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Baugewerbe Unternehmermagazin 1-2/2018

40 \\ betonbau \\

40 \\ betonbau \\ Betonage-tipps zu wird über einen langenZeitraumgerüttelt und somit Energie inden noch flüssigen Beton eingetragen. Dies kann ggf. zu einem erhöhten Sedimentieren, Bluten und Entmischen führen. Hierzu sind betontechnologische und ausführungstechnische Gegenmaßnahmen im Vorfeld zu ergreifen. auFdie teMPeratur achten Auch eine durchaus sinnhafte Begrenzungder Frischbetontemperaturauf 25°C am Einbauort oder auch darunter istschon beiüblichensommerlichenTemperaturen häufig mitzusätzlichenLeitungenverbunden. Dies kann z. B. durch das Beschatten oder Kühlen der Gesteinskörnung oder des Zugabewassers im Werk erfolgen. Auch eineAußenkühlungder Betonmischfahrzeugekommt in Frage. Einfache Maßnahmen, wie die Wahl schneller Transportwege, realistische Betonabnahmegeschwindigkeiten und verünftige Zuwegungen auf der Baustelle sowie eine optimale Betonierzeit (z. B. Bauteilkerninder Nachtbetonieren), sind wesentlich wirtschaftlicher, als das aktive Kühlen. Aufwändig, manchmal aber nicht vermeidbar, ist die Kühlung des Betons mit Scherbeneisoder mitFlüssigstickstoff. Regelwerke undArbeitshilfen name herausgeber Quelle Richtlinie „MassigeBauteile aus Beton“ Zement-Merkblatt B11 „MassigeBauteileaus Beton“ Dafstb informationsZentrum Beton, Weisner, Richter www.dafstb.de/richtlinien.html www.beton.org/service/ zementmerkblaetter ZtV-W- LB 215 Bundesanstalt fürWasserbau www.baw.de ZtV-ing WeitereinFos Nachbehandlung direktnachder Sohlbetonagemittels Folieund wärmedämmenden8mmdickenMatten. + Bundesanstaltfür straßenwesen www.bast.de Praktische tiPPsFÜr diebetonage Nach der Lieferscheinkontrolle sind Frischbetonprüfungen ratsam. Es muss klar sein, dass gerade bei Großbetonagen ein Nachsteuernschnellerfolgenmuss, da bereits beim Feststellen von Problemen bei den Frischbetoneigenschaften mehrere Fahrzeugezur Baustelleunterwegs sind. Die Frischbetontemperatursolltewährend der gesamten Betonage geprüft werden. Dies ist insbesondere bei hohen Außentemperaturenratsam. Der fachgerechte Einbau und die Verdichtung aber auch die Einbauleistung hängen u.a.von der Konsistenz ab. Diese sollte daher mittels Ausbreitversuch geprüft werden. Sie sollte nicht zu weich gewähltwerden, da hierdurchdie Rissneigung zunehmen kann. Bewährt hat sich die KonsistenzklasseF3. ratsaM:ein einbauPlan Bei großflächigen Sohlen empfiehlt sich ein detaillierterEinbauplan. Die Betonierlagen können z.B.zwischen 40bis 50 cm gewählt werden. Bei großen Flächen und mehrlagigem Einbau ist der Einsatz von Verzögerern inden unteren Lagen meist erforderlich. Ziel des Einbauplanes ist nicht nur die Leistung im Blick zuhaben, sondern auch die Verdichtungsfolge zu kontrollieren. Der Verdichtungserfolg stellt sich in der Regel ein, wenn mindestens drei Kollegen rütteln und ein Kollege den Schlauch führt. Bei Großbetonagen sollte ein „Springer“ verfügbar sein um Pausenzeitenund Ablösungenzuermöglichen. Ein Mitarbeiter sollte sich –bei langer Betonierzeit auf gleicher Fläche –mittels Stahlbesenumdie Säuberungder Bewehrung während der Betonage bemühen. Damit werden Verbundprobleme inden oberen Bewehrungslagen vermieden. Diese können beim Einbauvorgang mit Pumpe, infolge des herunterkleckernden Frischbetons entstehen. Das Verdichten sollte möglichst mit dickenaberauchhandhabbarenInnenrüttlern (Vorschlag: ca. Rüttelflaschendurchmesser ≈50mm-65mm) erfolgen. Um den Wirkkreisder Innenrüttler zu ermitteln sinddie Herstellerangaben zu beachten. Um Risse aus dem Setzen des Frischbetons zu vermeiden, sollte nachverdich- 1-2 \2018

Betonage-tipps \\ 41 DiePrüfung der Druckfestigkeitkann nachder DAfStb-Richtlinie nach 56 derfolgen. Ferner isteine Reduzierung derProbekörperanzahlinder ÜK 2möglich. tet werden. Hier empfiehlt sich bei Sohlen eine Kombination aus Innenrüttlern und Rüttelbohle. Letztere dient auch der abschließenden Oberflächenbearbeitung. schalung und nachbehandlung Die langsamerhärtendeBetonzusammensetzung und die langen Aktivitätszeiten der Innenrüttler beim Verdichten können immer, insbesondere bei kalten Außentemperaturen, zu hohen Schalungsdrücken bei Wänden aber auch dicken Fundamenten führen. Bei höheren massigen Bauteilen können Schalungsankermessdosenzur Kontrolledes Frischbetondruckes sinnvoll sein. Die zulässigen Ankerkräfte sindi.d.R.auf den Schalplänenzufinden. In der Praxisentstehthäufigdas größte Temperaturgefälle –gerade in der kalten Jahreszeit–nicht zum Zeitpunktdes Temperaturmaximums(tmaxT), sondernzum Zeitpunktdes Ausschalens. Je dicker das Bauteil ist, umso länger bleibt die Wärme imBauteil. Der Temperaturverlauf im Bauwerk und die Außentemperatur sollten deshalb bei der Wahl undder Standzeitenfür die Schalung und der wärmedämmenden Nachbehandlung beachtet werden. Beigroßflächigen Sohlen sollte darüber hinaus, das Aufbringen eines zwischenzeitlichwirkenden Nachbehandlungsmittels noch während der Betonage erwogen werden, wenn die Gefahr besteht, dass die Nachbehandlungskette ablaufbedingt unterbrochen wird. ÜberWachung und Qualitätssicherung MassigeBauteilesindnachDIN 1045-3 in die Überwachungsklasse(ÜK) 1einzuordnen, wenn Expositions- und Festigkeitsklasse oder besondere Eigenschaften, wie LP-Beton oder WU-Beton, keine höhere ÜK ergeben. Istdie ZTV-Wvereinbart,ist es automatischdie ÜK 2. Sofern die o. g. DAfStb-Richtlinie vertraglich vereinbart wurde, sollte sinnvoller Weise, die Prüfung der Druckfestigkeit nach 56d erfolgen. Dabei kann in der ÜK 2die Anzahl der Probekörper und Prüfungen für die Druckfestigkeitsprüfungerheblichreduziertwerden. Auch eine Prüfung der Spaltzugfestigkeit kann sinnvoll sein, um Zugfestigkeitsvorgaben aus der Tragwerksplanung äquivalent nachzuweisen. Sofern Vorgaben zur Frischbetontemperatur oder zur Temperaturverteilung und -entwicklung im Bauteil vorliegen, sollten entsprechende Messungen erfolgen und diese mindestens bis zum Überschreitendes Temperaturmaximums dokumentiertwerden. Fazit Bei massigen Bauteilen steht, neben einer reibungslosen Logistik, die Betonierbarkeit und die Begrenzung der Frischbetontemperatur imFokus der Baustelle. Beider Artund Dauer der Schalungs- und Nachbehandlungsmethoden sinddie Temperaturdifferenzen zwischen Innen- und Außenbereich maßgebend für ein mangelfreies Bauwerk. \\ \\ Über denautor Dipl.-Ing.(FH)AndréWeisner istProjektleiterTechnik bei der InformationsZentrum BetonGmbH. Dortist er als Berater, Gutachter, Autor und Referentauf dem Gebiet der Betontechnologie und desStahlbetonbaus aktiv. Zuvorwar er Projektingenieur aufdem Gebiet der Planung,Bauüberwachung und Betontechnologie undvon 1997 an als Projektleiter und BaubevollmächtigterimSchleusenneubaubeim WasserstraßenNeubauamtMagdeburgtätig.Weisner istLehrbeauftragter Beton an der Hochschule 21 Buxtehude undander HandwerkskammerMagdeburg. www.baugewerbe-magazin.de

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