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WIWO Koepffchen Sonderausgabe 2016

WIWO Koepffchen Sonderausgabe 2016

In einer zum 3. Oktober

In einer zum 3. Oktober 1927 von der BMAG unter dem Titel „75 Jahre Schwartzkopff“ herausgegebenen Festschrift heißt es dazu im Kapitel „Die Arbeitersiedlung in Wildau und ihre Wohlfahrts-Einrichtungen“: „Das ganze Gelände hinter der Turnhalle und den Siedlungsräumen bis an die Dahme ist teils in Parzellen als Gartenland gegen eine geringe Pachtsumme den Beamten und Arbeitern überlassen, teils als großer Festplatz ausgebildet, der zur körperlichen Ertüchtigung unserer Belegschaft und als Gegengewicht zu der körperlichen oder geistigen Berufsanspannung als Turnund Sportplatz ausgerüstet und eingerichtet, auch zur Ausübung des Fußball- und Bewegungssportes, dem ‚Turnverein Schwartzkopff‘ zur Verfügung gestellt ist. Auch die Geselligkeit kommt in dieser Arbeitersiedlung zu ihrem Recht. Den Beamten und Arbeitern mit ihren Angehörigen ist Gelegenheit zu gesunder Erholung in den Feierabendstunden gegeben. Diesen Zwecken dienen ein ‚Kegelverein‘, ein ‚Ruderverein‘, ein ‚Turnverein‘, ein ‚Theaterverein‘ und ein ‚Gesang- und Musikverein‘. Der letzte verfügt über gut geschulte Sänger sowie über eine 60 Mann starke, wohl eingespielte Musikerkapelle. Ferner hat die Firma eine moderne Badeund Schwimmanstalt am Ufer der Dahme mit Turnplatz und Sonnenbad bauen lassen und zur öffentlichen Benutzung freigegeben. Zur Pflege des Ruder- und Segelsports hat sie dem ‚Wassersportverein Schwartzkopff‘ ein Sporthaus zur Verfügung gestellt. Dieses sehr schön gelegene Sporthaus, von dessen Terrasse man den Fluß, den anschließenden See und die gegenüberliegenden Höhen übersieht, enthält außer der großen Boot-Abstellhalle, Wasch-, Umkleide- und Uebernachtungszimmer für Damen und Herren, reichlich Gesellschaftsräume, sowie im oberen Stockwerk 11 Mietzimmer für unverheiratete Beamte.“ Donnerlüttchen! „Zur körperlichen Ertüchtigung unserer Belegschaft und als Gegengewicht zu der körperlichen oder geistigen Berufsanspannung“ – klingt toll, nöch? Hier war schon was los in den Goldenen Zwanzigern. Soweit ich mich noch daran erinnern kann. Wir hatten Spaß hier. Und ich Schiffe – wenn auch nur ganz kleine – zum Klabautern. An der Aufteilung in „Das Casino für die da unten“ und „Das Sporthaus für die da oben“ hat sich auch in den folgenden Jahren nix geändert. Bis 1945 nicht, und auch nach 1945 nicht. Seit wann nun eigentlich die „höheren Schichten“ zu Gast im Sporthaus waren, das habe ich verbaselt. Und ob die Wassersportler, speziell die Ruderer, nur aus solch „höheren“ Familien stammten, weiß ich auch nicht. Eins aber weiß ich sicher, und das ist kein Seemannsgarn, dass das Wassersporthaus, das später nur noch Klubhaus hieß, und die Wildauer Ruderer 76 Jahre lang aufs Engste miteinander verbunden waren. Wieso? Momentchen, ich mak nur schnell mal Fofteihn, geh mal für kleine Jungs und hol mir ‘nen frischen Kaffee. 10 Köpffchen - Sonderausgabe 2016

Der „Wassersportverein Schwartzkopff“ wurde am 17. November 1921 gegründet. Alles rund um den Wassersportverein war reines Betriebsvermögen, gehörte dem Deutschen Ruderverband an. Im Zweiten Weltkrieg wurden sämtliche wehrfähigen Wildauer Ruderer eingezogen. Rudersport betrieb nur noch der Nachwuchs. Der „Wassersportverein Schwartzkopff“ existierte bis 1945. Das Gründungsdatum ist einem Ruderalmanach aus dem Jahr 1938 zu entnehmen, demzufolge der „Wassersportverein Schwartzkopff“ in jenem Jahr seinen Sitz in Wildau (Kreis Teltow), Eichstraße 3, hatte, von einem dort wohnenden Oberingenieur A. Brune geleitet wurde und 120 Mitglieder hatte. Der Verein widmete sich vorrangig dem Wanderrudern und dem Breitensport. In leistungssportlichen Tabellen damaliger Zeiten war der „Wassersportverein Schwartzkopff“ vielfach weiter unten zu finden. Köpffchen - Sonderausgabe 2016 11

WIWO Koepffchen 2 2016
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Sonderausgabe - Wohnen in Wildau
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