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Lankwitz Journal Nr. 1/2018

Journal für Lankwitz und Umgebung - Februar / März 2018

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16 Lankwitz Journal NEUES BAUEN in Steglitz-Zehlendorf Symposienreihe in der Schwartzschen Villa gestartet Hinter der Schwartzschen Villa reckt sich der KREI- SEL gen Himmel, der nach jahrelangem Leerstand demnächst mit Luxuswohnungen wieder einmal von sich reden machen wird. Die 1898 für den Bankier Carl Schwartz erbaute Villa zu seinen Füßen erinnert an solide Baukultur vergangener Tage und öffnet sich beständig der Kunst und Kultur. So ist sie auch der rechte Platz, den die Kulturamtsleiterin des Bezirks, Dr. Brigitte Hausmann, gewählt hatte, um unter Schirmherrschaft der Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski mit der Auftakt- Veranstaltung „NEUES BAUEN in Steglitz-Zehlendorf“ eine Reihe von Symposien zu starten. „Dies ist erst einmal ein Appetizer, der auf einen auf mehrere Jahre angelegten architekturhistorischen Schwerpunkt des bezirklichen Fachbereichs Kultur vorbereiten und darauf neugierig machen soll. Ausgehend von der Zeit um 1920 und von Groß-Berlin werden wir in unterschiedlichen Formaten vielfältige Themen und Projekte unter der Überschrift „NEUES BAUEN in Steglitz und Zehlendorf“ vorstellen“, erklärte Architekturliebhaberin Dr. Hausmann anlässlich des ersten erfolgreichen Symposium-Abends im Dezember. Damit ist Steglitz-Zehlendorf einer der ersten Bezirke, der anlässlich des im Jahr 2020 Schwartzsche Villa oder KREISEL: Baurelikte ihrer Zeit. stattfindenden Jubiläums „100 Jahre Groß-Berlin“ eine Veranstaltungsreihe gestartet hat. Groß-Berlin und seine Folgen Namhafte Referenten wie der Sozialwissenschaftler und Stadtplaner Prof. Dr. Harald Bodenschatz, die Architektin und Planungshistorikerin Dr. Celina Kress, der Architekturhistoriker und Heimatverein Zehlendorf e. V.–Mitglied Frank Rattay, der Autor und Kulturhistoriker Matthias Oloew sowie die Kultur- Fachbereichsmitarbeiterin Heike Stange präsentierten kurzweilig historisches Baugeschehen Groß-Berlins mit seinen Folgen für die beiden Verwaltungsbezirke im Berliner Südwesten. Dabei wurde im Ansatz – jedoch ausbaufähig – gegenwärtiges und zukünftiges Bauen reflektiert und debattiert. Im bis zum letzten Platz besetzten Großen Salon der Schwartzschen Villa ging es „Auf dem Weg nach Groß-Berlin“ u. a. um das Groß-Berlin-Gesetz und die stadtplanerischen Prämissen für den erweiterten Stadtraum. Hatte nicht zuletzt die drängende Wohnungsfrage zur Gründung Groß-Berlins beigetragen, traten nun „Für die Gemeinschaft!“ neben den privaten Bauunternehmern wie Adolf Sommerfeld auch öffentliche Wohnungsbaugesellschaften in Aktion. Es galt „Zwischen Tradition und Moderne“ Groß-Siedlungen zu errichten, wofür im Bezirk als Beispiel die Onkel-Tom-Siedlung, die Heidehofsiedlung und die Siedlung Unter den Eichen stehen. Doch mehr Wohnraum brachte auch neue Infrastrukturprojekte für

den Bezirk mit sich, dessen Verwaltung bis dahin weit verstreut und eher bürgerfern untergebracht war: Mit Rathausneubau und Bädernetz in die Zukunft Zehlendorf konnte am 20. April 1929 als einzigen Rathausneubau im frischgebackenen Groß- Berlin „Das Rathaus Zehlendorf – im Spannungsfeld von Groß- Berlin und Bezirk“ seiner Bestimmung übergeben. Als neuer Bezirk, der ab 1920 mehr oder weniger begeistert zu Groß-Berlin gehörte, hatte Zehlendorf hart um ein zentrales Verwaltungsgebäude an der heutigen Kirchstraße gekämpft, dessen Bau 1923 beschlossen wurde. Der Bezirk hatte das Grundstück zur Verfügung gestellt und so die Zustimmung des Magistrats erreicht. Auf die Wettbewerbs-Ausschreibung um den Rathausbau, der alle zentralen Verwaltungen vom Bürgermeisteramt bis zum Standesamt, Bibliothek und Heimatmuseum, Wohnräume für Boten und Hausmeister sowie ein Schwimmbad enthalten sollte, hatten sich 84 Architekten beworben. Den Zuschlag erhielt der Entwurf des Architekten Eduard Jobst Siedler. Doch die Realisierung und Finanzierung des Groß-Objektes, für das 2,5 Millionen Reichsmark angesetzt waren, führte schließlich zum sogenannten Rathauskampf zwischen Groß-Berlin und dem Bezirk, in dem Auseinandersetzungen zwischen dezentralen und zentralen Zuständigkeiten im Vordergrund standen. Bereits 1925 forderte der Magistrat die Einstellung weiterer Bauarbeiten. Zeitraubende Verhandlungen folgten, kostenreduzierend musste auf die Unterbringung des Standesamtes und auf den Dachgeschossaufbau verzichtet werden, so dass 1926 der Magistrat schließlich die Gelder bewilligte und Ausschachtarbeiten beginnen konnten. – Und wieder beschloss der Magistrat, der Finanzierung anderer Bauvorhaben den Vortritt zu lassen und stellte das Rathaus zurück, so dass im Februar 1927 erneut Baustopp war. Drei Monate später jedoch gab der Magistrat Gelder frei, und bis zur Fertigstellung liefen die Bauarbeiten nun kontinuierlich. Lankwitz Journal 17 Die feierliche Eröffnung des Rathauses fand 1929 im Bürgersaal statt, wo Bezirksbürgermeister Erich Schumacher und der Vorsitzende der BVV Karl Meidinger sowie Oberbürgermeister Gustav Böß vor Vertretern der 20 Berliner Bezirke und den Ehrengästen ihre Grußworte sprachen. Zahlreiche durch die BVV aktivierte Spender hatten die Fenster und Inneneinrichtung des neuen Verwaltungsgebäudes ermöglicht, die ebenfalls unter den Gästen waren. „Eine rechte Leidensgeschichte“ nannte Schumacher dann auch den Rathausbau. Böß thematisierte in seinen Worten den vorhergegangenen Kampf und meinte herablassend: „…niemand wird sagen können, daß Berlin nichts für Zehlendorf getan hat“, und er stellte fest, dass sich die Bezirksbewohner nun als Berliner fühlen würden. Neben der Verwaltung trat nun auch der Freizeitgedanke vermehrt in den Focus. 1907 bereits war das Strandbad Wannsee nach Plänen Richard Ermischs und Martin Wagners als Familienbad eröffnet worden. So sollte es für demokratisches Miteinander, aber auch für ein weltstäd- WERBUNG FÜR BERLIN Reklame-Werkstätten Konrad Moritz GmbH Lichtreklame Firmenschilder Autobeschriftungen Bauschilder Neon Praxisschilder Montage-, Reparaturund Wartungsservice Jungfernstieg 4 · 12207 Berlin · Tel. 030 / 824 18 42 · info@werbungfuerberlin.de

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