ASMZ_01_02_2015_GESAMT_1_

lucaboris

Nr. 01/02 – Januar/Februar 2015 –181. Jahrgang

Sicherheit Schweiz

Bedrohungen

und Antworten

China und Japan

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift

Herausgeber: Schweizerische Offiziersgesellschaft

Sicherheitsverbundsübung

SVU 14

Europäische

Verteidigungsagentur


Über den Dingen.

Die G-Klasse.

Eine Marke der Daimler AG


Editorial

Wirtschaft

12

Sicherheitspolitische

Betrachtungen zu China

und Japan

3 Peter Schneider

Aktuelles

André Blattmann

4 Bedrohungen und Antworten

Sicherheitspolitik

Jean Pierre Peternier

8 Freiheit besser als das

Gegenteil – Sicherheit auch!

André Blattmann

9 Das Wort des CdA

Rudolf P. Schaub

10 Recht und Pflicht

von Armeeangehörigen

Peter Hediger

12 China und Japan

Peter Müller

35 EVA: Nötig oder verzichtbar?

Luftwaffe

Christian Trottmann

38 Einsatz macht uns stark

Jürg Studer

41 Brevetierung

der Pilotenklasse 08

Höhere Kaderausbildung

Michael Arnold

42 Wehende Tüchlein, nasse

Augen, tieftraurige Gesichter

Internationale Nachrichten

44 Hans Peter Gubler

20

Panzer 87 Leopard WE

im KIUG

Heinrich L. Wirz

15 Aus dem Bundeshaus

Arena

Roberto Zanetti, Alex Kuprecht

16 Weiterentwicklung der Armee

Einsatz und Ausbildung

Geschichte

Jürg Stüssi-Lauterburg

48 1815 Schweizer Aufbruch

in die Moderne

Hans-Peter Widmer

51 Zapfenstreich

im Zeughaus Aarau

Marc Olivier Schibli

18 Friedenseinsatz

in der Westsahara

Peter Schneider

20 Kdt Lehrverband

Panzer/Artillerie

SOG Vorstand

Denis Froidevaux

52 Norwegen als Vorbild

für die Schweiz?

SOG und Sektionen

François Villard

53 Markus Schuler

24 Einsatz von gepanzerten

Fahrzeugen in Syrien

Vermischtes

28

Übung «SANDY» 2014

Stefan Lenz

26 Miliz prüft das IMFS auf Herz

und Nieren

Olivier Lichtensteiger

28 Übung «SANDY» 2014

59 Dieter Kläy

Bücher

64 Andrea Grichting-Zelenka

Walter Troxler

30 Jahresrapport LVb Logistik

Titelbild

Member of the European

Military Press Association

(EMPA) – ISSN 0002-5925

Bevölkerungsschutz

Eugen Thomann

32 SVU 14 – die Übung, die keine

sein wollte

34 Hat die Mil Sich ihre Zukunft

schon hinter sich?

Panzer 87 Leo WE

Foto: VBS

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

1


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Was darf Satire? Alles. Kurt Tucholsky wusste sehr

wohl, wovon er sprach. Das Nazi-Regime hat, wie alle

Diktaturen, Karikatur und Satire mit aller Gewalt

unterdrückt, denn diese regen das Denken an, Fragen

rufen nach Antworten.

Auch wenn die ASMZ sich für ihre Botschaften

nicht dieser Mittel bedient (zumindest nicht bewusst),

hat mich die Ermordung von Stéphane Charbonnier,

Chefredaktor von Charlie Hebdo, und Teilen seines

Teams besonders erschüttert; sie beweist, dass die

Notwendigkeit von Presse- und Meinungsfreiheit in

sehr weiten Teilen der Welt nicht erkannt wird. Nachdenklich

gestimmt haben mich auch Stellungnahmen

bei uns zu den Karikaturen, wie: «wenn die Moslems

darauf negativ reagieren, sollte man zurückhaltend

sein». Eben nicht: absolute Regierungen lenken von

inneren Problemen und unfähigen Verwaltungen ab

und haben den dankbarsten und nachhaltigsten Weg

wieder einmal gefunden: Religion. Die Menschen

sind mit ihr emotional verbunden und können durch

sie sehr einfach instrumentalisiert werden. Die meisten

jetzigen terroristischen Bewegungen berufen sich

auf den Islam. Es scheint dabei im mediterranen Bogen

und im mittleren Osten nicht zu stören, dass 99%

der Opfer Moslems sind, ermordet von Moslems. Die

den Diktatoren willfährigen Justizbehörden verurteilen

keine Märtyrer, sondern hacken lieber kleinen Dieben

Hände ab und lassen junge Frauen steinigen.Wie

viele islamistische Mörder sind verurteilt worden?

Nun kommt eine mehrfach geballte Ladung auf uns

zu: der schlimmstmögliche, religiös verbrämte Terrorismus

kombiniert mit wirtschaftlicher Unsicherheit

in ganz Europa und der damit verknüpften Arbeitslosigkeit,

insbesondere in den südlichen Mitgliedstaa-

ten der EU, finanzielle Überverschuldung namhafter

Industrienationen, allen voran Japan und USA, und

schlussendlich dramatische Aufrüstung in Osteuropa,

verbunden mit Verachtung der elementarsten Menschenrechte,

auch in EU/NATO-Mitgliedstaaten.

Diese kombinierte, diffuse und wenig voraussagbare

Bedrohung hat die ASMZ dargestellt, zum Beispiel

im Artikel von Br Daniel Lätsch, Kdt Gst S,

in der Nummer 07/13. Man «wolle nicht den Krieg

von gestern vorbereiten», ist das Grundbekenntnis

der WEA. Was wir nun hier und heute vorgeführt bekommen,

und Lätsch beschrieben hat, ist der Krieg

von morgen. Und diesen kann die geplante WEA-Armee

nicht bewältigen.

Gegen Cyber War haben wir auf Stufe Bund kein

Mittel, die Armee allein kann ihn nicht abdecken.

Schützen und retten können die Ter Div, aber nicht

gleichzeitig kämpfen. Dazu wäre die Infanterie qualitativ

zwar befähigt, dann kann sie aber nicht gleichzeitig

schützen, zudem verfügt sie organisch weder

über Artillerie noch über Aufklärung. Kämpfen können

die beiden Mech Br, operative Einsätze erfordern

aber mindestens drei gleichwertige Elemente und in

unserem überbauten Land auch organisch strukturierte

infanteriestarke grosse Verbände.

Die WEA-Armee ist qualitativ auf gutem Weg,

quantitativ aber nicht in der Lage, ihren Auftrag zu erfüllen.

Nebst der gut ausgerüsteten Infanterie, die wir

haben und die «alles» kann, aber nicht alles gleichzeitig,

bedarf es einer leichteren Infanterie in den Ter Div,

die primär hilft und schützt, im Sinne der früheren

Territorialinfanterie.

Der moderne, in seiner Intensität variable Krieg,

wird dauern, und genau das kann die zu kleine WEA-

Armee nicht. Nach der Entführung der Swissair DC-8

am 06.09.1970 hat der Bundesrat die Flughäfen Kloten

und Cointrin bewachen lassen. Ich war als Zfhr

an Ostern 1971 in Genf dabei. Bedarf: immer 2 Bataillone,

immer 2 Wochen lang, das damals mehr als

18 Monate lang. Heute könnte man einiges mit technischen

Mitteln abdecken, schlussendlich benötigt Bewachung

trotzdem viele Soldaten. Einen derartigen

Schutzauftrag, vielleicht nicht die Flughäfen, aber die

AKW oder die grossen Rechenzentren oder die wichtigen

Bahnhöfe, können wir nicht mehr stehen.

Ich wiederhole mich: habt den Mut im Angesicht

der nun vorhandenen konkreten Bedrohung die Armee

und das dazu notwendige Budget aufzustocken!

Peter Schneider, Chefredaktor

peter.schneider@asmz.ch

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

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Aktuelles

Bedrohungen und Antworten –

die Armee auf dem Weg in die WEA *

WEF, Syrienkonferenz und die OSZE-Ministerratskonferenz haben einmal

mehr gezeigt: In diesem Land geht ausserhalb des «Courant normal»

nichts ohne die Armee. Unsere Milizarmee ist die einzige Reserve

des Bundes, welche über die umfassenden Mittel verfügt, um zu helfen,

zu schützen und wenn nötig zu kämpfen. Politisch so gewollt und

demokratisch legitimiert. Und das ist gut so.

André Blattmann

Im letzten Jahr wurde von unseren Bürgern

in Uniform wieder sehr viel gute Arbeit

geleistet. Sei es, wenn das Grenzwachtkorps

unsere Drohnen zum Einsatz bringt,

wenn Genie/Rettung im Emmental eine

Notbrücke und einen Steg einbauen, die

Sanitäter bei Hochwasser im Tessin eine

Klinik evakuieren oder eben, wenn wiederholt

über 3000 Angehörige der Armee

eine Konferenz schützen. Die Armee ist da

und erfüllt ihren Auftrag. Ich danke allen

Aktiven für die Leistung sowie allen Ehemaligen

für die indirekte Unterstützung.

Die Sicherheitsverbunds-Übung (SVU

14) hat gezeigt, dass wir als Land durchaus

noch zu Lernen haben. Die Armee für

sich, wie auch die kantonalen Führungsstäbe

und Blaulichtorganisationen funktionieren;

pragmatisch und eingespielt.

Unser Land verfügt über viele gute Instrumente

der Zusammenarbeit mit allen zivilen

Partnern der Stufen Bund und Kantone.

Eine gute Grundlage für den anstehenden

Lernprozess. Sobald es aber um

eine Krise geht, die überregionale Auswirkungen

hat – und demnach eine Führungsrolle

des Bundes angezeigt sein könnte

– wird es schwierig. Die Krisenorganisation

auf Stufe Bund auszubauen, wird

eine der grossen Herausforderungen der

nächsten Jahre sein. Die Kantone leben

es uns vor und unsere eigenen Strukturen

funktionieren ebenfalls. Jetzt gilt es nur

noch alles zu vernetzen – zu Gunsten der

Die Verletzlichkeit unserer Gesellschaft

durch hybride Gefahren bedingt auch

weiterhin, dass der Schutz kritischer Infra -

strukturen eine zentrale Aufgabe unserer

Sicherheitskräfte sein muss. Bilder: VBS

Sicherheit unseres Landes. Wir tun gut daran,

uns ständig zu verbessern. Die Lage

in unserem Umfeld entwickelt sich rasch

weiter.

Die allgemeine Lage

in der Schweiz und Europa

Die Schweiz ist generell ein sicheres

Land: Einerseits aufgrund der eher tiefen

Kriminalität und andererseits aufgrund

ihrer geographischen Lage, der wirtschaftlichen

Stärke und des daraus resultierenden

Wohlstandes. Die Sicherheit in der

Schweiz hängt genau deshalb aber auch

stark von der wirtschaftlichen Entwicklung

und der Sicherheit in den umliegenden

Ländern ab. Im Zuge einer länger anhaltenden

(Wirtschafts-) Krise in Europa

könnte sich die Situation rasch verändern.

Das Jahr 2014 hat uns dies einmal mehr

deutlich gezeigt. Die Sicherheitslage hat

sich in wenigen Monaten massgeblich verschlechtert.

In einzelnen Ländern werden

bereits heute staatliche Aufgaben wie der

Grenzschutz oder die Strafverfolgung vernachlässigt,

weil ein Vakuum – eine Krisensituation

– besteht. In der Ostukraine,

nur 2000 Kilometer von der Schweizer

Landesgrenze entfernt, herrschen seit Monaten

kriegsähnliche Zustände – oder offen

gesagt: Es herrscht Krieg. Trotz Waffenstillstandsabkommen

ist fraglich, ob sich

die Lage wirklich bessern wird. Es bleibt zu

hoffen, aber Hoffnung allein ist bekanntlich

ein schlechter Ratgeber.

Fragile Staaten dienen bereits heute als

Logistikbasen und Umschlagplätze der

organisierten Kriminalität. Bürgerkriege,

Umstürze, wirtschaftliche Depression und

politische Repression, zum Beispiel im Nahen

und Mittleren Osten und in einigen

Regionen Afrikas, erhöhen den Druck auf

die lokale Bevölkerung zur Emigration.

Die illegale Migration bietet ein lukratives

4

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Aktuelles

Geschäftsfeld für die organisierte Kriminalität,

die sich mit Drogen-, Organ- und

Menschenhandel bereichert.

Auch die auf historischen und ethnischen

Begebenheiten fussenden Probleme

auf dem Balkan sind trotz jahrzehntelanger

Präsenz internationaler Friedenstruppen

und Wiederaufbauhilfe nicht endgültig

gelöst. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit

eines rein militärischen Grosskonfliktes

in Mitteleuropa derzeit gering. Damit

ist aber nicht gesagt, dass zwischenstaatliche

Konflikte in Europa zwingend friedlich

ausgetragen werden. Die Einverleibung

der Krim durch Russland und die

Kämpfe in der Ostukraine haben gezeigt,

dass auch Staaten in Europa weiterhin bereit

sind, ihre Interessen mit einer Vielzahl

von Mitteln durchzusetzen, inklusive

militärischen.

Bedrohungen unterhalb

der Kriegsschwelle

Eine durchaus wahrscheinliche und sehr

gefährliche Herausforderung für die Sicherheit

der Schweiz ist die Möglichkeit,

dass eine einzelne Bedrohung oder Gefahr,

wenn sie eintrifft, zu einer Kettenreaktion

führt. So könnte es beispielsweise

nach einer Naturkatastrophe mit lokalen

Auswirkungen zu Versorgungsstörungen

kommen, was wiederum eine Verschlechterung

der öffentlichen Sicherheit verursachen

könnte. Ein Cyber-Angriff könnte

einen grossräumigen Stromausfall zur

Folge haben, der seinerseits die meisten

Funktionen von Wirtschaft und Gesellschaft

zum Erliegen bringen würde. Dazu

stelle man sich auch die Folgen eines Ausfalls

von Kühlanlagen oder der Bankomaten

vor.

Bisher haben meist nur Unfälle zu Störungen

geführt; es ist schwer abschätzbar,

welche Auswirkungen gezielte Aktionen

(Anschläge oder Cyber-Angriffe) haben

würden.Wirtschaft, Gesellschaft und Behörden

(inklusive der Blaulicht-Organisationen)

sind von einer funktionierenden

Informatik und deren Vernetzung abhängig.

Zwar sind terroristische Aktionen zunächst

einmal ein Problem, welches die

zivilen Behörden zu bewältigen haben.

Aber eine andauernde Terrorbedrohung

oder ein Anschlag mit massiven Auswirkungen

kann auch zu einer Herausforderung

werden, welche die Armee betrifft.

Aus militärischer Sicht darf der Terrorismus

nicht vernachlässigt werden. Obwohl

die Schweiz in den letzten Jahren nicht

von grösseren Anschlägen betroffen war,

Die raschen Entwicklungen im sicherheitspolitischen

Umfeld führen dazu, dass

die rasche Bereitschaft unserer Armee bei

kürzeren Vorwarnzeiten wieder einen

höheren Stellenwert erhält.

werden Terrorismus und Gewaltextremismus

die Sicherheit unseres Landes auf absehbare

Zeit hinaus bedrohen.

Eine mögliche Bedrohung stellen die

Dschihadisten dar, eine von der Ideologie

der al-Qaida inspirierte Bewegung mit

verschiedenen regionalen Ablegern. Zwar

ist die Schweiz weiterhin kein erklärtes

prioritäres Ziel, aber auch ideologisch radikalisierte

Einzeltäter können Terroranschläge

verüben. Rückkehrer, die beispielsweise

in Syrien an Kämpfen teilgenommen

haben, können durchaus auch für

die Schweiz zur Gefahr werden. Sie bringen

nicht nur eine gewaltbereite Ideologie

mit sich, sondern verfügen über Kampferfahrung

und wissen, wie man Angst und

Schrecken verbreitet. Darüber hinaus sind

ausländische Interessen in der Schweiz –

darunter Botschaften oder internationale

Organisationen – fallweise oder permanent

einer Bedrohung durch terroristische

Gruppierungen ausgesetzt.

Für ausländische gewaltextremistische

oder terroristische Gruppierungen kann

die Schweiz zugleich auch als Rückzugsraum

(Propaganda, Rekrutierung, Logistik,

Finanzierung) dienen, was zu poli -

tischem Druck seitens anderer Länder

oder direkten, die Souveränität verletzenden

Gegenmassnahmen wie verbotenem

Nachrichtendienst führen kann. Der Fall

IS zeigt, wie terroristische Bewegungen

immer mehr Gebrauch von den Möglichkeiten

machen, die ihnen die zunehmende

Globalisierung eröffnet. Soziale Medien

bieten Plattformen zur Rekrutierung

und Finanzierung an und lassen Propaganda

übelster Art in Sekundenschnelle

global wirken. Das Internet ermöglicht allen

gewaltextremistischen und terroristischen

Gruppierungen die heimliche Vernetzung

sowie die Selbstradikalisierung

künftiger Einzeltäter; zudem erleichtert es

auch die Beteiligung an der Planung von

Terroranschlägen über die Landesgrenzen

hinweg.

Die Verkettung von Bedrohungen

und die hybride Bedrohung

Fast alle Staaten Europas, auch die Regionalmächte

Deutschland und Frankreich,

haben massiv weniger schwere Mittel

als noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Obschon schwächere Nachbarstreitkräfte

durchaus auch eine Einladung für

Länder an der Peripherie bedeuten, ihre

Machtansprüche eher militärisch durchzusetzen,

bleibt die offene Anwendung

militärischer Gewalt auf absehbare Zeit

hinaus unwahrscheinlich. Ein bewaffneter

Angriff auf die Schweiz muss heute allerdings

auch nicht mehr als klassischer

Vorstoss militärisch organisierter Streitkräfte

über den Boden seerücken erwartet

werden. Dieses Bild müssen wir definitiv

loswerden.

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

5


Die hybride Bedrohung erfordert umfassende

Fähigkeiten der Armee. Der Kampf gegen

schwere Mittel muss parallel und in rasch

wechselnder Folge zu anderen Bedrohungsformen

geführt werden können.

Der Ukraine-Konflikt hat gezeigt, dass

(militärische) Gewalt in Europa als Mittel

zur Drohung und Einschüchterung oder

zur Schaffung vollendeter Tatsachen eingesetzt

wird. Die Gewalt wird aber in anderen

Formen ausgeübt, oder in neuen

Kombinationen. Hinzu kommt, dass Mittel,

die bisher nur von Staaten eingesetzt

wurden, zunehmend auch nichtstaatlichen

Gruppierungen zugänglich werden. Dazu

gehören neben der Informationskriegführung

oder dem Cyberspace auch schwere

Waffen.

Es ist durchaus vorstellbar, dass andere

Staaten oder Gruppen von Staaten eine

Notlage in einem Drittstaat ausnutzen

oder mit Absicht eskalieren, um eigene

politische oder wirtschaftliche Interessen

durchzusetzen. Im Rahmen einer Notlage,

die zum Beispiel aufgrund von Versorgungsstörungen

oder Naturkatastrophen,

aber auch in wirtschaftlich schwierigen

Zeiten entstehen kann, könnten Staaten,

Bewegungen oder sogar nur einzelne Personen

mittels Propaganda, illegaler Nachrichtenbeschaffung

oder wirtschaftlichem

Druck zu einer Verschärfung beitragen.

Rasch könnten Falschmeldungen verbreitet

werden, die die breite Bevölkerung

dank Smartphones überall erreichen. Wir

haben letztes Jahr bereits genügend Beispiele

gesehen. Mittels Nachrichtenbeschaffung

und Spionage könnten zudem

Einzelpersonen, Behörden, Unternehmen

oder ganze Staaten ihrer Glaubwürdigkeit

beraubt werden. Tonspuren, Texte, aber

auch Videoaufnahmen sind, einmal in das

Internet gestellt, kaum je wieder komplett

zu löschen. Und bedrohte Staaten könnten

zwar im Extremfall selber Informationsoperationen

betreiben oder versuchen,

bestimmte Medien zu kontrollieren; sie

gefährden damit aber selber die freiheit -

liche Ordnung. Westliche, demokratische

Staaten wie die Schweiz sind daher im Informationszeitalter

skrupellosen Einzelpersonen,

Unternehmen, Bewegungen oder

feindlich gesinnten Staaten reaktiv ausgeliefert.

Cyber-Angriffe, von der organisierten

Kriminalität begangene schwere Verbrechen

und Akte des Terrorismus können

in Krisensituationen anschliessend in kür -

zester Zeit zu einer Eskalation im Landesinneren

führen. Verschiedene Staaten verfügen

heute über militärisch geführte Verbände,

deren einzige Aufgabe es ist, in der

Informationssphäre und im Cyberspace

Krieg zu führen. Angesichts der heute

gängigen Just-in-time-Logistik könnte der

Fluss von Ressourcen durch Cyber-Angriffe

gestört oder sogar unterbrochen werden.

Versorgungsstörungen wären die Folge,

allenfalls mit negativen Rückwirkungen

auf die öffentliche Ruhe und Ordnung.

In einem solchen Fall könnten Staaten

oder Organisationen zudem versuchen,

mit Angehörigen privater Militär- und Sicherheitsfirmen,

Agenten oder Sonderoperationskräften

die Lage weiter zu destabilisieren.

Zu diesem Zeitpunkt würde die

Involvierung von Staaten oder bestimmten

Organisationen mehr und mehr offensichtlich;

dank der modernen Kommunikationsmittel

und des Einflusses, welchen

Informationsoperationen über soziale Medien

nehmen können, würde dennoch

eine gewisse Unklarheit über die Urheberschaft

bestehen. Sicherlich haben viele von

Ihnen den Wirrwarr in der Ukraine verfolgt.

In dieser Lage können die zivilen

Behörden selber nicht mehr alleine für

Ruhe und Ordnung und die Sicherheit

der kritischen Infrastrukturen sorgen.

Militärische Verbände

als entscheidendes Element

Zu diesem Zeitpunkt bestünde nun

die Möglichkeit, dass mit konventionellen

und unkonventionellen Mitteln kämpfende

reguläre militärische Verbände zum

Einsatz kämen, um eine Entscheidung her-

6 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Aktuelles

beizuführen. So könnten mechanisierte

Verbände aufmarschieren und eine massive

Bedrohung für einen bereits in einer

Notlage befindlichen Staat darstellen. Irreguläre

Verbände, die mit unkonventionellen

Methoden vorgingen, könnten über

die Grenzen einfliessen und ihren Teil zur

herrschenden Verwirrung beitragen. Gegnerische

Luftschläge und Bogenfeuer über

grosse Distanzen könnten schwere Mittel

am Boden entweder unschädlich machen

oder deren Bewegungsradius massiv einschränken.

Zudem könnten Präzisionsund

Abstandswaffen kritische Infrastrukturen

wie Führungseinrichtungen, Kommunikationsknotenpunkte,

Schaltzentralen

oder Medienzentren ausschalten. Und

schliesslich könnten Aktionen im elektromagnetischen

Spektrum und in der Informationssphäre

auch durch militärische

Verbände erfolgen: Störsender können

Kommunikationsmittel aktiv unterbrechen

oder mit propagandistischen Sendungen

überlagern.

Neben Aktionen von Land-, Luft- und

Seestreitkräften gilt völkerrechtlich auch

das Entsenden von bewaffneten Banden,

Gruppen oder von Söldnern als Angriffshandlung,

die einen legitimen und legalen

Verteidigungsfall auslöst. Ob die Gewaltanwendung

von einem fremden Staat

ausgeht, ist in der Praxis häufig schwierig

zu beurteilen, vor allem dann, wenn ein

Staat zur Erreichung seiner Ziele auch unkonventionelle

Mittel wie Sonderoperationskräfte

oder Cyber-Angriffe einsetzt.

Es kann sein, dass durch die Anwendung

solcher Aktionsformen das internationale

Recht (insbesondere das Recht auf Selbstverteidigung)

ausgehebelt wird, um eine

für den Aggressor nachteilige Intervention

der internationalen Staatengemeinschaft

zu vermeiden oder durch eine unverhältnismässige

Reaktion des Angegriffenen

einen Vorwand für eine massive militärische

Intervention zu provozieren.

Diese sogenannte hybride Bedrohung

würde sich demnach nicht – wie die Bedrohung

durch einen militärischen Angriff

in der Vergangenheit – primär gegen

die Integrität des Staatsgebietes richten,

sondern direkt gegen das ordentliche

Funktionieren des Staates, seiner Insti -

tutionen der Infrastruktur und seiner

Bevölkerung. Neben regulären staatlichen

Streitkräften träten vermehrt auch andere

staatliche und nicht-staatliche Akteure auf.

Daraus entstünde eine Mischung verschiedenster

Formen von Gewaltanwendung

und Handlungen, die neben dem Spektrum

der vertrauten konventionell geführten

militärischen Kampfhandlungen auch

nicht vertraute, unkonventionelle, verdeck -

te und terroristische Aktionen beinhalten.

Eine sukzessive Eskalation der Gewaltanwendung

gegen Teile der Bevölkerung und

ausgewählte Objekte der kritischen Infrastrukturen

würde Konsequenzen nach sich

ziehen, die – abgesehen von den immensen

Schäden und Verlusten im Rahmen

eines bewaffneten Konfliktes – mit den

Auswirkungen eines klassischen militärischen

Angriffs durchaus vergleichbar wären

oder gar noch grössere Rückwirkungen

auf die Gesellschaft und deren Zusammenhalt

hätten. Und dies alles je nach Lage

bereits in einem frühen Stadium der Eskalation,

vielleicht ohne dass jemals auch

nur ein einziger Schuss abgefeuert würde.

Die Schweizer Armee kämpft,

schützt und hilft in allen Lagen

Dieser Blick auf die hybriden Bedrohungen

zeigt uns, dass Verteidigung heute

umfassend verstanden werden muss und

den Schutz von Land, Leuten und Infrastruktur

beinhalten. Dafür brauchen wir

regional verankerte Kräfte, welche eingebettet

in die Regionen die kritische Infrastruktur

schützen können, welche für das

Funktionieren der Gesellschaft notwendig

ist. Mit einer robusten Reserve bestehend

aus mechanisierten Kräften müssen

reguläre und irreguläre gegnerische Kräfte

abgewehrt und verlorengegangene Objekte

zurückgewonnen werden können.

Als Grundfähigkeit müssen wir über geschützte

Führungsnetze verfügen, welche

sowohl gegen Cyber-Attacken, wie auch gegen

physische Angriffe gesichert sind. In

der Luft stellt die Armee sicher, dass der

dichtbeflogene Luftraum in allen Lagen

unter Schweizer Kontrolle bleibt. Und

letztendlich tragen die Einsätze zur Friedensförderung

dazu bei, Konfliktregionen

zu stabilisieren und dem Entstehen und

Festsetzen von Terrorismus in solchen Gebieten

entgegenzuwirken. Ich bin überzeugt,

dass wir mit der vorliegenden Botschaft

zur WEA allen diesen Punkten deutlich

Rechnung tragen und mit den Verbesserungen

in den Bereichen Bereitschaft,

Ausbildung, Ausrüstung und Regionalisierung

genau in die nötige Richtung stossen.

Mit der WEA können wir unsere Armee

einen echten Schritt vorwärts bringen.

Verlieren wir uns also nicht in Detailfragen,

sondern setzen wir gemeinsam diese

Verbesserungen um, damit wir für die

Zukunft gerüstet sind.


* Gekürzte und leicht angepasste Fassung des Beitrages

CdA im Blog der Generalstabsoffiziere von

Dezember 2014.

KKdt

André Blattmann

Chef der Armee

3003 Bern

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

7


Sicherheitspolitik

Freiheit ist besser als das Gegenteil –

Sicherheit auch!

Die Schweiz ist seit Jahrhunderten hoffnungsvolles Ziel für verfolgte

Menschen, denen aus verschiedensten Motiven ihre Freiheit genommen

wurde. Hugenotten, Juden, Ungarn, Tibetaner, Tschechoslowaken

und viele andere mehr suchten diesen Ort der Freiheit und Sicherheit.

Über den hohen Wert von Freiheit und Sicherheit lässt sich nicht

mehr sagen.

Jean Pierre Peternier

Die Schweizer Bevölkerung äussert sich

in repräsentativen Umfragen mit grosser

Mehrheit, sich sicher zu fühlen. Offensichtlich

ist der Schweizer Bevölkerung

Sicherheit ein grosses Anliegen. Sie hat

eine ausgesprochene Versicherungsmentalität.

Man versichert sich gegen Alles und

für Jedes. Leib und Leben, Hab und Gut

sind uns eine Versicherungsprämie wert.

Sicherheit ist zudem politisch zu einer

wirksamen Sprachkeule geworden. Atomsicherheit,

Lebensmittelsicherheit, Verkehrssicherheit,

Versorgungssicherheit und

vieles mehr. Etwas schwerer hat es da die

übergeordnete Sicherheit, die uns Freiheit,

Unabhängigkeit und Menschenwürde

garantiert. Ohne sie sind alle anderen

Ansprüche wertlos und machen keinen

Sinn. Heute herrscht in unserem Lande

eine noch nie dagewesene Anspruchshaltung.

Was die Sicherheit von Land und

Leuten betrifft, ist sie aber nicht in gleicher

Intensität zu spüren. Diese offensichtliche

Diskrepanz zwischen individuellen

Sicherheitsbedürfnissen und der

Wie sicher ist die Schweiz?

notwendigen kollektiven

Sicherheit erstaunt schon.

Wo bleibt hier die Logik?

Dabei wäre in den allgemeinen

Versicherungsbedingungen

fast aller Versicherungen

ein Geltungshinweis

für Terror- und Unruheschäden

sowie kriegsoder

bürgerkriegsähnliche

Zustände zu finden. Wer

liest das schon und macht

sich Gedanken dazu? Das

Sprichwort mahnt: «Wenn

es den Leuten zu lange gut

geht, zerstören sie ihr eigenes Glück». Sind

wir schon so weit?

Sicherheitspolitik

und ideologische Briketts

Wir sind gut versichert.

Die Sicherheitspolitik und damit verbunden

die zukünftige Ausgestaltung unserer

Armee erschöpfen sich in Debatten

über mögliche Bedrohungen und Gefahren

und dort wo dies nicht reicht, werden

noch ideologische Briketts nachgelegt.

Dieses endlose Drehen im Kreise

lässt vergessen, wo der Mittelpunkt liegt:

Das Schaffen einer glaubwürdigen Armee,

welche die in der Verfassung vorgegebenen

Aufgaben erfüllt. Im Moment wartet

man gespannt auf den sicherheitspolitischen

Bericht 2015, um dann weiter über

die Zukunft der Armee zu debattieren.

Inwieweit dies ein taktisch politischer

Zug ist, bleibt offen. Schliesslich ist 2015

Wahljahr und Zeit gewinnen oft nicht

schlecht. Allerdings ist man schlecht beraten,

an diesem Prozedere festzuhalten.

Selbst pro filierte Sicherheitsexperten bekunden

offensichtlich Mühe, solide Pro -

gnosen zu erarbeiten. Solide im Sinne

einer verlässlichen

Grundlage für die

Weiterentwicklung

von Armeen. Diese

Tatsache spricht

nicht generell gegen

die Kompetenz der

Experten, sondern

liegt in der Natur

der Entwicklung

sicherheitspolitisch

relevanter Vorgänge.

Wer hat die Entwicklungen

an den

Rändern des russischen

Reiches oder

8 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Sicherheitspolitik

im Nahen Osten so vorhergesehen? Die

Dynamik des Geschehens hat eine grundlegend

andere Geschwindigkeit, als dies

Weiterentwicklungen von Armeen haben

können. Es gilt diese Unterschiedlichkeit

sinnvoll zu überwinden. Der Lauf der Geschichte

wird uns auch in Zukunft kaum

den Gefallen machen, von abrupten und

nicht vorhersehbaren Ereignissen abzusehen.

Historie kennt leider keine Linearität,

ja nicht einmal eine gewisse Berechenbarkeit.

Krieg und Gewalt gehören zum

Normalfall der Geschichte. Auf Europa

gemünzt, warnte François Mitterand vor

20 Jahren in Strassburg: «Le nationalisme,

Die Aufträge der Armee (MG Art.1).

c’est la guerre! La guerre, ce n’est pas seulement

notre passé, cela peut être notre

avenir».

Abwarten und debattieren bringen keinen

Sicherheitsgewinn für die Schweiz.

Die finanziellen und personellen Rahmenbedingungen

für die zukünftige Armee

zeichnen sich ab. Der Auftrag ist in Verfassung

und Militärgesetz klar festgelegt.

Lassen wir jetzt die Armee arbeiten. Sie

hat die Fähigkeit, mit generalstäblicher

Qualität zu planen, wie dieser Auftrag erfüllt

werden kann. Ausrüstung, Ausbildung

und Einsatzkonzept sind militärische

Fragen und eignen sich im poli ti schen

Alltag höchsten für unergiebige Profilierungsversuche.

Es käme ja auch kaum jemandem

in den Sinn, im Gesundheitswesen

vorzuschreiben, mit welchen Apparaturen

und Instrumenten, von welchen

Herstellern, nach welcher Methode eine

Operation durchzuführen ist. Die zukünftige

Armee wird allenfalls über Fähigkeiten

verfügen, die unterstützend für die zivilen

Partner nützlich sind. Aber sie ist keinesfalls

Hauptträger solcher Kompetenzen

und auch nicht im Hinblick auf eine

erhöhte Akzeptanz darauf auszurichten.

Sicherheit produzieren

Die Schweiz darf selbstverständlich nicht

nur Sicherheit konsumieren, sondern muss

auch Sicherheit produzieren. Mit ihrer Armee

muss sie eine klare Botschaft in die

Welt und insbesondere

an ihre europä -

ischen Nachbarn senden:

«Wir nehmen

im Zentrum Eu ro pas

die Ver antwortung

wahr, dass unser Ter -

rito rium nicht fremden

Mächten in die

Hand fällt.Wir sind

Garanten dafür, dass

Bilder: Autor

die europäischen

Transitströme durch

die Schweiz zu Lande

und in der Luft

sicher und offen bleiben.

Das ist unser

Beitrag an die Sicherheit

Europas».

2015 ist Wahljahr.

Der sicherheitspolitische

Wahlkampf ist

eröffnet. Ralf Dahrendorf

mahnte einst

zu Recht: «Regierung

verlangt andere

Talente als Opposition, nämlich eine

praktische Verantwortungsethik statt der

reinen Gesinnungsethik». Wer sich für die

Sicherheit des Landes und das stärkste

Machtmittel des Staates nicht einsetzt,

der wird kein glaubhafter Verfechter für

alle anderen Bedürfnisse nach Sicherheit

sein. Politik erträgt Vieles, aber nicht Alles.

Wenn der Staat sein Gewaltmonopol

nicht mehr glaubwürdig ausübt, muss jeder

sich selbst verteidigen. Das liegt in der

Natur des Menschen.


Oberst i Gst aD

Jean Pierre Peternier

Dr. sc. techn. ETHZ

3076 Worb

Das Wort des CdA

Die Armee

macht’s!

Geschätzte Leserinnen

und Leser der ASMZ

Ich hoffe, Sie sind gut

ins Jahr gestartet! Für

die Armee ging es nach

dem intensiven Herbst (OSZE-Ministerkonferenz

und SVU14) beinahe nahtlos

mit dem WEF weiter. Erneut standen rund

3000 Soldaten im Einsatz. Vom Aufbaudetachement

über Militärpolizei und Infanterie

bis zu den Piloten und Mecha -

nikern der Luftwaffe. Vielen Dank an sie

alle, welche den Einsatz auch dieses Jahr

wieder ruhig und professionell erfüllt haben.

Auf unsere Armee können wir uns

verlassen. Dass dazu Erfahrung und stetige

Weiterbildung notwendig sind, haben

uns die Ereignisse auf der Welt in

den letzten Monaten genügend bewiesen.

Lesen Sie da zu doch den entsprechenden

Artikel auf Seite 4 (Rechenschaftsbericht

CdA). Auch die Sicherheitsverbundübung14

hat uns wichtige Impulse

gegeben. Die Zusammenarbeit der zi -

vilen und militärischen Partner tut uns

allen gut. Klar ist: Unsere militärischen

Grundsätze haben sich dabei bewährt.

In der Krise bewähren sich einfache Methoden,

welche unsere Kader schon intus

haben. Sie wissen: Wir bilden mehrere

Tausend Kader pro Jahr aus und die

Führungstätigkeiten entsprechen dabei

im Wesentlichen der Methodik, welche

auch im Zivilschutz, den Polizeischulen,

vielen kantonalen Führungsstäben und

vielen anderen Krisenorganisationen geschult

wird. Ich könnte mir vorstellen, dass

diese Methodik auch in zivilen Krisenstäben

Sinn macht.

Wir müssen diesbezüglich keine falsche

Bescheidenheit zeigen. Ohne die Armee

geht es nicht. Selbst unterhalb der Krisenoder

Kriegsschwelle. Wir besitzen in allen

massgeblichen Bereichen die Fä -

higkeiten und Mittel: Führungsunterstützung,

Führungs-Knowhow, Genie/Rettung,

Sanität, Veterinärdienst, Übermittlung

bis hin zu Schutz und Transport –

und Reservekräfte. Darum muss diese

Armee – ohne deswegen einen Führungsanspruch

anzumelden – prominent vertreten

sein. Nicht weil sie jemandem die

Rolle streitig machen will, sondern weil

sie das Reserveelement ist.

Korpskommandant André Blattmann

Chef der Armee

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

9


Sicherheitspolitik

Recht und Pflicht von Armeeangehörigen

in einem künftigen Verteidigungsfall

Darf der Staat im Verteidigungsfall von den Armeeangehörigen eine

Opferbereitschaft verlangen, die erheblich grösser ist als es die

Opferbereitschaft des Staates beziehungsweise des Schweizervolkes

bei der Vorbereitung auf den Verteidigungsfall gewesen ist?

Rudolf P. Schaub

Mit ihren Verteidigungsausgaben von

0,8 % des BIP rangiert die Schweiz auf

Platz 130 von 171 untersuchten Staaten,

zwischen Paraguay und Benin. Dies ist

der vielsagende Zwischenstand eines «Reformmarathons»

(Bundesrat Ueli Maurer

in Pro Militia, Nr. 4 /2010), in dem es

stets darum ging, die Armee an ein gekürztes

Budget anzupassen. Nun will der

Bundesrat die Armee einmal mehr weiterentwickeln,

um das Verhältnis zwischen

den für die Sicherheit des Landes notwendigen

Leistungen der Armee und den

ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen

in ein nachhaltiges Gleichgewicht zu bringen.

Eine weitere Sparübung ist angesagt,

obwohl die Armee ihren Auftrag gemäss

Art. 58 Absatz 2 BV nicht mehr erfüllen

kann (so Korpskommandant Keckeis bei

Gleiche Rechte und Pflichten? (Vereidigung

01.04.1914 in Teufen). Bild: Tüüfner Poscht

seiner Verabschiedung im Jahr 2007). Dieser

nie korrigierte Missstand soll nicht beseitigt

werden.

Ausrüstungsund

Ausbildungsdefizite

Die Infanteriebrigaden sollen aufgehoben

und ihre Infanteriebataillone in die

Territorialdivisionen transferiert werden,

wo die Bataillone primär die zivilen Behörden

bei der Bewältigung ausserordentlicher

Lagen unterstützen sollen. Sie sollen

aber auch weiterhin die Überwachung,

die Sicherung und den Schutz von Verkehrsachsen,

wichtigen Objekten, Räumen

und Grenzabschnitten sowie das

Halten von Stellungen und Sperren von

Achsen «trainieren» (sic!). Zur Erfüllung

dieser sekundären Verteidigungsaufgaben

fehlen ihnen jedoch wesentliche Waffen,

wie eine verbandsinterne Feuerunterstützung

(12 cm Minenwerfer), Panzerabwehrlenkwaffen

und Panzerminen.

Weiter sollen Ihre Wiederholungskurse

auf zwei Wochen verkürzt werden. Dies

wird zu gravierenden Ausbildungsdefiziten

führen.

Mit zwei mechanisierten Brigaden soll

die Verteidigungskompetenz im Sinne von

BV 58 II als blosses «savoir faire» (nicht

«pouvoir faire») erhalten werden. Neue Systeme

für diese Brigaden sollen nur noch

in einer Menge beschafft werden, um die

Ausbildung im Verbund bis auf Stufe Brigade

sicherzustellen. Es sollen aber nicht

nur quantitative, sondern auch qualitative

Abstriche stattfinden, indem nur noch

ein mittleres Technologieniveau angestrebt

wird. In den vorgesehenen Wiederholungskursen

von zwei Wochen kann die anspruchsvolle

und wichtige Verbandsschulung

bei den mechanisierten Truppen,

wie bei der Infanterie, nicht stattfinden.

Schliesslich sollen die mit modernen

Transportmitteln ausgerüsteten Infan te -

riebataillone und die beiden mechanisierten

Brigaden zur Bildung von «operativen

Schwergewichten» (sic!)

beweglich eingesetzt werden.

Unberücksichtigt bleibt bei

dieser Vorstellung die Tat -

sache, dass solche Aktionen

oder Verschiebungen ohne

nachhal tigen Schutz gegen

Angriffe aus der Luft für die

Truppe auf dem Sol da ten -

friedhof und für die Fahr -

zeuge auf dem Schrottplatz

enden. Der Bundesrat ist

sich dessen bewusst. Denn er

weist darauf hin, dass die 32

F/A-18 nicht ausreichen werden,

um den erforderlichen

Schutz nachhaltig zu gewährleisten.

Auf die Schilderung

der anderen Mängel einer

gemäss den Vorschlägen des

Bundesrates weiterentwickelten

Armee muss aus Platzgründen

verzichtet werden.

10 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Sicherheitspolitik

Rechtliche Stellung

der Armeeangehörigen

Ständeratssaal.

Bild: Parlament.ch

Die dargelegten Fakten sollten jeden

verantwortungsbewussten Offizier zu kritischen

Überlegungen über die rechtliche

Stellung der Armeeangehörigen im Vergleich

zu den Mitgliedern von Bundesrat

und Parlament veranlassen.

Wird die finanziell zur «Auftragsuntauglichkeit»

ausgehungerte Armee gemäss

Art. 76 MG zum Landesverteidigungsdienst

aufgeboten, haben die Armeeangehörigen

zu schwören, dass sie Recht und

Freiheit des Schweizervolkes tapfer verteidigen

und ihre Pflichten auch unter

Einsatz des Lebens erfüllen (Art. 8 DR).

Armeeangehörige, welche diese Pflichten

nicht erfüllen, müssen mit drastischen Strafen

rechnen (Art. 61, 63 und 74 MStG).

Die schweizerische Rechtsordnung zeichnet

sich bei der Behandlung der Armeeangehörigen

und der für die Armee verantwortlichen

Politiker durch eine rechts -

staatlich höchst bedenkliche Diskrepanz

aus. Für die einflussschwache Minderheit

der Armeeange hörigen ist eine rechtliche

Zwangsjacke massgeschneidert worden.

Für Bundesrat und Parlament, welche für

die Armee und ihre Angehörigen verantwortlich

sind, besteht dagegen «politische

Narrenfreiheit». Sie können auf dem Buckel

der Armee schädliche parteitaktische

Manöver veranstalten und dieser nötigste

Mittel nach Lust und Laune verweigern,

ohne dass sie das Geringste riskieren. Denn

sie werden von einem allfälligen Verteidigungsdienst

wegen ihres Amtes und/oder

Alters befreit sein.

Die Armee ist für ihre Angehörigen

trotz der geltenden allgemeinen Dienstpflicht

nichts anderes als eine «Quasi-Arbeitgeberin»,

die von ihren (unfreiwilligen)

«Arbeitnehmern» im Verteidigungsfall

die Ausführung lebensgefährlicher

«Arbeiten» in einem äusserst schwierigen

«Arbeitsumfeld» ohne Rücksicht auf das

eigene Leben verlangt. Zu Gunsten der

Armeeangehörigen muss somit aufgrund

Analogieschluss wie bei den anderen Arbeitnehmern

die sogenannte Fürsorgepflicht

des Arbeitgebers gemäss Art. 6 ArG

bzw. Art. 328 Abs. 2 OR gelten. Keinem

Arbeitgeber ist es gestattet, Risiken aus finanziellen

Gründen einzugehen, wenn damit

Leben oder Gesundheit seiner Mit -

arbeiter gefährdet werden. Diese müssen

die für die übertragen Arbeiten nötige

Ausbildung erhalten haben und mit allen

dazu erforderlichen und geeigneten Werkzeugen

ausgerüstet worden sein. Bundesrat

und Parlament haben aus opportunistischen

finanziellen Beweggründen in den

letzten zwei Jahrzehnten nicht nur ihre

Fürsorgepflicht als «Quasiarbeitgeber» gegenüber

den Armeeangehörigen verletzt,

sondern ethisch geradezu verwerflich gehandelt.

Nun soll diese Politik mit einem

neuen Sparprogramm, das euphemistisch

als Weiterentwicklung der Armee bezeichnet

wird, fortgesetzt werden.

Vergleichbare Opferbereitschaft!

Der Bundesrat verkennt dabei, dass die

Opferbereitschaft der Armeeangehörigen

im Verteidigungsfall nicht grösser sein

muss, als es die Opferbereitschaft der Eidgenossenschaft

bzw. des Schweizervolkes

bei der Vorbereitung auf den Verteidigungsfall

gewesen ist. Der Staat ist nicht

berechtigt, von seinen Armeeangehörigen

grösste persönliche Opfer zu verlangen,

die nur nötig werden, weil eine riskante,

grobfahrlässige Sicherheitspolitik betrieben

worden ist, um für viel bestenfalls

Wünschbares Geld verpulvern zu können.

In einem künftigen Verteidigungsfall

wird es aufgrund des Zustandes der Armee

zwangsläufig zu Konstellationen kommen,

in denen Armeeangehörige berechtigt

oder verpflichtet sein werden, sich die

Frage zu stellen, ob sie Befehle befolgen

müssen oder nicht. Letzteres ist jedenfalls

dann zu bejahen, wenn ein Armee -

an gehöriger oder ein Truppenkörper einen

Kampfauftrag erhält, für den er nicht

ausgebildet und/oder nicht bewaffnet ist.

Aufgrund der geplanten reduzierten Ausbildungsdauer

und der reduzierten Beschaffung

von Waffen können solche Situationen

nicht ausgeschlossen werden.

Das Gleiche muss gelten, wenn die viel

zu kleinen Verteidigungskräfte (zwei mechanisierte

«Rumpfbrigaden» zur Erhaltung

des theoretischen «savoir faire» der

Verteidigung) wegen des gescheiterten Armeeaufwuchses

in einem eingetretenen

Verteidigungsfall gegen weit überlegene

gegnerische Verbände antreten sollen,

ohne die geringste Erfolgschance zu haben.

Eine analoge Situation besteht, wenn

Truppenkörpern aufgrund der vorgesehenen

beweglichen Kampfführung Verschiebungen

befohlen werden, ohne dass

ihr Schutz gegen Erdkampfflugzeuge und

Kampfhelikopter des Gegners nachhaltig

sichergestellt sein wird. Von «Kamikaze-

Aktionen», die aufgrund der Fehleinschätzungen

und Versäumnissen von Bundesrat

und Parlament oder des Schweizervolkes

nötig werden, dürfen sich sowohl die

Truppe als auch ihre Chefs mit gutem

Gewissen distanzieren. Dies ist ihr Recht

aufgrund der durch ihre «Quasi-Arbeitgeberin»

leichtsinnig versäumten Vorbereitung

auf den Verteidigungsfall und der

grob missachteten Fürsorgepflicht, die von

Geringschätzung zeugt.


Oberstlt

Rudolf P. Schaub

Dr. iur.

Rechtsanwalt

6318 Walchwil

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

11


Sicherheitspolitik

Sicherheitspolitische Betrachtungen

zu China und Japan

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat das Verhältnis zwischen Grossbritannien

und Deutschland 1914 mit der aktuellen Lage zwischen Japan und China verglichen. Angesichts der

wachsenden Spannungen zwischen China und Japan um eine winzige, unbewohnte Inselgruppe

im Ostchinesischen Meer gewinnt diese Äusserung an Brisanz und recht fertigt den Versuch

einer kurzen sicherheitspolitischen Auslegeordnung.

Der chinesische Flugzeugträger Liaoning.

Bild: Xinhua

Peter Hediger*

In der neueren Geschichte Chinas

sticht das 3. Plenum des 11. Parteitages

von 1978 als radikale politische Kehrtwende

heraus. Deng Xiaoping proklamiert

die Politik der Reform und der Öffnung

zur Aussenwelt. Dies soll mittels

der «Vier Modernisierungen», geschehen,

von denen die Modernisierung der Landesverteidigung

die letzte darstellt. Diese

Politik bildet die Umsetzung einer sicherheitspolitischen

Forderung, die wie ein

Roter Faden seit dem 7. Jh. v. Chr. die

gesamte Geschichte Chinas durchzieht:

«Den Staat bereichern und die Streitkräfte

stärken», wobei die Förderung der

Wirtschaft Vorrang geniesst. 1964 testet

China den ersten selbstgebauten Nuklearsprengkopf,

1968 die erste Wasserstoffbombe.

Mit der Fähigkeit, einen Satelliten

auf eine Umlaufbahn ins All zu bringen,

verfügt das Land über die Techno -

logie, Trägerraketen für weite Distanzen

selbst zu bauen. In der chinesischen Terminologie

wird das «Zwei Bomben und

ein Satellit» genannt. Das Gros der Volksbefreiungsarmee

ist dennoch primär eine

Infanteriearmee geblieben und weist einen

enormen Nachholbedarf an Mechanisierung

auf. Im Reformprogramm wird ab

1978 der Aufbau einer schnellen Eingreiftruppe

gefördert, welche hinsichtlich Bewaffnung

und Ausbildung bevorzugt wird.

Die in Zentralchina stationierte 15. Luftlande

Division bildet den Ausgangspunkt

dieses Programms. Die Verteilung der

18 Armeegruppen (Korps) auf 13, später

7 Militärregionen mit relativ autonomen

Befehlsgewalten unterstreicht die Bedeutung

der gesamtnational einsetzbaren Eingreiftruppe.

Vor zehn Jahren hätte sie innert

zwölf Stunden an jedem beliebigen

Punkt der Grenze in voller Kampfbereitschaft

eingesetzt werden können. Heute

dürften weitere Grossverbände diesen Status

erreicht haben und rascher einsatzbereit

sein. Um Rückstände zu kaschieren,

hat Deng Xiaoping 1978 den Streitkräften

befohlen: «Bedeckt euren Glanz und

wartet bis eure Zeit gekommen ist». Deng

ist mit diesem militärischen Reformprogramm

ein grosses Risiko eingegangen,

denn er hat dazu unbedingt langfristig ein

friedliches sicherheitspolitisches Umfeld

benötigt. 1971 hat die Volksrepublik anstelle

von Taiwan Chinas permanenten

Sitz im Weltsicherheitsrat eingenommen.

Auch gegenüber den USA ist ein Tauwetter

eingetreten, das 1978 zur gegenseitigen

völkerrechtlichen Anerkennung geführt

hat. Ab 1972 sind die bilateralen

Beziehungen mit Japan normalisiert worden.

Damit ist Chinas Jahrzehnte lange

internationale Isolation überwunden. In

einem bilateralen Friedens- und Freundschaftsvertrag

wird 1978 mit Japan festgehalten,

dass zur Lösung bilateraler

Probleme keine Seite Gewalt anwenden

dürfe. Deng Xiaoping, fasziniert von den

Ausbauperspektiven der wirtschaftlichen

Zusammenarbeit, hat am Rande locker

erklärt, dass man die Regelung ungelöster

Territorialfragen späteren Generationen

überlassen solle.

12 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Sicherheitspolitik

2012 hat der 18. Kongress der Chinesischen

Kommunistischen Partei stattgefunden,

dem künftig wahrscheinlich eine

ähnliche Bedeutung beigemessen werden

muss wie der Plenartagung von 1978. Der

neue Generalsekretär Xi Jinping erklärt:

«Den Staat bereichern und die Streitkräfte

stärken, sind zwei wichtige, unabdingbare

Eckpfeiler zur Verwirklichung der

Wiedergeburt der chinesischen Nation.

Zum Traum eines starken Staates gehört

der Traum einer starken Armee. Der

Traum einer starken Armee unterstützt

den Traum eines starken Staates». Die militärische

Komponente der neuen ideologischen

Vorgabe des «Chinesischen Traumes»

bedeutet einen grundlegenden und

vielfältigen Paradigmenwechsel. Das von

Mao Zedong im langwierigen Bürgerkrieg

und im Widerstandskrieg gegen Japan

entwickelte Konzept des Volkskrieges wird

diskret beiseitegeschoben. Eine neue Offiziersgeneration

ist fasziniert von der

amerikanischen «Revolution in Military

Affairs» und den modernen Kriegführungsmöglichkeiten,

wie sie die USA im

zweiten Golfkrieg mit dem Einsatz von

Tomahawk Marschflugkörper demonstriert

haben, welche vorgegebene Ziele

über weite Distanzen präzise treffen. Beeindruckt

sprechen die Chinesen von

«Krieg ohne Berührung» und fordern für

die Volksbefreiungsarmee ebenfalls moderne

High-Tech-Hardware. Über Jahre

hat die Umformung des Heeres im Vordergrund

gestanden, jetzt werden neue

Dimensionen angepeilt.

Die vier

strategischen Säulen

Die umstrittenen Senkaku/Diaoyu Inseln.

Bild: der Standard.at

Der bekannte Militärtheoretiker der

Akademie für Militärwissenschaften,

Grossoberst Wang Fa‘an, nennt vier strategische

Säulen, auf welche die Volks -

befreiungsarmee ihren Aufbau konzentrieren

müsse: 1. Weltall und Luftraum,

2. Meer, 3. Nuklearwaffen, 4. Cyberspace;

alles Bereiche, die nicht nur abschreckend,

sondern auch aktiv offensiv genutzt werden

können. Zusätzlich zu Russland ist

China seit dem Ende des Kalten Krieges

von neuen Nuklearmächten umgeben, im

Westen von Indien und Pakistan, im Osten

von Nordkorea. Mit der Verkündung

der vier strategischen Säulen hat eine neue

Transparenz Einzug gehalten und der

Schleier, der bisher den Glanz verdeckt

hat, wird mit neuem Nationalstolz und

Selbstbewusstsein allmählich gehoben.

Mit diesem Vorgehen hat China besonders

die USA im Auge, die sich als pazifische

Macht mit einer Reichweite bis an

Chinas Grenzen und als Bündnispartner

mehrerer Nachbarn Chinas verstehen.

Die USA haben schon immer Transparenz

in Ausrüstung und Doktrin als in -

tegralen Bestandteil ihrer Abschreckung

angewandt. Jetzt artikuliert China sich

neu in derselben Sprache und schafft Verunsicherung

durch Einblicke auf eine

breite Palette, die die Fähigkeit, Satelliten

abzuschiessen ebenso einschliesst wie den

Eigenbau von Stealth-Kampfflugzeugen,

die auf einem eigenen Flugzeugträger

landen und abheben können. Stolz zeigt

China an internationalen Rüstungsmessen

eigene Drohnen. Das Jahrzehnte lange

Ratespiel um einen chinesischen Flugzeugträger

hat 2012 mit der Inbetriebnahme

der «Liaoning», basierend auf der

Hülle des ex-sowjetischen Trägers «Va -

ryag», endgültig feste Konturen erhalten.

In der Seekriegführung werden grosse

Anstrengungen unternommen, um die

Marine der Volksbefreiungsarmee endlich

über das blosse Küstenschutzniveau

hinaus zuheben. Moderne Zerstörer werden

gebaut und vor allem wird die U-Boot-

Flotte erweitert und modernisiert. Mit

Details wird freilich Zurückhaltung geübt.

Absicht und Doktrin werden weiterhin

verdeckt gehalten. Stolz präsentierte

Hardware gepaart mit der Unsicherheit

über Einsatzmöglichkeiten und -absichten

schürt gegenseitiges strategisches Misstrauen.

Die USA trifft dies besonders hart,

weil sie einerseits im asiatisch-pazifischen

Raum einen Schwerpunkt ihrer sicherheitspolitischen

Aktivität aufbauen möchten,

andererseits aber durch Budgetrestriktionen

immer mehr zu einschneidenden

Verzichtmassnahmen gezwungen

sind. Uneinigkeit herrscht in amerikanischen

Fachkreisen über das Tempo und

Ausmass der chinesischen Aufrüstung.

Auf der einen Seite stehen Panikmacher,

welche auf Geschwindigkeit, Vielschichtigkeit

und Qualität der chinesischen Verteidigungsmodernisierung

hinweisen. Auf

der anderen Seite sind Beschwichtiger, die

behaupten, Chinas Aufrüstung bestehe aus

Angeberei und Augenwischerei und könne

der Überlegenheit der US-Streitkräfte

nichts anhaben. In den 90er-Jahren hat

China eine Initiative gestartet mit dem

Ziel, Waffensysteme im All zu verbieten.

Die USA, abgestützt auf ihren technologischen

Vorsprung, haben das Ansinnen

vereitelt. Seither haben die USA die Aufforderung

an China gerichtet, sich an der

Ausarbeitung einer internationalen Konvention

mit Regeln zur Computerkriegführung

zu beteiligen. Doch diesmal hat

China die USA abblitzen lassen, da China

auf den potentiellen Schlachtfeldern

im Cyber War einen Vorteil dadurch geniesst,

dass Objekte der Infrastruktur leichter

vom Netz genommen und in einen

prä-digitalen Operationszustand zurückversetzt

werden können, als in den USA,

wo Privatisierung und Unumkehrbarkeit

der Digitalisierung dem Staat keine Handhabe

mehr bieten, potentielle Angriffsziele

zu schützen.

Neue Ansätze

in der Aussenpolitik

Der auf dem 18. Parteitag 2012 eingeleitete

Paradigmenwechsel beschränkt sich

nicht nur auf technische Aspekte in der

Modernisierung der Landesverteidigung.

Er manifestiert sich auch in der Sicherheitspolitik.

Erste Antrittsbesuche von Xi

Jinping erfolgen nicht nach herkömmlichen

Mustern bei altbewährten Partnern

wie Pakistan im Westen und Nordkorea

im Osten, sondern bei deren Gegenspielern

Indien und Südkorea, was bei den

ersteren für Verwirrung und Verärgerung

sorgt. Im Falle Koreas liegt auf der Hand,

dass Xi Jinping zur neuen Präsidentin

Park Geun Hye einen guten Draht sucht,

um sie davon abzuhalten, mit den USA,

Japan und eventuell den Philippinen und

Australien eine Art NATO im Westpa -

zifik zu bilden. Ein solches Bündnis würde

in China als Bedrohung empfunden

und althergebrachte Einkreisungsängste

wiederaufleben lassen. Historische Befindlichkeiten

zwischen Südkorea und

Japan haben dieses Bündnis bisher verhindert.

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

13


Sicherheitspolitik

Japans ungestillte Ansprüche:

Regionale Grossmacht

mit kontinentaler Verteidigung

Die Protagonisten der Meiji Reform

Japan haben in der zweiten Hälfte des 19.

Jahrhunderts gefordert, Japan müsse zu

seiner Modernisierung drei Voraussetzungen

erfüllen: 1. Umfassende moderne Bildung,

2. Industrialisierung und 3. Aufbau

einer starken, modernen Armee. Da -

zu benützen die Meiji Reformer ebenfalls

den Slogan: «Den Staat bereichern und

die Streitkräfte stärken», legen ihn aber

in umgekehrter Reihenfolge aus: Zuerst

müssen die Streitkräfte stark sein, dann

erst kann der Staat wohlhabend werden.

Japanische Militärkreise sprechen in

diesem Zusammenhang heute noch von

«kontinentaler Verteidigung». Diese Idee

ist nicht neu, ebenso wenig das Vorgehen

zu ihrer Verwirklichung. Letztere hat immer

in Überraschungsangriffen bestanden.

Im 16. Jahrhundert überfällt Admiral

Hideyoshi Toyotomi Korea. Die Meiji

Reform bringt erneut ambitiöse Pläne

hervor: 1894 –1895 hat Japan das von

inneren Wirren geschwächte China an -

gegriffen und zu Gebietsabtretungen gezwungen,

unter anderem die Insel Taiwan,

die seit dem 17. Jahrhundert mit

der Vertreibung der holländischen Kolo -

nisten unter chinesischer Kontrolle gestanden

hat. In diesem Krieg verliert China

die kleine unbewohnte Inselgruppe

Diaoyü/Senkaku, welche China und Japan

heute mit wachsender Intensität für

sich beanspruchen. 1904 –1905 besiegt

Japan in herben Überraschungsschlägen

das nach Osten vorstossende

zaristische Russland.

Es ist ein brutaler

Stellvertreterkrieg, der auf

dem Boden und Rücken

des chinesischen Volkes

ausgetragen wird. Japan

unterwirft sich Korea und

Teile von Nordostchina.

Korea wird in der anschliessenden

Kolonialzeit

bis 1945 gezwungen, die

eigene kulturelle Identität

und Sprache aufzugeben.

Die Koreaner gelten als

«Festlandjapaner» und damit

als Bürger zweiter

Klasse. Mit dem Sieg im

Russisch-Japanischen Krieg

sichert Japan sich hohes

Ansehen und Respekt im

Westen. Im Zweiten Weltkrieg

setzt Japan mit dem Überfall auf

Pearl Harbor (1941) und der Besetzung

von Singapur (1942) weiter auf Überraschungsangriffe.

Seit der Meiji Reform ist Japan stets

bestrebt gewesen, sich von Asien abzusondern

und sich in eine Reihe mit den

westlichen Grossmächten zu stellen. Auf

der Suche nach geeigneten Partnern verbündet

Japan sich zuerst mit Grossbritannien,

dann mit Nazi-Deutschland und

seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges

mit der Besatzungsmacht USA. Die USA

beenden den Zweiten Weltkrieg im asiatisch

pazifischen Raum mit zwei Nuk -

learwaffeneinsätzen. Japan kapituliert bedingungslos

und tritt seine Souveränitätsrechte

an die alliierten Siegermächte

ab, auch an die Republik China. So stark

diese Zäsur 1945 auch gewesen sein mag

und für das japanische Volk eine völlig

neue Ausgangslage geschaffen hat, haben

die Japaner eine besondere Begabung entwickelt,

unvorteilhafte Fakten aus ihrer

Geschichte auszublenden oder höchstens

so darzustellen, dass Japan in einer Opferrolle

erscheint. Am dreistesten kommt

dies in den wiederholten rituellen Besuchen

hochrangiger japanischer Politiker

im Yasukuni-Schrein im Herzen von Tokyo

zum Ausdruck, wo seit den siebziger

Jahren die Ahnentafeln von Kriegsverbrechern

aufbewahrt werden, die von

einem internationalen alliierten Gericht

zum Tode verurteilt worden sind.

Als Siegermacht haben die USA Japan

eine Verfassung diktiert, welche im Ar -

tikel 9 festhält: «In aufrichtigem Streben

nach einem auf Gerechtigkeit und Ordnung

gegründeten internationalen Frieden

verzichtet das japanische Volk für alle

Zeiten auf den Krieg als ein souveränes

Recht der Nation und auf die Androhung

oder Ausübung von Gewalt als Mittel zur

Beilegung internationaler Streitigkeiten.

Um das Ziel des vorhergehenden Ab -

satzes zu erreichen, werden keine Land-,

See- und Luftstreitkräfte oder sonstige

Kriegsmittel unterhalten. Ein Recht des

Staates zur Kriegsführung wird nicht anerkannt».

Dennoch hat Japan in einem

Ausmass aufgerüstet, dass die Streitkräfte

trotz ihrer bescheidenen Eigenbenennung

als «Selbstverteidigungskräfte» drei Teilstreitkräfte

aufweisen, die weltweit zu den

modernsten gehören und deren Marine

mit einem Bestand an Kampfschiffen nur

noch von der US Navy übertroffen wird,

wobei in Japan auch die Küstenwache

mit relativ schweren Kampfschiffen ausgestattet

ist. Die Japaner sind Meister im

Schaffen von unumkehrbaren Tatsachen.

Für diese Streitkräfte, mit einem Bestand

von 230000 Mann, die laut Verfassung

eigentlich gar nicht existieren dürften,

ist 2006 ein riesiges Verwaltungsareal im

Stadtteil Ichigaya von Tokyo plötzlich

zum Verteidigungsministerium aufgewertet

worden. Die USA sind teilweise mitschuldig

an der Aufrüstung dieser Phantomarmee.

Washington hat Tokyo schon

lange gedrängt, sicherheitspolitisch mehr

Verantwortung zu übernehmen. Das wirft

die Frage auf, ob denn die Verfassung Ja-

Der japanische Helikopterträger Izumo,

der grundsätzlich F-35B Joint Strike Fighter

an Bord nehmen könnte. Bild: wikipedia

14

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Sicherheitspolitik

pan überhaupt erlaube, sich an einer kollektiven

Verteidigung zu engagieren. Auch

diese Hürde wird mit einem Hinweis auf

Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen

elegant umgangen: «Diese Charta

beeinträchtigt im Falle eines bewaffneten

Angriffs gegen ein Mitglied der Vereinten

Nationen keineswegs das naturgegebene

Recht zur individuellen oder kollektiven

Selbstverteidigung». Ausserdem besteht

seit 1950 zwischen den USA und Japan

ein gegenseitiger Beistands- und Sicherheitspakt.

Dieser käme bei einer Eskala -

tion zwischen Japan und China um die

umstrittenen Inseln zur Anwendung.

Was Streitkräfte betrifft, ist die japanische

Gesellschaft tief gespalten. Nach der

Erfahrung von den Nuklearwaffeneinsätzen

von Hiroshima und Nagasaki 1945

will ein grosser Teil der Bevölkerung von

Verteidigungsfragen nichts mehr wissen

und die Streitkräfte sind so unpopulär,

dass sie ausserhalb der Kasernen kaum

je in Uniform auftreten. Viele Japaner

sind echt erstaunt, wenn sie über Existenz

und Ausmass ihrer Selbstverteidigungskräfte

erfahren. Daneben kursieren

in der einflussreichen konservativen politischen

Führungselite immer noch Vorstellungen,

die Idee einer kontinentalen

Verteidigung und einer Grossostasiatischen

Prosperitätssphäre neu zu beleben.

Denn ohne Rohstoffressourcen ausserhalb

der japanischen Inseln ist der Traum

einer Grossmacht bald ausgeträumt. Japan

hat sich schwer getan, 2012 den zweiten

Platz in der Weltwirtschaftsrangliste

an China abzugeben. In dieser Hinsicht

kommt jedoch den umstrittenen unbewohnten

Inseln Diaoyu, bzw. Senkaku,

im Ostchinesischen Meer grosse Bedeutung

zu, da im Umfeld dieser Inseln Ölund

Gasvorkommen vermutet werden.

Die gute Nachricht besteht darin, dass Japan

aufgrund der zunehmenden Über -

alterung seiner Bevölkerung und angesichts

seiner rigorosen Einwanderungspolitik

die Zeit für militärische Aben -

teuer davon läuft. Auch wenn die Selbst -

verteidigungskräfte noch besser auf- und

ausgerüstet werden, ab Mitte des Jahrhunderts

könnten sie nur noch für Sozialeinsätze

zugunsten der überalterten Bevölkerung

genutzt werden.

Ausblick

Der Umgang mit geschichtlichen Vergleichen

erfordert Behutsamkeit. Es wäre

töricht zu meinen, die führenden Politiker

Chinas und Japans würden die Lektionen

aus dem 1. Weltkrieg ignorieren.

Wenn schon auf die Geschichte zurückgegriffen

werden soll, dann drängt sich

der Spruch von Theodore Roosevelt auf:

«Speak softly and carry a big stick». Chinas

Generalsekretär Xi Jinping spricht

tatsächlich sanft und lässt gleichzeitig

Flugzeugträger bauen. Doch hier endet

der Vergleich. China hat es bisher immer

verstanden, seine Grenzen zu anerkennen

und einzuhalten. Die Grosse Mauer bietet

ein eindrückliches Beispiel. Chinas

grösste territoriale Expansionen haben

alle unter fremden Herrschern stattgefunden,

die auch die Chinesen unterworfen

haben: Die Mongolen im 13. und

14. Jahrhundert und die Mandschu vom

17. bis ins 20. Jahrhundert. Es gibt keinerlei

Anzeichen, dass das heutige China

Ansprüche erhebt, die nicht ernsthaft

historisch begründet werden können und

über traditionell chinesische Grenzen hinausreichen.

Deng Xiaoping hat in den

80er-Jahren ungelöste Territorialfragen

mit Nachbarstaaten bewusst vor sich hin

geschoben. Xi Jinping zieht die Schleife

dieses Toleranzspielraumes wieder enger

und gibt zu verstehen, dass Dengs Schonfrist

nun abgelaufen sei. Was als chinesisch

definiert wird, darf nicht mehr zum

Spielball auswärtiger Mächte und Interessen

werden. Dieses Postulat richtet sich

in erster Linie an die USA, welche Chinas

traditionelle Friedfertigkeit gerne auf die

Probe stellen. China versucht Waffengänge

zu meiden, will aber unbedingt im

eigenen Haus Herr und Meister bleiben,

ohne Konzessionen machen zu müssen.

Chinas Bemühung, nicht in einen Krieg

verwickelt zu werden, ist allein schon da -

raus ersichtlich, dass China für sich al leine

steht und keine Bündnispartner sucht.

Gegenüber den USA hat ein an derer bekannter

chinesischer Vordenker, Grossoberst

Zhu Chenghu, ebenfalls von der

Akademie für Militärwissenschaften, sich

poin tiert geäussert: «China will Frieden,

aber wenn die USA uns unbedingt zum

Feind haben wollen, dann werden sie einen

fürchterlichen Feind bekommen». ■

* Ehem.Verteidigungsattaché in China, Japan,

DPRK, ROK et al.

Peter Hediger

M.A., Sinologe;

Diplomierter Experte

für internationale

Sicherheitspolitik

8603 Schwerzenbach

Aus dem Bundeshaus

Der Bundesrat (BR)

beantwortete die Interpellation

aus dem

Nationalrat «Verlängerung

der Lebensdauer

der Tiger-

Flotte» abschlägig

(14.3741).

Er verweist auf seinen Bericht zur langfristigen

Sicherung des Luftraumes vom

27. August 2014 (12.4130). Ein ver -

längerter Einsatz der F-5 Tiger wäre

technisch nur mit Risiken möglich, weil

«wegen der per 2016 geplanten Ausserdienststellung

in den vergangenen

Jahren nur noch die notwendigsten Instandhaltungsarbeiten

ausgeführt wurden».

Rund 30 F-5 verursachten zirka

40 Millionen Franken Betriebskosten

pro Jahr und hätten keine Auswirkungen

auf die Flugstunden der F/A-18.

30 aufgerüs tete F-5 Tiger für den Luftpolizeidienst

auch bei Nacht/Schlechtwetter

kosteten jährlich rund 90 Millionen

Franken bei einer Nutzungsdauer

von 15 Jahren. Der BR ist der Auffassung,

dass sich eine Aufrüstung nicht

lohnt, weil diese in keinem Verhältnis

zum allfälligen Nutzen steht. Auch die

im Ständerat (SR) eingereichte Motion

«Neu evaluation und Beschaffung von

Transportflugzeugen» betrifft die Luftwaffe

(14.4060).

Der SR genehmigte als Zweitrat einstimmig

den Bundesbeschluss über die Immobilien

VBS mit vier Verpflichtungskrediten

über 439,9 Millionen Franken

(14.052): Flugplatz Payerne, Waffenplatz

Bure, diverse Vorhaben einschliesslich

Asylantenunterkünfte. Er lehnte auf Antrag

seiner Sicherheitspolitischen Kommission

(SiK) die durch den Nationalrat

(NR) angenommene Motion seiner

SiK «Rüstungsprogramm 2015 plus» ab

(14.3660). Die SiK-NR will keine Zivildienstleistenden

zur Unterstützung des

Lehrpersonals in Schulen (14.059). Eine

Interpellation im NR «WEA – Mögliche

Einsätze der Armee im Inneren» fragt

den BR nach den diesbezüglichen Absichten

bei seiner vorgeschlagenen Änderung

des Militärgesetzes (14.4221 /

14.069 / SR 510.10).

Oberst Heinrich L.Wirz

Militärpublizist/Bundeshaus-Journalist

3047 Bremgarten BE

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

15


Arena

Weiterentwicklung der Armee

mit klaren Prioritäten

Die Reduktion der Diensttage führt zu einer finanziellen Entlastung der Armee

und der Erwerbsersatzordnung. Die vorgeschlagene Regelung der Armeeor

ga ni sation (AO) im Militärgesetz unterstellt diese dem fakultativen Referendum.

Damit wird die demokratische Legitimation der AO erhöht und eine gewisse

Planungssicherheit gewährleistet. Allfällige zukünftige Änderungen der AO

wären nämlich ebenso dem fakultativen Referendum unterstellt.

Roberto Zanetti*

Der «Armee-Artikel» in der Bundesverfassung

setzt die Prioritäten glasklar.

Es lohnt sich deshalb, einen Blick auf den

Wortlaut von Art.58 Abs. 2 der Bundesverfassung

zu werfen: «Die Armee dient

der Kriegsverhinderung und trägt bei zur

Erhaltung des Friedens; sie verteidigt das

Land und seine Bevölkerung. Sie unterstützt

die zivilen Behörden bei der Abwehr

schwerwiegender Bedrohungen der

inneren Sicherheit und bei der Bewältigung

anderer ausserordentlicher Lagen.»

Priorisierung

der drei Armeeaufgaben

Kriegsverhinderung und Erhaltung des

Friedens sind vom Verfassungsgeber (also

von Volk und Ständen) als wichtigste und

edelste Armeeaufgabe bestimmt worden.

Die Verteidigung von Land und Bevöl -

kerung wird in der Verfassung (durch

einen Strichpunkt vom Hauptauftrag abgetrennt)

lediglich als Ergänzung zum

Hauptauftrag aufgeführt. Im zweiten Satz

wird die Unterstützung ziviler Behörden

auf sprachlich gleicher hierarchischer Ebene,

aber immerhin an zweiter Stelle aufgeführt.

Mit der Reihenfolge und der

sprachlichen Hierarchie der aufgeführten

Armeeaufträge hat der Verfassungsgeber

die Priorisierung der Armeeaufgaben vorgenommen.

Als Verfassungspatriot halte

ich mich an die Prioritätensetzung der

Verfassung. Und daran haben sich auch

Politik und Armee zu halten.

Konsequenzen

Diensttageplafonierung auf

Einsatz und Ausbildung

Im Gesetzesentwurf findet sich keine

Plafonierung der Diensttage. Aber es ver-

steht sich von selbst, dass der Armeebestand

und die individuelle Dienstpflicht

für die militärische Ausbildung im Militärgesetz

definiert werden. Durch Multiplikation

der beiden Grössen, ergibt sich

eine Zahl, die als theoretischer Diensttageplafond

in der Botschaft des Bundesrates

aufgeführt wird. Die ganze Aufregung

«Mit der Reihenfolge

und der

sprachlichen Hierarchie

der aufgeführten

Armeeaufträge

hat der Verfassungsgeber

die Priorisierung

der Armeeaufgaben

vorgenommen.»

in der Debatte relativiert sich, wenn man

die Ausführungen in der Botschaft liest.

Diensttage für unvorhergesehene Auf -

gebote zur Erfüllung der Armeeaufgaben

fallen ausdrücklich nicht unter den Plafond.

Die Einsatzbereitschaft der Armee

ist also davon nicht berührt. Es ist davon

auszugehen und zu hoffen, dass durch die

Reduktion der Diensttage für die mili -

tärische Ausbildung Leerlauf und Lan -

geweile im Dienst reduziert werden können.

Und schliesslich kann damit auch

eine finanzielle Entlastung sowohl der

Armee als auch der Erwerbsersatzordnung

erreicht werden. Begrenzte zeitliche

und finanzielle Ressourcen zwingen zu

mehr Effizienz und Kreativität; das ist

gut so.

Integration Armeeorganisation

im Militärgesetz

Ob die Armeeorganisation in einem formellen

Gesetz oder in einer Verordnung

der Bundesversammlung festgeschrieben

wird, scheint mir von untergeordneter

Bedeutung zu sein. Immerhin spricht einiges

für die vom Bundesrat favorisierte

Lösung. Der Bundesrat schlägt eine Regelung

im Militärgesetz vor und beantragt

im Gegenzug die Aufhebung der Verordnung

der Bundesversammlung. Mit einer

Regelung der AO im Gesetz wird diese

dem fakultativen Referendum unterstellt.

Damit wird die demokratische Legitimation

der AO erhöht und eine gewisse Planungssicherheit

gewährleistet. Allfällige

zukünftige Änderungen der AO wären

nämlich ebenso dem fakultativen Referendum

unterstellt. Mit der vom Bun -

desrat vorgeschlagenen offenen Formulierung

des Ziels der Armeeorganisation

kann auf veränderte Lagen angemessen

reagiert werden. Mit der Referendumshürde

würden aber kurzfristige Stimmungsänderungen

und tagesaktuelle Lagebeurteilungen

nicht zu wildem Aktivismus und

konzeptloser Reformitis führen. ■

* Vertritt im Ständerat die Sozialdemokratische Partei

der Schweiz (SP) und den Kanton Solothurn.

Präsident WAK-SR, Mitglied WBK-SR, SiK-SR,

FK-SR, RedK-V.

Roberto Zanetti

Ständerat (SP)

Mitglied SiK Ständerat

4563 Gerlafingen

16 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Arena

Diese Reform muss jetzt gelingen –

im Interesse unserer Sicherheit

Mit der WEA-Reform soll die Armee abermals umgekrempelt

werden. Ihre Vorgänger, die Armee 95, die Armee XXI und der Entwicklungsschritt

2008/11 standen unter keinem glücklichen Stern.

Im Interesse der Sicherheit unseres Landes muss es jetzt gelingen,

der Armee eine dauerhafte, berechenbare und realistische

Grundlage zu geben.

Alex Kuprecht*

Etliche Reformen mit schmerzvollem

Aderlass musste die Armee bereits über

sich ergehen lassen. Umgesetzt wurden

sie nur halbherzig. Dies hat nicht zur

Stärkung der Armee beigetragen. Gemäss

Botschaft des Bundesrates soll sie nochmals

auf rund die Hälfte schrumpfen:

100000 Mann Sollbestand, Ausgabenplafond

von 5 Mrd. Franken, Plafonierung

der Diensttage, zwei statt drei Wochen

WK, weniger Bataillone, weniger Flugplätze,

weniger Berufspersonal, weniger

Waffenplätze, weniger schwere Mittel. Das

Gros der WEA-Armee besteht noch aus

zwei mechanisierten Brigaden, vier Ter Divisionen

und zwei Luftwaffen-Brigaden.

Der Verteidigungsauftrag

hat Priorität

Mit der WEA soll die Armee klare Rahmenbedingungen

und definierte finanzielle

Mittel erhalten. Das ist positiv. Die

Geldmittel müssen jedoch über mehrere

Jahre garantiert sein, damit eine effiziente

Planung und eine kontinuierliche Entwicklung

möglich werden. Je weniger Mittel

zur Verfügung stehen, desto wichtiger

wird der Fokus. «Wer alles will, bekommt

nichts», sagt man in Asien. Das heisst:

die Armeeaufgaben sind zu gewichten.

Gemäss Art. 58 Abs. 2 BV dient die Armee

zunächst der Kriegsverhinderung und

trägt bei zur Erhaltung des Friedens; sie

verteidigt das Land und seine Bevölkerung.

Danach kommen die Unterstützung

der Zivilbehörden und nochmals

später die Friedensförderung. Diese Reihenfolge

ist kein Zufall. Ein Blick auf die

zahlreichen Konflikte an der Peripherie

Europas und den allgegenwärtigen Terrorismus

lässt keinen anderen Schluss zu.

Terrorismus zielt auf die Achillesfersen

unserer hoch entwickelten Volkswirtschaft.

Er hat strategische Bedeutung und ist dem

Krieg gleich zu setzen. Friedensillusionen

dürfen uns nicht blenden. Die Doktrin,

die Ausrüstung, die Struktur, die Logistik,

die Mobilisierung und die Ausbildung

«Die Doktrin, die Ausrüstung,

die Struktur, die Logistik,

die Mobilisierung

und die Ausbildung sind

auf den Verteidigungsfall

auszurichten.»

sind auf den Verteidigungsfall auszurichten.

Der Sollbestand von 100000 Mann

liegt in diesem Kontext an der alleruntersten

Grenze. Die beiden mechanisierten

Brigaden erzeugen zu wenig operative

Handlungsfreiheit auf Stufe Armee; eine

zusätzliche Brigade ist daher angemessen.

Die Qualität der Ausbildung

bleibt zentral

Eine qualitativ hochstehende Ausbildung

aller Stufen und Funktionen ist ein

unverzichtbares Element der Kampkraft.

Das Nötige hat Priorität, nicht das Machbare,

denn machbar ist das, was wir wollen.

Eine Milizarmee braucht genügend

Zeit für die Ausbildung. Es ist unbestritten,

dass die Unternehmen in einer globalisierten

Wirtschaft ihre Mitarbeiter kaum

entbehren können. Die Antwort darauf

sind aber nicht opportunistische Zugeständnisse

an die Ausbildungsdauer, sondern

die Steigerung der Glaub würdigkeit

der Armee, ihrer Mission und ihrer Leis-

tungsfähigkeit. Denn auch die Wirtschaft

braucht Sicherheit für ihren unternehmerischen

Erfolg. Der Diensttage-Plafond

von 5 Millionen ist abzulehnen, weil er

eine ausreichende Ausbildungsdauer in

der Grundausbildung und in den Wiederholungskursen

verunmöglicht. Am Ziel

vorbei schiessen ebenfalls die auf zwei

Wochen verkürzten Wiederholungskurse.

Truppenversuche haben ergeben, dass

bei dieser kurzen Dauer die Qualität der

Ausbildung leidet und an Einsatzübungen

nicht mehr zu denken ist. Selbst die

befragten Wehrmänner beurteilten den

verkürzten Wiederholungskurs negativ.

Gesetz und Verordnung

müssen zusammenspielen

Das Volk hat sich mehrmals klar zur

Armee bekannt. Das bestätigt auch die

neueste Umfrage «Sicherheit 2014» der

ETH Zürich. Dem Parlament obliegt es,

diesen klaren Volkswillen und den Verfassungsauftrag

in eine stringente Reform

zu giessen. Die Eckpfeiler gehören ins

Militärgesetz, der Rest in die Verordnung

über die Armeeorganisation. Dies gewährleistet

eine bedarfs- und situationsgerechte

Weiterentwicklung. Der Appell geht an

alle konstruktiven Kräfte, sich hinter die

gemeinsame Sache zu stellen: die Sicherheit

der Menschen in diesem Land. ■

* Vertritt im Ständerat die Schweizerische Volkspartei

(SVP) und den Kanton Schwyz. Präsident

SiK SR, Mitglied SGK-SR, GPK-SR, OSZE-V,

NATO-V, GPDel-V, Del FL-V, Del A-V.

Alex Kuprecht

Ständerat (SVP)

Präsident SiK Ständerat

8808 Pfäffikon

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

17


Einsatz und Ausbildung

Friedenseinsatz in der Westsahara

Im August 2014 beschloss der Bundesrat, die UNO-Mission MINURSO mit bis

zu sechs unbewaffneten Militärbeobachtern zu unterstützen. Nachdem die

Schweiz zwischen 1991 und 1994 die medizinische Versorgung der Missionsangehörigen

sicherstellte, sind erneut uniformierte Armeeangehörige im

völkerrechtlich umstrittenen Gebiet der Westsahara tätig. Derzeit befinden

sich zwei Militärbeobachter und zwei Minenräumspezialisten in dieser jüngsten

UNO-Mission der Schweizer Armee im Einsatz.

Marc Olivier Schibli

Der Schweiss tropft die Stirn herunter.

Das Messgerät zeigt knapp 50 Grad Celsius

an. Gemäss Zeitplan sollten wir bereits

wieder auf halbemWeg zurück zu unserem

Stützpunkt sein. Nun heisst es aber

freischaufeln. Der zweite Lastwagen hat

die kleine Steigung nicht geschafft und

Westsahara

ist im tiefen Sand stecken geblieben. Dass

Fahrzeuge in dieser Region dem feinen

und weichen Sand zum Opfer fallen, ist

nichts Ungewöhnliches. Nur selten handelt

es sich dabei aber um 40 Tonnen

schwere Dieseltankwagen.

Ein Zuständigkeitsgebiet

so gross wie die Schweiz

Das Gebiet der Westsahara ist von

Nordosten nach Südwesten durch einen

über 2000 km langen, mit Minenfeldern

Karte: UNO

und militärischen Einheiten gesicherten

Sandwall getrennt. Marokko hat diesen

sogenannten «Berm» als Schutz vor Angriffen

der POLISARIO gebaut und kontrolliert

das Gebiet westlich davon bis hin

zur Atlantikküste. Der karge Ostteil ist

POLISARIO-Territorium. Als «Augen

und Ohren der Vereinten Nationen»

patrouillieren die Militärbeobachter per

Fahrzeug und Hubschrauber

von insgesamt neun Teamsites

aus und erfüllen ihre Aufträge.

Der Aussenposten Agwanit ist

der südlichste und befindet sich

auf der Ostseite, in unmittelbarer

Nähe zur Grenze zu Mau retanien,

mitten im Nirgendwo.

Eine Landepiste für den wöchentlichen

Nachschubflug aus

Laâyoune sowie eine riesen -

grosse Satellitenschüssel stellen

den Kontakt mit der Aussenwelt

sicher. Ansonsten sind die

rund 20 Militärbeobachter ver -

schiedenster Nationen auf der

Team site völlig isoliert. Wären da

nicht die konstant brummenden

Stromgeneratoren, wäre es

vermutlich einer der ruhigsten

Orte der Welt. Keine Häuser,

kein Verkehr, kein Mobiltelefonempfang

– nur Sand, Steine,

ein paar Hügel und ver einzelt

Sträucher. Abgesehen von den

POLISARIO-Einheiten, die hier sta -

tioniert sind, ist das Gebiet weitgehend

unbewohnt. Lediglich wenige Beduinen

und Kamelhirte leben in den saharauitypischen

Zelten. Kamele hingegen, die

durch die Weiten der Sahara auf der

Suche nach Trinkwasser ziehen, gibt es

haufenweise. Obwohl meist weit und

breit kein Hirte zu sehen ist, versicherte

mir unser lokaler POLISARIO-Verbindungsoffizier,

dass es keine wilden Kamele

gebe und alle Tiere je mandem gehören

würden. Angesichts unseres Zuständigkeitsbereichs,

der so gross ist wie

die gesamte Schweiz, ist es bewundernswert,

wie es die Hirten schaffen, den

Überblick über ihre Tiere zu behalten oder

ein verlorenes Kamel wieder zu finden –

Kamelglocken habe ich bis heute keine

gehört.

Mühsames Vorankommen

Wüstenpatrouillen, die Inspektion militärischer

Einheiten und Beobachtungsposten,

Besuche lokaler Kommandanten

sowie das Markieren von gefundenen

Blindgängern gehören zu den Aufgaben

der Militärbeobachter. Bei Bedarf kann

Mitten im Nirgendwo – Der UN-Aussenposten

Agwanit.

Bilder: Autor

18

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Einsatz und Ausbildung

Zwischen 1884 und 1976 war das Gebiet

der heutigen Westsahara unter spa -

nischer Kolonialherrschaft (Spanisch-Sahara).

Nach dem Abzug Spaniens erhob

das benachbarte Marokko Anspruch auf

diese Region und integrierte die West -

sahara in das eigene Staatsgebiet. Dagegen

wehrte sich die dort ansässige Be -

völkerung, welche durch die POLISARIO

(Frente Popular para la Liberación de Saguia

El Hamra y Rio de Oro) vertreten wird.

Unterstützung erhielt die POLISARIO von

Algerien.

Seit Etablierung der MINURSO (Mission

des Nations Unies pour l’Organisation

d’un Référendum au Sahara Occidental)

1991, schweigen die Waffen zwischen Marokko

und der POLISARIO.

Das Mandat der Vereinten Nationen sah

die Durchführung eines Referendums über

den völkerrechtlichen Status der West sa -

hara vor. Dieses fand bis heute nicht statt,

da keine Einigung über die Defini tion der

Wahlberechtigten erzielt werden konnte.

Während die POLISARIO den Kreis der Stimmberechtigten

restriktiv auslegt, möchte Marokko

diesen auf Mitglieder saharaui scher

Stämme aus Südmarokko ausweiten. Zurzeit

besteht die Hauptaufgabe der Militärbeobachter

darin, die Einhaltung des Waffenstillstands

zwischen der marokkanischen

Armee und der POLISARIO sowie

die Beachtung der militä rischen Verein -

barungen zu überwachen sowie allfällige

Verletzungen dieser Vereinbarungen festzuhalten.

Weite Teile der Westsahara sind

nach wie vor von Minen und Blindgängern

verseucht. Die Reduktion dieser allgegenwärtig

bestehenden Gefahr sowie die Unterstützung

vertrauensbildender Massnahmen

gehören zu den weiteren Aufgaben

der Angehörigen der MINURSO.

Von November 1991 bis August 1994 beteiligte

sich die Schweiz mit einer Swiss

Medical Unit an der MINURSO (vgl. ASMZ

05/92 und 10/92). Seit Juli 2011 unterstützt

die Schweiz die UNO in der West sahara mit

zwei Minenräumspezialisten. Auf Anfrage

der UNO entschied der Bundesrat am 20.

August 2014, die Mission mit bis zu sechs

Militärbeobachtern zu unterstützen. Aktuell

leisten rund 220 Militärbeobachter aus

34 Ländern Dienst zu Gunsten der Vereinten

Nationen in der Westsahara.

der Auftrag aber auch lauten, einen Logistikkonvoi

zu begleiten. Also waren wir

noch vor Sonnenaufgang mit zwei Geländewagen

losgefahren und hatten im

Mondschein die stillen Weiten der Sa -

hara durchquert, um rechtzeitig drei voll

beladene Lastwagen beim marokkanischen

Wallübergang in Empfang zu nehmen.

Diese galt es durch das von der

POLISARIO kontrollierte Gebiet sicher

bis zu unserem Aussenposten in Agwanit

zu eskortieren. Was ursprünglich ein routinemässiger

Begleitauftrag sein sollte, erwies

sich im Nachhinein als eine durchaus

zeit- und kraftraubende Angelegenheit.

Nach rund zwei Stunden konnte der

Tanklaster vom Sand befreit und nach

mehreren erfolglosen Versuchen letztendlich

von einem zweiten Lastwagen aus

seiner misslichen Lage herausgezogen werden.

Trotz unserer Lotsentätigkeit durch

die sandigen Abschnitte blieb das Fahrzeug

noch zwei weitere Male im Sand der

Sahara stecken, ehe wir entkräftet und mit

fünf Stunden Verspätung unseren Stützpunkt

wieder erreicht hatten.

Der Lastwagen wird vom Sand

freigeschaufelt.

Von der Wüste in die Stadt

Die Teamsite Agwanit habe ich mittlerweile

verlassen, ich werde sie aber in

guter Erinnerung behalten. Seit einigen

Wochen arbeite ich als «Military Assistant»

des Oberbefehlshabers der Mission

in Laâyoune, berate ihn in diversen Angelegenheiten

und bin bei offiziellen Visiten

bei den marokkanischen Behörden

als Französisch-Dolmetscher tätig. Zwar

habe ich die langen Wüstenpatrouillen für

einen Bürostuhl im Hauptquartier ein -

getauscht, dieser Posten verschafft aber

einen Gesamtüberblick über die Mission

und seine Akteure und ist höchst spannend.

Der Einsatz zu Gunsten

der Vereinten Nationen

ist für mich eine äusserst wertvolle

militärische wie persönliche

Erfahrung und zeigt mir

immer wieder eindrücklich,

dass Frieden und Sicherheit

keineswegs selbstverständlich

sind.

Wie die politische Zukunft

der Westsahara aussieht, ist

schwer zu sagen. Fakt ist jedoch,

dass bis jetzt der Waffenstillstand

hält, nicht zuletzt dank der

Vermittler- und Beobachterrolle der Vereinten

Nationen und der täglichen Arbeit

der Militärbeobachter vor Ort. ■

Hauptmann

Marc Olivier Schibli

Jurist

Militärbeobachter MINURSO

MINURSO MHQ

Laâyoune, Westsahara

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

19


Einsatz und Ausbildung

Ein Jahr Kdt Lehrverband

Panzer/Artillerie

«Die Personalgewinnung sowie die Mitarbeiterführung sind Kernaufgaben

eines jeden Chefs. Diese zwei Bereiche liegen mir besonders am Herzen.

Wir dürfen neben den Planungsaufgaben nicht die laufenden Geschäfte

und vor allem nicht den Menschen aus dem Blick verlieren.»

Interview Peter Schneider, Chefredaktor

Schneider: Herr Brigadier Wellinger, Sie

sind nun seit einem Jahr Kommandant

des LVb Pz/Art. Wie ist Ihr Eindruck?

Br René Wellinger: Ich durfte Anfang

2014 einen guten Lehrverband übernehmen.

Das grösste Potential sind meine Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Die vorhandenen

Kompetenzen sowie das Know -

how haben mich äusserst zuversichtlich gestimmt.

Auch hat mich die Qualität der

Miliz überzeugt. Wir verlangen viel von unseren

jungen Kadern, aber nicht zu viel.

Ich darf immer wieder feststellen, dass die

Kader methodisch und didaktisch sehr gut

ausgebildet sind. Die Ausbildung wird äusserst

seriös geplant und von meinen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern sehr häufig

kontrolliert. Die Kader werden gut gecoacht

und dadurch unterstützt und weitergebracht.

Dieser Vor bereitung und Kontrolle

respektive dieser engen Begleitung

bedarf es, denn es fehlt den abverdienenden

Kadern an praktischer Führungserfahrung.

Ich begrüsse es deshalb, dass mit der

WEA (Weiterentwicklung der Armee) ab

2017den Kadern wieder mehr praktische

Führungserfahrung ermöglicht wird, denn

der Mehrwert der militärischen Führungsausbildung

liegt insbesondere in der praktischen

Führung und weniger in der theo -

retischen Wissensvermittlung.

Ebenfalls hat mich beeindruckt, dass

beim Berufsmilitär ein Wille vorherrscht,

den Lehrverband mit mir zusammen wei -

ter zu bringen. Summa summarum kann

gesagt werden: Ich kann mich glücklich

schätzen, diesen Lehrverband führen zu

dürfen und bin stolz darauf.

In welche Richtung wollen Sie den Lehrverband

weiterbringen?

Insbesondere sah ich Handlungsbedarf

in der Ausrichtung des Lehrverbandes sowie

in den Vorbereitungsarbeiten auf die

WEA. Dies waren somit die bestimmenden

Themen im ersten Jahr.

Im Bereich der Ausrichtung geht es mir

vor allem darum, das urbane Gebiet als

hauptsächliches Einsatzumfeld zu etablieren.

Der Kampf im überbauten Gebiet

(KIUG) muss somit im Zentrum stehen.

Auch international ist der Trend hin zum

KIUG erkennbar. Dieser läuft parallel

zur Verstädterung, denn der Kampf findet

dort statt, wo die Interessen liegen

und diese liegen nicht im Wald oder auf

dem Feld. Das heisst konkret, dass der

Kampf im Zwischengelände zwar immer

noch geübt, die Hauptlast respektive

der Fokus der Ausbildung jedoch auf den

KIUG gerichtet werden muss. Dies wird

zum Beispiel auch von den Französischen

Streitkräften in den Berichten aus den

Einsätzen in Mali festgehalten. Bei diesem

Beispiel geht es nicht darum, «Lessons

Learnt» aus Einsätzen an der Kriegsschwelle

eins zu eins für uns zu übernehmen,

sondern den Blick vor der Realität

nicht zu verschliessen.

Diese Ausrichtung hat aber Konsequenzen

in fast allen Bereichen. So muss die

Taktik, aber auch die Gefechtstechnik angepasst

werden. Auch muss die Ausrüstung

überdacht und adaptiert werden.

Dies alles hat Konsequenzen auf die Ausbildung.

Hier werden insbesondere hinsichtlich

der WEA grosse Anstrengungen

unternommen, um die notwendigen Konsequenzen

zu ziehen.

Ist der Kadernachwuchs auf den Stufen

Uof und Of genügend? Können Sie die

Kader auswählen, die Sie wollen (nicht a

priori identisch mit denen, die wollen!)

20 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Einsatz und Ausbildung

Wir gehören zu den Lehrverbänden,

die, je nach Aushebungsfunktion, tendenziell

genügend Kader finden. Auch

die Qualität der Kader stimmt. Aber die

Zeiten, als sich die besten Kandidaten anstellten,

um Kader zu werden, sind vorbei.

Wir müssen heute Überzeugungsarbeit

leisten. Dies hängt insbesondere damit

zusammen, dass der Ruf, Kader der

Schweizer Armee zu sein, meines Erachtens

völlig zu Unrecht, nicht mehr so gut

ist wie früher.Wir unternehmen grosse Anstrengungen,

um immer noch die Besten

der Besten zu gewinnen. Ich glaube, dass

es uns nicht schlecht gelingt. Darum konnte

ich einleitend sagen, dass mich die Milizkader

immer wieder in ihrem Können

und Willen beeindrucken.

Dasselbe gilt für die Rekrutierung der

Berufsmilitär. Die Wichtigkeit guter Berufskader

ist für alle verständlich. Hier

habe ich für das 2015 eines meiner Schwergewichte

gesetzt. 2014 durfte ich 18 zukünftige

Berufskameraden an die MILAK

(Militärakademie) und BUSA (Berufsunteroffiziersschule

der Armee) entsenden.

Diese Anstrengungen wollen wir intensivieren,

um weiter genügend und fähige

Kader für unseren interessanten und abwechslungsreichen

Beruf zu gewinnen; ein

Panzerhaubitze M-109 im scharfen Schuss.

Beruf, in dem man mit Menschen ar -

beiten und Verantwortung übernehmen

darf; ein Beruf mit viel Abwechslung und

interessanten Mitteln und Geräten; ein

Beruf mit Perspektive und einer spannenden

Zukunft; ein Beruf, in dem die Mitarbeiter

nach Wissen und Können eingesetzt

und weitergebildet werden können

und ein Beruf, der in unserem Land direkt

Sicherheit generiert.

Welche Herausforderungen bringt die

WEA?

Ich denke, dass die WEA in erster Linie

vor allem Chancen bringt. Sie zwingt uns,

die verschiedensten Bereiche kritisch zu

hinterfragen. Wir müssen zum Beispiel

aufgrund der Reduktion der Angestellten

die Strukturen und aufgrund der reduzierten

Ausbildungszeit in der Rekrutenschule

die Ausbildung überarbeiten.

Dies ist immer auch eine Chance für positive

Veränderungen. Ein echter Vorteil

ist die Reduktion auf das Zweistartmodell.

So kann die Ausbildung wieder aus

einer Hand durch ein Team gewährleistet

werden. Auf der anderen Seite liegt

gerade hier die Herausforderung, denn

die Intensität für die einzelnen Teams

wird zunehmen. Weiter wird, wie ich

oben bereits erwähnte, die Kaderlaufbahn

wieder dahingehend korrigiert, dass

alle Kader wieder eine ganze Rekrutenschule

absolvieren und dass die höheren

Unteroffi ziere und Offiziere wieder Führungserfahrung

als Gruppenführer sammeln

können. Herausfordernd ist aber

die Parallelität der Planung des Neuen

zur Planung und Durchführung des Laufenden.

Panzer 87 Leopard WE im KIUG.

WEA 2-Wochen WK: Ich habe das Pz

Bat 12 im «Versuchs-WK» besucht, wie

bei den anderen Kampftruppen funktionieren

2 Wochen nicht. Was gedenken Sie

zu tun, falls – jetzt eher wider Erwarten

– der 2 Wochen WK für Pz und Art

Fo befohlen wird?

Wir kennen das Primat der Politik. Wir

sind Soldaten und haben gelernt, Befehle

unserer Vorgesetzten zu deren vollsten Zufriedenheit

auszuführen. Wenn der zweiwöchige

WK befohlen wird, und davon

gehen wir aus, denn ich habe nichts anderes

von der Armeeführung gehört, müssen

wir uns überlegen, was gegenüber dem

heutigen Stand weggelassen oder gekürzt

werden kann. Wir müssen uns überlegen,

welches Niveau in welchen Bereichen noch

erreicht werden soll respektive kann. Ich

denke, dass die Grundbereitschaft etwas

tiefer als heute liegen wird und dies hat

einen Einfluss auf die Länge der Einsatzbezogenen

Ausbildung (EBA). Der zweiwöchige

WK wird aber auch eine Herausforderung

für die Logistik darstellen. Die

Truppe will insbesondere auf dem Gefechtsausbildungszentrum

(GAZ) in möglichst

kurzer Zeit das Material fassen und

zurückgeben (auch am Samstag letzte

Woche), da dort mit den Simulatoren

noch mehr Material gefasst werden muss.

Dem Kadervorkurs kommt im zweiwöchigen

WK eine noch grössere Bedeutung

zu; neben den Ausbildungsvorbe -

reitungen und der Ausbildung der Kader

wird bei den logistischen Vorbe rei -

tungen ein weiteres Schwergewicht gesetzt

werden müssen. Natürlich planen

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

21


Militärische Auslandeinsatzmöglichkeit

SWISSCOY (KFOR, Kosovo)

Eidgenössisches Departement

für Verteidigung, Bevölkerungsschutz

und Sport VBS

Schweizer Armee

Führungsstab der Armee FST A

Kompetenzzentrum SWISSINT

Wir suchen für das Schweizer-Kontingent im Kosovo

Schweizer Offiziere

(Miliz- oder Berufsoffiziere),

die im Auftrag der Schweizer Armee bereit sind, eine spannende Herausforderung

anzunehmen. Wollen Sie Ihre beruflichen und militärischen Fähigkeiten in einem

internationalen Umfeld zur Geltung bringen?

Sind Sie offen für Neues?

www.armee.ch/peace-support

Schriftliche Bewerbung an:

Führungsstab der Armee

Kompetenzzentrum SWISSINT

l1 Personal

Kasernenstrasse 8

6370 Stans-Oberdorf

Telefon 058 467 58 58

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www.armee.ch/peace-support

Wir bieten:

– anspruchsvolle Aufträge (Planung, Organisation, Einsatzführung in den Bereichen

Nachrichtendienst, Logistik, Operationen, etc.)

– persönliche und berufliche Bereicherung

– Integration im internationalen Umfeld

– interessante, einsatzbezogene Ausbildung

Wir erwarten:

– motivierte, erfahrene, charakterlich und körperlich robuste Persönlichkeit

– Bereitschaft, sich in den Dienst der internationalen Völkergemeinschaft zu stellen

– Kulturverständnis

– hohe Sozialkompetenz


Einsatz und Ausbildung

wir auch die Variante von weiterhin drei

Wochen WK.

Zur Zukunft der Panzertruppen: Planen

Sie eine weitere Runde Werterhaltung für

die verbleibenden Panzer 87 LEO? Folgt

eine Werterhaltung der SPz 2000?

Als Kdt LVb Panzer/Artillerie würde

ich natürlich die Weiterentwicklung des

Panzer 87Leopard WE respektive die Wert -

erhaltung weiterer Panzer 87 Leopard sofort

begrüssen. Zurzeit jedoch dürfte ein

solches Rüstungsvorhaben kaum Aussicht

auf Erfolg haben. Wichtig ist jedoch, dass

wir den internationalen Trend, also den

Markt, weiterhin verfolgen und den Zeitpunkt

nicht verpassen, erstens die bestehenden

Panzer 87 Leopard WE weiterzuentwickeln

respektive zweitens die rest -

lichen Panzer Leopard 87, die noch nicht

dem Werterhaltprogramm unterzogen

wurden, nachzurüsten. Dies bedingt jedoch,

dass Letztgenannte weder verkauft

noch anderweitig entsorgt werden.

Der Schützenpanzer 2000 ist zurzeit

«state of the art». Hier muss in den kommenden

Jahren nichts unternommen werden.

Aber es gilt, was ich oben zum Kampfpanzer

gesagt habe, der Zeitpunkt für ein

Werterhaltprogramm darf nicht verpasst

werden.

Andere Fahrzeuge haben einen Wert -

erhalt respektive eine Ablösung jedoch

viel dringender nötig. Ich denke dabei

massgeblich an das Aufklärungs- sowie

das Schiesskommandantenfahrzeug, aber

auch an die Panzerhaubitze M-109.

Sind neue Mittel geplant, zum Beispiel

für die Feuerunterstützung auf Stufe Bataillon?

Im Bereich der Bogenschusswaffen haben

wir diverse Fähigkeitslücken. Neben

dem operativen Feuer fehlt uns auch das

Bogenfeuer der Minenwerfer. Die Infanterie

kann über das Feuer ihrer 8,1cm

Minenwerfer verfügen. Zum Glück dürfte

diese Fähigkeitslücke der Panzertruppen

mit dem Rüstungsprogramm 2016 geschlossen

werden. Die militärischen Anforderungen

sind definiert und der unterzeichnete

Projektauftrag zur Beschaffung

des Mörsers 16 liegt vor. Der Typenentscheid

ist jedoch noch nicht gefällt und

bis zum Meilenstein 30 werden diesbezüglich

auch noch politische Diskussionen

geführt. Ich kann deswegen keine Aussagen

über «Turm oder open hatch», über

«Pneu oder Raupen» machen. Ich weiss,

was ich mir wünschen würde und was ich

als zweckdienlich für den Kampf im überbauten

Gebiet erachte. Was jedoch un -

bestritten sein dürfte, ist, dass jedes Geschütz

über «on board computing» ver -

fügen muss. Denn nur so können die

Geschütze einzeln eingesetzt werden, was

zwingend ist. Bei einer kleinen Anzahl von

Geschützen müssen mehrere Einzelziele

gleichzeitig mit einem Zug bekämpft werden

können.

Panzersappeure bei einer Sprengung im

Hinterrhein.

Bilder: LVb Pz/Art

Zur Zukunft der Artillerie: Planen Sie

eine weitere Runde Werterhaltung für die

Pz Hb M-109? Folgt ein baldiger Ersatz

durch Geschütz auf Lkw? Wie wird die

Frage weitreichende Munition gelöst?

Ob die Panzerhaubitze abgelöst oder

ein weiterer Werterhalt respektive eine

Kampfwertsteigerung durchgeführt wird,

ist noch offen, wie auch, ob bei einer allfälligen

Ablösung ein Pneu basiertes System

gewählt wird oder nicht. Meines Erachtens

ist aber nicht das Trägersystem

der Taktgeber, sondern die Munition.

Mit dem Verzicht auf die Kanistermunition

wurde die Reichweite unserer Artillerie

um einen Drittel reduziert. Hier

sehe ich den grössten Handlungsbedarf.

So könnte zwar eine Reichweite von 30 km

mit heute erhältlicher Munition wieder

erreicht werden, jedoch hat keine Mu ni -

tion, die die Auflagen des Übereinkommens

über Streumunition erfüllt, eine mit

den Kanistergeschossen vergleichbare Wirkung.

Dies gilt insbesondere für die Wirkung

auf halbharte Ziele, wie Schützenpanzer,

und harte Ziele, wie Kampfpanzer.

Neue Munition muss zwecks Reduktion

von Kollateralschäden entweder aus

Stahlgranaten mit Streuungsreduktion,

das heisst eine Steuerung durch an der

Granate angebrachte Flügelelemente, oder

aus GPS gelenkter Munition bestehen.

Beide Systeme sind auf dem Markt erhältlich

respektive werden zurzeit in Einsätzen

erprobt. Diese sind, insbesondere

die GPS gelenkte Munition, jedoch sehr

teuer. Ein Vergleich von Kosten und Nutzen,

also die Wirkung pro Granate auf

den Gegner, unter Berücksichtigung der

Reduktion von Kollateralschäden, zeigt

jedoch, dass sich eine solche Investition

doppelt lohnt. Zum einen erhöht eine

hochwertige Munition den dissuasiven Effekt

und zum andern wird die Leistungsfähigkeit

gesteigert. Neue Munition bedarf

jedoch auch der Erneuerung der Sensoren.

Wo haben Sie Ihre Schwergewichte für das

Jahr 2015 gesetzt?

Meine Schwergewichte für das Jahr

2015 lauten:

• Die Ausbildung der Miliz;

• Die Gewinnung von Berufsmilitärs;

• Die (Mitarbeiter-) Führung;

• Die Weiterbildung des Berufspersonals;

• Die WEA und die Rüstungsvorhaben;

• Das Rückwärtige.

Einige dieser Schwergewichte habe ich

bereits angesprochen. Bei der Ausbildung

will ich den oben beschriebenen Weg weiter

verfolgen und die Ausrichtung des LVb

in Richtung KIUG weiterbringen. Die

Personalgewinnung sowie die Mitarbeiterführung

sind Kernaufgaben eines jeden

Chefs. Diese zwei Bereiche liegen mir

besonders am Herzen. Wir dürfen neben

den Planungsaufgaben nicht die laufenden

Geschäfte und vor allem nicht den

Menschen aus dem Blick verlieren. Weiter

ist die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter wichtig, denn wer

sich nicht weiterentwickelt, der bleibt stehen.

Neben der Möglichkeit, bestehende

Kurse zu besuchen, werden auch eigene

Kurse angeboten. So sollen meine Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter für zukünftige

Funktion vorbereitet, aber auch in aktuellen

Funktionen weitergebildet werden.

Für die Planung der WEA bleiben uns

noch zwei Jahre. Diese will ich nutzen und

bereit sein, wenn der Startschuss fällt. Aber

auch auf weniger spektakuläre, aber genau

so wichtige Bereiche will ich achten. Dies

gilt zum Beispiel für den rückwärtigen Bereich.

Hier geht es darum, dass wir Leerläufe

und Schikanen verhindern und die

Sensibilität im Umgang mit Material, Munition

und Fahrzeugen weiter steigern.

Nur so ist ein geregelter und effizienter

Ausbildungsalltag möglich.

Ich freue mich, die Herausforderungen

mit meinen Mitarbeitenden im Jahr 2015

in Angriff zu nehmen und bin überzeugt,

dass wir die gesteckten Ziele erreichen

werden!


Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

23


Einsatz und Ausbildung

Der Einsatz von gepanzerten

Fahrzeugen in Syrien

Im März 2011 brach – als direkte Folge der Ereignisse in Tunesien – in Syrien

ein Bürgerkrieg aus, in welchem bis zum heutigen Tag unterschiedliche

oppositionelle Gruppierungen gegen die Regierungstruppen von Präsident

AL-ASAD täglich erbitterte und blutige Kämpfe ausfechten.

François Villard

(Übersetzung Stefan Bühler)

Das Netzwerk ANNA (Abkhazian Network

News Agency) hat mit Hilfe von

Fernsehteams und fest installierten Kameras

auf gepanzerten Fahrzeugen des

syrischen Regimes verschiedene Gefechte

seit Beginn der Kampfhandlungen aufgezeichnet,

was zahlreiche aufschlussreiche,

aber auch verstörende Details an die Öffentlichkeit

brachte. Etwas geht aus den

Bildern unmissverständlich hervor: in Syrien

gibt es keine Krise, es herrscht ein erbarmungsloser

Krieg!

Topologie und Bevölkerung

Die Städte, in denen die Hauptgefechte

ausgetragen werden, bestehen im Kern

grösstenteils aus Betongebäuden mit vier

bis sieben Stockwerken und Quartieren

mit niedrigen, oftmals nicht fertig gebauten

Flachdachhäusern. Neben ein paar

mehrspurigen Hauptachsen gibt es vor allem

schmale Nebengassen, in denen sich

kaum zwei Fahrzeuge kreuzen können.

Die Agglomeration besteht mehrheitlich

aus provisorisch zusammengebastelten,

zwei- bis dreistöckigen Gebäuden. Die

Stromversorgung erfolgt in der Regel über

Freileitungen. Im Untergrund verlaufen

Kanalisations- und Tunnelsysteme, welche

durch die Rebellen gegraben wurden,

um rasche Stellungswechsel vornehmen

zu können. Alles in allem unterscheidet

sich die städtische Topologie in Syrien

nicht grundsätzlich von den Gegebenheiten

in der Schweiz.

Trotz der heftigen Gefechte bewegen

sich immer wieder tollkühne Auto- und

Lastwagenfahrer durch die Strassen an

den feuernden Kampffahrzeugen vorbei.

Das Vorhandensein von Zivilisten auf dem

Gefechtsfeld und deren Interaktion mit

den kämpfenden Parteien ist eine Realität,

welcher sich kein militärischer Führer

mehr entziehen kann.

Eingesetzte Waffensysteme

Die Panzertruppen der Republikanischen

Garde, auf denen der Hauptfokus

dieses Artikels liegt, sind mehrheitlich mit

Kampfpanzern T-72 sowie Kampfschützenpanzern

BMP-2 ausgestattet, einige

Einheiten verfügen auch noch über die

älteren Kampfpanzer T-55 und T-62 sowie

die Kampfschützenpanzer BMP-1.

Die Kampfunterstützung erfolgt primär

Gemischter Verband im Strassenkampf (aus einem Video vor Ort,

daher etwas unscharf).

Bild: ANNA

mit Panzerhaubitzen 1S2, manchmal sind

auch Flugabwehrpanzer ZSU-23-4 zu sehen,

welche mit zwei oder vier Rohren

gleichzeitig im Direktschuss gegen Bodenziele

eingesetzt werden.

Die Aufständischen setzen vor allem

leichte Waffen wie das Sturmgewehr

Panzer T-72

Besatzung:

Bewaffnung:

Schutz:

Motor:

3 Mann

Glattrohrkanone

2A46, 125 mm;

Koaxial Mg

PKT, 7.62 mm;

Turm Mg

NSWT, 12.7 mm

Panzerstahlstruktur,

Reaktivmodule

Kontakt-5 ERA

12 Zylinder

Diesel W-84, 840 PS

AK-47, das Präzisionsgewehr Dragunov,

die Panzerabwehrhandwaffen RPG-7 und

RPG-29 sowie moderne Panzerabwehrlenkwaffen

aus westeuropäischer und russischer

Produktion (9M133 Kornet) ein.

Führung

Bei den ersten dokumentierten Gefechten

2011 und 2012 wurden die Kampfpanzer

sehr statisch und ohne Begleit -

infanterie eingesetzt,

was in einem entsprechend

hohen Verlust

von Fahrzeugen resultierte.

Ab 2013 ist

eine deutliche An pas -

sung der Taktik und

Gefechtstechnik erkennbar.

Die Kampfpanzer

(Züge à drei

T-72) werden nun

durch Kampfschützenpanzer

(bis zu vier

BMP-2) und Infanterie

begleitet, die Genieunterstützung

wird durch Bergepanzer

BREM sowie Bulldozer mit impro -

visierter Panzerung sichergestellt und die

Artillerie unterstützt die Frontverbände

unmittelbar mit indirektem Feuer. Die

Aktion wird oftmals abgesessen von einer

erhöhten Beobachtungsposition (Hügel,

Dach eines Hochhauses, …) geführt.

Feuer

Die Ortung und Bekämpfung des Gegners

ist schwierig und muss in allen drei

Dimensionen erfolgen. Die Schussdistanzen

der Kampfpanzer liegen zwischen

100 m und 1500 m, die Kampfschützenpanzer

wirken eher auf kürzere Distanzen,

jedoch in einem grösseren Elevationsbereich.

Die Sicherheitsvorschriften beim Überund

Vorbeischiessen können im überbauten

Gebiet selten bis überhaupt nicht ein-

24

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Schützenpanzer BMP-2

Besatzung: 3 Mann

Bewaffnung: Maschinenkanone

2A42, 30 mm;

Koaxial Mg

PKT 7.62 mm

Schutz:

Panzerstahlstruktur

passive Zusatzschutzplatten

Motor:

6 Zylinder Diesel UTD

20S1, 290 PS

Infanteriegruppe: 6 Mann (AK-47,

Dragunov, RPG-7)

gehalten werden. Die Druckwirkung der

grosskalibrigen Waffensysteme ist zerstörerisch

und für Personen im Nahbereich

tödlich.

In aktuellen Reportagen ist auch zu sehen,

dass die Schussabgabe mit schweren

Waffen zum Teil durch Deckungen (Wände,

Mauern, …) hindurch erfolgt, wobei

die Zielaufklärung und Zielbeobachtung

durch andere Fahrzeuge oder abgesessene

Truppen wahrgenommen wird.

Bewegung

Sowohl der BMP-2 als auch der T-72

weisen ein relativ hohes Leistungsgewicht

auf und sind daher grundsätzlich sehr manövrierfähig.

Die Annäherung in die Angriffsgrundstellung

erfolgt oftmals über

Schnellstrassen oder Autobahnen, um eine

möglichst hohe Geschwindigkeit sicherstellen

zu können, während der Hauptstoss

dann in der Regel über die Hauptstrassen

erfolgt.

Während Radfahrzeuge vergleichsweise

kostengünstig in Beschaffung und Unterhalt

sind, haben Kettenfahrzeuge den

grossen Vorteil, dass sie sich auch durch

Trümmer und Schutt, wie sie beim Kampf

im überbauten Gebiet häufig auftreten,

mit relativ hoher Geschwindigkeit bewegen

können, zudem können sich Kettenfahrzeuge

durch die Fähigkeit zum Wenden

an Ort deutlich schneller und fle xib ler

an plötzliche Lageänderungen anpassen.

Schutz

Die Reaktivpanzerung der Fahrzeuge

ist sehr effektiv gegen die sowohl unter

den Regierungstruppen als auch unter den

Aufständischen weit verbreiteten Panzerabwehrwaffen

RPG-7. Die Luken der Fahrzeuge

sind trotz der grossen Hitze mehrheitlich

geschlossen, um die Besatzung

vor Scharfschützen, Splitter- und Druckwirkung

der Vielzahl an eingesetzten Waffensystemen

sowie Handgranaten und Molotow-Cocktails

zu schützen.

Fazit

Der Einsatz von gepanzerten Fahrzeugen

im überbauten Gebiet stellt die mechanisierte

Truppe vor drei grundsätzliche

Probleme:

• Die Topografie von Städten verringert

die Schussdistanzen, behindert die Beweglichkeit

und erschwert die Aktionsführung;

• Mit der Zivilbevölkerung ist eine dritte

Partei direkt oder indirekt an einem

Gefecht beteiligt;

• Der Gegner muss in drei Dimensionen

gesucht und bekämpft werden (U-Bahn,

Kanalisation, Strassenzüge, mehrstöcki -

ge Gebäude und Hochhäuser).

Auf der anderen Seite zeigen die oben

beschriebenen Gefechtssituationen aber

zweifellos auch die Stärken von schweren

gepanzerten Fahrzeugen im urbanen

Umfeld:

• Direktes Feuer mit schweren Waffen

(ho he Präzision, grosse Wirkung im

Ziel);

• Vergleichsweise hohe Mobilität (Wenden

an Ort, Bewegung mit relativ hoher

Geschwindigkeit, auch durch Trümmer

und Schutt);

• Hoher Schutz der Besatzung gegen Beschuss

(Kleinkaliber, Maschinenkanonen,

Panzerfäuste, …) sowie Minen und

improvisierte Sprengvorrichtungen.

Der Aussage des ehemaligen CdA, KKdt

Christophe Keckeis, «die grosse Ära der

Panzerschlachten sei vorbei» (NZZ vom

3. Januar 2003) muss daher widersprochen

werden. Der Einsatz von Panzern und gepanzerten

Fahrzeugen hat sich seit dem

Zweiten Weltkrieg gewiss verändert, aber

die aktuellen Konflikte zeigen klar, dass die

mechanisierten Verbände noch lange nicht

ausgedient haben und das zentrale Element

einer glaubwürdigen Landesverteidigung

bleiben. Das Herbeiführen der Entscheidung

ist auch im überbauten Gebiet ohne

robuste Kräfte nicht möglich! ■

Lt Col

François Villard

Managing director

Air Safety Security Services

1234 Vessy

KEEP

CONTROL

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Einsatz und Ausbildung

INTERARMASUISSE 41: Miliz prüft

das IMFS auf Herz und Nieren

Für die militärische Führung ist eine schnelle und sichere Kommunikations -

infrastruktur unabdingbar. Aufbereitete Informationen, Nachrichten

und Lagebilder müssen zuverlässig vom Sender zum Empfänger gelangen.

Als «zentrales Nervensystem» ihrer Kommunikationsinfrastruktur

verwendet die Schweizer Armee das IMFS («Integriertes Militärisches

Fernmelde system»).

Stefan Lenz

IMFS ist das taktische Telekommunikationssystem

für Sprache und Daten. Es

bietet hohe Mobilität, Informationssicherheit

und Stabilität, dies dank einer vernetzten

Netzwerk-Architektur. Diese Architektur

sorgt dafür, dass bei Ausfall eines

Mobile Richtstrahl-Station auf Panzer. Bilder: Ristl Bat 17

Ablauf des KVKV/WK des Rist Bat 17.

Netzwerk-Knotens alternative Wege für

die Sprach- und Datenpakete automatisch

bereitgestellt werden – der Benutzer

merkt davon nichts.

Der technische Fortschritt beeinflusst

aber auch das IMFS: Neue Waffensysteme,

welche an das IMFS angeschlossen

werden, stellen immer höhere Anforderungen.

So hat die RUAG als Generalunternehmer

in den letzten Monaten eine

neue Software für das IMFS entwickelt

und in ihren Labors getestet. Diese «Fac-

tory Acceptance Tests» (FAT) waren die

Grundlage für einen umfassenden Feldtest.

Der erfolgreiche Abschluss des Feldtests,

welcher unter realen Bedingungen

erfolgen sollte, war Voraussetzung

für die Systemabnahme

und den

Projektabschluss.

Die Projektleitung des

neuen IMFS-Software-

Release wurde durch die

armasuisse wahrgenom -

men, die Benutzervertretung

stellte das Kommando

SKS aus der Führungsunterstützungsbrigade

41/SKS sicher und

mit der Durchführung

des Feldtests – der als

«Site Acceptance Test»

(SAT) bezeichnet wird –

wurde das Richtstrahlbataillon

(Ristl Bat) 17 beauftragt.

Das IMFS musste im Rahmen des

«SAT» seine Zuverlässigkeit in einem

«Stresstest» beweisen. Diese Prüfung sollte

auf Basis von zahlreichen de finierten

Testfällen entlang eines Drehbuchs er -

folgen. Das Drehbuch war zwischen Benutzervertreter

und Generalunternehmer

als Bestandteil der Abnahmekriterien vereinbart.

Fokus INTERARMES 41

Die FU Br 41/SKS bewirtschaftet mit

INTERARMES 41 ein Portfolio von Einsatzübungen,

um die Zusammenarbeit

mit verschiedensten Truppenkörper aus

Genie, Infanterie, Artillerie, Luftwaffe

usw. zu üben.

Miliz bietet «Kundenservice

aus Leidenschaft»

Im Rahmen der WK-Vorbereitungen

erhielt das Ristl Bat 17 vom Kdt FU Br

41/SKS, Br Bernhard Bütler den Auftrag,

das IMFS auf Herz und Nieren zu prüfen.

Für die «17er» war dies eine spannende

fachliche Herausforderung, denn

sie verfügen aus verschiedensten INTER -

ARMES 41-Einsätzen über umfassende

Praxiserfahrung in der Planung, der Kon -

figu ration und im Betrieb des IMFS. Für

den technischen Einsatz ebenso wichtig ist

aber, dass das Ristl Bat 17 unter Oberstlt

Stefan Lenz seine Aufträge mit dem Leistungsversprechen

«Kundenservice aus Leidenschaft»

erfüllt. Damit bildet der Kun -

denservice ein Schwergewicht. Verlässliche

und zeitgerechte technischen Installationen

sind die Pflicht, ein vollständig

zufriedener Kunde als Leistungsbezüger

ist das Ziel des Ristl Bat17.

Ein wichtiger Aspekt des SAT war auch,

dass das System von einer Miliztruppe

auf Herz und Nieren geprüft wurde. Die

26

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Miliztruppe ist im produktiven Betrieb

letztlich auch für die Bereitstellung und

den Betrieb der IMFS-Netzwerke verantwortlich.

Einsatzraum sorgte

für erheblichen Planungsaufwand

Der Einsatzraum für den SAT, der als

Übung «INTERARMASUISSE 41» bezeichnet

wurde, war absichtlich grosszügig

geplant, denn ein wesentliches Element

der Abnahmeprüfung war das Verhalten

des IMFS über weite Distanzen. Das Netzwerk

des SAT erstreckte sich deshalb von

Langenthal bis Uster und von der Lägern

bis nach Sursee. In diesen Dimensionen

von 100 Kilometern in der Ost-West-Achse

und 50 Kilometern in der Nord-Süd-

Achse wurden vom Ristl Bat 17 rund 30

Richtstrahl-Standorte betrieben.

Das Netzwerk von «INTERARMA-

SUISSE 41» wurde in einem Aktions -

planungsprozess durch den Stab des Ristl

Bat 17 final vorbereitet. Die Erkundung

der Standorte forderte stellenweise Neuplanungen,

da die Landnutzungsdaten der

Richtstrahl planer nicht immer auf dem aktuellsten

Stand sind. Die Standortprüfung

vor Ort ist deshalb unerlässlich. Nach der

Befehlsausgabe wurde das gesamte Material

auf Einsatzbereitschaft überprüft –

da zu wurde das Netzwerk in einem sogenannten

Mikrodispo aufgestellt. Im Mikrodispo

wurde der neue Software-Release installiert

und das System damit für die Abnahmeprüfung

vorbereitet. Das Ristl Bat17

baute dazu sämtliches IMFS-Material wie

die Richtstrahl-Antennen, RAP-Panzer

usw. auf und nahm es stufenweise in Betrieb.

Das Gelände der alten Bloodhound-

Stellung in Bettwil war für das Mikrodispo

ideal geeignet. Das Netzwerk konnte

übersichtlich aufgebaut und getestet werden,

so dass für die Abnahme optimale

Bedingungen geschaffen werden konnten.

Die RUAG nahm am Mikrodispo teil

und prüfte nach erfolgreichem Aufbau die

installierte Software – sie gab von Seite

Generalunternehmer die Freigabe für die

zahlreichen nachfolgenden Tests.

Prüfung über 100 Stunden

Richtstrahl-Station im Aufbau.

Auf Basis der Freigabe der RUAG baute

das Ristl Bat 17 das Mikrodispo wieder

ab und verschob alle Richtstrahl-Instal -

lationen an die 30 geplanten Standorte

des SAT. Insgesamt wurde für «INTER-

ARMASUISSE 41» ein Netzwerk mit

58 Richtstrahlstationen, 14 Knotenvermittler,

8 Klein-Vermittler mobil und

6 Panzern betrieben.

Der Einsatz «INTERARMASUISSE 41»

dauerte insgesamt fünf Tage. Während den

rund 100 Einsatzstunden wurden zahlreiche

Standorte nach Drehbuch verschoben,

um andere Testkonstellationen bereitzustellen.

Geführt wurde der ganze Einsatz

aus der Einsatzstelle Telematik (Eist

Tm) des Ristl Bat 17. Die Eist Tm koordiniert

alle Netzwerk-Auf- und Umbauten

aus einer Hand und war somit für den

Kundenservice verantwortlich. Sobald eine

definierte Test-Konstellation erreicht war,

wurde das Netzwerk dem Benutzervertreter

der FU Br 41/SKS zur Verfügung gestellt,

um entsprechende Tests durchzuführen.

Der Benutzervertreter Major Luca

Antoniolli beauftragte die Testfälle gemäss

Drehbuch und überwachte die Durchführung

und die Dokumentation.

Testfälle nach Drehbuch

Die Testfälle wiesen immer wieder unterschiedliche

Anforderungen und Schwierigkeiten

auf. Ein Testfall war zum Beispiel

eine einfache Konferenzschaltung

mit mehreren Teilnehmern über eine längere

Zeitdauer. Dabei wurde der Verlust

von Datenpaketen gemessen, was einen

Rückschluss auf die Qualität der Sprachübermittlung

zulässt. In einem anderen

Test wurde über das IMFS ein Nonstop-

Videostream von Rümlang nach Bremgarten

übertragen. Auch dabei wurden verschiedene

Prüfungen bezüglich Bild- und

Tonqualität sowie geplante Verbindungsunterbrüche

und Wiederaufnahmen vorgenommen.

Das damit unter erschwerten

Bedingungen bereitgestellte Videobild

wurde aus Sicht Kundenservice beurteilt.

Letztlich entscheidet der Leistungsbezüger,

ob der Service stimmt.

Alle während der Tests aufgetretenen

Mängel oder Fehler wurden vom Projektteam

analysiert und systematisch dokumentiert.

Die fachliche Kompetenz und die

umfassenden IMFS-Kenntnisse des Ristl

Bat17wurden von den Experten der RUAG

dabei durchgehend positiv ge wür digt.

Nach Abschluss von «INTERARMA-

SUISSE 41» hatte das Ristl Bat17 eine solide

Grundlage geschaffen, damit im Rahmen

der Aktions-Nachbearbeitung über

die Abnahme der neuen IMFS-Software

entschieden werden konnte. Diese positive

Entscheidung war für beide Seiten im Projekt

von grosser Bedeutung. Letztlich ging

es bei dieser Beschaffung auch um den

sinnvollen Einsatz von Steuergeldern.

Mehrwert der Milizarmee

Die Übung «INTERARMASUISSE 41»

stellt die Vorteile der Milizarmee beispielhaft

dar. Für die RUAG stand mit dem

Ristl Bat 17 entsprechend erfahrenes Testpersonal

für typische IMFS-Einsätze zur

Verfügung. Die Truppe stellte die Durchhaltefähigkeit

im Schichtbetrieb sicher

und baute das Netzwerk in der jeweils geforderten

Konstellation auf. Die Testfälle

konnten von den Spezialisten der Milizarmee

sowie der RUAG «auf Augenhöhe»

abgewickelt werden, was eine umfassende

Beurteilung der Qualität des Produktes

IMFS ermöglichte.


Oberstlt

Stefan Lenz

Kdt Ristl Bat 17

Executive MBA HSG

Unternehmensberater

8623 Wetzikon

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

27


Einsatz und Ausbildung

Übung «SANDY» 2014

Vom 22. bis 25. Oktober fand in Zusammenarbeit mit zivilen

Rettungskräften und der Armee eine Verbundsübung in der Region

Mont Pèlerin statt.

Olivier Lichtensteiger

Als Ausgangslage für die Übung

«SANDY» wurde angenommen, dass

der Betrieb der «Klinik du Mont-Pèlerin»

wegen eines Erdrutsches stark reduziert

sei und einige Abteilungen geschlossen

und somit Patienten gerettet und verlegt

werden mussten. Dabei wurden die Spitalschulen

41 (Mil Az OS 41-2, Spit RS 41-2)

zur Unterstützung der kantonalen Behörden

eingesetzt. Es wurde in der Turnhalle

in Jongny eine improvisierte Pflegestation

eingerichtet und betrieben. Die militärischen

Truppen setzten sich zum Ziel, die

Einsatzbereitschaft und den Betrieb einer

Pflegestation zeitgerecht sicherzustellen.

Klar gesetzte Übungsziele

Das oberste Ziel der Übung «SANDY»

war es, die Führung der Aktion als Ganzes

zu trainieren sowie die Zusammenarbeit

zwischen den militärischen und den

zivilen Rettungs- und Hilfskräften zu schulen

und zu vertiefen. Eine Übung dieser

Bandbreite findet nicht täglich statt und

bedarf einer präzisen Vorbereitung. Nur

Bettenstation in der Turnhalle

von Jongny. Bilder: Olivier Lichtensteiger

Entscheidungsprozesses und Zusammenarbeit

(essentielle Faktoren für eine erfolgreiche

Rettung) phasengenau und realistisch

geschult werden.

Unter der Leitung von Oberst Olivier

Lichtensteiger (Armee) und Oberstleutnant

Pierre-Alain Masson (Zivilschutz)

waren folgende Partnerorganisationen vertreten:

Armee (Militärarzt-Offiziersschule

und Spitalrekrutenschule 41 aus Moudon,

Pflegesoldaten aus dem Spitalba -

taillon 75), Vertreter des Rotkreuzdienstes

(RKD), Samariter, Feuerwehr (Montreux-

Veytaux, Riviera und Pèlerin), Zivilschutz

(Riviera – Pays-d’Enhaut) und REDOG

(Katastrophenhilfehunde).

Vertreter des kantonalen Führungsstabs

(KFS) nahmen als Beobachter teil. Die

Zusammenarbeit mit der Direktion des

«Maison du Pèlerin» war jederzeit ausgezeichnet.

Dies zeigte sich in der klaren

Führung und im Verbund mit dem Sicherheitspersonal,

welches wie die Echtpatienten

sehr aktiv an der Übung teilnahm

und organisatorisch und fachtechnisch

stark gefordert und gefördert wurde.

Militärärzte

Für die Militärärzte, welche nach acht

Wochen Offiziersschule die Ausbildung

im Bereich der militärischen Notfallmedizin

erhielten, war die ganze Übung sehr

beeindruckend. Sie hatten die Möglichkeit,

ihre erlangte Führungskompetenz

einsatznah anzuwenden sowie in einer realistischen

Einsatzkonfiguration mit verschiedenen

Sicherheitspartnern in einer

Ausnahmesituation zu trainieren.

Rekruten

Für die Rekruten, welche zu dieser Zeit

in der Schlussphase ihrer Grundausbildung

standen, ging es primär darum aufzuzeigen,

dass die Einsatzvorbereitungen

für den Betrieb einer improvisierten Pflegestation

von zentraler Bedeutung sind.

Zu standardisierende Elemente waren da-

Übung «SANDY»: Koordinationsrapport.

dann wird das Resultat gehaltvoll und lehrreich

für alle.

Indem die Partnerorganisationen mit

einem realitätsnahen Szenario konfrontiert

wurden, konnten die eigenen Einsatzverfahren,

die eingesetzten Mittel sowie

die Wichtigkeit eines gemeinsamen

28 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


ei die Vorbereitung zur Übernahme des

angelieferten Materials durch die technische

Einheit und Übergabe an die Pflegeeinheit.

Dabei mussten die Verantwortlichkeiten

und Schnittstellen zwischen den

Zügen und Detachementen klar definiert

sein sowie die Ausrüstung optimal eingesetzt

und genutzt werden.

«SANDY UNO»

am 22. Oktober 2014

Mindestens 10 Verletzte und 15 Evakuierte,

dies war die vorläufige Bilanz

aufgrund des Ereignisses vom Mittwoch,

22. Oktober 2014 um 1630 Uhr auf dem

Schadensplatz beim «Maison du Pèlerin».

Ab 1700 Uhr waren die Rettungstätigkeiten

koordiniert, der Kommandoposten

für den Einsatz fachgerecht installiert, die

Funkverbindungen aufgebaut und der

Einsatz vor Ort durch die verantwortlichen

Chefs geführt.

1830 Uhr: Koordinationsrapport. Die

Feuerwehr, welche als erste im Einsatz

war, liefert einen Lagebericht zur Situa -

tion auf Platz. Jeder Partner stellt kurz

seine zur Verfügung stehenden und bereits

eingesetzten Mittel vor. Die Lage wird

beurteilt, die Befehle erteilt. Die Weiterarbeit

auf dem Schadensplatz geht voran.

Sehr schnell installiert die Armee die Sanitäts-Hilfsstelle

(San Hist), danach stellen

die Einsatzkräfte des Zivilschutzes

einen Sammelposten auf, gewährleisten

die Sicherheit innerhalb

des Dispositivs und beginnen

mit der Verletztenevakuierung.

Lageberichte

folgen. Die vor Ort

eingesetzten Mittel sind

beträchtlich. Um 2200

Uhr ist die erste Phase

der Übung für alle Beteiligten

erfolgreich beendet.

Gleichzeitig wird

die Spit RS 41-2, in Einsiedeln

stationiert, alarmiert.

Sie verschiebt in

die Kaserne Moudon zurück

und bereitet sich für

den Einsatz zur Unterstützung

der zivilen Behörden

vor. Sie hält sich

bereit, eine improvisierte

Pflegestation zu installieren

und anschliessend

die evakuierten Bewohner

aus dem «Maison du

Pèlerin» in Empfang zu

nehmen.

«SANDY DUE»

vom 23. bis 25. Oktober 2014

Insgesamt zehn Echt-Patientinnen und

-Patienten sowie alle Bewohnerinnen und

Bewohner der Klinik «MONT-PELERIN»

kamen zu einem speziellen Erlebnis. Im

Rahmen eines – seitens der Verantwortlichen

der Heimleitung und der Armee –

präzis geplanten Einsatzes wurden sie

durch heimeigene Fahrzeuge in die Pflegestation

gebracht, vor Ort vom militä

rischen Fachpersonal in Empfang genommen

und administrativ erfasst (unter

anderem auch die persönlich benötigten

Medikamente und Pflegemassnahmen).

Sie wurden in der vorgängig bestens vorbereiteten

Pflegestation einquartiert und

unmittelbar durch Pflegerinnen und

Pfleger sowie diplomiertes Pflegefachpersonal

der Armee umsorgt. Besondere

Bedeutung galt der permanenten Sicherheit

der Pflegebedürftigen, an den Rollstuhl

gebundenen sowie den älteren Patienten.

Die Ärztin, Oberleutnant RKD

Simone Erzinger, war dauernd in Bereitschaft,

um in einem Notfall sofort die notwendigen

medizinischen Massnahmen zu

treffen.

Fazit

Mit der Übung «SANDY» konnten die

Synergien, die sich aus der Zusammenarbeit

zwischen Spezialisten aller Einsatzkräfte

ergaben, genutzt werden. Es zeigte

sich, dass Einigkeit stark macht und eine

wirksame, qualitativ hochstehende und

polyvalente technische Rettung gewährleistet

werden kann.

Die Hauptaufgabe der Sanitäts- bzw.

Spitaltruppen der Schweizer Armee besteht

in der Unterstützung der zivilen Behörden

und ziviler Organisationen der

Kantone (subsidiäre Einsätze), zum Beispiel

im Katastrophenfall. Dafür kann bei

Bedarf von kantonalen Organen oder Behörden

die Armee zur Unterstützung angefordert

werden. Die Gesamtverantwortung

trägt die zivile Behörde. Die Führung

der Armeeangehörigen liegt bei den

militärischen Kadern.


Oberst

Olivier Lichtensteiger

Kdt Spitalschulen 41 und

Waffenplatz Kdt Moudon

1510 Moudon

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Einsatz und Ausbildung

Jahresrapport Lehrverband Logistik:

vieles gut, manches weiter verbessern!

Die verschiedenen Bereiche der Logistik bieten den immensen Vorteil, dass die

Realität hier und jetzt gelebt wird. Die Leistungen müssen abrufbar sein,

um den anderen Truppen die Auftragserfüllung überhaupt erst zu ermöglichen.

Walter Troxler, Redaktor ASMZ

Brigadier Melchior Stoller begrüsste bereits

zum vierten Mal seine Mitarbeitenden

sowie eine illustre Gästeschar zum

Jahresrapport. Das breite Spektrum des

Lehrverbandes Logistik zeigt sich in der

Vielfalt der angebotenen Ausbildung: die

Logistik Offiziersschule, die Spital- und

Sanitätsschulen, die Nachschub- Rückschubschule

mit dem Lehrgang für Küchenchefs

und der Ausbildung der höheren

Unteroffiziere, Verkehrs- und Transportschule

mit dem Kompetenzzentrum

der Fahrausbildung der Armee, Instandhaltungsschule

und das Kompetenzzentrum

Veterinärdienst und Armeetiere. Mit

«Mensch-sein heisst:

Bewusst-sein

und Verantwortlich-sein.»

den total 551Mitarbeitenden werden jährlich

263 Offiziere, 529 höhere Unterof -

fiziere, 837 Unteroffiziere ausgebildet, all

die erwähnten Rekrutenschulen durchgeführt

und auch WK-Einheiten betreut, im

Durchschnitt 1000 AdA pro Tag.

Im Rapport eingestreut waren Zitate

des österreichischen Neurologen und Psy-

chiaters Viktor Emil Frankl (1905–1997),

die auf das absolut entscheidende allen

Tun und Handelns hinweisen: den Menschen.

Die Spielregeln des Lebens verlangen

von uns nicht, dass wir um jeden Preis

siegen, wohl aber, dass wir den Kampf niemals

aufgeben.

Manches muss

noch verbessert werden

Der Rückblick und der Ausblick des

Kommandanten beweisen es erneut: vieles

ist gut, manches aber klar zu ver -

bessern. Immer wieder ist der Kampf zu

führen, um den Kadernachwuchs, um effiziente

und qualitativ gute Ausbildung,






Designed for mission


Einsatz und Ausbildung

Br Melchior Stoller, Kdt LVb Log.

Bild: VBS

um die Erziehung und den Dienstbetrieb.

Kader müssen bezüglich Haltung und

Auftreten Vorbilder, sichtbare Vorbilder

sein.

In gewissen Abständen wird auch ein

Marschhalt verlangt, um die Inhalte und

Ziele der Ausbildung kritisch zu hinterfragen,

deren Gewichtung zu prüfen. Daraus

kann das Potential der Optimierung

abgeleitet werden.

Ob in der Ausbildung oder im Einsatz,

jeder AdA muss die ihm auferlegte

Verantwortung wahr nehmen. In Zusammenarbeit

innerhalb der Armee wie auch

mit Partnern sind die kritischen Situationen

zu meistern und das Gelernte an zu -

wenden. Die Bereiche der Logistik haben

sehr viel mehr Möglichkeiten, ihr Können

im «Einsatz» unter Beweis zu stellen.

Ihre Leistung muss im hier und jetzt abrufbar

sein. Wenn die Logistik optimale

Rahmenbedingungen schafft, wird es für

die kämpfenden Truppen leichter sein,

ihre Aufgabe zu erfüllen.

Die WEA

bringt Verbesserungen

Brigadier Sergio Steller, Projektleiter

der Weiterentwicklung der Armee (WEA)

legte die Rahmenbedingungen der WEA

dar und erklärte die geplante Führungsstruktur,

orientierte über die höhere Bereitschaft

und die Anpassungen in der Kaderausbildung,

wo der praktischen Erfahrung

wieder mehr Gewicht verliehen

wird. Mit Herzblut und Elan vertrat er

die WEA, wohlwissend, dass nicht alles

optimal ist; aber auch überzeugt, dass viele

Verbesserungen möglich sind.

Schliesslich referierte Brigadier Gaudin

über den aktuellen Krisen in der Ukraine,

im Nahen Osten und in Nordafrika. Daraus

ergebe sich ein sehr vielfältiges Bild

an Bedrohungen: konventionell, asymmetrisch

bis terroristisch und kriminell. Obwohl

die Anforderungen an die Streitkräfte

deswegen ansteigen – breites Bedrohungsspektrum,

vermehrte Schutz -

aufgaben – glaube der Westen nach wie

vor, die Rüstungsausgaben massiv senken

zu können. Zudem seien die strategischen

Ziele Chinas unklar und schwer

abzuschätzen und wieweit mit Russland

als zurückkehrende Grossmacht zu rechnen

sei.

Anhand der Operation SERVAL der

französischen Streitkräfte in Mali zeigte

sich, dass diese Szenarien der Bedrohung

Realität sind und dass bei jeder Operation

auf das einwandfreie Funktionieren

der Logistik Verlass sein muss. ■

Die Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift (ASMZ) ist das offizielle deutschsprachige Organ

der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG). Die ASMZ nimmt zu militärischen und wehrpolitischen

Ereignissen und Entwicklungen aus dem In- und Ausland Stellung.

Als die führende Schweizerische Militärzeitschrift vermittelt sie den Leserinnen und Lesern neben

Kenntnissen im Bereich Militärpolitik, Armee und Sicherheitsverbund auch Informationen über

fremde Streitkräfte.

Per 1. April 2015 oder nach Vereinbarung suchen wir einen/eine

Rubrikredaktor/Rubrikredaktorin

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In einem aufgeschlossenen und engagierten Redaktionsteam bieten wir Ihnen die Möglichkeit,

Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

Für Auskünfte steht Ihnen der Chefredaktor Oberst i Gst Peter Schneider, Telefon 032 677 22 74

sowie der bisherige Rubrikredaktor, Oberstlt Hans-Peter Gubler, Telefon 031 829 18 03,

gerne zur Verfügung.

Die Bewerbungsunterlagen sind bis 1. März 2015 einzureichen an:

Oberst i Gst Peter Schneider, Chefredaktor ASMZ, peter.schneider@asmz.ch

Sicherheit Schweiz

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

31


Bevölkerungsschutz

SVU 14 – die Übung, die keine sein wollte

Die Sicherheitsverbundsübung 14 ist Geschichte. Die Auswertung läuft,

und Mitte 2015 bereitet ein Bericht die Ergebnisse auf. Darum müssen ein

paar erste Eindrücke genügen.

Eugen Thomann, Redaktor ASMZ

Der im letzten Sicherheitsbericht vorgezeichnete

«Sicherheitsverbund Schweiz»

(SVS) schlug eine neue Seite der schweizerischen

Sicherheitspolitik auf. Die strikt

paritätische Zusammenarbeit von Bund

und Kantonen, belebt von einer kleinen,

mehr vermittelnden als koordinierenden

Organisation – mit der gewöhnungs -

bedürftigen Abkürzung KKM für «Konsultations-

und Koordinationsmechanismus»

– brachte schon einige Fortschritte

auf verschiedenen Gebieten zuwege, ohne

grosse öffentliche Aufmerksamkeit.

Ins Rampenlicht trat sie im November

2014 mit der SVU 14. Den Auftrag

erteilte die «Politische Plattform

des KKM SVS», gebildet aus vier Magis

traten, nämlich den Spitzen von VBS

und EJPD sowie den Präsidenten der

kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren

und der Regierungskonferenz für Militär,

Zivilschutz und Feuerwehr. Die von

Botschafter Toni Frisch, dem früheren

Leiter des Schweizerischen Korps für Humanitäre

Hilfe, souverän geführte SVU

14 sollte die Krisentauglichkeit des SVS

erproben und Antworten auf fünf Fragen

finden:

1. Kann die Organisation mehrere Ereignisse

gleichzeitig bewältigen?

2. Wie arbeiten Bund und Kantone zusammen?

3. Sind die Krisenorgane ihrer Aufgabe

gewachsen?

4. Genügen Technik und Infrastruktur in

der Krise?

5. Sind die Verantwortlichkeiten ausreichend

geregelt?

Das als «Turngerät» aufgebaute Doppelszenario

war von Anfang an öffentlich

bekannt: Unmittelbar nach einem «Blackout»

wirkte eine Strommangellage (70 Pro-

Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden in der SVU 14

Herr Meier, welche Aufgabe erfüllten Sie

als Moderator der Arbeitsgruppe «Öffentliche

Sicherheit» im Rahmen der SVU?

Nachdem die Kantone in der ersten Woche

die eigene Lage und ihre Bedürfnisse

analysiert hatten,

galt es während der

zweiten Woche im Modul

«Notlage» die Ergebnisse

auszuwerten.

Die Teilnehmer hätten

den gesamten Hilfsbedarf

eruieren, gegenseitig

abstimmen und

einen einheitlichen Lösungsvorschlag

zuhanden

des Bundes erarbeiten

sollen. Grundlage

bildeten die quali -

Moderator Peter-Martin Meier.

Bild: ASMZ

tativ sehr unterschiedlichen

Analysen der

Kantone. Äusserst aufschlussreich

war jene

des Interkantonalen Polizeistabs, die auch

strategische Fragen der Leistungserbringung

ansprach.

Stärker als die operativen Probleme drängte

sich jedoch die Diskussion der «hinkenden»

Prozesse und Strukturen in den

Vordergrund. Sie wirkten auf die Teilnehmer

der Arbeitsgruppe unvollständig

und zu wenig klar definiert; entsprechend

viel Mühe bereiteten die Schnittstellen.

Die Arbeitsgruppe schlägt vor, im Bereich

des Bevölkerungsschutzes ähnliche Strukturen

zu schaffen, wie sie die Polizei kennt.

Die Kantone wären in

Regionen zusammenzufassen

und aus den

Regionen würde ein gemeinsamer

landesweit

zuständiger Führungsstab

gebildet. Die Regionen

sollten sich mit

den vier Polizeikonkordaten

räumlich decken

und natürlich auch die

Kantone Zürich und Tessin

einbinden, die keinem

Polizeikonkordat

angehören. Verständnis

bekundete der hochrangige

Armeevertreter

für den Wunsch, die

Grenzen der Territorialregionen ebenfalls

anzupassen.

Drei Ziele schälte die Arbeitsgruppe heraus:

• Die Führungsstäbe des Bevölkerungsschutzes,

der Polizei und der Armee

müssen auf Augenhöhe diskutieren und

für den Bund gemeinsame Anträge ausarbeiten;

• Die Kantone sind angewiesen auf einen

«Single Point of Contact» des Bundes.

Wie es ein Teilnehmer ausdrückte: Unter

einer Telefonnummer müssen alle in

der Krise wichtigen Bundesstellen zu erreichen

sein;

• Keinen Aufschub duldet ein Lageverbund

Schweiz. Den speisen alle möglichen

Stellen, und daraus schöpft jede

akkreditierte Funktion, was sie an Nachrichten

benötigt. – In diesem Punkt

zeichneten sich schon vor der SVU Fortschritte

ab.

Welche Verbesserungsmöglichkeiten halten

Sie für die wichtigsten?

In der Pflicht sehe ich vor allem die «Regierungskonferenz

Militär, Zivilschutz,

Feuerwehr». Sie sollte zusammen mit den

Kantonen rasch die parallelen Strukturen

aufbauen. Die Erkenntnisse der SVU dürfen

nicht versanden, und die nächste

Übung soll nicht wieder am gleichen Ort

anfangen müssen. Künftige Übungskonzepte

sollten dafür Sorge tragen, dass die

Teilnehmer sich der gespielten Lage wirklich

mit aller Konsequenz bewusst werden.

Das traf dieses Mal nicht zu.

Peter-Martin Meier, lic. phil. I, Rechtsagent, eMBA

UZH, Direktor des Schwei zerischen Polizei-Instituts

2005–2013, Oberst i Gst, ist als Berater tätig.

32

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Bevölkerungsschutz

Die Mitglieder der Politischen Plattform

in der SVU 14 (v.l.n.r. RR H.J. Käser, KKJPD,

BR S. Sommaruga, EJPD, BR U. Maurer,

VBS, RR N. Gobbi, MK MZF). Bild: VBS

zent der eigentlich erforderlichen Menge

verfügbar) nach, während ein bisher unbekanntes

Grippevirus eine Pandemie her -

aufbeschwor.

Keine herkömmliche Übung

Nach 17 Jahren kamen die Krisenorgane

des Bundes und der Kantone endlich

wieder auf den Prüfstand, und zwar unter

Annahmen, die sich als sehr komplex erwiesen

– und damit manchen Teilnehmern

doch eine Überraschung bescherten.

Weil alles auf der strategischen und

der operativen Ebene stattfand, verzichtete

man auf ein Nachrichtenspiel mit fingierten

Einzelmeldungen.

Während dreier Wochen fanden in verschiedenen

Gremien Diskussionen und

Seminare statt. In organisierten Stäben arbeiteten

ausser den kantonalen Führungs -

organisationen die Armee – mit dem Militärstrategischen

Stab, dem Führungsstab

und den Stäben der Territorialregionen unter

der persönlichen Leitung des CdA –

und die Polizei.

Schon in den vorangegangenen Monaten

hatten die ausnahmslos mitwirkenden

Kantone wie die wichtigsten eingebundenen

Bundesstellen und Betreiber (z.B.

SBB) anhand des Szenariorahmens die

eige ne Lage erarbeitet, unter einander ausgetauscht

und ergänzt. Dabei hatten sich

alle auf die Sachbereiche der Mobilität,

der Versorgung und Entsorgung, des Gesundheitswesen

und der öffentlichen Sicherheit

zu konzentrieren und dabei ihr

Augenmerk auf Information und Kommunikation,

Koordination und Führung

sowie Ressourcenmanagement zu richten.

Die drei Übungswochen ermöglichten

• den Kantonen das Definieren ihrer Bedürfnisse;

• dem Bund, diese zu beurteilten, seine

Unterstützungsmöglichkeiten nach

Prioritäten zu ordnen, die eigenen Abläufe

und den Handlungsbedarf zu

klären;

• den Kantonen wiederum das Auswerten

der bisherigen Ergebnisse.

Die Stäbe der Armee wirkten auf kantonaler

wie eidgenössischer Stufe mit und

überprüften die eigenen Prozesse. Parallel

lief die Arbeit an den Pandemieplänen des

Bundes und der Kantone.

Erste Erkenntnisse

Nicht alle Teilnehmer erfassten die Lage

in der vollen Konsequenz, blickten in alle

Abgründe. Das erstaunt angesichts der

Komplexität nicht; eine künftige Übung

kann dem mit einem gezielten Controlling

vorbeugen oder im Rahmen eines

Nachrichtenspiels mit geeigneten Ereignismeldungen

begegnen.

Wie lauten die fünf Antworten voraussichtlich?

Auf ein ziemlich klares erstes «Ja»

folgen vier «Jein», die erheblichen Handlungsbedarf

anzeigen. Das bildet nicht

Grund zur Klage, sondern stellt der SVU

14 ein gutes Zeugnis aus.

Schwer tun sich die föderalistisch gesinnten

Eidgenossen vor allem mit der

Führungsstruktur. Dass Entscheide von

Tragweite auf der politischen Ebene des

Bundesrates oder der Kantonsregierung

fallen müssen,

bestreitet niemand. Sie wollen

aber vorbereitet sein, indem

eine Stabsstruktur Optionen

und Alternativen anbietet.

Daran fehlt es oberhalb der

kantonalen Ebene noch; es

scheinen – nach wie vor – alle

Führung zu verlangen, aber

keinen Chef zu wollen. – Damit

hängt wohl auch zusammen,

dass dem Delegierten

des SVS, André Duvillard,

niemand die Rolle des Krisenmanagers

zuordnen moch te.

Das schadet insofern nicht,

als die einstweilen erst provi -

sorisch eingerichtete Funktion

sich in der normalen Lage als

wertvoll erwiesen hat, gleichsam vor und

nach der angenommenen Krise.

Zudem tut regionale Koordination not,

damit schon innerhalb der Region Kräfteausgleich

stattfindet; Armee und Polizei

kennen einerseits Territorialregionen, anderseits

Polizeikonkordate, doch decken

sich deren Grenzen nicht.

Welche Einsichten die Beteiligten im

Gesundheitswesen und über das Auffangen

einer Strommangellage gewannen, bleibt

abzuwarten. Kritik war zu vernehmen an

dem von OSTRAL, der Organisation für

Stromversorgung in Ausserordentlichen

Lagen, vorgesehenen zeitweiligen Abschalten

ganzer Gebiete; dort hätten sämtliche

Bezüger beispielsweise im vorangekündigten

Wechsel acht Stunden Elektrizität

beziehen können und dann vier Stunden

lang ohne auskommen müssen. Manche

Informatikeinrichtungen könnten das

nicht verkraften, zumindest nicht in dieser

dichten Folge, hiess es. Eine Nachfolge-Übung

wird in stärkerem Masse pri -

vate Betreiber einbeziehen, vom Finanzdienstleister

über den Grossverteiler bis

zum privaten Sicherheitsunternehmen.

Grosser Gewinn

Mit der SVU 14 begann der Aufbau

einer neuen gesamtschweizerischen

Übungskultur. Nach einer 17-jährigen

Pause bedeutet das viel. Anders als früher

beteiligten sich Entscheidungsträger aller

staatlichen Ebenen, bis hin zu Mitgliedern

des Bundesrates. Schon jetzt

steht ausser Zweifel: Die SVU 14 tat

einen wichtigen Schritt in die richtige

Richtung. Doch bei diesem ersten darf es

nicht bleiben.


Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

33


Bevölkerungsschutz

Hat die Militärische Sicherheit

ihre Zukunft schon hinter sich?

Die vom Bundesrat vorgeschlagene Revision des Militärgesetzes (MG)

sieht vor, das «Schutzdetachement Bundesrat» (SDBR) im Zuge der Weiterentwicklung

der Armee (WEA) zu streichen und würde zu den Massnahmen

zählen, welche die Militärische Polizeiorganisation schwächen.

Eugen Thomann, Redaktor ASMZ

Das dem Führungsstab der Armee unterstehende,

derzeit von Brigadier Beat

Eberle befehligte Kommando Militärische

Sicherheit (Mil Sich) entstand mit der Armee

95 als «Dienst für militärische Sicherheit»

(so seither Art.100 MG). Derzeit gehören

neben dem Stab dazu:

• Vier Militärpolizeizonen, deren Berufspersonal

dezentralisiert die Armee in allen

Lagen polizeilich versorgt;

• Drei Militärpolizeibataillone, reine Milizverbände,

wovon das MP Bat 3 zur

Reserve zählt;

• Der Sicherheitsdienst der Militärpolizei

(SDMP), ein für die präventive und

repressive Abwehr von Spionage und

Sabotage zuständiger Verband;

• Das Schutzdetachement Bundesrat

(SDBR), dessen Auflösung der Bundesrat

ins Auge fasst.

«… schützt die Mitglieder des Bun -

desrates, den Bundeskanzler und weitere

Personen, wenn seine Angehörigen

zu As sistenz- oder zu

Aktivdienst aufgeboten sind.»

So beschreibt Artikel 100 MG

die Aufgaben des SDBR seit

1993, und das galt damals

schon jahrzehntelang. Denn

das SDBR bildete Teil der militärischen

«Abwehr», bekam

wie viele andere Strukturen jedoch

erst 1993 eine formelle

gesetzliche Grundlage.

Der Sicherheitsdienst der

Militärpolizei und das SDBR

sind als Milizformationen organisiert;

ihnen gehören indes

fast ausnahmslos aktive Angehörige

ziviler Polizeikorps an.

Die für die normale Lage vorgesehenen

Dienstzeiten reichen nicht zum Heranziehen,

Erhalten und Weiterentwickeln der

hier erforderlichen speziellen Kenntnisse

und Fähigkeiten. Die zivilen Polizeikorps

stellen also Personal, profitieren aber vom

hoch qualifizierten militärischen Ausbildungsdienst.

Abbau begann vor geraumer Zeit

Mit oder ohne SDBR bleibt der Personenschutz

in Krisenlagen eine heikle Polizei aufgabe.

Bild: VBS

Als das Konzept der Armee XXI Gestalt

annahm, drehte die erste und bisher

einzige «Überprüfung des Systems der

inneren Sicherheit (USIS)» ihre letzten

Runden. Sie offenbarte eine bis heute

nicht vollständig geschlossene «Lücke»,

einen Mangel an Sicherheitskräften. Der

Bund leistete einen, wie es schien, wertvollen

Beitrag zur Abhilfe, indem er laut

De tail stu die (USIS III vom 24.9.2002,

Ziff. 5.3.9) ankündigte, bei der Militärischen

Sicherheit 750 qualifizierte Berufsleute

anzustellen, 250 bei der Territorialen

Mili tär polizei und 500 bei der Mobilen

Militärpolizei. Beim Versprechen

blieb es. Nach einem Auf-und-Ab – immer

musste die Militärpolizei (MP) herhalten,

wenn es Personal einzusparen galt

– billigt das Projekt WEA dem Vernehmen

nach der Militärischen Sicherheit

580 Vollzeitstellen zu.

Noch 2008 stellte ein Bericht der «Plattform

KKJPD-VBS-EJPD» fest, die im MG

für die Mil Sich festgelegten Aufgaben

entsprächen den Bedürfnissen der Armee

und sollten erhalten bleiben.

Bis vor wenigen Jahren bestritt niemand,

dass die hochspezialisierten Milizformationen

des Sicherheitsdienstes und

des SDBR jeweils einer kleinen fachlich

entsprechenden Berufsformation bedürfen,

die organisatorisch unter das gleiche

Dach gehört. Trotzdem rückten beide ab,

das dem SDBR verwandte MP Spezialdetachement

zum Kommando Spezialkräfte

und das Abschirmdetachement der MP

zum Militärischen Nachrichtendienst, vorerst

provisorisch unter einer neuen Bezeichnung.

Wie weit soll der Abbau gehen?

Nun schlägt der Bundesrat eine Revision

des Artikels 100 MG vor. Der oben zitierte

verpflichtende Auftrag des SDBR

würde einer «Kann»-Vorschrift weichen.

Für Klarheit sorgt die Botschaft vom 3.September

2014, wo sie zu Artikel 100 MG

ausführt, die Mil Sich solle «auf Aufgaben

im Armeebereich beschränkt bleiben.

Deshalb entfällt auch die Schutzaufgabe zugunsten

des Bundesrates und weiterer Per so -

nen.» – Das dürfte manchen über ra schen,

enthielt doch der Vernehmlassungsentwurf

zwar die «Kann»-Vorschrift, doch

der Begleitbericht noch keinen Klar text.

Macht das Sinn? Des Schutzes werden

unsere Magistraten samt Angehörigen und

Wohnungen in angespannter Lage trotzdem

bedürfen. Also müsste das örtlich zuständige

Polizeikorps einspringen, unter

viel schwierigeren Bedingungen eine zusätzliche

Last schultern, welche das SDBR

auf die ganze Schweizer Zivilpolizei verteilen

könnte. Schwer zu begreifen bleibt,

wieso ein solches Vorhaben nicht mit dem

hauptsächlich betroffenen Kanton Bern

erörtert worden ist, zusammen mit der

durchaus offenen Frage der Zuständigkeit.

Immerhin will sich der Bund einer historisch

gewachsenen und bisher kaum angezweifelten

Aufgabe entledigen. ■

34

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Wirtschaft

Die Europäische Verteidigungsagentur:

nötig oder verzichtbar?

Die Europäische Verteidigungsagentur (EVA) wurde Mitte 2004 gegründet.

Ihr gehören heute 27 EU-Mitgliedstaaten an; die Schweiz hat vor rund

drei Jahren eine Zusammenarbeitsvereinbarung mit der EVA abgeschlossen.

Die Ziele sowie die Hauptaufgaben der Agentur scheinen zweckmässig.

Sie bearbeitet gegenwärtig verschiedene Projekte mit erkanntem Handlungsbedarf

sowie erheblichem Zukunftspotenzial. Bei der praktischen Um set zung

hapert es jedoch; die Schweiz hat sich bisher nicht eingebracht.

Peter Müller, Redaktor ASMZ

Mit Beschluss des EU-Ministerrats vom

12. Juli 2004 wurde die Europäische Verteidigungsagentur

(EVA) mit Sitz in Brüssel

gegründet (European Defence Agency,

EDA). Mitglieder sind heute 27 der 28

EU-Staaten. Einzig Dänemark steht abseits;

es will seine militärische Sicherheitspolitik

ausschliesslich im Rahmen

der NATO verfolgen. Der EVA wurden

folgende Hauptaufgaben übertragen:

• Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit

der EU;

• Förderung der Rüstungszusammenarbeit

der EU;

• Stärkung der industriellen und technischen

Verteidigungsbasis;

Organigramm der Europäischen

Verteidigungsagentur EVA.

Grafik: EVA

• Schaffung eines wettbewerbsfähigen eu -

ropäischen Marktes für Verteidigungsgüter;

• Förderung von Forschungsprojekten.

Konkrete Stichworte dazu sind beispielsweise:

Koordination der Rüstungsaktivitäten,

abgestimmter Fähigkeitsaufbau,

Angleichung von Standards, gemeinsame

Beschaffungen und Ausbildungen,

Verbesserung der Effektivität der Forschung,

gegenseitiger Marktzugang sowie

Durchsetzung von Transparenz und

Wettbewerb bei nationalen Rüstungsbeschaffungen.

Mittels dieser engeren Zusammenarbeit

sollen die Rüstungsgelder

effizienter genutzt, Überkapazitäten vermieden

und Synergien ausgeschöpft werden.

Die EVA untersteht direkt der Hohen

Vertreterin der EU für Aussen- und Si-

cherheitspolitik (seit 01.11.2014 Federica

Mogherini; früher Catherine Ashton). Sie

führt das Entscheidungsorgan der EVA,

nämlich den sogenannten Lenkungsausschuss,

welchem unter anderem Vertreter

der Verteidigungsministerien aller 27

teilnehmenden EU-Mitglieder angehören.

Die EVA selber wird geleitet durch

Claude-France Arnould. Ihr unterstehen

gegenwärtig rund 130 Mitarbeitende

in einer recht komplexen Organisationsstruktur.

Pragmatische

Zusammenarbeit

Die Kooperation zwischen den ein -

zelnen Mitgliedstaaten ist ausgesprochen

pragmatisch geregelt. Die EVA spricht

selber von einem «à la carte»-Prinzip: Jeder

Mitgliedstaat entscheidet autonom

und gestützt auf seine nationalen Bedürfnisse,

an welchen Projekten der EVA er

teilnehmen will. Projekte können «bottom

up» durch mindestens zwei Mitgliedstaaten

wie auch «top down» durch die Agentur

selbst initiiert werden (mit dem Ziel,

dass möglichst viele oder gar alle mitmachen).

Aktuell werden knapp über 100

Einzelprojekte mit jeweils 2 bis 27 Teilnehmenden

bearbeitet. Die Finanzierung

der Agentur erfolgt über jährliche Mitgliederbeiträge;

diese sind abgestuft nach

dem nationalen Bruttosozialprodukt der

einzelnen Länder.

Die Schweiz hat sich bereits vor län -

gerer Zeit entschlossen, mit der EVA zusammenzuarbeiten:

Am 12. März 2012

verabschiedete der Gesamtbundesrat ein

sogenanntes «Administrative Arrangement»

zur Regelung der Rüstungszu -

sammenarbeit mit der Europäischen

Ver teidigungsagentur. Norwegen hat bereits

2006 eine solche Vereinbarung mit

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

35


Wirtschaft

der EVA unterzeichnet, 2013 folgte Serbien.

Diese Vereinbarungen mit Nicht-

EU-Staaten regeln den Informationsaustausch,

setzen den organisatorischen Rahmen

und öffnen die Möglichkeiten, an

konkreten Projekten und Programmen

der EVA mitzuwirken. Wichtig war der

Schweiz von Anfang an, dass die Vereinbarung

rechtlich nicht bindend ist; es besteht

folglich weder ein Zwang zum Informationsaustausch

noch zur Teilnahme

an bestimmten Projekten. Somit gilt das

«à la carte»-Prinzip der EVA uneingeschränkt

auch für unser Land. Wichtig

ist ferner, dass einzelne Firmen direkt

an konkreten Projekten teilnehmen können;

dies stärkt den Wirtschaftsstandort

Schweiz.

Einzige Eintrittspforte für die Schweiz

ist ein neuer Beschluss durch den Gesamtbundesrat,

sobald das erste Zusammenarbeitsprojekt

unterzeichnet werden

soll; später ist die Verwaltung relativ autonom.

Diese Schwelle musste seinerzeit

aus politischen Gründen, namentlich auf

Druck des EDA, eingeführt werden.

Viel Administration,

wenig Inhalt

Führt man sich vor Augen, welch grossen

und grundsätzlich erstrebenswerten

Zielfächer die EVA verfolgt und studiert

man das Respekt erheischende Orga -

nigramm, dann will das Budget irgendwie

nicht dazu passen: Nach anfänglicher

sachter Steigerung stagniert das jährliche

Budget seit 2010 unverändert bei rund

30,5 Mio. Euro. Dieser unerwartet, um

nicht zu sagen erschreckend tiefe Betrag

ist darüber hinaus in dreierlei Hinsicht

höchst bemerkenswert:

• Administrationsüberhang: Lag der Anteil

der Personal-, Miet- und andern

Sachaufwendungen 2013 bereits bei

76%, so stieg er 2014 auf voraussichtlich

über 79%. Man könnte somit

auch boshaft behaupten, die EVA beschäftige

sich hauptsächlich mit sich

selbst;

• Sinkende «Investitionsausgaben»: Das

sogenannte «operational budget» be -

inhaltet sämtliche Projekt- und Programmkosten

und deckt somit die

Ausgaben der rund 100 laufenden Projekte

ab. Nach einem Höchststand im

Jahre 2011 mit 8,5 Mio. Euro sinkt es

kontinuierlich auf heute voraussichtlich

noch 6,4 Mio. Euro. Das Problem

der steigenden Betriebskosten zulasten

der Investitionskosten beschäftigt folglich

auch die EVA;

• Kreditreste: Die EVA schöpfte 2013

ihr Budget um rund 0,83 Mio. Euro

nicht aus. Dies entspricht einem Anteil

von zirka 2,8% am Gesamtbudget.

Die Tendenz gegenüber den Vorjahren

ist deutlich steigend. Man kann zu diesen

Kreditresten stehen wie man will;

aber man wird automatisch an die diesbezüglichen

hitzigen Diskussionen in

der Schweiz erinnert.

Analysiert man die «Investitionsausgaben»

noch etwas näher, dann stellt man

Folgendes fest: 7,44 Mio. Euro mussten

2013 auf 102 laufende Projekte verteilt

werden. Nur rund ein Viertel aller Projekte

überschritten den Betrag von je

Interview mit C.-F Arnould am 06.11.2014 anlässlich

der Industrieorientierung/STA-Herbstveranstaltung 2014

Claude-France Arnould (Frankreich) ist seit dem 17.01.2011 Chief

Executive der Europäischen Verteidigungsagentur. Sie hat davor

mehrere Stellen im Bereich Verteidigung der EU innegehabt,

insbe sondere die Leitung des Crisis Management and Planning

Directorate (CMPD) im Generalsekretariat des Rates der Euro -

päischen Union. Arnould begann ihre berufliche Karriere im

fran zösischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten. Sch

Peter Schneider: Was betrachten Sie als

den bisher grössten Erfolg der Europäischen

Verteidigungsagentur?

Claude-France Arnould: Im Bereich Luftwaffen

und Luftraum wurden grosse Fortschritte

gemacht, insbesondere in den

Bereichen Ausbildung, gemeinsamer zivilmilitärischer

Luftraum und Zertifizierungen.

Das Satellitennavigationssystem Galileo

ist ein Beispiel eines erfolgreichen

Projektes. Die Agentur arbeitet hier, wie in

allen ihren Tätigkeitsbereichen, auf zwei

Ebenen:

Kurzfristig geht es darum, die Mitgliedstaaten

«à la carte» mit Expertenwissen zu unterstützen,

Synergien auszuschöpfen.

Längerfristig sollen gemeinsame Projekte

zu neuen Generationen von einheitlichen

Kampfmitteln führen, um damit einerseits

die Technologien auszuschöpfen, die

Entwicklungs- und Herstellkosten zu optimieren

und andererseits den anderen grossen

Anbietern gegenüber konkurrenzfähig

zu bleiben. Von besonderem Interesse sind

etwa die nächste Generation von sicheren

Kommunikationssatelliten und eine gemeinsame

Aufklärungsdrohne. In anderen Bereichen

(Kampfflugzeuge, Kampffahrzeuge)

sind die nationalen Barrieren nach wie vor

sehr hoch.

Mit der Schweiz besteht seit 2012 ein

«Administrative Arrangement», trotzdem

ist bis heute kein Projekt in der Schweiz zu

Stande gekommen. Was muss die Schweiz

tun?

Die Einladung, die ich von der Schweiz erhalten

habe, ist ein wichtiger Schritt. Ich

werde nebst Bundesrat Ueli Maurer die

Spitzen der Armee und der Rüstungsindustrie

treffen können. Es geht darum,

gemeinsam abzuklären, welche Angebote

der EDA für die Schweiz interessant sein

könnten. Im Vordergrund stehen dabei

Ausbildungsmittel und Simulatoren.

36

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Wirtschaft

100000 Euro. Teuerstes Vorhaben war

2013 eine Demonstration zum sicheren

C2 Data Link via Satelliten für integrierte

unbemannte Luftfahrzeuge (0,6 Mio.

Euro), günstiges Projekt ein Presseausflug

nach Zaragoza im Rahmen der EATT

2013 (72 Euro). Das zeigt nicht nur die

Vielzahl der laufenden Projekte, sondern

auch deren extreme Variabilität. Möglicherweise

ist dies eine Konsequenz aus

dem «à la carte»-Prinzip der EVA.

Attraktive Themen,

interessante Partner

Jahresbudgets der EVA (in Mio Euro)

Gedankenanstoss

Warum kann das erfolgreiche schweizerische

Prinzip der Stützpunktfeuerwehren

nicht auch auf die internationale Zusammenarbeit

im Armee- und Rüstungsbereich

übertragen werden?

Die EVA verfolgt mehrere beachtenswerte

strategische Zukunftsprojekte. Als

Beispiele seien genannt: Einheitlicher

europäischer Luftraum (Sicherheit und

Betrieb; Harmonisierung der zivilen und

militärischen Vorschriften; Programm

SESAR), Drohnen beziehungsweise unbemannte

Flugzeuge (Zertifizierung, Einsatz

im zivilen Luftraum, Harmonisierung

der Ausbildung und des Einsatzes),

Lufttüchtigkeit der militärischen Flugzeuge

(einheitliche Standards und Zertifizierung,

Informationsaustausch im Rahmen

des Forums MAWA (Military Airworthiness

Authorities Forum), Training

der Helikopterbesatzungen (Interoperabilität,

Einsatz unter erschwerten Bedingungen),

Munitionssicherheit, Satellitenkommunikation

und Cyber Defence. Zu

all diesen (und weiteren) Themen lädt

Claude-France Arnould die Schweiz ausdrücklich

dazu ein, sich in die EVA einzubringen

und projektbezogen mitzuarbeiten.

Die durch den Bundesrat 2010 ver -

abschiedete Rüstungspolitik für das VBS

würde eine Zusammenarbeit nahelegen:

So steht dort beispielsweise, es sei auf

Eigenentwicklungen zu verzichten, die

Wirtschaftlichkeit rüstungsrelevanter Aktivitäten

sei zu verbessern, der Zugang zu

neuen Technologien zu fördern und vermehrt

internationale Kooperationen anzustreben.

Die schrumpfenden nationalen

Verteidigungsbudgets, die nötige Bündelung

der Kräfte und die fast gebieterische

Fähigkeit zur Interoperabilität sind

handfeste Gründe für eine vermehrte Kooperation.

Die Signale stünden somit allseits

auf Grün. Und trotzdem: Seit nunmehr

rund drei Jahren hat die Schweiz

mit der EVA kein einziges Projekt in Gang

gebracht. Das wirft Fragen auf.

Ungeeignete

Rahmenbedingungen

Es gibt bekanntlich immer unzählige

Gründe, etwas gerade nicht zu tun und

folglich lieber zuzuwarten: Die nationalen

Planungen sind zeitlich, inhaltlich

und finanziell nicht aufeinander abgestimmt.

Es ist auf die Integration in bestehende

Systeme zu achten. Der nationale

Markt geniesst aus wirtschaftspo li -

tischen Überlegungen Vorrang. Der mi -

litärische Masterplan erfährt aus finanz -

politischen Gründen fortlaufend Korrek -

turen. Man will aus sicherheits- und neutralitätspolitischen

Gründen möglichst

autonom bleiben. Das ist bloss eine Auswahl

der gängigsten Killerargumente. Sie

sind allesamt nicht neu; und sie waren

schon bei Unterzeichnung des «Administrative

Arrangements» bekannt. Also

können sie eigentlich nicht aufgeführt

werden.

Hinzu kommen zwei grundsätzliche

Knacknüsse: Zum einen bastelt unsere

Verwaltung gegenwärtig mit unzähligen

Geburtswehen und zeitlichen Verzögerungen

an der Sicherheitsrelevanten Technologie-

und Industriebasis der Schweiz

(STIB); gleichzeitig will die EVA ein analoges

Projekt auf europäischer Ebene umsetzen,

nicht zuletzt, um von aussereuropäischen

Monopolisten im Rüstungsbereich

unabhängiger zu werden. Da bahnen

EVA, Jahresbericht

Ausgaben 2009 2010 2011 2012 2013 2014

Personal-/Sachaufwand 21,561 22,131 22,031 22,531 23,098 24,131

Projekt-/Programmaufwand 8,000 8,400 8,500 8,000 7,443 6,400

Total 29,561 30,531 30,531 30,531 30,531 30,531

sich Zielkonflikte zwischen der Schweiz

und der EVA an; zumindest besteht erheblicher

Koordinationsbedarf. Zum andern

will die EVA die einzelnen nationalen

Beschaffungsmärkte zugunsten eines

europäischen Rüstungsmarkts öffnen und

transparenter gestalten. Dem steht die aktuelle

Forderung von Bundesrat Maurer

gegenüber, Rüstungsgüter künftig «vorzugsweise

in der Schweiz zu beschaffen».

Entsprechend soll auch das Bundesgesetz

über das öffentliche Beschaffungswesen

(BöB) nächstens angepasst werden. Da

öffnen sich weitere Zielkonflikte zwischen

der EVA und der Schweiz. Bisher wurde

dazu geschwiegen. Es fehlt in unserer Verwaltung

eine klare politische Gesamtsicht

mit entsprechenden Vorgaben.

Schliesslich ist unbestritten, dass die

EVA momentan unzählige «kleine Brötchen

bäckt», namentlich im Forschungsund

Entwicklungsbereich. Es ist nicht

stufengerecht, dass der Gesamtbundesrat

zum wirklichen Start der Zusammenarbeit

mit der EVA ein solches Projekt genehmigen

muss. Aber es ist auch wenig

nachvollziehbar, weshalb sich die Ver -

waltung vor einem solchen Bundesratsbeschluss

irgendwie zu fürchten scheint.

Von den wirklich grossen Brocken wie gemeinsamen

Rüstungsbeschaffungen und

internationaler Arbeitsteilung bei Unterhalt/Instandhaltung

ist die EVA noch meilenweit

entfernt.

Ein mutiges Zeichen setzen

Deshalb: Echte Initiative auf Schweizer

Seite mit aktiver Einbindung unserer

nationalen Rüstungsindustrie tut not.

Andernfalls wird die Verwaltung vollends

unglaubwürdig, wenn sie trotz zwei vollamtlichen

Personen, welche «nur» zugunsten

der Zusammenarbeit mit der EVA

beschäftigt werden, während dreier Jahre

kein konkretes Projekt zustande gebracht

hat.

Das grösste Dilemma – dem sich auch

die Europäische Verteidigungsagentur stellen

muss – hat die Deutsche Bundeszentrale

für Politische Bildung (bpb) wie folgt

treffend formuliert: «Obwohl die Vorteile

einer rationalisierten und wettbewerbsfähigen

europäischen Rüstungsindustrie

auf der Hand liegen, stellen nationale

Egoismen im hochsensiblen Bereich der

Verteidigungspolitik immer wieder ein

Hindernis dar.» Falls auch unser Land davon

betroffen ist, müssten wir die Zusammenarbeitsvereinbarung

mit der EVA

wohl ehrlicherweise still beerdigen. ■

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

37


Luftwaffe

Der Einsatz macht uns stark

Mit «ALCEO» stand die Schweizer Luftwaffe im Dezember 2014 zum dritten

Mal im gleichen Jahr für den Konferenzschutz im Einsatz. Die grössten

Herausforderungen im Rahmen des OSZE-Ministerrats treffens in Basel

waren für die Luftwaffe das anspruchsvolle Wetter und ein umfassendes

Dispositiv mitten im Dreiländereck.

Christian Trottmann

Es ist ein ungewohntes Bild. Nur wenige

Meter neben der stark befahrenen

Hauptstrasse steht im baslerischen Riehen

eine komplette Feuereinheit der M Flab

Bttr 34/2 zur bodengestützten Luftverteidigung

(BODLUV) bereit. Das Dispositiv

im Raum Basel besteht aus drei

Sensoren sowie einem Effektor. Fliegt ein

Luftfahrzeug unerlaubterweise in den vom

Bundesrat eingeschränkten Luftraum ein,

wird es vom Feuerleitgerät detektiert und

kann auf Geheiss des Chief Air Defense

(CAD) in der Einsatzzentrale Luftver -

teidigung (EZ LUV) in Dübendorf und

TAFLIR-Standort: Der Operation Guard hat das

Luftlagebild stets unter Kontrolle.

auf Befehl des verantwortlichen Bundesrats

als Ziel zugewiesen werden. In der

EZ LUV laufen sämtliche Fäden zusammen.

Während «ALCEO» überwachen

zwei CAD rund um die Uhr das

Luftlagebild. Verschiedenste Nachrichten -

posten und ein Taktisches Fliegerradar

(TAFLIR) tragen zur Verdichtung dieses

Recognized Air Picture (RAP) bei.

Fünfzig Meter Sicht

Von der TAFLIR-Station irgendwo im

Raum Basel sollte man beste Sicht auf

das Konferenzzentrum haben. Doch am

3.Dezember 2014 liegt der Nebel tief. Das

Dispositiv ist kaum zu orten, die Sichtweite

beträgt knappe 50 Meter. Mit Stacheldraht

ist die ganze Anlage grossräumig

eingezäunt und wird ununterbrochen von

einer Zwei-Mann-Patrouille überwacht.

Im abgedunkelten Container beobachtet

der Operation Guard aufmerksam das aktuelle

Luftlagebild und meldet besondere

Ereignisse, detektiert vom allwettertauglichen

TAFLIR, umgehend dem CAD nach

Dübendorf. Draussen dröhnt das 140 kW-

Aggregat der Anlage.

Geforderte Luftwaffe

Auch in der Luft wird Basel geschützt.

Von Payerne aus starten jeweils zwei F/A-

18 Hornet, um im oberen Luftraum auf

Flight Level 250 (ca. 7,6 Kilometer) die

Combat Air Patrol (CAP) zu fliegen. Für

den Einsatz «ALCEO» mussten zur Kapazitätserweiterung

zudem kurzfristig drei

38

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Hornets aus der Übung «Nightway» in

Norwegen abgezogen werden. Als hätte die

Einsatzführung die anspruchsvolle Wetterlage

vorausgesehen, kommt die weitsichtige

Eventualplanung bezüglich geeigneter

Alternativflugplätze bereits am zwei -

ten Einsatztag zum Tragen. Als erstes muss

Meiringen, dann Emmen und kurz darauf

sogar noch Sion als Ausweichflugplatz für

den Jet-Betrieb aktiviert werden.

Basel: Von hier aus operiert die Luftwaffe zusammen mit den

fliegenden Einsatzleitern der Polizei.

Im mittleren Luftraum kreisen jeweils

zwei unbewaffnete PC-7; sie sind bereit,

im Falle eines unerlaubten Einflugs

in die eingeschränkte Zone einzugreifen.

Erstmals überhaupt wird bei «ALCEO»

im untersten Luftraum das Verfahren des

Air Policing On Helicopter (APOH) angewendet.

Das APOH-Verfahren wird

gegenwärtig in der Schweiz eingeführt

und stammt aus Frankreich. Dort steht

in Paris während 365 Tagen rund um die

Uhr ein Geschwader

mit zehn Eurocopter

einsatzbereit, um den

Luftraum über Paris

zu schützen. An Bord

befindet sich jeweils

ein Schütze der Spezialkräfte

der Armée

de l’Air. Bei «ALCEO»

sind es Scharfschützen

der Spezialkräfte

der Schweizer Armee. Sie haben im

eingeschränkten Luftraum den Auftrag,

gegenüber langsam fliegenden Objekten

wie beispielsweise Helikoptern oder Ultraleicht-Flugzeugen

nötigenfalls zu intervenieren.

Zudem stellt die Schweizer

Luftwaffe zu Gunsten der Kantonspolizei

Basel-Stadt die Konvoi-Transporte

und VIP-Begleitungen von völkerrechtlich

geschützten Personen aus der Luft

sicher.

Luftpolizeidienst: Training eines Abfang -

manövers durch eine F/A-18 Hornet,

hier unbewaffnet (Symbolbild). Bilder: VBS

Partnerschaftliche

Zusammenarbeit

Auch ein Verbindungsmann der Kantonspolizei

Basel-Stadt hat sich im AOC

Dübendorf einquartiert. Er bildet das

Bindeglied zwischen der Gesamteinsatzleitung

der Polizei und der Luftwaffe.

Namentlich unterstützt er die taktische

Entscheidungsfindung, tauscht sich regelmässig

mit der nachrichtendienstlichen

A2-Zelle sowie mit den Kollegen der deutschen

und französischen Polizei aus. Deren

Aufgabe ist es, zusammen mit dem CAD

in der EZ LUV, die grenzüberschreitende

Koordination der Luftverteidigung sicherzustellen.

Um sich selbst ein Bild dieser

engen Zusammenarbeit machen zu kön-

Divisionär Bernhard Müller, welches Fazit

ziehen Sie aus dem Einsatz «ALCEO»?

Die Luftwaffe hat ihren Auftrag erfüllt und

die angewendeten Verfahren haben sich

bewährt. Auch die enge Zusammenarbeit

mit den deutschen und französischen Kol -

legen sowie der umfassende Luftwaffenverbund

zwischen Boden und Luft funk tio -

nierten einwandfrei. «ALCEO» war insbe son -

dere bezüglich der Operationen in einem

äusserst komplexen Luftraum im Dreiländereck

ein sehr anspruchsvoller Einsatz.

Welche Konsequenzen ergaben sich aus

der sehr anspruchsvollen Wetterlage?

Der Einsatz war durch eine hartnäckige

Hochnebellage gekennzeichnet, welche

sich jeweils zu Bodennebel entwickelt hat.

Dies beeinträchtigte die fliegerischen Operationen

sehr stark und führte kurzfristig zu

Planänderungen. So musste beispielsweise

aufgrund des Wetters ein VIP-Transport abgesagt

werden. An dieser Stelle ist zu erwähnen,

dass unsere Eventualplanungen umfassend

waren und sich durchwegs bewährt

haben. Gleichzeitig verlangte diese Situation

aber auch eine äusserst hohe Flexibilität

seitens der involvierten Flugplatzkommandi.

Abschliessend sei gesagt, dass der

Flugbetrieb angesichts dieser speziellen

Wettersituation nur dank dem Flugplatz Sion

aufrechterhalten werden konnte.

Welche Bedeutung hat der Einsatz «ALCEO»

aus Sicht der Luftwaffe?

Solche Konferenzschutz-Einsätze dienen

unter anderem zur Verifikation von Konzepten

sowie Prozessen und fördern die grenzüberschreitende

Zusammenarbeit. Sie

geben aber auch Anstoss für Innovationen

bezüglich taktischer Führung, für

die Entwicklung von Einsatzverfahren und

neuer Fähigkeiten wie beispielsweise das

Air Policing On Helicopter im Luftpolizeidienst.

Erstmals gelang es uns damit, auch

den Helikopter als Mittel gegen langsam

fliegende Flugobjekte einzusetzen. Einsät -

ze wie «ALCEO» sollen zudem das Zusammenwirken

und die Ausrichtung aller Fähigkeiten

in der Luft auf ein Ziel ausrichten

und damit die Sicherheit eines Grossanlasses

wie die OSZE-Ministerratstagung

durch die Luftwaffe garantieren.

An dieser Stelle danke ich allen Luftwaffen-Angehörigen

für den gezeigten Willen

zur umfassenden Auftragserfüllung und

gratuliere zum Erfolg.

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

39


Jubiläumsshow

17.–25. Juli 2015

Tickets

www.baseltattoo.ch

+41 61 266 1000

und Ticketcorner

nen, besuchte der Stellvertreter des Kommandeurs

Zentrum Luftoperationen, Br

Bernhard Schulte, das AOC. Beeindruckt

war er insbesondere von der Symbiose, wie

er sagte, zwischen Profi- und Miliz-Armeeangehörigen.

Nebel erschwert Operationen

Nebel dominiert auch auf dem Luftwaffen-Nachrichtenposten

in Hofstetten.

Eigentlich würde man von hier direkt auf

die An- und Abflugschneise der Pisten 15

bzw. 33 des Flughafens Basel-Mulhouse

sehen. Doch zurzeit können ausschliesslich

Horchmeldungen abgesetzt werden.

Die aktuelle Wetterlage lässt es nicht zu,

Luftfahrzeuge wie üblich bis 2000 Meter

über Grund zu identifizieren. Einzig die

Flugrichtung ist auszumachen, nicht aber

der Flugzeugtyp – eine anspruchsvolle

Aufgabe. Eingespeist werden die Meldungen

via DIDATU-System (Digitale Daten

Übermittlung) ins FLORAKO, was für

das militärische Radarsystem steht. Die

Be obachtungsmeldungen der verschiedenen

Nachrichtenposten im Raum Basel

tragen somit zum verdichteten Luftlagebild

bei. Für den CAD eine äusserst wertvolle

Ergänzung, nebst den Informationen

aller anderen Beteiligten innerhalb

des gesamten Luftwaffen-Sensorverbunds.

In Basel, auf einem Fussballfeld beim

Stadion St. Jakob, befindet sich der Helikopterlandeplatz.

Es ist ein beeindruckendes

Dispositiv, inmitten der Stadt. Hier

treten Polizei und Luftwaffe ihren gemeinsamen

Einsatz an. Schulter an Schulter

Kurz vor Briefing: Divisionär Bernhard Müller,

Chef Einsatz Luftwaffe (rechts), im Gespräch

mit Oberst i Gst Peter Bruns, Chef AOC.

bilden die Helikopter-Crews und die fliegenden

Einsatzleiter (FEL) der Polizei ein

eingespieltes Team. Die gesamte Umzäunung

ist mit Sensoren ausgerüstet. Wird

versucht, auf das temporär militärische

Gelände einzudringen, löst dies sofort

Alarm aus. Interveniert wird dann durch

die Inf Kp 19/1, unterstützt durch Hundeführer

mit speziell ausgebildeten Wachhunden.

Zusätzlich sind an allen neu -

ralgischen Punkten des Tagesstandortes

Basel Passiv-Infrarot-Kameras installiert.

Tag und Nacht werden sämtliche Bewegungen

auf dem Areal überwacht.

Fliegerabwehr mit Stadt-Flair

In Riehen geht es nach rund eintägiger

Aufbau- und einwöchiger Vorbereitungszeit

nun für die einsatzerfahrene, rund

30-köpfige Truppe darum, sich für den

scharfen Schuss bereitzuhalten. Der Kanonier

bringt seine allwettertaugliche Flab

Kanone 63/12 in Stellung. In zwei Schichten

sind die Geschütze rund um die Uhr

besetzt.


Oberstlt

Christian Trottmann

C Komm Stab Kdo Ei LW

Zürich Tourismus

8180 Bülach

Hauptsponsoren


Luftwaffe

Brevetierung der Pilotenklasse 08

Zwölf neue Militärpiloten wurden nach Absolvierung eines

strengen Auswahlverfahrens und einer fünfjährigen Ausbildung

im Rahmen einer würdigen Feier in Weggis brevetiert.

Jürg Studer, Redaktor ASMZ

Oberleutnant Kneubühler erhält das Pilotenbrevet.

Am 9. Dezember 2014 begrüsste der

Kommandant der Pilotenschule der Luftwaffe

85 (Kdo Pil S 85) die Anwesenden

der Brevetierungsfeier mit den Worten:

«Träume haben Flügel». Er erinnerte daran,

dass für die heutigen Pilotenanwärter

der Besitz eines eigenen Flugzeuges

nicht mehr vorteilhaft wirke, wie dies

vor 100 Jahren der Fall gewesen sei. Fliege

risches Talent, Kapazität zur Bewäl -

tigung der Informationsflut,

Fle xi bilität und überdurchschnittliches

räum li -

ches Vorstellungsvermögen

seien Voraussetzung zum Bestehen

der fünf Jah re dauernden

Ausbildung. Leider

hätten trotz vorgängigem,

strengem Auswahlverfahren

vier Anwärter die Ausbildung

nicht vollenden können.

Er sei aber beeindruckt

von deren menschlicher

Grösse, sie seien alle vier anwesend,

um ihren Kameraden

die Ehre zu erweisen.

Die zwölf erfolgreichen Pilotenanwärter

hätten im

Lauf ihrer Ausbildung etwa 700 Flugstunden

auf PC-7 und PC-21 oder auf EC-

635 absolviert und er danke allen, welche

zum Gelingen der Ausbildung beigetragen

hätten. Er übergebe nun mit gutem

Gefühl zwölf frischgebackene Militärpiloten

dem Chef Einsatz Luftwaffe (C Ei LW),

auf dass dieser sie weiter ausbilden lasse

und in den Fliegerstaffeln einsetze.

Nach einem Zwischenspiel des Brass

Quintetts der Militärmusik RS 16-3, welche

den gesamten Anlass musikalisch untermalte,

übergab der Kdt Pil S 85 den

zwölf frischgebackenen Militärpiloten das

Pilotenbrevet.

Der C Ei LW, Div Bernhard Müller,

erwähnte, dass vor 100 Jahren bereits der

erste Kdt der Fliegertruppen, Hptm i Gst

Theodor Real zusammen mit seinem

Cheffluglehrer Oskar Bider aus etwa 50

Kandidaten die geeignetsten acht Piloten

für die Gründung der Luftwaffe ausgelesen

habe. Die Selektionskriterien hätten

sich seither auf Grund der technologischen

Entwicklung verändert, aber man

suche immer noch nach den Besten. Das

Jahr 2014 hätte der Luftwaffe Licht und

Schatten gebracht. Trotz der verlorenen

Gripen-Abstimmung hätte die Luftwaffe

aber die gestellten Anforderungen erfüllt

und erfolgreich unter anderem die teilweise

gleichzeitig stattfindenden Einsätze

ABACO, ALPA ECO und ALCEO unterstützt.

Die Brevetierung der Pilotenanwärter

sei ein Zeichen des Vertrauens,

bedeute für diese aber auch eine Verantwortung

zur Auftragserfüllung bei gleichzeitiger

Risikobeurteilung. Er erwarte Lo -

yalität und Einsatz zu Gunsten des Landes

und wünsche allen bei der folgenden

Umschulung auf F/A-18 oder Super Puma

viel Erfolg.

Der Nidwaldner Landamman Res

Schmid erinnerte sich an seine eigene

Super Puma und PC-7 TEAM

im gemeinsamen Anflug.

Bilder: ASMZ

Brevetierung zum Militärpiloten vor genau

35 Jahren und versprach den Jung -

piloten ein anforderungsreiches, interessantes

Berufsleben. Sie würden eine anspruchsvolle

und edle Aufgabe in Angriff

nehmen, welche viel Kraft und Engagement

erfordere. Auch als Profis seien sie

Teil einer immer kleiner werdenden Milizarmee.

Er werde sich dafür einsetzen,

dass diese die nötigen Voraussetzungen,

wie fundierte Ausbildung und vollständige

Ausrüstung zur Erfüllung ihres ver fas -

sungsmässigen Auftrages erhalte. Im Krisenfall

seien 5 Mia. CHF und 100000

Mann ungenügend und man habe in der

jüngsten Vergangenheit gesehen, wie rasch

sich eine Krise entwickeln könne.

Nach seinem Schlusswort dankt der

Kdt Pil S 85 den brevetierten Piloten und

den Fluglehrern für ihr Engagement und

erinnert die frischgebackenen Militärpiloten

daran, dass die Ausbildung weiter

gehe, sie sei nie zu Ende. Er lud die Anwesenden

anschliessend ein, den Darbietungen

des Super Puma Displays und des

PC-7 TEAM beizuwohnen. ■

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

41


Höhere Kaderausbildung

Wehende Tüchlein, nasse Augen,

tieftraurige Gesichter

Der Traditionsanlass der HKA vom 2. Dezember 2014 war der Schweizer

Armee im Ersten Weltkrieg gewidmet. Im Gedenken an 1914 beleuch -

teten die Referenten einerseits die Generalswahl, die Mobilmachung

und den Aufmarsch, anderseits das Geschehen aus Sicht der Truppe –

und nicht zuletzt die Reaktion der Bevöl kerung angesichts ihrer

abmarschierenden Soldaten. Der Titel drückt aus, was die Appenzeller

Truppen auf ihrem Marsch nach St.Gallen erfahren haben.

Michael Arnold, Stv. Chefredaktor ASMZ

Das Erinnerungsjahr 2014 ist rasch

verflogen, so wie die anfänglichen Pläne

der kriegführenden Mächte von 1914.

Bereits stehen wir in der Schweiz vor dem

vierfachen Erinnerungsjahr 2015. Der

Umgang damit gestaltet sich nicht ohne

Reibungsflächen. Die offizielle Schweiz

tut sich eher schwer damit. Nicht zu übersehen

ist, dass zwischen der eigentlichen

Bedeutung der Ereignisse und der Erinnerung

an diese oftmals gröbere Differenzen

bestehen. Jede Generation ist aufgerufen,

sich damit zu befassen und den

wahren Kern herauszuschälen. Die Suche

nach der historischen Wahrheit ist

dabei genauso wichtig wie das Vorbeugen

gegen anmassende Deutungshoheit

oder Vereinnahmungen aller Art. Richtig

verstandene Erinnerungskultur blendet

nichts aus, weder Unangenehmes, noch

den einfachen betroffenen Menschen.Verstehen,

Mitgefühl und Dankbarkeit angesichts

der Leistungen früherer Generationen

müssen uns wieder mehr aufrütteln.

Denn die Zukunft, die morgen Vergangenheit

sein wird, haben wir zu meistern.

Auch uns wird man dereinst daran messen.

Ein Krieg, den niemand wollte

Viele lesenswerte historische Werke

sind zum 100. Gedenken an den Ausbruch

des Ersten Weltkriegs geschrieben

worden. Führende Politiker und Militärs

werden zum Beispiel mit «Schlafwandlern»

verglichen, unfähig die heraufziehende

Katastrophe zu erkennen oder ihr

Einhalt zu gebieten. Und auch vom Fatum

der «Mobilmachung» ist die Rede,

die einmal ausgelöst eine weitgehend politisch

nicht mehr steuerbare militärische

Kettenreaktion auslöste. Der Generalstabschef

der Schweizer Armee, Theophil

Sprecher von Bernegg, hat schon

zehn Jahre vor 1914 vorausgesehen, wie

sich ein Krieg um die Schweiz herum abwickeln

würde – und er hat grundsätzlich

richtig disponiert. Dankbar erinnert sich

die Eidgenossenschaft an ihn, steht seine

Büste doch in der Eingangshalle des Bundeshauses

Ost neben jenen der Generäle.

Kein ursprünglicher Plan der Kriegführenden

ging in Erfüllung, weder im Westen,

noch im Osten. Die Armeen vom

August 1914 waren Ende Jahr grossenteil

ruiniert, festgefahren und in einen Abnützungskrieg

mit ungewissem Ausgang

geworfen worden. Es kam eben anders,

unvorstellbar für die meisten, doch vorausgesagt

von nicht Wenigen, z.B. vom

polnischen Industriellen Jan Bloch: ein

rücksichtsloser, industriell und total geführter

Krieg, der in vier Jahren ganze Landstriche

nachhaltig verwüstete, die interna-

Abmarsch des Appenzeller

Landwehr-Bataillons 161

Nach dem Einrücken am Dienstag, 4. August,

in Teufen und der Vereidigung am

Folgetag durch Landammann Johann

Jakob Tobler marschierte das Bataillon

am Donnerstagmorgen bei strömendem

Regen nach St.Gallen zum Bahnverlad

ab. «Wehende Tüchlein, nasse Augen,

tieftraurige Gesichter an allen Fenstern.

Stumm, ernstgestimmt, stampft – Takt –

Takt – eine Kompanie um die andere

waffenklirrend vorüber», so die Erin ne -

rung des Gefreiten Schwalm aus Heris -

au. Der Einsatz führte die Männer nach

Zernez, von wo aus sie zur Bewachung

der italienischen und österreichischen

Grenze im Gebiet Ofenpass – Münstertal

eingesetzt wurden.

Quelle: vgl. Bildlegende nebenan

tionalen Kräfteverhältnisse zerrüttete und

17 Millionen Soldaten und Zivilisten das

Leben kostete. Nein, diese «Urkatastrophe»

konnte niemand aus Vernunft bewusst

anstreben, erst recht nicht ihre Weiterführung

bis 1945 mit dem desaströsen

Ende durch die beiden Atombomben.

Ein General,

den man nicht wählen will

Dr. Michael Olsansky, Dozent für Militärgeschichte

der Militärakademie an der

ETH, sprach detailliert über die Umstände

der Generalswahl vom 3. August 1914,

zwei Tage nach der Ausrufung der Allgemeinen

Kriegsmobilmachung. Staunend

müssen wir zur Kenntnis nehmen, wie

Bundesrat und Parlament, das eigentlich

zu wählen hatte, in der Stunde der Not

uneinig sind. Ja, wie der Bundesrat es

über verschiedene Wege fertig bringt, die

fast sichere Wahl Theophil Sprechers zugunsten

von Ulrich Wille zu kippen. Messerscharf,

fast wie in einem Kriminalroman,

ging der Referent dem «Wahlpoker»

nach, der schliesslich mit dem Verzicht

Sprechers und der Wahl Willes um

20 Uhr dieses Tages endete. Einiges, was

sich zwischen Bundeshaus und Alpenstrasse

29 in Bern, dem Wohnsitz Sprechers,

abgespielt hat, liegt bis heute im

Dunkeln. Der Generalstabschef schwieg

sich darüber vornehm aus.

Die neue Mobilmachungsverordnung

vom 1. April 1914 bewährte sich bestens.

Sprecher sorgte für eine automatisierte

und dezentralisierte Mobilmachung mit

Korpssammelplätzen, erstmals neben

Sturmläuten und Ausrufung auch mit öffentlichen

Mobilmachungsplakaten und

-zetteln in den Dienstbüchlein der Sol -

daten. Nach Drehbuch der Mobilmachungssektion

musste innert fünf Tagen

42

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Höhere Kaderausbildung

die Marschbereitschaft erreicht werden

und innert weiteren vier Tagen der Aufmarsch

abgeschlossen sein. Eine unglaubliche

Leistung für eine Milizarmee mit

238000 Mann und 75000 Pferden. Gedeckt

von den 256 Landsturmkompanien

Vereidigung des Appenzeller Lw Bat 161 am 5. August 1914

vor dem Zeughaus Teufen (Thomas Fuchs, Mobilmachung

am 4./5. August 1914, Tüüfner Poscht, 8/2014, S.26–27).

bezog die Armee zuerst eine Mobilmachungsaufstellung,

aus der heraus ab dem

12. August eine Konzentration der Kräfte

im Nordwest-Abschnitt der Schweiz erfolgte,

die mehr oder weniger den ganzen

Krieg hindurch bestehen blieb.

Eine Truppe,

die ins Ungewisse marschiert

Dr. Walter Troxler, Bibliothekar der Militärakademie

an der ETH, tauchte die

Zuhörer in die Welt der mobilisierten

Milizsoldaten ein. Am Beispiel des Luzerner

Seetaler Füsilier Bataillons 44 zeigte

er das Einrücken, die Dislokation und

den bald eintretenden Dienstalltag auf.

Bei allen Truppengeschichten fällt immer

wieder der Ernst der Vereidigung auf –

und die Betroffenheit der Bevölkerung,

die von ihren Männern Abschied nehmen

musste. Die 44er marschierten mit vier

Kompanien und einem Sollbestand von

927 Mann, 19 Fuhrwerken und 50 Pferden

im Rahmen der Infante rie bri ga de 10

auf der Luzerner Allmend

vorbei am Brigadekommandant,

den

Behörden und der Bevölkerung.

Ein bewegender

Moment für

al le. Per Eisenbahn

ging’s dann nach Liestal

und zu Fuss weiter

über den Gempen in

den Einsatzraum Reinach.

Nach dem ersten

Einsatz im Baselbiet

mussten die 44er nochmals

sechsmal während

des Krieges einrücken:

Saigne légier, Laufen,

Delsberg, Vallon de St

Imier, Luzern (Streik),

Zürich (Streik).

Die rund 600 Diensttage prägten die

Männer. Immer wieder mussten lange

Märsche bewältigt werden mit 25–30 km

Tagesleistung. Nach dem Ausbau der Stellungen

traten längere Ablösungsdienste

ein, auch Monotonie, die sich nebst dem

Essen auch im endlosen Üben von Taktschritt,

Gewehrgriff und Schiessen niederschlug.

Bei letzterem galt noch der Grundsatz,

dass die Feuerwirkung die beste Deckung

sei… General Wille besuchte die

Luzerner Truppe mehrmals, so auch am

14. Oktober 1914 als Fortifikationswache

auf dem Hauenstein. Oft wird er als

«freundlich dankend» beschrieben. Nicht

zu vergessen: Wichtiger als der General

vor Ort war für die Truppe ihre «Gilberte»;

nicht jene von Courgenay, sondern

die Georgette von Saignelégier.

Eine Armee,

die 1918 anders dastand

1914 rückten die Füsilier Bataillone nur

mit ihren Gewehren und Bajonetten als

Waffen ein. Die Maschinengewehre befanden

sich in den Mitrailleurkompanien

Stufe Division, die Handgranate wurde

erst 1917 breit eingeführt. General Wille

gestand in seinem Bericht über den Aktivdienst

ein, «dass ein Krieg im August

1914 das frühere oder spätere Versagen

vor dem Feinde gebracht hätte». Doch

man lernte rasch dazu, denn zu überwältigend

waren die einschlägigen Erfahrungen

an den Kriegsfronten. Die Uniform

wechselte die Farbe auf das diskretere Feldgrau,

ein Stahlhelm schützte den Kopf,

die Feuerkraft nahm stetig zu, eine Fliegertruppe

wurde gebildet usw. – und die

Taktik passte sich an.

Als Korpskommandant Wildbolz am

20. August 1916 einen Sturmangriff der

44er mitverfolgte, bei welchem offenbar

Maschinengewehre und Handgranaten

zum Einsatz kamen, sah er ein neues

Kampfbild. Grenadiere als Sturmtrupps

ausgerüstet, geschickt die Gräben als Deckung

ausnützend, wirkten mit modernen

Waffen auf feindliche Ziele. Beim

Angriff stürmten Elemente von Bodenwelle

zu Bodenwelle, nutzen diese als

Deckung, wurden dabei durch Feuer unterstützt,

und erneuerten ihren Angriff

bis zum Ziel. Es war klar, dass auch die

Schweiz ihre Anstrengungen verstärken

und auf die modernen Verhältnisse aus -

legen musste. Die Schweizer Armee von

1918 war wie jede andere Armee anders

geworden im Krieg, doch zwei Faktoren

blieben gleich: das grosse Potenzial der

Milizarmee und die anfängliche Schwäche,

die sich aus ihrer mangelnden Bereitschaft

ergibt. Das sollte 1939 nicht

anders sein.


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Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

43


Internationale Nachrichten

Koalitionspolitiker

wollen mehr

Kampfmittel für das Heer

Mit Bezug auf die Ukraine-

Krise und die seit einiger Zeit

feststellbare russische militärische

Aufrüstung verlangen diverse

deutsche Sicherheits- und

Verteidigungspolitiker deutlich

mehr Kampfmittel für die

Heerestruppen. Verlangt werden

vor allem wesentlich mehr

Kampf- und Schützenpanzer.

Die im Zusammenhang mit

der laufenden Bundeswehrreform

angestrebte Höchstzahl

von 225 Kampfpanzern «Leopard2»

und 190 Radschützenpanzern

GTK «Boxer» seien an -

gesichts der aktuellen Sicher-

Deutschland

GTK «Boxer» hat sich zusammen mit der neu en

Kampfausrüstung «Gladiator» im Einsatz in

Afghanistan bewährt. Bild: Rheinmetall

heitslage nicht mehr angemessen.

Zudem sollten die vorhandenen

Kampfpanzer modernisiert

und ein Entwicklungsprogramm

für einen «Leopard 3»,

respektive eine neue Generati -

on von Kampffahrzeugen aufgelegt

werden. Hinter den Kulissen

wird auch bereits über

eine mögliche deutsch-franzö

sische Zusammenarbeit bei

der Entwicklung eines neuen

Kampffahrzeuges (Nachfolger

für die heute im Einsatz stehenden

Kampfpanzer)

spekuliert. Dabei

ist zu vermerken,

dass der französische

Kampffahrzeughersteller

Nexter

und das deutsche

Rüstungsunternehmen

KMW

(Kraus Maffei Wegmann)

bereits im

letzten Jahr eine

Li aison eingehen

wollten.

Die Abgeordneten des deut -

schen Verteidigungsausschusses

setzen sich zudem für eine

rasche Beschaffung weiterer

Sets moderner persönlicher

Ausrüstung des Systems «Infanterist

der Zukunft» ein.

Das System «Gladi ator» für

die Kampftruppen, mit dem

bisher primär die Soldaten in

Afgha nistan ausgerüstet wurden,

beinhaltet unter anderem

Komponenten für einen

besseren Schutz, moderne Be -

obachtungs- und Nachtsichtmittel,

neue Funk- und Elektronikgeräte

sowie moderne

Kampfbekleidung.

Bisher können lediglich 600

Soldaten mit der neuen Ausrüstung

ausgestattet werden.

Frankreich

Schweden

Beschränkte

Einsatzfähigkeit

der Streitkräfte

Die ständigen Militäreinsätze

der französischen Streitkräfte

haben ihren Preis. Im Bericht

des französischen Rechnungshofes

(Cour des Comptes),

der im Herbst letzten Jahres

erschienen ist, wird Zustand

und Instandhaltung bei den

Mitteln aller Teilstreitkräfte kritisiert.

Demnach soll heute nur

knapp die Hälfte der Flugzeuge

der französischen Luftwaffe

einsatzbereit sein. Ein Flugzeug

gilt als einsatzbereit, wenn es

innerhalb von sechs Stunden

eingesetzt werden kann. Im

Jahre 2008 lag die Einsatzbereitschaft

bei den Luftfahrzeugen

der Luftstreitkräfte noch

bei 60 Prozent, inzwischen ist

sie auf 41 Prozent gesunken.

Besonders dramatisch ist die

geringe Bereitschaftsrate bei

den Kampfhelikoptern «Tigre»

sowie bei den Transportflugzeugen,

die durch die laufenden

Einsätze in Afrika stark beansprucht

werden.

Auch bei den Kampfmitteln

des Heeres sieht die Situation

Die laufenden Truppeneinsätze in Afrika haben negative Auswirkungen

auf die Einsatzbereitschaft der französischen Streitkräfte (Abbildung:

Schützenpanzer VBCI in Mali).

Bild: Autor

nicht viel besser aus. Die staatlichen

Rechnungsprüfer weisen

darauf hin, dass die Einsatzbereitschaft

bei den geschützten

und gepanzerten Fahrzeugen

bei etwa 60 Prozent liegt. Früher

lag diese Rate in der Regel

bei über 80 Prozent. Unterdessen

häufen sich auch die Beschwerden

aus der Truppe. So

berichten Soldaten, die in Ma -

li und der Zentralafrikanischen

Republik eingesetzt sind, anonym

über den täglichen Kampf

mit veralteten Einsatzfahrzeugen.

Auch der abgelöste Generalstabschef

des Heeres, General

Ract-Madoux, beschwerte

sich öffentlich über den

Zustand der militärischen Bewaffnung

und Ausrüstung.

Dabei investiert heute die Armée

de Terre mehr Geld als

je zuvor für Wartung und Unterhalt

des Wehrmaterials.

Diese Kosten sind von 4,5

Mrd. Euro im Jahr 2000 auf

6 Mrd. im Jahre 2013 ge -

stiegen. Die Verteidigungsausgaben

sollen aber auch in

diesem Jahr mit 31,5 Mrd.

Euro auf dem etwa gleichen

Niveau wie im Vorjahr beibehalten

werden.

Beschaffung von

deutschen Luftverteidigungssystemen

Die schwedische Armee beschafft

das in Deutschland

durch die Firma Diehl entwickelte

Luftverteidigungssystem

«IRIS-T SLS» (IRIS-T Surface

Luftverteidigungssysteme

«IRIS-T» für das schwedische

Heer

Bild: Diehl

Launched Short Range). Diese

Waffe unterscheidet sich

vom System «IRIS-T SLM»

nur durch den Lenkflugkörper.

Während das System SLS die

unveränderte Luft-Luft-Lenk-

44 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Internationale Nachrichten

waffe «IRIS-T» nutzt, ist der

für das «Medium Range System»

entwickelte Lenkflugkörper

eine leistungsgesteigerte

Version. Er zeichnet sich aus

durch Senkrechtstart für 360

Grad Rundumverteidigung.

Zielaufschaltung des IR-Suchkopfs

während des Fluges nach

Zieleinweisung durch das bodengestützte

Führungs- und

Feuerleitsystem. Das LV-System

«IRIS-T» erlaubt dabei

die gleichzeitige Bekämpfung

mehrerer Ziele selbst in kürzester

Entfernung dank extrem

geringer Reaktionszeiten. Als

weiterer Vorteil ist zu nennen,

dass «IRIS-T SLM» nur 10 Minuten

bis zur Einsatzbereitschaft

nach Einfahrt in die Stellung

braucht. Ein Nachladevorgang

dauert nur etwa 15 Minuten;

das System bietet einen

Rundumschutz bis 40 km Radius.

Das LV-System wurde

modular und plattformunabhängig

aufgebaut, um sich einfach

und schnell in jeden geeigneten

Fahrzeugtyp integrie -

ren zu lassen. Auf standardisierten

Containerrahmen eingebaut

und somit unabhängig

vom Trägerfahrzeug lässt

es sich einfach im Luft-, Seeoder

Landtransport verlegen.

Es ist sowohl mit Transportflugzeugen

C-130 «Herkules»

als auch mit der neuen A400M

luftverlastbar.

Neue schiffgestützte

Marschflugkörper

Das amerikanische Unternehmen

Raytheon wird im Jahre

2015 sowohl die US Navy

als auch die britische Royal

Navy mit Cruise Missiles der

nächsten Generation, mit «To -

mahawk Block IV» ausrüsten.

Marschflugkörper vom Typ

BGM-109 «Tomahawk» werden

seit Jahren von Überwassereinheiten

und von U-Booten

gegen hochwertige und

stark verteidigte gegnerische

Ziele über Distanzen von bis

zu 2000 km eingesetzt. Bei

bisher mehr als 2000 Kampfeinsätzen

und über 500 erfolgreichen

Flugtests haben

sich diese Marschflugkörper

in diversen Konflikten als äusserst

zuverlässiges und effek -

tives Waffensystem erwiesen.

Die «Tomahawk Block IV»

zeichnen sich durch Weiterentwicklung

beim Lenksystem und

durch die Einsatzmöglichkeit

USA/Grossbritannien

Einsatz eines «Tomakawk»-Marschflugkörpers

von einem US-Kriegsschiff. Bild: US Navy

neuer leistungs -

fähiger Gefechtsköpfe

aus. So können

die Block IV-

Flugkör per mittels

einer 2 Wege-

Sa tel litenverbin -

dung auf ein anderes

Ziel oder

auf eines von bis

zu 15 eingespeicherten

Alternativ-Ziele

um pro -

grammiert werden.

Der «Tac ti -

cal Tomahawk» kann wahlweise

mit einem Splitter- oder

Penetrationsgefechtskopf oder

auch mit einem Bomblet-Gefechtskopf

bestückt werden.

Zudem sind bei den US-Streitkräften

Hinweise auf die Verwendung

von HPM Ge fechts -

köpfen (High Power Microwave)

vorhanden, die zur Aus -

schaltung gegnerischer Führungseinrichtungen

und Elektronikkomponenten

gedacht

sind.

Im Jahre 2014 wurden von

diversen US-Schiffen «To ma -

hawk»-Marschflugkörper gegen

Ziele in Syrien (Einrichtungen

des IS) eingesetzt.

Je nach Ausführung kostet

ein Marschflugkörper «Toma -

hawk» heute zwischen 500000

und einer Million US Dollar.

Bei der laufenden Entwicklung

der Version «Block V»

soll mit neuen Produktionsmethoden

und Modulbauweise

die Produk tionskosten deutlich

gesenkt werden.

USA

Russische Helikopter

für Spezialeinsätze

Gemäss Berichten aus dem

Pentagon stehen heute in diversen

US-Teilstreitkräften sowie

auch bei amerikanischen

Nachrichtendiensten über 50

russische Mehrzweckhelikopter

der Typen Mi-8 und Mi-17

«HIP» in unterschiedlichen Varianten

im Einsatz. Diese He -

likopter werden gemäss eigenen

US-Angaben vor allem für

verdeckte Operationen in Ländern

und Regionen genutzt,

die mit amerikanischen Helikoptertypen

wegen Identifikations-,

respektive Entdeckungsgefahr

nicht zugänglich wären.

Die Hauptaufgabe dieser He-

Verschiedene Versionen des russischen

Mehrzweckhelikopters Mi-8/17 werden

durch amerikanische Spezialtruppen und

Nachrichtendienste genutzt. Bild: Autor

likopter besteht darin, die am

Boden operierenden Spezialeinheiten

zu unterstützen, wobei

das Einsatzspektrum von

Lufttransport über Nachschub,

Überwachung und Sicherung

bis zur Evakuierung eigener

Truppen reicht. Da die verschiedenen

Versionen der Mi-

8/17 «HIP» weltweit in vielen

Staaten einen gewohnten Anblick

darstellen, wird den US-

Truppen und den Nachrichtendiensten

ein unerkannter

Einsatz ermöglicht.

Als Betreiber dieser HIP-

Helikopter fungieren private

Unternehmen, die offiziell keine

Verbindung zu den US-Behörden

aufweisen. Der Anstrich

der Helikopter ist sehr unterschiedlich;

Tarnfarben finden

ebenso Verwendung wie Designs,

die den Helis lo kaler Betreiber

vor Ort ähnlich sind.

Hoheitszeichen fehlen und

auch die fiktiven Registrierungsnummern

lassen

keinerlei Rückschlüsse

auf die Herkunft

der Fluggeräte

zu. Die von US-

Truppen genutzten

verschiedenen Versionen

der Mi-8/17

sind aber grösstenteils

mit moderner

Avionik nachgerüstet

worden und die

Cockpits sind einheitlich

mit west -

licher Technologie

ausgestattet, was den Piloten die

Bedienung erleichtert. Zudem

sind die meisten der in den USA

eingesetzten «HIP»-Helikopter

mit zusätzlichen Schutzmassnahmen

ausgestattet.

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

45


Internationale Nachrichten

USA

Modernisierung von

Atomwaffen in Europa

Die US-Streitkräfte un -

terhalten im europäischen

NATO-Raum rund 180 taktische

Atomwaffen vom Typ

B61. Sie sind heute auf Standorte

in fünf verschiedenen

Bündnisstaaten, darunter auch

die Türkei stationiert. Die

Sprengkraft der nuklearen Gefechtsköpfe

ist variabel und beträgt

bis zu 340 Kilotonnen.

Im Rahmen der laufenden allgemeinen

Modernisierung des

amerikanischen Nuklearwaffenarsenals

sollen auch die

Bomben vom Typ B61 nachgerüstet

werden. Die Kosten

werden insgesamt auf etwa 10

Mrd. US Dollar geschätzt. Im

Rahmen dieser Modernisie-

Die Atombomben vom Typ B61 sollen modernisiert und weiterhin in Europa

stationiert bleiben.

Bild: US Air Force

rung wird die Freifallbombe

B61 durch die Nachrüstung

mit einem Heckaufsatz zu einer

Präzisionsbombe mo difiziert.

Der konventionelle Sprengsatz

der Bomben, der zur Auslösung

der eigentlichen Kernreaktion

notwendig ist, wird ausgetauscht,

um die Sicherheit

und Zuverlässigkeit weiterhin

zu gewährleisten. Die Zünder

werden ebenfalls durch neuste

Elektronik ersetzt, vor allem

um die Gefahr einer Aktivierung

der Bomben durch Unbefugte

zu reduzieren.

Umstritten ist allerdings weiterhin

die Frage, ob die modernisierten

A-Waffen

weiterhin in Eu -

ropa stationiert bleiben

oder auf Stützpunkte

in den USA

verlegt werden sollten.

Seit der russischen

Aggression in

der Ukraine wird al -

lerdings seitens europäischer

Bündnispartner

der Abschreckungswert

dieses in

Europas stationierten

Kernwaffenarsenals wieder

hervorgehoben. Auch diverse

US-Verteidigungsexperten raten

zu einem weiteren Verbleib

dieser Waffen in Eu ropa. Ein

Abzug würde in der aktuellen

Situation das absolut falsche

Signal an Russland aussen

den.

Gründe für die hohen

Verluste bei der Luftwaffe

Leichtes Erdkampfflugzeug Su-25 «Frogfoot.

Wie die Heerestruppen (sie -

he auch ASMZ Nr. 11/2014,

Seite 14) mussten die ukrainischen

Luftstreitkräfte im Verlaufe

der Kampfhandlungen

mit den russischen Rebellen in

der Ostukraine hohe Verluste

hinnehmen. Gemäss Angaben

des ukrainischen Verteidigungsministeriums

hatte die

Luftwaffe im Sommer/Herbst

2014 durch Abschuss über

der Ostukraine 10 Helikopter,

9 Kampfflugzeuge sowie

3 Transportflugzeuge (je eine

An-26, An-30 und Il-76) ver-

Ukraine

loren. Bei den Helikoptern

handelt es sich um 5 Mehrzweckheli

Mi-8 «Hip» und 5

Kampfheli Mi-24 «Hind»; bei

den Kampfflugzeugen wurden

6 Erdkampfflugzeuge Su-25

«Frogfoot», 2 MiG-29 «Fulcrum»

und 1 Su-24 «Fencer»

abgeschossen.

Als Gründe für die hohen

Verluste werden das mangelnde

Training der Piloten,

die fehlende

Erfahrung sowie

taktische Fehler

angegeben. Zudem

werden auch

die fehlenden Aufklärungs-

und nachrichtendienstlichen

Grundlagen angeführt

sowie die

Überalterung der

genutzten Flugzeuge

und Helikopter. So waren

die Piloten über die tech -

nische Bedrohung, das heisst

über die beim Gegner vorhandenen

Flab-Mittel zu wenig

informiert. Zudem stammt

ein Grossteil der heute von der

ukrainischen Luftwaffe ein ge -

Russischer Söldner mit Einmann-

Flab-Lenkwaffe SA-18 «Igla».

Bilder: Autor

Im Herbst 2014 übergab

der russische Rüstungskonzern

Almaz-Antey auf dem

Test- und Trainingsgelände

von Kapustin Yar zwei weitere

Luftverteidigungssysteme

des Typs S-400 «Triumf» an

die Luftverteidigungskräfte

(PVO). Gemäss eigenen Angaben

sind unterdessen bereits

acht Flab Regimenter

der russischen Streitkräfte mit

diesem neuen leistungsfähigen

BODLUV-System aus -

gerüstet. Die S-400 (NATO-

Bezeichnung SA-21 Growler)

sind vor allem für den Schutz

bedeutender Zentren und von

wichtigen Infrastruktureinrichtungen

in Russland vor -

gesehen. Die S-400 ist sowohl

zur Bekämpfung von hochfliegenden

Luftfahrzeugen als

auch von gegnerischen Marschflugkörpern

und ballistischen

Kurz- und Mittelstreckenraketen

befähigt. Ziele können

auf eine Distanz von bis zu

400 km und in einem Höhensetzten

Mittel noch aus So -

wjetzeiten und wurden in den

letzten 20 Jahren nur man -

gelhaft unterhalten und praktisch

nicht modernisiert. Gemäss

dem Kommandanten

der ukrainischen Luftwaffe ist

ein grosser Teil der Verluste

auf den Einsatz gegnerischer

MANPADS (Man Portable

Air Defence Systems) zurückzuführen

(siehe auch ASMZ

Nr. 10/2014, Seite 14).

Russland

Modernisierung

der Luftverteidigung

46 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Internationale Nachrichten

Das russische Luftverteidigungssystem S-400 «Triumf» wird

unterdessen auch zum Verkauf angeboten. Bild: Almaz-Antey

bereich bis 27 km bekämpft

werden. Mit dem neuen hochauflösenden

«phased-array-

Ra dar» soll auch die Bekämpfung

von Stealth-Flugzielen

möglich sein.

Die Belieferung der russischen

Luftverteidigung mit modernen

BODLUV-Systemen

schreitet in den letzten Jahren

rasant voran. Zum Schutz

des Nahbereiches wird unterdessen

jedem S-400-Regiment

mindestens eine Batterie des

taktischen Flab-Systems «Pant -

sir-S1» (siehe auch ASMZ

Nr. 12/2014, Seite 50) mit jeweils

sechs Feuereinheiten zugeteilt.

Gemäss Berichten der

Herstellerwerke Almaz-Antey

sollen bald auch erste Exporte

des Luftverteidigungssystems

S-400 erfolgen; im Vordergrund

stehen dabei Lieferungen

an die chinesischen Streitkräfte.

Russland

Rüstungsausstellung

Oboronexpo 2014

Die russische Rüstungsindustrie

hat im Herbst 2014 an

der Wehrmaterialausstellung

«Oboronexpo 2014» in Schukowski

bei Moskau nebst bisher

bekannten Typen auch einige

neue Waffen- und Ausrüstungssysteme

präsentiert.

An der bereits zum vierten

Mal durchgeführten «Obo -

ronexpo» werden vor allem

Rüstungsgüter für Landstreitkräfte

angeboten. Dabei haben

gemäss Angaben des russischen

Verteidigungsministeriums

im Okober 2014 etwa

220 Firmen und Institute aus

Russland ihre aktuellen Produkte

ausgestellt. Insgesamt

sollen gegen 100000 Besucher

die Rüstungsmesse besucht

ha ben. Trotz der westlichen

Sanktionen gegen

Russland waren

auch ei nige Firmen aus

Deutschland, Frankreich

und den USA

an der Messe vertreten.

Dazu kamen einige

wenige Aussteller

aus Algerien, Armenien,

China, Indien,

Weissrussland

und der Schweiz.

Von der gegenwärtig

sehr aktiven rus -

sischen Rüstungsindustrie

sind folgende

ausgestellte Waffen

und Systeme erwähnenswert:

Modernisierte Panzerhaubitze 152 mm 2S33 «Msta-

SM» ausgerüstet mit Ladehilfe hinten am Turm.

• Selbstfahrgeschütz 120 mm

2S31 «Vena»;

• Modernisierte Panzerhaubitze152

mm 2S33 «Msta-SM»;

• Prototyp des Selbstfahr -

ge schützes 120 mm 2S34

«Khosta»;

• Mehrfachraketenwerfer 122

mm «Tornado-G» mit integrierter

automatischer Zielerfassung;

• Neuste Modelle der Panzertypen

T-72B3, T-80U und

T-90M;

• Anti-Sabotage Schützenpanzer

BPDM «Typhoon-M»

(auf Fahrgestell BTR-82);

• Prototyp des neuen Radschützenpanzers

«Atom» mit

57 mm Kanone;

• Geschütztes Geländefahrzeug

«Toros»;

Im russischen Heer werde heute die Panzertypen T-80U (links), T-90M (rechts)

und modernisierte T-72B3 genutzt.

Bilder: Oboronexpo

Anti-Sabotage Schützenpanzer BPDM soll Truppen

bei Sondereinsätzen unterstützen.

• Panzerjäger «Chrisante ma-

S»;

• Neue Elektronikkomponenten

für Kampfausrüstung

«Ratnik»;

• Luftverteidigungssystem S-

400 «Triumf» (SA-21);

• Luftverteidigungssystem S-

300V (SA-12).

Im Weiteren wurden an

der Ausstellung auch weitere

Angaben zur Entwicklung

der neuen russischen Kampffahrzeugfamilie

«Armata» gemacht

(siehe auch ASMZ

Nr. 09/2014, Seite 17). Die

Entwicklungsarbeiten sollen

Ende 2015 abgeschlossen werden.

In der Folge sollen erste

Prototypen des neuen Kampfpanzers,

der neuen Panzerhaubitze

2S35 «Koalitsiya»

sowie vom Kampfschützenpanzer

«Kurganez-25» für erste

Truppentests zur Verfügung

stehen.

Hans Peter Gubler,

Redaktor ASMZ

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

47


Geschichte

1815 Schweizer Aufbruch in die Moderne

Mit den beiden Errungenschaften von 1815, einer neuen, einheitlichen,

gemeinsamen staatlichen Ordnung und der Anerkennung der Neutralität

durch die Mächte, konnte die Schweiz die inneren und äusseren Herausforderungen

des 19. Jahrhunderts meistern. Spätere Generationen haben

auf dem Fundament von 1815 weiter gebaut, einer Grundlage, die das

schweizerische Staatsgebäude trägt bis zum heutigen Tag.

Jürg Stüssi-Lauterburg

Schweizer sind Erinnerungsoptimisten.

Jedenfalls sind im Ständeratsaal die Jahreszahlen

1803 (Schaffung der sechs Kantone

St.Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau,

Tessin und Waadt) und 1815 (Aufnahme

von Wallis, Neuenburg, Genf, Bundesvertrag,

Anerkennung der Neutralität

durch die Mächte) zu lesen, während das

Katastrophenjahr 1798 fehlt. Die Eroberung

der Schweiz durch französische Truppen

wird ebenso ausgeblendet wie die

Gründung der Helvetischen Republik am

12. April 1798 in Aarau und die darauf

folgenden Kriegshandlungen, von denen

hier einzig die beiden Schlachten bei Zürich

und die Alpenüberquerungen von

Alexander Suworow 1799 und Napoleon

Bonaparte 1800 genannt seien.

Vollständige Neukonstituierung

der politischen Ordnung

1812 wurde an der Beresina Schweizerblut

für eine Sache vergossen, deren Triumph

die Wiederherstellung souveräner

Unabhängigkeit erschwert hätte. 1813 bis

1815 hatte sich das erneut besetzte Land

einerseits dem Zwang zur Teilnahme an

einem grossen europäischen Krieg auf der

Seite der Alliierten zu stellen und rang andererseits

mit den gegensätzlichen Tendenzen

im Innern, bis das mit dem ehemaligen

Bistum Basel notdürftig abgefundene

Bern sich in den Verlust des Aargaus

und der Waadt ergab. Nidwalden musste

nach dem Willen der Engelberger auf Engelberg

verzichten, Uri auf die Leventina.

Die Schweiz zur Zeit des Wiener

Kongresses. Bild: Conrad Mannert 1803

48

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Geschichte

ben. Am 6. April 1814 trat in Zürich die

(wie sich weisen sollte «lange») Tagsatzung

zusammen und der Beitritt von Wallis,

Neuenburg und Genf war nicht wirklich

umstritten (diese Sache wurde formell am

12. September 1814 geregelt). Warum zog

sich die Sache derart in die Länge? Die

Antwort auf diese Frage erfordert vor allem

einen Blick auf die äusseren Umstände

der Wiedergeburt der Eidgenossenschaft.

Staatssiegel 1815.

Am 6. April 1814 unterschrieb der geschlagene

Kaiser Napoleon seine bedingungslose

Abdankung, am 3. Mai 1814

traf er vor der Insel Elba ein. In Frankreich

herrschte nunmehr der Bourbonenkönig

Ludwig XVIII, ein Bruder des in der

Revolution guillotinierten Ludwig XVI.

Wiedergeburt

Die siegreichen Mächte wollten Frankreich

schonen, um den Bourbonen den

Thron zu sichern, und gaben dem Land

den äusserst günstigen Ersten Pariser Frieden

vom 30. Mai 1814. Frankreich behielt

seine Grenzen vom 1. Januar 1792.

Immerhin wurden zu Gunsten der beiden

neu Teile der Schweiz werdenden Kantone

Neuenburg und Genf Gebietsberichtigungen

vorgenommen: Le Cerneux-Péquignot

(zwischen Le Locle und La Brévine)

wurde schweizerisch und der vorher

aus unzusammenhängenden Gebietsbestandteilen

bestehende Genfer Staat wurde

arrondiert, hingegen noch nicht aus

der unangenehmen Lage einer nur über

das Wasser erreichbaren Enklave befreit.

Artikel 4 des Friedens 1 gibt in konfliktträchtiger

Weise, «die Strasse von Versoix»

sowohl der Schweiz als auch Frankreich,

welche sich über den Schmuggel und den

Strassenunterhalt halt verständigen soll-

Und doch bekräftigte der Bundesvertrag

von 1815 auch territorial im Wesentlichen

einerseits die Ordnung der dreizehn

Orte der Alten Eidgenossenschaft, andererseits

die Mediation, deren sechs Kantone

ebenfalls überlebten, nicht zuletzt weil

es dem von einem Waadtländer erzogenen,

klugen russischen Kaiser Alexander I

so gefiel.

Die Katastrophe von 1798 hatte das

Bundesgeflecht der Alten Eidgenossenschaft

zerstört. Es führte kein Weg an

der – am 7. August 1815 endlich erreichten

– vollständigen Neukonstituierung der

politischen Ordnung vorbei, der bisher

einzigen seit 1315:

«Die XXII souverainen Kantone der

Schweiz, als Zürich, Bern, Luzern, Uri,

Schwyz, Unterwalden, Glarus, Zug, Freiburg,

Solothurn, Basel, Schaffhausen, Appenzell

beider Rhoden, St.Gallen, Graubünden,

Aargau, Thurgau, Tessin, Waadt, Wallis,

Neuenburg und Genf, vereinigen sich

durch den gegenwärtigen Bund zur Behauptung

ihrer Freiheit, Unabhängigkeit und Sicherheit

gegen alle Angriffe fremder Mächte,

und zur Handhabung der Ruhe und Ordnung

im Innern. Sie gewährleisten sich gegenseitig

ihre Verfassungen, so wie dieselben

von den obersten Behörden jedes Kantons,

in Übereinstimmung mit den Grundsätzen

des Bundesvertrags, werden angenommen

worden sein. Sie gewährleisten sich gegenseitig

ihr Gebiet. …Die XXII Kantone konstituiren

sich als schweizerische Eidsgenossenschaft;

sie erklären, dass sie frei und ungezwungen

in diesen Bund treten, denselben

im Glück wie im Unglück als Brüder und

Eidsgenossen getreulich halten, insonders

aber, dass sie von nun an alle daraus entstehenden

Pflichten und Verbindlichkeiten gegenseitig

erfüllen wollen; und damit eine

für das Wohl des gesammten Vaterlandes so

wichtige Handlung, nach der Sitte der Väter,

eine heilige Gewährschaft erhalte, so ist diese

Bundesurkunde nicht allein durch die bevollmächtigten

Gesandten eines jeden Standes

unterzeichnet und mit dem neuen Bundesinsiegel

versehen, sondern noch durch

einen theuern Eid zu Gott dem Allmächtigen

feierlich bekräftiget worden. …Also geschehen,

unterschrieben und besiegelt durch

die nachgenannten Herren Gesandten und

Legationsräthe der eidsgenössischen Stände,

in Zürich den 7. Augstmonat im Jahr nach

Christi Geburt eintausend achthundert und

fünfzehn.»

Nun hatte bereits zu Jahresanfang 1814

Kaiser Alexander I von Russland, der über

die stärkste Armee verfügte, hören lassen,

der Aargau und die Waadt müssten bleiten…

Damit war eine neue klare Ab -

hängigkeit der Schweiz vom viel stärkeren

Frankreich geschaffen. Artikel 6 betonte

allerdings das Schweizer Selbstbestimmungsrecht:

«La Suisse, indépendante,

continuera de se gouverner par elle-même.»

Die Details des Friedens sollte ein nach

Wien einberufener Kongress regeln, welcher

am 18. September 1814 zusammentrat

und zunächst mit Glanz, aber wenig

Tatkraft an seine gewaltige Aufgabe ging.

Umso eifriger wurde in grossem Umfang

intrigiert und praktiziert und zwar auf

allen Ebenen in alle verschiedenen Richtungen.

Friedrich von Gentz, welcher als

Sekretär und Protokollführer des Kongresses

Bescheid wissen musste, schrieb am

27. September 1814.

«Die Stadt Wien bietet gegenwärtig einen

überraschenden Anblick dar; alles was Eu ro -

pa an erlauchten Persönlichkeiten umfasst

ist hier in hervorragender Weise vertreten.

Der Kaiser, die Kaiserin und die Grossfürstinnen

von Russland, der König von Preussen

und mehrere Prinzen seines Hauses, der

König von Dänemark, der König und der

Kronprinz von Bayern, der König und der

Kronprinz von Württemberg, der Herzog und

die Prinzen der Fürstenhäuser von Mecklenburg,

Sachsen-Weimar, Sachsen-Coburg,

Hessen usw., die Hälfte der früheren Reichsfürsten

und Reichsgrafen, endlich die Unzahl

von Bevollmächtigten der grossen und

kleinen Mächte von Europa – dies alles erzeugt

eine Bewegung und eine solche Verschiedenheit

von Bildern und Interessen, dass

nur die ausserordentliche Epoche, in der wir

leben, etwas Ähnliches hervorbringen konnte.

Die politischen Angelegenheiten, welche

den Hintergrund dieses Bildes sind, haben

indessen noch keinen wirklichen Fortschritt

gebracht.» 2

Den Mächten ging es in erster Linie

um die Befestigung der legitimen Herrscherhäuser

gegen revolutionäre Bestrebungen

und um das Gleichgewicht der

Kräfte in Europa. Die Schweiz hatte in

dieser Ordnung bequem als neutraler Staat

Platz, aber nicht als allzu kräftiger und besonders

nicht etwa als allzu liberaler Staat.

Diesen Interessen entsprach am Ende das

Ergebnis, denn an Kongressen dieser Art

können sich kleinstaatliche Diplomaten

und Staatsleute gern einbringen, entscheiden

werden stets die Grossmächte. Deshalb

sind auch alle Erörterungen, wer

wann «das Veltlin verloren» habe, eitel, das

strategisch wichtige Tal war nach 1797

nicht mehr zurückzuholen, was Grossbritannien

Österreich bereits 1800 klar signalisiert

hatte. Hingegen konnte die Eid-

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

49


Geschichte

Sir Arthur Wellesley, Duke of Wellington.

Porträt: Thomas Lawrence im Apsley House

Saconnex, Meyrin, Pregny und Vernier kamen

zum Kanton Genf.

Die Anerkennung der Neutralität war

und ist von so grundlegender Bedeutung,

dass der Bundesrat wiederholt darauf zurückgekommen

ist, zum Beispiel am 14.

Oktober 1919 aus Anlass des Einschlusses

der Schweiz in den Friedensvertrag von

Versailles:

«I. Die immerwährende Neutralität der

Schweiz.

Die immerwährende Neutralität, welche

die Schweiz seit Jahrhunderten beobachtet,

wurde vom Schweizervolk gegen Ende des

Mittelalters aus freiem Antrieb erwählt. Sie

hat sich seit den Stürmen des 30-jährigen

Krieges stets fortentwickelt und wurde zum

Grundprinzip der eidgenössischen Politik,

lange bevor sie durch die Pariser Erklärung

vom 20. November 1815 die förmliche Anerkennung

Europas erhielt. Nachdem die

Schweiz den Vergleich vom 20. März 1815

angenommen hatte, trugen die Mächte kein

Bedenken, ihre Neutralität feierlich zu anerkennen.

… In der gleichen Urkunde haben

die Signatarmächte rechtskräftig anerkannt,

dass die Neutralität und Unverletzlichkeit

der Schweiz, sowie ihre Unabhängigkeit

von jedem fremden Einfluss dem

wahren Interesse ganz Europas entsprechen.

…Dadurch, dass die Mächte die Neutra -

lität der Schweiz als eine immerwährende

anerkannten, die «das Interesse aller europäischen

Staaten erheische», haben sie dieser

Neutralität eine festere Grundlage verliehen,

als sie bis anhin besass. Es entsprach

dies ihrem Wunsche, eine Politik, die sich

durch viele Jahrhunderte hindurch bewährt

hatte, auch ihrerseits feierlich als Rechtsgrundsatz

anzuerkennen. Die Verfassung von

1848 hat der Neutralität einen besonderen

Platz eingeräumt, und alle Massnahmen

zur Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit

und Neutralität der Schweiz in die Kompetenz

der Bundesbehörden gelegt. Die schweizerische

Neutralität ist von da an ein verfassungsmässiger

Grundsatz des schweizerischen

öffentlichen Rechts; er ist seit Inkrafttreten

der 1848er Verfassung bei Anlass europäischer

Konflikte konsequent zur Geltung

gekommen. So hat der Bundesrat im Laufe

der drei grossen Kriege, die in der Nähe des

schweizerischen Gebietes geführt wurden (der

Krieg zwischen Österreich, Frankreich und

Sardinien im Jahre 1859, der österreichischitalienische

Krieg des Jahres 1866 und der

Krieg von 1870), den kriegführenden Staaten

seinen festen Willen kundgegeben, die

Neutralität, wie sie in der Erklärung vom

20. November 1815 niedergelegt ist, aufrechtzuerhalten.

Alle diese Staaten haben in

genossenschaft die einer anderen Epoche

entstammenden Enklaven in Graubünden

(Tarasp, Rhäzüns und Haldenstein)

und auch das für Österreich ohne die verlorenen

Gebiete nördlich des Rheins nicht

mehr interessante Fricktal behalten, musste

aber auf Mülhausen vor allem deshalb

verzichten, weil es sich territorial um ein

Enklave im französischen Staatsgebiet gehandelt

hätte und solche Verhältnisse nun

dem Zeitgeist widersprachen. Das ehemalige

Bistum Basel war die gegebene Kompensation

an Bern für die verlorenen Gebiete

Waadt und Aargau und kräftigte die

Eidgenossenschaft gegen Westen.

Die Erledigung dieser Dinge wälzte sich

langsam und in stetem Personalaustausch

zwischen Wien und Zürich, wo die Tagsatzung

in Tätigkeit verblieb, dahin, bis

am 1. März 1815 Napoleons Landung im

Golfe-Juan der Welt zeigte, dass die Wiener

Gesellschaft die Rechnung ohne den

Wirt gemacht hatte. Jetzt handelte es sich

vorderhand wieder um Krieg, nicht um

Frieden, bis Wellingtons Sieg bei Waterloo

am 18. Juni 1815 die Machtverhältnisse

endgültig im Sinn der siegreichen

Alliierten bestätigte.

Und damit waren die Voraussetzungen

für die Verabschiedung des Bundesvertrags

und die Anerkennung der Neutra -

lität durch die Mächte geschaffen. Von

nicht geringerer Bedeutung war die im

Zweiten Pariser Vertrag vom 20. November

1815 nun gesicherte Landverbindung

des Kantons Genf mit dem Rest der Eidgenossenschaft:

Die bisher französischen

Gemeinden Versoix, Collex-Bossy (zu dem

damals auch Bellevue gehörte), Le Grandihren

Antworten die Unverletzlichkeit der

schweizerischen Neutralität klar und bestimmt

anerkannt.»

Die Bedeutung von 1815 für den Bundesrat

von 1919 zeigt eines klar: Mit den

beiden Errungenschaften von 1815, einer

neuen, einheitlichen, gemeinsamen staatlichen

Ordnung und der Anerkennung

der Neutralität durch die Mächte, konnte

die Schweiz die inneren und äusseren

Herausforderungen des 19. Jahrhunderts

meistern, insbesondere den Weg beschreiten

über das Offiziersfest von Langenthal

1822, das Schützenfest von Aarau 1824,

über Freischarenzüge und Sonderbund

hin zum Bundesstaat von 1848 und zur

1849 anstehenden Wahl des letzten Generals

der vorangehenden Tagsatzungsperiode

Guillaume-Henri Dufour zum ersten

General des Bundesstaates 1849. Die

Verfestigung der politischen Strukturen

seit 1848 trotz lang anhaltender konfessioneller

und sozialer Spannungen (Stichworte

Kulturkampf und Streiks) bei wachsendem

Wohlstand und wachsendem innerem

Zusammenwachsen der Schweiz

macht die eigentliche moderne Erfolgsgeschichte

dieses Landes aus.

Dabei wurde die Neutralität streng gehandhabt

– Hans Herzogs Internierung

der über 80000 Mann der französischen

Armée de l’est 1871 ist in Luzern im Bourbaki-Panorama

noch nachzuempfinden.

Die Infrastruktur (Gotthardbahn 1882,

SBB 1902) wurde genauso entwickelt, wie

die Rechtsordnung (Glaubens- und Gewissens

sowie Niederlassungsfreiheit im

modernen Sinn mit der Verfassung 1874,

Zivilgesetzbuch 1907) und das Finanzwesen

(Nationalbankgründung 1907) sowie

die Wehrhaftigkeit (Gotthardfestung ab

1885, Armeekorps 1891, Militärorganisation

1907). Diese Werke sind späteren Generationen

zu verdanken, aber solchen,

die auf dem Fundament von 1815 weiter

gebaut haben, einer Grundlage, die das

schweizerische Staatsgebäude trägt bis zum

heutigen Tag.


1 http://books.google.de/books?id=7klBAAAAcAA

J&dq=1814&hl=de&pg=RA1-PA128#v=onepage

&q=1814&f=false, Artikel 4, 26. August 2014.

2 http://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Kongress,

26. August 2014.

Oberst i Gst

Jürg Stüssi-Lauterburg

Dr. phil.

Chef Bibliothek

am Guisanplatz

5210 Windisch

50

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Geschichte

Zapfenstreich im Zeughaus Aarau

Ende 2014 ist das kantonale Zeughaus in Aarau nach 210-jährigem

Bestehen geschlossen worden. Es barg ein Stück Kantonsgeschichte

und die Erinnerungen von Abertausenden jungen Männern, die hier

zu Wehrmännern ausgerüstet wurden.

Hans-Peter Widmer

Der Aargau gilt seit je als militärfreundlich.

Er verfügt noch immer über drei

Waffen- und mehrere Truppenübungsplätze,

ein Armeelogistik-Center, ein Rekrutierungszentrum

und den Kommandositz

einer Infanteriebrigade. Schon 1803

sorgte er für Aufsehen, als er ein 86-köpfiges

«Berufsheer», die Standeskompanie,

aufstellte. Weil ihre Mittel nicht ausreichten,

wurde sie durch eine Miliz ersetzt.

Aber die Sicherheitsvorkehrungen stra -

pazierten den jungen Kanton. Er musste

die Militärausgaben massiv kürzen. Das

rächte sich rasch, denn ab 1805 wurden die

aargauischen Truppen zu mehreren Grenz -

besetzungen, ja sogar zu einem Feldzug

nach Frankreich und schliesslich zur Sicherung

von Ruhe und Ordnung in verschiedenen

Landesgegenden sowie im eigenen

Kanton aufgeboten.

Starke militärische Präsenz

Später, als die Armee Bundessache war,

festigte der Aargau seine militärische Präsenz

durch die Infanterie-, Kavallerie- und

Geniewaffenplätze Aarau und Brugg. Darin

sah er wirtschaftliche Vorteile, einen

Prestigegewinn und ein Bekenntnis zur

Landesverteidigung. Er litt als Grenzland

wiederholt unter fremden Besetzungen

und machte in zwei Weltkriegen Grenzschutzerfahrungen.

Einen wesentlichen Beitrag zur Identität

und Geschichte des Kantons Aargau

leistete das seit 1804 bestehende Zeughaus.

Zunächst war es in den feuchten

Kasematten der Festung Aarburg und ab

1818 – vermeintlich provisorisch, schliesslich

aber für die Dauer von 120 Jahren –

im ehemaligen bernischen Kornhaus in

Aarau, dem heutigen General Herzog-

Haus, untergebracht.

Artillerierakete aus Aarau

Die 210-Jahrfeier und Verabschiedung des

Zeughauses Aarau fand in stilgerechtem Rahmen

eines geräumten Materialmagazins statt.

alters, der Truppenbestände und die Zentralisierung

der Militärlogistik prägten die

Existenz und das Ende des Zeughauses.

Es glich zeitweise einem Rüstungsbetrieb

und fabrizierte zum Beispiel eine Artil -

le rierakete. Sie wurde General Dufour

im Sonderbundkrieg 1847 angeboten. Er

lehnte ihren Einsatz aber aus humanitären

Gründen ab.

Das Zeughaus war für die persönliche

Ausrüstung Abertausender Armeeangehöriger

zuständig. Es beherbergte zudem seit

einigen Jahren in einer «Haute Couture»-

Abteilung die Uniformen des Schweizer

Armeespiels. Der zweite Schwerpunkt bestand

darin, Geräte, Waffen, Munition

und Fahrzeuge für bis zu 120 Kompanien

und Stäbe einzulagern, zu warten, für die

WK auszuliefern sowie geputzt und gezählt

zurückzunehmen.

Abschied mit Wehmut und Stolz

Ende 2014 wurde das Zeughaus geschlossen.

Für die Ausrüstung der Wehrpflichtigen

und das Korpsmaterial ist jetzt

das Armee-Logistikcenter Othmarsingen

zuständig. Das Zeughaus wird Sitz des

kantonalen Gesundheitsdepartements.

Was mit den weiteren eidgenössischen

Zeughausräumen geschieht – in denen

noch die Sattelkammer der Schweizer Kavallerie-Schwadron

1972 und das Maga-

Den Abschluss einer Epoche gewürdigt:

Div Daniel Baumgartner, Regierungsrätin

Susanne Hochuli, Zeughaus-Betriebsleiter

Urs Müller. Bilder: Emanuel Freudiger

Auf- und Abrüstungen, neue Waffen,

Geräte und Uniformen, Platzprobleme

und zuletzt die Senkung des Dienstpflichtzin

der Historischen Radfahrer-Kompanie

untergebracht sind – ist offen.

Betriebsleiter Oberst Urs Müller und

ein begeisterndes Lehrlings-Team schlossen

die Geschichte des Zeughauses mit

einer würdigen Feier ab. Darin mischten

sich Wehmut und Stolz auf die erbrachten

Leistungen. Viel Lob spendeten Regierungsrätin

und Militärdirektorin Susanne

Hochuli, Divisionär Daniel Baumgartner,

Chef Logistikbasis der Armee, Andreas

Flückiger, Chef der Abteilung Mi litär und

Bevölkerungsschutz und Oberst i Gst

Thomas Frey, Kommandant Infanterie-

Durchdiener. Das Spiel der Führungsunterstützungsbrigade

41 beendete den Anlass

stilgerecht mit dem Zapfenstreich. ■

Wachtmeister

Hans-Peter Widmer

Redaktor i.R.

Journalist und Buchautor

5212 Hausen

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

51


SOG Vorstand

Norwegen als Vorbild für die Schweiz?

Br Denis Froidevaux, Präsident SOG

Wir stehen am

Anfang eines Jahres,

das – wie die

vergangenen zwei

Jahre auch – für

die Schweiz wei -

tere wichtige si -

cher heits po litische

Weichenstellungen

bringt. Das Hauptthema 2015 wird die

parlamentarische Behandlung der Wei -

ter entwicklung der Armee (WEA) sein.

Nicht minder wichtig ist aber die Diskussion

und die Überlegung zum Schweizer

Wehrdienstmodell. Eine Studiengruppe

aus Bund, Kantonen und Verbänden wird

2015 zu diesem Thema ein Grundsatzpapier

verfassen.

Zum Thema Wehrpflichtmodell veröffentlichte

Kapitän Zur See Frode Vincent

Faeravaag in der Dezember-Ausgabe

der ASMZ einen interessanten Artikel.

Ab 2015 sollen in Norwegen nicht wie

bis anhin nur die Männer, sondern auch

die Frauen in die Wehrdienstpflicht mit

einbezogen werden. Zur Musterung wurden

sie bereits seit 2009 aufgeboten, der

Wehrdienst war bis dato jedoch fakultativ.

Hierbei geht es um die politische Forderung,

dass beide Geschlechter auch in

dieser Beziehung die gleichen Rechte und

Pflichten haben sollen. Dieses Modell

wird von den Norwegerinnen und Norwegern

unterstützt und als gerecht sowie

miliztauglich angesehen. Für die Armee

hat es den entscheidenden Vorteil, dass

sie aus einer grossen Auswahl die besten,

geeignetsten und motiviertesten Kandidaten

auswählen kann.

Ist dieses Modell als Vorlage für die

Schweizer Wehrdienstpflicht denkbar? Im

Sinne der Verfeinerung der Wehrpflicht

ist das Norweger Wehrpflichtmodell zumindest

näher zu betrachten und ge nauer

zu prüfen. Es deckt die Hauptforderungen

der SOG für das Schweizer Wehrpflichtmodell

ab:

• Breit abgestützte allgemeine Wehrpflicht

– dies als Auftrag des Volkes aus

der Abstimmung zur Wehrpflicht im

Jahr 2013. Die Ausweitung der Wehrpflicht

auf Frauen gemäss dem Nor -

weger Modell und/oder die Wiedereinführung

einer differenzierten Tauglichkeit

sind hierzu überlegenswerte

Instrumente;

• Die qualitative und quantitative Alimentierung

der Armee muss die erste

Priorität haben. Die Armee muss das

für ihre Bedürfnisse beste und geeignetste

Personal selektieren und rekrutieren

können;

• Die Wehrpflicht muss auf ihre Kernaufgabe,

der Produktion der nationalen

Sicherheit, ausgerichtet sein und

darf nicht von dieser Ausrichtung abweichen.

Was die Diskussion bringen wird be -

ziehungsweise ob das Norweger Modell

für die Schweiz als Vorbild dienen könnte,

wird sich im ersten Halbjahr 2015

zeigen.

Die SOG bleibt am Ball und vertritt

punkto Wehrpflicht eine klare Haltung:

die Wehrpflicht wurde von den Schweizerinnen

und Schweizern bestätigt und

sie darf auf keinen Fall im Sinne einer

Dienstpflicht aufgeweicht werden.

Young Reserve Officer Workshop (YROW)

Vom Mittwoch, 22. Juli bis Mittwoch, 30. Juli 2015

findet während des Sommerkongresses der CIOR

(Confédération Interalliée des Officiers de Reserve)

in Washington D.C. (USA) ein Workshop für junge

Offiziere (YROW) statt. Die Teilnehmer sind Of -

fiziere zwischen 20 und 30 Jahren im Grade eines

Leutnants bis Hauptmannes. Der jährlich stattfindende

Workshop wird jeweils von ca. 60 Offizieren

aus allen Ländern Europas und Nordamerikas besucht.

Auch die Schweiz wird in den Vereinigten

Staaten von Amerika zwei jungen Offizieren die

Möglichkeit bieten, erste Erfahrungen im internationalen

Umfeld zu sammeln. Interesse an internationaler

Sicherheitspolitik und gute Englisch-

kenntnisse sind Voraussetzung.

Einsatzerfahrung im Ausland ist

von Vorteil, aber nicht zwingend.

Weitere Informationen können auf der Webseite

www.cior.net eingesehen werden. Reise, Verpflegung

und Unterkunft werden durch die SOG übernommen.

Interessenten melden sich per E-Mail bei Hptm

Christoph Merki (christoph.merki@alumnibasel.ch)

und fügen einen Lebenslauf mit detaillierter militärischer

Laufbahn sowie ein Motivationsschreiben

für die Teilnahme am YROW bei. Anmeldeschluss

ist der 28. Februar 2015.

52

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


SOG und Sektionen

Beiträge für die April-Num mer bis Mittwoch,

11.März, bei Major Markus Schuler,

Guggi strasse 19, 6005 Luzern.

E-Mail: sog.und.sektionen@asmz.ch

i www.asmz.ch/sog-sektionen/

SOG-Vorstand

Präsident:

Br Denis Froidevaux,

B 021 316 51 05, M 079 214 14 22.

Vizepräsidenten:

Oberst i Gst Marcus Graf,

Oberst i Gst Martin Wohlfender,

Ten col Stefano Coduri.

Generalsekretär:

Major Daniel Slongo, M 079 658 69 47.

Assistentin des Generalsekretärs:

Major Kathrin Loppacher.

Generalsekretariat:

Schweiz. Offiziersgesellschaft (SOG),

Oberer Graben 12, Postfach 20,

9001 St. Gallen,

Tel. 071 223 32 32, Fax 071 223 32 30.

i www.sog.ch, office@sog.ch

Samstag, 14. März. Delegiertenversammlung.

Kommission ASMZ der SOG

Präsident:

Oberst i Gst Christoph Grossmann,

Bachtobelstrasse 25, 8303 Bassersdorf,

M 079 430 53 43.

Kommission SOG International

Präsident: Oberst Marco La Bella,

Grundhaldenstrasse 26, 8303 Bassersdorf,

P 043 837 02 70, M 076 355 55 13.

Aargau

Aargauische OG

Präsident: Oberstlt i Gst Dieter Wicki,

Weltistrasse 32, 5000 Aarau,

Telefon 079 227 27 78.

i www.aargauer-offiziersgesellschaft.ch

OG Aarau

Präsident: Oblt Reto Berli,

Weiherweg 21, 5502 Hunzenschwil,

P 062 897 69 70, G 041 784 43 43,

M 079 784 43 43.

i www.ogaarau.ch

Mittwoch, 18. Februar, Aarau. 148. Ge -

neralversammlung.

Reitsektion Arizona

Präsident: Major Ulrich Watzel,

Rankhof 3, 6208 Oberkirch,

P 041 921 52 46, G 062 738 31 31.

i www.arizona.ch

OG Baden

Präsident: Hptm Caspar Zimmermann,

Untere Halde 4, 5400 Baden,

P 056 535 74 67, G 058 200 45 60,

M 076 374 57 82.

i www.og-baden.ch

Donnerstag, 19. März, 19 Uhr, Restaurant

Rose, Baden. Generalversammlung.

OG-Stamm: jeden ersten Donnerstag im

Monat ab 19 Uhr im Restaurant Rose,

Weite Gasse, Baden.

OG Brugg

Präsident: Hptm Titus Meier,

Nigglistrasse 13d, 5200 Brugg,

P 056 450 31 91.

i www.ogbrugg.ch

OG Freiamt

Präsident: Major Michael Hackl,

Bodenfeldstrasse 28, 8965 Berikon,

G 056 633 15 15, M 079 406 82 66.

i www.ogfreiamt.ch

April/Mai. Frühlingsanlass: Skyguide

und/oder AOC-Besichtigung.

Donnerstag, 28. Mai, Forsthaus Bremgarten.

90. Generalversammlung OG

Freiamt.

Oktober. Axalp-Fliegerschiessen.

Fricktalische OG

Präsident:

Oberstlt i Gst Markus M. Müller,

Spycherweg 3, 8957 Spreitenbach,

Telefon 079 286 47 82.

i www.fricktaleroffiziere.ch

Freitag, 20. März, 18.30 bis 22 Uhr, unteres

Fricktal. Vereinsversammlung.

Mittwoch, 8. April, 18.30 bis 21.30 Uhr,

Restaurant Krone, Wittnau. Spargel-

Rapport.

Freitag, 29. Mai, 18 bis 20 Uhr, RSA

Schlauen, Oeschgen. Kombi Schiessen:

OP/Feldschiessen.

Mittwoch, 8. Juli, 18.30 bis 20.30 Uhr,

Restaurant Feldschlösschen, Rheinfelden.

Bier&Wurst-Rapport.

Mittwoch, 14. Oktober, 18.30 bis 21.30

Uhr, Restaurant Löwen, Herznach. Jäger-

Rapport.

Mittwoch, 13. Januar 2016, 18.30 bis

20.30 Uhr, Maisprach. Fondue-Rapport.

Mittwoch, 13. April 2016, 18.30 bis

21.30 Uhr, Restaurant Krone, Wittnau.

Spargel-Rapport.

Mittwoch, 13. Juli 2016, 18.30 bis 20.30

Uhr, Restaurant Feldschlösschen, Rheinfelden.

Bier&Wurst-Rapport.

Mittwoch, 12. Oktober 2016, 18.30 bis

21.30 Uhr, Restaurant Löwen, Herznach.

Jäger-Rapport.

OG Lenzburg

Präsident: Major Stephan Weber,

Ringstrasse Nord 36b, 5600 Lenzburg,

G 062 888 25 25, M 079 275 39 25.

i www.oglenzburg.ch

Februar, Meisterschwanden. Besichtigung

Militärsammlung Meisterschwanden.

Freitag bis Sonntag, 13. bis 15. März,

Raum Lenk. 53. Lenker Zweitage-Gebirgsskilauf.

Freitag, 27. März, 19 Uhr, Raum Lenzburg.

62. WU-WE-Nachtorientierungslauf.

Donnerstag, 23. April, Hotel-Restaurant

Ochsen, Lenzburg. Generalversammlung.

Fussballtraining: jeden Montag ab 19.15

Uhr im Gewerbeschulhaus Neuhof, Lenzburg.

Reitsektion: Reitstunden im Winterhalbjahr

und Ausritte im Sommerhalbjahr

jeweils montags um 19 Uhr, Aus -

ritte ganzjährig jeden zweiten Samstag

im Monat um 9 Uhr. Treffpunkt: Reitsportanlage

Bosshart, Brunegg. Obmann:

Oblt Daniel Wehrli, Strangengasse 4,

5502 Hunzenschwil, Telefon 062 897

29 20.

OG Zofingen

Präsident: Oberst i Gst Christoph Fehr,

Offiziersgesellschaft Zofingen,

4800 Zofingen.

Reiterobmann: Oberst Roger Eltbogen.

i www.ogzofingen.ch

Freitag, 13. Februar, 19 Uhr, Schiessstand

Heitere, Zofingen. Referat «Denken

des russischen Bären», anschliessend

Käseschmaus.

Mittwoch,15. April, ab17.30 Uhr, Schiessstand

Heitere, Zofingen. GV-Cup (Pistole);

18.30 Uhr: Apéritif; 19 Uhr: Generalversammlung.

Mittwoch, 6. Mai, 18 Uhr, Stadtsaalküche,

Zofingen. Kochkurs.

Mittwoch, 20. Mai, 18 Uhr, Stadtsaalküche,

Zofingen. Kochkurs (mit Partnerin).

Freitag, 14. August, 18 Uhr, Kurzdistanzschiessen

Pistole, anschliessend

Sommerstamm mit Grill. Treffpunkt:

Schiessplatz Spittelberg, Platz C, Hauenstein–Ifenthal.

Dienstag, 15. September, 13 bis 22 Uhr,

Raum Spiez. Truppenbesuch beim

ABC Abwehr Labor 1.

Mittwoch, 21. Oktober, 18 Uhr, Stadtsaalküche,

Zofingen. Kochkurs.

Mittwoch, 4. November, 18 Uhr, Stadtsaalküche,

Zofingen. Kochkurs.

Freitag, 13. November, 18.30 Uhr.

Metzgete. Treffpunkt: Bahnhof Zofingen,

anschliessend St. Urs + Viktor, Walterswil.

Reiten: samstags von 10 bis 11 Uhr im

Reitsportzentrum Heimenhausen. Anmeldung

beim Reiterobmann.

Appenzell

Appenzellische OG

Präsident: Major i Gst Urban Broger,

Ida-Sträuli-Strasse 89, 8404 Winterthur,

M 079 673 26 01.

i www.appog.ch

Basel

OG beider Basel

Präsident: Oberstlt Carl-Gustav Mez,

Grellingerstrasse 62, 4020 Basel,

Telefon 061 312 00 29.

i www.ogbeiderbasel.ch

Freitag, 13. Februar, 19.30 bis 22.30

Uhr, Restaurant Fischerstube (Antoniterkeller),

Rheingasse 45, Basel. Neumitgliederanlass.

Montag, 9. März, 18 bis 22.30 Uhr, Joggeli.

Generalversammlung 2015.

Samstag, 21. März, 19.30 bis 2 Uhr, Palais

Beau Bourg, Blotzheim. Nuit des

Officiers.

Samstag, 18. April. Gefechtsschiessen

Pistole UOV.

Samstag, 25. April. Präzisionsschiessen

OGBB.

Samstag, 9. Mai, 8 bis 16 Uhr, Sichtern.

Combat Schiesstraining.

Freitag, 29. Mai, 17 bis 19 Uhr, 25-m-

Stand, Sichtern, Liestal. Freundschafts -

schiessen KaPo BL.

Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Juni, Schiessstand

Lachmatt. Eidg. Feldschiessen.

Mittwoch, 10. Juni, 20 bis 22 Uhr. Vortrag

II.

Freitag/Samstag, 3./4. Juli, Deutschland.

Internationaler Schiesswettbewerb.

Freitag bis Sonntag, 14. bis 16. August,

Edinburgh. OGBB auf Reisen.

Samstag, 22. August. Gefechtsschiessen

Stgw UOV.

Montag, 31. August, Schiessstand Lachmatt,

Pratteln. Obligatorisches Schiessen.

Samstag, 5. September, 13 bis 21 Uhr,

Raum Laufental. Jagdhüttenbummel.

Samstag, 19. September, 9 Uhr, Cernay

(F). CITOORM.

Donnerstag, 1. Oktober, 8 bis 16 Uhr,

25-m-Stand, Sichtern. Internationales

Schiessen GWK.

Samstag, 31. Oktober, 9 bis 12 Uhr, Feldschiessstand,

Bad Ramsach. Ramsach-

Schiessen.

Sonntag, 1. November. Klausenschiessen

UOV.

Samstag, 7. November 18.30 Uhr, Festsaal

Stadt Casino, Basel. Basler Nacht der

Offiziere.

Donnerstag, 3. Dezember, 20 bis 22 Uhr.

Vortrag III.

Artillerie-Offiziers-Verein

Basel

Präsident:

Oberstlt i Gst Markus Waldvogel,

Eichenstrasse 19, 4054 Basel,

P 061 321 73 01, M 079 201 79 69.

i www.aov.ch

Bern

OG des Kantons Bern (KBOG)

Präsident: Oberst i Gst René Zwahlen,

Solothurnstrasse 34a, 3422 Kirchberg,

M 079 311 23 19, G 031 322 32 24.

i www.kbog.ch

OG der Stadt Bern

Präsident:

Oberstlt i Gst Matthias Spycher.

Mutationsführer/Kontakt:

Oblt Martin Roder,

Mezenerweg 12, 3013 Bern,

G 031 978 30 33.

i www.ogb.ch

Dienstag, 3. März, 18.30 Uhr, Restaurant

am Äusseren Stand, Bern. Vortrag von

Dr. Markus Seiler, Direktor NDB: «Was

bedroht die Schweiz?»

Montag, 16. März, 18.30 Uhr, Haus der

Universität, Bern. 154. Mitgliederversammlung

der Offiziersgesellschaft der

Stadt Bern. Gastreferent: Divisionär Philippe

Rebord, Kdt HKA.

Samstag, 2. Mai, Simplonpass (VS). Besuch

bei der Art Abt 54: Artillerieschiessen

auf dem Simplon.

Donnerstag, 21. Mai, 18.30 Uhr, Restaurant

Schmiedstube, Bern. Vortrag

von Br René Baumann, Kdt LVb FU 30:

«Der Lehrverband Führungsunterstützung

30».

Freitag, 5. Juni, 18 Uhr, Burgdorf. Besuch

des AMP Burgdorf mit anschlies-

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

53


SOG und Sektionen

sendem Stamm bei der OG Burgdorf.

Stiftung HAM – Ausstellung von Panzern,

Motorfahrzeugen, Baumaschinen,

Fourgons und Fuhrwerken.

Donnerstag, 25. Juni, 9 Uhr, Wangen

a.A. Besuch beim LVb Genie/Rettung:

«Der Lehrverband Genie/Rettung – Die

Mittel der Rettungstruppen heute».

Samstag, 15. August, Waffenplatz Sand,

Schönbühl. U COLT, Pistolenschiessen/

Combatschiessen für Offiziere jeden Al -

ters.

Donnerstag, 20. August, Bure (JU). Besuch

des Pz Bat 29 auf dem Gefechts -

ausbildungszentrum West: «Der Einsatz

von Mechanisierten Verbänden».

Sport: intensives Turnen für Mitglieder

über 50 Jahren jeden Donnerstag von 18

bis 19.30 Uhr in der Turnhalle Kirchenfeld,

Aegertenstrasse 46a, Bern.

Sport light: lockeres Turnen für Mitglieder

über 50 Jahren jeden Donnerstag

von 17.15 bis 18.30 Uhr in der Turn -

halle Melchenbühl, Bersetweg 21, Gümligen.

OG Biel/Bienne-Seeland

Präsident:

Fachof Pascal Bord, Postfach 1171,

2502 Biel/Bienne,

M 079 217 02 02.

i www.bieleroffiziere.ch

Samstag, 7. März, 9 Uhr. 136. Generalversammlung.

OG Burgdorf

Präsident: Hptm Pierre-Alain Haller,

Gmeinmatt 7, 3322 Urtenen–Schönbühl,

M 076 412 16 07.

i www.og-burgdorf.ch

Samstag, 21. Februar. Offiziersball. Im

Jubiläumsjahr führen wir traditionsgemäss

einen Ball durch.

Montag, 23. Februar, 4 Uhr. Besuch der

Basler Fasnacht.

Freitag, 24. April. 126. Hauptversammlung.

17 Uhr: Marsch; 18.30

Uhr: Apéro; 19 Uhr: HV.

OG-Stamm: jeden ersten Freitag des

Monats ab 18 Uhr im Gewölbekeller,

Restaurant Schützenhaus.

OG-Sport: während der Schulzeit jeden

Montag um 20 Uhr in der Schlossmatt-

Turnhalle. Leitung: Hptm Florian Mitscherlich.

OG Huttwil und Umgebung

Präsident: Hptm André Schärer,

Sonnhaldenstrasse 14, 4950 Huttwil,

P 062 962 08 73, G 062 962 33 88,

Fax 062 962 13 62.

Freitag, 6. März, Hotel Bahnhof, Huttwil.

HV OG Huttwil.

OG Interlaken-Oberhasli

Präsident: Major i Gst Philipp Mischler,

Mühleholzstrasse 35, 3800 Unterseen,

P 079 310 36 68, G 033 828 62 62.

i www.oginterlaken-oberhasli.ch

Section du Jura Bernois

Président:

Lt col Laurent Jacot,

Rue des Planches 35, 2613 Villeret,

Téléphone 079 418 64 23.

i www.sojb.ch

OG Langenthal und Umgebung

Präsident: Hptm Christian Schneider,

c/o Ammann Schweiz AG,

Eisenbahnstrasse 25, 4900 Langenthal,

G 062 916 64 06.

i www.oglangenthal.ch

OG-Reitkurs: samstags Hallenausbildung,

Ausritte und Schnupperkurs. Besammlung

beim Stall Fellmann, Heimenhausen.

Auskunft: helena.morgenthaler@oglangenthal.ch.

OG Langnau und Umgebung

Präsident: Oblt Markus Jakob,

Eggiwilstrasse 65, 3535 Schüpbach,

M 079 747 48 34.

i www.oglangnau.ch

OG Thun

Präsident i.V.:

Oberstlt i Gst Peter Scheidegger,

Postfach 2398, 3601 Thun,

G 031 324 28 04.

i www.og-thun.ch

OG-Stamm: jeden 1. Samstag im Monat

ab 16.45 Uhr im Restaurant Falken,

Thun. Kontakt: Oberst Theo Müller, P

033 345 30 41, G 031 324 35 73.

OG-Turnen: jeden Donnerstag von

18.30 bis 20 Uhr in der Dürrenast-Turnhalle,

Thun-Dürrenast. Spezielles Sommerprogramm

(Waldläufe in der Region

Thun). Kontakt: Hptm Martin Tschabold,

Telefon 033 336 50 13.

OG-Reiten: von April bis September: jeden

Mittwoch und Donnerstag von 19

bis 20.30 Uhr und jeden Sonntag von

8 bis 10.30 Uhr im Gelände rund um

Niederhünigen; von Oktober bis März:

jeden 2. Mittwoch von 9.30 bis 11 Uhr

und jeden Sonntag von 8 bis 10.30 Uhr

im Gelände rund um Niederhünigen

sowie jeden Donnerstag von 19.30 bis

20.30 Uhr in der Halle unter Leitung

eines eidg. dipl. Reitlehrers. Kontakt:

Oberstlt Urs-Georg Blaser, Telefon 033

222 72 05 oder M 079 458 39 40.

OG Uni Bern

Siehe «Hochschulen» im Teil «Fach-OG».

Freiburg

Société fribourgeoise

des officiers / Freiburgische

Offiziersgesellschaft

Président cantonal/

Kantonalpräsident:

Col Yvan Demierre,

Case postale 1418, 1701 Fribourg,

M 079 683 24 19.

i www.sfo-fog.ch

Section Gruyère/Veveyse

Président:

Major Christophe Bifrare,

Rue du pays d’en-Haut 43, 1630 Bulle,

M 079 448 79 03.

Courrier: C.P. 77, 1630 Bulle.

OG Seebezirk

Präsident: Oberst Carl Marchand,

Alte Freiburgstrasse 1, 3280 Murten,

P 026 670 59 70, G 031 324 79 66,

M 079 707 13 69.

Genève

Société Militaire

du Canton de Genève

Président:

Lt col EMG Alexandre Vautravers,

Case postale 3618, 1211 Genève 3,

M 078 624 59 39.

Local: Rue des Granges 5 (près de la

Cathédrale St-Pierre), 1204 Genève.

Téléphone 022 310 39 45.

i www.smg-ge.ch

Glarus

Glarner OG

Präsident: Major Hans-Jörg Riem,

Auf Erlen 34, 8750 Glarus,

P 055 640 28 89, G 055 646 67 08.

i www.gog-glarus.ch

Graubünden

Bündner OG

Präsident: Major Urs Fetz,

Rüfegasse 12a, 7208 Malans,

Telefon 079 543 39 94.

i www.buendner-og.ch

Freitag, 6. Februar, 18 Uhr, Hotel Drei

Könige, Ritterkeller. Im Gespräch mit

Andreas Wieland, CEO Hamilton: Strategie,

Führung, Interkulturelles. Stammpremiere

2015 mit Glühwein.

Donnerstag, 26. Februar, 19 Uhr, Hagerbach,

Flums Hochwiese. Referat von

Brigadier Sergio Stoller, Projektleiter Weiterentwicklung

der Armee: «WEA: Warum

ein Schritt zurück nicht zwingend

ein Rückschritt ist». Besichtigung Versuchsstollen

Hagerbach. Partneranlass OG

Sarganserland/Motorfahrerverein SGO/

GR.

Freitag, 6. März, 18 Uhr, Hotel Drei

Könige, Ritterkeller. Im Gespräch mit

Duri Campell, Standespräsident: Freiwilligenarbeit.

Mittwoch, 11. März, 10.30 bis 16 Uhr,

Armeelogistikcenter, Hinwil. Die Ostschweizer

Sicherheitsdirektoren zu Besuch

im Armeelogistikcenter ALC Hinwil

– u. a. mit Dr. Christian Rathgeb,

Regierungsrat, Divisionär Daniel Baumgartner,

Chef LBA, und Guido Schneider,

Chef ALC Hinwil. Inklusive Panzer-

Demo. Partneranlass Motorfahrerverein

SGO/GR.

Freitag, 10. April, 18 Uhr, Hotel Drei

Könige, Ritterkeller. Im Gespräch mit

Stefan Engler, Ständerat: Armee und Politik.

Freitag, 1. Mai, 18 Uhr, Hotel Drei Könige,

Ritterkeller. Im Gespräch mit Brigadier

Franz Nager, Kommandant Gebirgsinfanteriebrigade

12: Die Weiterentwicklung

der Armee WEA.

Montag, 11. Mai, 19 Uhr, Dienstgebäude

Rheinsand, Chur. Besuch von Oberst

i Gst Mathias Müller, Kommandant Infanterie

Kaderschulen I: « Einblick in

die Infanterie-Kaderschule» mit Scharfschützen-Demo,

OS-Fotos des ehema -

ligen BOG-Vorstands Mattias Nutt und

Austausch mit OS-Aspiranten.

Dienstag, 12. Mai, S-chanf. Nachtschiessen

M Flab Abteilung 45, inklusive Referat

BODLUV 2020.

Freitag, 5. Juni, 18 Uhr, Hotel Drei Könige,

Ritterkeller. Stamm.

Donnerstag, 18. Juni, ab 17 Uhr, Chur.

Pistolenschiessen inkl. Festgrillade. Partneranlass

IG Fw.

Samstag, 15. August, 16 Uhr, Schützenhaus

Dimlej, St. Moritz. Traditionelles

Engadiner Pistolenschiessen (Militärund

Salamistich) um die Rudolf-Gartmann-Trophäe

mit Rangverkündigung,

Kranzverleihung, Apéro und Festgrillade.

Samstag, 29. August. Ganztägige Orientierungsfahrt

nach Karte mit militärischen

Fahrzeugen (in Zweierteams: Fahrer

und Beifahrer). Partneranlass Motorfahrerverein

SGO/GR. Startgeld: 20

Franken inklusive Mittagessen.

Freitag, 4. September, 18 Uhr, Hotel

Drei Könige, Ritterkeller. Im Gespräch

mit Oberst Marco La Bella, Kommission

SOG International: Die Schweizer Armee

im internationalen Vergleich.

Donnerstag, 17. September, 20.15 Uhr,

Hotel Drei Könige, Chur. Referat von

Dr. Markus Seiler, Direktor Nachrichtendienst

des Bundes NDB: «Was bedroht

die Schweiz?»

Freitag, 2. Oktober, 18 Uhr, Haupteingang

KSGR, Chur. Exklusiver Einblick

in das 430-Mio.-Bauprojekt des Kantonsspitals

Graubünden KSGR.

Samstag/Sonntag, 3./4. Oktober. 54.

Bündner Zweitagemarsch.

Freitag, 6. November, 18 Uhr, Hotel Drei

Könige, Ritterkeller. Im Gespräch mit

Alois Vinzens, CEO GKB: Changemanagement.

Freitag, 20. November, 20 Uhr, Calvensaal,

Chur. Referat von Beat De Coi,

Gründer und VR-Präsident CEDES Holding

AG und ESPROS Holding AG:

«Schlüsseltechnologie Photonics für die

Armee XXI». Generalversammlung BOG.

Stamm@BOG: jeweils am 1. Freitag im

Monat ab 18 Uhr im Ritterkeller, Hotel

Drei Könige, Chur (ausgenommen Juli/

August und Dezember/Januar).

Jura

Société Jurassienne

des officiers

Président: Col Jean-François Bertholet,

Rue de Deute-Dessois 1, 2853 Cour faivre,

B 061 277 52 50.

i www.militariahelvetica.ch/sjo

Luzern

Kantonale OG Luzern

Präsident: Hptm Florian Ulrich,

Chräigass 6, 6044 Udligenswil,

Telefon 079 785 28 13.

i www.og-luzern.ch

Freitag, 20. März, 18.30 Uhr, Restaurant

Rössli, Adligenswil. Stamm.

Hallenfussball: während der Schulzeit

jeweils donnerstags von 18 bis 20 Uhr

Fussball in der Felsbergturnhalle, Luzern.

Kursleiter: Oberstlt Paul Voegeli.

OG Entlebuch

Präsident: Hptm Adrian Thalmann,

Hohle Gasse 10, 3095 Spiegel b. Bern,

i www.og-amtentlebuch.ch

OG Sursee

Präsident: Hptm Luca Meier,

Glurlimattweg 20, 4805 Brittnau,

M 078 731 08 35.

Donnerstag, 2. April, Sursee. Generalversammlung.

Neuchâtel

Société neuchâteloise

des officiers

Président:

Major EMG Jacques de Chambrier,

Case postale 223, 2013 Colombier.

i www.ofne.ch

Nidwalden

OG Nidwalden

Präsident:

Major i Gst Christian Rohrbach,

54 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


SOG und Sektionen

Baumgarten 31, 6374 Buochs,

P 041 620 60 01.

i www.og-nw.ch

Mittwoch, 25. Februar. Stamm.

Samstag, 21. März. 16. Schiessen mil

Vereine OW/NW.

Mittwoch, 25. März. Stamm.

Mittwoch, 29. April. Stamm.

Mittwoch, 27. Mai. Stamm.

Freitag, 12. Juni. Überraschung.

Donnerstag, 25. Juni. Fischessen.

Samstag, 25. Juli. 75 Jahre Rütli-Rapport.

Mittwoch, 26. August. Stamm.

Freitag, 11. September. Nachtpistolenschiessen.

Mittwoch, 30. September. Stamm.

Samstag, 25. Oktober, Luzern. Chance

Miliz.

Mittwoch, 28. Oktober. Stamm.

Samstag, 28. November. GV.

Sonntag, 6. Dezember. Matinée.

OG-Fitness: jeden Mittwoch von 18.30

bis 19.45 Uhr in der oberen Turnhalle

Stansstad (Ausnahme: Schulferien). Auskunft:

Oblt Tino Karlen, Telefon 079

812 32 76.

Obwalden

OG Obwalden

Präsident: Hptm Beat Zeugin,

Ziegelhüttenstrasse 7a, 6060 Sarnen,

P 041 611 18 11.

i www.og-ow.ch

Schaffhausen

Kantonale OG Schaffhausen

Präsident: Oberstlt i Gst Rico Randegger,

Galgenbuckstrasse 4, 8212 Neuhausen,

P 052 670 14 41, M 079 440 48 27.

i www.kog-sh.ch

Schwyz

OG des Kantons Schwyz

Präsident: Oberstlt Walter Duss,

Seestrasse 160, 8806 Bäch,

P 044 784 66 41, G 044 246 78 24,

M 079 601 61 22.

i www.kog-sz.ch

OG Einsiedeln

Präsident: Hptm Jahn Koch,

Langackerstrasse 56, 8057 Zürich.

i www.og-einsiedeln.ch

Freitag, 27. März, Einsiedeln. 139. Generalversammlung.

Offiziersverein Innerschwyz

Präsident: Major René Hunziker,

Artherstrasse 170, 6405 Immensee,

Telefon 079 542 25 22.

i www.kog-sz.ch

OG March-Höfe

Präsident: Oberstlt Luzi Schnidrig,

Zürcherstrasse 22, 8853 Lachen,

G 055 451 01 91, Fax 055 451 01 92.

i www.kog-sz.ch

Freitag, 6. Februar, 18.30 Uhr, Lachen.

Winteranlass 2015: Fondue und Eisstockschiessen

mit Partner.

Samstag, 28. März, 16.30 Uhr, Panorama

Resort & Spa, Feusisberg. Generalversammlung

OGMH.

Solothurn

OG des Kantons Solothurn

Präsident: vakant.

OG der Stadt Solothurn

und Umgebung

Präsident: Major Michael Käsermann,

Eichholzstrasse 2, 4552 Derendingen,

G 032 624 65 45, M 078 752 22 24.

i www.og-solothurn.ch

Montag, 16. Februar, Rathaus, Solothurn.

Neubrevetierten-Empfang.

Freitag, 6. März, Solothurn. GV 2014.

Donnerstag, 21. Mai. KOG Solothurn:

Tag Gesellschaft und Armee.

OG Balsthal, Thal und Gäu

Präsident: Major Thomas Dobler,

Rauracherweg 1, 4710 Balsthal,

Telefon 079 439 42 60.

OG Grenchen und Umgebung

Obmann:

Major Nicole Arnold-Probst,

Bielstrasse 2, 3243 Lengnau,

M 076 324 12 77.

i www.mv-grenchen.ch

Freitag, 13. März. 2. GV des Militärvereins

Grenchen.

Donnerstag, 21. Mai, Solothurn. Tag

Gesellschaft und Armee. 17 Uhr: DV,

anschliessend Nachtessen; 20 Uhr: TGA,

Thema im Bereich Sicherheitspolitik.

Sonntag, 28. Juni. MVG Familienanlass.

Freitag bis Sonntag, 28. bis 30. August,

Hinwil. SUT 2015 mit Of-Patrouillen.

Samstag, 12. September, Schiessstand

Lauacher, Bettlach. 6. MVG Pistolen-

Cup (JEKAMI), anschliessend Absenden/Höck.

Freitag, 15. Januar 2016. 19. MVG Fondueplausch.

Freitag, 11. März 2016. 3. GV des Militärvereins

Grenchen.

Sport: jeden Montag ab 18.30 Uhr in

der Halden-Turnhalle.

OG Olten

Präsident:

Major i Gst Johannes Gäumann,

c/o Raiffeisenbank Untergäu,

Eigasse 8, 4614 Hägendorf,

G 062 206 81 01, Fax 062 206 81 22.

Freitag, 24. April, Olten. Generalversammlung.

OG-Reitergruppe: Interessenten melden

sich beim Präsidenten.

Fussballtraining: jeden Montag von 19 bis

20 Uhr (Ausnahme: Schulferien); Sommertraining:

Sportplatz Bannfeldschulhaus,

Olten; Wintertraining: Turnhalle

Kantonsschule, Olten.

St.Gallen

OG des Kantons St.Gallen

Präsident:

Oberstlt Markus Bänziger,

Bergstrasse 2a, 9436 Balgach,

G 071 747 47 37, M 079 437 45 94.

i www.kogsg.ch

Mittwoch, 11. März, St. Gallen. Mitgliederversammlung

2015. Referent: Dr.

phil. Michael Olsansky.

Mittwoch, 1. April. Präsidentenkonferenz

1/15.

Freitag, 8. Mai, Widnau. Parlamentariertreffen

2015. Referenten: KKdt André

Blattmann, Dr. Kurt Weigelt und

Regierungsrat Beni Würth.

OG der Stadt St.Gallen

Präsident: Hptm Markus Naegeli,

Linerhofstrasse 7, 9032 Engelburg,

P 071 260 11 51, M 079 457 76 44.

i www.ogsg.ch

Mittwoch, 25. Februar. Schiesskeller-Anlass

mit Of@UniSG. Referent: Samuel

Meier.

Mittwoch, 11. März, St.Gallen. Mitgliederversammlung

KOG St. Gallen.

Dienstag, 24. März, 11.15 bis 13.30 Uhr,

Restaurant Schlössli am Spisertor. Gallus

Business Lunch, mit Bischof Markus,

Hptm (Asg), Präsident der Schweizer

Bischofskonferenz.

Freitag, 8. Mai, Widnau. Parlamentariertreffen

KOG mit KKdt André Blattmann

und Regierungsrat Beni Würth.

Dienstag, 12. Mai, 11.15 bis 13.30 Uhr,

Restaurant Schlössli am Spisertor. Gallus

Business Lunch, mit Prof. Dr. Thomas

Friedli, Oberstlt, Lehrstuhl für Produk

tionsmanagement an der Universität

St.Gal len.

Mittwoch, 3. Juni. 3. Gallus Wein-Degustation

mit Kevin Thoma.

Dienstag, 18. August, 11.15 bis 13.30

Uhr, Restaurant Schlössli am Spisertor.

Gallus Business Lunch, mit Dr. Patrik

Noack, Major, Sportarzt Swiss Olympics.

Dienstag, 3. November, 11.15 bis 13.30

Uhr, Restaurant Schlössli am Spisertor.

Gallus Business Lunch, mit Silvan Wildhaber,

Oblt a D, CEO Filtex AG.

Mittwoch, 18. November, 19 bis 21 Uhr.

Hauptversammlung 2015. Thema der

Business Lunches: Eigene Führungserfahrungen.

OG Fürstenland

Vizepräsident:

Major i Gst Martin Koller,

Konstanzerstrasse 58f, 9512 Rossrüti,

Telefon 079 409 59 92.

i www.offiziersgesellschaft.ch

Freitag, 10. April, 18.30 bis 22 Uhr, Flawil.

128. Hauptversammlung.

Montag, 13. April, 17.30 bis 19 Uhr,

Oberuzwil. Pistolenschiessen April.

Freitag, 8. Mai, 17.30 bis 20 Uhr, Oberuzwil.

Pistolenschiessen Mai und Spaghetti.

Freitag, 5. Juni, 17.30 bis 19 Uhr, Oberuzwil.

Pistolenschiessen Juni.

Montag, 6. Juli, 17.30 bis 20 Uhr, Oberuzwil.

Pistolenschiessen Juli (OP) und

Grill.

Sonntag, 16. August, 10 bis 14 Uhr,

Oberuzwil. Apéroschiessen.

Samstag, 19. September, 9.30 bis 16.30

Uhr, Thurau, Wil. Herbstanlass.

Freitag, 13. November, 18.30 bis 21 Uhr,

Gossau. Jahresend-Essen.

Rheintalischer Offiziersverein

Präsident: Hptm Lukas Krüsi,

Pflanzschulstrasse 37, 8400 Winterthur,

M 079 702 26 21.

i www.rov.ch

Freitag, 11. März, St.Gallen. Mitgliederversammlung

KOG.

Samstag, 9. Mai, Dornbirn. Jung-Of-

Treff JOIN.

Freitag, 14. August, Altstätten. Fitnessabend.

Herbst, Koblach. IVS, Internationales

Vergleichsschiessen.

Samstag, 28. November, Leuchen. WMS,

71.Wildenmannschiessen.

Montag, 30. November, Raum Rheintal.

HV.

OG Rorschach

Präsident: Oblt Urs Kundert,

Dufourpark 13, 9030 Abtwil,

G 071 226 34 68.

i www.ogrorschach.ch

Donnerstag, 19. Februar, 18 Uhr, Schloss

Wartensee, Rorschacherberg. 26. Kaminfeuergespräch

mit Michael Lauber.

Mittwoch, 11. März, 17.15 Uhr, Regierungsgebäude,

St.Gallen. KOG SG Mitgliederversammlung.

Freitag, 20. März, 17.30 Uhr, Restaurant

Rheinspitz, Altenrhein. 62. Mitgliederversammlung

mit Br Daniel Lätsch.

Donnerstag, 16. April, 18 Uhr. OFFA-

Stamm. Treffpunkt: Herzog Weine, Halle

4.0.41.

Mittwoch, 29. April, 18 Uhr, Schiessanlage

Witen, Goldach. Pistolenschiessen

25 m, anschliessend Stamm in der Kornhausbräu.

Mittwoch, 6., 13. und 27. Mai, jeweils

18 Uhr, Schiessanlage Witen, Goldach.

Pistolenschiessen 25 m, anschliessend

Stamm in der Kornhausbräu.

Samstag, 30. Mai, Jagdstand Erlenholz.

Spezialschiessen.

Juni, Rorschach. OG Network Circle

bei Molkerei Fuchs.

Mittwoch, 10. Juni, 19 Uhr, Restaurant

Ochsen, Rorschacherberg. Absenden Vereinsmeisterschaft.

Alle sind willkommen.

Freitag, 12. Juni, 12 Uhr/19 Uhr, OSGC

Niederbüren. 6. Schweiz. Offiziersgolfturnier

mit Nachtessen für alle Mitglieder.

August, Gartenhaus Lowiner/Stambach,

Rorschach. Familien-, Grill und Badeplausch

am See.

Samstag im August, 14 Uhr, Hafen Staad.

Young Boys Anlass: «Waterfun».

Donnerstag, 10. September, 11 Uhr. Old

Boys Anlass.

Freitag bis Sonntag, 25. bis 27. September,

Raum Europa. 13. OG-Vorstandsworkshop.

Donnerstag, 15. Oktober, 17 Uhr.

OLMA-Stamm. Treffpunkt: Herzog

Wei ne, Halle 4.0.

Oktober. Lucullus IV.

Mittwoch, 21. Oktober, 12 Uhr, Restaurant

Villa am See, Goldach. OG Network

Circle mit Marcel Zoller, CFO

Raiffeisenverband.

November. 18. Gesellschaftsabend.

November, Schloss Wartensee, Rorschacherberg.

27. Kaminfeuergespräch mit

Hans-Peter Schwald, VR & RA.

November. KOG Kurstag 2015.

Freitag, 4. Dezember, 17 Uhr. Weihnachtsessen

Vorstand.

OG Sarganserland

Präsident: Oberstlt Axel Zimmermann,

Ausserdorf 21, 7315 Vättis,

M 079 669 76 74.

i www.ogsarganserland.ch

Donnerstag, 26. Februar, abends, Versuchsstollen

Hagerbach, Flums. WEA

mit Brigadier Sergio Stoller.

Samstag, 11. April, vormittags. Familien-

Hauptversammlung.

OG vom See und Gaster

Präsident: Oberstlt Ueli Schläpfer,

Oberer Gubel 44, 8645 Rapperswil-

Jona,

P 055 210 80 30.

i www.ogseegaster.ch

Donnerstag, 5. März. Generalversammlung.

Dienstag, 15. September. Herbstanlass

«Militärpolitisches Update».

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

55


SOG und Sektionen

Donnerstag, 19. November. Offizierstreff.

OG Toggenburg

Präsident: Oblt Simon Seiler,

Rickenstrasse 71, 9630 Wattwil,

Telefon 079 759 52 74.

i www.og-toggenburg.ch

Freitag, 13. Februar. 19.30 Uhr, Restaurant

Löwen oder Skigebiet Tanzboden,

Ebnat-Kappel. Fondue-Of-Stamm oder

Nachtskifahren.

Mittwoch, 11. März, St.Gallen. Mitgliederversammlung

KOG St.Gallen.

Freitag, 27. März. Hauptversammlung

OG Toggenburg.

Freitag, 22. Mai, Gonten. Golf-Of-

Stamm.

Samstag, 13. Juni, bei der Badi, Wattwil.

Minigolf mit anschliessendem Grillplausch.

Samstag, 8. August. OGT-Familientag.

Freitag, 4. September, 19.30 Uhr, Irish-

Openair, Ennetbühl. Irish Of-Stamm.

Freitag, 16. Oktober, 14/18 Uhr, St. Gallen.

Weinkurs an der OLMA.

Freitag, 4. Dezember, 19.30 Uhr, Restaurant

Löwen, Ebnat-Kappel. Chlaus-

Of-Stamm.

OG Werdenberg

Präsident: Oberst Jörg Velinsky,

Prafisuot 5, 9479 Oberschan,

P 081 783 29 00, M 079 445 68 19.

i www.og-werdenberg.ch

Dienstag, 17. Februar, 18.30 Uhr, Kurhaus

Alvier. OGW Hauptversammlung

mit Br Daniel Moccand.

Stamm: jeden 1. Donnerstag von März

bis Dezember (ausgenommen Juli/August),

17.30 Uhr, Traube, Buchs.

Thurgau

OG des Kantons Thurgau

Präsident: Oberstlt Reto Maurer,

Meieboolweg 30, 8598 Bottighofen,

P 071 688 51 25, G 044 316 41 24.

i www.kogtg.ch

Präsidenten der Lokalsektionen:

Frauenfeld:

Hptm Hermann Lei,

Mühletobelstr. 59a, 8500 Frauenfeld,

P 052 721 60 44, G 071 622 42 82.

i www.ogfrauenfeld.ch

Bodensee:

Oberst Thomas Hugentobler,

Neulandenstrasse 14, 9500 Will,

M 079 742 63 47.

i www.ogbodensee.ch

Sport (OG Bodensee): Jeden Montag

von 19.30 bis 20.30 Uhr Korbballspiel

in der Wehrli-Turnhalle, Kreuzlingen.

Sport (OG Frauenfeld): Jeden Montag

von 19 bis 20 Uhr in der Kanti-Turn -

halle, Frauenfeld. Auskünfte bei Hptm

Hermann Lei.

Ticino

Società ticinese degli Ufficiali

Presidente: Col Marco Lucchini,

Via al Sasso 6, 6600 Locarno,

U 091 814 30 22, Fax 091 814 44 16.

i www.stu.ch

Circolo di Bellinzona

Presidente:

Maggiore SMG Manuel Rigozzi,

Viale Camillo Olgiati 10, 6512 Giubiasco,

Telefono 091 857 57 57.

i www.cu-bellinzona.ch

Circolo di Locarno

Presidente:

Ten col Claudio Knecht,

Vicolo dei Tigli 3, 6616 Losone,

P 091 791 37 56, U 091 786 15 13.

Circolo di Lugano

Presidente:

Col SMG Roberto Badaracco,

Corso Elvezia 4, 6901 Lugano,

U 091 221 11 22, Fax 091 221 11 10.

Circolo del Mendrisiotto

Presidente:

Cap Daniele Pestalozzi,

Via al Loi 10, 6852 Genestriero,

P 091 647 35 03.

i www.cum-ti.ch,

www.trofeosanmartino.ch

Società Ticinese dei Genieri

Presidente:

Maggiore Raoul Barella,

Via Robiana, 6863 Besazio.

Indirizzo: CP 1201, 6512 Giubiasco.

i www.genieri.ch

Circolo Ippico degli Ufficiali

Presidente:

Iten Ignazio Odermatt,

Via Pian Lorenzo 9°, 6500 Bellinzona,

Telefono 091 820 68 48.

Uri

OG des Kantons Uri

Präsident: Oblt Diego Bundi,

Adlergartenstrasse 55, 6467 Schattdorf.

i www.og-uri.ch

Donnerstag, 26. Februar, Andermatt.

Winterwettkämpfe der Armee (WiWA).

Freitag, 5. Juni, Altdorf. Pistolenschiessen.

Frühling/Herbst. Evtl. Kultur-Anlass.

Frühling/Herbst. Donatorenanlass der

OG Uri.

Frühling/Herbst. Evtl. Truppenbesuch.

November, SBU, Schattdorf. 159. Generalversammlung

der OG Uri.

Vaud / Waadt

Société Vaudoise des Officiers

Président:

Col Yves Charrière,

Rue de l’Industrie 23, 1170 Aubonne,

M 079 417 53 71.

i www.ofvd.ch

Samedi, 25 avril, 9 à 16 h. Assemblée

Générale.

Groupement Lausanne

Président:

Cap Philipp Zimmermann,

Case postale 6315, 1002 Lausanne,

M 079 778 99 03.

i www.ofvd.ch

Lundi, 2 mars, 18.30 à 22 h, Café du

Grütli. Stamm.

Samedi, 21 mars, 16 à 19 h, Aéroport

international de Genève. Visite de la

Division Sûreté.

Samedi, 2 mai, 11 à 14 h. Sortie à la Fête

de l'Epesse.

Jeudi, 28 mai, 18.30 à 21.30 h. Assem -

blée Générale.

Lundi, 1er juin, 18.30 à 22 h, Café du

Grütli. Stamm.

Lundi, 7 septembre, 18.30 à 22 h, Café

du Grütli. Stamm.

Samedi, 19 septembre, 8 à 12 h. Paint -

ball Cobalt Project 2015.

Samedi, 7 novembre, 15 à 18 h. Visite de

la centrale de gestion des crises et des

événements des CFF.

Lundi, 7 décembre, 18.30 à 22 h. Stamm

Marché de Noël.

Groupement Est

Président:

Major Frédéric Glutz,

Rue du Clos-Novex 49, 1868 Collombey,

M 079 449 50 39.

i www.ofvd.ch

Vendredi, 22 mai, 18.30 à 22 h. Assem -

blée Générale.

Groupement Nord

Président:

Major EMG Sébastien Rouge,

grand Rue 10, 1443 Champvent,

M 079 467 62 35.

i www.ofvd.ch

Jeudi, 4 juin, 18.30 à 22 h. Assemblée

Générale.

Groupement Ouest

Président:

Plt Luc Jotterand,

Vy de Ballens 29, 1145 Bière,

M 079 701 04 49.

i www.ofvd.ch

Lundi à vendredi, 16 à 20 mars. Accueil

des nouveaux membres SVO, avec vi -

site de cave, suivi d’un souper malakoffs.

Wallis/Valais

OG Oberwallis

Präsident:

Oberstlt i Gst Robert-Peter Eyer,

Av. Pratifori 15, 1950 Sion,

Telefon 079 505 12 42.

i www.og-oberwallis.ch

März, Raum VS/BE. Besuch Bahninfrastruktur.

Samstag, 30. Mai, Leuk-Stadt. 79. Generalversammlung

OGO. Gastreferenten:

KKdt A. Blattmann, CdA, und Dr.

J. Stüssi-Lauterburg.

Juni/Juli, Raron/Visp. Eidgenössisches

Schützenfest.

Juli, Raum Oberwallis. Besuch militärische

Infrastrukturen.

Herbst. Referat: WEA und Stationierungskonzept

VS.

Section du Valais romand

Président:

Lt col EMG Flavien Schaller,

Av. du Simplon 1, 1870 Monthey,

M 079 437 18 49.

i www.sovr.ch

Zug

OG Zug

Präsident: Major Danilo Schwerzmann,

c/o Offiziersgesellschaft des Kantons Zug,

Postfach 1305, 6301 Zug,

Telefon 041 720 25 40.

i www.ogzug.ch

Zürich

OG des Kantons Zürich

Präsident:

Oberstlt i Gst Joel Gieringer.

Sekretariat: Postfach, 8050 Zürich,

Tel. 044 312 50 66, Fax 044 311 33 44.

i www.kogzh.ch

AOG Zürich und Umgebung

Präsident:

Major i Gst Philip R. Bornhauser.

Sekretariat: Postfach 5227, 8050 Zürich,

Telefon 044 312 50 66.

i www.aog.ch

Montag, 9. März, 18.30 Uhr, Konferenzgebäude

Grünenhof, Zürich. AOG-Generalversammlung.

Samstag, 25. April und 9. Mai, Schiessplatz

Tegital. Pistolenschiessen.

Stamm: jeden letzten Dienstag des Monats

(Ausnahme: Dezember) ab 19 Uhr

im Restaurant Turm, Zürich.

Offiziers-Reitgesellschaft

Zürich

Präsident: Major Emanuel Tschannen,

Feldeggstrasse 28, 8008 Zürich,

Telefon 079 607 23 01.

i www.org-zuerich.ch

Donnerstag, 26. März. Generalversammlung.

OG Winterthur und Umgebung

Präsident: Fachof Marc Bösch,

Lättenstrasse 5, 8308 Illnau,

P 052 233 43 73, M 076 369 04 33.

i www.ogw.ch

Mittwoch, 25. Februar, 20 Uhr, Club

zur Geduld, Marktgasse 22, Winterthur.

Kdt Stamm mit Fritz Lehmann, Kdt

Stadtpolizei.

Mittwoch, 25. März, 20 Uhr, Club zur

Geduld, Marktgasse 22, Winterthur.

Stamm.

Samstag, 18. April, 8.30 Uhr, KD Boxen,

Frauenfeld. Combatschiessen Frühling.

Freitag, 1. Mai, Raum Aargau. 1. Mai Familienanlass.

Freitag, 19. Juni, 18.30 Uhr, Schloss Kyburg.

GV OGW.

Samstag, 24. Oktober, Kongress- und

Kirchgemeindehaus Liebestrasse, Winterthur.

8. Lange Nacht «junger» Offiziere.

Sport: Konditionstraining und Ballspiele

jeden Montag um 20.15 Uhr in der

Turnhalle B der Kantonsschule im Lee.

Auskünfte: Hptm Urs Bänziger, G 052

233 12 10.

Reiten: jeden Samstag, 8.15 Uhr, Stall

Brütsch, Unterschlatt TG. Reiten für Anfänger

und Fortgeschrittene. Siehe auch

www.reitergruppe.ch. Auskunft erteilt

Oberstlt Martin Zuber, P 052 740 23 30,

G 052 744 03 20.

OG Zürcher Oberland

Präsident: Major Steven Mettler,

Rothausstrasse 11, 8635 Dürnten,

M 079 646 03 72.

i www.ogzo.ch

OG Zürcher Unterland

Präsident: Major Remo Sonderegger,

Im oberen Chapf 240, 8455 Rüdlingen,

G 043 444 06 51.

i www.ogzu.ch

OG Zürichsee linkes Ufer

Kontakt:

Oblt Patrick Dummermuth,

Hofwiesenstrasse 10, 8057 Zürich,

M 076 558 88 18.

i www.ogzlu.ch

56 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


SOG und Sektionen

Dienstag, 3. März. 95. Generalversammlung.

Stamm: jeden ersten Mittwoch im Monat

(ausser Januar, Juni, August und Dezember)

ab 19 Uhr im Restaurant Gambrinus,

Seestrasse 85, Wädenswil.

OG Zürichsee rechtes Ufer

Präsident: Oberstlt i Gst Joel Gieringer,

Aryanastrasse 9, 8704 Herrliberg,

G 044 334 46 30.

i www.ogzru.ch

Mittwoch, 25. Februar, 19 Uhr, Restaurant

Löwen, Meilen. GV, anschliessend

Diskussion mit Politikern zum

Thema Sicherheitspolitik mit Schwerpunkt

WEA.

Dienstag, 31. März, 19 Uhr, Restaurant

Löwen, Meilen. Referat von Brigadier

Daniel Lätsch: «Moderne Kriege».

Dienstag, 12. Mai. Gedenkanlass «70

Jahre Ende des 2. Weltkriegs» mit Referaten

von Oberst i Gst Matthias Kuster

und Prof. Rudolf Jaun.

FACHSEKTIONEN

ABC Suisse –

Vereinigung

der Schweizerischen

ABC-Spezialisten

Präsident a.i.:

Oberstlt Christian Fokas,

Mönchstrasse 6a, 3600 Thun,

M 079 352 29 84.

i www.abcsuisse.ch

Samstag, 12. September. Delegiertenversammlung

ABC Suisse.

Sektion Basel

Präsident:

Reto Sommerhalder.

Sektion Bern

Präsidentin:

Fachof Anita Noli-Kilchenmann.

Ansprechstelle:

Oberstlt Arthur Beck, Postfach 15,

3626 Hünibach, G 033 243 06 31.

Montag, 9. Februar, 20 Uhr, Kaserne

Bern. Vortrag von P. Mathis, BAG:

«Ebola».

Montag, 20. April, 20 Uhr, Kaserne

Bern. Vortrag von Ueli Stoller und Dr.

Matthias Giger: «100 Jahre C-Waffen».

AROPAC (Section Romande)

Président:

Adj sof Fabien Müller,

Route du Sanetsch 35, 1965 Chandolin,

Téléphone 079 580 12 92.

Sektion Zürich, Zentralund

Ostschweiz

Präsident:

Major Dominique Werner,

Haslerholzstrasse 2, 8172 Niederglatt,

G 044 368 17 34, M 079 817 47 36.

Montag, 23. März, 18.30 Uhr, KVA

Winterthur, Scheideggstrasse 50, Winterthur

(Beginn der Führung: 18.45 Uhr).

Besichtigung der Kehrichtverbrennungsanlage

Winterthur mit Schwerpunkten

«Verbringung der Reststoffe aus der KVA»

und «Neue Ideen der Umweltbehörden

zur Anlagentechnologie». Referent:

Tino Däscher, MSc Biotech/Dipl. Chem.

HTL. An- und Abmeldungen beim Präsidenten.

Dienstag, 26. Mai, 20 Uhr, Stützpunkt

Freiwillige Feuerwehr Zug, Ahornstrasse

10, Zug. Mitgliederversammlung mit

anschliessender Besichtigung des Stützpunktes

der FFZ. An- und Abmeldungen

beim Präsidenten.

Società Ticinese

di Artiglieria

Associata SOGART/

SSOART/SSUART

Vice Presidente:

I ten Simone Gianini,

Via Ravecchia 5a, 6500 Bellinzona,

P 079 707 14 94, U 091 912 20 00.

Segretario:

I ten Roberto Sciaroni,

via del Sole 6, 6600 Muralto,

U 058 205 13 70.

i www.stu.ch

Schweizerische

Offiziersgesellschaft

der Artillerie

(SOGART)

Präsident:

Oberstlt Markus Oetterli,

Rodteggstrasse 18, 6005 Luzern,

G 041 318 19 66.

Kassier:

Hptm Hadrien Jean-Richard,

Zollikerstrasse 82, 8008 Zürich,

M 079 279 67 91.

i www.sogart.ch

Samstag, 19. September, 9 bis 16 Uhr,

Thun. Generalversammlung und

Herbsttagung 2015.

AGFACo

Community der

Kader der

Aufklärungs- und Grenadierformationen

der Armee

Präsident:

Major Daniel Slongo,

Sagenriet 16, 8853 Lachen,

P 055 442 28 53, M 079 658 69 47.

i www.agfaco.ch

AVIA-Gesellschaft

der Offiziere

der Luftwaffe

Präsident:

Oberst Fabian Ochsner,

Boldistrasse 13, 5415 Nussbaumen,

P 056 282 36 54, M 079 658 81 30.

i www.avia-luftwaffe.ch

Samstag, 28. März, 9.15 bis 14.30 Uhr,

Airforcecenter, Dübendorf. AVIA-Symposium

«Langfristige Sicherung des

Luftraumes».

Samstag, 13. Juni. GV Zentral-AVIA.

Sektion Aargau

Präsident:

Oblt Martin Remund,

Gartenstrasse 14, 5600 Lenzburg,

P 062 891 28 58, M 078 707 58 56.

Sektion Basel

Präsident:

Major Patrick Gättelin,

Gerbergässlein 30, 4051 Basel,

M 076 384 83 68.

i www.aviabasel.ch

AVIA-Stamm: jeden ersten Dienstag

des Monats (ausgenommen Januar) ab

18.30 Uhr im Restaurant Zum Rebhaus,

Riehentorstrasse 11, Basel.

AVIA Bern

Fachsektion der OGB

Kontakt:

Oberst i Gst Frieder Fallscheer,

Kollerweg 3, 3006 Bern,

G 031 324 31 58.

i www.avia-bern.ch

Dienstag, 3. März, 18.30 Uhr, Restaurant

am Äusseren Stand, Bern. Vortrag

von Dr. Markus Seiler, Direktor NDB:

«Was bedroht die Schweiz?»

Montag, 16. März, 18.30 Uhr, Haus der

Universität, Bern. 154. Mitgliederversammlung

der Offiziersgesellschaft der

Stadt Bern. Gastreferent: Divisionär Philippe

Rebord, Kdt HKA.

Samstag, 28. März, 9 bis 14 Uhr, Zürich.

Symposium der AVIA: «Langfristige

Sicherung des Luftraums». Referat und

Podiumsdiskussion mit dem Chef VBS.

Samstag, 2. Mai, Simplonpass (VS). Besuch

bei der Art Abt 54: Artillerieschiessen

auf dem Simplon.

Donnerstag, 21. Mai, 18.30 Uhr, Restaurant

Schmiedstube, Bern. Vortrag

von Br René Baumann, Kdt LVb FU 30:

«Der Lehrverband Führungsunterstützung

30».

Freitag, 5. Juni, 18 Uhr, Burgdorf. Besuch

des AMP Burgdorf mit anschliessendem

Stamm bei der OG Burgdorf.

Stiftung HAM – Ausstellung von Panzern,

Motorfahrzeugen, Baumaschinen,

Fourgons und Fuhrwerken.

Donnerstag, 25. Juni, 9 Uhr, Wangen

a.A. Besuch beim LVb Genie/Rettung:

«Der Lehrverband Genie/Rettung – Die

Mittel der Rettungstruppen heute».

Samstag, 15. August, Waffenplatz Sand,

Schönbühl. U COLT, Pistolenschiessen/Combatschiessen

für Offiziere jeden

Alters.

Donnerstag, 20. August, Bure (JU). Besuch

des Pz Bat 29 auf dem Gefechts -

ausbildungszentrum West: «Der Einsatz

von Mechanisierten Verbänden».

AVIA-Stamm: in der Regel jeden ersten

Donnerstag des Monats ab 18 Uhr (Ausnahme:

9.4.) im Restaurant Schmiedstube,

Schmiedenplatz 5, Bern.

Section de Genève

Président:

Lt col Alexandre Czech,

8, chemin de la Florence, 1208 Genève,

P 022 347 66 34, M 079 446 17 37.

Mardi, 3 mars, Cercle du Général Dufour.

Assemblée Générale 2015, suivie d’un

apéritif.

Sezione della Svizzera italiana

Presidente:

Cap Paolo Franchini,

Via Sirana 50, 6814 Lamone,

M 079 620 40 63.

i www.avia-si.ch

Stamm: ogni primo martedì del mese,

da settembre a giugno e senza gennaio,

presso il Grotto Serta di Lamone.

Flieger-Sektion Luzern

Präsident:

Oberst Daniele Tamburini,

AVIA Flieger Luzern, 6000 Luzern,

G 041 268 46 91, M 079 618 46 91.

Samstag, 28. März, Airforce Center Dübendorf.

Anlass AVIA Luftwaffe: «Langfristige

Sicherung des Luftraums».

Montag, 27. April. Vortrag des Sicherheitspolitischen

Forums Zentralschweiz:

«IS – eine Gefahr für die Schweiz, eine

Herausforderung?»

Dienstag, 5. Mai, Hotel Radisson, Luzern.

Vereinsversammlung mit Referat

und Nachtessen.

Donnerstag, 4. Juni, Flugplatz Buochs.

Ju-52-Flugtag mit www.paulstours.ch.

Donnerstag bis Sonntag, 18. bis 21.

Juni, Le Bourget. Reise an die Paris Air

Show mit www.paulstours.ch.

Montag, 31. August. Anlass des Sicherheitspolitischen

Forums Zentralschweiz:

«Sicherheit in Fussball- (Eishockey-) Stadien

– eine Herausforderung?»

Sektion Ostschweiz

Präsident:

Hptm Markus Vogt,

Bionstrasse 4, 9015 St. Gallen,

Telefon 079 373 49 53.

i www.avia-ostschweiz.ch

Section Romande

Président:

Plt Julien Schumacher,

Ave. des Platanes 17a, 3960 Sierre,

M 079 764 87 81.

i www.aviaromande.ch

Flab-Sektion Zentralschweiz

Präsident:

Major Philipp Schumacher,

AVIA Flab Zentralschweiz,

Kaserne, 6032 Emmen,

G 041 268 34 07, M 079 628 23 68.

i www.aviaflab.ch

Sektion Zürich

Präsident:

Oberstlt Patrick Richter,

Trichtenhausenstrasse 128, 8053 Zürich,

M 079 207 88 71.

i www.avia-zh.ch

Samstag, 28. März. Luftwaffenball der

OG AVIA Zürich. 18.30 Uhr: Apéro,

19.30 bis 2 Uhr: Dinner und Ball.

Mittwoch, 10. Juni, 17.30 Uhr. Pistolenschiessen

OG AVIA Zürich.

Schweiz.

Gesellschaft der

Bereitschaftsoffiziere

Präsident:

Oberst Patrice A. Obrecht,

c/o Obrecht AG, Wardstrasse 3,

5316 Felsenau,

G 056 245 77 72, M 079 681 56 96.

i www.sgberof.ch

Schweizerische OG

Führungsunterstützung

Präsident:

Oberst Michael Kientsch,

Lindhaldenstrasse 10, 3076 Worb,

P 031 832 72 77, Fax 031 832 72 78.

i www.sog-fu.ch

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

57


SOG und Sektionen

Offiziersgesellschaften

an Schweizer

Hochschulen

Studentische

Offiziersgesellschaften

(* nicht Mitglieder der SOG)

Präsidentenkonferenz der Offiziers -

vereine der Schweizer Universitäten

und Hochschulen

Vorsitzender:

Hptm Patrick Blumer,

Bungertweg 19, 8600 Dübendorf,

M 076 502 58 72.

Of@Unibas

* Verein der Offiziere der Universität Basel

Präsident:

Hptm Pablo Breitenmoser.

i www.ofunibas.ch

Stamm: jeden 1. Mittwoch des Monats.

OG Uni Bern

Offiziersgesellschaft Universität Bern

(Mitglied der KBOG)

Präsident:

Oblt Tobias Haudenschild,

Narzissenweg 18b, 3612 Steffisburg.

M 079 640 76 40.

i www.ofunibe.ch

Dienstag, 3. März, 18.30 Uhr, Hauptgebäude

der Universität Bern. Generalversammlung

mit Referat von Brigadier

René Wellinger: «Mechanisierte Kräfte

in heutigen Einsatzszenarien».

Of@UniFR

* Offiziersgesellschaft der

Universität Fribourg

Präsident:

Oblt Pirmin Niederberger,

M 079 501 90 64.

Vereinsanschrift:

Postfach 1108, 1701 Fribourg.

i www.ofunifr.ch

Of@campusLausanne

* Société des officiers du campus

universitaire de Lausanne

Président:

Lt Romain Jaquier, M 077 451 19 57.

Vereinsanschrift: 1000 Lausanne.

i www.ofcampuslausanne.ch

Of@UniSG

* Verein der Offiziere an der

Universität St.Gallen (HSG)

Präsident:

Oblt Samuel Meier, M 078 711 89 99.

Vereinsanschrift:

Dufourstrasse 50, 9000 St. Gallen.

i www.ofunisg.ch

Donnerstag, 19. Februar, 13 Uhr, Hauptgebäude

der Universität. Mittagsrapport

1/3.

Donnerstag, 26. Februar. Winterwanderung.

Mittwoch, 11. März, 13 Uhr, Hauptgebäude

der Universität. Mittagsrapport

2/3.

Mitte März. Paintball-Event.

Montag, 30. März, Kaserne, Kloten.

Alumni-Event.

Dienstag, 21. April, 13 Uhr, Hauptgebäude

der Universität. Mittagsrapport

3/3.

Donnerstag/Freitag, 23./24. April. Fallschirmspringen.

Of@campusZH

* Verein der Offiziere der Universität

Zürich und der ETH Zürich

Präsident:

Hptm Patrick Blumer, Bungertweg 19,

8600 Dübendorf, M 076 502 58 72.

i www.ofcampuszh.ch

Schweizerische

Gesellschaft

der Offiziere

der Logistik

Präsident:

Oberst Thomas Christen,

Mozartstrasse 6, 6000 Luzern 6,

G 041 248 84 85, Fax 041 248 84 90.

i www.solog.ch

Sektion Mittelland

Präsident:

Oberst Andres Krummen,

Bernastrasse 54, 3005 Bern,

P 031 312 02 64, G 031 320 23 30,

Fax 031 320 23 80, M 079 335 04 58.

Sektion Ostschweiz

Präsident:

Oberstlt Christian Müller,

Seenerstrasse 201, 8405 Winterthur,

P 052 534 34 25, G 058 444 50 83.

Freitag, 20. Februar, Winterthur. MV

SOLOG Ostschweiz.

Samstag, 21. März, Mannschaftskaserne,

Bern. SOLOG Logistik-Brunch

mit Referat von Oberst Dr. Roland

Haudenschild: «500 Jahre Marignano

1515–2015».

Samstag, 25. April und 9. Mai, Tegital,

Kloten. Pistolenschiessen.

Donnerstag, 21. Mai, Zürich. Besichtigung

Prime Tower mit Apéro.

Samstag, 6. Juni, Paintball Arena, Schänis.

Neumitgliederanlass.

Samstag, 13. Juni, Morges. MV SOLOG

Schweiz.

Sonntag, 6. September, Zürcher Oberland.

Dampfbahn-Ausflug DVZO.

Freitag, 23. Oktober (Ausweichdatum:

30. Oktober), Zürich. Führung Letzigrund.

Section Romande

Président:

Lt col Béat Mader,

Papiermühlestrasse 14, 3003 Berne,

B 031 324 86 66, M 079 604 33 64.

i www.officiers.ch

Sektion Zentralschweiz

Präsident:

Oberstlt i Gst Gregor Stutz,

Sonnhalderain 7a, 6030 Ebikon,

P 041 440 31 72, M 079 354 62 47.

Vereinigung

Schweizerischer

Nachrichtenoffiziere

(VSN)

Präsident:

Oberstlt i Gst Niels Büchi,

Neuhofstrasse 5, 8810 Horgen,

Telefon 079 290 19 66.

Mitgliederwesen:

VSN, Brunau-Stiftung,

Postfach 5017, 8045 Zürich.

i www.swissint.ch

OG Panzer

Präsident:

Oberstlt i Gst Alexandre Vautravers,

Ch. de l’Abbaye 8, 1185 Mont-sur-Rolle,

M 078 624 59 39

i www.ogpanzer.ch

Freitag, 6. Februar, 9 bis 17 Uhr. Secu -

rity Forum 2015. Anschliessend um

19 Uhr, Bellevue, Genève: Atéliers Romandie.

Dienstag, 17. Februar, 18 Uhr, Schloss

Jegenstorf. Kadertisch Bern. Moderne

Aufklärung und Nachrichtenbeschaffung

in den Panzerverbänden.

Donnerstag, 5. März, 17.45 Uhr, Bern.

14. Ordentliche Generalversammlung.

Samstag, 23. Mai, Saumur (Frankreich).

Studienreise Panzerwaffe. Expedition

historique «Le Carrousel de Saumur».

Samstag, 22. August, 10 Uhr, Thun.

Kadertisch: Aktive Kommandanten

treffen. Erfahrungs- und Ideenaustausch

mit den Kommandanten Pz Br 1

und 11.

Freitag, 11. September, 19 Uhr, Zürich.

Kadertisch Zürich.

Freitag, 9. Oktober, 19 Uhr, Basel. Kadertisch

Basel: «Führung auf den Punkt

gebracht».

Rettungstruppen

Section Lémanique

Président:

Major EMG Louis-Henri Delarageaz,

Route de Bussigny 30, 1121 Bremblens,

Téléphone 021 802 30 21.

ORET Deutschschweiz

Präsident:

Hptm Felix Sigrist,

Hinter Rüti, 6372 Ennetmoos,

G 027 550 58 80, Fax 027 550 58 81,

M 079 529 64 03.

i www.oret.ch

Schweizerische

Gesellschaft

der Offiziere

der Sanitätstruppen

Zentralpräsident:

Oberst Stephan Landolt

Hirschistrasse 7, 6430 Schwyz,

P 041 813 11 87, G 041 811 77 66,

M 079 323 04 67, Fax 041 811 77 67.

i www.medof.ch

Schweizerische

Veterinäroffiziersgesellschaft

Präsident:

Oberstlt Fredi Witschi,

Meisenweg 1, 3053 Münchenbuchsee,

G 031 868 10 10.

Stiftung der Offiziere der Schweizer Armee

Mit Ihrer Unterstützung stärken Sie das Milizsystem, die

Miliz armee und eine glaubwürdige Sicherheits politik der

Schweiz. Die Stiftung ist steuerbefreit. Jeder Beitrag zählt!

UNUS PRO OMNIBUS,

OMNES PRO UNO –

EINER FÜR ALLE, ALLE

FÜR EINEN.

Weitere Informationen unter:

www.offiziersstiftung.ch

Bankverbindung: UBS AG

IBAN: CH380026226210411901K

Stiftung der Offiziere der Schweizer Armee

117-119 avenue Général Guisan, Case postale 212, CH-1009 Pully

info@offiziersstiftung.ch, www.offiziersstiftung.ch

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Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Vermischtes

Echo aus der Leserschaft

Für den Notfall braucht es viel mehr Soldaten

Vorerst herzlichen Dank für

Ihren Leitartikel in der ASMZ

12/2014. In Kommentaren zur

Krisenübung des «Sicherheitsverbundes

Schweiz» konnten

wir Ende November lesen: «Für

den Notfall braucht es viel mehr

Soldaten». Die Aussage wurde

von oberster Stelle unserer

Armee gemacht. Die 2 ½ Wochen

dauernde Übung hat gezeigt,

dass unser Sicherheitsverbund

Schweiz im Falle eines

gleichzeitigen Stromausfalles

und einer Grippeepidemie

überfordert ist.

Damit ist klar gesagt worden,

dass die Armee (als einzige Reserve)

heute nicht in der Lage

ist, die erforderliche Zahl Soldaten

aufzubieten; und dies

bei einem Bestand von heute

noch über 200000 Mann. Wenn

der heutige Bestand bereits bei

einem rein «zivilen» Notstand

nicht ausreicht, dann ist leicht

voraussehbar, dass die zukünftige

Armee nach WEA (mit noch

100000 Mann) noch viel we -

niger in der Lage sein wird, bei

einer militärischen Bedrohung

unser Volk zu schützen.

Der radikale Abbau, von dem

unsere Armee in den letzten

20 Jahren befallen ist, wurde

mit dem Argument «die Schweiz

ist eingebettet in ein sicheres

Europa» dem Volk verkauft. Die

fixe Idee, dass es in Europa

«nie wieder Krieg» geben könne,

hat sich leider mit den Ereignissen

in der Ukraine für jedermann

deutlich sichtbar zerschlagen.

Das Konzept der WEA

(Weiterentwicklung der Armee

mit nochmals halbiertem Bestand)

ist unter der veränderten

Bedrohungslage nun völlig

falsch. Das Konzept stammt

noch aus der Zeit, bevor in der

Ukraine die Gewalt eskalierte

und der «Islamische Staat» aktiv

wurde etc. Jetzt muss eine

Armee geplant werden, welche

den heutigen und zukünftigen

Bedrohungen gewachsen ist

(und den in der Bundesverfassung

festgeschriebenen Auftrag

erfüllt).

Jakob Streiff

8607 Seegräben

Stabwechsel mit Horaz-Zitat

«La culture générale» nennen

es die Romands. Beim

Stabwechsel an der Spitze des

Lehrverbands Führungsunterstützung

30 wurde einmal mehr

sichtbar, dass die breite Ver -

ankerung der Milizarmee im

Schweizer Volk dafür sorgt, dass

das Niveau der Armee hoch

bleibt. Packe den Tag, «CARPE

DIEM», rief der scheidende

Chef Willy Siegenthaler seinem

Nachfolger René Baumann zu.

Dass die Armee im Thurgau

nach wie vor willkommen ist,

glaubten die zahlreich erschienenen

Teilnehmer und Gäste

dem Regierungspräsidenten

Br Willy Siegenthaler, abtretender Kdt LVb FU 30.

Bild: Milan Rohrer

Claudius Graf-Schelling und

erhoben sich gern zum Thurgauerlied.

Dem hohen Niveau

entsprach der weite Horizont

der Beiträge: Ulrich

Tilgner verstand

es, die Komplexitäten

des Nahen

Ostens so

auf referierbaren

Stoff zu reduzieren,

dass sie sich

vermitteln liessen,

ohne die für

das Verständnis

der Dinge unerlässlichen

Differenzierungen

zu

vernachlässigen. Ein Detail

am Rande: Tilgner lobte den

2007 von Bundesrat Samuel

Schmid getroffenen mutigen

Entscheid, die 2003 nach Afghanistan

entsandten Schweizer

Soldaten abzuziehen, da

diese zunehmend mit Selbstschutzmassnahmen

beschäftigt

waren und ihren Auftrag

kaum mehr wirksam erfüllen

konnten. Die zufriedenen Gesichter

des Chefs der Armee

André Blattmann («Ich habe

Freude an solchen Rapporten»)

und des Fliegerchefs Aldo

Schellenberg stellten dem Rapport

und nicht zuletzt dem

brillanten Moderator Peter

Hochuli das verdiente ausgezeichnete

Zeugnis aus.

Jürg Stüssi-Lauterburg

Todesanzeige

Wie ist alles entfernt und verwandt:

und alles enträtselt und unbekannt,

sinnlos und wieder voll Sinn.

Dein ist, zu lieben, was du nicht weisst.

Es nimmt dein geschenktes Gefühl und reisst

es mit sich hinüber. Wohin?

Reiner Maria Rilke

Wir trauern um meinen geliebten Milo, unseren Vater, Schwiegervater, Grossvater,

Onkel und Freund.

Emil Brun

Oberst i Gst (aD)

23. Februar 1921 bis 31. Dezember 2014

Nach einem langen gemeinsamen Leben ist er plötzlich von uns gegangen.

Wir behalten ihn in liebevoller Erinnerung. Er wird uns sehr fehlen.

Denise Brun-Barth

Daniel Brun

Eva Allemann-Brun und Peter Allemann mit Joris und Judith

Anverwandte und Freunde

Im Sinne des Verstorbenen gedenke man der Schweizerischen Berghilfe,

PC: 80-32443-2 / mit Vermerk «Emil Brun»

Traueradresse: Denise Brun-Barth, Rebweg 24, 8302 Kloten

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

59


Vermischtes

Zentrum für Sicherheitspolitik der ETH Zürich (CSS)

Die Unterstützung des Zentrums

für Sicherheitspolitik an

der ETH Zürich soll gemäss

Bundesrat weitergeführt werden.

Er beantragt dazu beim

Parlament einen Rahmenkredit

von 15,4 Mio. Franken für

die nächsten 4 Jahre. Ein kleiner

Teil des Kredits ist für Projekte

des VBS zur zivilen Frie-

densförderung vorgesehen. Der

Bund unterstützt das CSS seit

dessen Gründung 1986. Das

Institut hat sich zu einem Kompetenzzentrum

für nationale

und internationale Sicherheitspolitik

entwickelt und leistet

im Auftrag des VBS diverse

Beiträge an die sicherheitspolitische

Forschung, Ausbildung

und Diskussion im In- und

Ausland. Der Bundesrat möchte

die Unterstützung des CSS

weiterführen. Im Zuge des

Konsolidierungs- und Aufgabenüberprüfungspakets

2014

des Bundes beschloss das VBS

verschiedene Sparmassnahmen.

Eine davon betrifft das CSS:

Die Unterstützung wird zwar

weitergeführt, der Jahresbeitrag

wird aber gegenüber früheren

Jahren reduziert und beträgt

neu 3,35 Mio. Franken

pro Jahr. Damit ist sichergestellt,

dass das CSS die für das

VBS wesentlichsten Aufgaben

weiterführen kann, auf gewisse

Dienstleistungen aber in Zukunft

verzichtet wird. dk

Echo aus der Leserschaft

Die neue Armee wird kleiner, aber moderner, schlagkräftiger

und professioneller…

So wurde die Armee XXI an -

gepriesen. Mit den gleichen

Schlagworten wird heute die

hängige Weiterentwicklung der

Armee (WEA) vorgestellt. Einzig

«professionell» fehlt. Trotz

einiger mahnender Stimmen

haben Parlament und Volk dem

VBS und seiner Armee XXI damals

geglaubt und dem Projekt

zugestimmt; die Abstimmung

zu den Änderungen des Militärgesetzes

verlief positiv. Heute

muss man nüchtern feststellen,

dass Parlament und Volk über

den Tisch gezogen wurden.

Aus der gut funktionierenden

Milizarmee ist eine zentralis -

tische, jedoch kaum geführte

Verwaltungsarmee geworden.

Die Fehlleistungen haben sich

in der A XXI gehäuft. Von professioneller

Ausbildung mangels

Berufspersonal keine Rede.

Statt der versprochenen

Schlagkraft hat man die In -

fanterie unter Verlet zung des

Verfassungsartikels mehr oder

weniger zu Schutz- und Hilfsverbänden

umfunktioniert;

man hat ihr die weitreichende

Panzerabwehrwaffen genommen

und statt schutzbietenden

Panzern hat man schutzlo

se Truppen-Trans port fahr zeu -

ge beschafft. Wieviel diese wert

sind, zeigt heute der Krieg der

IS. Dabei verlangt das Gutachten

Schweizer, dass alle Truppen

auf die Verteidigung ausgerichtet

sein müssen. Für

die Verteidigung ausgerüstete

Kräfte können mit Zusatzausbildung

und -ausrüstung

auch Schutzaufgaben übernehmen,

aber nicht umgekehrt. Die

professionelle Führung ab Bern

hat es fertiggebracht, dass heute

für die halbe Armee kein

Material mehr einsatzbereit ist.

Das wäre geradezu eine Untersuchung

durch eine PUK wert.

Es ist zu hoffen, dass das Parlament

die WEA kritisch hinterfragt

und eine echte Rückkehr

zu einer dezentral geführten

Milizarmee durchsetzt. Auf

keinen Fall darf die AO-Ver -

ordnung der Bundesversammlung

über die Organisation der

Armee aufgehoben und damit

sämtliche Kompetenzen dem

Bundesrat übertragen werden.

Damit würde sich das Parlament

selber entmachten und

der künftigen Organisationswillkür

Tür und Tor öffnen.

KKdt aD Simon Küchler

6422 Steinen

Verbale Entgleisung

Dass Maj a D W. Stelzer in der

Dezemberausgabe der ASMZ

gegen die (notabene auf demokratisch

korrekt zustande

gekommenen Eckwerten basierende)

WEA Position bezieht,

ist legitim und entspricht der

Meinungs- und Pressefreiheit

in unserem Land. Dass aber im

selben Artikel die Durchdiener

als «Söldner im wahren Sinne»

diffamiert werden, darf nicht

unwidersprochen bleiben. Söldner

sind gegen Bezahlung angeworbene,

durch Vertrag gebundene

Soldaten, deren Hauptmotivation

für ihre Teilnahme

an bewaffneten Konflikten in

der Regel reines Streben nach

persönlichem und materiellem

Gewinn darstellt. Bei unseren

Durchdienern (Soldaten, Unteroffizieren,

höheren Unteroffizieren

und Offizieren) dagegen

handelt es sich um Milizsoldaten,

also um Wehrpflichtige, die

ihre Ausbildungsdienstpflicht

– anders als ihre Kameraden –

am Stück absolvieren; den Vorteil

der früheren Entlassung

kompensieren sie mit zusätzlichen

Diensttagen. Sie sind aus

dem Stand verfügbar und leisten

dadurch einen wichtigen

Beitrag für die Bereitschaft der

Armee. Jährlich machen rund

2500 Militärdienstpflichtige von

dieser Möglichkeit der Dienstleistung

Gebrauch. Seit der Einführung

des Durchdienermodells

im Jahre 2004 waren es

folglich schätzungsweise insgesamt

mindestens 25000 Armeeangehörige.

Es ist sehr bedauerlich,

wenn die ASMZ, das

Sprachrohr der grössten Milizorganisation

unseres Landes,

Raum dafür bietet, dass tausende

von Milizsoldaten als Söldner

beleidigt werden. Als aktiver

Milizoffizier möchte ich mich

bei unseren jungen Mitbürgern,

die ihren Militärdienst in dieser

Form geleistet haben oder gerade

leisten, für diese verbale

Entgleisung entschuldigen. Das

überwiegende Gros des Offizierskorps

schätzt Ihren Einsatz

zugunsten unserer Armee und

der Sicherheit unseres Landes

und dankt Ihnen für Ihr Engagement!

Oberstlt Peter Braun

3007 Bern

60 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Vermischtes

Persönliche Ausrüstung der AdA

WEA und

die Infanterie

Herzlichen Dank an Irène Thomann

für den interessanten Bericht

in der ASMZ «Die Weiterentwicklung

der Armee und die

Infanterie» und an Eugen Thomann

für die grün hinterlegten

gut fundierten Denkanstösse.

Als alter Offizier bin ich traurig,

was die Politik in den letzten

Jahren aus der Armee gemacht

hat. Dass die linke Politikseite

praktisch geschlossen die Armee

am liebsten abschaffen

würde, ist längstens bekannt.

Dass aber die rechte Politikseite

nicht geschlossen für eine

starke Armee einsteht und

dafür kämpft, sondern Einzelund/oder

Parteiinteressen höher

bewertet, bedrückt mich

sehr. Ein aktuelles Beispiel: die

«Gripen Beschaffung», ein älteres:

Die SVP lehnte Rüstungsanträge

ihres ehemaligen BR

Schmid ab, um ihm eine auszuwischen

und ihn damit indirekt

zum Rücktritt zu zwingen.

Persönlich bin ich für drei robuste

Brigaden (zwei Mechanisierte

und eine Infanteriebrigade

oder an deren Stelle eine

dritte mechanisierte Brigade)

mit kleinen, aber dafür effizienten

Stäben. Sollte dies jedoch

nicht möglich sein, befürworte

ich die Lösungsansätze

von Eugen Thomann sehr.

Oberst Erwin Noser

8400 Winterthur

Der Bundesrat hat die Verordnung

über die persönliche

Ausrüstung der Armeeangehörigen

geändert. Das Tragen

der persönlichen Uniform

ausserhalb des Militärdienstes

war bis anhin in der Uniformund

Ausweiskartenverordnung

EMD aus dem Jahre 1976 geregelt.

Die Bestimmungen dieser

veralteten Verordnung wurden

aktualisiert und in die bestehende

Verordnung über die

persönliche Ausrüstung der

Armeeangehörigen übernommen.

Die Uniform- und Ausweiskartenverordnung

EMD

wird aufgehoben. Grundsätzlich

darf der Armeeangehörige

seine persönliche Uniform

während des Militärdienstes

(Milizangehörige) oder während

der Berufsausübung als

Arbeitskleidung tragen (Berufsmilitärs

und Mitarbeiter

der eidgenössischen und kantonalen

Militärverwaltungen

bei engem Bezug zur Truppe).

Daneben darf die persönliche

Uniform an vom Bund bewilligten

ausserdienstlichen militärischen

Tätigkeiten getragen

werden. Ausserhalb dieser

Tätigkeiten darf die persönliche

Uniform für private Zwecke

nur mit einer vom Bereich

Schiesswesen und ausserdienstliche

Tätigkeiten (Heer, VBS)

zu erteilenden Bewilligung getragen

werden. dk

Echo aus der Leserschaft

Ausrüstungslücken

und Beschaffungsmanagement

Der NR und seine Sicherheitspolitische

Kommission wollten

mit den frei werdenden Mitteln

des abgelehnten Gripen-

Fonds die seit Jahren hinlänglich

bekannten Ausrüstungslücken

in der Armee schliessen.

Nun haben BR und SR der

Motion «Rüstungsprogramm

15 plus» aber mangels beschaffungsreifer

Projekte (!)

eine Absage erteilt. Der Laie

staunt und der Fachmann wundert

sich! Es scheint, als hätten

Planungsstab und Logistikbasis

der Armee sowie armasuisse

noch nie etwas von

weitsichtiger Eventualplanung

gehört. Gewiss, Rüstungsvorhaben

sind in der Regel komplexe

Beschaffungsprojekte,

aber es gibt auch diverse Standardprodukte,

z.B. in den Bereichen

Fahrzeuge (Duro, Pi -

Grossaufmarsch am Militärkonzert

Mit einem grandiosen Militärkonzert

der RS 16-2

schliesst die Offiziersgesellschaft

Zürcher Unterland die

Anlässe 2014. Ein spektakulärer

Grossaufmarsch von über

550 Gästen, trotz

Verkehrschaos auf der

Autobahn im Grossraum

Zürich, machte

den Abend zu einem

Highlight der Superlative.

Die Rekruten,

unter der musikalischen

Leitung von

Oblt Gian Walker,

spielten im wahrsten

Sinne des Wortes zur

Höchstform auf. Wie

der Präsident der Offiziersgesellschaft

Zürcher Unterland,

Maj Remo Sonderegger, sagte;

«Das ist die Willensnation

Schweiz live! Das gibt es nur

in der Schweiz und ist ein

Vorbild für die ganze Gesell-

schaft. Solch ein Wille, Leistungsbereitschaft,

Disziplin

und Perfektion findet man

wohl weltweit praktisch sonst

nirgends.» Die Gäste dankten

den 76 Rekruten und Rekrutin

für ihre grosse Leistung mehrfach

mit einer «Standing ovation»,

so dass die geforderten

Zugaben kaum mehr ein Ende

hatten. Die Rückmeldungen

an die Offiziersgesellschaft Zürcher

Unterland waren durchs

ran has, Eagle), Bewaffnung

(Pzaw, Mw, Art) oder persön -

liche Kampf- und Schutzausrüstung

(Infanterist der Zukunft),

die ohne grössere Vorabklärungen

und ab Stange

rasch beschafft werden könnten.

Angesichts der bestehenden

Ausrüstungslücken einerseits

und der ständigen Klagen

über fehlende Finanzmittel

andererseits, wirft die fehlende

Beschaffungsreife ein

schiefes Licht auf das heutige

Beschaffungsmanagement

des VBS, und damit auch auf

die Glaubwürdigkeit und Einsatzbereitschaft

der Armee insgesamt.

Hptm Willy Gerber

9436 Balgach

Band nur positiv, begeisternd

und voll des Lobes. Die Forderung

nach einem erneuten

Konzert im nächsten Jahr war

sehr gross. So wird der Vorstand

der Offiziersgesellschaft

Zürcher Unterland,

gemäss Präsident Sonderegger

versuchen,

auch nächstes Jahr

wieder einen solchen

Anlass zu organisieren.

Ein grosser Dank gilt

der Gemeinde Oberglatt,

die diesen Anlass

mit der Be reit stel -

lung der Infrastruktur

massgeblich möglich

machte. Im Weiteren

durfte die Offiziersgesellschaft

Zürcher Unterland

auf die Unterstützung von 15

Rekruten der Richtstrahl RS

Kloten zählen, was zu einem

organisatorisch perfekten Ablauf

führte. OGZU

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015

61


Vermischtes

Echo aus der Leserschaft

ASMZ 12/2014 –

eine «Hammer»-Ausgabe

Ich habe die neueste ASMZ

vor mir und das Editorial von

Peter Schneider gelesen sowie

mir vorerst einen Heft-Überblick

verschafft. Dabei kann ich

schon jetzt sagen, dass dem

Chef redaktor wieder einmal

mehr eine «Hammer»-Ausgabe

gelungen ist. Bezüglich des

Editorials lässt sich der Zusammenhang

zwischen moderner

kriege rischer Realität – wobei

letztlich für uns auch Bedrohung

– und der Entwicklung

unserer Armee, insbesondere

nach der «Armee 95», und deren

heutigem Zustand nicht

besser darstellen! Ich wünschte

nur, dass die Editorials jeweils

eine weitere Verbreitung

in der Bevölkerung erfahren

könnten. Mir scheint es Wert,

dies einmal zur Sprache zu

bringen; es gibt heute ja genug

Print- und elektronische

Medien, die dies sicher zugunsten

eines Beitrages zur

Meinungsbildung unserer Bevölkerung

gerne aufnehmen

würden.

Oberst i Gst

Bruno Bernasconi

3711 Mülenen

Ich möchte es nicht unter -

lassen, Ihnen für die klaren

und unbeschönigten Worte

im Editorial der ASMZ zu danken!

Wie die vielen interessanten

Artikel der letzten Ausgaben

zeigen, findet unter den

Offizieren und offensichtlich

auch in politischen Kreisen

wieder ein langsames Umdenken

statt, hin zu einer stärkeren

Landesverteidigung. Ich

bin daher nicht mehr ganz so

pessimistisch wie noch letztes

Jahr, was die Zukunft un serer

Armee anbelangt. Herzlichen

Dank für Ihre Unterstützung!

Oblt Stefan Bühler

3661 Uetendorf

Zu Ihrem Editorial gratuliere

und danke ich Ihnen; ebenso

erfreut bin ich über die Artikel

der Herren Stelzer und Harr.

Endlich findet die «Neue Ehrlichkeit»,

wie vom CdA gefordert,

ihren Durchbruch! Ob er

das so gemeint hat, weiss ich

allerdings nicht.

Hans Schmid

5524 Niederwil AG

Integrierte Grenzverwaltung

Der Bundesrat und die Konferenz

der Kantonalen Justizund

Polizeidirektorinnen und

-direktoren (KKJPD) haben

den Bericht «Aktionsplan Integrierte

Grenzverwaltung» zur

Kenntnis genommen. Der Aktionsplan

soll namentlich die

innere Sicherheit erhöhen. Die

darin enthaltenen Massnahmen

sollen die Bekämpfung

von illegaler Migration und

grenzüberschreitender Kriminalität

verbessern sowie die

legalen Reisen erleichtern.

Zur Umsetzung des Aktionsplans

haben das EJPD und

die KKJPD am 13. November

2014 anlässlich der Teilnahme

von Bundesrätin Si -

monetta Sommaruga an der

Herbstversammlung eine Rahmenvereinbarung

unterzeichnet.

Im Juni 2012 verabschiedete

der Bundesrat die «Integrierte

Grenzverwaltungsstrategie

der Schweiz (IBM)». Die

Strategie bildet eine gemeinsame

Grundlage von Bund und

Kantonen für eine effizientere

Bekämpfung der illegalen Migration,

des gewerbsmässigen

Menschenschmuggels und der

grenzüberschreitenden Kriminalität.

Gleichzeitig sorgt sie

dafür, dass legale Reisen möglichst

reibungslos verlaufen.

Zur Umsetzung dieser Strategie

hat eine Arbeitsgruppe aus

Vertretern des Bundes und der

Kantone einen Aktionsplan

mit knapp 70 operativen und

strategischen Massnahmen erarbeitet.

Sie reichen von punktuellen

Verbesserungen bis hin

zu weitreichenden Neuerungen

und umfassen unter anderem

die Optimierung der Verfahren

auf Schweizer Auslandvertretungen

sowie die verbesserte

Kooperation im Schengen-Raum.

Ein weiterer Fokus liegt

auf den Grenzkontrollmassnahmen

an den Flughäfen,

den einzigen Schengen-Aussengrenzen

der Schweiz. Auch

Massnahmen im Binnenraum,

insbesondere im Bereich des

Vollzugs und der Bekämpfung

des qualifizierten Menschenschmuggels,

sind Bestandteil

des Aktionsplans. Generell

wird die Zusammenarbeit der

schweizerischen Grenzkontrollbehörden

gestärkt und

der Informationsfluss verbessert.

Der Aktionsplan sieht

eine zeitlich ge staffelte Umsetzung

der Massnahmen in

den Jahren 2014 –2017 vor.

Erste Massnahmen werden

derzeit bereits umgesetzt. Das

EJPD wird die Umsetzung

überwachen und dem Bundesrat

jährlich Bericht erstatten.

Die Kantone spielen bei

der Umsetzung der Strategie

und des Aktionsplans eine zentrale

Rolle.

dk

Jahressrapport des Lehrverbandes Genie/Rettung

Am Rapport des Lehr -

verbandes Genie/Rettung in

Brugg zog Brigadier Peter C.

Stocker vor mehreren hundert

Offizieren, Unteroffizieren

und Gästen eine positive

Bilanz über sein erstes Kommandojahr.

Die Solothurner

Militärdirektorin Esther Gassler

bekräftigte seine Ausführungen:

«Gerade die Genieund

Rettungstruppen haben

mit ihren Dienst- und Hilfeleistungen

in Not- und an-

Br Peter C. Stocker am Jahresrapport des LVb G/Rttg. Bild: Thomas Cunz

dern Fällen zur Akzeptanz der

Armee in der Bevölkerung beigetragen».

Stocker legte den Kadern

die Devise: «Anerkennung

durch Leistung und Präzi -

sion» ans Herz und betonte,

«in der Methodik der Verbandsausbildung

müssen wir

weiterkommen». Er ging zudem

auf neue Materialanschaffungen,

Sanierungen auf den

Waffenplätzen Brugg, Wangen

und Genf sowie auf nächste

62 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Vermischtes

Dienstschwerpunkte ein und

verabschiedete in feierlichem

Rahmen Stabschef Oberst i

Gst Heinz Büttler, Oberst i

Gst Niels Blatter, Kdt Genieschule

Bremgarten, Oberstlt

Ronny Eggenberger, Kdt Pontonier

Bataillon 26, und Oberst

Roland König, Kdt Rekrutierungszentrum

Windisch.

Armeechef KKdt André

Blattmann verglich das Fernseh-«Traumschiff»

mit der

Realität und stellte fest: «Es

gibt mehr Krisengebiete als

Sandstrände; der Krieg ist

auch auf europäischem Boden

zurück». Wer noch frage,

ob es eine Armee brauche,

werde von einer Illusion geblendet.

Auch subsidiäre Einsätze

bei inländischen Ereignissen

in diesem Jahr hätten

erneut bezeigt, dass es ohne

Militär offensichtlich nicht

gehe. Die Weiterentwicklung

der Armee wolle den aktuellen

Herausforderungen Rechnung

tragen. Dazu gehöre –

wie übrigens jüngste osteuropäische

Beispiele bestätigten

– der Schutz kritischer Infrastruktur.

Als Hauptziele der

WEA bezeichnete Blattmann

die Erhöhung der Bereitschaft,

die Verbesserung der

Kaderausbildung, die Vollausrüstung

der Einsatzverbände

und die Regionalisierung.

Hans-Peter Widmer

Echo aus der Leserschaft

Offener Brief von K.W. Haltiner

Ausweispflicht

Aus Sicherheitsgründen wird

von den Angehörigen der Armee

seit 2012 verlangt, sich

zu Beginn jedes Dienstes mittels

gültigem amtlichen Dokuments

auszuweisen. Mit

einer im November 2014 ver-

Herzlichen Dank, Herr Haltiner,

für Ihre Richtigstellung. Beim

Lesen des Ar tikels von Markus

M. Müller fühlte ich mich

wie im «falschen Film», respektive

in der falschen Zeitschrift!

Peter Knecht

5610 Wohlen

abschiedeten Revision werden

neu einerseits die Ausweispflicht

der Angehörigen der

Armee sowie andererseits die

Identitätskontrollpflicht der

Schweizer Armee im Dienstreglement

geregelt. dk

Echo aus der Leserschaft

Editorial – ASMZ 12/2014

Haben Sie aufrichtigen Dank

für Ihre offenen und zutreffenden

Worte. Es war dringend

nötig, dass sich die ASMZ

nun als Instrument profiliert,

die ihren eigentlichen Auftrag

wahrnimmt: Offene Diskussion

unter den Milizoffizieren,

die die Miliz-Armee tragen, zu

fördern, ja zu provozieren. Früher

einmal war es auch schon

so, es gab Zeiten, da war es

aber nicht so. Jetzt erscheint

bei der ASMZ ein Lichtstreifen

am Himmel. Es gibt wieder

Diskussionen, wie der Inhalt

der Nr. 12/2014 ASMZ klar

zeigt. Dies konnte man bereits

in früheren Ausgaben unter

Ihnen als Chefredaktor feststellen.

Die Rolle der Armee muss dringend

bei der Politik und beim

Volk im Sinne der Verfassungsvorgaben

wieder bekannt gemacht

werden. Ich spreche von

«wieder», weil seit einiger Zeit

vorsätzlich mit verwirrenden Interpretationen

und politischen

Entschlüssen, die zum Wehrlosmachung

der Schweiz geführt

haben, gravierende Defizite

in der Landessicherheit

geschaffen worden sind.

Zudem muss der Begriff DIS-

SUASSION in seiner Bedeutung

erklärt und hervorgehoben

werden. Einen ersten Anfang

dazu darf man im aus ge -

zeichneten Artikel von Oberstlt

i Gst Christoph M.V. Abegglen,

«Von der Strategischen Klammer»,

Seite 19 ff, Beilage zur

ASMZ 12/14, feststellen. Ebenfalls

ist auf die völkerrechtliche

Verpflichtung hinzuweisen,

dass die Schweiz mit ihrer

anerkannten Neutralitätserklärung

verpflichtet ist, im

Rahmen aller ihrer Möglich -

keiten das Land zu verteidigen,

um zu verhindern, dass

von unserem Territorium aus

fremde Mächte Angriffe auf

unsere Nachbarländer realisieren

können.

Oberst i Gst

Johannes Fischer

6371 Stans

Im Editorial ASMZ 12/2014

schreiben Sie, wie 1989 – nach

dem Mauerfall in Berlin – eine

unglaubliche, geistige und materielle

Demontage der Armee

begann.

Ueli Maurer schreibt in der

Jubiläumszeitschrift 2014 der

AOG: Seit dem Fall der Mauer

ist die jahrzehntelange mili -

tärische Orientierung verloren

gegangen. Ein überzeugendes

Konzept für unsere Armee wurde

immer wieder gesucht, jedoch

nicht gefunden! Was für

ein Armutszeugnis! Schweizer

Politiker und die Armeespitze

haben sich somit von 1949 –

1990 ohne eigene Meinung unter

der Führung der Amerikaner

mit dem Ost-West-Schema

zufriedengegeben.

Was hat die Wende gebracht?

Den «ewigen Frieden» sicher

nicht, viel mehr dramatische Veränderungen

der internationalen

Ordnung. Kriege und Konflikte

soweit das Auge reicht. Die

Medien berichten täglich davon.

Gemäss Ueli Maurer sucht unsere

Armee seit dem Mauerfall

ihre Neuausrichtung.

Roger Harr schreibt in seinem

Bericht «Über die Pflicht, sich

aufzulehnen», dass er kein Vertrauen

in unsere politische und

militärische Spitze habe und er

zweifelt sogar an seiner Loyalität.

Geschätzter Roger Harr: das Gegenteil

ist der Fall. Illoyal sind

diejenigen, die seit Jahren unsere

Armee immer wieder mit

neuen Konzepten umgestalten.

Doch wenn man die militärische

Orientierung verloren hat,

wozu braucht es dann Reformen?

Lassen deshalb Ueli Maurer

und der CdA seit Jahren Kredite

in dreistelliger Millionen-

Höhe verfallen? Mit dieser Haltung

bestätigen sie die Meinung

von Botschafter Anton

Thalmann: «Die schweizerische

Neutralität muss sanft einschlafen»!

Für unsere Politiker und die Armeespitze

wäre es wohl einfacher,

die «Sicherheit Schweiz»,

wie im Kalten Krieg, den Ameri -

kanern zu überlassen.

Peter Müller

8320 Fehraltorf

Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015 63


Bücher

Mario Botta – Architektur leben:

Ein Gespräch mit Marco Alloni

Bern: Stämpfli Verlag AG, 2012, ISBN 978-3-7272-1351-9

Der Tessiner Stararchitekt

Mario Botta erzählt im Gespräch

mit Marco Alloni aus

seinem Leben. Kindheitserinnerungen

wie diejenige, ohne

seinen Vater aufgewachsen zu

sein, der einer anderen Frau

wegen die Familie verlassen

hatte, werden aufgegriffen und

in Beziehung zum künstlerischen

Schaffen des Architekten

Botta gestellt.

Die wachsende Faszination

zu Bildern im Allgemeinen

und zur Architektur im Besonderen

beschreibt Botta mittels

sehr persönlichen Einblicken.

So drückt er u.a. sein Bedauern

aus, in Venedig als Student

zwar für Le Corbusier gearbeitet

zu haben, ohne allerdings

dem grosser Meister je

selber begegnet zu sein oder

betont, wie er spannende Angebote

im Ausland ausgeschlagen

hatte, um sein Schaffen in

den Dienst seiner Heimat zu

stellen.

Wer Bottas Lebensweg mit

allen menschlichen als auch

professionellen Höhen und

Tiefen nachempfinden, respektive

seinen Erzählungen

auf kurzweiligen rund 200

Seiten folgen will, dem sei das

Buch sehr zu empfehlen, auch

wenn das aktuelle, zum Teil

umstrittene neue Projekt –

das Badener Thermalbad –

unerwähnt bleibt.

Andrea Grichting Zelenka

Tom Schnyder

Festungsgürtel Kreuzlingen

Kreuzlingen: Verein Festungsgürtel Kreuzlingen, 2014,

keine ISBN, www.festungsgürtel.ch

Kreuzlingen war, in den

Augen von Generalstabschef

Jakob Labhart 1937, eine der

gefährlichsten Einfallspforten

für einen zu befürchtenden

Angriff des nationalsozialis -

tischen Deutschland auf die

Schweiz. In der vorliegenden

Dokumentation wird das seit

dem Ende des Kalten Krieges

historisch gewordene Resultat

vorgestellt, der Festungsgürtel.

Den massgeblichen

Dokumenten (Bauprogramm

der Grenzbefestigungen

von 1937, Befehl für die

Verteidigung des Abschnitts

der Grenzbrigade 7 von 1944,

und Einsatzbefehl von 1985)

wird in Karte und Bild an die

Seite gestellt, was heute noch

im Gelände sichtbar ist. Die

Präsentation des ehemaligen

Kommandopostens der Grenz -

brigade 7 in Weinfelden ergänzt

die gediegene Schrift.

Der Wil le der helvetischen Demokratie,

sich gegen die To -

talitarismen des 20. Jahrhunderts

zu behaupten, wird einmal

mehr deutlich sichtbar.

Das fortifikatorische Ensemble

der ehemaligen Grenzbrigade

7 ist ein wertvoller Zeuge

der Schweizer Geschichte,

den uns näher gebracht zu haben

Tom Schny ders bleibendes

Verdienst ist.

Jürg Stüssi-Lauterburg

Henri Habegger

Geschütze der Schweizer Artillerie, Teil 3

Selbstfahrgeschütze in der Schweiz von 1941 bis zur Einführung der Panzerhaubitze M 109

Zürich: Kommissionsverlag Beer, 2012, ISBN 978-3-906262-78-9

Das heurige Neujahrsblatt

der Feuerwerker-Gesellschaft

in Zürich ist in der Reihe der

umfassenden und detaillierten

Vorstellung der Artilleriegeschütze

der Schweizer Armee

nach den Bänden «Gezogene

Geschütze mit Rohrrücklauf»

und «Vorderladergeschütze

mit glattem und gezogenem

Rohr und Hinterladergeschütze

ohne Rohrrücklauf»

der dritte Teil, ebenfalls

verfasst von Henri Habegger.

Das reich bebilderte Büchlein

ist die erste Darstellung einer

Sequenz der eidgenössischen

Rüstungsgeschichte, die wohl

bislang für manche auch Eingeweihte

unerschlossen war:

Es werden bis auf die Panzerhaubitze

M 109 lückenlos

alle Selbstfahrgeschütze der

schweizerischen Artillerie dargestellt.

Das mag überraschen,

da bis auf die M 109 kein weiteres

Selbstfahrgeschütz je im

Einsatz stand. Es hat denn auch

keiner der zahlreichen Prototypen

einen Entwicklungsabschluss

gefunden. Bereits ganz

zu Beginn des Zweiten Weltkriegs

zeigte sich, dass die raschen

Gefechtsabläufe von der

Artillerie eine hohe Beweglichkeit

im Gelände abverlangen,

die weder mit Pferdezug noch

mit Motorisierung erreichbar

war. So schlug denn 1941 die

Kriegstechnische Abteilung vor,

die 34 Millimeter Flabkanone

auf ein gepanzertes Raupenfahrzeug

zu montieren. Der so

konstruierte Panzerjäger war

der Anfang einer Reihe von

weiteren Ideen, aus denen zum

Teil sehr abenteuerliche Gefährte

resultierten. Nach dem

Krieg versuchte man, auf das

Chassis des deutschen Panzerjägers

G 13 eine 10,5 Zentimeter

Haubitze zu bauen. Und

später – sozusagen als Vorgängermodell

zur M 109 – wurde

ein Pilot einer 15,5 Zentimeter

Artillerie Panzer-Kanone

geschaffen. Aus Kostengründen

– offenbar bereits damals

ein Thema – wurde das Projekt

1972 abgebrochen. Ende

der 1970er-Jahre erhob sich

dann mit dem Projekt «Phönix»

die Idee für eine Selbstfahrlafette

buchstäblich nochmals

aus der Asche: Die alt -

bewährte 10,5 Zentimeter Ka -

none wurde ganz simpel auf die

Ladebrücke eines Henschel-

Lastwagens fixiert. Die Lösung

des armen Manns genügte jedoch

den Anforderungen an

Schutz und Wirkung in keiner

Art. Immerhin wurde damit

das Feld geebnet für die

wesentlich kostspieligere Beschaffung

der damals modernen

und durchaus effizienten

Panzerhaubitze. Es bleibt zu

wünschen, dass auch in moderner

Zeit so weitsichtig entschieden

wird. Dazu ein Zitat

aus dem Bericht zum Aktivdienst,

den General Henri

Guisan an die Eidgenössische

Bundesversammlung richtete

und der den Ausschlag für die

Selbstfahrartillerie gab: «Aber

es ist wichtig, dass nicht über

die zukünftige Gestaltung unserer

Artillerie beschlossen wird,

bevor wir den Charakter unserer

zukünftigen Armee festgelegt

haben. Denn hier wie

anderswo soll das Werkzeug

weniger im Hinblick auf seine

rein technischen Qualitäten

gewählt werden, als im Hinblick

auf die Dienste, die man

von ihm erwartet.» Diese nach

wie vor aktuelle Forderung sei

den heute Verantwortlichen ins

Stammbuch geschrieben!

Christoph Hiller

64 Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift 01/02/2015


Bücher

Militär als Führungs- und Lebensschule

Robert K. Heuberger: «Nicht wie der Wind weht…»

Verlag NZZ Libro, ISBN 978-3-03823-834-8

Seit September 2013 erinnert

eine Bronze-Gedenktafel

auf dem Aussichtspunkt Ballenbühl

bei Konolfingen an

Walter Stucki, der «für die

Schweiz in schweren Zeiten

an lebenswichtigen Fronten

im diplomatischen Einsatz»

stand. Seine aussergewöhnliche

Laufbahn vor, während

und nach dem Zweiten Weltkrieg

sprengt schon für die damalige

und noch viel mehr für

die heutige Zeit den Rahmen:

Bernischer Fürsprecher, Ar til -

lerie-Oberstleutnant, interna -

tional tätiger Wirtschaftsanwalt,

Direktor der Handelsab tei lung

im Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement,

Chefunterhändler

für alle Wirtschafts -

verträge, Nationalrat (FDP/

BE), Gesandter der Schweiz in

Frankreich, Vermittler zwischen

Kriegspar teien im Zweiten

Aktivdienst. Korporal Heuberger

muss einen kranken

Zugführer ersetzen. Eines Tages

meutern die vier anderen

Zugführer, alle Leutnants. Es

ist der berüchtigte «Rappel»,

nach etwa 500 Diensttagen

ohne Ferien. Der Kadi ist ratlos

und fragt den Korporal:

«Was machen wir jetzt?»

Heuberger hat eine Idee. Allein

die Unteroffiziere sollen

die Kompanie führen. Übungsannahme:

Alle Offiziere sind

gefallen! Der Kadi schickte die

vier Leutnants in einen Kurzurlaub

und übergab Heuberger

das Kommando. Der inspizierende

Divisionär war be ein -

druckt.

Aus dem erfinderischen Korporal

Heuberger ist ein erfolgreicher

Immobilienunternehmer

und Multimillionär geworden.

Sein Leben begann

als Halbwaise in einfachsten

Verhältnissen. Der Aktivdienst

prägt sein Leben und weckte

seine Freude am Führen und

Organisieren.

In seiner Autobiografie schildert

Heuberger eindrücklich

Höhen und Tiefen seiner Militärzeit:

einen tödlichen Schiessunfall,

die dramatische Notlandung

einer «Fliegenden

Festung», das schwere Lawinenunglück

von Andermatt

1945.

Ideen haben, sie aber auch

durchsetzen, indem man andere

dafür gewinnt: Das reich

illustrierte und glaubwürdig

erzählte Buch ist voll von

Weltkrieg (1939–1945), Leiter

der Abteilung für Auswärtiges

im Eidgenössischen Politischen

Departement, technisch-organisatorischer

Vermittler der Kapitulation

Japans, Delegierter

des Bundesrates für Spezialmissionen,

Leiter der Schweizer

Delegationen bei den Verhandlungen

zum Abschluss des Washingtoner

Abkommens und

an der Welthandelskonfe renz in

Havanna, Verwaltungsrat von

Industrieunternehmungen.

Der Historiker, Publizist und

frühere Chefredaktor Konrad

Stamm beschreibt das vielfältige

Leben dieser hervorragenden

Persönlichkeit eingängig

und umfassend. Walter Stucki

mit seiner aufrechten Haltung

und seinen klaren Worten gegenüber

den meist ausländischen

Verhandlungspartnern –

oft mehr Verhandlungsgegner

Beispielen und Anleitungen,

weit über den Militärdienst

hinaus. In der Nachkriegszeit

hat Heuberger vor allem in

Winterthur, Uster und Effretikon

als Immobilien-Investor

wie auch als grosszü giger

Stifter (Jungunternehmerpreis,

Club of Rome usw.) deutliche

Marken gesetzt. Sein staatsbürgerliches

Engagement und

sein Ja zu einer modernen und

leistungsfähigen Armee hat er

immer wieder durch Tatbeweise

– zuletzt durch eine viel

be achtete Inseratenkampagne

für den Gripen – untermauert.

Bundesrat Ueli Maurer

hat ihm dafür öffentlich gedankt.

Karl Lüönd

Konrad Stamm

Der «grosse Stucki»

Eine schweizerische Karriere von weltmännischem Format – Minister Walter Stucki (1888-1963)

Zürich: Verlag Neue Zürcher Zeitung, 2013, ISBN 978-3-03823-812-6

– habe in der Schweiz breite

Zustimmung erhalten, «identifizierte

man sich als Schweizer

Bürger doch viel lieber mit

der Siegermentalität des ‹grossen

Stucki› als mit der von vorneherein

auf Kompromisse und

Rückzüge ausgerichteten Haltung

jener Schweizer Diplomaten,

die sich selbst gerne [...] als

‹verantwortungsvoll vorsichtig

agierend› bezeichneten, und

die vor allem darauf ausgingen,

den Widersacher nicht zu

reizen, nicht vor den Kopf zu

stossen.» Von ganz anderem

diplomatischen Kaliber, habe

Stucki als unbestechlicher Anwalt

der Schweiz deren legitime

Interessen mit Kopf und

Herz hart ringend vertreten,

allen Schwierigkeiten und Wi -

derständen zum Trotz.

Heinrich L.Wirz

Nr. 01/02 – Januar/Februar 2015

181. Jahrgang

Impressum

Präsident Kommission ASMZ

Oberst i Gst Christoph Grossmann,

Dr. oec. HSG

Chefredaktor

Oberst i Gst Peter Schneider (Sch)

Redaktionssekretariat

ASMZ c/o Verlag Equi-Media AG

Brunnenstrasse 7, CH-8604 Volketswil

Telefon +41 44 908 45 60

Fax +41 44 908 45 40

E-Mail: redaktion@asmz.ch

Stellvertreter des Chefredaktors

Oberst i Gst Michael Arnold,

lic.phil.II (AM)

Redaktion

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Andrea Grichting Zelenka, lic.phil. (ga)

Oberstlt Hans Peter Gubler (hg)

Oberst i Gst Niklaus Jäger (nj)

Oberstlt Dieter Kläy, Dr.phil. (dk)

Hptm Christoph Meier (cm)

Major Peter Müller, Dr. rer. pol. (pm)

Hptm Daniel Ritschard, lic.oec.HSG (DR)

Major Markus Schuler (M.S.)

Oberstlt Jürg Studer (St)

Oberstlt Eugen Thomann, lic.iur. (ET)

Major Walter Troxler, Dr.phil. (Tr)

Herausgeber

Schweizerische Offiziersgesellschaft

Verlag

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Geschäftsführung

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der Redaktion und Quellenangabe

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Nächste Ausgabe: 2. März 2015

Schwergewicht:

• Interview Bundesrat Burkhalter

• Sicherheitskonferenz

München

• Bataillonsgefechtsschiessen


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