Aufrufe
vor 6 Monaten

HessenJäger 02/2018 Kleinanzeigen

Monatlich aktueller Kleinanzeigenmarkt für Jäger, Förster und Revierinhaber.

Jagdgebrauchshunde Jagd

Jagdgebrauchshunde Jagd ohne Hund ist Schund Wer die Wahl hat, hat die Qual … 28 HessenJäger Ausgabe 02/18 Welcher Hund passt zu mir und meinem Revier? Diese Frage sollte vor dem Hundekauf genau beleuchtet werden. Antje Engelbart-Schmidt, Gelnhausen • Jahrgang 1957 • Jagdschein seit 1984 • Hundeführerin und aktive Jägerin • DK-Züchterin seit 1990 (24 Würfe bisher) • JGHV-Verbandsrichterin seit 01.01.1988 • Verbands-Schweißrichterin, Richterin für VDH-Hundeführerschein und VDH-Spezialzuchtrichterin für DK • Goldene JGHV-Leistungsplakette als Führerin • Goldene JGHV-Ehrennadel als DK-Züchterin Jagd ohne Hund ist Schund! Das steht so oder ähnlich in fast allen jagdlichen Lehrbüchern, in den Jagdgesetzen wird der Einsatz brauchbarer und für die jeweilige Jagdart geeigneter Hunde verlangt und sehr viele junge und alte Jäger empfinden das auch so. Gerade jetzt, wo das Jagdjahr langsam zu Ende geht, hat in den letzten Wochen und Monaten so mancher Jäger wieder bemerkt, dass trotz aller mittlerweile vorhandenen Technik in so mancher Situation ein guter Hund besser hätte helfen können … Wenn sich ein Jäger mit dem Gedanken trägt, eine weitere Waffe, eine neue Optik oder ein neues (Jagd)Auto anzuschaffen, dann fragt er im Bekanntenkreis, liest in Jagdmagazinen, schaut ins Internet, auf Messen und in Waffengeschäften, diskutiert die verschiedenen Möglichkeiten, die ihm diese Neuerwerbung bieten würde, und trifft dann seine Entscheidung. Erweist sich diese als falsch oder ändern sich die Einsatzbedingungen, dann kann so eine Neuerwerbung gegebenenfalls auch schnell wieder verkauft werden. Ganz anders ist es dagegen, wenn es darum geht, ob und was für ein Jagdhund angeschafft werden soll. Obwohl es hier um eine Entscheidung geht, die für hoffentlich 10, 11, 12 oder – wenn man viel Glück hat – sogar noch mehr Jahre das Leben mitbestimmen würde und die keine kalte „Sache“, sondern ein fühlendes Lebewesen betrifft, wird doch recht häufig, ohne wirkliche Informationen zu sammeln oder richtige Überlegungen anzustellen, einfach „aus dem Bauch heraus“ etwas entschieden, weil man jemanden kennt, der Welpen hat, weil man „niedliche“ Welpen gesehen oder einfach gehört hat, dass diese Rasse toll sein soll. Diese leider teils unüberlegten Jagdhundkäufe führen dann bedauerlicherweise für so manchen Hund, Jäger und seine Familie sowie manchmal auch noch für das Wild im Revier zu traurigen Verhältnissen. Daher sollte man, um eine so wichtige Entscheidung wie die Auswahl und den Erwerb eines Jagdhundes treffen zu können, selbstverständlich auch hier unbedingt versuchen, an möglichst viele Informationen und Erfahrungen zu gelangen. Ganz wichtig ist es, sich selbst ein Bild von dem zu machen, was einen mit der einen oder anderen Rasse erwarten würde. Es genügt nicht, in Zeitungen oder im Internet nach Welpen zu schauen, einen Termin zu verabreden und/ oder sich einfach irgendwo einen entsprechenden jungen oder fertigen Hund „zu besorgen“. Als erstes sollten – besonders natürlich, wenn es der erste (Jagd)Hund werden soll – viele Fragen ggf. mit der Familie geklärt und möglichst umfassend beantwortet werden. Die wichtigste ist dabei für mich die, ob die Familie „mitzieht“, ob alle bereit sind, für die nächsten Jahre ein zusätzliches (hoffentlich Familien)Mitglied aufzunehmen, mit allen damit verbundenen Freuden, aber auch evtl. Belastungen. Ein Jagdhund ist nämlich z.B. im Urlaub oder bei Krankheit nicht immer so leicht irgendwo unterzubringen wie ein Begleithund. Der Jagdtrieb und der teilweise doch wesentlich größere Bewegungs- und Beschäftigungsdrang bedeuten, dass „Artus“ oder „Dina“ nicht unbedingt von jedem freundlichen „Hundesitter“ betreut werden können. Darf der Hund (wenigstens stundenweise) mit ins Haus, gibt es die Erlaubnis und die Möglichkeit, ggf. einen Zwinger aufzustellen, um den Vierläufer bei Abwesenheit mal eine Zeit lang unterzubringen? Wie viel Platz und Zeit darf der Hund denn überhaupt einnehmen, im Haus, Hof und Garten, aber auch im Auto und vor allem im normalen Tagesablauf? Aber es geht noch weiter: Welche Möglichkeiten habe ich, einen Jagdhund auszubilden und einzusetzen? Bin ich Pächter oder habe ich einen Begehungsschein, dann wird sich diese Frage wohl klären lassen. Als Gelegenheitsjäger oder Jungjäger (noch) ohne Revier ist das schon schwieriger – hier sollte man zweckmäßigerweise flexibel und der geplante Neuzugang möglichst vielseitig einsetzbar sein, um ihm mehrere Möglichkeiten des jagdlichen

Jagdgebrauchshunde Einsatzes zu bieten. Wohne oder jage ich in einer überwiegenden Niederwild- oder Schalenwildregion? Bin ich körperlich in der Lage, einen Hund entsprechend seinen Anlagen jagdlich zu führen und einigermaßen auszulasten oder will ich nur einen Hund haben, der im Auto oder bestenfalls unter dem Hochsitz darauf wartet, dass er nach einem Schuss mal 50 bis 100 Meter einer Fährte nachgehen darf? Wie verträglich ist die vorgesehene Rasse mit Kindern oder vielleicht bald Enkelkindern? Bin ich/ sind wir vom Typ her in der Lage, einen triebstarken Jagdhund konsequent auszubilden und zu führen? Bei all diesen Fragen gibt es rassebedingt wesentliche Unterschiede in den Antworten! So finden Stöberhunde und Bracken heute ganz sicher in vielen Revieren Arbeit, aber ohne gute Ausbildung, unterstützende Führung und absichernde Ausrüstung wie Schlagschutzwesten und Ortungsgeräte geht es auch bei ihnen nicht, um das Verlustrisiko zu verringern und waid- und tierschutzgerecht mit ihnen zu jagen. Teckel und manche Terrier sind zwar relativ handlich, haben dadurch aber natürlich im Einsatz je nach den Anforderungen im Revier ihre körperlichen Grenzen bei schwierigen Nachsuchen, in unwegsamem Gelände oder im (seltenen?) Einsatz im Schnee. Die sehr vielseitig einsetzbaren – insbesondere kontinentalen – Vorstehhunde werden seit über hundert Jahren für den „Vollgebrauch“ gezüchtet und meist auch so ausgebildet. Doch auch sie haben je nach vorgesehenem Einsatz ihre anlage- oder rassebedingten Schwerpunkte und auch Grenzen, sei es beim Laut für die Stöberarbeit, dem Benehmen an Schwarz- oder Raubwild, bei der Konzentrationsfähigkeit für längere Nachsuchen mit größerer Stehzeit, bei der unterschiedlich ausgeprägten Arbeitsfreude im Wasser oder auch dornigen Gelände und bei der sogenannten „inneren“ Ruhe. Auch verlangen sie – gerade wegen der Vielseitigkeit – eine konsequente Ausbildung in vielen Fächern, etwas, wozu heute längst nicht mehr jeder bereit ist. Anderen Rassen wie vielen Retrievern oder auch Beagles fehlt anlagebedingt der Laut und/oder die Wildschärfe, wodurch sie z.B. in Hessen oder Baden-Württemberg nicht brauchbar für die Nachsuchen- und natürlich auch für die Stöberarbeit sind. Zuletzt will ich noch die momentan besonders beliebten Schweißhunde nennen, die nicht nur bei Jungjägern auf der Wunschliste ganz oben stehen. Da diese Hunde aber noch mehr als alle anderen Rassen nur so gut sein können, wie sie aufgrund ihrer Einsätze Erfahrung sammeln dürfen, sollten sie meiner Meinung nach zu Recht weiterhin nur an Jäger abgegeben werden, die zeitlich und körperlich in der Lage sind, sie pro Jahr mindestens auf 30 bis 50 erschwerten Schalenwild-Nachsuchen zu führen. Denn einen Schweißhund ohne oder mit zu wenig Einsatz zu führen, ist noch mehr als bei allen anderen Rassen nicht zu vertreten; daher sollte er für die meisten Jäger schon von vornherein bei der Rassenauswahl nicht infrage kommen, denn es hat ja wohl hoffentlich keiner vor, dass er und seine befreundeten Jäger jährlich schwere Nachsuchen in ausreichender Menge „produzieren“. Gut wäre es also, wenn man die Entscheidung, ob und was für ein Hund das Jägerund Familienleben und natürlich die Jagd in der Zukunft bereichern soll, von den möglichst realistisch eingeschätzten eigenen Möglichkeiten und auch dem jagdlichen Umfeld abhängig machen würde. Das heißt eventuell auch, dass man sich in und für ein Revier, in dem vielleicht schon mehrere Vorstehhunde arbeiten, vielleicht „etwas anderes“ holt – wie z.B. einen Terrier oder Teckel – oder in ein Revier mit mehreren Stöberhunden/Bracken vielleicht einen Retriever oder Erdhund. Für die ja hoffentlich nicht so häufigen schwierigeren Nachsuchen sollte man nach meiner Meinung sowieso am Besten immer ein Gespann holen, wo sich an beiden Enden des Schweißriemens ein Spezialist und Könner befindet. Wenn also die grundsätzliche Entscheidung „pro-Hund“ wohlüberlegt gefallen ist, empfiehlt es sich, nichts zu überstürzen, Hunde der infrage kommenden Rassen – wann und wo immer es möglich ist – anzuschauen, und zwar nicht erst, wenn irgendwo Welpen oder ein solcher Hund angeboten werden. Gute Informationen liefern da die Führer von Hunden, die einem auf den Jagden der letzten Monate positiv aufgefallen sind. Auch auf Hundeführerlehrgängen der Kreisgruppen, Zuchtschauen oder Prüfungen, deren Termine man im „Hessenjäger“ oder auf Internetseiten der Vereine findet, kann und sollte man Gelegenheiten nutzen, Hunde „zu erleben“ und so dann mit offenen Augen und Ohren zu einer hoffentlich für alle Seiten guten Entscheidung zu gelangen! Termine JVgg Oberhessen Info-Abend am 23.02.2018 über die Abrichtlehrgänge VJP-HZP-VGP und BP Treffpunkt: 18.00 Uhr, Gaststätte „Hessenbrückenhammer“, Laubach-Wetterfeld. Vorbereitungslehrgang zur VJP Nur für Mitglieder der JVO. Beginn: 04.03.2018. Abrichtlehrgang für HZP – BP – VGP/VPS Nur für Mitglieder der JVO. Max.: 15 Hunde. Beginn: 05.05.2018. Anfragen an: Klaus Schmidt, Quellenstr. 30 35321 Laubach, Tel.: 06401/1021. VSwP am 18.08.2018 um Laubach Geprüft wird nach der gültigen VSwPO. Die 20- bzw. 40-Stunden-Fährten werden mit Rotwildschweiß getupft. Max.: 8 Hunde. Es wird erwartet, dass nur gut vorbereitete Hunde vorgestellt werden. Nenngeld: 130,- €. Nennschluss: 05.08.2018. BP am 15.09.2018 um Laubach 1. Brauchbarkeit für die Nachsuche auf Niederwild (außer Schalenwild) 40,- € 2. mit Leistungsnachweis Wasser 40,- € 3. Brauchbarkeit für die Nachsuche auf Schalenwild 50,- € 4. Brauchbarkeit für die Stöberarbeit 40,- € Geprüft wird nach der derzeit gültigen BPO vom 01.11.2008. Die Fährten werden mit Wildschweißgemisch getropft. Schleppwild, Gewehr und ausreichend Munition sind mitzubringen. Tollwutimpfbescheinigung, Ahnentafel, EU-Heimtierausweis, Nachweis des lauten Jagens (für die Brauchbarkeit der Nachsuche auf Schalenwild) und der Schussfestigkeit sind dem Prüfungsleiter vorzulegen. Max.: 12 Hunde. Zugelassen werden nur Hunde mit JGHV- Ahnentafel; FCI anerkannter Ahnentafel; Hunde ohne AT, deren Phänotyp einer vom JGHV anerkannten Rasse entspricht, eine vom Zuchtverein ausgestellte Registrierbescheinigung besitzen oder als direkte Nachkommen (F-1 Generation) aus Elterntieren mit JGHV- Ahnentafel stammen. Die Führer müssen im Besitz eines gültigen Jagdscheines sein. Nennschluss: 12.08.2018. 29 HessenJäger Ausgabe 02/18