kontakte in ihrer Zeit als Arbeitsministerin

und hörte sich geduldig

den aktuellen Forderungskatalog

an, den HDE-Präsident Josef

Sanktjohanser in der Anmoderation

zu ihrem Referat formulierte.

Produktion und Präzision

In diese Zusammenhänge gehörte

auch das durchaus durchgängige

Bekenntnis zu der Erkenntnis, dass

die Digitalisierung mit Fortschritten

bei der Wirtschaftlichkeit auch

den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern

über die einzelnen Elemente

der Wertschöpfungsketten

zum Nutzen gereichen muss. Etwa

zum Thema des Mindestlohns wurde

aber auch deutlich, dass es in diesen

Zusammenhängen durchaus

unterschiedliche quantitative Vorstellungen

gibt.

Mehr Einigkeit wurde da schon

deutlich, als es um die Quellen des

wirtschaftlichen Fortschritts durch

die Digitalisierung ging: Produktion

kann präziser werden. Diesbezüglich

wurde in vielen Redebeiträgen aber

auch klar, dass davon der Handel

überdurchschnittlich betroffen ist.

Seine – auch volkswirtschaftlich –

42 Stahlreport 12|17


wichtigen Funktionen der klassischen

Raum- und Zeitüberbrückung

durch Transport- und Lagerlogistik

stehen auf dem Prüfstand, dürften

in Zukunft mehr denn je in Frage

gestellt werden; als neue Facette des

Konfliktes zwischen Betriebs- und

Volkswirtschaft.

Fazit

Vor diesen Hintergründen geriet eine

weitere Botschaft von Ralf Kleber

fast schon zum Fazit des Deutschen

Handelskongresses 2017: Es dürfe

bei der Digitalisierung nicht um einen

Kampf zwischen stationärem und

elektronischem Handel gehen, sondern

darum, wie sich beide Elemente

der Distribution sinnvoll ergänzen

können. 2

Kaufleute im E-Commerce

Ab Sommer 2018 soll in einem ganz neuen Beruf dreijährig ausgebildet werden können.

Gegenwärtig laufen dazu die letzten Zulassungsvorbereitungen. Die Tätigkeiten künftiger

Kaufmänner/Kauffrauen im E-Commerce stellen sich im Überblick wie folgt dar:

z Konzeption und Weiterentwicklung von Waren- und Dienstleistungssortimenten

z Beurteilung, Einsatz und Weiterentwicklung von Vertriebskanälen des E-Commerce

z Bewirtschaftung von Onlineportalen und Onlineshops sowie Unterstützung der Beschaffung

z Einsatz von Instrumenten der kaufmännischen Steuerung und Kontrolle im E-Commerce

z Gestaltung von Schnittstellen mit anderen Vertriebskanälen

z Beurteilung und Auswahl von Kommunikationskanälen, Gestaltung der internen und

externen Kommunikation

z Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen des Onlinemarketings

z Anbahnung und Abwicklung von Online-Waren- und Dienstleistungsverträgen

z Beurteilung in Einsatz verschiedener Bezahlsysteme

z Einhaltung von rechtlichen Bestimmungen im E-Commerce

z Anwendung projektorientierter Arbeitsweisen im E-Commerce

WV Stahl begrüßt Einigung

Berliner Gipfel zu

Stahl-Überkapazitäten

Unverständnis

Wirtschaftsvereinigung Stahl zum Emissionsrechtehandel

Mit Unverständnis hat die Wirtschaftsvereinigung

Stahl Mitte November

auf die Einigung im sogenannten Trilog

zwischen Europäischem Parlament, Ratspräsidentschaft

und EU-Kommission zum

Emissionsrechtehandel der vierten Handelsperiode

(2021–2030) reagiert.

„Mit diesem Ergebnis ist es Brüssel nicht

gelungen, Klimaschutz mit der industriellen

Wirklichkeit der Stahlindustrie in Einklang

zu bringen“, kritisierte Hans Jürgen Kerkhoff,

Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl. „Die Stahlindustrie in Deutschland

und Europa steht in einem intensiven globalen

Wettbewerb mit Konkurrenten aus Ländern,

die keine CO 2

-Kosten zu tragen haben.

Nun wird sie für das gesamte kommende

Jahrzehnt mit einer erheblich zu geringen

Zuteilung von Zertifikaten konfrontiert, die

sie nicht durch technische Maßnahmen ausgleichen

kann – dies ist eine existenzielle

Bedrohung für ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Zwar sei es richtig, dass die für die Industrie insgesamt

verfügbaren Zertifikate allgemein angehoben

werden sollen. Die Weiterführung der

Kompensationsregelung für emissionshandelsbedingte

Strompreissteigerungen sei ebenfalls

ein wichtiges Element zur Wahrung der industriellen

Wettbewerbsfähigkeit, auch wenn sie in

der heutigen Form noch nicht ausreichend sei.

„Unsere Appelle zu einer für die Stahlindustrie

besonders wichtigen Korrektur der nachgewiesen

technisch nicht erreichbaren

Benchmarks sind hingegen unbeantwortet

geblieben“, bemängelt Kerkhoff. Dabei habe

das Europäische Parlament sogar entsprechende

Vorschläge vorgelegt. „Die neue Bundesregierung

muss nun dringend einen Weg

für eine nachhaltige Lösung dieses Problems

für die Stahlindustrie finden“, so Kerkhoff.

Ende November berieten die Wirtschaftsminister

der G20-Staaten und einer

Reihe weiterer OECD-Staaten in Berlin über

politische Handlungsempfehlungen zum

Abbau der weltweiten Stahl-Überkapazitäten

und dem Aufbau eines Monitoringsystems, mit

dem Fortschritte überprüft werden können.

Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung

Stahl, begrüßte das dort

erzielte Ergebnis der Verhandlungen unter

der deutschen G20-Präsidentschaft: „Die

heute getroffene Vereinbarung ist ein erster

wichtiger politischer Schritt zum Abbau von

Stahl-Überkapazitäten. Weitere müssen nun

unter der kommenden argentinischen G20-

Präsidentschaft folgen. Am Ende braucht es

verbindliche Regeln, die die marktwirtschaftlichen

Anpassungsprozesse stärken.“

Kerkhoff zufolge müssen alle marktverzerrenden

Subventionen auf den Prüfstand.

In diesem Zusammenhang stehe China

besonders in der Verantwortung, ihre

Ankündigungen umzusetzen. Im Hinblick

auf weltweit ansteigende protektionistische

Tendenzen müsse auch die US-Administration

ihren Beitrag leisten. So sollten bisherige

Pläne, Importstahl aus sicherheitspolitischen

Erwägungen mit Strafzöllen zu

belegen, endgültig der Vergangenheit angehören.

Stahlreport 12|17

43


Verbände

und Politik

Bericht/Nachricht

Deutscher Verzinkerpreis

2017: Der erste

Preis der Kategorie

Architektur ging an

pfeiffer sachse architekten

UG, Berlin, und

an Stahlbau Claus

Queck GmbH, Düren,

für die Landmarke

Duhamel „Saarpolygon“,

die bereits im

Heft 3/17 dieser

Fachzeitschrift

vorgestellt worden

war.

Quelle: ZDB

Gesellschaft zur Förderung des

Deutschen Baugewerbes mbH

Kronenstraße 55 – 58

10117 Berlin

Mit diesem Flyer wirbt die Bundesvereinigung

Bauwirtschaft für den fünften Bauwirtschaftstag.

Deutscher Verzinkerpreis vergeben

Landmarke ausgezeichnet

Zum 15. Mal hat der Industrieverband Feuerverzinken den Deutschen

Verzinkerpreis für Architektur und Metallgestaltung verliehen. In

der Architekturkategorie prominent ausgezeichnet wurde dabei der

Saarpolygon aus Stahl, der bereits im Stahlreport 3/17 ausführlich

vorgestellt worden war (S. 48f).

Der nahezu 30-jährigen Tradition

folgend, wurden auch bei der diesjährigen

Preisvergabe wieder herausragende

Architekturen und Objekte

der Metallgestaltung in das Blickfeld

der Öffentlichkeit gerückt.

Die Vergabe des Preises erfolgte

in zwei getrennten Kategorien. Wie in

den Vorjahren, sah der Auslober für

die Kategorie Architektur ein Preisgeld

von insgesamt 10.000 € und in der

Kategorie Metallgestaltung ein Preisgeld

von 5.000 € vor.

Mit 45 eingereichten Projekten,

die ganz oder in wesentlichem Umfang

feuerverzinkt waren, fand der Preis in

der Fachwelt erneut eine gute Resonanz.

Die eingereichten Bewerbungen

offenbarten das breit gefächerte

Anwendungsspektrum von feuerverzinktem

Stahl und die wachsende

Bedeutung des Feuerverzinkens vor

allem unter den Aspekten Nachhaltigkeit,

Dauerhaftigkeit und Ästhetik.

z Eine unabhängige Jury unter dem

Vorsitz von Prof. Dr. Rainer Hempel,

Fakultät für Architektur der

Technischen Hochschule Köln,

bestimmte die Preisträger. Die Jury

vergab in der Kategorie Architektur

einen ersten, einen zweiten und zwei

dritte Preise. Der erste Preis ging an

pfeiffer sachse architekten UG, Berlin,

und an Stahlbau Claus Queck

GmbH, Düren, für die Landmarke

Duhamel „Saarpolygon“. Mit dem

zweiten Preis ausgezeichnet wurden

as-if Architekten, Berlin, für

den neuen Hauptcampus der Zeppelin

Universität Friedrichshafen.

Die dritten Preise erhielten Baum

& Baros Architekten, Roetgen, für

die Comeniusbrücke in Jaromer

sowie Rimpf-Architektur, Hamburg,

und Stahlbau Hahner GmbH &

Co.KG, Petersberg, für das Empfangsgebäude

„Mitoseum“ im Saurierpark

Kleinwelka.

z In der Kategorie Metallgestaltung

wurden fünf Objekte ausgezeichnet.

Der erste Preis ging an SYRA

Schoyerer Architekten BDA, Mainz,

für den Fahrradpavillon Mainz. Trägerin

des zweiten Preises ist Angelika

Summa, Würzburg, für das

Kunstwerk „Structangle II“. Mit

dem dritten Preis ausgezeichnet

wurde die Kunstschmiede Andreas

Althammer, Leipzig, für die Umsetzung

der „Schriftspur“ der Stadtbahn

„Wehrhahnlinie“, Düsseldorf.

Anerkennungen erhielten Isabel

Lange Metallgestaltung für die Neugestaltung

des Geländers der

Haupttreppe eines Krankenhauses

in Preetz und Lendler Ausstellungsarchitektur

für die Wanderausstellung

„Israelis & Deutsche“.

Perspektiven durch Wahlen

Fünfter Bauwirtschaftstag

in Berlin

Eigentlich sollte der Schwerpunkt

auf den Perspektiven nach der Bundestagswahl

liegen. Nun zeigt sich einmal

mehr, dass nach auch vor den Wahlen ist:

Der 5. Deutsche Bauwirtschaftstag der

Bundesvereinigung Bauwirtschaft findet

am 7.12.17 zwischen 15 und 18 Uhr in

Berlin statt. Veranstaltet wird das Treffen

von der Bundesvereinigung Bauwirtschaft.

Der Bauwirtschaftstag steht unter dem

Motto „Deutschland und Europa: Der

Kontinent vor neuen Herausforderungen!

Chancen und Perspektiven für die (Bau-)

Wirtschaft“. Dazu erwartet der Veranstalter

von der europäischen Ebene, die auf

jeden Fall schon auf die nächsten Wahlen

blickt, Günther Oettinger, EU-Kommissar

für Haushalt und Personal, den Bundesund

Fraktionsvorsitzenden der FDP,

Christian Lindner, sowie weitere Gäste.

Auf dem Programm steht neben entsprechenden

Referaten zudem u.a. eine

Gesprächsrunde zu den „Perspektiven für

die deutsche (Bau-)Wirtschaft“. Moderiert

wird die Veranstaltung von Mitri Sirin aus

dem ZDF-Morgenmagazin.

Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft ist

der Zusammenschluss von 14 Verbänden

des deutschen Bau- und Ausbaugewerbes

und vertritt die Interessen von rund

382.000 mittelständischen, familiengeführten

Unternehmen mit rund 3,2 Mio.

Beschäftigten.

[ Info ]

Informations- und Anmeldemöglichkeiten gibt

es unter haussmann@zdb.de.

44 Stahlreport 12|17


Wissenswertes

Bericht

Berliner Veranstaltungsreigen der Fernlehrer und -lerner

Bewährter Dreiklang

In bewährtem Dreiklang veranstaltete das Forum DistancE-Learning (FDL) Anfang November in Berlin seinen

jährlichen Branchenkongress, die Verleihung der Studienpreise sowie die Mitgliederversammlung 2017.

Preisträger unter

sich. Unter den

Ausgezeichneten

waren auch Ana

Lusia Hellwig (u.l.)

und Georg Düren

(u.r.).

Fotos, 2: FDL

Diese und weitere Aktivitäten

des FDL beruhen auch auf der Erkenntnis,

dass Fernunterricht mit ganz besonderen

Lern- und Lehrleistungen der

Anbieter und der Teilnehmer verbunden

ist.

Kongress

Inhaltlich gleich doppelt wurden zu

Beginn des Kongresses der Rahmen

zum Motto des Branchentreffs und dann

auch dessen kommerzielle Seite aufgezeigt:

z Prof. Dr. Jürgen Handke von der Marburger

Philipps-Universität ging in

seiner Keynote auf die „Digitalisierung

der Lehre“ ein und zeigte Chancen

für Motivation und Mehrwert auf.

Ein Beispiel dafür sei die Möglichkeit

der Individualisierung des Lehrens

und Lernens. Das könne auch

durch den Einsatz humanoider Roboter

geschehen, von denen er in Form

von „Pepper“ zu Anschauungszwecken

gleich ein Exemplar mitgebracht

hatte.

z Soziale Medien bieten in diesem Rahmen

die Möglichkeit eines sinnvollen

Einsatzes, zeigte Dr. Mandy Schiefner-Rohs

von der TU Kaiserslautern

in einer zweiten Keynote auf. Dabei

sei es wichtig, diese Medien nicht als

Bildungstechnologie sondern als Elemente

eines Prozesses zu begreifen.

Ihr Thema: „Mediendidaktische Integration

sozialer Medien im Distance

Learning“. Es gehe um Lernkulturentwickelung

und nicht um Werkzeugnutzung.

z Nach der Mittagspause hatte Dr. Anja

C. Wagner von der FrolleinFlow GbR

„Kundenerwartungen zur Nutzung

sozialer Medien und deren Auswirkungen

auf die Geschäftsmodelle im

Distance Learning“ in Augenschein

genommen. Eine ihrer Thesen: Zur

sinnvollen Nutzung dieser Werkzeuge

muss man nicht geschult werden.

Trotzdem entstehen bei den Kunden

in anderen Kontexten Bildungserwartungen.

In fünf Workshops wurden dann am

Nachmittag diese theoretischen Ansätze

und weitere Aspekte praxisnah vertieft.

Ebenfalls von Tilmann Zschiesche

moderiert, wurden die Ergebnisse aus

diesen Arbeitsgruppen abschließend

zusammengetragen.

Preisgala

Bereits zum 32. Mal zeichnete der Fachverband

Forum DistancE-Learning die

besten Absolventen aus Fernunterricht

und Fernstudium im Rahmen eines

Galaabends mit dem Studienpreis aus.

Auch der „Tutor des Jahres“ und das

beste Studienangebot wurden prämiert.

Zudem hatte die Jury in diesem Jahr

einen Sonderpreis vergeben – an die

Autoren einer Veröffentlichung über

die Geschichte des Fernunterrichts.

z Als „Fernlernerin des Jahres“ wurde

Ana Luisa Hellwig aus Gammelsdorf

in Oberbayern ausgezeichnet. Die

heute 55-Jährige träumte schon als

Kind in Peru davon, eine Sprachschule

zu eröffnen. Der Schritt in die

Selbstständigkeit gelang ihr, nachdem

sie den Fernlehrgang „Train the

Trainer“ bei der Studiengemeinschaft

Darmstadt belegt und erfolgreich

abgeschlossen hatte.

z Zum „Fernlerner des Jahres“ wählte

die Jury Georg Düren aus Rheinbrohl

in Rheinland-Pfalz. Düren ist Tischlermeister

und hatte mit 56 Jahren

den Fernlehrgang „Baubiologie“ am

Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit

(IBN) erfolgreich absolviert.

Alle diesjährigen Gewinner und weitere

Informationen rund um den Studienpreis

gibt es auf www.studienpreisdistance-learning.de

Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung dieses Jahr

stand ganz im Zeichen der weiteren

Professionalisierung des Verbandes –

und dies vor dem Hintergrund der

gestiegenen Herausforderungen in der 3

Stahlreport 12|17

45


Wissenswertes

Berichte/Nachrichten

Stand der Technik

Fellbacher Schleiftagung

Moderierte den Abend der Preisverleihungen

im Berliner Ballhaus: FDL-Präsident

Mirco Fretter.

3 Branche. Einmütig beschlossen wurden

die Verlagerung des Verbandssitzes von

Hamburg nach Berlin und die Einstellung

eines hauptamtlichen Geschäftsführers.

Er soll dafür sorgen, dass die

Interessen der Anbieter von Fernunterricht

den verschiedenen Institutionen

gegenüber noch effektiver vertreten werden

können. Für diese Erweiterung der

Verbandsarbeit des Forum DistancE-

Learning wurden außerdem eine Neuordnung

bzw. Erhöhung der Jahresbeiträge

sowie eine Satzungsänderung

erforderlich.

Das Forum DistancE-Learning – Der

Fachverband für Fernlernen und Lernmedien

e.V. war im November 2003 aus

dem seit 1969 bestehenden Deutschen

Fernschulverband e.V. (DFV) hervorgegangen.

Seine zurzeit über 100 Mitglieder

sehen sich als Experten des mediengestützten

und tutoriell betreuten

Lernens – seien es Unternehmen, Institutionen

oder Privatpersonen. Deshalb

bietet der Verband eine gemeinsame

Gesprächs- und Aktionsplattform für die

DistancE-Learning-Branche.

Insgesamt beträgt der Marktanteil

der im Fachverband organisierten Fernlehrinstitute

nach eigenen Angaben über

80 %. Das Forum DistancE-Learning versteht

sich als erster Ansprechpartner

für Politik, Forschung, Wirtschaft und

Öffentlichkeit. Durch wissenschaftliche

und bildungspolitische Aktionen sollen

die öffentliche Diskussion angeregt und

Impulse für Innovationen gesetzt werden.

Dazu gehört z.B. der jährliche Fernstudientag.

Er wird 2018 am 2. März

stattfinden, wurde im Rahmen der diesjährigen

Mitgliederversammlung be -

kanntgegeben. 2

Die Fellbacher Schleiftagung, die am

23./24.2.18 zum 15. Mal stattfindet, will

Gelegenheit bieten, Verfahren sowie Innovationen

und Ergebnisse der Schleiftechnik

kennenzulernen, und diese mit führenden

Experten aus Industrie und Anwendungsforschung,

mit Herstellern und Anwendern zu

diskutieren.

Was gibt es Neues? Welche Herausforderungen

und Innovationen beschäftigen die Experten?

Vor dem Hintergrund dieser Leitfragen

stehen bei dem Treffen im kommenden Jahr

u.a. die folgenden Praxisvorträge an:

z Transition zur E-Mobilität – Wandel der

Wertschöpfungskette

z Trends und Entwicklungen in der Schleiftechnik

aus Sicht eines mittelständischen

Unternehmens

z Anforderungen der Großserienfertigung

und Gesamtprozessverantwortung

Darüber hinaus erwarten die Teilnehmer

Beiträge u.a. von

z DR. KAISER DIAMANTWERKZEUGE GmbH

& Co. KG,

z EMAG GmbH & Co. KG,

z Grindaix GmbH,

Innovative Berufsbildung

Hermann-Schmidt-Preis erneut ausgelobt

Das Thema des Wettbewerbs um den

„Hermann-Schmidt-Preis 2018“ ist die „Nachwuchsgewinnung

und Karriereförderung

durch berufliche Bildung“. Mit dieser Auszeichnung

durch „Innovative Berufsbildung

e.V.“ werden Projekte prämiert, die neue, beispielhafte

und bewährte Konzepte sowie

Modelle zur Nachwuchssicherung und Karriereförderung

durch die duale Berufsbildung

entwickelt und erfolgreich umgesetzt haben.

Die Bewerbungsfrist endet am 19.1.18.

Bei einer Bewerbung sind folgende Bereiche

von besonderem Interesse:

z Netzwerke für Ausbildungskarrieren

z Integration von Seiteneinsteigerinnen und

Seiteneinsteigern

z Betriebliche Karrieremodelle

z Integration von Aus- und Weiterbildung,

zum Beispiel Berufslaufbahnkonzepte

Duale Studiengänge sind vom Wettbewerb

ausgeschlossen.

Foto: EMAG GmbH & Co. KG

Nockenwellenschleifmaschine

z GST Gesellschaft für Schleiftechnik

GmbH,

z ifm electronic GmbH,

z KNOLL Maschinenbau GmbH, Mahr

GmbH.

Auch in diesem Jahr gibt es durch die

begleitende Fachausstellung die Möglichkeit,

Unternehmen direkt vor Ort kennenzulernen.

Eine Postersession bietet Universitäten

und Hochschulen die Gelegenheit, die

aktuellsten Ergebnisse ihrer Forschung zu

präsentieren. Wie wichtig das Thema IT-

Sicherheit für die Branche ist, können Teilnehmer

zudem bei einer Live-Hacking

Demonstration erleben.

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten

gibt es beim Veranstalter, der

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG.

Antragsberechtigt sind Betriebe, berufliche

Schulen und berufliche Bildungseinrichtungen

in Kooperation mit Betrieben und/oder

beruflichen Schulen.

Der Hermann-Schmidt-Preis 2018 wird durch

eine unabhängige Fachjury vergeben. Er ist

mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 €

dotiert. Darüber hinaus kann die Jury bis zu

drei weitere Wettbewerbsbeiträge mit einem

Sonderpreis auszeichnen, der jeweils mit

1.000 € dotiert ist. Die Preisverleihung findet

im Zusammenhang mit dem BIBB-Kongress

im Juni 2018 in Berlin statt.

Die Bewerbungsunterlagen können

angefordert werden bei: Geschäftsstelle

„Innovative Berufsbildung e. V.“ c/o

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Leitungsbüro Robert-Schuman-Platz 3,

53175 Bonn. Telefon: 0228 107-2833,

leitungsbuero@bibb.de,

www.bibb.de/hermannschmidtpreis.

46 Stahlreport 12|17


Arbeitgeber mit Superlativ

Die Bitkom-Branche boomt

Fotos, 2: Körber

Norm für Formstücke zum Einschweißen

Stellungnahme erwünscht

Der Entwurf steht – mit dem Erscheinungsdatum November 2017.

Anwender aus den Bereichen Rohrleitungen und Dampfkesselanlagen

haben bis zum 13. 12.17 die Chance, Stellung zu nehmen

und Optimierungsvorschläge einzubringen. Es geht um die Revision

der bekannten DIN-Normen 10253-2 und -4 für Formstücke zum

Einschweißen.

„Wir erarbeiten Normen für die

Praxis, anwenderrelevant und europaweit

umsetzbar. Daher wünschen wir

uns eine größtmögliche Abstimmung

und Akzeptanz“, sagt dazu Hans-Reinhold

Körber, Obmann des Arbeitsausschusses

Einschweißfittings (NA 082-

00-11) im NARD, dem DIN-Normen -

ausschuss Rohrleitungen und Dampfkesselanlagen

(NA 082). Der Inhaber

der Hans Körber GmbH, Kirchlengern,

appelliert an alle, die es betrifft: „Lesen

Sie den Normen-Entwurf kritisch, geben

Sie uns ein Feedback und sorgen Sie

gemeinsam mit uns dafür, dass wir

eine optimale, zeitgemäße DIN EN-

Norm für Einschweißfittings verabschieden.

Damit schaffen wir eine nachvollziehbare

Grundlage für zuverlässige

und PED-konforme Bauteile mit einem

Rohrbogen EN 10253-2

hohen Sicherheitsstandard, die anwenderfreundlich

in einer großen Vielfalt

auch am Markt lieferbar sind.“

Die Optimierung der Norm (Teil 2:

Unlegierte und legierte ferritische

Stähle mit besonderen Prüfanforderungen

und Teil 4: Austenitische und

austenitisch-ferritische (Duplex-)Stähle

mit besonderen Prüfanforderungen)

sei dringend überfällig, betont der seit

vielen Jahren engagierte Obmann und

Unternehmer aus Ostwestfalen. „Unser

Ausschuss hat mit viel Akribie und

Kompetenz einen soliden Entwurf erarbeitet.

Wir erhoffen uns nun eine breite,

öffentliche Prüfung und Stellungnahme,

die sicherstellt, dass möglichst alle relevanten

Aspekte, vor allem aus Anwendersicht,

berücksichtigt sind.“

Der Entwurf kann auf dem DIN-

Norm-Entwurfsportal www.entwuerfe.

din.de kostenfrei gelesen und kommentiert

werden. Einsprüche sollten

vorzugsweise über das Portal oder als

E-Mail an thomas.schreiber@din.de in

Form der bekannten Kommentartabelle

gerichtet werden. Der Norm-Entwurf

kann außerdem über den Beuth

Verlag, 10772 Berlin, www.beuth.de/de

bezogen werden. 2

Hans Reinhold Körber, Obmann Arbeitsausschuss

Einschweißfittings im NARD.

Quelle: Bitkom

Die Bitkom-Branche schafft 2017

deutlich mehr neue Arbeitsplätze als

zunächst erwartet und steigt damit zum

größten industriellen Arbeitgeber auf. Das

hat der zuständige Verband mitgeteilt. In

der Informationstechnik, Telekommunikation

und Unterhaltungselektronik werden

zum Jahresende voraussichtlich 1,077

Mio. Menschen beschäftigt sein. Das entspricht

einem Plus von 30.000 Jobs binnen

Jahresfrist (+2,9 %).

Bereits 2016 war das Beschäftigungswachstum

mit 37.000 Arbeitsplätzen sehr

viel stärker ausgefallen als in jeder anderen

industriellen Branche. Auch die

Umsätze entwickeln sich positiv. Der

deutsche Markt für Informationstechnik,

Telekommunikation und Unterhaltungselektronik

wird im laufenden Jahr voraussichtlich

auf 160,8 Mrd. € zulegen. Damit

hebt der Bitkom seine Wachstumsprognose

um 0,6 Punkte auf 1,9 % an.

Für 2018 erwartet der Bitkom für den ITK-

Gesamtmarkt ein Wachstum um 1,3 % auf

162,9 Mrd. €. Mit Blick auf die Verhandlungen

zur Bildung einer neuen Bundesregierung

mahnte Bitkom-Präsident Achim

Berg zu mehr Tempo bei der Digitalisierung

der Wirtschaft. Er schlug ein bundesweites

Vor-Ort-Programm „In 10 Schritten

digital“ vor. Mit ihm solle kleinen und mittelständischen

Unternehmen praktische

Digitalisierungshilfe geboten werden.

Zudem solle der Bund ein Förderprogramm

auflegen, das den Ausbau der German

Digital Hubs und die Programme vor

Ort unterstützt. Jeder Standort solle mit

jeweils 40 Millionen Euro über einen Zeitraum

von fünf Jahren gefördert werden.

Arbeitsplatzentwicklung in der Bitkom-Branche

Stahlreport 12|17

47


Lifesteel

Bericht/Nachrichten

Foto: Peter Becker

Zurzeit ‚zu‘. Die neue Nationalgalerie in Berlin wird gegenwärtig saniert …

Stahldach um acht Meter hochgedrückt

Sanierung der Neuen

Nationalgalerie in Berlin

Mies van der Rohes Neue Nationalgalerie in Berlin hat inzwischen die zweite Phase der Sanierung

erreicht. Peter Becker nutzte in diesem Oktober die Gelegenheit einer Baustellenführung, um einmal

mehr an der sensationellen Stahlkonstruktion zu bewundern, dass und wie das Dach seinerzeit um

acht Meter hochgedrückt worden war – eine Schlacht aus dem ewigen Krieg zwischen Stahl und Beton.

Natürlich war es Zufall, dass

beide Termin auf denselben Tag

fielen: Denn just, als sich am 5. April

1967 die Betonbranche in der Berliner

Philharmonie traf, lag frühmorgens

nur ein paar Schritte entfernt

alles bereit, um das Stahldach der

Neuen Nationalgalerie in die Höhe

zu drücken. Und als die „Betonfritzen“,

so der Jargon damals, abends

wieder aus der Philharmonie kamen,

befand sich das Dach wie geplant

in rund acht Metern Höhe.

Man muss dazu wissen, dass

(auch) in der Nachkriegszeit Stahl

und Beton als Baumaterialien heftig

miteinander konkurrierten.

Novum

Eine Konstruktion wie die der Neuen

Nationalgalerie im Westteil Berlins

hatte es vorher so nirgendwo gegeben.

Mies van der Rohe, der damals

schon eine Ikone der Architektur

war und hier sein letztes großes Werk

realisierte, konzipierte ein optisch

völlig offenes Gebäude: Es sollte statt

Außenwänden nur Fenster vom

Boden bis zum Dach und zudem (fast)

keine Innenwände haben.

Auf einem niedrigen Hügel über

der Potsdamer Straße stehend, würden

Innenraum und Drumherum der

Stadt quasi miteinander verschmelzen.

Die Form sollte einfach und

gänzlich schmucklos sein, um so der

Kunst in dem Museum allen Raum

zu geben. Gleichzeitig wollte der

Architekt damit auch die Konstruktion

seines Gebäudes für Besucher

erlebbar machen.

Allein die Fläche lässt ahnen,

dass da einiges auf die Planer und

ausführenden Firmen zugekommen

war: 64,80 x 64,80 m.

Und dann die Montage: Das Dach

ist „ein Trägerrost von zwei sich

rechtwinklig kreuzenden Balken mit

je 19 geschweißten Stahlträgern“,

heißt es in einem Blog der Berliner

Museen. Diese Kassetten-Konstruktion

musste auf dem Boden verschweißt

werden; dies zudem bei

schwierigen Wetterbedingungen

zum Winterende.

Mehr noch: Autokrane gab es

damals noch nicht. Also installierte

man einen Derrickkran – quasi ein

„V“, bei dem ein Arm beweglich ist

–, lud mit ihm die vorgefertigten Elemente

von den Lkw und schaffte

sie dann über Schienen exakt an die

Stellen, wo sie aneinandergeschweißt

wurden.

Und dann das Hochdrücken, das,

völlig ungewohnt für die damalige

Zeit, unter Beteiligung der Öffentlichkeit

vor sich ging.

Angewandt wurde das sogenannte

Lift-Slab-Verfahren: Acht

Hubgerüste wurden im Außenrand

des Gebäudes aufgestellt. Sie drückten

mit hydraulischer Kraft das

Gewicht von 1.200 t langsam nach

oben.

48 Stahlreport 12|17


Unikum

Ein Schmankerl am Rande: „Als das

Dach auf einer Höhe von rund drei

Metern über dem Boden schwebte,

war Mies nicht davon abzubringen,

darunter zu gehen“, erzählte bei der

Führung Dirk Lohan, Enkel des Architekten

und ehemals Bauleiter. Wer

hätte schon einen Mies van der Rohe

belehren wollen, dass am Bau Sicherheitsvorschriften

gelten?

Neun Stunden dauerte das Hochdrücken

bis auf die geplante Höhe

zuzüglich 15 cm. Dann wurden,

exakt zwischen die Hubgerüste, die

acht schlanken Stahlstützen eingesetzt.

Das Absenken des Dachs dauerte

etwa sieben Stunden. Nur in

Intervallen von wenigen Millimetern

konnten die insgesamt 24 Heber

die Last nach unten lassen.

Der Architekt war Perfektionist,

das ist bekannt, und so sorgte er

sich auch darum, ob das Dach aus

einiger Entfernung wirklich als eben

erscheinen würde. Im Büro baute

man ein Modell im Maßstab 1:5 auf

und beäugte es aus allen Perspektiven.

„Erst das Anheben der Ecken

um fünf Zentimeter und eine Überhöhung

der Mitte um zehn Zentimeter

erzeugten den gewünschten freischwebenden

Eindruck eines

wirklich ebenen Daches“, heißt es

im Blog.

Vorhersagen konnte man allerdings

nicht, ob es auf der Fläche von

4.200 Quadratmetern Schweißverformungen

geben würde (,die jedoch

nicht zum Problem wurden).

[ Info ]

Momentum

Die Baubewegung von damals hält

bis heute an – ein Momentum: Nach

knapp 50 Jahren muss das Gebäude

nun grundlegend saniert und modernisiert

werden. Die Planungen dafür

lieferte das Büro David Chipperfield.

In der ersten Phase wurde die

Neue Nationalgalerie dafür auf den

Rohbau zurückgeführt – etwa 35.000

Einzelstücke wie Aluminium- und

Holzverkleidungen oder Granitplatten

sind katalogisiert und zwischengelagert.

Die zweite Phase bringt die Sanierung

der bestehenden Schäden mit

sich. Vor allem sind das, wie immer

am Bau, Probleme mit dem Wasser,

hier: Abdichtung des Daches und vor

allem Kondensat an den Fenstern (mit

Ausmaßen von 3,43 x 5,60 m). Teils

sind die Stahlrahmen stark korrodiert,

weil innerhalb der Konstruktion

die thermische Trennung fehlt. Auch

kam es zu Glasbruch infolge von Verformungen

der Metallrahmen. Am

Dach wird unter anderem die Wärmedämmung

verbessert.

Saniert wird außerdem der Stahlbeton,

der in den Sechzigern häufig

nicht von bester Qualität war. Zahlreiche

weitere Maßnahmen passen das

„Juwel der Nachkriegsmoderne“, so

eine gängige Bezeichnung, an die

Ansprüche eines modernen Museums

an.

Die Gesamtkosten der Sanierung

sind mit rund 110 Mio. € veranschlagt.

Der Ausstellungsbetrieb soll

im Jahr 2020 wieder beginnen. 2

http://blog.smb.museum/category/serien/baustelle-neue-nationalgalerie/

Quelle: Ulea Wesemeyer

Pressemappe

Ausstellung

STAHL FISCHEN!

8.–10. Dezember 2017

ULEA WESEMEYER | EN10027

Im Haus der Baukultur

(ehemals BDA- Galerie)

Am Wendentor 3

D-38100 Braunschweig

Förderung durch den BDA

Bund Deutscher Architekten

Bezirksgruppe Braunschweig

Deckblatt der

Pressemappe zu

der neuen Ausstellung

von Ulea

Wesemeyer

Stahl fischen – oder:

Der Weg ist das Werk

Ulea Wesemeyer stellt in

Braunschweig aus

„Der Weg ist das Werk“ – könnte auch

als Titel über der neuesten Ausstellung von

Ulea Wesemeyer stehen. Tatsächlich ist die

Präsentation unter der Überschrift „STAHL

FISCHEN!“ vom 8.-10.12.17 in Braunschweig

zu sehen.

Das mit dem zweiten Titel kommt dem

Betrachter in den Sinn, wenn er die

Mappe durchblättert, die Ulea Wesemeyer

für die Öffentlichkeitsarbeit zu diesem

Projekt zusammengestellt hat. Die in

Hamburg lebende und arbeitende Künstlerin

beschreibt darin sehr eindrucksvoll,

wie sie sich im Laufe ihres künstlerischen

Schaffens dem Werkstoff Stahl genähert

und insbesondere seine Oberflächen

kreativ zu gestalten gelernt hat.

Zu den entsprechenden Stationen auf diesem

Weg gehörte auch die Ausstellung,

die Ulea Wesemeyer in Zusammenarbeit

mit dem Bundesverband Deutscher Stahlhandel

(BDS) für den Stahlhandelstag

2015 in Bremen gestaltet hat. Aus diesem

Anlass hatte auch diese Fachzeitschrift

mehrfach über das Schaffen der Künstlerin

berichtet (zuletzt in 10/17, S. 50 – mit

Hinweisen auf die neue Präsentation).

Foto: BBR/Thomas Bruns

So bieten sie ganz neue Blickmöglichkeiten auf das legendäre Stahldach.

Die wird nun in der niedersächsischen

Stadt im Haus der Baukultur geboten, in

Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher

Architekten Niedersachsen, Bezirksgruppe

Braunschweig.

[ Info ]

www.artdoxa.com/uleawesemeyer

und www.facebook.com/

ulea.wesemeyerEN10027.

Stahlreport 12|17

49


Lifesteel

Bericht

Spektakulär überdacht

Louvre Abu Dhabi eröffnet

Foto: HBrüning

Überdacht mit einer spektakulären Konstruktion

aus Stahl und Aluminium ist im

November in den Vereinigten Arabischen Emiraten

nach zehnjähriger Bauzeit der Louvre

Abu Dhabi eröffnet worden.

Es handelt sich um die erste Ausstellung in

der arabischen Welt mit einem globalen

Anspruch. Dafür stehen mehr als 6.000 m 2

Präsentationsfläche zur Verfügung, über die

sich auf der Insel Saadiyat eine 180 m lange

Kuppel wölbt.

Die Bezeichnung Louvre Abu Dhabi geht

bewusst auf eine Kooperation mit dem

gleichnamigen Museum in der französischen

Hauptstadt Paris zurück und bietet –

sozusagen metallgeschützt – zahlreiche

Werke aus unterschiedlichen Kulturkreisen.

Die Exponate sind einerseits chronologisch

und andererseits in große Themenbereiche

wie Handel, Zivilisation oder Religion geordnet.

Zeitenwende

Eiserner Vorhang

Quelle: Atelier Jean Nouvel

Konstruktion aus Stahl und Aluminium: das Dach

des Louvre Abu Dhabi.

Entworfen wurde das Gebäude von Stararchitekt

Jean Nouvel. Das Dach realisiert hat

die österreichische Firma Handel.

Eine Zeitenwende besonderer Art und mit – mindestens verbal – eisernem Hintergrund

konnte man in diesem November miterleben und kann sie sich medial noch einmal bewusst

machen: 28 Jahre trennte er als Grenze Ost- und Westdeutschland, und nun waren es 28

Jahre her, dass er nicht mehr steht/hängt: Der Eiserne Vorhang ist an den meisten Orten

nicht mehr zu sehen und vielerorts kann man sich auch gar nicht mehr an ihn und daran erinnern,

wo genau er verlief. Eine detaillierte Dokumentation zur Berliner Mauer und der innerdeutschen

Grenze hat der Rundfunk Berlin-Brandenburg ins Netz gestellt (www.berlinermauer.tv/)

Impressum

STAHLREPORT

Das BDS-Magazin für die Stahldistribution

Stahlhandel | Stahlproduktion |

Stahlverarbeitung

Offizielles Organ des BDS-Fernstudiums

Herausgeber:

Bundesverband Deutscher Stahlhandel

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Redaktion:

Dr. Ludger Wolfgart (Chefredakteur)

Telefon (02 11) 8 64 97-11

E-Mail: Wolfgart-BDS@stahlhandel.com

Markus Huneke

Telefon (02 11) 8 64 97-24

E-Mail: Huneke-BDS@stahlhandel.com

Anzeigen:

Ksenija Sandek

Telefon (02 11) 8 64 97-21

E-Mail: Sandek-BDS@stahlhandel.com

Verlag:

BDS AG

Max-Planck-Straße 1

40237 Düsseldorf

Telefon (02 11) 8 64 97-0

Telefax (02 11) 8 64 97-22

Layout:

auhage|schwarz, Leichlingen

Druck:

Hellendoorn, Bad Bentheim

Titelbilder:

Heiner Engelter, Flörsheim

Erscheinungsweise: monatlich (10 Hefte/Jahr)

Bezugspreis:

Jährlich 65 € im Inland und 70 € im Ausland

zuzüglich Versandspesen und Mehrwertsteuer.

Abbestellungen sind lediglich unter Einhaltung

einer dreimonatigen Kündigungsfrist zum Jahres -

ende möglich. Für die Mitglieder des BDS und die

Teilnehmer im BDS-Fernstudium ist der Bezug

eines Exemplars der Fachzeitschrift „Stahlreport

im Mitgliedsbeitrag bzw. in der Studien gebühr

enthalten. Ein Nachdruck ist nur mit ausdrücklicher

Genehmigung der Redaktion gestattet.

Anzeigenpreis: Zur Zeit gilt die Preisliste Nr. 35.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte oder

Fotos übernehmen Herausgeber, Redaktion und

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gekennzeichnete Beiträge vertreten eine vom

Herausgeber unabhängige Meinung der Autoren.

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und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche

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für beiderlei Geschlechter.

Außerdem bittet die Redaktion um Verständnis,

dass insbesondere Firmennamen je Artikel in der

Regel nur einmal in ihrer werbeorientierten Form

verwendet und entsprechende Begriffe häufig

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International Standard Serial Number:

ISSN 0942-9336

Diese Zeitschrift wurde aus umwelt schonendem

Papier hergestellt.

Beilagenhinweis:

DDieser Ausgabe liegen Beilagen von BME

Akademie GmbH, Frankfurt/M., der WIT GmbH,

Düsseldorf, und Heitmann Stahlhandel GmbH &

Co. KG, Oberhausen, bei.

50 Stahlreport 12|17


BDS-Berufsbildung

Seminare und sonstige (BDS-)Veranstaltungen

2017

Seminarthema Termin Tagungsort

Stahlkunde (Seminar) 06.-08.12. Gengenbach

2018

Stahleinkauf (Kooperation) (Seminar) 30.-31.01. Duisburg

Stahlkunde (Seminar) 05.-07.02. Dortmund

Prüfbescheinigungen (Seminar) 20.02. Düsseldorf

Rohrtag 01.03. Düsseldorf

Rohre (Seminar) 05.-07.03. Paderborn

Qualitäts- und Edelstahl (Seminar) 15.-16.03. Nürnberg

Blankstahl (Seminar) 10.-11.04. Ludwigsburg

Betonstahl (Seminar) 24.-25.04. Kehl

Stahleinkauf (Kooperation) (Seminar) 24.-25.04. Duisburg

Flachprodukte – Feinbleche, Grobbleche,

Oberflächenveredelung (Seminar) 11.-12.06. Duisburg

Einführung Fernstudium 01.-06.07. Soltau

Stahlkunde (Seminar) 22.-24.08. Gröditz

Stahleinkauf (Kooperation) (Seminar) 04.-05.09. Duisburg

Stahleinkauf (Kooperation) (Seminar) 04.-05.12. Duisburg

Diese Übersicht gibt den Stand der Planungen für Lernteam- und Seminarveranstaltungen

und zum Fernstudium sowie zu entsprechenden Kooperationen wieder.

Änderungen jeder Art sind vorbehalten, vor allem Ergänzungen. Über weitere Details sowie zu

den Anmeldemöglichkeiten informieren Sie sich bitte im Internet (www.stahlhandel.com) oder

wenden sich telefonisch bzw. elektronisch an den

BUNDESVERBAND DEUTSCHER STAHLHANDEL (BDS)

Max-Planck-Straße 1 · 40237 Düsseldorf

Telefon: 0211/86497-19 · Telefax: 0211/86497-22

E-MAIL: WYNANDS-BDS@STAHLHANDEL.COM

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