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Baugewerbe Unternehmermagazin 1-2/2018

24 \\ MANAGEMENT \\

24 \\ MANAGEMENT \\ Schwerpunkt ItamBau „Autonomiewird nichtalles sein.“ Fred Rio, Director of DigitalTechnologies, Caterpillar APP \\ Im Rahmen derPresseveranstaltung von Caterpillarimvergangenen Oktober stellteder neue DigitalchefFredRio eine Appvor,die BauunternehmernimStraßenbauhilft,ihreLogistikströme besser zu überwachen unddadurch Prozessezuverbessern. Im Interviewmit Baugewerbe Unternehmermagazinerläutert Rio, wieeszur Entwicklung der Appkam undwarum dieKundennachautonomen Maschinenverlangen \\ SusanneFrank Alle Fotos: Susanne Frank Herr Rio, erzählen Sie uns kurzetwas zu Ihrem Hintergrund.Sie sind seit zwei Monaten Director of Digital Technologies von Caterpillar und warenzuvor lange als „Chief Engineer“inder Paving Division vonCaterpillar,also der Abteilung für Straßenbau,tätig. Fred Rio: Richtig, ich war 20 Jahre lang im Bereich Asphalt-/Straßenbelag tätig. Am Anfang als Ingenieur für Systeme und Maschinen. Danach habe ich in der Produktentwicklung gearbeitet, später als Sales Manager für Caterpillar und als Gebietsleiter. Ich bringe also 10 Jahre Technikerfahrung mitund 10 JahreErfahrung im Marketing. Können Sie das etwasgenauer erläutern? Fred Rio: Der Kunde stellt sich folgende Fragen: Produziereich die richtige Menge an Asphalt, belade ich die Lkw imrichtigenTaktund der richtigenFrequenz? Wie nahaufeinander folgen die Lkw? Dauertes 15 oder 18 Minutenbis der nächste Truck kommt. Gibt es Verkehrsprobleme? Brauche ich mehr Lkw? Arbeite ich amStraßenbelagingenau der Schnelligkeit,inder die nächste Lieferung ankommt? Wenn man zulangsam arbeitet, stauen sich die Lkwander Baustelle. Also die Idee hinter der App ist es, die ganze Supply Chain zu optimieren unddamit den Arbeitsprozess. Heutekönnendas die Kunden noch nicht, weil es kein Systemgibt, mitdem mandas alles überblickenkann. Sie haben im Rahmen der Presseveranstaltung eine neue Appvorgestellt.Erzählen Sie uns kurz, wasdiese Appkann. Fred Rio: Die App dient dazu, den Weg des Asphalts nachzuverfolgen–vom Produktionsstandort bis zur Anlieferung an der Baustelle beim Straßenfertiger. Der Asphalt wird per Lkw transportiert und wir tracken die Lkw. Aber unser Fokus liegt nicht auf den Trucks, sondern auf dem Asphalt. Die App hilft den Kunden, ihre Logistik besser zu organisieren. Dieneu entwickelteApp verfolgt denWeg der Lkwund damitden Asphalt. So können Prozesseauf der Baustelleund entlang der SupplyChainoptimiertwerden. 1-2 \2018

Schwerpunkt ItamBau \\ 25 Werist die Zielgruppe für diese App? Soll sie vomBauarbeiter selbst genutzt werden oder vomBauleiter? Fred Rio: Wir arbeiten anmehreren Versionen der App. Jede Version soll speziell für unterschiedliche Zielgruppen angepasst werden. Das, waswir jetzt vorstellen, ist eine breit angelegte Version. Sie kann von der Person genutzt werden, die mehr Asphalt ordern muss, die wissen will, ob manmehrLkw anfordernmuss. AlsBauaufseher will man wissen: gab esLkw, die Probleme hatten zum Beispiel eine Reifenpanne,sodassGefahr besteht, dass der Asphalt kalt wird. Wenn man der Vorarbeiter ist, will man wissen, wie der Fortschrittauf der Baustelleist.Wenn mander Bauarbeiterist,will manwissen, ob manin derrichtigen Geschwindigkeit den Asphalt aufträgt. Die Appist also hilfreichfür verschiedenePersonengruppen. Wann wirddie Appverfügbar sein? Fred Rio: Wir haben momentan mehrere Kunden, die die Appevaluieren. In den USA wird die App imDezember inden Markt eingeführt.Danachplanenwir die Übersetzungen, so dass wirsie etwa Mitte2018 unsereneuropäischenKunden anbieten können. Sie sprachen in Ihrer Präsentation vom „heiligen Gral der Autonomie“.Was meintenSie damit? Sehen Sie es als Ziel, dass eines Tages alle Maschinen auf der Baustelle autonom agieren werden? Fred Rio: Diese Redewendung stammt nicht vonuns,sondernvon unserenKunden. Baustellen, an denen der Straßenbelag erneuert wird, sind sehr gefährlich –Arbeiterlaufenauf undab, der Verkehr fährt außen herum –esgibt Passanten. Die Verantwortlichen würden gerne aus Sicherheitsgründen so viele Personen wie möglich eliminieren. Wenn die Maschine autonom ist, dann wird bei einem Unfall niemandverletzt. Es wird niemalseineBaustelle ohne Menschengeben, aber mankannsie etwasweiter „wegstellen“. Wenn die Menschen die autonomenMaschinen nurnochmonitoren und überwachen, dann wird der Prozess sichererund produktiver, alswenn sie aufden Maschinen selbst säßen. Wasantworten sie Kunden, die sich vollautonome Maschinen wünschen? Werden doch in fünf Jahren auf Baustellen nur noch„herrenlose“ Maschinen tätig sein? Fred Rio: Um volle Autonomie zu erreichen, muss man Schritt für Schritt vorgehen. Autonomie wird nicht alles sein. Die Abteilung, die sich bei Caterpillar darum kümmert heißt Jobsite automation,und nicht Jobsite autonomy.Wir wollen sehr pragmatischvorgehenund Lösungen kreieren, die wichtig für unsere Kunden sind. Wasalso vorstellbar ist,dass der Mitarbeiter den Asphaltfertiger nichtvon der Maschine aus steuert, sondern vonder Seiteaus? Fred Rio: Wir bei Caterpillar arbeiten an Lösungen wie Cat Command. Den remote controll Bulldozer kann man heute schon bestellen. Die werden dann an Gefällen eingesetzt, wo das Risiko sehr groß ist oder in Gießereien, wo die Umgebung gefährlichist. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Rio. Baugewerbe Unternehmermagazinsprachmit Fred Rio amRande der Presseveranstaltung vonCaterpillarinMálagaimOktober 2017. Sie haben bei ihrer Präsentation einige Zeichnungen gezeigt ähnlich wie bei einem Comicbook.Was wardie Idee dahinter, das so aufzubereiten? Fred Rio: Normalerweise entwickelt man alsIngenieur einetechnische Lösung und suchtdanndas Problem dazu.Wir wollten es anders machen und fragten nach den Problemen unserer Kunden und fragten unsdann, mitwelcher Technologie lassen sichdieseProblemelösen? Wirfanden heraus –der größte Schmerzpunktbei den Kunden warendie Lkw. Und unserZielwar es, eineLösungzukreieren, die sehr anwenderfreundlich ist. Daher habenwir mitprofessionellen App-Designern zusammen die Appentwickelt. BeiCaterpillararbeitetman an digitalen Lösungen,die Mensch undMaschine vernetzen. Am Anfang der Entwicklung der Appstand dieAuseinandersetzung mitden Problemen der Kundenauf der Baustelle. www.baugewerbe-magazin.de

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