Patientenzeitschrift_KLF_15

Visioness

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Heft 1 Winter 2017/18

Rundum gesund

Patientenzeitschrift der Krankenhäuser des Landkreises Freudenstadt

Navigation durch das Innere

des Knies Seite 8

Selbständigkeit erhalten –

Pflegebedürftigkeit vermeiden Seite 24

Mit geplantem Neubau

modern in die Zukunft Seite 4

Rundum gesund


Editorial

Inhalt

Editorial

Inhalt

Liebe Patientinnen und Patienten,

liebe Leserinnen und Leser,

Die Medizin befindet sich in einem ständigen Wandel:

Neueste Forschungsergebnisse fließen ebenso in den Krankenhausalltag ein,

wie der technische Fortschritt in der Gerätemedizin. Um Ihnen auch in Zukunft die

bestmögliche Versorgung auf dem neusten Stand der Medizin bieten zu können, ist

der Teilneubau des Krankenhauses Freudenstadt mit kürzeren Behandlungswegen,

optimierten Arbeitsabläufen und freundlich gestalteten Patientenzimmern ein

wichtiger und notwendiger Schritt. Wann das neue Gebäude stehen und

wie es aussehen soll, erfahren Sie in unserer Titelstory „Mit geplantem

Neubau modern in die Zukunft“.

Moderne Medizin kommt heute nur noch selten ohne apparative Ausstattung aus.

Dank immer besser werdender Diagnostikverfahren können Krankheiten schneller

erkannt und zielführender therapiert werden. Insbesondere bei Patienten mit Herzerkrankungen

ist eine schnelle Diagnose und Behandlung oftmals entscheidend.

Um die stetig steigende Anzahl an Herzpatienten zeitnah behandeln zu können,

verfügt das Krankenhaus Freudenstadt seit September dieses Jahres über einen

zusätzlichen Herzkathetermessplatz. Welchen Vorteil das auch für mögliche

Notfälle hat, lesen Sie im Beitrag „Neuer Herzkathetermessplatz verbessert

medizinische Notfallversorgung im Landkreis Freudenstadt“.

Medizin von Menschen für Menschen: Für ein optimales Patientenwohl ist uns im

Krankenhaus Freudenstadt und in der Klinik für Geriatrische Rehabilitation in Horb

hoch qualifiziertes und freundliches Personal wichtig. Wir freuen uns deshalb,

Prof. Dr. Klaus Fellermann als neuen Chefarzt der Inneren Medizin im Krankenhaus

Freudenstadt begrüßen zu dürfen. Der Gastroenterologe ist unter anderem ausgewiesener

Experte im Bereich der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Wenn Sie wissen möchten, wie Prof. Dr. Fellermann Menschen mit Morbus Crohn

und Colitis therapiert, was ihn aus Lübeck nach Freudenstadt verschlagen hat und

wie der neue Chefarzt am liebsten seine Freizeit verbringt, legen wir Ihnen den

Beitrag „Aus dem Norden in den Schwarzwald“ ans Herz.

Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser Landkreis

Freudenstadt gGmbH wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie alles Gute

und beste Gesundheit.

Mit geplantem Neubau modern in die Zukunft:

Krankenhaus in Freudenstadt unterzieht

sich einer Verjüngungskur 4

Navigation durch das Innere des Knies 8

Chirurgische Navigation:

Einsatz zur qualitativ hochwertigen Patientenversorgung 10

Pflegen mit Würde und Respekt 11

Neuer Herzkathetermessplatz verbessert medizinische

Notfallversorgung im Landkreis Freudenstadt 12

News 15

Geburtshilfe: Von Homöopathie zu üblicher Schmerzlinderung 16

Chefarztwechsel: Aus dem Norden in den Schwarzwald 18

Schlaganfallrisiko durch verengte Halsschlagader 20

Engpass im Rücken schmerzt in den Beinen 22

Selbständigkeit erhalten – Pflegebedürftigkeit vermeiden 24

Geriatrische Rehabilitation: Behandlungsbedarf aufdecken 26

Multimodale Schmerztherapie: Aktives Leben statt Schonhaltung 28

Klinikführer Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH 31

4

12

20

Ihr

Impressum

Ralf Heimbach

Geschäftsführer Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Herausgeber:

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Postanschrift:

Krankenhaus Freudenstadt, Öffentlichkeitsarbeit,

Karl-von-Hahn-Straße 120, 72250 Freudenstadt

E-Mail: cornelia.schreib@klf-net.de

Tel.: 07441 54-6143

Fax: 07441 54-2271

Internet: www.klf-web.de

Redaktionsleitung:

Cornelia Schreib

Inhaltliches und grafisches Konzept,

Redaktion und Realisierung:

Visioness GmbH, Heidelberg

Druck:

Drescher Full-Service Versand GmbH,

Leonberg

Alle in diesem Magazin enthaltenen Empfehlungen

ersetzen nicht den ärztlichen Rat. Bitte suchen Sie

bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Hausarzt

oder niedergelassenen Facharzt auf.

Rundum gesund Rundum gesund


Titelthema

Titelthema

„Wir werden im Landkreis

Freudenstadt die Voraussetzungen

für die Medizin des 21. Jahrhunderts

schaffen“

Mit geplantem Neubau

modern in die Zukunft

Krankenhaus in Freudenstadt unterzieht sich einer Verjüngungskur

Modernste Medizin auf etwa 17.000 Quadratmetern Fläche:

Mit einem Klinik-Neubau will sich das Krankenhaus Freudenstadt

einer Verjüngungskur unterziehen. Das neue Gebäude entsteht

auf der großen Grünfläche vor dem Krankenhaus und wird über

eine Brücke mit dem aktuellen MVZ-Haus samt Hubschrauberlandeplatz

auf dem Dach verbunden. Der Umzug ist für 2021,

also in vier Jahren geplant.

„Der Neubau muss kommen, damit wir uns zeitgemäß für

die Zukunft aufstellen können. Das Krankenhaus ist über

40 Jahre alt und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen“,

sagt Klaus Michael Rückert, Landrat des Landkreises

Freudenstadt und Aufsichtsratsvorsitzender der KLF.

Als Krankenhaus auf dem Land habe man den Anspruch,

Patienten genauso gute Medizin zu bieten wie in der Stadt.

„Medizinisch machen wir das bereits, baulich bald“, verspricht

Rückert.

Voraussetzungen für die Medizin des 21. Jahrhunderts

„Wir werden im Landkreis Freudenstadt die Voraussetzungen

für die Medizin des 21. Jahrhunderts schaffen“,

freut sich auch Ralf Heimbach auf die Rund-um-Erneuerung.

„Wir nutzen die Neigung des Geländes und erstellen

einen modularen, hochmodernen Neubau. Was „State of

the Art“ für unsere Versorgungsstufe ist, wird dort Einzug

erhalten“, so der KLF-Geschäftsführer, der selbstverständlich

die Zahlen im Blick behält. Maximal soll das ganze Projekt

100 Millionen Euro kosten, getragen zur Hälfte vom

Land und zur Hälfte von der Klinik. „Es wird in Zweifel gezogen,

ob wir die vorgegebene Obergrenze von 100 Millionen

Rundum gesund Rundum gesund


Titelthema

Titelthema

Außenanlage mit Caféteria

Euro einhalten. Aber das werden wir!“, betont Heimbach

mit Nachdruck und verspricht: „Wir werden bewusst kostensparend

bauen: praktisch und modern, aber nicht für

den Architekturpreis.“

Abgesehen vom MVZ, das an seinem jetzigen Ort bleibt,

werden künftig alle Fachrichtungen im Neubau untergebracht.

„Die Psychiatrie/Psychosomatik erhält einen eigenständigen

Bereich, die Innere wird weiter gegliedert, wie

das heute üblich ist, die Stationen werden großzügig und

flexibel gestaltet und sicher gibt es auch eine Wahlleistungsstation“,

so der Geschäftsführer. Dabei geht es den Planern

vor allem um praktische Strukturen für einen optimierten

Arbeitsablauf. „Eher machen wir ein Verwaltungszimmer

kleiner als einen Behandlungsraum – im Interesse der Patienten“,

sagt Heimbach. Dazu gebe es auch Abstimmungen

mit der Pflege, um Wege für das Personal möglichst kurz

und praktisch zu gestalten.

Vogelperspektive

Geschäftsführer Ralf Heimbach

mit den Plänen für das neue Gebäude

„Wir haben einen guten Generalplaner

und sind motiviert“

Umzug im Jahr 2021

Grundsätzliche Überlegungen für einen Neubau hat es

schon unter den früheren KLF-Geschäftsführern gegeben.

2010 sind erste Schritte dazu angestoßen worden. „Wir

haben daran angeknüpft und entsprechend Gas gegeben“,

berichtet Heimbach und fasst zusammen: Mit Prof.

Dr. Werner Vogt ist ein Generalplaner ausgewählt und ein

erster Entwurf der Öffentlichkeit vorgestellt. Abschließend

wird das Ganze zur Prüfung ans Sozialministerium geleitet.

Erst danach ist ein Baubeschluss möglich. „Wir würden uns

wünschen, dass der Prozess möglichst zügig geht“, hofft

Heimbach, der am liebsten Ende 2018 bereits die Bagger

vor der Tür hätte.

Eingangsbereich

Kontakt

Aber auch, wenn der Bau 2019 beginnt, hält er an der

Marschroute fest. „2021 wird umgezogen. Das ist ein straffer

Zeitplan“, räumt der Geschäftsführer ein, zeigt sich aber

optimistisch, ihn einzuhalten. „Wir haben einen guten Generalplaner

und sind motiviert. Alles, was länger dauert,

wäre ein Risiko, weil es durch die üblichen Preissteigerungen

zu einer Verteuerung führt.“

Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Geschäftsführung

Ralf Heimbach

Geschäftsführer

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-2376

E-Mail: beate.kalmbach@klf-net.de

Ralf Heimbach

Rundum gesund Rundum gesund


Endoprothetik

Endoprothetik

„Wir schulen Ärzte aus der

ganzen Welt in den neuesten

Operationsmethoden“

Spezialist in Endoprothetik:

Dr. Benjamin König.

Dr. König demonstriert

das Navigationsgerät.

OP bringt schnelle Besserung

Sinn macht eine Prothese aus Sicht

des Chirurgen dann, wenn Arthrose

geplagte Menschen viele Dinge nicht

mehr können, die nach einer Operation

wieder möglich wären. Wer

beispielsweise gern Rad fährt oder

im Garten arbeitet, das aufgrund der

Arthrose aber nur noch unter größten

Schmerzen kann, sei mit einem

Implantat gut beraten – sofern vorher

alle konservativen Möglichkeiten

ausgeschöpft sind. Voraussetzung für

ein künstliches Gelenk ist sowohl ein

hoher Leidensdruck beim Patienten

als auch ein entsprechender Röntgenbefund,

der klar auf eine schwere Arthrose

deutet.

Navigation durch das Innere des Knies

Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie

Freudenstadt für den hervorragenden Einsatz von Prothesen

als Referenzzentrum ausgezeichnet

Kniescheibe

Gelenkkopf

Oberschenkel

Knorpel

Gesundes

Kniegelenk

Gelenkkopf

Unterschenkel

Arthrose

Beschädigter

Gelenkknorpel

Knorpelpartikel

Arthrose

Zwei Grad nach links neigen, um vier

Grad nach vorne kippen: Mit chirurgischer

Navigation werden im Krankenhaus

Freudenstadt künstliche

Kniegelenke in die perfekte Passform

gebracht. Für den hervorragenden

Einsatz der Technik mit besten Ergebnissen

ist die Klinik kürzlich vom Hersteller

Aesculap als Referenzzentrum

ausgezeichnet worden. Ärzte aus der

ganzen Welt können nach Freudenstadt

kommen, um sich in dieser Operationsmethode

schulen zu lassen.

„Erst kürzlich war eine Delegation aus

Chile hier und hat sich informiert, wie

wir mit der chirurgischen Navigation

künstliche Kniegelenke einsetzen“, berichtet

Dr. König und zeigt in seinem

Büro nicht ohne Stolz die Urkunde des

Herstellers. Er setze deshalb auf die

technische Unterstützung, weil damit

Prothesen so präzise und sicher implantiert

werden, wie es mit dem bloßen

Auge nicht möglich wäre.

Einsatz der Prothese wird

haargenau simuliert

Die Implantation von künstlichen Gelenken

gehört bundesweit zu den häufigsten

Operationen. Jährlich erhalten

in Deutschland rund 400.000 Menschen

ein künstliches Gelenk. Betroffen

sind beispielsweise Menschen mit

Arthrose, die durch die Krankheit stark

in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt

sind. Aber: „Etwa jeder Zehnte ist mit

einer Knie-Prothese nicht beschwerdefrei“,

bemüht Dr. König eine bundesweite

Statistik und sagt angesichts

dieser Quote: „Unser Ziel ist es, diese

Zahl bei uns zu senken.“

Mithilfe des sogenannten Orthopilot-

Navigationsgeräts kann der Einsatz

zum Beispiel einer Knieprothese interaktiv

geplant und das Ergebnis haargenau

simuliert werden. Vor der OP wird

mit Simulationssoftware die optimale

Größe der Prothese bestimmt. Während

der Operation hilft der Orthopilot

zu berechnen, wie die Prothese perfekt

sitzt, damit durch eine optimale

Einstellung der Beinachse und Bandspannung

eine bestmögliche Beweglichkeit

erreicht wird.

Dank modernster Technik

individuell und passgenau

„So können wir während der Operation

nachjustieren“, sagt Dr. König. Das Verfahren

nehme zwar etwas mehr Zeit in

Anspruch als übliche Knieimplantationen.

Dafür werde jede Implantation

statt nach Schema F individuell und

passgenau vorgenommen. Für Patienten

habe das den Vorteil, dass sie relativ

schnell wieder in die Hocke gehen

und dabei die Balance halten können.

Der Bandapparat des Kniegelenkes soll

damit weniger gestresst werden. Das

ist vor allem deshalb wichtig, weil die

meisten Menschen weniger Schmerzen

im künstlichen Gelenk als vielmehr

in den Bändern und Muskeln haben.

„Ich hatte schon immer eine technische

Affinität“, berichtet Dr. König,

weshalb ihn persönlich die ausgefeilte

Navigationsunterstützung bei Knieoperationen

reize. Bereits als Assistenzarzt

an der renommierten Charité

beschäftigte er sich mit chirurgischer

Navigation und ließ das Thema auch in

seiner weiteren beruflichen Laufbahn

fortan nicht aus den Augen.

Schnelle Besserung brachte das neue

Kniegelenk einem 89-Jährigen. Der

Rentner hatte kurz vor der OP unter

Schmerzen noch ganze Brennholz-

Berge aus seinem Wald geholt, in der

Annahme, dazu hinterher nicht mehr

in der Lage zu sein. Schon wenige Tage

nach der Operation stand der Senior

ohne Gehhilfen vor dem Spiegel und

sagte überrascht zu Dr. König: „Das

Knie tut ja viel weniger weh als vorher.“

Schwarzwälder seien hart im Nehmen,

meint der Mediziner und beobachtet:

„Viele kommen mit ihren Beschwerden

erst sehr spät. Entsprechend groß ist

hinterher der Benefit.“

Lesen Sie auch das Interview zum Thema

Chirurgische Navigation auf Seite 10.

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Unfall-/Orthopädische Chirurgie

Dr. Benjamin König

Chefarzt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-2385

E-Mail: chirurgie@klf-net.de

Dr. Benjamin König

Rundum gesund Rundum gesund


Endoprothetik

Chirurgische Navigation:

Einsatz zur qualitativ hochwertigen

Patientenversorgung

Dank chirurgischer Navigation können laut Privatdozent Dr. Christoph Schnurr

Kunstgelenke deutlich präziser eingesetzt werden. Dennoch wird dieses Verfahren

bundesweit nur für 15 Prozent der Knieprothesen genutzt. Warum die Quote

relativ gering ist und welche Vorteile das Verfahren für Patienten hat, berichtet

der Vorsitzende der AGiTeC (Arbeitsgemeinschaft intraoperative Bildgebung

und Technologieintegration) der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und

Unfallchirurgie (DGOU) im exklusiven Interview mit Rundum gesund.

Was halten Sie persönlich von Chirurgischer Navigation?

PD Dr. Christoph Schnurr: Zahlreiche Studien haben zweifelsfrei

ergeben, dass durch Anwendung bildfreier Computernavigation

Knieprothesen deutlich präziser eingesetzt

werden können. Schief eingesetzte Kunstgelenke können

damit vermieden werden, die Stabilität des Gelenkes sicher

wiederhergestellt werden. Die Operationszeit verlängert

sich nur um wenige Minuten, Komplikationen sind nicht

erhöht.

Welche Vorteile bringt das aus Ihrer Sicht für Patienten?

PD Dr. Christoph Schnurr: Daten aus dem australischen Endoprothesenregister

zeigen, dass Nachoperationen nach

navigierten Knieprothesen vor allem bei jungen Patienten

Blick auf den Monitor; Die Chirurgische Navigation ermöglicht

dem Operateur ein präzises Einsetzen des neuen Gelenks.

seltener sind. Insbesondere moderne Konzepte der Gelenkausrichtung,

wie zum Beispiel das kinematische Alignment,

sind ohne Navigation nicht vorstellbar.

Wie verbreitet ist diese Methode bundesweit?

PD Dr. Christoph Schnurr: Daten aus der Qualitätssicherung

zeigen, dass ca. 15 Prozent der Knieprothesen in Deutschland

mit Hilfe von Navigation eingesetzt werden. Ein Grund,

warum nicht mehr navigiert wird, ist sicher auch in den

Mehrkosten für den Navigationseinsatz begründet. Diese

werden nicht von den Krankenkassen übernommen, sondern

müssen vom Krankenhaus gezahlt werden – ein Einsatz

zur qualitativ hochwertigen Patientenversorgung.

Kontakt

Deutsche Gesellschaft für

Orthopädie und Unfallchirurgie

PD Dr. Christoph Schnurr

Vorsitzender der AGiTeC der DGOU

Straße des 17. Juni 106-108

10623 Berlin

Tel.: 030 340 603-600

Fax: 030 340 603-601

E-Mail: office@dgou.de

www.dgou.de

PD Dr. Christoph Schnurr

Pflegedirektorin Renate Merkl (Mitte) bespricht mit

ihrem Team Änderungen in der Pflegedokumentation.

Pflegen mit Würde

und Respekt

Es ist eine Beziehung auf Zeit, aber für Patienten während ihres Krankenhausaufenthaltes

eine ganz entscheidende; denn fühlen sich Patienten von den

Pflegekräften gut betreut, steigert dies das Wohlbefinden. Die professionell

Pflegenden der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH haben deshalb

verbindliche Regeln für den Umgang mit Patienten und ein kontinuierliches

Qualifizierungssystem für ihr berufliches Handeln entwickelt.

„Unsere Aufgaben sind Förderung und

Wiederherstellung von Gesundheit,

Verhütung von Krankheit, Linderung

von Leiden und die Begleitung sterbender

Menschen“, beschreibt Pflegedirektorin

Renate Merkl die Arbeit

der Pflegekräfte. Diese übernehmen

täglich die Verantwortung für die Koordination

der patientenbezogenen

Prozesse und stehen dem Patienten

beratend und fürsorglich zur Seite.

Die Pflegedirektorin legt Wert darauf,

dass Patienten die umfangreiche Versorgung

im Krankenhaus Freudenstadt

sowie in der Geriatrischen Rehabilitation

am Standort Horb als abgestimmte

Leistung zwischen den verschiedenen

Abteilungen und Teams erleben.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Für die Pflegenden steht der Mensch

als einmalige Persönlichkeit im Zentrum

ihres täglichen Handelns. Ihrer Verantwortung

sind sie sich stets bewusst

und begegnen jedem Menschen von

der ersten bis zur letzten Lebensphase

mit Würde und Respekt, unabhängig

von seiner Herkunft, seinem Glauben,

seiner Kultur oder Nationalität. Die

Pflegekraft führt ein ausführliches Aufnahmegespräch

mit dem Patienten,

ermittelt, unter Berücksichtigung der

vorhandenen Ressourcen, den notwendigen

Pflegebedarf und legt Pflegeziele

fest. Gemeinsam werden die

erforderlichen Maßnahmen geplant,

im Verlauf des Aufenthaltes beurteilt

und bei Bedarf angepasst. Dadurch soll

eine größtmögliche Selbstständigkeit

des Patienten erreicht werden.

Zielgerichtete Pflege

nach Expertenstandards

Die Pflege der Patienten erfolgt geplant

und zielgerichtet. Für eine kontinuierlich

hohe Pflegequalität wurden in der

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt

gGmbH nationale Expertenstandards

eingesetzt, die regelmäßig überarbeitet

und durch Schulungen vertieft werden.

Der schnelle und umfassende Informationsfluss

zwischen allen an der Pflege,

Diagnostik und Therapie beteiligten

Mitarbeitern erfolgt durch präzise Dokumentation,

abgestimmte Schichtübergaben

und Visiten. Regelmäßige Besprechungen

innerhalb der Stationen

und Funktionsbereiche, abteilungsübergreifend,

mit den Führungskräften

und der Pflegedirektion runden den

notwendigen Informations- und Kommunikationsfluss

ab.

Darüber hinaus werden Mitarbeiter

zu Pflegeexperten wie beispielsweise

Wundexperten oder Stillberatern ausgebildet,

die fachlich und praktisch die

Pflegeteams unterstützen. Ein weiterer

Bestandteil zur Qualitätssicherung sind

die Beauftragten in der Pflege; diese

sind in den Bereichen Hygiene, Arbeitssicherheit

und Medizinprodukte

weiterqualifiziert und überwachen die

Einhaltung der Vorgaben. Sie stehen

den Mitarbeitern beratend und unterstützend

zur Seite.

Hohe Versorgungsqualität ausbauen

„Trotz des zunehmenden Kostendrucks

und Fachkräftemangels im Gesundheitswesen

ist es uns ein großes Anliegen,

die hohe Qualität der Patientenversorgung

nicht nur aufrechtzuerhalten,

sondern bestmöglich zu erweitern“,

betont Renate Merkl. Um dies zu erreichen,

wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit

gefördert; Patienten und

deren Bezugspersonen werden intensiv

beraten. Zusätzlich werden neben

dem Kernteam der Pflegekräfte und

Ärzte auch Therapeuten (Physio-, Ergotherapie,

Logopäde), Psychologen und

der Sozialdienst in die Versorgung der

Patienten mit einbezogen. Die Klinik

legt außerdem besonderen Wert auf

die Fort- und Weiterbildung der Pflegekräfte

– denn nur gut ausgebildetes

Personal kann höchste Pflegequalität

gewährleisten. „Die Weiterentwicklung

des Personals und die fachübergreifende

Vernetzung aller am Behandlungsprozess

Beteiligten stellt sicher, dass

das Pflegemanagement den täglichen

Herausforderungen gewachsen ist“,

sagt Renate Merkl und ergänzt, „dass

in der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt

gGmbH gemeinsam in gegenseitiger

Wertschätzung gearbeitet wird

– Tag für Tag und rund um die Uhr.“

Ihre Fachklinik vor Ort

Renate Merkl

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Renate Merkl

Pflegedirektorin

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-6325

E-Mail: Renate.Merkl@klf-net.de

Pflege

„Es uns ein großes Anliegen, die hohe

Qualität der Patientenversorgung

bestmöglich zu erweitern“

10 Rundum gesund Rundum gesund 11


Kardiologie

Kardiologie

Neuer Herzkathetermessplatz

verbessert medizinische

Notfallversorgung im

Landkreis Freudenstadt

Bessere Bildqualität, weniger Strahlenbelastung: Im August 2017 ist ein hoch

moderner zweiter Herzkathetermessplatz im Krankenhaus Freudenstadt

in Betrieb gegangen. „War unser Herzkatheterlabor ausgelastet oder wurden

Wartungsarbeiten durchgeführt, mussten Patienten bisher nach Lahr oder

Tübingen ausweichen – mit dem neuen zusätzlichen Herzkathetermessplatz

ist das nun vorbei“, sagt Prof. Dr. Florian Bea, Ärztlicher Direktor

des Krankenhauses Freudenstadt.

Der Kegelabend von Ernst und Susanne Albrecht* endete

anders als geplant: Schon den ganzen Tag über fühlte sich

der 63-jährige Kaufmann aus Dietersweiler nicht besonders

gut. Weil er den geselligen Abend mit Freunden aber

nicht verpassen wollte, ging er dennoch mit. Doch bereits

nach der ersten Kegelrunde war seiner Frau klar, dass „mit

meinem Mann etwas nicht stimmte. Er war so blass im Gesicht,

hatte Schweiß auf der Stirn und Schmerzen im Arm.“

Susanne Albrecht zögerte deshalb nicht lange und fuhr ihren

Mann ins Krankenhaus. Die umgehend durchgeführte

Herzkatheter-Untersuchung zeigte, dass ihre Entscheidung

lebensrettend war: Ernst Albrecht hatte einen Herzinfarkt.

„Ein Herzkatheter ist ein feiner, biegsamer Kunststoffschlauch,

der während der Untersuchung unter Röntgenkontrolle

durch ein Blutgefäß bis zum Herzen vorgeschoben

wird. So konnten wir den Herzinfarkt von Herrn Albrecht auf

einem Bildschirm sichtbar machen und sofort behandeln“,

erklärt Kardiologe Bea.

Diagnose und Behandlung zugleich

Die erfolgreichste Therapie bei einem Herzinfarkt ist die

Wiedereröffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes mit

einem Herzkatheter. Der dünne Schlauch ist mittlerweile

die „Allzweckwaffe“ der Kardiologen, die in vielen Varianten

zur Diagnostik und Therapie zahlreicher Herzkrankheiten

verwendet wird. Der Herzkatheter wird in der Regel in die

Leisten- oder Armarterie eingeführt und von dort mithilfe

eines Führungsdrahtes durch die Hauptschlagader ins Herz

vorgeschoben. Am häufigsten wird der Herzkatheter eingesetzt,

um mithilfe eines Kontrastmittels unter Röntgenkontrolle

die Herzkranzgefäße sichtbar zu machen, Engstellen

* Namen von der Redaktion geändert

12 Rundum gesund Rundum gesund 13


Kardiologie

News

Patientenmagazin „Rundum gesund“

kostenlos im Abonnement

Möchten Sie Ihr persönliches Exemplar unseres Patientenmagazins „Rundum gesund“ ab der kommenden

Ausgabe kostenlos und unabhängig von einem Klinikbesuch nach Hause gesendet bekommen?

Dann schicken Sie eine E-Mail (Betreff: „Rundum gesund“) mit Ihrem Namen und Ihrer vollständigen

Adresse an cornelia.schreib@klf-net.de. Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch unter

07441 54-6143.

Chefarzt Prof. Dr. med. Florian Bea (Mitte)

mit seinem Team der Medizinischen Klinik II.

„Mit dem neuen Herzkathetermessplatz

können wir mehr Patienten behandeln.“

mit einem Ballon aufzudehnen und Gefäßstützen (Stents)

einzubringen. „Bei Ernst Albrecht haben wir die Engstelle

aufgedehnt und einen Stent gesetzt“, so Bea. Der Stent ist

ein kleines, aus Drahtgeflecht bestehendes Röhrchen, welches

das betroffene Herzkranzgefäß offen hält.

Moderne Medizin verbessert Patientenversorgung

Die Herzkatheteruntersuchung findet an einem Messplatz

statt. „Mit dem neuen Herzkathetermessplatz können wir

zum einen mehr Patienten behandeln. Zum anderen überzeugt

die neue Anlage mit einer deutlich verbesserten Bilddarstellung,

sie ist strahlungsärmer und bietet wesentlich

mehr Funktionen“, zeigt sich Professor Bea begeistert. Der

neue Messplatz macht auch eine Darstellung der Beinarterien

möglich: Verengungen, die beispielsweise bei Diabetes

oder langjährigem starken Rauchen auftreten können,

werden mittels Herzkatheter auf den Bildschirm dargestellt

und umgehend behandelt. Typisches Symptom einer Veränderung

der Beinarterien ist die sogenannte „Schaufensterkrankheit“,

bei der Betroffene wie bei einem Schaufensterbummel

alle paar Meter stehen bleiben müssen, weil die

Beinmuskulatur schmerzt.

Wenn das Herz aus dem Takt gerät

Die Herzfrequenz eines gesunden Menschen liegt bei 50 bis

100 Schlägen pro Minute. Eine Herzfrequenz unter 50 Schlägen

pro Minute wird als verlangsamt bezeichnet, höher als

100 Schläge pro Minute im Ruhezustand als zu schnell. Gerät

das Herz aus dem Takt, ist die normale Herzfrequenz durch

verschiedene Ursachen gestört – entweder stimmt etwas

in der Bildung von elektrischen Impulsen, die einen Herzschlag

auslösen sollen, nicht – oder die Weiterleitung dieser

Impulse ist gestört. „Herzrhythmusstörungen sind in der

Regel, wenn sie nicht angeboren sind, keine eigene Erkrankung,

sondern häufig die Folge von Herzkrankheiten oder

anderen Einflüssen, die das Herz aus dem Takt bringen (Kalium-

und Magnesiummangel, Alkohol, Kaffee oder Nikotin)“,

Der Container, in dem sich das Herzkatheter-Labor

vorübergehend befindet, wurde mit einem Kran

ins Klinikgebäude abgelassen.

erklärt Kardiologe Bea, dessen Team solche Störungen mit

einer sogenannten elektrophysiologischen Untersuchung

(EPU) feststellen kann. Wieder mit Hilfe des Herzkatheters,

doch in diesen Fällen mit speziellen Elektrokathetern. Diese

erfassen an verschiedenen Stellen im Herzen elektrische

Signale. Die EPU bietet die Möglichkeit, Herzrhythmusstörungen

gezielt zu provozieren, um dann im Herzen genau

deren Entstehungsmechanismus zu untersuchen. Aus den

Ergebnissen wird ein für den Patienten maßgeschneiderter

Therapieplan erstellt.

Hohe Patientenzahl rechtfertigen Investition

Die hohe Anzahl an Patienten in der Kardiologie rechtfertigten

die Investition in die neue Katheter-Interventionsanlage,

die bei ein bis eineinhalb Millionen Euro liegt und durch

pauschale Fördermittel abgedeckt ist. Aktuell befindet sich

die neue Anlage in einem Container, nach Fertigstellung des

Teilneubaus am Krankenhaus Freudenstadt wird das Herzkatheter-Labor

umgesetzt und in den Neubau integriert. Ralf

Heimbach, Geschäftsführer der Krankenhäuser Landkreis

Freudenstadt gGmbH, nannte die Ausfallsicherheit als weiteren

Anschaffungsgrund; denn falls ein Gerät defekt sei oder

gewartet werden müsse, bräuchten Patienten nicht in andere

Krankenhäuser verlegt werden. Auch die Wartezeit auf eine

Herzkatheteruntersuchung werde sich verkürzen.

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Medizinische Klinik II -

Kardiologie, Angiologie,

Intensivmedizin

Prof. Dr. Florian Bea

Chefarzt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-6011

E-Mail: catrin.heusch@klf-net.de

Prof. Dr. Florian Bea

© Csaba Deli – fotolia.com

Gesprächskreis

für Frauen

nach Krebs

Tinnitus

Auffangen, informieren, begleiten: Die Frauenselbsthilfe nach Krebs

unterstützt als eine der größten und ältesten Krebs-Selbsthilfeorganisationen

in Deutschland Betroffene und deren Angehörige nach einer

Krebsdiagnose. In einer wöchentlich stattfindenden Gesprächsrunde

haben Erkrankte die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen.

Das Treffen findet in Freudenstadt immer am ersten Mittwoch im

Monat um 18.30 Uhr in der Kreisgeschäftsstelle des Deutschen Roten

Kreuzes, Hirschkopfstraße 18 in Freudenstadt, statt. Die Teilnahme

ist kostenlos und nicht an eine Mitgliedschaft gebunden. Ansprechpartner

sind Andrea Kübler (Tel.: 07446 26 72), Christiane Schmid

(Tel.: 07440 91 32 53) und Erika Merklin-Langer (Tel.: 07443 51 40).

Hörsturz, Nackenverspannungen oder Stress: Ein Tinnitus kann vielfältige Ursachen haben. Die bundesweit

rund elf Millionen Betroffene leiden ständig oder immer wieder unter Pfeifen, Klopfen oder

Knacken im Ohr. Das Krankenhaus Freudenstadt bietet mit einer Tinnitus-Retraining-Therapie mit

Tinnitus-Bewältigungstraining Hilfe. Die von Therapeuten verschiedener Professionen durchgeführte

Behandlung unter Leitung von Dr. Stefan Löhr, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie am Krankenhaus

Freudenstadt, ist langfristig konzipiert und erfolgt in einem teilstationären Rahmen. Ziel ist es,

mit einem Gewöhnungsprozess die Aufmerksamkeit des Tinnitus weg vom störenden Ohrengeräusch

hin zu anderen Lebensbereichen zu lenken. Unterstützung erhalten Betroffene auch in einer Tinnitus-Selbsthilfegruppe.

Die Gruppe trifft sich jeweils am zweiten Donnerstag im Monat von 17.00 bis

19.00 Uhr im Krankenhaus Freudenstadt im Gruppenraum 617/618, Ebene 6. Weitere Informationen

erteilt Iris Schillinger unter Tel.: 07442/50746.

MAMMA-Café

Seit 2017 gibt es im Krankenhaus Freudenstadt ein MAM-

MA-Café für von Brustkrebs betroffene Frauen. Auch 2018

sollen diese ungezwungenen Treffen fortgesetzt werden.

Die Frauen können sich untereinander oder mit Ärztinnen/

Ärzten der Frauenklinik, die ebenfalls anwesend sind, austauschen.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Treffen bisher

so gut angenommen wurden und viele Frauen die Möglichkeit

des zwanglosen Gesprächs genutzt haben“, blickt

Oberärztin Dr. Yvonne Fauster, Fachärztin für Frauenheilkunde

und Geburtshilfe am Krankenhaus Freudenstadt,

zurück. Termine für das kommende Jahr sind der 21. März,

der 27. Juni, der 26. September und der 28. November jeweils

von 14.00 bis 15.30 im Konferenzraum Ebene 1 im

Krankenhaus Freudenstadt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

14 Rundum gesund Rundum gesund 15


Geburtshilfe

Geburtshilfe

Von Homöopathie zu üblicher Schmerzlinderung

Die Geburtshilfe in Freudenstadt stellt sich ganz auf die Wünsche der Frauen ein

Geburt in entspannter Atmosphäre:

Der Storch hat es sich auf der modernen

Geburtswanne bequem gemacht.

Infoabende für werdende Eltern

Geburtshilfe

Aromatherapie, Geburt in der Badewanne

oder doch die üblichen

Schmerzmittel: Mitarbeiter in der

Geburtshilfe des Krankenhauses Freudenstadt

stellen sich ganz auf die

Wünsche ihrer Patientinnen ein.

„Die eine möchte während der Wehen

gern in die Badewanne, die andere lieber

an die frische Luft“, weiß Hebamme

Felicitas Krugmann und betont, dass sie

und ihre Kolleginnen und Kollegen sich

Zeit für jede Geburt nehmen. „Wir haben

mit 1200 Geburten im Jahr keinen

Durchgang von Massen und können

auf jede Frau ganz individuell eingehen.“

Angeboten würden Akupunktur,

Homöopathie und eine Aromatherapie

ebenso wie klassische Methoden zur

Schmerzlinderung, bis hin zur Periduralanästhesie

(PDA). Wenn eine Frau es

wünsche, bekomme sie selbstverständlich

Schmerz- und andere medizinische

Hilfsmittel. Aber eben nicht pauschal,

betont die Hebamme.

Aus Leidenschaft Hebamme

Felicitas Krugmann hilft Frauen in Freudenstadt

seit 26 Jahren, ihre Kinder

gesund und munter zur Welt zu bringen.

Seit 35 Jahren übt sie den Beruf

aus. „Wenn eine Frau nach drei Fehlgeburten

doch noch ein gesundes Kind

zur Welt bringt und Sie sehen, wie sich

die Eltern darüber freuen, ist das ein

ganz besonderes Gefühl“, beschreibt

Krugmann die Leidenschaft für ihren

Beruf. Den Wunsch entwickelte sie mit

elf Jahren, als ihre jüngere Schwester

zur Welt kam. „Meine Mutter berichtete

damals immer von ihrer liebevollen

Hebamme. Das hat den Ausschlag gegeben“,

sagt Felicitas Krugmann. Sie

liebt die Abwechslung, die emotionalen

Momente, das ausgelebte Helfersyndrom,

wie sie selbst sagt, und

die angenehme Zusammenarbeit mit

ihren Kolleginnen und Kollegen.

„Die Ärzte vertrauen uns“

„Wir haben hier ein gutes Team“,

schwärmt sie. „Wir ziehen alle an

einem Strang, und die Frauen fühlen

sich auch deshalb gut aufgehoben und

hervorragend betreut.“ Die interdisziplinäre

Zusammenarbeit mit den Ärzten

und im Hebammenteam sei gut, sagt

Felicitas Krugmann und sieht darin vor

allem Vorteile für die werdenden Eltern:

So könnte sie mit den Frauen gemeinsam

über die ideale Behandlung

entscheiden. Jede sei individuell.

„Wir sprechen alles mit den

Eltern ab und lassen ihnen Zeit,

darüber nachzudenken.“

Ein ganz besonderes Geburtserlebnis

aus ihrer Laufbahn könne sie nur

schwer beschreiben, meint Felicitas

Krugmann, die sich von vielen Geburten

beeindruckt zeigt. „Die Frauen

machen das alle so klasse“, lobt sie.

Dann fällt ihr aber doch noch eine

kuriose Geschichte ein: „Bei einer Geburt

hat der Mann die ganze Zeit geheult,

was er seiner Frau angetan hat“,

erinnert sich Felicitas Krugmann mit

einem Lächeln an die verdrehte Situation.

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhäuser

Landkreis Freudenstadt gGmbH

Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Dr. Jürgen Schulze-Tollert

Chefarzt

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-2381

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Dr. Jürgen Schulze-Tollert

Felicitas Krugmann

LIEBE ELTERN,

Sie erwarten ein Baby und sicher sind noch viele Fragen offen.

Darum laden wir Sie herzlich zu unserem Infoabend ein!

18. Januar 2018

15. März 2018

17. Mai 2018

19. Juli 2018

20. September 2018

15. November 2018

Beginn: jeweils um 19 Uhr.

Treffpunkt: Eingangshalle Krankenhaus Freudenstadt

Es ist keine Voranmeldung erforderlich!

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16 Rundum gesund Rundum gesund 17


Chefarztwechsel

Chefarzt Prof. Dr. Fellermann

an seinem neuen Arbeitsplatz

Aus dem Norden

in den Schwarzwald

Neuer Chefarzt der Inneren Medizin: Prof. Dr. Klaus Fellermann

wechselt von der Uniklinik in Lübeck nach Freudenstadt

Hinter gestapelten Umzugskartons,

die auf einem leeren Schreibtisch

stehen, schaut ein schlanker Mann

mit Brille und weißem Kittel hervor.

Der Mittvierziger sortiert Bücher in

das hinter ihm stehende Regal seines

neuen Büros: ein Handbuch über

chronisch entzündliche Darmerkrankungen,

Fortbildungsbände über gastroenterologische

Erkrankungen und

– mit amüsierter Miene – ein Buch

mit gesammelten Werken von Loriot.

Prof. Dr. Klaus Fellermann ist seit Oktober

neuer Chefarzt der Inneren Medizin

im Krankenhaus Freudenstadt.

Der gebürtige Hamburger übernimmt

damit den Stuhl von Dr. Erich Arnold,

der nach 24 Jahren im Unternehmen

in den Ruhestand ging. „Ich habe eine

neue Herausforderung gesucht und

mich dabei ganz bewusst dafür entschieden,

meine universitäre Karriere

ad acta zu legen“, begründet Prof. Fellermann,

der zuletzt als Bereichsleiter

am Universitätsklinikum Schleswig-

Holstein in Lübeck arbeitete, seinen

Wechsel aus dem hohen Norden in

den Schwarzwald.

Spezialgebiet: chronisch entzündliche

Darmerkrankungen

Dabei ist Baden-Württemberg kein

Neuland für den Gastroenterologen.

„Ich habe sieben Jahre am Robert-

Bosch-Krankenhaus in Stuttgart gearbeitet

und kenne die medizinischen

Strukturen im Süden“, sagt Prof. Fellermann

und erzählt: „Meine Frau kommt

vom Bodensee. Unsere Kinder haben

einen Teil ihrer Jugend in der Region

verbracht.“ Er habe einen Hang zu

den Extremen, dem Wasser wie auch

den Bergen. „Im Norden kommt der

Herbst früher und der Winter dauert

länger“, so der passionierte Radfahrer

und Wanderer, der sich deshalb über

die zusätzlichen Sonnenstunden freut.

Der Gastroenterologe hat sich auf

chronisch entzündliche Darmerkrankungen

spezialisiert und dazu eine

Vielzahl an Studien begleitet. Durch

die Forschungserkenntnisse trug er

dazu bei, dass sich das Verständnis für

die Krankheitsentstehung wandelte.

Unter anderem habilitierte er 2006

an der Universität Freiburg zu diesem

Thema. Seit 2009 doziert er dort als

außerplanmäßiger Professor. „Ich bin

ausgewiesener Experte im Bereich

der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen“,

nennt Prof. Fellermann

seinen medizinischen Schwerpunkt

und ergänzt: „Dennoch habe ich den

Überblick nicht verloren und bin als

Internist und Gastroenterologe in der

Lage, die gesamte Breite der Inneren

Medizin abzudecken.“ Ein Ziel werde

es aber sein, Versorgungslücken aufzudecken

und regionale Lösungswege

in Kooperation mit den umliegenden

Ärzten zu entwickeln, zum Beispiel

auch im Kontext chronisch entzündlicher

Darmerkrankungen.

400.000 Menschen von Morbus Crohn

und Colitis betroffen

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

wie Morbus Crohn und Colitis

ulcerosa sind – anders als vorübergehende,

durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit,

Bakterien oder Viren

ausgelöste Erkrankungen – schubförmig

und anhaltend. Betroffene leiden

an Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen

und zum Teil blutigem Durchfall

sowie bei andauernden Schüben unter

Gewichtsverlust und Schwäche. In

Deutschland sind nach Angaben des

Kompetenznetzes Darmerkrankungen

e. V. rund 400.000 Menschen betroffen,

die meisten im Alter von 15 bis 35

Jahren. Eine Heilung ist bislang noch

nicht möglich, mit Medikamenten und

einer angepassten Lebensweise kann

die Häufigkeit und Intensität der Erkrankung

jedoch verringert werden.

Weitere Schwerpunkte der Inneren

Medizin sind, wie auch zuvor unter

der Leitung von Dr. Arnold, die Hepatologie,

sämtliche weitere Magen- und

Darmerkrankungen, Erkrankungen

der inneren Bauchorgane, Herz- und

Gefäßerkrankungen, Lungenerkrankungen

sowie Blut- und Krebserkrankungen.

Prof. Dr. Fellermann kann sich

dabei auf ein hervorragendes, vielseitiges

Ärzteteam verlassen und nimmt

die neue Herausforderung mit einer

Mischung aus Gelassenheit und Vorfreude

an.

Ihre Fachklinik vor Ort

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Medizinische Klinik I - Innere Medizin

Prof. Dr. Klaus Fellermann

Chefarzt

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Prof. Dr. Klaus Fellermann

18 Rundum gesund Rundum gesund 19


Gefäßchirurgie

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Aorta carotis interna

Aorta carotis externa

Diagnose mittels Duplexsonografie

Verengungen oder Verschlüsse

im Bereich der hirnzuführenden

Halsarterien machen sich durch

folgende Anzeichen bemerkbar:

• Sturzattacken, die zu einem kurzzeitigen

Bewusstseinsverlust führen

• Doppelbildsehen

• Drehschwindelanfälle

• Sprach-, Schluck-, Hörstörungen

• Halbseitige Sehfeldausfälle, d.h. der Betroffene

sieht im gesamten rechten oder linken Teil

des Sehfeldes nicht mehr

• Lähmung eines oder mehrerer Gliedmaßen

• Streckkrämpfe

Aorta carotis communis

Setzen eines Stents:

1. Verengung durch Arteriosklerose

2. Einführen der Werkzeuge

3. Aufdehnen der Engstelle mit Ballon

4. Setzen des Stents und Entfernen

der Werkzeuge

Arteria subclavia

1. 2. 3. 4.

Schlaganfallrisiko durch

verengte Halsschlagader

Sprachstörungen, Lähmungen oder Schwindel – diese Symptome können

auf eine Verengung der Halsschlagader hindeuten. Häufig treten die Beschwerden

nur kurzfristig auf und bilden sich zurück. Sie sind allerdings deutliche Warnzeichen

und sollten unbedingt untersucht werden. „Denn unbehandelt kann die Verengung

zu einem Schlaganfall führen“, sagt Professor Dr. Florian Bea, Kardiologe und

Angiologe an der Klinik Freudenstadt.

Durch Rauchen, hohen Blutdruck oder erhöhte Blutfette

lagern sich mit der Zeit Cholesterin, Kalzium und Bindegewebe

in die Gefäßwand der Halsschlagader ein. Diese verengt

sich und kann nicht mehr so viel Blut befördern, wie

normal. Die Verengung der Halsschlagader, im Fachjargon

Carotisstenose, kann asymptomatisch, das heißt auch ohne

Beschwerden verlaufen. Festgestellt wird sie häufig per Zufall

im Rahmen einer Routineuntersuchung, die vor allem

bei Patienten mit Arterienverkalkung der Herzgefäße durchgeführt

werden, da bei ihnen die Wahrscheinlichkeit einer

Verengung größer ist.

Ultraschall bringt Aufklärung

Eine verengte Halsschlagader stellt der Arzt mit dem Ultraschall

fest. Genauer gesagt, mit einer speziellen Form von

Ultraschall: die Duplexsonografie. Mit deren Hilfe werden

sowohl die Blutströme in den Gefäßen als auch die Gefäße

selbst dargestellt. So lässt sich der Schweregrad der Stenose

feststellen und die Art der Verengung erkennen. Sind die

Ablagerungen an der Gefäßwand eher fest und kompakt, ist

die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich ablösen, geringer als

bei brüchigen und unebenen Ablagerungen. Zusätzlich wird

eine Langzeit-Elektrokardiografie (Langzeit-EKG) durchgeführt,

um mögliche Hinweise auf Herzrhythmusstörungen

zu finden. Diese erhöhen nämlich das Risiko, dass sich Gerinnsel

im Herzen bilden.

Schlaganfall vermeiden

Ziel der Behandlung ist die Vermeidung eines Schlaganfalls.

In Abhängigkeit vom Grad der Verengung und den

Beschwerden kann der Patient konservativ, operativ oder

interventionell therapiert werden. „Jeder Patient mit einer

verengten Halsschlagader wird zunächst in einer sogenannten

interdisziplinären Konferenz besprochen. An dieser Konferenz

nehmen Mediziner verschiedener Fachrichtungen

teil und besprechen gemeinsam über jeden einzelnen Fall“,

erläutert Prof. Bea und ergänzt: „Eine Stenose muss nicht

zwangsläufig operiert werden. Wir wägen gemeinsam mit

den anderen behandelnden Kollegen sehr genau ab, welche

Therapie die beste für den Patienten ist.“

Ernährung und Bewegung als Therapie

Eine konservative Maßnahme kann eine Umstellung der Ernährung

und mehr Bewegung sein. „Wenn die Verengung

durch fetthaltige Ablagerungen zustande kam, kann sich

eine fettarme Ernährung in Kombination mit mehr Bewegung

positiv auswirken“, erklärt Kardiologe Bea. Diese Form

der Therapie kann durch Cholesterin senkende Medikamente

unterstützt werden. Eine weitere Option: Die Engstelle

in der Halsschlagader wird gezielt mittels eines Katheters

aufgedehnt. Ein Stent wird eingesetzt, der das Gefäß

als Stütze an der zuvor verengten Stelle offen hält. „Diese

interventionelle Therapie führen wir im Herzkatheterlabor

durch. Die Aufdehnung des Gefäßes und der Einsatz des

Stents hat sich in vielen Fällen bewährt“, so Bea. Alternativ

kann das verengte Gefäß in einer Operation von den Ablagerungen

befreit werden.

Ablagerungen operativ entfernen

Dabei wird die verengte Stelle über einen schrägen Halsschnitt

freigelegt. „Wir klemmen im Prinzip die Gefäße der

betroffenen inneren und äußeren Halsschlagader ab. Der

verengte Gefäßabschnitt wird sodann geöffnet und von

Ablagerungen befreit. Anschließend stellen wir die Blutversorgung

über das operierte Gefäß wieder her“, erläutert

Dr. Thorsten Maxeiner, Chefarzt der Gefäßchirurgie, die

Vorgehensweise. Je nach vorgefundener Lage können die

Spezialisten im Krankenhaus Freudenstadt zahlreiche Operationsvarianten

umsetzen. „Jeder Mensch ist einzigartig

und entsprechend verläuft eine Operation immer anders.

Wir sind auf alle Eventualitäten bestens eingestellt und

verfügen über ausreichend Erfahrung auf diesem Gebiet“,

bekräftigt Dr. Maxeiner.

Nach der Operation bleibt der Patient über Nacht zunächst

auf der chirurgischen Wachstation, denn gegebenenfalls

können Blutdruckschwankungen oder Nachblutungen auftreten.

Mit einer abschließenden neurologischen Untersuchung

und Ultraschallkontrolle (Doppler-Duplex-Untersuchung)

wird sichergestellt, dass einer Entlassung nach

Hause, meist drei bis fünf Tage nach der OP, nichts im Weg

steht. Um den Behandlungserfolg zu überprüfen, muss der

Patient alle sechs Monate zur Kontrolluntersuchung. Diese

kann entweder beim Hausarzt erfolgen oder in der Gefäßambulanz

der Klinik Freudenstadt.

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Gefäßzentrum

Prof. Dr. Florian Bea, Dr. Thorsten Maxeiner, Dr. Stephan Stolpe

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Tel.: 07441 54-6011

E-Mail: catrin.heusch@klf-net.de

20 Rundum gesund Rundum gesund 21


Neurochirurgie

Neurochirurgie

Engpass im Rücken

schmerzt in den Beinen

Die Beine kribbeln und verlieren beim Gehen die Kraft, der Rücken tut weh:

Menschen mit einer sogenannten Spinalkanalstenose haben einen zu engen Wirbelkanal.

Die Schmerzen und das Kribbeln entstehen durch eingedrückte Nerven – vor allem beim

Gehen und Stehen macht sich das bemerkbar. Wie der Engpass behandelt werden kann,

erklärt Dr. Said-Mahsood Amin, Facharzt für Neurochirurgie und Ärztlicher Leiter

des Medizinischen Versorgungszentrums Freudenstadt.

Stadtbummel am Wochenende? Nein

danke! Bloß nicht gehen oder stehen.

Sitzen fühlt sich besser an. Wer oft

unter Rückenproblemen leidet, kennt

das. Verspannte Muskeln oder ein

Bandscheibenproblem sind möglicherweise

schuld daran. „Ursache für langanhaltende

Beschwerden kann auch

eine Spinalkanalstenose sein – Wirbelgelenke,

Bandscheiben oder Bänder

haben sich dann breiter gemacht als

sie sollten“, erklärt Dr. Amin. Der verengte

Wirbelkanal ist eine Verschleißerkrankung

und wird zunehmend bei

älteren Patienten festgestellt. Häufig

ist die Lendenwirbelsäule, der untere

Teil des Rückens, betroffen.

Abgenutzte Bandscheiben und

Wirbelgelenke meist Auslöser

Je älter ein Mensch wird, desto mehr

nutzen sich Bandscheiben, Wirbelkörper

und Haltestrukturen ab. Im Laufe

eines Lebens werden die Bandscheiben

flacher und Wirbelgelenke sowie

Haltebänder dicker, damit auch breiter.

Dann drücken sie gegen das hintere

Längsband in der Wirbelsäule.

Dieses Band liegt zwischen den Bandscheiben

und den Nerven. Die Folge:

Die Nerven im Wirbelkanal geraten

unter Druck. Weil die Bandscheiben

flacher werden, rücken allmählich die

Wirbelkörper immer näher zusammen.

Denn im Rückgrat liegt zwischen

Dr. Said-Mahsood Amin demonstriert

die Spinalkanalstenose an einem

medizinischen Modell.

Wirbelkörper

Caudafasern (Nervenkabel)

Spinale Enge

in Höhe der Lendenwirbel:

Die Caudafasern (Nervenkabel)

werden perlschnurartig durch

knöcherne und bandförmige

Anbauten komprimiert,

das erzeugt Schmerz.

zwei Wirbeln immer eine Bandscheibe

als Puffer. Wird der Puffer dünner,

versucht der Körper trotzdem, den

Abstand zu wahren: Den Wirbeln und

Wirbelgelenken wachsen knöcherne

Höcker an den Seiten. Doch das ist

leider ein Fehlversuch der Natur, der

nicht zu größerem Abstand führt, sondern

den Kanal für den Nervenstrang

enger werden lässt.

Jeder Schritt wird zur Qual

Die Beine fühlen sich schwach an,

Gehen verursacht heftige Schmerzen

– Beschwerden, die auf einen zu engen

Wirbelkanal hinweisen. Der Leidensweg

beginnt oft mit einfachen

Rückenschmerzen, die schlimmer werden.

Manche Menschen merken sogar

nach Jahren noch nicht, dass ihr Wirbelkanal

zu eng ist. Denn nicht jede

Spinalkanalstenose tut weh. Werden

die Nerven im engen Wirbelkanal jedoch

gequetscht, schmerzt das Kreuz

richtig. Oft strahlen die Schmerzen bis

in die Beine aus. Eventuell kribbeln die

Beine auch, sie fühlen sich taub an, die

Muskeln werden schwach. Für manche

Betroffene ist Gehen überhaupt nicht

mehr möglich. Immer wieder müssen

sie anhalten und Pausen einlegen. Typisch

für die Spinalkanalstenose: Die

Schmerzen lassen beim Sitzen nach.

Denn dann kippt der Oberkörper nach

vorne. Die Wirbelsäule wird gedehnt,

der Wirbelkanal geweitet und der

Druck auf die Nerven nimmt ab. „Rückenschmerzen,

die über Wochen anhalten,

sollten medizinisch abgeklärt

werden“, rät Dr. Amin.

MRT macht die Engstelle sichtbar

Betroffene mit den genannten Beschwerden

können sich direkt bei Dr.

Amin im MVZ Freudenstadt vorstellen.

Der Facharzt hört sich zunächst die

Beschwerden eingehend an und stellt

viele gezielte Fragen, um Art und Ausmaß

der Beschwerden zu erfahren.

Liegen Hinweise auf eine Wirbelkanalenge

vor, veranlasst er ein MRT; das

bildgebende Verfahren gibt genauen

Aufschluss darüber, ob der Wirbelkanal

tatsächlich verengt ist. „Stellen wir

eine Spinalkanalstenose fest, muss der

Patient nicht gleich an eine Operation

denken. Auch mit nicht-operativen

Methoden können gute Behandlungserfolge

erzielt werden“, betont Dr.

Amin. Die vielleicht wichtigste dieser

Methoden ist jedem bekannt: gezieltes

Rückentraining.

Starker Rücken lindert Beschwerden

Zu den nicht-operativen Methoden

zählen konservative Maßnahmen wie

Physiotherapie sowie die Einnahme

von Medikamenten. „Physiotherapeuten

zeigen Patienten, mit welchen

Übungen die Rücken- und Bauchmuskeln

gezielt trainiert werden. Ziel ist es,

mit starken Muskeln den Rücken zu stabilisieren

und so die Lendenwirbelsäule

zu entlasten“, erklärt Dr. Amin. Auch

Medikamente können sinnvoll sein; sie

lindern Beschwerden und unterstützen

dadurch die Bewegungstherapie. Werden

die Schmerzen durch diese Maßnahmen

nach einigen Wochen nicht

wesentlich besser, müssen Arzt und

Patient über einen möglichen Eingriff

sprechen. Für Dr. Amin ist „die Operation

immer der letzte Ausweg“. Der Fachmediziner

und zertifizierter Wirbelsäulentherapeut

empfiehlt einen Eingriff

nur dann, wenn die Schmerzen trotz

anderer Therapien nicht verschwinden,

Patienten nicht mehr richtig gehen oder

arbeiten können, die Gliedmaßen gelähmt

sind oder Probleme beim Stuhlgang

oder Wasserlassen auftreten.

Skalpell kann Platz schaffen

Die Operation einer Wirbelkanalstenose

ist ein anspruchsvoller Eingriff,

der erfahrenen Operateuren wie Dr.

Amin vorbehalten ist. Der Neurochirurg

im MVZ Freudenstadt verfügt über

jahrelange Erfahrung und hat in den

vergangenen 27 Jahren über einige

1.000 solcher Eingriffe durchgeführt.

Das Prinzip der Operation besteht darin,

die Stelle zu entlasten, an der das

Rückenmark zusammengedrückt wird.

„Auch mit nicht-operativen

Methoden können gute Behandlungserfolge

erzielt werden“

Dazu entfernt der Neurochirurg entweder

Teile des Wirbelbogens, der Dornfortsätze,

des Facettengelenkes und

des Zwischenwirbelbandes (ligamentum

flavum), eventuell auch der Bandscheibe,

die an der Wirbelkanalverengung

beteiligt sind. Oder er lässt den

mittleren Teil des Wirbelbogens samt

Dornfortsatz stehen – es werden nur

Teile des Zwischenwirbelbandes und

des Facettengelenks entfernt. Eingriffe

werden heute vielfach minimal-invasiv

unter dem Mikroskop, das heißt mit

wenigen kleinen Einschnitten in der

Haut, durchgeführt. Die OP erfolgt stationär

in enger Zusammenarbeit mit

der Chirurgischen Klinik Freudenstadt;

Patienten können die Klinik meist nach

vier Tagen wieder verlassen.

Ihre Fachklinik vor Ort

MVZ Freudenstadt GmbH

Dr. Said-Mahsood Amin

Ärztlicher Leiter

Karl-von-Hahn-Straße 120

72250 Freudenstadt

Tel.: 07441 54-6030

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Dr. Said-Mahsood Amin

22 Rundum gesund Rundum gesund 23


Geriatrische Rehabilitation

Geriatrische Rehabilitation

„Durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen

Berufsgruppen ergeben sich wichtige Synergieeffekte

zum Nutzen unserer Patienten“

Selbständigkeit erhalten –

Pflegebedürftigkeit vermeiden

Rentnerin Gertrud Hamsch* ist gerade beim Abwasch,

als das Telefon klingelt. Weil sie sehnlichst den Anruf

ihrer Tochter erwartet, achtet sie in der Eile nicht

auf ihre Füße und stolpert über die Türschwelle.

Die Folge: Mit einem gebrochenen Oberschenkel

wird die 82-Jährige ins Krankenhaus Freudenstadt

eingeliefert, wo sie umgehend operiert wird.

ständigkeit wiederherzustellen, damit sie möglichst bald in

ihr gewohntes Umfeld zurückkehren kann“, erklärt Dr. Wolfgang

Knauf, Chefarzt der Klinik.

Ältere Menschen, die aufgrund akuter oder chronischer

Erkrankung von Pflegebedürftigkeit oder dem Verlust ihrer

selbstständigen Lebensführung bedroht sind, benötigen

spezielle Behandlungsangebote. „Ihre Mutter ist bei uns

gut aufgehoben“, beruhigt Dr. Knauf die Tochter von Ger-

© Robert Kneschke – fotolia.com

„Ältere Patienten laufen nach Unfällen oder Erkrankungen

Gefahr, pflegebedürftig zu werden. Nach Stürzen brechen

oft nicht nur die Knochen – auch leidet verständlicherweise

das Selbstvertrauen der hochbetagten Patienten darunter.

Zur Weiterbehandlung verlegen wir Gertrud Hamsch deshalb

in die Klinik für Geriatrische Rehabilitation in Horb.

Hier soll einerseits die Sturzursache näher untersucht

werden; andererseits geht es durch eine intensive therapeutische

Beübung darum, die verloren gegangene Selbsttrud

Hamsch. In der Klinik für Geriatrische

Rehabilitation Horb arbeitet

ein engagiertes Team von Ärzten, Pflegekräften,

Physiotherapeuten, Ergotherapeuten

und anderen Berufsgruppen

darauf hin, dass Patienten nach

einer Krankheit oder einem Unfall ihr

Leben wieder möglichst selbstständig

und selbstbestimmt führen können.

Zurück ins gewohnte Umfeld

Ziel der geriatrischen Rehabilitation

ist es, bestehende oder drohende

Einschränkungen der Alltagsfähigkeit

und damit die Pflegebedürftigkeit zu

vermeiden, zu lindern oder im günstigsten

Fall Defizite zu beseitigen. Bei

Gertrud Hamsch wurde zunächst ein

„geriatrisches Assessment“ durchgeführt,

mit welchem mittels spezifischer

Untersuchungen festgestellt

werden kann, wozu sie mit ihren 82

Jahren noch in der Lage ist und welche

Defizite sie sowohl körperlich als auch

geistig hat. Ein wichtiger Parameter ist

dabei z.B. auch die Gehgeschwindigkeit:

Ein Parameter, der dem Behandlungsteam

Hinweise auf eine evtl.

weiter bestehende Sturzgefahr gibt,

die dann durch spezifische Hilfsmittel

abgemildert werden kann. Ebenso

überprüfen die Mitarbeiter der Klinik

für Geriatrische Rehabilitation, wie

selbstständig ein Rehabilitand isst, sich

wäscht, Treppen steigt und wie das

Seh- und Hörvermögen ist. Auch geistige

Fähigkeiten werden mit verschiedenen

Tests überprüft. Darüber hinaus

wurde die Wohnsituation von Frau

Hamsch beleuchtet, ob also Stolperfallen,

fehlende Griffe zum Beispiel im

Bad oder unüberwindbare Barrieren

wie Treppen Gefahren darstellen und

das alltägliche Leben erschweren. Aus

den Untersuchungsergebnissen formuliert

dann das multiprofessionelle geriatrische

Behandlungsteam die Therapieziele

für jeden einzelnen Patienten.

Zu diesem multiprofessionellen Team

gehören neben Ärzten und Pflegekräften

auch Physio- und Ergotherapeuten

und der Sozialdienst. „Durch die enge

Zusammenarbeit der verschiedenen

Berufsgruppen ergeben sich wichtige

Synergieeffekte zum Nutzen unserer

Patienten“, so Dr. Knauf.

2,5 Millionen Pflegebedürftige

Bundesweit steigt die Zahl älterer

Menschen: Männer und Frauen aus

geburtenstarken Jahrgängen altern,

die Zahl der Neugeborenen sinkt mit

jeder Generation. Nach aktuellen

Hochrechnungen des Bundesministeriums

für Familie, Senioren, Frauen

und Jugend sind 2060 knapp die Hälfte

aller Deutschen 65 Jahre und älter. Immer

wichtiger werden deshalb Einrichtungen

wie die Klinik für Geriatrische

Rehabilitation Horb, die sich mit den

Krankheiten des alternden und alten

Menschen beschäftigen. Ihre Hauptaufgabe

ist der Erhalt der selbstständigen

Lebensführung. „Ältere Menschen

sind häufig von Immobilität,

Instabilität, Inkontinenz, intellektuellem

Abbau und Isolation betroffen

– die sogenannten großen I der Geriatrie“,

berichtet Dr. Knauf. Eine weitere

Hauptaufgabe der Altersmedizin ist

die Überprüfung der oft bestehenden

Multimedikation: Jedes Medikament

gehört auf den Prüfstand, „denn weniger

ist hier oft mehr“, betont der Altersmediziner.

Einzug ins Pflegeheim verhindert

Gertrud Hamsch konnte dank der ganzheitlichen

und umfassenden Therapie

schon bald in ihre eigenen vier Wände

zurückkehren. Anfangs bewegte sie

sich noch mit einem Rollator durch ihr

kleines Häuschen. Ein Pflegedienst half

in den ersten Wochen beim Waschen

und Anziehen, das Mittagessen rollte

auf Rädern an, eine Haushaltshilfe kam

vorübergehend dreimal in der Woche

vorbei. Inzwischen versorgt sie sich

wieder selbst und benötigt den Rollator

höchstens für ausgiebige Spaziergänge.

„Bei ca. 85 % der betroffenen

Menschen gelingt es, diese wieder in

die gewünschte soziale Umgebung zu

entlassen. Wir freuen uns, dass dies

auch bei Gertrud Hamsch der Fall ist“,

so Chefarzt Dr. Knauf.

Lesen Sie auch das Interview zum Thema

„Behandlungsbedarf aufdecken“ auf Seite 26.

Ihre Fachklinik vor Ort

Klinik für Geriatrische Rehabilitation Horb am Neckar

Dr. Wolfgang Knauf (ab 01.12.17 Dr. Markus Klotz)

Chefarzt

Burgstall 9

72160 Horb am Neckar

Tel.: 07451 94-0

E-Mail: info.geriatrische.reha@klf-net.de

* Name von der Redaktion geändert

24 Rundum gesund Rundum gesund 25


Geriatrische Rehabilitation

Behandlungsbedarf aufdecken

Dr. Sonja Krupp, wissenschaftliche Leiterin der Forschungsgruppe Geriatrie

in Lübeck berichtet, wie wichtig die Ergebnisse eines geriatrischen Assessments

für die Lebensqualität von älteren Menschen sind.

Aus Sicht der Fachgesellschaft: Was sind die wesentlichen

Schwerpunkte eines geriatrischen Assessments?

Dr. Sonja Krupp: Geriatrisches Assessment dient dem Aufdecken

von Behandlungsbedarf einerseits, erhaltenen Fähigkeiten

und Kompensationsmöglichkeiten andererseits.

Inwieweit pflegerische Unterstützung erfolgt oder notwendig

wäre, wie sicher sich der ältere Mensch fortbewegen

kann, wie gut die geistige Leistungsfähigkeit erhalten ist,

wie es um die Stimmungslage steht, ob Schmerzen abgeklärt

oder besser behandelt werden müssten, die soziale

und die Ernährungssituation – diese Themen interessieren

das geriatrische Team, denn die Lebensqualität hängt davon

ab. Da fast alle geriatrischen Patienten Medikamente

einnehmen, die sich auf die oben genannten Bereiche

auswirken können, gehört eine Erfassung dieser speziellen

„Kost“ unbedingt dazu.

In welchen Fällen ist ein solches Assessment angebracht?

Dr. Sonja Krupp: Sofern ein Patient in eine geriatrische Klinik

aufgenommen wird, beginnt das Assessment am ersten

Tag. Viele Tests eignen sich auch für die Hausarztpraxis

– sofern das verfügbare Zeitfenster dies erlaubt. Durch die

Kenntnis des langfristigen Verlaufs kann das Assessment

hier stärker problembezogen erfolgen. Beispielsweise vor

Beantragung eines (höheren) Pflegegrades und rechtzeitig

vor einem gesundheitlich bedingten Umzug ist jedoch ein

umfassendes Assessment notwendig.

Welche Erkenntnisse erhalten die behandelnden Ärzte

und Therapeuten aus diesen Test-Verfahren?

Dr. Sonja Krupp: Möglichst kurze, aber sicher anschlagende

Test-Verfahren sollten eingesetzt werden, wenn es darum

geht, festzustellen, ob etwas für das Vorliegen eines Problems

spricht, das bislang nicht aufgefallen ist. Einige Tests

sind eher dazu geeignet, Änderungen der Ausprägung einer

Störung im Verlauf zu dokumentieren. Werden sie mehrfach

eingesetzt, so kann beurteilt werden, ob eine Behandlung

anschlägt oder ob eine Verschlechterung der Situation

eingetreten ist.

In Anbetracht des demographischen Wandels in Deutschland

– gibt es aus Ihrer Sicht ausreichend Einrichtungen in

Deutschland für die geriatrische Rehabilitation, um dem

steigenden Bedarf gerecht zu werden?

Dr. Sonja Krupp: Ein kompletter Verzicht auf die weitere

Aufstockung von „Geriatrie-Betten“ würde schwere Nachteile

für die Versorgungsqualität bedeuten. Der Anstieg

könnte aber deutlich flacher gestaltet werden, wenn Planungssicherheit

bestünde: einerseits vollstationäre Patienten

zeitgerecht in geriatrische Tageskliniken, die ambulante

und mobile Rehabilitation entlassen zu können,

andererseits, diese Angebote so rechtzeitig nutzen zu

können, dass ein größerer Anteil ambulanter geriatrischer

Patienten überhaupt nicht erst vollstationär behandlungsbedürftig

wird.

Vertrauen

ist einfach.

Vertrauen

ist einfach.

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Wie mobil ist die Patientin?

Test im Rahmen des geriatrischen Assessments.

© Andrey Popov – fotolia.com

Kontakt

Forschungsgruppe Geriatrie Lübeck

Krankenhaus Rotes Kreuz Lübeck –

Geriatriezentrum

Dr. Sonja Krupp

Marlistraße 10

23566 Lübeck

Tel. 0451 989 02-175

E-Mail: krupp@geriatrie-luebeck.de

Dr. Sonja Krupp

www.ksk-fds.de

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Freudenstadt

26 Rundum gesund Rundum gesund 27


Schmerztherapie

Schmerztherapie

Aktives Leben

statt Schonhaltung

Mit multimodaler Schmerztherapie chronische Leiden besiegen

Zwei Jahre lang liegt Marianne Radtke*

überwiegend im Bett. Wegen Schmerzen

in der gesamten Wirbelsäule und

in den Beinen steht sie nur selten auf

und traut sich nicht vor die Tür. Ihre

Krankheit bringt die ältere Dame immer

weiter in die gesellschaftliche

Isolation, die Gedanken werden trüber,

die Schmerzen schlimmer. Mit der

Multimodalen Schmerztherapie, die

seit August auch stationär im Krankenhaus

in Freudenstadt angeboten wird,

helfen Ärzte, Psycho- und Physiotherapeuten

Menschen mit chronischen

Schmerzen aus dem Teufelskreis.

„Chronische Schmerzen können aus

einem akuten Schmerzerleben entstehen

oder langsam schleichend kommen“,

erklärt Dr. Isolde Seyler-Würth,

Anästhesistin und Schmerztherapeutin

im Krankenhaus Freudenstadt. Bei

chronischen Schmerzpatienten verselbstständigt

sich der Schmerz, er

geht nicht mehr zurück, sondern wird

schlimmer, obwohl die Ursache längst

verschwunden ist. Oft besteht ein

Dauerschmerz ohne körperliche Ursache.

Manchmal können beispielsweise

ein Bandscheibenvorfall, Rückenverschleiß

oder andere Schmerzursachen

Auslöser sein. „Die Schmerzverarbeitung

ist beeinträchtigt, der Schmerz

verselbstständigt sich und wird zur

dauerhaften, eigenständigen Krankheit“,

so die Ärztin.

Oliver Viehmann überwacht das Training

der Patientin auf dem Laufband.

Volksleiden chronische Schmerzen

Von chronischen Schmerzen betroffen

sind in Deutschland mehr als zwölf

Millionen Deutsche. Zwei Millionen

davon leiden der Deutschen Schmerzgesellschaft

zufolge unter einer sogenannten

Schmerzkrankheit, das

heißt starken, nicht tumorbedingten

Schmerzen mit großer Beeinträchtigung,

auch der Psyche. Damit verbunden

sind für die Betroffenen massive

Einschnitte der Lebensqualität.

„Die Multimodale Schmerztherapie

hilft deshalb, weil sie gleichzeitig

an mehreren Faktoren ansetzt“

Im Durchschnitt dauere die Leidensgeschichte

sieben, bei jedem fünften

über zwanzig Jahre, berichtet die

Fachgesellschaft. Patienten litten unter

Dauerschmerzen und müssten mit

körperlichen Einschränkungen im Alltag

leben. Begleiterscheinungen seien

Depressionen, Angst, Schlafstörungen

und eine verminderte Konzentration.

Viele nehmen als Folge ihres Leidens

eine Schonhaltung ein oder vermeiden

Bewegung, was die Schmerzen und

die Immobilität nur weiter verstärkt.

Aus diesem Teufelskreis kommen Patienten

allein nur schwer wieder heraus.

Sie gehen nicht mehr vor die Tür, sind

nicht mehr arbeitsfähig, nehmen an

keinen gesellschaftlichen Aktivitäten

teil und landen in der Isolation.

Multimodale Schmerztherapie setzt

gleichzeitig an mehreren Faktoren an

Das Krankenhaus Freudenstadt bietet

Patienten mit chronischen Schmerzen

eine Gruppentherapie an. 17 Tage

bleiben die betroffenen Männer und

Frauen stationär im Krankenhaus. Sie

führen Einzel- und Gruppengespräche

mit Ärzten, Physiotherapeuten und

Psychotherapeuten, lernen Entspan-

* Name von der Redaktion geändert

28 Rundum gesund Rundum gesund 29


Schmerztherapie

Klinikführer

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Krankenhaus Freudenstadt

Karl-von-Hahn-Straße 10

72250 Freudenstadt

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Fachkliniken/Leitende Ärzte

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Medizinisches Versorgungszentrum

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Klinik für Geriatrische Rehabilitation

und MVZ in Horb a. N.

Dr. Hermann Schwarz und Dr. Isolde Seyler-Würth

freuen sich über die Fortschritte ihrer Patientin.

Prof. Dr. Florian Bea

Medizinische Klinik II – Kardiologie,

Angiologie, Intensivmedizin

nungsverfahren und ein Trainingsprogramm. „Die Multimodale

Schmerztherapie hilft deshalb, weil sie gleichzeitig

an mehreren Faktoren ansetzt“, sagt Dr. Seyler-Würth.

Als interdisziplinäres Team arbeiten Schmerztherapeuten,

Physio- und Ergotherapeuten, Psychotherapeuten und

Ärzte anderer Abteilungen zusammen. Behandelt werden

in Freudenstadt alle Formen chronischer Schmerzen, beispielsweise

Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, Nervenschmerzen,

Ganzkörperschmerzen (z. B. Fibromyalgie)

oder auch (Gesichts-) Kopfschmerz.

Initiiert hat das ganze Dr. Hermann Schwarz. „Die Idee einer

interdisziplinären, stationären Schmerztherapie trage ich

schon lange mit mir herum“, erzählt der niedergelassene

Orthopäde und Schmerztherapeut, der in den Räumen des

Krankenhauses Freudenstadt arbeitet und seit August auch

für die stationäre Multimodale Schmerztherapie zuständig

ist. „Der Versorgungsbedarf ist groß“, weiß der Mediziner.

Für Patienten mit chronischen Schmerzen gebe es in Baden-Württemberg

bisher zu wenige Krankenbetten. „Ich

bin im ambulanten Bereich immer wieder an meine Grenzen

gekommen. Oft mussten Patienten aus der Region für

einen stationären Aufenthalt weit weg in andere Kliniken

geschickt werden“, sagt er. Das ist seit August nicht mehr

nötig.

Mit dem Schmerz leben

Ratsam ist eine Multimodale Schmerztherapie dann, wenn

andere medizinische Therapien versagt haben oder nicht

möglich sind und auch die ambulante Schmerztherapie

ausgereizt ist. Oder wie Dr. Schwarz es formuliert: „Immer

dann, wenn der chronische Schmerz durch eine gezielte

Behandlung nicht mehr beseitigt werden kann, kann es

ein Fall für die Multimodale Schmerztherapie sein.“ Auch

bei Marianne Radtke war weder eine Operation möglich,

noch eine andere Behandlung hilfreich. Zweieinhalb Wochen

nahm sie deshalb stationär an der Multimodalen

Schmerztherapie teil. „Wir haben ihr beigebracht, wie sie

mit dem Schmerz leben kann, haben ihre Medikamente

neu eingestellt, ihr Entspannungstechniken gezeigt und ein

Trainingsprogramm, das sie belastbarer macht“, berichtet

Dr. Schwarz. Der Erfolg war überragend: „Frau Radtke steht

jetzt wieder mitten im Leben“, freut sich Dr. Schwarz über

die hervorragende Entwicklung.

Ihre Fachklinik vor Ort

Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt gGmbH

Multimodale Schmerztherapie

Dr. Hermann Schwarz

Facharzt für Orthopädie, Spezielle Schmerztherapie

Dr. Isolde Seyler-Würth

Fachärztin für Anästhesiologie, Spezielle Schmerztherapie

Gunter Kaißling

Facharzt für Multimodale Schmerztherapie

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