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80 ZUM 14.

80 ZUM 14. ERINNERUNGSTAG IM DEUTSCHEN FUSSBALL 2018 Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Dort waren vom nationalsozialistischen Terrorregime ca. 1,5 Millionen Menschen aus ganz Europa – zu 90% Juden – nach ihrer Ausbeutung als Arbeitssklaven auf brutale Weise im Gas ermordet worden. Die Verbrennungsöfen, mit denen man die Leichen beseitigte, wurden vom Erfurter Unternehmen Topf & Söhne gebaut, das nach dem Krieg eine Neuansiedlung in Wiesbaden und Mainz versuchte. [Im April dieses Jahres erinnern wir in Mainz mit einer Ausstellung und zahlreichen Veranstaltungen an diese Kollaborateure und Profiteure des Holocaust.] Seit 1996 ist der 27. Januar ein bundesweiter Gedenktag, an dem bei zahlreichen Veranstaltungen der Opfer des Holocausts und der weiteren Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes gedacht wird. Seit 2005 wird auch international an diesem Tag an die Opfer des Holocaust erinnert. Unter dem Slogan „!Nie wieder“ der Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau haben 2004 Fangruppen und Fanprojekte, Vereine, Verbände und Institutionen aus dem Fußball den 27. Januar auch zum „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ gemacht. Der Einsatz für eine Fußballkultur, die sich zur Vielfalt und Toleranz bekennt und jede Form einer menschenverachteten Diskriminierung ablehnt, ist gerade in Zeiten, in denen diese Erinnerungskultur von rechtsextremen und rechtspopulistischen Kreisen infrage gestellt und rassistische Verunglimpfungen von Fußballern wieder Mode werden, unverzichtbar.

CSR 81 NS-Regimes richten, heute auf zwei Personen aus der Mainzer und Stuttgarter Fußballlandschaft in der NS-Zeit. Gedenken an die Opfer, an Mainzer und Stuttgarter Fußballerschicksale Seit Anfang des 20. Jahrhunderts engagierten sich viele Juden als Spieler, Funktionäre und Förderer im boomenden Fußballsport. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 folgten auch viele Fußballer den nationalsozialistischen Parolen; der DFB ließ sich durch das NS-Regime vereinnahmen, in der Hoffnung so seine Existenz zu sichern. Schon am 9. April 1933 beschlossen 14 Fußballvereine aus Süddeutschland (darunter auch Bayern München, 1860 München, Eintracht Frankfurt und der 1. FC Kaiserslautern) auf Einladung der Stuttgarter Kickers in der „Stuttgarter Erklärung“ den Ausschluss jüdischer Mitglieder. In Mainz wurde der Verein auf Beschluss einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im August 1933 „gleichgeschaltet“. Auch der VfB bildete unter seinem damaligen Präsidenten Hans Kiener keine Ausnahme; er richtete sehr schnell und konsequent seinen Verein auf die Vorstellungen und Ziele des NS-Regimes aus. An den Spieltagen um den 27. Januar wollen wir unseren Blick auf das Schicksal von Opfern des Die Partner Die Hobbyfußballer von Ente Bagdad Mainz !Nie Wieder – Initiative Erinnerungstag im Deutschen Fußball Die Vereine Mainz 05 und VfB Stuttgart und ihre Fans Text: Hans Berkessel, Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V.; Dominik Kasper, Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. Weitere Informationen unter: www.regonalgeschichte.net, www.niewieder.info, www.ente-bagdad.de Eugen Salomon (5.3.1888 – 14.11.1942), Mitbegründer des 1. FSV Mainz 05 Eugen Salomon wurde am 5. März 1888 als Sohn von Moritz und Fanny Salomon im rheinhessischen Wörrstadt geboren. Um 1900 zogen die Eltern mit Eugen und seinem Bruder Emil nach Mainz. Hier gründete Eugen gemeinsam mit einigen anderen sportbegeisterten jungen Männern im Jahr 1905 einen Fußballverein, den heutigen „1. FSV Mainz 05“. Eugen Salomon war einige Jahre lang der Vorsitzende. Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht übernommen hatten und die Judenverfolgung begann, floh die Familie Salomon nach Frankreich. Am 6. Oktober 1942 wurde Eugen Salomon verhaftet, später über das Durchgangslager Drancy bei Paris nach Auschwitz deportiert und dort am 14. November 1942 ermordet. Seit 2011 erinnern die Eugen-Salomon-Straße, die zum Stadion und seit 2013 Stolpersteine vor der letzten frei gewählten Wohnung der Familie in der Boppstraße 64 in Mainz an sein Schicksal und das seiner Familie. Dr. Richard Ney (1897 – 1970), erster Vereinsarzt des VfB Stuttgart Dr. Ney betrieb eine Arztpraxis in der Hohenheimer Straße und behandelte dort viele Spieler. In den 1920er Jahren war er für den VfB als erster Vereinsarzt tätig. Auch seine Aktivität als Spieler in der Hockey-Abteilung lässt sich nachweisen. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde er aus dem VfB Stuttgart ausgeschlossen. 1941 gelang ihm im letzten Moment die Flucht in die USA, bevor er in ein Vernichtungslager und den fast sicheren Tod deportiert werden konnte. 1961 besuchte Ney Deutschland und nahm wieder Kontakt zu seinem alten Verein auf. Ein erster Funke an Erinnerung wurde 1970 entzündet, als Richard Ney nach seinem Tod mit einem kurzen Nachruf in den Vereinsnachrichten geehrt wurde. Auf die Veröffentlichung weiterer Ergebnisse zur Geschichte von Dr. Richard Ney und seinem Verein in der NS-Zeit kann gespannt gewartet werden.

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