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WIWO Koepffchen Sonderausgabe 2016

WIWO Koepffchen Sonderausgabe 2016

Wie ein

Wie ein Überraschungs-Ei Seit 2011 war das Berliner Architekturbüro „m2r architecture“ in die Rekonstruktion des Klubhauses involviert. Einer seiner drei Direktoren, Moritz May, erinnert sich an die Anfänge: „Wir waren von Beginn an in die Diskussion mit der WiWO integriert, die sich um einen Konflikt drehte: Viele arbeiten, wohnen aber nicht in Wildau, weil es an der entsprechenden Infrastruktur fehlt. Mit dem Klubhaus wird ein Beitrag für die Infrastruktur geschaffen, der den gesamten Ort aufwertet und dessen Niveau bedeutend steigert.“ Damit werde eine Lücke gefüllt, die es bei den Planungen für weiteren Wohnungsbau in Wildau gab. „Das Klubhaus fungiert sozusagen als Initialzündung.“ An dem von der WiWO ausgeschriebenen Planungswettbewerb hatten sich drei Büros beteiligt. Der Entwurf von m2r wurde ausgewählt. m2r steht für die drei Bürogründer Jörg Rostock, Moritz May und Axel Rostock. Alle Drei haben vor dem Architekturstudium in Deutschland, Großbritannien und USA eine Berufsausbildung als Maurer und Zimmermann absolviert und kennen die Baubranche in allen Facetten seit über 20 Jahren. „Unser Ziel war es“, erläutert Moritz May weiter, „den Charakter des Hauses zu erhalten, es dabei aber nicht in den Urzustand zurückzuversetzen.“ Das ursprüngliche Konzept sah zwei Restaurants vor, wurde aber überarbeitet. Übrig blieb ein Restaurant. „Wir haben immer beachtet, dass die Proportionen erhalten bleiben. Die additiven Elemente wie Terrasse und Aufzug sollten leicht wirken und sich in das Ensemble einfügen - einen Kontrast zwischen denkmalgeschütztem Ensemble und Anbauten bilden.“ Das Klubhaus erwies sich als ein recht kompliziertes Gebäude. „Man konnte vorher nicht viel überprüfen am Haus. Das Bestandsgebäude war wie ein kleines Überraschungs-Ei: Dicht am Wasser, als Pfahlgründung auf Eichenpfählen gebaut. Es gab keine beziehungsweise kaum alte Dokumente. Das Gebäude besteht aus zwei massiven Geschossen unten und einem Fachwerkbau oben. Da hätte man ja auch mal mich fragen können. Schließlich kenne ich dat Huus wie die Tabakskrümel in meiner Westentasche. Aber mich ollen Klabauterer übersieht man gerne… Moritz May: „Dazu kam ein zweites Problem: Für öffentliche Gebäude gibt es heute ganz andere Vorschriften als zur Bauzeit des Klubhauses.“ Man musste 32 Köpffchen - Sonderausgabe 2016

die Bauhülle klimatisch bewerten und danach die Wärmedämmung ausrichten. Fragen des Brandschutzes waren einzuhalten, Fluchtwege waren zu schaffen. Das meiste Geld stecke dort, wo man es nicht sieht. Dachbalken mussten extrem verstärkt werden. Die alte Holztreppe konnte nicht weiter genutzt werden. Er habe sich nie vorstellen können, dass dieses Haus von Privathand rekonstruiert werden könnte, sagt der Architekt. „Insofern ist es ein Glücksfall, dass dies die WiWO übernommen hat. Ein Glücksfall in zweierlei Hinsicht: für die Stadt Wildau und für die zukünftigen Planungen der WiWO.“ Ob es für ihn während der Sanierung ein besonderes Highlight gegeben habe, wurde Moritz May gefragt. „Das gesamte Projekt ist ein Highlight“, lautete die Antwort. Er habe nie befürchtet, dass es bei allen Problemen, die auftraten, irgendwann nicht mehr weitergeht. „Es geht immer weiter. So auch hier.“ Manchmal dauert es eben nur ein bisschen länger. Wie bei meinem Onkel Hein in Hamburch mit seiner Elb-Philharmonie. Aber nicht nur dort. Auch in Leipzig sind sie wie ich das Warten gewöhnt. 2009 sollte anlässlich der 600-Jahr-Feier der Universität das „Paulineum“, ein universitätseigenes Gebäude mit wissenschaftlichen Instituten, Aula und Andachtsraum, eröffnet werden. Die Leipziger haben sieben Jahre weiter darauf gewartet. Teurer als geplant ist es natürlich auch geworden. Was den verantwortlichen niederländischen Architekten Erick van Egeraat aber nicht aus der Ruhe gebracht hat: „Auch die Pyramiden in Ägypten waren einst extrem teuer, auch sie brauchten ihre Zeit.“ Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Die WiWO ging Anfang 2016 inzwischen davon aus, dass die Rekonstruktion meines Klubhauses vier Millionen Euro kosten wird. Brackwasser und Seetang, da kann man ganz schön viel Kaffee oder Grog für trinken. Apropos… Köpffchen - Sonderausgabe 2016 33

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