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WIWO Koepffchen 3 2016

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Richtig heizen und

Richtig heizen und lüften hält die Schimmelpilze fern von den eigenen vier Wänden. Tipps und Empfehlungen finden Sie hier auf der Doppelseite und in dem Überblick auf S. 24. Grafiken: Henry Schulze modrig, muFFig, FlecKig Tipps zur Vermeidung von Schimmelbefall in den eigenen vier Wänden Er ist zu sehen und zu riechen. Mit braunen oder schwarzen Flecken an Wänden, Decken oder Mobiliar und einem modrigen, muffigen Geruch. Schimmelbefall in der Wohnung ist jedoch nicht nur eine für Auge und Nase unangenehme Erscheinung, er kann auch kostspielig und sogar gesundheitsgefährdend sein. Schimmel in Gebäuden kann die Zerstörung einzelner Bauteile wie zum Beispiel Holzfensterrahmen, den Befall von Gebrauchsgegenständen wie Möbeln, Kleidung und Büchern bis hin zur gesundheitlichen Belastung der Bewohner zur Folge haben. Eine hohe Konzentration an Schimmelsporen in der Luft kann – vor allem bei empfindlichen Menschen und Allergikern – Atembeschwerden, Reizhusten und sogar Asthma auslösen. Selbst Infektionen werden von den schädlichen Pilzen verursacht. Der entscheidende Unterschied zwischen Gebäudeteilen, in oder an denen der Schimmel wächst und solchen, wo er nicht wächst, ist in den Lebensbedingungen zu suchen, die die Schimmelpilze dort vorfinden. Wie andere Lebewesen auch können diese nur wachsen und sich vermehren, wenn bestimmte Bedingungen dafür erfüllt sind. Fehlt nur eine dieser Bedingungen, so kann der Pilz nicht wachsen. Vor allem liebt er feuchte Oberflächen. Was also kann man tun, um Schimmel in den eigenen vier Wänden die „Nahrungsgrundlage“ zu entziehen? Richtig lüften heißt regelmäßig lüften Sorgen Sie immer für einen kompletten Luftaustausch in Form einer „Stoßlüftung“ – also: Das Fenster weit öffnen. Es nur „anzukippen“ reicht, ausgenommen im Sommer 12 und in warmen Übergangszeiten, nicht. „Stoßlüften“ kann man Raum für Raum oder in mehreren Räumen gleichzeitig (Querlüftung). Empfehlenswert sind folgende Lüftungszeiten und -intervalle: • 15°C Außentemperatur: ca. 10 Minuten • 5°C Außentemperatur: ca. 5 Minuten • 0°C und bei Minusgraden: ca. 3 – 4 Minuten • alle Räume 4 – 5 Mal täglich lüften! Tipps: • Anfallendes „Schwitzwasser “ an der Innenseite des Fensters mit einem Tuch entfernen. Reduziert sich während des Lüftens der Feuchtigkeitsbeschlag an der Außenseite der Fensterscheibe, kann das Fenster geschlossen werden. • Je niedriger die Raumtemperatur ist, umso häufiger muss gelüftet werden. • Bei einer Raumtemperaturabsenkung in einem Raum (z. B. von 22 auf 19 Grad): zusätzlich Lüften. • In der warmen Jahreszeit: Halten Sie bei Gewitter oder Regen die Fenster geschlossen. Lüften Sie am besten mehrmals morgens und abends. Köpffchen - Ausgabe 03. 2016

Punkt für Punkt rücken Sie dem Schimmel auf die Pelle. Möbel von kalten Außenwänden fern halten 3 Möbel von kalten Außenwänden fern halten Ist die Wandoberfläche mehr als 5 Grad kälter als die Innenraumtemperatur, kann sich bei hoher Raumluftfeuchte bereits Schimmel auf den Wänden bilden. Besonders niedrig sind Temperaturen hinter Schränken und direkt an die Außenwand gerückten Möbeln. Daher die Möbel (kleine und große) bitte so an die Außenwände stellen, dass ein Abstand (dahinter, darüber und seitlich) von mindestens 10 cm (auch an angrenzenden Innenwänden) eingehalten wird, um die Zirkulation der Luft zu ermöglichen. 2Mäßig, aber gleichmäßig heizen Die Temperatur in Wohnräumen sollte möglichst zwischen 19 bis 22 Grad einreguliert werden. Dies entspricht der Einstellung „2-3“ am Thermostatkopf des Heizkörpers. Fällt die Temperatur in der Wohnung unter 17 Grad, steigt das Risiko für einen Schimmelbefall. Die Wände sollen ausreichend warm sein und keine Kälte abstrahlen. Nachts darum die Heizung nur reduzieren, aber nicht voll abdrehen. Tipps: • Die gewünschte Raumtemperatur am besten mit einem Thermometer ermitteln und am Thermostatkopf an der Heizung (z. B. auf Stufe 3 = 22°C) einstellen. Das heißt, die Heizung so lange einstellen, bis die Wunschtemperatur am Thermometer erreicht ist. • Niedrige, dauerhafte Raumtemperaturen von beispielsweise 20 Grad reduzieren Ihre Betriebskosten. 4 Tipps: • Möbel, die auf eigenen Füßen stehen, verbessern sehr deutlich die Luftzirkulation. • Die hinteren, seitlichen und oberen „Zirkulationsabstände“ (10 cm) um Möbelstücke bitte nicht mit Gegenständen, z. B. zusammengeklappter Wäschetrockner, füllen. • Bei größeren Schränken kann es vorkommen, dass instabile oder „ausgeleierte“ Rückwände den Abstand deutlich reduzieren. Diese bitte bei Bedarf zum Beispiel durch eine Querleiste verstärken und somit wieder in die ursprüngliche Form versetzen. Luftfeuchtigkeit kontrollieren Hohe Luftfeuchtigkeit kann durch Pflanzen, Aquarien, Kochdünste, Duschdämpfe und Wäschetrocknungen verursacht werden. Abhilfe schafft einerseits regelmäßiges Lüften. Andererseits sollte Wäsche möglichst nicht in Schlaf- oder Wohnräumen getrocknet werden. Nutzen Sie dafür geeignete Trockenräume im Haus, den Garten oder Kondensationswäschetrockner. • Sollten sich zwei oder mehrere Heizköper im Raum befinden, bitte alle nutzen. • Möchten Sie die Temperatur absenken, sollte dies nur um 3 bis 4 Grad erfolgen (Temperatur jedoch nicht unter 17°C reduzieren). • Wird nur 3 bis 5 Minuten lang gelüftet, kann der Thermostatkopf geöffnet bleiben. • Die Wärmeabgabe des Heizkörpers nicht behindern, zum Beispiel durch vorgestellte Möbel oder verdeckende Gardinen. • Den Thermostatkopf am Heizkörper nicht mit Gardinen verhängen oder in Möbel einbauen. •Sollten Ihre Räume unterschiedlich temperiert sein, bitte die Türen der kälteren Räume geschlossen halten. Die Luftfeuchtigkeit kann mit einem handelsüblichen Hygrometer (Feuchtigkeitsmesser) einfach bestimmt werden. Hygrometer sind in Elektrofach- und Baumärkten oder im Internet erhältlich. In der Wohnung sollte die Luftfeuchtigkeit so niedrig wie möglich liegen, sonst droht Schimmelgefahr. Außerdem gilt: Je niedriger die Luftfeuchtigkeit ist, umso mehr Heizenergie kann eingespart werden. ♦ Folgende dauerhaften Richtwerte der relativen Luftfeuchte empfehlen wir für Ihre Wohnräume: • Frühjahr und Herbst: 40 – 55% • Sommer: 40 – 65% (tageweise auch mehr als 65%) • Winter: 35 – 50%. 13

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