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WIWO Koepffchen Sonderausgabe 2016

WIWO Koepffchen Sonderausgabe 2016

„Wir hatten richtig

„Wir hatten richtig gute Boote. Der Schwermaschinenbau ‚Heinrich Rau‘ hat da viel Geld reingesteckt.“ Monika Weber ruderte im Zweier oder Vierer. „Ich hatte immer Angst, im Einer zu fahren.“ Trainiert wurde am Klubhaus in der Woche drei- bis viermal. Im Winter ging es zum Kastenrudern und Trockentraining nach Berlin-Grünau. Während der Saison nahmen Wildaus Ruderer an den Wochenenden viel an Regatten teil, zum Beispiel in Brandenburg, Grünau oder Klein Köris. Das Leben der Ruderer spielte sich im Klubhaus in den Bootshallen ab. Dort kleideten sich die Sportler um, es gab Garderoben und Duschen. Monika Weber: „In den oberen Etagen hatten wir nichts zu tun.“ Am Klubhaus gab es nach Erinnerung von Monika Weber zwei feste Bootsstege. Circa 1968/1969 kam noch ein Dritter, ein Schwimmsteg auf Pontons, hinzu. „Kurze Zeit hat uns auch Anita Kuhlke, wenn ihr Medizinstudium die Zeit dazu ließ, trainiert. Sie hat schon was gekonnt. Bei Kreismeisterschaften haben wir immer alles abgeräumt.“ Größter rudersportlicher Erfolg war - auch eine Folge des Trainings bei der vierfachen Ruder-Europameisterin Anita Kuhlke – ein 3. Platz im Vierer bei den Bezirksmeisterschaften. In weniger angenehmer, weil anstrengender Erinnerung ist Martina Mielke der Weg zum Klubhaus, an den Kleingärten ent- lang, geblieben. „Dort sind wir im Schulsport immer die 100 Meter gerannt. Diesen Sch…weg habe ich gehasst, denn ich war da immer die Allerschlechteste.“ Die erste und sehr einprägsame Erinnerung von Monika Weber an das Klubhaus an der Dahme geht bis in ihr zweites oder drittes Lebensjahr zurück. Einprägsam, weil sehr feucht - was jedoch nichts mit dem Rudern zu tun hatte. Gemeinsam mit ihren Eltern und Brüdern hatte sie damals Ende der 1950er Jahre das Klubhaus besucht. Die Eltern saßen oben auf der Terrasse, die Kinder spielten unten am Dahme-Ufer am Bootssteg - immer im Blick von Mutter und Vater. Wie diese meinten. Dann kamen die Kinder auf die Idee, um die Wette auf dem Steg mit geschlossenen Augen rückwärts zu laufen. Wer dabei am weitesten kommt, sollte der Sieger sein. „Ich habe gewonnen“, lacht Monika Weber. „Ich kam am weitesten - bis ans Ende des Steges. Und fiel ins Wasser. Zwei 15- oder 16-jährige Mädchen zogen mich, die ich nicht schwimmen konnte, an meinen damals langen Haaren aus dem Wasser. Ich wurde in eine Decke gewickelt und ab ging’s nach Hause.“ An den Wasserplatsch von Monika kann ich mich gut erinnern. Ich hatte schon Hammer und Piep beiseitegelegt, doch Williwos Baywatch- Einsatz war nicht mehr vonnöten. Aber Monikas Geschichte geht noch weiter – mit schicken Damen-Puschen und ungarischer Salami. 16 Köpffchen - Sonderausgabe 2016

Das Klubhaus war nicht nur die Heimstatt der Wildauer Ruderer, sondern auch ein Ferientausch-Objekt des Schwermaschinenbaus „Heinrich Rau“. 1965 schloss der Betrieb einen Freundschaftsvertrag mit dem Werkzeugmaschinen-Hersteller TOS Hostivar aus der Tschechoslowakei ab, mit dem auch der Urlauberaustausch begann. 1973 folgte ein Freundschaftsvertrag mit dem polnischen Maschinen- und Anlagenbauer FAMAK in Kluczbork. So machten in jenen Jahren auch polnische und tschechische Gäste Urlaub im Klubhaus an der Dahme. Als 14- oder 15-jährige Schülerinnen haben sich Monika Weber und Martina Mielke im Klubhaus durch Ferienarbeit etwas zum Taschengeld hinzuverdient. Im Klubhaus gab es im Obergeschoss zu jener Zeit circa sechs Fremdenzimmer. Martina Mielke: „Klein und murkelig, mit schrägen Wänden unterm Dach.“ Irma Weber, die Mutter von Monika Weber, erinnert sich, dass lediglich eines dieser Fremdenzimmer ein Doppelzimmer war. Die übrigen waren Einzelzimmer, alle ausgestattet mit einem Waschbecken. Auf dem Flur befand sich ein Gemeinschaftsbad. Die beiden jungen Wildauerinnen machten diese Zimmer sauber und halfen in der Küche. Schmunzelnd erinnern sich beide noch an jene etwas peinliche Situation, als sie in einem der Fremdenzimmer schicke Damen-Hausschuhe ausprobierten und just in diesem Moment die Hausschuh-Besitzerin hereinkam. Geschmeckt hat ihnen auch eine ungarische Salami, die „in der Küche herumhing.“ Das habe aber nie jemand moniert. Gemeinsam mit ihren Mitschülern und Eltern feierten Martina Mielke und Monika Weber die Party zum Abschluss der 10. Klasse im Klubhaus. Nach der Ausbildung kam Monika Weber nach Wildau zurück und war etwa 1975 im Alter von 19 oder 20 mit einem Wildauer Fußballer liiert. Nach den Fußballspielen, meist am Sonntag, zogen die Fußballer und ihr Anhang auf ein Bier ins Klubhaus. Oft war dort auch Tanz mit einer Live-Kapelle. „Einen der Musiker haben wir wegen seiner Zähne ‚Raffi‘ getauft.“ Für Christiane Görlitz war das Klubhaus in ihrer Kindheit Anfang der 1960er Jahre ein gern genutztes Ziel für Sonntagnachmittag- Spaziergänge mit ihren Eltern und einer Patentante samt Hund aus Berlin. „Damals gab es noch Bänke unter den Bäumen. Wir waren oft nur spazieren und sind gar nicht eingekehrt, haben die Enten gefüttert und den Ruderern zugesehen - da ging es immer rein und raus.“ Die Gaststätte war eigentlich eine Vereinsgaststätte, aber auch für Nicht- Vereinsmitglieder zugänglich. „Es hat dort immer nach Essen und Trinken gerochen. Man hatte dabei aber immer den Eindruck, dass es sich hier um eine Gaststätte mit gehobenem Standard und nicht um eine Kneipe handeln müsse.“ Köpffchen - Sonderausgabe 2016 17

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