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Voice of Hope Magazin 4-5/2014

Voice of Hope Magazin

Sibirien – Evangelium

Sibirien – Evangelium für Nordkoreaner ihres Arbeitsaufenthalts wohnen. Auf dem Gelände reihen sich einige alte Gebäude aneinander, die zu Behausungen umfunktioniert wurden – alt und ver- Unser Fahrer parkt das Auto am Rand des Fabrikgeländes; wir steigen aus, er selbst getraut sich nicht aus dem Wagen. Zu unserer Überraschung werden wir nicht kontrolliert. Die einzigen Wesen, die auf uns zulaufen, sind ein paar spielfreudige Hunde. Doch hinter den Fenstern tut sich etwas: Die Gardinen werden vorsichtig zur Seite geschoben und durch Ferngläser werden wir genau beobachtet. Da kommt ein junger Mann auf uns zu; wir grüßen ihn freundlich. Er ist zunächst schüchtern, wird dann aber offener. Es entwickelt sich ein Gespräch. Auf unsere Frage, wie es ihm geht, sagt er, er habe Schmerzen und deutet auf seine Hüfte. Als wir ihm Fotos von unseren Familien zeigen, erwähnt er, dass auch er eine Frau und ein Kind habe. – Ob es ihm wohl möglich ist, während seines Sibirien-Aufenthaltes mit seiner Frau Kontakt zu halten? Ein paar weitere Arbeiter schauen neugierig zu uns herüber, doch sie trauen sich nicht näher heran. Wie gerne würden wir diesen Menschen das Evangelium erklären und eine Bibel geben, doch noch müssen wir uns gedulden. Zunächst müssen wir ihr Vertrauen gewinnen. Deshalb bieten wir dem jungen Mann Essen an, er aber nimmt es nicht an – selbst etwas wie Essen zu überreichen, scheint unmöglich zu sein. Bevor wir zum Auto zurück kehren, wagen wir es, einige Fotos zu machen. Es war ein besonderes Erlebnis, mit diesem Menschen zu sprechen und ihm die Hand zu reichen, ohne daran gehindert zu werden. In Nordkorea kann man nicht einmal auf der Straße mit den Menschen sprechen! Wenn man bedenkt, dass diese Region Sibiriens jeden Winter unter Schneebergen liegt und das Thermometer auf bis zu minus 45° C sinkt, fragen wir uns, wie die Männer in diesen Baracken und umgebauten Häusern überleben können. Gut zu wissen, dass sie wenigstens genügend Nahrung bekommen. Unserem Eindruck nach werden sie hier besser ernährt, 16 Voice of Hope Nr. 4+5/2014 als in ihrer Heimat. – Wie es wohl ihren Familien geht, die sie zurückgelassen haben? Jeden Abend müssen die Männer sich bei ihrem Vorgesetzten melden. Wenn jemand dieser Pflicht nicht nachkommt, wird er sofort der nordkoreanischen Regierung gemeldet. Ist ein Arbeiter gar mehrere Tage abwesend, werden die nahen Verwandten verhaftet und möglicherweise sogar getötet. – Unter welchem Druck diese Menschen doch leben! Ledige Männer erhalten erst gar kein Arbeitsvisum; zu hoch wäre die Fluchtgefahr, obwohl sich kaum jemand dazu getraut. Wer während seines Arbeitsaufenthaltes krank wird, erhält keine medizinische Behandlung. Gerne hätten wir einen Blick in ihre Behausungen geworfen und über den einzigen Trost im Leben und Sterben gesprochen. Doch wir sind guter Hoffnung, dass dies bald möglich sein wird. Unser Fahrer bringt uns zurück in die Stadt, wo wir eine weitere Wohn- und Arbeitsstätte aufsuchen. Auch hier können wir kurz mit einem Mann sprechen. Alle seine Kollegen würden in der Stadt arbeiten, erzählt er. Das angebotene evangelistische Traktat nimmt er nicht an. Unterwegs begegnen wir weiteren Koreanern. Nach dem Abendessen bei einem Christen zeigen wir in der Ortsgemeinde eine Präsentation über Nordkorea, um ihnen zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, ein Herz für die Nordkoreaner zu haben. Sie sollten sich zu ihnen aufmachen, um ihnen zu helfen – vor allem, um ihnen das Evangelium zu bringen. Die Zuhörer folgen uns mit großer Aufmerksamkeit; bisher war ihnen nicht bewusst, wie hart die Lebensbedingungen in Nordkorea sind und wie sehr besonders die Christen dort leiden. In der anschließenden Gebetsgemeinschaft merken wir, dass sie den Ernst der Lage erkannt haben. Wir zeigen ihnen die nordkoreanischen Neuen Testamente und evangelistischen Faltblätter, die sie aushändigen könnten. Das Material nehmen sie gerne an. Nun hoffen und beten wir, dass diese Bibeln und Traktate in die Hände der Koreaner gelangen und sie durch Gottes Segen zur Buße geführt werden – zur Ehre Seines heiligen Namens.

Sibirien – Evangelium für Nordkoreaner Am nächsten Tag sind wir in der Stadt unterwegs und erblicken zwei Nordkoreaner die Straße entlanggehen. Sie tragen die nordkoreanische Uniform mit einer Anstecknadel, auf der das Portrait ihres Führers zu erkennen ist. Wir folgen ihnen mit Abstand. Nach wenigen Hundert Metern biegen sie ab und gehen durch ein Tor. Dort erblicken wir noch mehr nordkoreanische Arbeiter, die einen Zaun reparieren. Man kann sie also auch als Arbeiter anstellen – welche Gelegenheiten sich hier öffnen! Etwas weiter kommen wir an einer Schule vorbei, wo ebenfalls Nordkoreaner arbeiten. In der ganzen Stadt sind sie als billige Arbeitskräfte verteilt – bei Privatleuten, auf der Straße, überall. Am Abend, nach einem herzlichen Abschied in der Gemeinde, verlassen wir Tynda. Wir verlassen nicht nur unsere Geschwister, sondern auch die Nordkoreaner – doch wir dürfen die Neuen Testamente zurücklassen. Wir sind nur Durchreisende. Zurück in unserer Heimat werden wir weiter beten, dass der Herr dieses Werk segnet durch die Wirkung des Heiligen Geistes, damit Sein Königreich gebaut werde. Der Herr verspricht uns in Seinem Wort (Lukas 13,29): „Und sie werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, und zu Tisch sitzen im Reich Gottes.” Zurück in Blagoweschtschensk halten wir in einer Gemeinde einen Vortrag über Nordkorea, denn auch hier arbeiten Koreaner. Anschließend sprechen uns zwei junge Männer an, die regelmäßig mit Nordkoreanern sprechen. Einer von ihnen hat schon mehrmals Gespräche über die Bibel geführt und würde diese gerne verteilen. – Wie wunderbar wäre es, wenn das Evangelium auch die Gastarbeiter in Blagowetschensk erreichen würde! Am nächsten Tag fliegen wir zurück nach Deutschland. Eine Frage bewegt uns: War es wirklich notwendig, vier Tage unterwegs zu sein, nur um drei Tage im Fernen Osten zu verbringen? Was haben wir erreicht? Rückblickend war es eine lohnenswerte Reise: Wir konnten Neue Testamente nach Tynda und Blagoweschtschensk bringen so- Wer bringt diesen Männern das Evangelium? wie die Geschwister für die Situation in Nordkorea sensibilisieren und dazu ermutigen, das Evangelium weiterzugeben. Wir durften einigen Nordkoreanern die Hand reichen, als Ausdruck der Liebe, und mit ihnen sprechen. Auch Sie sind mit uns auf dem Weg in die Ewigkeit. Gebet ist unerlässlich. Werden Sie mit uns dafür beten, dass der Herr die Arbeit segnet – zu Seiner Ehre? Sein Reich komme!” Bitte beten Sie, dass Gott unseren Geschwistern in Russisch Fern-Ost Wege aufzeigt, wie sie ihr Vorhaben umsetzen können, ohne die Nordkoreaner in Gefahr zu bringen! Denn wenn sie etwa dabei beobachtet werden, wie sie ein Neues Testament annehmen, müssen sie mit Strafen rechnen. Von ihren Vorgesetzten werden sie meist schroff und unwürdig behandelt, wie Menschen zweiter Klasse. Unsere Geschwister im Fernen Osten möchten ihr Vertrauen gewinnen und ihnen das Evangelium geben. Deshalb brauchen sie unsere Gebete, damit Gott ihnen die nötige Weisheit gibt und Möglichkeiten zeigt, wie sie ihrem Auftrag gerecht werden können. Wir sehen Gottes Hand in der bisherigen Entwicklung und sind Ihm dankbar für die Reise, die Begegnungen mit Glaubensgeschwistern und Nordkoreanern. Wir beten um Weisheit und Gottes Hilfe für sie! • Sibirien – Evangelium für Nordkoreaner 17

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Voice of Hope Magazin 3-2017