DIGITAL-Web-2018-32S-G7

suedwest.presse

30.01.2018

Digital

IN KOOPERATION MIT DEM WIRTSCHAFTSMAGAZIN

Ulmer

Persönlichkeiten

und Ihre

Lieblings-Apps

IT-Region Ulm:

Weitblick

Viele Unternehmen in der Region

arbeiten an unserer digitalen Zukunft.

Mit Know-how und kreativen Ideen

gestalten sie die Welt von morgen.

EU-DATENSCHUTZ

Die neue Verordnung kommt

im Mai – was Unternehmen

jetzt wissen müssen.

Seite 10

INTERVIEW

Heribert Fritz über die

Digitalinitiative und

wie Ulm gerüstet ist.

Seite 4

IT-SICHERHEIT

Daten sind wichtig, aber auch

empfindlich – wie man sie am

besten schützt.

Seite 28


Digital

ist einfach.

Wenn man einen Finanzpartner

hat, der Digitalisierung

und Innovationen mit

den passenden Fördermitteln

unterstützt.

Wenn´s um Geld geht

sparkasse-ulm.de


INHALT / EDITORIAL 3

Inhalt

Editorial

Datenschutzverordnung

Es geht um

die Daten

Am 25. Mai tritt die neue Datenschutzverordnung

in Kraft - damit wird der Schutz

personenbezogener Daten geregelt.

Seite 10

4 Das große

Digital-Interview

Heribert Fritz über die

Digitalinitiative und wie sich

Ulm in Sachen

Digitalisierung aufstellt.

13 Gehälter im IT-

Bereich steigen

Fachkräfte im IT-Bereich

dürfen sich 2018 auf ein

deutliches Gehaltsplus

freuen.

Impressum

26 Was geht App?

Jeder nutzt Apps, aber

welche werden von Ulms

Persönlichkeiten genutzt?

Interview

Ulm hat das

Zeug zur

digitalen

Modellstadt

Heribert Fritz über die Chancen der

DigitalInitiative in Ulm Seite 4

Saubere Böden dank

Reinigungsroboter

aus Ulm.

Seite 16

28 Sicherer

Datenschatz

Um empfindliche Daten

zu schützen, gibt es

ständig neue technische

Entwicklungen.

31 Was sagen

die Zahlen?

Wie viele E-Mails

verschicken die

Deutschen im Jahr?

Die Antwort gibt es hier.

Viele Themen

auf der Agenda

Für die kommenden Monate

steht mit der Einführung

der EU-Datenschutzverordnung

ein großes Thema

für Unternehmen auf der Agenda.

Was kommt auf Unternehmen

zu und was muss getan werden,

um gut vorbereitet zu sein? Die

Verordnung zum Schutz personenbezogener

Daten wirft natürlich

viele Fragen auf. Antworten

zu diesem Thema lesen Sie ab

Seite 10.

Dass die Digitalisierung auch mit

Risiken und Unsicherheiten verbunden

ist, braucht niemandem

mehr erklärt zu werden. Wer seine

Daten in Sicherheit wissen

will, muss also handeln. Dabei

geht es nicht immer um die technische

Seite, sondern auch auf

das Verhalten der Anwender.

Mehr dazu ab Seite 28.

Gute Nachrichten gibt es im großen

„Digital-Interview“. Heribert

Fritz, Mitbegründer der Digitalinitiative,

attestiert Ulm einen

Vorbildcharakter. Ulm ist auf

dem richtigen Weg. Sein Ziel ist

es, Ulm als Modellstadt zu etablieren,

dafür müssen alle an einem

Strang ziehen. Mehr dazu

auf Seite 4.

Einen Blick über die Schulter haben

wir bei einigen Ulmer Persönlichkeiten

geworfen und geschaut,

was sie täglich für Apps

nutzen, auf Seite 26 sehen Sie die

Ergebnisse. Jetzt geht es los, eine

angenehme Lektüre wünsche ich,

Ihr

Tobias Lehmann

Teamleitung

Sonderpublikationen

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

GmbH & Co. KG

Frauenstr. 77, 89073 Ulm

Projektleitung

Tobias Lehmann

Anzeigen (verantwortlich)

Andreas Simmet

Fotos Titelfoto:

© bizvector/Shutterstock.

com, SWP-Archiv,

Volkmar Könneke

Redaktion

Stefanie Müller, SVH

(verantwortlich),

Alexander Bögelein,

Stefan Loeffler,

Gabriel Bock

Gestaltung

Michael Zülzke –

mediaservice ulm

Druck

Druckzentrum Hohenlohe

Ostalb GmbH & Co. KG


4 RESSORT

FOTO: VOLKMAR KÖNNEKE


INTERVIEW 5

Ulm hat das Zeug zur

digitalen Modellstadt

Interview Seit anderthalb Jahren treibt die Initiative Ulm Digital spannende Projekte voran.

Sie bringt Unternehmen, Wissenschaft und die Stadtgesellschaft zusammen. Im Gespräch

erläutert ihr Vorsitzender Heribert Fritz, warum die Region eine Vorreiterrolle einnimmt und

ein so guter Nährboden für Zukunftsthemen ist. Von Alexander Bögelein

Wie gut ist das

digitale Netzwerk in Ulm?

Heribert Fritz: Sehr gut, es ist uns als

Digitalinitiative erfreulich schnell gelungen,

Interessenträger der Gesellschaft

zusammenzubringen: die Spitzenvertreter

von Wirtschaft, Wissenschaft,

Verwaltung, Politik und die

Bürgerschaft. Die Unternehmer sind

mittlerweile gut sensibilisiert, dass

sie digitale Transformation angehen

müssen.

Wie lautet Ihr Ziel?

Wir wollen einen Nährboden für digitale

Talente und Ideengeber schaffen

und erreichen, dass junge IT-Kräfte

in Ulm bleiben – oder zumindest,

wenn sie in die Welt hinausgehen,

wieder nach Ulm kommen. Und wir

wollen den Eintritt ins digitale Zeitalter

smart beschreiten. Im Vordergrund

steht dabei für die Initiative,

dass es den Menschen und der Region

nach diesem Paradigmenwechsel

besser geht als vorher. Es geht um die

Zukunft der Arbeit und die Folgen

des digitalen Fortschritts für die Arbeitswelt.

Wir sind Zeugen einer Revolution,

deren Auswirkungen sich

noch nicht abschätzen lassen. Dennoch

hat unsere Region sehr gute

Ausgangsbedingungen.

Was stimmt Sie so positiv?

Ich bin in meinem Berufsleben schon

viel in der Welt herumgekommen. Im

Vergleich zu anderen Orten leben wir

hier in einer der besten Regionen.

Wir haben ein sicheres Umfeld, eine

Wirtschaft, die brummt, eine Wissenschaft,

die mutig nach vorne geht und

Bürger, die sich schon immer als Entdecker

verstanden haben.

Wir haben also auch vieles,

das auf dem Spiel steht?

Ja, und all das gilt es zu erhalten und

auszubauen – auch mit Blick auf die

nächste Generation. Daher ist es

wichtig, dass alle in der Region an ei-

Zur Person

Heribert Fritz gehört

zu den erfolgreichsten

Unternehmern Ulms.

Geboren (1963) und

aufgewachsen in

Jettingen (Bayerisch-

Schwaben) studierte

er Betriebswirtschaft.

Direkt im Anschluss

gründete er 1987 das

IT-Unternehmen

Fritz & Macziol, das

in den Folgejahren

rasant wuchs. Ende

2015 stieg er dort

aus. Er gründete die

Unternehmensberatung

UNO. Zudem ist

er Vorsitzender der

Unternehmerinitiative

„Ulm Digital“, die 2016

gegründet wurde.

Fritz ist verheiratet

und hat eine Tochter.

Er engagiert sich

ehrenamtlich, unter

anderem als Vorsitzender

des Aufsichtsrats

des SSV Ulm 1846

Fußball e.V.

nem Strang ziehen. Der weltweite

Wettbewerb der Städte und Regionen

um kluge Köpfe und damit um Innovationskraft

und Wohlstand ist in vollem

Gange.

Wie gut ist denn der IT- und Digital-Standort

Ulm im Vergleich zu anderen

auf diese Revolution vorbereitet?

IT und Digitalisierung sind für mich

unterschiedliche Themen. Bei IT

geht es um Informations- und Datenverarbeitung

auf Basis technischer

Services und Funktionen. Digitalisierung

steht für mich für die Veränderung

von Prozessen. Bei IT-Themen

sind Konzerne wie SAP und Siemens

führend, die spielen in einer anderen

Liga. Wir müssen uns aber in

Ulm nicht verstecken. Wir haben viele

erfolgreiche und gute Mittelständler.

Die IHK-Region Ulm erreicht im

Vergleich der 79 deutschen IHK-Regionen

bei fast allen wichtigen Faktoren

einen der ersten drei Plätze.

Das ist der Ulmer Bevölkerung nicht

immer bewusst.

Was bedeutet das?

Für all diese Mittelständler ist eine

der entscheidenden Fragen: Wie digitalisiere

ich mein Unternehmen,

wie digitalisiere ich mein Geschäftsmodell?

Die Initiative Ulm Digital

will zum einen Klammer sein zwischen

Unternehmen, Wissenschaft

und der Stadt. Zum anderen wollen

wir Firmen bei der praktischen Umsetzung

der Digitalisierung unterstützen.

Auf unseren Veranstaltungen

und in unserem Netzwerk sollen Firmen

voneinander lernen können.

Wie verstehen Sie die Rolle der Initiative

Ulm Digital darüber hinaus?

Wir sind ein eingetragener Verein,

der sich über die Beiträge der Mitglieder

finanziert. Wir sehen das als

gesellschaftlichen Auftrag an, daher

herrscht in der Initiative eine Geber-Mentalität

vor.

Was heißt das konkret?

Wir fördern Projekte wie das Niederfrequenz-Netzwerk

Lorawan (long

range wide area network). Das haben

wir aufgebaut und stellen es allen digital

Interessierten in der Stadt zur

Verfügung, nach dem Motto „Macht

was draus!“

Es ist besonders

wichtig, dass

alle in der Region

wirklich an einem

Strang ziehen.

Wie können Privatleute

so etwas nutzen?

Im Verschwörhaus gab es schon verschiedene

Seminare. Da ist ein öffentlich

geförderter Experimentierraum

entstanden, der allen digital Interessierten

offen steht. Beispielsweise

kann ich als Ulmer Hausbesitzer den

Wasserstand meines Teiches kontrollieren.

Und es gibt vielversprechende

andere Themen, die auf dem Lorawan

aufbauen.

Geben Sie bitte

ein Beispiel

Gemeinsam mit Andreas Buchenscheit

von Cortex Media sind beispielsweise

Feinstaubsensoren entwickelt

und ein Feinstaubnetzwerk

aufgebaut worden. Im Moment wird

das Thema Feinstaub in der Ulmer

Stadtpolitik ohnehin diskutiert. Daher

werden wir in nächster Zeit mit

der Stadt und den Bürgern abstimmen,

wie diese technische Möglichkeit

genutzt werden soll. Darüber hinaus

treiben wir gerade mit der IHK,

dem City-Marketing und einigen Einzelhändlern

eine Frequenzmessung

voran.


6 INTERVIEW

ständigt, auch dort ein Funknetzwerk

aufzubauen. Wir suchen

Partner aus der Wirtschaft, um

weitere Antennen aufzustellen.

Die Initiative Ulm Digital hat seit

ihrer Gründung vor anderthalb

Jahren schon einiges bewegt.

Woran liegt das?

Der große Vorteil in Ulm und

Neu-Ulm sind die kurzen Wege.

Wir sind eine kleine Großstadt.

Man kennt sich. Wir sind nah

beieinander. Das gilt für unsere

Initiative und das gesamte Netzwerk.

Wenn man etwas benötigt,

geht man aufeinander zu. Man

trifft sich, kennt sich, man fragt

sich und hilft sich. Daher funktioniert

das Netzwerk sehr gut –

Ulm hat durchaus Vorbildcharakter

für andere Kommunen.

Heribert Fritz bei der Auftaktveranstaltung der Digitalinitiative im Oktober 2016.

Foto: Volkmar Könneke

So lässt sich

die Zahl der

Fußgänger

sekundengenau

messen.

Was war der Auslöser

für diese Idee?

Es gibt eine rege Debatte über die

Kundenströme in der Innenstadt.

Ein Einzelhändler mit einer Baustelle

vor der Ladentür sagt, zu

mir kommen weniger Kunden.

Die Ulm/Neu-Ulm Touristik

GmbH freut sich über steigende

Gästezahlen.

Da stellt sich die Frage,

wer hat Recht?

Beide haben Recht, das Thema

muss man differenziert betrachten.

Wir als Initiative Ulm Digital

stellen daher ein Werkzeug

zur Verfügung, das die Passantenzahl

rund um die Uhr misst.

Wie funktioniert das?

Von unseren acht Antennen im

Stadtgebiet, die wir bisher aufgestellt

haben, deckt eine die Innenstadt

ab. Diese misst die Zahl

der Passanten.

Mit Kameras?

Nein, wir halten uns natürlich an

das Datenschutzgesetz. Wir setzen

optische Augen ein. Diese

Sensoren messen lediglich, ob jemand

durchgeht. Die Signale gehen

an die Antenne, die mit dem

Internet verbunden ist. So lassen

sich sekundengenau die Fußgängerzahlen

in einzelnen Straßen

und Gassen ermitteln – rund um

die Uhr. Damit schaffen wir eine

gute Datenbasis. Diese lässt sich

Das Netzwerk

Lorawan

Lorawan ist die englische

Abkürzung für long range

wide area network. Dabei

handelt es sich um das Konzept

für ein Funknetzwerk,

das nur sehr wenig Energie

benötigt. Es eignet sich für

das Internet of Things und

die Kommunikation zwischen

Maschinen. Im Ulmer Netzwerk

liefern Sensoren einfache

Informationen an die Antennen,

z.B. ja oder nein auf

Fragen wie „Ist der Parkplatz

besetzt?“ Dabei nutzt Lorawan

nur eine geringe Bandbreite.

Infos zum Ulmer Netzwerk

gibt es unter: https://

lora.ulm-digital.com amb

für Auswertungen und Jahresvergleiche

nutzen.

Wie teuer ist dieses

Funknetzwerk?

Das ist vergleichsweise günstig.

Pro Antenne sind das inklusive

Aufstellen und Wartung weniger

als 10.000 Euro. Wir haben insgesamt

acht Antennen im Stadtgebiet.

Für das Projekt waren

aber auch einige Vorinvestitionen

nötig.

Wer trägt die Kosten?

Die Mitglieder der Initiative über

ihre Mitgliedsbeiträge.

Gibt es weitere Pläne,

das Funknetzwerk zu nutzen?

Da gibt es etliche. Man kann in

Richtung Parkplatz-Management

denken. Wir arbeiten eng mit der

städtischen Parkbetriebsgesellschaft

und den Stadtwerken

(SWU) zusammen. Nur so lassen

sich die Möglichkeiten des Funknetzwerkes

noch besser ausschöpfen.

Mit den SWU arbeiten

wir am Projekt City-Sense. Mit

dem Neu-Ulmer OB Gerold Noerenberg

haben wir uns darauf ver-

Gibt es eine ähnliche Initiative in

anderen Städten?

Mir ist keine bekannt. Den Ansatz,

alle Beteiligten auf die Reise

ins digitale Zeitalter mitzunehmen,

in der Umfänglichkeit,

gibt es sonst nirgendwo.

Auf welche Veranstaltung

sind Sie besonders stolz?

Da will ich keine herausheben.

Mich freut es, dass die Veranstaltungen

so gut besucht waren, sie

wertvolle Beiträge geliefert haben

und die Resonanz so positiv

ist. Am meisten bin ich stolz darauf,

dass wir das tun, was wir

ankündigen.

Zum Beispiel?

Wenn wir sagen, lass uns ein

Funknetzwerk für das Internet

der Dinge aufbauen, dann tun wir

das auch.

Wie entwickeln

sich die Mitgliederzahlen?

Das Interesse wächst spürbar.

Zu Beginn waren unsere Mitglieder

überwiegend Unterneh-


INTERVIEW 7

mer aus der IT, wenige stammten

aus anderen Branchen. Mittlerweile

kommen bei den rund

100 Mitgliedern mehr aus anderen

Branchen als aus der IT. Das

ist ja auch das Ziel der Initiative,

Unternehmen aus allen

Branchen auf die digitale Reise

mitzunehmen.

Was würden Sie sich für die Entwicklung

der Initiative wünschen?

Wir werden hier die Megatrends

in Sachen Energie und Mobilität

nicht aufhalten. Schön wäre es,

wenn es uns gelingt, Vorreiter zu

sein, wie man mit diesem Wandel

umgeht und die Menschen und

deren Bedürfnisse dabei in den

Vordergrund stellt. Vielleicht

schaffen wir es, uns zu einer Modellstadt

zu entwickeln, erst in

der Region, dann vielleicht in Baden-Württemberg

und vielleicht

auch darüber hinaus. Ulm hat das

Zeug zum digitalen Vorbild. Heribert Fritz setzt auf Veranstaltungen. Foto: Volkmar Könneke

Initiative von

Unternehmern

Die „initiative.ulm.

digital.e.V.“ ist im Juni 2016

gegründet worden. Ziel ist es,

den Wandel zu gestalten, den

öffentlichen Diskurs zu unterstützen

und die Region zu stärken.

Vorsitzender ist Heribert Fritz,

seine Stellvertreter sind Gerhard

Gruber (Exxcellent Solutions),

Andreas Buchenscheit (Cortex

Media) und Thomas Brackvogel

(Neue Pressegesellschaft). Schatzmeister

ist Björn Semjan (System

Zwo), Schriftführerin: Antonija

Scheible (SWU). Dem Beirat gehören

an: Ulms OB Gunter Czisch,

Steffen Maurer, Ralph Ehmann

sowie die Professoren Dr. Michael

Weber (Präsident Universität Ulm),

Frank Kargl und Daniel Schallmo.

Schirmherr ist Neu-Ulms OB

Gerold Noerenberg. amb

Wussten Sie, dass wir mit unseren

intelligenten Produkten den Maschinenund

Anlagenbau digitalisieren?

www.voith.com/karriere


8 UNTERNEHMENSPORTRÄT Anzeige

Smart Cities entstehen durch ein intelligentes Zusammenspiel von mehreren Faktoren.

Foto: istock

Auf dem Weg zur Smart City

Straßenbeleuchtung, die sich automatisch anpasst, oder Strafzettel, die man per

QR-Code bezahlen kann: Smart-City-Konzepte erleichtern das Leben. Die Ulmer

Digitalisierungsexperten von Axians machen Städte fit für die Zukunft.

Ulm hat großes

Potenzial –

der Dialog ist weit

fortgeschritten.

Smart Cities entstehen durch ein intelligentes

Zusammenspiel von ökologisch,

sozial und ökonomisch nachhaltigen

Prozessen, Dienstleistungen,

Produkten und Infrastrukturen. Sie

sollen die Lebensqualität der Menschen

fördern und Ressourcen schonen.

Die Basis bilden hochintegrierte

und vernetzte Informations- und

Kommunikationstechnologien. Damit

lassen sich Vorteile für alle Seiten

erzielen, seien es optimierte Verwaltungsprozesse,

geringerer Energieverbrauch,

weniger Staus oder erhöhte

Sicherheit für die Bürger. So

hat die Stadt Ludwigsburg etwa innovative

LED-Straßenlaternen installiert,

die das Licht zu verkehrsarmen

Zeiten dimmen und automatisch heller

werden, sobald sich jemand nähert.

Zuvor hatte die Stadt bereits erfolgreich

ihr Liegenschafts- und Gebäudemanagement

digitalisiert – unterstützt

durch Axians Infoma, den

Geschäftsbereich für die professionelle

öffentliche Verwaltung von

Zur Person

Diana Coso ist Diplom-Wirtschaftsinformatikerin

(FH) und

begann ihre IT-Karriere

1989 bei HPE in

Ulm. Sie erweiterte ihren

Erfahrungsschatz

in den Bereichen

Software und Cloud in

leitenden Positionen

bei Microsoft und

war im Anschluss bei

Dell EMC tätig, wo

sie als Mitglied der

Geschäftsleitung den

Partnervertrieb verantwortete.

Seit April

2017 ist die Ulmerin

Chief Executive Officer

(CEO) von Axians

in Deutschland.

FOTO: VINCI ENERGIES DEUTSCHLAND

Axians. In zukunftsorientierten Städten

wie im nordrhein-westfälischen

Siegburg können Parksünder ihre

Strafzettel per PayPal oder elektronischer

Überweisung mit dem Smartphone

bezahlen, indem sie einen QR-

Code auf dem Knöllchen scannen.

Dafür nutzt die Stadt ein integriertes

ePayment-Modul von Axians Infoma.

Innovativer Partner für die

Digitalisierung

Axians mit Sitz in Ulm ist die

ICT-Marke von VINCI Energies und

vereint die Kompetenz für Informations-

und Kommunikationstechnik

unter einem Dach. Die Ulmer IT-Experten

unterstützen im Netzwerk mit

den VINCI Energies-Marken

Actemium (Automatisierung und Industrielösungen),

Omexom (Energieinfrastrukturen)

und VINCI Facilities

(Facility Management) Handlungsfelder

von Smart-City-Projekten aus

einer Hand. Dass dies sehr erfolgreich

gelingt, zeigt das gemeinsame

Beratungsmandat zur Entwicklung

einer Digitalisierungsstrategie in den

Bereichen IT und Technik für den

Flughafen München oder die Mitwirkung

im Lenkungskreis der Allianz

Smart City Dortmund. Ehrensache,

dass Axians sich auch in Ulm für das

Digitalisierungsprojekt „Zukunftsstadt

Ulm 2030“ einsetzt. Diana Coso,

CEO Axians Deutschland, erläutert:

„Ulm hat großes Potenzial und der

Dialog über die Visionen ist sehr weit

fortgeschritten. Für das Ziel, Ulm auf

dem Weg in die Zukunftsstadt zu begleiten,

freuen wir uns 2018, die Zusammenarbeit

zu intensivieren und

an weiteren gemeinsamen Projekten

zu arbeiten.“

Innovationswerkstatt

öffnet im April 2018

Mit ihrem Zukunftsprojekt liegt die

Stadt Ulm voll im Trend. Und der

Smart-City-Markt wird in den nächsten

Jahren weiter anwachsen. Deutsche

Städte stehen bei ihrer Digitalisierung

vor größten Hürden wie Datenschutz-

und Sicherheitsbedenken,

Kosten und fehlenden Budgets, so

eine aktuelle Studie von Crisp Research.

Um diese erfolgreich zu meistern,

benötigen sie die Kompetenz

spezialisierter IT-Experten. Axians

fokussiert dabei die Segmente Smart

Energy, Smart Mobility, Smart Govern

ment, Smart Living und Smart

Economy. Städte, die konkrete

Smart-City-Anwendungsbeispiele in

Aktion erleben möchten, können im

neuen Digital Lab von VINCI Energies

Deutschland in Frankfurt am

Main vorbeischauen. Die Innovationswerkstatt

wird im April 2018 eröffnet

und unterstützt unter anderem

Städte dabei, Smart-City-Projekte zu

entwickeln und voranzutreiben.


DIGITALISIERUNG MACHT

ULM NICHT NOCH SCHÖNER.

ABER GSCHEIDR.


10 EU-DATENSCHUTZVERORDNUNG

Die neue Datenschutzverordnung

tritt am 25. Mai in Kraft.

Foto: © kb-photodesign -

Shutterstock.com

Die Daten werden

stärker geschützt

Recht Am 25. Mai tritt die neue Datenschutzverordnung in Kraft. Damit wird der Umgang

mit personenbezogenen Daten geregelt.Von Gabriel Bock

Datenschutz ist in einer

digitalisierten Wirtschaft

eines der brisantesten

Themen,

die überhaupt denkbar

sind. Daten sind für denjenigen,

der sie verarbeiten kann,

von hohem Wert und helfen, unternehmerische

Prozesse zu optimieren.

Gleichzeitig sind sie in

der Lage, derart viel über das Leben

von Personen auszusagen,

dass es für diese inakzeptabel

werden kann, wenn Informationen

gespeichert und verarbeitet

werden. Wenn Ulrike Trägner,

Rechtsanwältin und Partnerin

bei der Kanzlei Sonntag und

Partner in Ulm, von Fällen aus

dem Datenschutzrecht berichtet,

wird die Brisanz des Themas

sehr deutlich: „Es häufen sich die

Streitigkeiten vor den Arbeitsgerichten.

Kein Zugang mehr

zum Lager

In einem aktuellen Fall hatte das

Bundesarbeitsgericht über die

Kündigung gegenüber einem

Mitarbeiter zu entscheiden, der

unter dem Verdacht stand, Firmeneigentum

gestohlen zu haben.

Der Arbeitgeber, Inhaber

mehrerer Kfz-Werkstätten, hatte

festgestellt, dass aus dem Lager

regelmäßig Ersatzteile verschwanden.

Der Arbeitgeber untersagte

daraufhin seinen Mitarbeitern

den Zugang zum Lager

und brachte dort außerdem

heimlich eine Kamera an. Durch

Eine Videoüberwachung

hat immer zwei

Seiten, an ihr

scheiden sich

die Geister.

die Videoaufnahmen kam ans

Licht, dass ein Mechaniker das

Lager betrat und Bremsklötze in

seiner Hosentasche verschwinden

ließ. Der Arbeitgeber kündigte

ihm fristlos, woraufhin der

Mechaniker vor dem Arbeitsgericht

– allerdings erfolglos - klagte.

Seiner Ansicht nach war die

Kündigung unwirksam, weil der

Arbeitgeber die Bilddaten unrechtmäßig

erhoben hatte.“

Trägner meint: „Wenn der Kläger

hier Recht bekommt, bedeutet

das, dass der Mandant ihm

sein Gehalt seit der Kündigung

hätte ausbezahlen müssen und

ihn weiter beschäftigen muss.“

Dem Arbeitgeber kann also auch

ein erheblicher finanzieller Schaden

durch die Lohnzahlungen

ohne Arbeitsleistung entstehen.

Das Anliegen von beiden Parteien

ist dabei gut verständlich: Der

Arbeitgeber hat an der Aufklärung

der Diebstähle ebenso ein

berechtigtes Interesse wie der

Mitarbeiter daran, nicht unter

dauerhafter Videoüberwachung

zu stehen. Ulrike Trägner, die


EU-DATENSCHUTZVERORDNUNG 11

auch an der Hochschule Ulm Datenschutzrecht

unterrichtet, löst

auf: „Hier waren sich auch die

Gerichte uneinig. Während die

ersten Instanzen dem Kläger

Recht gaben, entschied schließlich

das Bundesarbeitsgericht,

dass der Straftatverdacht den

Einsatz der Kamera im Lager gerechtfertigt

hat.“

Die DSGVO

stärkt vor

allem die

Rechte

derjenigen, von

denen Daten

erhoben

werden.

Deutliche Verschärfung des

Datenschutzes

Der Datenschutz wurde in

Deutschland bisher weitgehend

vom Bundesdatenschutzgesetz

geregelt, zu diesem gesellt sich

ab dem 25. Mai 2018 die Datenschutzgrundverordnung

der EU,

die EU-DSGVO. Damit wird der

Schutz personenbezogener Daten

bei der Erhebung durch private

Unternehmen und öffentliche

Stellen geregelt, und zwar

immer dann, wenn EU-Bürger

betroffen sind. Damit gilt die

Richtlinie auch für außereuropäische

Unternehmer. Die DSGVO

beinhaltet eine deutliche Verschärfung

des Datenschutzes

und stärkt vor allem die Rechte

derjenigen, von denen Daten erhoben

werden. Da der gesetzlich

geforderte Datenschutz in

Deutschland auch bisher auf hohem

Niveau war, dürfte die neue

Rechenschaftspflicht die gravierendste

Neuerung für Unternehmen

aus der Region sein. Damit

müssen Unternehmen jederzeit

nachweisen können, dass sie sich

an alle Vorgaben der EU-DSGVO

halten. „Das ist besonders deshalb

wichtig, weil das Erheben

von sämtlichen Daten eine Erlaubnis

braucht, wir sprechen

von einem Erlaubnistatbestand“,

erklärt Ulrike Trägner. Als solche

Erlaubnis kann ein Vertrag

oder ein Gesetz dienen, gibt es

das nicht, muss eine ausdrückliche

Erlaubnis eingeholt werden.

Wie die Dokumentation dann

aussieht, ist eine ganz eigene Frage.

Markus Schäffter ist Professor

für Informationssicherheit

und Datenschutz an der Hochschule

Ulm. Er erklärt: „Es ist

nicht festgelegt, wie die Dokumentation

stattfinden muss. In

Deutschland haben Unternehmen

mit mehr als zehn Angestellten,

die Zugang zu Daten haben,

bereits Datenschutzbeauftragte

benennen müssen, die werden

vor dieser Problematik noch

wichtiger. Sie können helfen,

Prozesse von vornherein so aufzubauen,

dass die Dokumentationspflicht

erfüllt ist.“

Pannen sollten

ausgeschlossen werden

Dieses Denken von vornherein

bekommt mit der neuen EU-Verordnung

ohnehin eine enorm

wichtige Bedeutung. Diese

macht nämlich nicht nur die Führungskräfte

verantwortlich,

wenn etwas schiefgeht, sondern

sie fordert auch „Datenschutz-by-Design“.

Markus

Schäffter erklärt: „Mit der

Datenschutzforum

an der

Hochschule Ulm

Gemeinsam mit der Kanzlei

Sonntag und Partner und global

IT systems hat die Hochschule

Ulm Mitte November die

erste Ausgabe ihres Datenschutzforums

veranstaltet. Dieses

Forum bringt Wissenschaftler

und Experten mit Unternehmern

aus der Region zusammen.

Thema ist natürlich vor allem die

neue Datenschutzgrundverordnung

der EU, vor allem will man

aber auch praktische Tipps geben,

um den Datenschutz besser

begreifbar zu machen. Die

nächste Ausgabe des Forums ist

für Februar/März 2018 geplant.

DIE DS-GVO KOMMT

Ab dem 25.05.2018 gilt die neue

Datenschutz-Grundverordnung.

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externe Datenschutzbeauftragte ab!

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Großraum Ulm.

Viola Lachenmann - Fachanwältin IT-Recht


12 EU-DATENSCHUTZVERORDNUNG

Mehr Schutz für personenbezogene Daten

» Verarbeitung der Daten nur nach

ausdrücklicher Einwilligung

Mehr

Chancen...

... für Unternehmen

Gleiche Bedingungen

für alle EU- und 1

Nicht-EU-Unternehmen,

die Waren und

Dienstleistungen in

der EU anbieten.

2Einheitliche Regeln

für die gesamte

Europäische

Union.

Regeln, mit denen

3 Unternehmen,

insbesondere KMU,

den digitalen Binnenmarkt

optimal nutzen

können.

Pflichten des für

4 die Verarbeitung

Verantwortlichen orientieren

sich an dem

mit der Datenverarbeitung

verbundenen

Risiko.

» Automatisierte

Datenverarbeitung

nur

eingeschränkt

zulässig als

Grundlage für

Entscheidungen,

z.B. beim

„Profiling“

» Recht auf Benachrichtigung

bei Verletzung des Datenschutzes

EU-DSGVO muss in allen Prozessen

der Datenschutz schon in der Planungsphase

berücksichtigt und Pannen

so möglichst ausgeschlossen

werden.“ Das bedeutet zum Beispiel,

dass immer nur die Daten sichtbar

sind, die für den laufenden Prozess

notwendig sind. Bei der Zusammenstellung

von Lieferungen werden

etwa Namen und Adressdaten durch

Schon ein

verlorener

USB-Stick oder

Laptop genügen.

Martin Aich

Geschäftsführer global IT systems

Pseudonyme ersetzt. Erst der Zusteller

kennt dann Empfänger und Lieferort.

Darüber hinaus verpflichtet

die EU-DSGVO Unternehmen, künftig

alle Datenschutzpannen, bei denen

persönliche Daten betroffen sein

könnten, der zuständigen Aufsichtsbehörde

zu melden. Martin Aich, Geschäftsführer

beim IT-Sicherheitsdienstleister

global IT systems aus

Ulm warnt: „Schon ein verlorener

USB-Stick oder Laptop genügen. Der

Unternehmer ist dann verpflichtet,

» Recht auf

Berichtigung

und Löschung

von Daten

sowie „Recht

auf Vergessenwerden“

bei in der

Kindheit

erhobenen

Daten

» Mehr und

klarere Informationen

zur Verarbeitung

jeden Betroffenen zu informieren.“

Geht das nicht, müssen Anzeigen in

mindestens zwei überregionalen Tageszeitungen

geschaltet werden. Neben

dem finanziellen Verlust auch ein

enormer Imageschaden. Den finanziellen

Schaden werden nach dem 25.

Mai 2018 auch deutlich gestiegene

Bußgelder in die Höhe treiben. Bisher

sind für Datenschutzverstöße

maximal 300.000 Euro Strafzahlung

fällig. Die EU-DSGVO erhöht das auf

ein Höchstmaß von 20 Millionen

Euro oder 4 Prozent des Weltjahresumsatzes.

„Statt aus lauter Angst

vor diesen Strafen jetzt irgendwas zu

machen, wäre es besser, wenn die Unternehmen

die neue Verordnung als

Chance begreifen und einen umfassenden

Datenschutz auch als Marketinginstrument

entdecken“, empfiehlt

Schäffter. Beratung gibt es da jede

Menge: Während Rechtsanwälte natürlich

vornehmlich bei der Formulierung

von Einwilligungserklärungen

oder Verträgen helfen können,

sind auch Experten gefragt, die die

technische und praktische Seite des

Themas kennen und die den Datenschutzbeauftragten

der Unternehmen

dabei Tipps geben können. IT-

Dienstleister Martin Aich erklärt:

„Wir beginnen immer mit einer Feststellung

des aktuellen Zustandes, dafür

werden Interviews durchgeführt

und die Prozesse im Unternehmen

» Leichterer Zugang zu

personenbezogenen Daten

» Recht, Daten einem

anderen

Diensteanbieter

zu übertragen

» Strengere Vorschriften für

Datenübermittlung in Drittstaaten

überprüft. Dann können wir Schulungen

für Mitarbeiter oder das Erarbeiten

von Schutzkonzepten anbieten,

um da nachzubessern, wo es notwendig

ist.“ Einig sind sich die Experten

vor allem in einer Sache: Vor dem Datenschutz

muss niemand Angst haben.

Wer sich jetzt durchdacht vorbereitet

hat, hat im Mai keinerlei Probleme.

So bereiten sich

Unternehmen vor

Alle Prozesse im Unternehmen

1 auflisten, in denen personenbezogene

Daten erhoben und verarbeitet

werden.

Erlaubnistatbestände und Einwilligungsprozesse

überprüfen. 2

Eine Datenschutz-Folgenabschätzung

vornehmen. 3

Alle alten Auftragsverarbeitungsverträge

anpassen. 4

Sämtliche Rechtstexte an die

5 neuen Anforderungen anpassen.

Dafür sorgen, dass alle Anfragen

6 von Betroffenen zügig bearbeitet

werden.


GEHÄLTER 13

Gehälter im IT-Bereich steigen 2018

In München

gibt es den

stärksten

Gehaltszuwachs,

bis

zu 10 Prozent.

Über 90 Prozent der Führungskräfte

wollen ihren Mitarbeitern

in den nächsten Monaten mehr

Gehalt zahlen. Während vor allem

unter Berücksichtigung der

zu erwartenden Inflation das

Gros der Angestellten nur eine

geringe Steigerung erwarten

kann, dürfen sich Fachkräfte im

IT-Umfeld über ein deutlich höheres

Gehaltsplus freuen. Dabei

hängt der Zuwachs stark von der

Spezialisierung ab. Netzwerkund

Security-Administratoren

führen die Gesamtliste mit einer

erwarteten Gehaltssteigerung

von 6,5 Prozent in Deutschland

an. Unternehmen verbessern die

Sicherheit ihrer Daten und Systeme,

müssen Datenschutzvorschriften

nachkommen und investieren

in ihre Infrastruktur.

Deshalb sind Spezialisten mit

entsprechendem Know-how gesucht

und können besonders

hohe Gehaltssteigerungen erwarten.

Entsprechend folgen Netzwerkingenieure

und Netzwerk-Administratoren

auf den

Plätzen zwei und drei. Für viele

andere Fachkräfte werden die

Gehaltserhöhungen allerdings

durch die Inflationsrate nahezu

aufgezehrt. Um die besten Bewerber

für sich zu gewinnen und

der Fluktuation vorzubeugen,

sollten Unternehmen ihre Gehaltspakete

regelmäßig prüfen.

Neben dem Gehalt berücksichtigen

Arbeitnehmer Aspekte wie

flexible Arbeitszeiten, Home-Office

oder Gesundheitsprogramme

bei ihrer Entscheidung – entsprechende

Benefits können einen

geringen Gehaltszuwachs

Top 5 der IT-Berufe mit der

größten Gehaltssteigerung für 2018

Netzwerk- und Security-Administrator 6,5%

Netzwerkingenieur 5,3%

Netzwerk-Administrator 4,8%

PC-Techniker 4,6%

Softwareentwickler ABAP 4,5%

QUELLE/TEXT UND GRAFIK : ROBERT HALF, GEHALTSÜBERSICHT 2018

rechtfertigen. Der Höhenflug der

IT-Experten macht sich auch in

anderen Bereichen bemerkbar. In

der Finanzbranche können

IT-Controller auf ein Gehaltsplus

von etwa 4 Prozent hoffen. Eine

ähnliche Gehaltserhöhung ist

sonst nur noch für Hauptbuchhalter

zu erwarten.

München bietet 2018

höchsten Lohnanstieg

Im Städtevergleich liegt München

über die analysierten Branchen

(Finance-, IT- sowie Assistenz-

und kaufmännischer Bereich)

hinweg mit einem Gehaltszuwachs

von durchschnittlich 4,9

Prozent auf Platz eins.

Softwareentwickler in München

können mit einem Gehaltszuwachs

von über 10 Prozent rechnen.

Mit großem Abstand dahinter

kommt Frankfurt am Main

(2,5 Prozent). Die niedrigsten Zuwächse

gibt es in Stuttgart (0,7

Prozent) und in Essen (0,5 Pozent).


14 UNTERNEHMENSPORTRÄT Anzeige

Cancom begleitet Unternehmen

bei der Digitalisierung

Digitalisierungspartner und Full-Service-IT-Unternehmen jetzt auch in Ulm vor Ort.

Viele Betriebe in Deutschland,

vor allem aus dem Mittelstand,

fühlen sich mit den zahlreichen

Herausforderungen der Digitalisierung

überfordert. Das hat die

aktuelle Studie „Psychologie der

Digitalisierung“ von Innovative

Alliance ergeben, bei der 500

Entscheider in mittelständischen

Betrieben befragt wurden. Demnach

wird dieses Thema mehrheitlich

mit negativen Emotionen

verbunden – wie etwa Angst.

Diese Angst ist aber nicht notwendig.

Denn als Digitalisierungspartner

unterstützt Cancom

Unternehmen dabei, die digitale

Transformation erfolgreich

zu meistern. So können

Unternehmen mit Cancom den

zentralen Baustein der Digitalisierung

vollumfänglich realisieren:

die Modernisierung ihrer IT,

zugeschnitten auf die individuellen

Business-Anforderungen.

Konkret wird die Unternehmens-IT

so gestaltet, dass die jeweiligen

Geschäftsprozesse optimal

abgebildet werden und die

IT für jeden Mitarbeiter flexibel

und sicher verfügbar ist. Cancom

bietet alles aus einer Hand

– vom Arbeitsplatz übers Rechenzentrum

bis zum Betrieb der

kompletten IT. Mit rund 3.000

Mitarbeitern ist Cancom in der

Lage, den IT-Betrieb rund um die

Uhr zu gewährleisten.

Cloud aus Deutschland ist

Basis der Digitalisierung

Grundvoraussetzung für jede Digitalisierung

ist die Implementierung

von Cloud-Technologie.

Erst durch die Cloud wird der

Dreh- und Angelpunkt der Digitalisierung

ermöglicht: der Digital

Workspace. Um die Cloud für

den Unternehmenserfolg optimal

einzusetzen, ist die Gewährleistung

eines hohen Sicherheitsniveaus

essenziell. Denn so können

Unternehmen von den Vorteilen

der Cloud wie Flexibilität

und Skalierbarkeit profitieren –

und gleichzeitig ihre Daten umfassend

schützen. Bei der Wahl

des Cloud-Providers entscheiden

sich 89 Prozent der deutschen

Cancom unterstützt Unternehmen dabei, die zentrale Hürde der Digitalisierung erfolgreich zu meistern:

die Modernisierung der IT.

Foto: Cancom

IT-Entscheider für inländische

Anbieter. Das ist das Ergebnis einer

aktuellen Studie, die iSense

Solutions im Auftrag von Bitdefender

durchgeführt hat. Einer

Beim Cloud-

Provider

entscheiden sich

89 Prozent für

inländische

Anbieter.

der führenden deutschen

Cloud-Provider mit langjähriger

Erfahrung im Security-Bereich

ist Cancom. Mit Cancom haben

Unternehmen die Möglichkeit,

ein hohes Sicherheitsniveau in

ihrem Betrieb zu realisieren. So

kommen die Cloud-Lösungen

des IT-Konzerns aus hochsicheren,

ISO zertifizierten deutschen

Rechenzentren oder Managed

Service Centern. Darüber hinaus

verfügt Cancom über ein eigenes

Security Operation Center.

Cancom bietet IT Full Service

Neben Cloud-Computing und

Security deckt das breite Portfolio

von Cancom auch alle weiteren

IT-Bereiche ab, um Unternehmen

branchenübergreifend

auf ihrem Weg in die Digitalisierung

optimal zu unterstützen.

Das Portfolio schließt sowohl

Consulting, Planung als auch

(Shared) Managed Services mit

ein. Dabei arbeitet Cancom mit

allen wichtigen IT-Herstellern

zusammen.

Beispiel Industrie: Hier können

Unternehmen mit den

„Smart Industrial Solutions“ von

Cancom ihre Produktion umfassend

miteinander vernetzen, aus

den gewonnenen Daten wertvolle

Erkenntnisse gewinnen und so

ihre Produktion steigern. Die

„Smart Industrial Solutions“ umfassen

alle wichtigen IT-Bereiche

für die Industrie – von IoT &

Analytics über Network, Security

bis zu Collaboration. Darüber

hinaus bietet der IT-Konzern mit

der Cancom AHP Enterprise

Cloud einen eigenen sicheren Digital

Workspace an.

Auszeichnungen

bestätigen Expertise

Das innovative Portfolio und die

umfangreiche Expertise von

Cancom wurden bereits mehrfach

ausgezeichnet. Beispielsweise

wurde der IT-Konzern von

den unabhängigen Analysten der

ISG (früher Experton Group) in

den vergangenen Jahren zum

wiederholten Male als Leader

eingestuft – vor allem in den Kategorien

Mobile Enterprise Solutions,

Security, Cloud-Computing

und Digital Workspace.


AB 01. FEBRUAR 2018 AUCH IN ULM FÜR SIE VOR ORT.

ÜBER 30 STANDORTE IN DEUTSCHLAND.

Sie tun das, was Sie am besten können.

Wir kümmern uns um Ihre IT.

| Vom Arbeitsplatz übers Rechenzentrum bis zum Betrieb

der kompletten IT - wir bieten alles aus einer Hand

| IT Full Service für den Mittelstand und öffentliche Auftraggeber

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Phone: +49 89 54054-0 | E-Mail: info@cancom.de

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16 ADLATUS

Geschafft! Alle gewünschten

Bodenflächen

sind gründlich

gereinigt. Der CR700

macht sich auf den

Weg zum Aufzug, der - wie von

Geisterhand bestellt - die Türe

öffnet und den Reinigungsroboter

in das von ihm gewünschte

nächste Stockwerk bringt. Von

einem Menschen ist weit und

breit nichts zu sehen. Warum

auch? Maschine und Aufzug

kommunizieren eigenständig.

Gibt es nicht? Sagen wir es einmal

so: Das gibt es noch nicht.

Doch unsichtbare Zauberkräfte

sind bei dieser Szene auch nicht

im Spiel, sondern - fast schon banal

- modernste Technik. Mit

dem knapp einen Meter hohen

CR700 hat die Ulmer Firma Adlatus

Robotics GmbH einen autonom

fahrenden Reinigungscomputer

geschaffen, der nicht

Die

Digitalisierung

treibt den Wandel

im Dienstleistungsbereich

voran.

Matthias Strobel

Adlatus-Geschäftsführer

nur Böden glänzend macht, sondern

zudem ein strahlendes Beispiel

für das vielfach beschworene

Internet der Dinge (IdD) ist.

Zweifellos handelt es sich dabei

um einen Begriff aus der modernen

IT-Welt, der für viele Menschen

noch ein Buch mit sieben

Siegeln ist. Dahinter verbirgt sich

die Idee, dass Alltagsgegenstände

mit intelligenten Prozessoren,

Sensoren und Netzwerktechniken

so ausgerüstet werden, dass

sie eben auch untereinander

kommunizieren können. Und so

kann und darf man sich darauf

einstellen, dass eine hochkomplexe

Fertigungsstraße bei Fehlern

sich selbst die Diagnose

stellt, automatisch den Service-Techniker

informiert oder

gar Ersatzteile ordert - jederzeit

und überall. Doch auch Privatpersonen

profitieren vom IdD.

Kaffeemaschinen kann man zukünftig

auf der Heimfahrt vom

Auto aus einschalten, der Kühlschrank

meldet aus eigenen Stücken,

wenn die Butter knapp

wird und das Hundehalsband

blinkt, wenn ein Besuch beim

Tierdoktor vereinbart ist. Praktisch,

oder? Auch der CR700 beherrscht

diese autonome Kommunikation

schon in weiten Bereichen.

So fährt er, wenn die Akkuleistung

dünn wird, in

Eigenregie zu seiner Ladestation,

entleert den Schmutzwassertank

und füllt frisches Wasser und

Reinigungsmittel nach. Nicht nur

aus diesem Grund ist der Roboter

wie geschaffen für Logistikzentren,

Produktionsstätten oder

öffentliche Einrichtungen, in denen

die Bodenreinigung technisch

und wirtschaftlich optimiert

werden soll. Immerhin:

Über die Hälfte der Logistik- und

Industrieflächen in Deutschland

hat eine Fläche von über 10.000

Quadratmetern, die teilweise

täglich gereinigt werden muss.

5.000 Quadratmeter

in vier Stunden

„Die Digitalisierung und Globalisierung

treibt den Wandel im

Dienstleistungsbereich voran

und fordert von Unternehmen

und Kommunen neue Produkte

und Lösungen, die unter anderem

den Workflow erleichtern

und eine automatische Protokollierung

der Arbeitsschritte gewährleisten“,

so Adlatus-Geschäftsführer

Matthias Strobel,

der das 2015 gegründete Unternehmen

gemeinsam mit Siegfried

Hochdorfer leitet. Auch der

CR700, der bei einem durchschnittlichen

Betrieb von etwa

vier Stunden bis zu 5.000 Quadratmeter

pro Akkuladung reinigen

kann, erstellt nach jedem

Einsatz ein Protokoll, das detailliert

auflistet, wann welche Flächen

mit welchem Reinigungsprogramm

bearbeitet wurden.

Die exakte Aufstellung erhalten

die Verantwortlichen dann per

Mail oder SMS. Diese können das

Service-Gerät übrigens über einen

Touchscreen oder ein Tablet

bedienen. Und: Meldet ein

Roboter einen Fehler oder eine

Abweichung vom vorgegebenen

Plan, kann sich der Supervisor

über das Internet in die Maschine

einloggen und mit Hilfe der

Sensoren die Situation bewerten

beziehungsweise den vielleicht

in die Irre geführten CR700 wieder

auf den richtigen Weg bringen.

Apropos Sensorik: Zusammenstöße

mit dem Reinigungsroboter

muss niemand befürchten,

der nicht nur nachts und

außerhalb von Büro- und Arbeitszeiten

eingesetzt wird, sondern

durchaus auch tagsüber in

Supermärkten, öffentlichen Wartebereichen,

Flughafen-Terminals

oder Krankenhausfluren sei-

Sau

Roboter Er ist grün, gründlich und bewegt sich

Reinigungsroboter CR700 der Ulmer Firma Ad

glänzende Böden. Er kann noch viel mehr. Von S


ADLATUS 17

er!

ne

wie von Geisterhand. Der vollautomatisierte

latus Robotics GmbH sorgt nicht nur für

tefan Loeffler

Auch in Ulm im Einsatz: der Adlatus

CR700 bei seiner Arbeit im Parkhaus

am Rathaus.

Foto: Adlatus

gründlichen Bahnen zieht.

Das Zusammenspiel einer speziellen

Kamera mit einem Laserscanner

ermöglicht eine präzise

Lokalisierung und die Erstellung

eines 3D-Hindernismodells

zur Vermeidung von Kollisionen.

Sind Personen in seiner Nähe,

weist der CR700 zukünftig diese

mittels eines „Bluelight“-Lichtsystems,

das seine vorberechnete

Route auf den Boden projiziert,

auf einen möglichen Zusammenstoß

hin. Zudem erkennt

er auch unscheinbare Gegenstände,

die zum Beispiel aus Regalen

herausragen können. Der

CR700 hat die Schnittstelle, um

zukünftig mit automatisch rangierenden

Stapler-Systemen zu

kommunizieren oder um vorsorglich

mit den Alarmanlagen

der Betriebe Kontakt aufzunehmen.

Wer so viel kann, der ist beliebt.

Die Zahl der Anwendungsmöglichkeiten

des Serviceroboters,

der seit 2017 ausgeliefert

wird, ist auf jeden Fall groß. Ein

bedeutender Interessent ist zum

Beispiel die Deutsche Bahn AG,

die von Beginn des Jahres an einen

Reinigungsroboter aus Ulm

einsetzen wird. Zudem wurde

die Adlatus Robotics GmbH in

das Projekt „DB Mindbox“ aufgenommen,

mit dem die Bahn innovative

Produkte und Lösungen

von Startup-Betrieben fördert.

Immerhin muss das Berliner Verkehrsunternehmen

die tagtägliche

Reinigung von über 5.400

Bahnhöfen stemmen.

Auch die Stadt Ulm

steht auf den CR700

Noch wird der Reinigungsroboter

beaufsichtigt, wenn er für die

Bahn im Einsatz ist, doch schon

bald wird er auch dort autonom

seine Arbeit verrichten. Schutzlos

auf sich allein gestellt wird er

nicht sein, denn das vollautomatisierte

Kerlchen weiß sich gegen

allzu aufdringliches Verhalten

zu wehren. Auf Wunsch der

Bahn ist der CR700 beim Einsatz

auf Bahnhöfen mit einem Vandalismus-Abwehrsystem

ausgerüstet.

Wird der Notausschalter betätigt

oder die Kontaktleiste berührt,

stößt das Gerät laute Signaltöne

aus, die zumindest

erneute Versuche von vielleicht

zu ausgelassenen Jugendlichen

verhindern sollen. Mit der Parkbetriebsgesellschaft

der Stadt

Ulm konnte die Adlatus Robotics

GmbH einen weiteren wichtigen

Abnehmer überzeugen. Und so

wird der CR700 auch in seiner

Heimatstadt zukünftig an verschiedenen

öffentlichen Lokalitäten

wie städtischen Parkhäusern

für Sauberkeit sorgen. Gut

möglich, dass ihn Autofahrer im

Parkhaus „Am Rathaus“ im Einsatz

erleben.

Ausgezeichnet!

Sonderpreis für den CR700

Mit der Verleihung des CMS

Purus Innovation Awards

2017 (PIA) gab es in der Kategorie

Großmaschinen bereits

den ersten Sonderpreis für den

CR700 der Adlatus Robotics

GmbH. Die Jury hob in ihrer Begründung

vor allem die hohe Autonomie

des Geräts hervor:

„Dank seiner umfassenden Sensorik

findet sich der Adlatus in

verschiedensten Umgebungen

zurecht und kann sich auf veränderte

Bedingungen einstellen. Er

erkennt nicht nur massive Wände

und vorab definierte Hindernisse,

auch unterschiedlich gefüllte

Regale im Supermarkt oder

neu aufgestellte Paletten in der

Industrielagerhalle werden problemlos

erfasst. Mit dieser Technologie

und dem überzeugenden

Zusammenspiel von Roboter und

Dockingstation weist Adlatus in

die Zukunft autonomer Reinigungssysteme.“


18 IHK – BESTE PERSPEKTIVEN Anzeige

14Tsd.

Auch wenn der Weg das Ziel ist, lässt sich dieser noch ändern. Foto: © wavebreakmedia/Shutterstock

Fachkräfte fehlen in den Betrieben

der Region. Insbesondere bei

Technikern, Meistern oder Fach- und

Betriebswirten bleibt jede achte

Stelle unbesetzt.

Quelle: IHK

Neue Perspektiven

für Studienabbrecher

Der Trend zum Studium ist ungebrochen, doch auch die Zahl der Studienabbrecher ist

nach wie vor hoch. Die IHK Ulm bietet ihnen neue Perspektiven an. Davon profitieren auch

die unter Fachkräftemangel leidenden Betriebe. Von Stefan Loeffler

Der Weg ist das Ziel. So lautet ein altbekannter

Spruch. Doch so mancher

merkt erst nach vielen Schritten, dass

er in die falsche Richtung gelaufen

ist. Nicht selten spüren dies auch Studierende

im ersten oder zweiten Semester

und schmeißen hin. Bei den

sogenannten MINT-Studiengängen

Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft

und Technik sind dies über

30 Prozent. Mehr als jeder vierte

deutsche Studienanfänger (29 Prozent)

im Bachelor-Studiengang verlässt

die Universität oder die Fachhochschule

ohne Abschluss. Doch

ein Studienabbruch ist beileibe kein

Beinbruch oder gar eine Schande -

hinter ihm kann sich eine große

Chance verbergen. Auch Otto Sälzle

sieht keinen Grund zu verzagen:

„Entscheidend ist, dass ein Studienabbruch

nicht das Ende einer erfolgreichen

Zukunft bedeutet. Die Industrie-

und Handelskammer Ulm zeigt

Chancen und Perspektiven für eine

weitere Karriere auf.“ Das ist sinnvoll,

denn in der Kammerregion Ulm

fehlen zwischen 2017 und 2030

durchschnittlich mehr als 14.000

Verkürzte

Zeiten

Immer mehr Betriebe

in Baden-Württemberg

übernehmen

vermehrt Studienabbrecher

in

eine Berufsausbildung,

auch um weiter

rückläufige Bewerberzahlen

in den Branchen

Industrie,

Dienstleistung und

Handel ausgleichen zu

können. Besonders

attraktiv für die Umsteiger

seien unter

anderem verkürzte

Ausbildungszeiten.

Quelle: (BWIHK)

Die Chancen

auf Karriere

mit Ausbildung

werden künftig

noch besser.

Otto Sälzle,

IHK-Geschäftsführer

Fachkräfte in den Betrieben. Insbesondere

bei Technikern, Meistern

oder Fach- und Betriebswirten bleibt

jede achte Stelle unbesetzt. Der Negativtrend

wird anhalten, denn 2030

wird letztlich ein gutes Fünftel weniger

an Fachkräften zur Verfügung

stehen als noch im vergangenen Jahr

2017. „Die Chancen, mit einer Ausbildung

Karriere zu machen, werden zukünftig

noch besser, als sie es ohnehin

schon sind“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer,

der sicher ist: „Wer

seine Zukunft sicher gestalten möchte,

ist mit einer dualen Ausbildung

oftmals deutlich besser beraten. Der

Trend zu immer mehr Akademisierung

ist die falsche Strategie.“ Mit

Blick auf den Mangel an beruflich gebildeten

Fachkräften möchte die IHK

Ulm Studienabbrecher für die Ausund

Weiterbildung in Unternehmen

gewinnen sowie Betriebe auf ein großes

Potenzial aufmerksam machen.

Neben den persönlichen Beratungsgesprächen,

Info-Veranstaltungen

und der Unterstützung beim direkten

Berufseinstieg gibt es bereits eine

große Zahl an Projekten, die unter

den Namen „Spurwechsel“, „Finish-IT“

oder „Switch“ bei der Integration

von Studienabbrechern überwiegend

in dualen Ausbildungsberufen

helfen. Unternehmen wiederum

können von den Erfahrungen und den

bereits erworbenen Kompetenzen

der ehemaligen Studierenden profitieren

und so ihre Ausbildungsplätze

passgenau besetzen. Mit Erfolg. Immerhin

entscheiden sich 44 Prozent

der Studienabbrecher anschließend

für eine duale Ausbildung, 32 Prozent

wechseln in eine Berufstätigkeit.


Anzeige IHK – STARTUP-REGION ULM 19

Mit viel Kraft in die Zukunft. Die Mitglieder der Startup-Region Ulm zeigen bereits bei ihrem ersten Treffen, was in ihnen steckt.

Foto: IHK Ulm

Kollektives Miteinander

lässt die Saat aufgehen

Mit der Initiative „Startup-Region Ulm“ treibt die IHK Ulm die Weiterentwicklung und

Vernetzung von jungen Firmen in der Region voran. 24 Startups nutzen diese Chance

bereits. Von Stefan Loeffler

Sie sind die Samenkörner auf der regionalen

Wirtschaftswiese: die Startups.

In der Industrie- und Handelskammer

Ulm finden neu gegründete

Firmen einen starken Partner, der dafür

sorgt, dass sich junge Wurzeln

fest im Boden verankern und alsbald

neue Triebe sprießen können. So

sieht das auch Jonas Pürckhauer, Mitglied

der IHK-Geschäftsleitung:

„Startup-Unternehmen sind zu einem

wichtigen Faktor für Wirtschaftswachstum

und Innovation geworden.

Deshalb haben wir unser Engagement

im Bereich der Beratung und

Begleitung von Gründerfirmen deutlich

ausgebaut.“ Im Juli 2017 startete

die IHK deshalb ihre Initiative „Startup-Region

Ulm“ mit 15 Jungunternehmen,

heute sind es bereits 24 Firmen.

Gut die Hälfte davon sind Startups

aus dem Bereich IT und digitale Lösungen.

Ein IT-Unternehmen der ersten

Stunde ist die Firma „Day4Solutions“.

Die im Startup- und Innovationszentrum

TFU ansässigen Jungunternehmer

haben ein Verfahren zur

Erstellung von Software entwickelt,

das auf Forschungsergebnissen am

Institut für Datenbanken und Informationssysteme

(DBIS) der Universität

Ulm basiert.

Verknüpfung mit

etablierten Firmen

Auch 2018 wird die IHK die Startups

zu monatlichen Know-how-Transfers

an verschiedenen Orten einladen.

Diese stets lockeren und offenen Zusammentreffen

bilden immer auch

die Plattform für sogenannte Elevator

Pitches, bei denen die Startups in

nur wenigen Minuten ihre Geschäftsphilosophie

überzeugend darstellen

müssen. Jonas Pürckhauer: „Wer sich

und seine Ideen in der Runde vorstellen

möchte, kann dies zwanglos in einem

geschützten Raum tun und so

Kontakt

Für Jungunternehmer

mit innovativen

Geschäftsideen

steht die Startup-

Region Ulm jederzeit

offen. Wer Interesse

hat, der kann sich im

StarterCenter der

IHK an Michael

Reichert wenden

(Tel.: 0731 / 173-229,

michael.reichert@

ulm.ihk.de). Weitere

Informationen erhält

man auch unter

www.startupregion-ulm.de.

für Gespräche mit Geschäftspartnern

und Finanziers trainieren.“ Zudem

vermitteln immer wieder auch Fachleute

ihr Wissen aus den unterschiedlichsten

Bereichen. „Ein Schwerpunkt

unserer Aktivitäten im kommenden

Jahr wird es sein, die Startups

weiter untereinander zu

verknüpfen sowie Brücken zu mittelständischen

Firmen zu schlagen, um

damit die Türen für mögliche Kooperationen

und gemeinsame Projekte

zu öffnen“, so Jonas Pürckhauer.

Nicht zuletzt steht die Startup-Region

Ulm auch weiteren Jungunternehmen

offen. Die Aufnahmekriterien

sind dabei recht locker. Jonas

Pürckhauer: „Eine aktive Teilnahme

sowie ein kollektives Denken sind für

uns aber eine klare Voraussetzung für

die Mitgliedschaft.“ Denn nur engagierte

Jungunternehmer können die

regionale Startup-Community weiter

vorantreiben.


20 IHK – LERNFABRIK 4.0 Anzeige

Die Teilnehmer des Forums „Digital lernen, produzieren, leben“ besuchten auch die Lernfabrik 4.0 der Gewerblichen Schule Ehingen.

Foto: IHK Ulm

Die Roboter kommen. Die immer

weiter um sich greifende Automatisierung

in deutschen Industriebetrieben,

bei der Maschinen

untereinander kommunizieren

und Ersatzteile selbst online bestellen,

lässt viele unruhig schlafen.

Sie fragen sich, ob ihnen die

digitalisierten Hightech-Anlagen

in naher Zukunft nicht nur den

Schlaf, sondern auch den Arbeitsplatz

rauben. Zu Recht oder

zu Unrecht?

Antrieb für die

Digitalisierung

Antworten auf die Frage, wie der

Mensch mit den neuen Anforderungen

der Digitalisierung umgehen

kann und soll, gab es beim

Forum „Digital lernen, produzieren,

leben“, das in der Gewerblichen

Schule Ehingen stattfand.

Gäste dieser Veranstaltung, zu

der die Industrie- und Handelskammer

Ulm gemeinsam mit

dem Kirchlichen Dienst in der

Arbeitswelt (KDA) der Prälatur

Ulm eingeladen hatte, waren Arbeits-

und Sozialpfarrer sowie

pädagogische Fachkräfte. Nach

einem gemeinsamen Besuch in

der hier untergebrachten Lernfabrik

4.0 philosophierte Professor

Dr. Klaus Grün von der Goe-

Keine Angst

Beim Forum „Digital lernen, produzieren,

leben“, das die IHK Ulm mitorganisiert hat,

diskutierten Experten in Ehingen über die

Chancen und Risiken der digitalisierten

Arbeitswelt. Von Stefan Loeffler

the-Universität in Frankfurt über

die Mechanismen des menschlichen

Denkens und Handelns:

„Antrieb für die Digitalisierung

ist Neugier, nicht der Wunsch

nach Veränderung. Im Gegensatz

zu einer Maschine kann der

Mensch sowohl analog als auch

Fertigungsstrecke im Labormaßstab

Die Lernfabrik 4.0 der Gewerblichen

Schule Ehingen ist

ein Projekt des Landes Baden-Württemberg,

das vom Alb-

Donau-Kreis und der IHK Ulm

unterstützt und gefördert wird.

In der Lernfabrik 4.0 wird eine industrielle

Fertigungsstrecke im

Labormaßstab dargestellt. Dadurch

können die Auszubildenden

und über Weiterbildungen

auch die Fachkräfte aus der Industrie

moderne Technologien

wie zum Beispiel die Robotik

kennenlernen oder auch in die

Programmierung von Produktionsleitsystemen

eingeführt werden.

digital denken und beides miteinander

verknüpfen. Nicht immer

fehlerfrei, aber dafür mit der Fähigkeit,

aufgrund empirischer Erfahrungen

ethisch zwischen

falsch und richtig zu unterscheiden.“

Volker Rath, Geschäftsführer

einer Firma für Softwareentwicklung,

war der Ansicht, dass

die Digitalisierung durchaus zur

Verbesserung der Lebensqualität

führt: „Durch den Einsatz von

Augmented Reality, einer computergestützten,

virtuellen Darstellung

und Erweiterung der Realität,

kann zum Beispiel ein Servicemitarbeiter

Kunden weltweit

durch den Servicevorgang leiten,

ohne selbst vor Ort sein zu müssen.“

Damit seien, so Rath, viele

und mitunter auch lange Dienstreisen

nicht mehr nötig und der

Beschäftigte könne sich anderen

Dingen widmen. An der Podiumsdiskussion

nahmen neben

den beiden Referenten auch die

Ulmer Prälatin Gabriele Wulz,

Karin Uhlmann, Wirtschaftsund

Sozialpfarrerin der Prälatur

Heilbronn sowie IHK-Hauptgeschäftsführer

Otto Sälzle teil. Sie

alle loteten Möglichkeiten aus,

welche Wege es geben kann, die

Arbeitswelt der Zukunft aktiv zu

gestalten. Ebenso erstrebenswert

war für die Diskutanten jedoch

auch eine Entschleunigung des

rasanten Digitalisierungstempos.

Denn diese ist wichtig, um die

diffizilen Angstgefühle der Menschen

vor einer zunehmenden

Rationalisierung durch Neugier

zu ersetzen.


Anzeige IHK – TECHNOLOGIETRANSFER 21

IHK macht die

Digitalisierung greifbar

Information ist wichtig. Doch sie ist längst nicht mehr alles. Aus diesem Grund greift

die IHK Ulm Unternehmen unter die Arme und betätigt sich auch als Türöffner zu

Digitalisierungsspezialisten. Von Stefan Loeffler

Begriffe wie „Internet der Dinge“,

„Big Data“ oder auch „Wirtschaft

4.0“ sind in aller Munde.

Für so manchen Geschäftsführer

eines kleinen oder mittleren Betriebs

ist dies jedoch alles andere

als leichte Kost. Und oftmals

steht die Frage im Raum, wie

man die Digitalisierung im eigenen

Unternehmen gewinnbringend

umsetzen kann. Sind große

strukturelle Veränderungen notwendig

oder kann das Thema

auch in kleinen Schritten angepackt

werden? Für die richtige

Zubereitung sorgt die IHK Ulm

mit einem Technologietransfermanagement

– und geht damit

über den bloßen Stand der Information

weit hinaus. „Zu unseren

bisherigen Aufgaben gehörte es,

die Betriebe für das Thema Digitalisierung

zu sensibilisieren

und – wo notwendig – eine umfassende

Aufklärungsarbeit zu

leisten“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer

Otto Sälzle, der

weiß, dass dies allein schon lange

nicht mehr genügt: „Deshalb

haben wir unseren Ansatz verstärkt

und zeigen auf, wie die

Möglichkeiten der Digitalisierung

tatsächlich in der Praxis

funktionieren und wie der Weg

dorthin erfolgreich gestaltet werden

kann.“

Digitalisierungsprozesse

aus nächster Nähe

Der Wegbegleiter heißt Gernot

Schnaubelt, der als IHK-Technologietransfermanager

für Digitalisierung

aktiv auf die Kunden

zugeht. Im vergangenen Jahr hat

er „Digital hautnah“ auf die Beine

gestellt: „Wir möchten mit

den Veranstaltungen, die jeweils

bei einem anderen Unternehmen

stattfinden, das Thema Digitalisierung

greifbar und erlebbar

machen.“ Die erste Veranstaltung

fand bei der Erwin Halder

KG in Achstetten statt, wo sich

die rund 60 Teilnehmer aus allernächster

Nähe über die dortigen

Digitalisierungsprozesse

Bei der IHK-Veranstaltungsreihe „Digital hautnah“ informieren sich die Teilnehmer bei verschiedenen

Unternehmen vor Ort.

Foto: IHK Ulm

Unterstützung durch

das Land Baden-Württemberg

Das Technologietransferangebot

der IHK Ulm im Bereich

Digitalisierung ist Teil des Programms

„Innovation und Energiewende“

und wird durch das

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit

und Wohnungsbau des Landes

Baden-Württemberg aus

Mitteln des Europäischen Fonds

für regionale Entwicklung (EFRE)

unterstützt. Die Kontaktdaten

von Gernot Schnaubelt sind:

schnaubelt@ulm.ihk.de oder

Telefon: 0731/173-179.

vom Auftragseingang über die

Lagerung und die Kommissionierung

bis hin zum Versand anschaulich

informieren konnten.

Auch im Jahr 2018 wird die Reihe

aufgrund der großen Nachfrage

fortgesetzt. Am 20. Februar

erfolgt der Startschuss bei der

Beurer GmbH. „Unser Ziel ist es,

die Zusammenarbeit zwischen

den einzelnen Unternehmen sowie

zwischen Betrieben und wissenschaftlichen

Einrichtungen

zu fördern und so auch konkrete

Projekte mit externen Partnern

zu initialisieren“, erklärt

Gernot Schnaubelt, der stetig auf

der Suche nach neuen Partnern

aus Wirtschaft und Wissenschaft

ist: „Das Thema Digitalisierung,

ob es nun Produktionsprozesse,

Dienstleistungen oder Produktentwicklungen

betrifft, kann

auch mit kleineren Projekten begonnen

werden. Doch egal wie

klein ein Projekt ist, es muss von

der Geschäftsleitung vorgelebt

und die Mitarbeiter müssen frühzeitig

eingebunden werden. Häufig

werden Digitalisierungsmaßnahmen

nicht durch technische

Gegebenheiten verzögert, sondern

durch rechtliche Fragestellungen

oder den Widerstand der

Anwender, die sich durch die digitale

Lösung bevormundet oder

gar ausspioniert fühlen.“ Da dies

durchaus ein heikles Thema ist,

werden im Rahmen des IHK-Angebots

auch immer wieder Spezialisten

eingeladen, die im Rahmen

von Fachveranstaltungen

unter anderem über rechtliche

und sicherheitsrelevante Fragen

aufklären und so eine wertvolle

Entscheidungsgrundlage liefern.


22 IHK – WEITERBILDUNG Anzeige

Schritt für Schritt in die digitale Arbeitswelt.

Foto: © Hilch/Shutterstock.com

Online-Lehrgänge

sind längst Standard

Um mit der Digitalisierung Schritt halten zu können, begleitet die IHK Ulm mit einem

breitgefächerten Aus- und Weiterbildungsprogramm die Mitarbeiter von Unternehmen

Schritt für Schritt in die digitale Arbeitswelt. Von Stefan Loeffler

Technologie-Roadmapping,

Change-Management, Internet

der Dinge und Cyber-physische

Systeme. Keine Frage, in der modernen

Wirtschaftswelt haben

sich komplizierte Begriffe festgesetzt,

die noch viel komplexere

Zusammenhänge vermuten lassen.

Doch eines ist ganz einfach

zu verstehen: Wer mit der Digitalisierung

nicht Schritt halten

kann, läuft Gefahr, schon bald abgehängt

zu werden vom regionalen

Wirtschaftszug. Doch so weit

muss es nicht kommen, denn die

Industrie- und Handelskammer

Ulm bietet auch 2018 wieder ein

umfangreiches Jahresprogramm

mit zahlreichen Kursen und Seminaren

zu den Zukunftsthemen

Digitalisierung, IT und EDV an.

Angesprochen sind Mitarbeiter

der IT-Branche, Projektmanager,

Systementwickler und auch Führungskräfte.

Hier kann man sich

unter anderem bei einem Lehrgang

mit IHK-Zertifikat zur Fachkraft

Industrie 4.0 (IHK) ausbilden

lassen. Die Teilnehmer lernen

im betrieblichen Umfeld, wie

sie bei Konzeption, Umsetzung

und Auswahl von Methoden und

Technologien zur Industrie 4.0

mitwirken können. Je nach Einstiegsqualifikation

können Projekte

selbstständig durchgeführt

Die Mitarbeiter

fit für die

Zukunft machen.

und koordiniert werden. Teilnehmer

sind unter anderem Facharbeiter

in Produktion und Produktionsumgebung.

„Die sich immer

stärker verändernde Arbeitswelt

führt zu einem gesteigerten Wissensbedarf

bei den Unternehmen,

die ihre Mitarbeiter fit für die Zukunft

machen möchten“, erklärt

Martina Doleghs, Mitglied der

IHK-Geschäftsleitung im Bereich

Bildung, die damit auch immer

größere Herausforderungen für

die Experten der IHK Ulm sieht.

Im Zuge der Digitalisierung hat

sich, so Doleghs, auch das Ausund

Weiterbildungsportfolio der

Kammer stetig verändert und den

wachsenden Anforderungen der

Betriebe angepasst: „Digitale

Plattformen und Online-Lehrgänge

gehören mittlerweile zum

Standardprogramm.“

Weiterbildungsspezialisten

der IHK

Dies trifft auch auf die Angebote

in der IT-Akademie zu. Hier

findet man eine Vielzahl von

Weiterbildungen im IT-Bereich,

von Tagesseminaren mit speziellen

Fachthemen über Zertifikatslehrgänge

und Spezialisten-Profile

bis hin zu Aufstiegsfortbildungen

mit bundeseinheitlicher

Prüfung. Die Weiterbildungsspezialisten

der IHK Ulm denken jedoch

auch an diejenigen, die erste

zaghafte Schritte in die digitale

Welt wagen oder wagen müssen.

In speziellen Kursen für

IT-(Quer-)einsteiger erhalten die

Teilnehmer unter anderem

grundlegende Kenntnisse vom

Aufbau eines Unternehmensnetzwerks

sowie von der Installation

und Anpassung eines Betriebssystems.

Ob man Neueinsteiger

oder bereits Computerspezialist

ist, die Aus- und

Weiterbildungsangebote fördern

das Verständnis für komplexe digitale

Zusammenhänge und zukunftsfähige

Technologien. Denn

diese sind oftmals gar nicht so

kompliziert, wie sie auf den ersten

Blick erscheinen mögen.

Kontakt: Für alle Fragen rund um die

Aus- und Weiterbildungsangebote im

Bereich Digitalisierung ist Bernd Kutter

der Ansprechpartner. Zu erreichen ist

er unter kutter@ulm.ihk.de sowie

telefonisch: 0731 / 173-263.


NEXT

STEP

Das ausbildungsportal

mit professionellen und authentischen

azubi-videos

Unser Next Step Team berät Sie gerne!

Telefon: 0731 156 650

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24 UNTERNEHMENSPORTRÄT Anzeige

Durch die Ampelphase (grün,

gelb oder rot) wird visualisiert,

in welchem Zustand sich ein

Projekt gerade befindet.

Foto: BMW

Seit 2012 gestalten die Kollegen der Car IT aus Ulm die Geschichte der BMW Group mit.

Fotos: BMW

Auf dem Weg in die Zukunft.

BMW Car IT GmbH Seit über fünf Jahren entwickeln über 220 IT-Ingenieure am Standort

Ulm die Software, die im Mittelpunkt der Innovationsstrategie der BMW Group steht.

Es war 2012, als das erste

Team von ca. 50 Ingenieuren

am Standort

Ulm-Eselsberg anfing,

die Geschichte der Premium-Automobilmarke

mitzugestalten.

Heute arbeiten im Energon Gebäude

über 220 Mitarbeiter an

der Entwicklung von Software

für Infotainment, Fahrassistenz

und autonomes Fahren. In zahlreichen

Produkten der BMW

Group mit ihren Marken BMW,

Mini, und Rolls-Royce kann man

das Werk der Ulmer Softwareingenieure

bereits erleben.

Wegweisende Produkte

hautnah erleben.

Beim weltweit operierenden

Konzern hat sich die Software-Expertise

als Kernkompetenz

etabliert, nicht nur in der

Forschung, sondern auch in der

Serienentwicklung. Denn die

Tendenz zeigt klar in die Richtung

der fortscheitenden Digitalisierung

in der Mobilitätsbranche:

Die Endkunden brauchen

mehr als nur vier Reifen, sie suchen

einen personalisierten digitalen

Begleiter, der sich über

Fahrassistenz,

Infotainment

und autonomes

Fahren – hier liegt

der Fokus der BMW

Car IT.

das Auto hinaus in die Lebenswelt

integriert. 2018 kommen

neue anspruchsvolle BMW-Fahrzeuge

auf den Markt. Hierzu sind

alle Ulmer Teams am Start, von

zahlreichen Basis- und Plattformkomponenten

über Navigation

und Spracheingabe bis hin

zu komplexen Fahrerassistenzsystemen.

Die hervorragende

Qualität der in Ulm entwickelten

Software liegt sowohl an der

fachlichen Exzellenz der Softwareentwickler

als auch an deren

Leidenschaft und an dem einzigartigen

Dienstwagenprogramm,

das es den Mitarbeitern

ermöglicht, hautnah die Früchte

ihrer Arbeit tagtäglich zu erleben.

Die Zukunft sichern durch das

Recruiting.

In der Innovationsregion Ulm /

Neu-Ulm sind der Fachkräftemangel

und der starke Personalbedarf

deutlich zu spüren. Diese

Herausforderung sieht man

bei der BMW Car IT GmbH als

Chance, neue Wege zu gehen,

um das kontinuierliche Wachstum

zu begleiten. Um den neuen

Kolleginnen und Kollegen –

die mittlerweile aus über 40 Nationen

kommen – und deren Familien

den Start und das

Einleben in die Region zu erleichtern,

arbeitet das Unternehmen

mit dem Welcome Center

der IHK sowie mit einer Relocation-Agentur

zusammen.

Außerdem wird großen Wert

auf das Recruiting von Nachwuchszielgruppen

durch die

langjährige Tradition von Hochschulkooperationen

gelegt. Die

Arbeitgebermarke wird auch

entsprechend nach außen transportiert,

um talentierte „Millennials“

zu gewinnen, die die Zukunft

der Firma gestalten werden.

Die BMW Car IT GmbH

stellt sich dieser wenig profitorientierten

sondern eher nach

Work-Life-Balance, Spaß an der

Arbeit und Kollegialität strebenden

Generation als attraktiver

Arbeitgeber vor. „Hier entsteht

der Quellcode der Zukunft“

steht auf einer Stellenanzeige,

und die Zukunft sieht vielversprechend

aus.

Info www.bmw-carit.de

pm


AUTOMOBILGESCHICHTE

SCHREIBT MAN HEUTE

IN CODE.

TEILEN SIE IHRE LEIDENSCHAFT.


Standort: Ulm

Die BMW Car IT GmbH, ein Unternehmen der BMW Group, ist eine Software-Company mit dem

Fokus auf Design, Evaluierung, Entwicklung und Integration von innovativen Softwarelösungen für

zukünftige Automobile und Motorräder der BMW Group. Am Standort in Ulm entstehen mit über

200 Mitarbeitern unter anderem Softwarelösungen für Fahrerassistenzsysteme, Fahrdynamiksysteme,

Navigation, Infotainment, mobile Kommunikation sowie Software-Methoden und Tools.

Sie suchen nach einer spannenden Herausforderung? Dann bewerben Sie sich online unter

und schließen Sie sich unserem Team an.

Unter nden Sie viele Informationen über uns als Arbeitgeber

und weitere Stellenausschreibungen.

Bewerbungstipps und Einblicke hinter die Kulissen gibt es auch auf

und .


26 LIEBLINGSAPPS

Was geht App?

Smartphones Sie sind klein, jederzeit griffbereit und mitunter sehr praktisch. Mit Apps,

einer Kurzform des Fachbegriffs Applikation, kann man sich Nachrichten aufs Handy laden

und sich darüber informieren, wann Regen oder der nächste Bus kommt. Wir wollten

wissen: „Auf welche App möchten Sie auf keinen Fall mehr verzichten?“ Von Stefan Loeffler

Gunter Czisch ist viel

unterwegs und das

nicht nur in der

Stadt. Doch dank modernster

Technik in

der Tasche weiß der Ulmer

Oberbürgermeister jederzeit,

was läuft: „Mein Smartphone und

mein Tablet gehören zu meinem

Alltag, weil sie mir die Arbeit erleichtern.

Nicht verzichten

möchte ich auf Mail, Kalender

und Kontakte, weil es mir diese

Apps ermöglichen, meine Post

immer zeitnah zu erledigen –

egal, wo ich bin. Auch die ,SWP-

App‘ ist wichtig, weil ich durch

sie unterwegs immer über die

neuesten Nachrichten aus Ulm

informiert bin. Die ,Mobilitäts‘-App

benötige ich, damit ich

auf einer Dienstreise jederzeit

den einfachsten Weg finde, zum

Beispiel vom Bahnhof zum Sitzungsort.“

So sieht das auch sein

Amtskollege

Tim von Winning. Der Ulmer

Baubürgermeister verrät:

„Wenn man mal von den Apps

Kamera, Kalender und Mail sowie

der ,Safari-App‘ absieht, ist

eindeutig die für mich relevanteste

der ‚DB Navigator‘. Wichtig

ist auch die ,Google Earth‘-

und ,Google Maps-App‘. Insgesamt

bin ich aber wohl ziemlich

,App-unabhängig‘ unterwegs.

Lena Christin Schwelling

von der Grünen Fraktion hat

mich ja neulich, mit Sicherheit

liebevoll, als Digital-Opa bezeichnet.

Das Hintergrundbild

meines Mobiltelefons schmückt

übrigens eine Detailaufnahme einer

mittelalterlichen Mauer aus

unterschiedlichen Steinformaten

und Spolien.“

Schaut Dr. Tobias Mehlich

auf sein Smartphone, so blickt er

auf einen blauen Himmel, saftige

Wiesen und eine kurvige Straße

im Allgäu. „Auf dieser Strecke

fahre ich in meiner Freizeit

mit meinem Motorrad“, so der

Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer

Ulm. Am meisten

beschäftigt er sich auf dem Display

mit der „WhatsApp-App“:

„Auf diese Weise bekomme ich

viele kleine Nachrichten von vielen

netten Menschen. Dennoch

übertreibe ich es nicht mit dem

Gebrauch.“

Mein

Hintergrundbild

ist mein ganz

persönliches

Energiesymbol.

Petra Bergmann

Inhaberin der Agentur

Bema-Coaching

In die Leidenschaft

eintauchen

Ganz anders ist das bei Petra

Bergmann: „Die für mich wichtigste

App, insbesondere auch

beruflich, ist ,WhatsApp‘. Denn

inzwischen stimmen meine Kunden

auf diesem Weg schnell und

unkompliziert ihre Termine mit

mir ab. Mein Hintergrundbild ist

die ,Blume des Lebens‘, die für

mich mein ganz persönliches

Energiesymbol ist“, so die Unternehmensberaterin,

Dozentin und

Leiterin der Blausteiner Agentur

Bema Coaching.

Kraft schöpft Dr. Sarah

Straub aus der Musik. Aus diesem

Grund ist die App „Smart Pianist“,

mit der man verschiedene

Funktionen und Klangfarben

auf das heimische Tasteninstrument

zaubern kann, der Dauerbrenner

auf dem Smartphone der

Psychologin, die in der Neurologie

des Universitätsklinikums

Ulm psychische Erkrankungen

erforscht und behandelt. Mit der

App kann sie in ihrer Freizeit mit

nur einem Klick in ihre große

Leidenschaft eintauchen. Die

31-Jährige, die mit ihrer Band bereits

im Vorprogramm von Joe

Cocker, The Hooters oder Lionel

Richie gespielt hat, schwärmt:

„Musik ist mein Leben.“ Und damit

natürlich auch auf ihrem

Smartphone.


Anzeige UNTERNEHMENSPORTRÄT 27

Die Standorte der

e-rechtsanwälte

Dr. Schmid in Ulm

und Illertissen.

Foto: on-collect

EU-Datenschutzverordnung

wirft ihre Schatten voraus

Nach jahrelangen Diskussionen hat die EU nun ein neues einheitliches EU-

Datenschutzrecht verabschiedet. Auch der deutsche Gesetzgeber hat entsprechend den

gesetzlichen Vorgaben der EU ein neues Bundesdatenschutzgesetz verabschiedet.

Dies tritt ebenfalls mit der EU-Datenschutzgrundverordnung

in Kraft.

Das EU-Datenschutzrecht verschärft

das Datenschutzrecht in massiver

Weise, was jedes Unternehmen in die

Pflicht nimmt, den eigenen Datenschutz

zu analysieren und an den

Standard der EU anzupassen, so

Rechtsanwalt Dr. Schmid, Experte für

IT-Recht und Datenschutz, der für

viele mittelständische Unternehmen

als externer Datenschutzbeauftragter

fungiert.

Die Unternehmen stehen

in der Pflicht

Ein besonderes Problem ist dabei,

dass allerorts noch große Unsicherheit

darüber herrscht, wie im Einzelnen

die Umsetzung zu erfolgen hat.

Selbst Datenschutzbehörden kommen

hier zu keinem einheitlichen Ergebnis,

da die Zuständigkeit bei den

Länderbehörden liegt und jedes Land

eine eigene Datenschutzaufsichtsbehörde

unterhält. Auch das Verhältnis

Wichtig ist das

Recht auf

Vergessenwerden.

Joachim Schmid

e-rechtsanwälte Dr. Schmid

zu anderen Rechtsvorschriften im

Bereich der Telemedien und des Telekommunikationsgesetzes

ist nach

wie vor zwischen den Juristen unklar

und strittig. Dabei sind die Unternehmen

verpflichtet, umfassende Dokumentationspflichten

zu erfüllen und

in Teilen auch ihre IT-Systeme anzupassen.

Auch Verbraucher haben umfassende

Rechte, insbesondere auf

Auskunft und Datenlöschung. Das

Recht auf „Vergessenwerden“ wird

vom neuen EU-Recht großgeschrieben,

was für Unternehmen insoweit

technische Herausforderungen be-

Zur Person

Dr. Joachim Schmid

von e-rechtsanwälte

Dr. Schmid. Aus der

umfassenden beruflichen

Erfahrung

auf seinem Spezialgebiet

IT-Recht und

Legaltech, kennt er

die juristischen und

gerichtlichen Abläufe

in allen Facetten.

deutet, da in komplexen IT-Systemen

Daten in verschiedener Weise verknüpft

und vernetzt sind, sodass die

Löschung nicht mit der Betätigung

der Delete-Taste erfolgen kann; als

IT- und Rechtsexperte kennt Dr.

Schmid diese Probleme aus eigener

Erfahrung. Die Unternehmen werden

nicht umhinkommen, eigene Datenschutzmanagementsysteme

zu implementieren

und externe Berater heranzuziehen.

Ein Sonderproblem besteht

darin, dass nicht nur wie bisher

im Falle von schuldhaft verursachten

Datenpannen Bußgelder verhängt

werden, sondern bei jedem Verstoß

gegen eine Vorschrift der Datenschutzgrundverordnung

enorm hohe

Bußgelder verhängt werden, die

nicht bei 50.000 Euro enden, sondern

beginnen und bis zu 20 Millionen

Euro betragen können. Dies kann unter

Umständen für Unternehmen

existenzbedrohend werden. Deshalb

wird empfohlen, schnellstmöglich

ans Werk zu gehen.


28 IT-SICHERHEIT

Die Chancen von Industrie

4.0, vernetztem Arbeiten

über Cloud-Computing

und mehr und mehr mobiles

Arbeiten haben auch

das Jahr 2017 wieder dominiert, wenn

es um das Thema IT in Unternehmen

ging. Die aktuellen Entwicklungen

weisen klar in eine Richtung: Digitalisierung

und Vernetzung. Dieser

Trend ist in den meisten Unternehmen

schon Realität geworden. Warum

auch nicht? Schließlich sind die

Vorteile klar ersichtlich und ohne digitalisiertes

und vernetztes Arbeiten

wäre den meisten Unternehmen heute

ein Bestehen auf dem Markt gar

nicht mehr möglich.

Unternehmen sollten

auf sich achten

Doch bringt dieses Arbeiten auch einen

gravierenden Nachteil mit sich:

deutlich steigende Risiken durch Angriffe

von Hackern auf Unternehmen.

Meist mit dem Ziel, Geld zu erpressen,

Daten zu stehlen oder Unternehmensgeheimnisse

auszuspähen.

Brauchten die Verbrecher und Spione

im letzten Jahrhundert noch eine

Menge Aufwand, Zeit und Können,

um ein Unternehmen zu infiltrieren

und Informationen hinauszuschleusen,

so genügt heute ein Computer

mit Internetanbindung und einige

Sicherer

Datenschatz

IT-Sicherheit Um empfindliche Daten zu schützen, gibt es

ständig neue technische Entwicklungen, um akuten Risiken

und Gefahren vorzubeugen. Von Gabriel Bock

Das beginnt

bereits

beim

Passwort

für das

E-Mail-

Konto.

Stunden im Videoportal YouTube.

Deshalb ist es für jeden von enormer

Wichtigkeit, sich zu schützen, besonders

aber sollten Unternehmen auf

sich achten. Denn jedes Unternehmen

verfügt über einen großen

Schatz an Daten, die für die Kriminellen

von Interesse sind. Das beginnt

bei den Passwörtern von

E-Mail-Konten und geht bis zum spezifischen

Wissen über Herstellungsprozesse.

Dazu kommt, dass mit Angriffen

nicht unbedingt auf die Daten

gezielt werden muss. Beim mittlerweile

berüchtigten CEO-Fraud wird

beispielsweise einfach nur darauf abgezielt,

einen Buchhalter mit Hilfe

von E-Mails dazu zu bewegen, fiktive

Rechnungen zu begleichen. Dafür

geben sich die Kriminellen als Geschäftsführer

aus, meist genügt es,

dazu eine ähnlich aussehende Mailadresse

zu kreieren, ein technischer

Hackvorgang ist nicht notwendig.

Das Problem ist meist, dass sich solche

Lücken und Angriffspunkte nicht

auf den ersten Blick erschließen. Deshalb

wurden gemeinsam mit den Sicherheitsberatern

Thomas Bläsing

und Manuel Stegmiller von der Ulmer

IT-Sicherheitsberatung

Schutzwerk GmbH hier einige der

gängigsten Lücken zusammengestellt.

Bläsing und Stegmiller werden


IT-SICHERHEIT 29

im Fachjargon auch als Penetrationstester

bezeichnet, ihr Job ist es, die

IT-Systeme ihrer Kunden anzugreifen

und dabei Schwachstellen zu

identifizieren. Ihre Expertise wird ergänzt

durch Professor Stefan Wagner

von der Universität Stuttgart. Er ist

Softwareingenieur und beschäftigt

sich insbesondere mit Problemen, die

im Zusammenspiel von Systemen,

wie etwa Mensch und Computer, entstehen.

Technische Lücken

„Technische Angriffe sind am häufigsten.

Das kann man zum Beispiel

Sicherheitsrisiko Mitarbeiter

Die Befragten schätzen die folgenden als größte IT-Risikofaktoren

in Unternehmen ein (in %)

Große Gefahr

Leichtfertiger

Datenumgang

Hacker-

Angriff

Nutzung mobiler

Endgeräte

Datenmissbrauch

Einsatz veralteter

Technik

Sehr große Gefahr

14 9

25 9

44 31

38 12

36 13

20 40 60 80

SWP GRAFIK BASIS: 403 FÜHRUNGSKRÄFTE AUS GROßEN UND MITTLEREN UNTERNEHMEN IN

DEUTSCHLAND SOWIE 103 ABGEORDNETE AUS LÄNDERPARLAMENTEN, DEUTSCHEM BUNDESTAG UND

EUROPAPARLAMENT, 9.6. - 12.7.2017 QUELLE: DELOITTE

75

50

49

34

23

Laut der OWASP-

Top 10 Liste

sind technische

Angriffe am

häufigsten.

Thomas Bläsing

Sicherheitsexperte

an der OWASP-Top 10 Liste sehen“,

erklärt Sicherheitsexperte Thomas

Bläsing. OWASP steht für Open Web

Application Security Project und ist

eine Non-Profit-Organisation, die

Anwendungen im Internet sicherer

machen möchte. OWASP hat im Jahr

2017 eine Liste mit den zehn häufigsten

Risiken bei Webanwendungen

veröffentlicht. Der erste Punkt auf

der Liste von OWASP sind Injections.

Bläsing erklärt: „Bei diesen Injections

wird versucht, Kommandos an Datenbanken

zu schicken, die es möglich

machen, diese auszulesen. Beispielsweise

könnte eine unzureichend

gesicherte Anmeldezeile in einem

Onlineshop genutzt werden, der

Das Open Web

Application Security

Project (OWASP)

ist eine Online-Community,

die frei

verfügbare Artikel,

Methoden, Dokumentationen,

Tools

und Technologien im

Bereich der Sicherheit

von Webanwendungen

erstellt. Die Top

10 werden regelmäßig

aktualisiert und zielen

darauf ab, das Bewusstsein

für die Anwendungssicherheit

zu erhöhen.


30 IT-SICHERHEIT

Die OWASP

TOP 3...

...der Schwachstellen

in Webanwendungen

Injection ist ein

1 Security-Exploit,

bei dem der Angreifer

eine Anfrage über ein

Web-Formular per

SQL erweitert, um auf

Ressourcen zuzugreifen

oder Daten zu verändern.

Eine SQL-Abfrage

ist eine Anforderung,

die eine Aufgabe

in einer

Datenbank ausführt.

2 Broken

Authentication

Wenn in einer

Web-Anwendung Zugangsdaten

ausgetauscht

werden, ist

besondere Vorsicht

geboten. Zugangsund

Sitzungsinformationen

sind oft nicht

hinreichend vor Angreifern

geschützt..

3 Sensitive

Data Exposure

Schwachstellen können

auftreten, wenn

eine Anwendung sensible

Informationen

nicht ausreichend vor

Angreifern schützt.

Für viele Anwendungen

kann dies auf

Passwörter beschränkt

sein, aber es

können auch Kreditkartendaten,

Sitzungstokens

oder andere

Authentifizierungsdaten

umfassen.

Werden die Ausgaben für IT-Sicherheit in

absehbarer Zeit Ihrer Meinung nach steigen oder sinken?

Befragte, die folgende als größte IT-Risikofaktoren in Unternehmen einschätzen (in %)

60 Anteil der Befragten in %

50

40

30

20

10

Datenbank dahinter den Befehl zu geben,

Nutzerdaten auszugeben.“ Sein

Kollege Manuel Stegmiller ergänzt:

„Der Witz an der Sache ist, dass niemand

vorgesehen hat, dass ein Nutzer

statt seines Nutzernamens direkte

Kommandos an die Datenbank

schickt. Kennt man also die Kommandos

ist es relativ einfach ungesicherte

Datenbanken anzugreifen. Um

das zu verhindern, müssen die Entwickler

dies durch sorgfältige Programmierung

ausschließen.“ Der

zweite Punkt in der Liste sind fehlerhafte

Authentifizierungen. „Authentifizierung

meint, dass sich berechtigte

Nutzer gegenüber dem System

ausweisen können, das wird oft inkorrekt

implementiert“, sagt Stefan

Wagner. Werden zum Beispiel Passwortabfragen

nicht korrekt durchgeführt

oder ist die Vergabe von Zugriffsrechten

nicht ausreichend gesichert,

können Kriminelle mit einer

falschen Identität weitreichenden

Zugriff auf Systeme bekommen.

Ein wichtiger Faktor:

der Mensch

An dritter Stelle kommt schließlich

das unbedachte Veröffentlichen sensibler

Daten. Stefan Wagner meint:

„Die Daten werden dabei häufig nicht

ausreichend geschützt, also zum Beispiel

nicht ausreichend oder unverschlüsselt

gesendet.“ Durch Unbedachtheit

und oft auch fehlende Verhaltensregeln

kann es so relativ

4

2

32

36

Sinken Gleich bleiben Steigen Stark steigen

schnell passieren, dass die Angreifer

keine große Anstrengung mehr unternehmen

müssen, sondern einfach

nur aufmerksam durch das Internet

streifen. Diese Lücke zeigt, dass neben

fehlerhafter Programmierung

sich auch das Verhalten von Menschen

sehr gut als Angriffspunkt für

Hacker eignet. Insbesondere der

E-Mail-Verkehr ist ein beliebtes Ziel.

Sicherheitsberater Manuel Stegmiller

sagt: „Immer wieder verzeichnen

Die Täter werfen

Täuschungsmails

wie Köder aus, wer

darauf reagiert, hat

angebissen.

Manuel Stegmiller

Sicherheitsberater

51

56

wir Phishing-Angriffe auf unsere

Kunden, bestes Beispiel dafür ist der

CEO-Fraud:“ Der Neologismus „Phishing“

zeigt dabei die sinnbildliche

Anlehnung an den Angelsport. Die

Täter werfen die Täuschungsmails

wie Köder aus, wer darauf reagiert,

hat angebissen. In den Mails finden

sich neben fingierten Rechnungen

auch Links, die zu Downloads von

Schadsoftwares führen. Jedoch sollte

man nicht den Fehler machen und

13

6

Technik und Mensch gesondert betrachten.

Wagner meint: „Insgesamt

sollte ein systemischer Ansatz zur

Untersuchung der IT-Sicherheit gewählt

werden. Das bedeutet, dass alle

Teile des Gesamtsystems, inklusive

des Menschen, aber auch beispielsweise

der Organisation und der Prozesse

im Unternehmen betrachtet

werden. Probleme entstehen oft im

Zusammenspiel der verschiedenen

Komponenten des Systems.“

Ausblick für das

Jahr 2018

2016

2017

SWP GRAFIK QUELLE: STATISTA 2018

Im Jahr 2018 erwarten die Experten

bei Schutzwerk nicht nur Probleme

mit der neuen Gesetzeslage

beim Datenschutz (siehe Artikel Seite

10). Thomas Bläsing sagt: „Wir erwarten

auch neue Herausforderungen

im mobilen Sektor und beim

Cloud-Computing.“ Während der Mobilgeräte-Sektor

stetig wächst, aber

das Thema Sicherheit meist eher

umschifft, ist Cloud-Computing oft

auch ein Faktor, der Sicherheit

schafft. Bläsing: „Das ist Segen und

Fluch zugleich. Einerseits werden

technische Lücken dann immer für

alle Kunden eines Anbieters behoben,

andererseits ist es dann natürlich ein

Super-Gau, wenn der Anbieter gehackt

wird.“


ZAHLEN 31

53%

der Bankkunden in

Deutschland betreiben

Onlinebanking. Der

EU-Durchschnitt liegt

bei 49 Prozent.

Was sagen die

Zahlen?

Prozentwerte Es heißt ja: „Traue nur

Statistiken, die Du selbst gefälscht hast“ -

dennoch sind diese Zahlen auf jeden

Fall einen Blick wert.

28%

732 Mrd.

E-Mails wurden 2017 von

den Deutschen versendet.

Das entspricht etwa 8.927

Mails pro Bundesbürger.

77%

der Social-Media-Nutzer

posten gerne Selfies, aber 82

Prozent schauen sich bei

Instagram und Co ungern

Selfies an. Man spri cht

deshalb hier auch vom

„Selfie-Paradox“.

27.000

der Deutschen nutzen

Fitness-Armbänder,

Smartwatches oder

Gesundheits-Apps.

Handytickets verkaufte die

Deutsche Bahn täglich im Jahr

2016 - insgesamt buchten Kunden

zehn Millionen mobile Fahrkarten.

QUELLE: TURI 2

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