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IM KW 04

Wenn die Seele müde ist

Wenn die Seele müde ist und Hilfe braucht Neues Projekt ermöglicht endlich auch Menschen mit geringem Einkommen eine Psychotherapie Bei psychischen Erkrankungen ist eine professionelle und baldige Hilfe wichtig. Zwar wurde die Psychotherapie in Österreich erfunden, dennoch müssen Betroffene oft lange auf einen Betreuungsplatz warten. Zudem können sie die dringend benötigte Hilfe oft aus finanziellen Gründen nicht in Anspruch nehmen, da eine Psychotherapie viel zu selten von den Krankenkassen finanziert wird. Aber damit ist jetzt Schluss. Von Beatrice Hackl Das Rote Kreuz Tirol hat in Zusammenarbeit mit der „Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse“ ein Projekt ins Leben gerufen, das Menschen mit geringem Einkommen eine Therapie ermöglicht. Im Rahmen dieses Projekts bieten Psychotherapeuten in Ausbildung unter Supervision, professionelle, niederschwellige Psychotherapie und Beratung an. Konkret richtet sich das Angebot an Menschen in finanziellen Notlagen, Sozialhilfeempfänger, Menschen ohne Arbeit und Menschen, die einen stationären Aufenthalt in einer Psychiatrie hinter sich haben und sich sonst keine Psychotherapie leisten können. „Das Angebot kann von allen Betroffenen in Anspruch genommen werden, denen nur ein geringes Familieneinkommen zur Verfügung steht und die es sich daher nicht leisten können, Therapiestunden in Höhe von 80 bis 100 Euro zu bezahlen“, erläutert der Geschäftsleiter des Roten Kreuzes, Direktor Thomas Wegmayer. KONTAKTAUFNAHME UND ERSTGESPRÄCH. Interessenten können sich beim Roten Kreuz unter der Telefonnummer 057 144 499 melden. Sie erhalten Details bezüglich der Aufnahme ins Projekt und sofern die Voraussetzungen gegeben sind, werden die Kontaktdaten des jeweiligen Therapeuten weitergegeben. Dabei wird auf die Entfernung (Wohnort Klient – Adresse Therapieplatz) und auf die Verfügbarkeit von Plätzen Rücksicht genommen. Im Erstgespräch stellt sich der Therapeut dem Patienten vor und umgekehrt. Der Patient schildert sein Anliegen, weshalb er eine Psychotherapie andenkt. Der Therapeut erklärt, worum es in der Psychotherapie gehen kann, was Psychotherapie ist – Rahmenbedingungen werden erklärt. Wichtig im Erstgespräch ist das Anfühlen, ob ein vertraulicher Austausch mit diesem Therapeuten stimmig ist – nicht jeder Therapeut passt zu jedem Patienten. Auch der Therapeut prüft für sich, ob er das geeignete Gegenüber für den Patienten sein kann und ob er dem Anliegen des Patienten gerecht werden kann. Die Idee für dieses Projekt kam Initiator Dr. Robert Moser im Zuge seiner eigenen Ausbildung zum Psychotherapeuten. Foto: Rotes Kreuz Das Erstgespräch ist unverbindlich und dient in erster Linie dem Patienten als Möglichkeit, Informationen einzuholen, um sich für oder gegen das Einlassen auf einen psychotherapeutischen Prozess zu entscheiden. Die RUNDSCHAU hat sich mit Dr. Robert Moser, dem Initiator des Projekts unterhalten. Skitestcenter Bedenke Sport Mensch, Lentsch: Kaufen die schönste Sie nicht die Skimode Katze im Sack! gibt‘s bei Test Sport & Buy Lentsch +43 (0) 5414 86 800 www.sportlentsch.at RUNDSCHAU: Die Zahl der psychischen Erkrankungen nimmt seit Jahren zu. Was hat sich da in unserer Gesellschaft verändert? Dr. Robert Moser: Die technischen Änderungen, die es auch früher gegeben hat, erfolgen in immer kürzeren Abständen. Viele Menschen können da nicht mehr mithalten und sind überfordert. Die ständige Erreichbarkeit lässt nicht mehr zwischen Arbeit und Freizeit unterscheiden. Druck, Stress und Anforderungen am Arbeitsplatz sind größer geworden und werden in die Freizeit, die zur Erholung dienen könnte, mitgenommen. Scheuen Sie sich nicht davor, Hilfe anzunehmen. Interessenten können sich beim Roten Kreuz unter der Telefonnummer 057 144 499 melden. Symbolfoto: Pixabay Auf der anderen Seite besteht die Angst um den Arbeitsplatz, die zu noch mehr Leistung animiert. Aber auch der Stress in der Freizeit, die Pflege von Angehörigen, Belastungen durch Tod von Angehörigen und schwierigen Lebensereignissen können zu einer psychischen Krankheit führen. Besser, Schneller, Weiter, Höher, Reicher etc. – ein Phänomen unserer Zeit, das Druck verursacht. RS: Wieviele Betroffene sind schätzungsweise unbehandelt? Moser: Das kann nur geschätzt werden. Jeder dritte Österreicher ist einmal in seinem Leben psychisch erkrankt und jährlich nimmt jeder zehnte Österreicher Psychopharmaka. Das würde bedeuten, dass rund zehn Prozent der Bevölkerung betroffen sind. RS: Renate Bukovski, die Vorsitzende der Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse erläuterte der RUNDSCHAU gegenüber, dass sie selbst immer für ein langsames Wachstum plädiere, da es eine gute und genaue Betreuung erlaubt, weshalb man tirolweit mit 30 Plätzen starte. Ist das ausreichend? Vor allem, da die Nachfrage laut Thomas Wegmayer seit Beginn des Projekts sehr groß ist. Wie sieht es mit den Wartezeiten für Patienten aus? Moser: Stimmt, die Nachfrage ist groß, konkret gibt es aber keine Wartezeiten, da nicht jede Nachfrage nach einem Platz auch zu einem therapeutischen Prozess führt. Und ständig neue Plätze dazukommen. Das Projekt ist gerade erst angelaufen. Im Frühjahr stoßen weitere Therapeuten zum Projekt. Insgesamt sieht es derzeit so aus, dass im Tiroler Unterland und in Innsbruck mehr Plätze angeboten werden können als im Oberland. RS: Oftmals reicht eine Gesprächstherapie alleine nicht aus. Eine medikamentöse Behandlung ist manchmal notwendig, um den Patienten so weit zu stabilisieren, damit man zielorientiert arbeiten kann. Haben Sie hierfür bestimmte Kooperationspartner bzw. wie ist man im Zuge des Projekts mit Psychiatern vernetzt? Moser: Die Therapeuten des Projektes arbeiten mit den lokalen Psychiatern und psychiatrischen Abteilungen sowie Hausärzten zusammen. Eine medizinische Abklärung ist vor einer Therapie notwendig. RS: Wer gilt abgesehen vom Roten Kreuz noch als Anlaufstelle für Betroffene bzw. wer weiß über das Projekt Bescheid und vermittelt weiter? Moser: Auf den Internetseiten des Landes Tirol finden sich unter „Einrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen“ Kontaktdaten für Anlaufstellen Betroffener. Das Rote Kreuz ist gut mit Allgemeinmedizinern vernetzt. Wir können aber aufgrund der geringen Anzahl an Plätzen nicht offensiv dafür werben. RS: Mit Verlaub, ist es nicht problematisch, dass „Therapeuten ohne nennenswerte Berufserfahrung“ Menschen behandeln, die möglicherweise bereits seit vielen Jahren unter gravierenden psychischen Problemen leiden? Genau dann wäre doch eigentlich ein versierter Therapeut mit viel Berufserfahrung gefragt oder? Moser: Ohne nennenswerte Berufserfahrung sind die Therapeuten im Projekt nicht. Ein großer Teil kommt aus sozialen Berufen oder hat bereits mehrere Jahre als Psychologe oder Psychologin gearbeitet. Die vierjährige Therapieausbildung ist zudem mit mehreren Monaten zusätzlicher Praktika in psychiatrischen Einrichtungen verbunden. Zudem wird jeder Fall in Supervisionen intensiv und mehrmals besprochen. Durch die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Existenzanalyse und Logotherapie kann ein hoher Qualitätsstandard gesichert werden. RUNDSCHAU Seite 4 24./25. Jänner 2018

G LANZLICHTER 5:3 für die Fairness Liebe Freunde sauberer Urnengänge! Damit aus Wahlbewegungen keine Wahlkämpfe und schon gar keine Schlammschlachten werden, bemühen sich die wahlwerbenden Gruppierungen bereits im Vorfeld um Anstand, Respekt und Würde. Das Unterzeichnen eines Fairnessabkommens hat dabei längst eine Art rituellen Charakter. So auch bei der bevorstehenden Tiroler Landtagswahl. Von den insgesamt acht antretenden Parteien und Listen haben jetzt fünf eine derartige Vereinbarung unterschrieben. Die ÖVP, die SPÖ, die Grünen, die Neos und die sogenannte Family-Liste haben sich gegenseitig schriftlich Fairness versprochen. Die FPÖ, impuls-tirol und die Liste Fritz sprachen sich dagegen aus. Die Frage ist nun: Haben wir fünf faire und drei unfaire Parteien? Geht es nach den Nichtteilnehmern am Anstandspakt, ist dies diffiziler, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Freiheitlichen sagen, alle anderen seien dermaßen unfair, dass sie quasi als die Oberanständigen in diesem Bunde glanzlichter@rundschau.at zwangsläufig aus dem Rahmen fallen – eine Strategie, die bei den Blauen schon oft aufgegangen ist. Fritz Dinkhausers Erben behaupteten, sie wären in der Vergangenheit bereits die fairsten gewesen und daher müsse man diese Tatsache nicht noch einmal schriftlich herausstreichen. So etwas nennt man Selbstvertrauen. Eher Galgenhumor treibt die Nachfahren der von der Innsbrucker Stadtchefin Christine Oppitz-Plörer sowie den Ex-Landesräten Anna Hosp und Hans Lindenberger gegründeten Vorwärts-Bewegung ins Rennen. Der bescheidene Rest der im Streit aufgelösten Liste wurde erst kürzlich vom Landtag nach langen Diskussionen finanziell saniert. Doch da Dankbarkeit bekanntlich keine politische Kategorie ist, verzichtet diese Gruppe ebenfalls auf Fairness – ein wohl aussichtsloser Impuls! 5:3 ist übrigens ein interessantes Ergebnis. Ich tippe, dass es fünf der acht antretenden Listen in den Landtag schaffen. Wie fair das ist, entscheiden die Wähler. Der Demokratie sei Dank! Meinhard Eiter Imster in Bewegung Tiroler Schulsportservice verbindet Schulen und Vereine (prax) Über 2600 Schüler aus 160 Klassen haben über das Tiroler Schulsportservice im Bezirk Imst im vergangenen Schuljahr in 837 Trainingseinheiten in insgesamt 18 verschiedene Sportarten hineingeschnuppert. Ganz vorne auf der Hitliste der abgerufenen Trainingseinheiten stehen im Bezirk Schwimmen, Fußball und Klettern. Tirols Schüler sind mithilfe des Schulsportservice auf dem Sprung in die Oberliga in Sachen Bewegung. Foto: Andreas Prantner „Der Grundstein für ein gesundes Leben und den Erfolg des Sportlandes Tirols liegt in der Sportbegeisterung unserer Jugend“, freut sich Sportlandesrat LH-Stv. Josef Geisler über die Erfolgsbilanz. Ziel sei es, Kinder und Jugendliche über den Sportunterricht hinaus für ein bewegtes Leben zu begeistern und den Sport- und Bewegungslehrpersonen Anregungen für die Unterrichtsgestaltung zu geben. Das Land Tirol unterstützt dieses Schulangebot derzeit mit jährlich 125.000 Euro. Elisabeth Blanik # freudichtirol Auftakt. Start in die #LTW18 mit Elisabeth Blanik und Christian Kern 26. Jänner 2018 Congresspark Igls 17 Uhr Die neue SPÖ Tirol ist da! 24./25. Jänner 2018 RUNDSCHAU Seite 5