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WIWO Koepffchen 2 2016

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Der Leiter der Wildauer

Der Leiter der Wildauer Hochschulbibliothek Dr. Frank Seeliger ging als Herausgeber ein zweites Mal auf die „Spuren der Wildauer Steine“. Foto: Agentur Zeesen Auf den Spuren der Wildauer Steine Ein Architekturspaziergang durch Wildau Ausgangpunkt war ein Buch. Eine Publikation, die die „Berliner Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vormals L. Schwartzkopff Berlin“ im Jahr 1927 anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens veröffentlich hatte. Ein Buch, das 2010 zwei Mitarbeiter der Technischen Hochschule Wildau animierte, den damals aktuellen baulichen Zustand auf dem 16 „Dieses Mal wollten wir ein Buch entwickeln, das Wildau stärker reflektiert“, erläutert Dr. Frank Seeliger. Campusgelände der Hochschule zu dokumentieren. „Wolfram Donau aus dem Bereich Bauangelegenheiten und ich wollten dem wunderschönen Ensemble eine Buchform geben“, erinnert sich Dr. Frank Seeliger, Leiter der TH-Bibliothek. „Sonst arbeitet man heutzutage ja viel mit ‚flüchtigen‘ Medien. Wir aber wollten den Hochschul-Campus in seinem renovierten, 2007 fertiggestellten Zustand ähnlich wie in der genannten Schwartzkopff-Betriebschronik für die Nachwelt erhalten.“ So erschien 2011, passend zur 20-Jahr-Feier der TH Wildau, im Berliner Verlag „News & Media“ das Buch „Auf den Spuren der Wildauer Steine – Ein Architekturspaziergang über den Campus der Technischen Hochschule Wildau“. „Unser kleiner ‚Campus Guide‘ ganz nach dem Vorbild klassischer Kulturreiseführer wie dem von DuMont bietet der empfundenen Ästhetik eine nachwachsende Explikation an, um sich die Dinge beim Schlendern über den Campus erschließen zu können“, schrieb Dr. Frank Seeliger damals als Herausgeber in seinem Vorwort. Nun sind seither weitere fünf Jahre ins Land gegangen. Anlass genug, über eine weitere Publikation zum 25. Gründungstag der TH Wildau am 22. Oktober 2016 nachzudenken. „Dieses Mal wollten wir ein Buch entwickeln, das sich nicht nur um das ehemalige Schwartzkopff-Werk dreht, sondern Wildau stärker reflektiert“, erläutert Dr. Frank Seeliger, der erneut als Herausgeber fungiert. „So bot sich die Chance, den Campus um die Schwartzkopff-Siedlung und das übrige Wildauer Siedlungsgebiet zu weiten.“ Was lag also näher, zu diesem Projekt Menschen und Unternehmen einzuladen, die sich in Wildau engagieren. Wie die WiWO oder das Technologie- und Gründerzentrum. Auch die Schmiedewerke hätten die Chance genutzt, Aspekte aufzugreifen, die bislang noch nicht dokumentiert wurden, betont Dr. Frank Seeliger. In dem im Oktober erscheinenden Werk wird einerseits den Veränderungen auf dem Campus, andererseits aber auch der Entwicklung der Stadt oder zum Beispiel des Luft- und Raumfahrtzentrums Rechnung getragen. Die WiWO steuerte Beiträge zur Geschichte des Klubhauses an der Dahme und des früheren Campus-Geländes an der Friedrich-Engels-Straße bei. Letzteren können Sie in dieser und in der folgenden „Köpffchen“-Ausgabe lesen. Noch fanden in diesem Buch „Auf den Spuren der Wildauer Steine – ein Architekturspaziergang durch die junge Stadt mit historischen Wurzeln“ nicht alle Aspekte, zum Beispiel die Auenlandschaft oder das Gewerbezentrum rings um das A10-Center, Berücksichtigung. Aber in fünf Jahren gibt es ja dafür die nächste Gelegenheit, wenn die TH Wildau 30 Jahre alt wird. Das Buch zum 25. erscheint wiederum im Verlag „News & Media Berlin“ in einer Auflage von 1000 Stück. Zum Preis von 19,90 Euro ist es in der Wildauer Hochschul-Bibliothek und im lokalen Buchhandel erhältlich. Köpffchen - Ausgabe 02. 2016

Der einstige Holzgeistund Acetonschuppen, heute das Gebäude 7, wurde in den 1960er Jahren umgebaut. Eine frühere Fabrikhalle wurde 1968 provisorisch zur Turnhalle (Haus 6/ hinten) umfunktioniert. Die Aufnahme entstand Anfang der 1990er Jahre. Foto: Lothar M. Peter Alter Campus Wie aus der „Essigbude“ ein Standort für Bildung, Gesundheit und Justiz wurde – Teil I „Alter Campus“. So wird heute ein etwas mehr als 400 Meter langes und über 70 Meter breites Areal entlang der Friedrich-Engels-Straße in Wildau bezeichnet. Dahinter verbergen sich in nur zwei Worten dessen Urzustand, seine wechselvolle, über 100-jährige Geschichte und seine neuerliche Blüte in den Anfangsjahren des 21. Jahrhunderts. Holzgeist und Essigsäure Das lateinische „campus“ steht für Feld, Fläche, Ebene. Was den Zustand des hier in Rede stehenden „Alten Campus“ bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vermutlich treffend beschreibt. Im letzten Jahrzehnt jenes Jahrhunderts begann auf diesem Gelände wie generell unweit des damaligen Dorfes Hoherlehme ein neues Zeitalter, das der Industrialisierung. Nicht nur die den Ort bis heute prägende, große Lokomotivfabrik der „Berliner Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vormals L. Schwartzkopff, Berlin“ (BMAG) wurde hier ab 1897 errichtet und nahm am 1. September 1900 ihren Betrieb auf. Auch der besagte „campus“ zwischen der Landstraße von Königs Wusterhausen nach Zeuthen und den Gleisanlagen der 1866 eröffneten Bahnstrecke von Berlin nach Cottbus verwandelte sich in ein Industriegelände. Hugo Blank, ein in Berlin ansässiger Kaufmann, Ingenieur und Besitzer einer chemischen Fabrik im Trzinietz (Österreichisch Schlesien), hatte 1889 die Konzession zur industriellen Herstellung von verschiedenen chemischen Produkten, wie Essigsäure, Holzgeist und Aceton, erhalten. Im selben Jahr begann der Bau der „Holzgeist Destillation & Essigsäure Fabrik von Hugo Blank, Hankelsablage“ auf dem Ödland links und rechts der Landstraße nach Zeuthen zwischen Bahngelände und Ufer der Dahme. Die chemische Fabrik inklusive von Wohnhäusern für Arbeiter und Angestellte umfasste eine Fläche von mehr als 116 000 Quadratmetern. Hoherlehme, später Wildau, wurde und blieb bis 1945 ein wichtiger Standort der chemischen Industrie. Produziert wurden in diesem Unternehmen, das im Laufe der Jahrzehnte mehrfach den Besitzer und den Namen wechselte, in unterschiedlichen Zeitabschnitten zum Beispiel Essig- und Schwefelsäure oder Hexamethylenteramit und Pentaerythrit. Stoffe, die zur Herstellung von Aminound Phenoplasten beziehungsweise Alkydharzen dienten, zugleich aber auch Ausgangsmaterialien für die Produktion von Sprengstoff waren. Zeitzeugen berichteten von einer ständigen sauren Geruchsbelästigung der Umgebung, was dem Unternehmen im Volksmund die Bezeichnung „Essigbude“ einbrachte. Der Firmengründer Hugo Blank verstarb im Jahr 1909. Seit etwa 1910 hieß die Straße im Bereich seiner Fabrik Blankstraße, ehe sie 1951 in Friedrich- Engels-Straße umbenannt wurde. Am 31. Dezember 1910 erwarb die Firma Holzkohlungs-Industrie AG (HIAG) aus Koblenz den Blank‘schen Betrieb. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das HIAG-Werk auf der Grundlage des Befehls Nr. 124 des obersten Chefs der Sowjetischen Militär- Administration in Deutschland (SMAD) beschlagnahmt und zwischen dem 18. Juni 1945 und dem 26. August 1946 vollständig demontiert. In fünf Zügen zu je 50 Eisenbahnwaggons erfolgte der Abtransport der ausgebauten Fabrikeinrichtungen in die Sowjetunion. Köpffchen - Ausgabe 02. 2016 17

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