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GESCHICHTE «Früh schon

GESCHICHTE «Früh schon hat sich Ernst Glanzmann als Rutengänger versucht und brachte es zu grosser Meisterschaft.» Was es aber mit diesem Sonderling auf sich hatte, davon wollte ich doch gerne mehr wissen. Ich besuchte ihn auf seinem Hof in Oschwand, nicht als Beamter, sondern als Privatmann ausserhalb meiner Arbeitszeit. Ich sah den selbst hergestellten Geigerzähler, der auf die natürliche Umweltradioaktivität reagierte, und der in einem nahen Stollen im Sandsteinfels auch wirklich eine etwas erhöhte Strahlung anzeigte. Das war leicht verständlich, weil der Sandstein, in dem sich natürlicherweise Spuren von Uran und Thorium befinden, im Stolleninnern von allen Seiten auf das Messinstrument einwirkte. Ich vernahm jetzt auch, wie er das vermeintliche Uran anreichern wollte: Nicht direkt aus dem Sandstein, sondern durch Verbrennung von Tannennadeln. Die Tannen, dachte er, seien ja auf dem uranhaltigen Grund gewachsen, und in der Asche ihrer Nadeln, so hatte er festgestellt, war die Radioaktivität erhöht. Das stimmt zwar, hat aber mit Uran nichts zu tun, sondern mit dem radioaktiven Isotop Kalium 40, das beim Verbrennen von Holz oder von Nadeln mit dem Gesamtkalium in der Asche bleibt. Das Thema war damit für mich abgehakt.» Es hat im Mutzgraben also nie eine Atomexplosion gegeben. Aber wer war der Mann, der eine Atombombe bauen wollte? Ernst Glanzmann (1901—1975) war in jeder Hinsicht ein Original. Er wohnte im Weiler Loch bei Oschwand, war Bauer und Naturforscher, Mechaniker und Konstrukteur. Landwirt von Haus aus, Naturforscher aus Leidenschaft. Er hatte kluge Einfälle, erstaunliches handwerkliches Geschick, und in stilleren Stunden betätigte er sich noch als Kunstmaler. In seinem Wesen war er verschlossen und offen, bedächtig und leutselig zugleich. Er war wagemutig und unbekümmert und zu aller Zeit von erstaunlicher Unternehmungslust. LIEBER TECHNIKER ALS LANDWIRT Seine Neigung zu wissenschaftlichem Forschen war auffallend. Im hintersten der drei Höfe des Weilers Loch, im Haus mit der schönen Südfassade, welche die Jahrzahl 1834 trägt, wo eine breite Laube zum Verweilen einlädt und ein breitausladendes Dach dem Hof Schutz und Hablichkeit verleiht, da ist Ernst Glanzmann mit acht Geschwistern aufgewachsen. Ihm wurde später das Gut zugesprochen. Gerne wäre Ernst Glanzmann Mechaniker oder Techniker geworden. Doch sein Vater liess es nicht zu, dass der aufgeweckte Bube den Hof verliess und vom Bauernstand ausscherte. Nach Schulabschluss trat Ernst Glanzmann in die landwirtschaftliche Schule Langenthal über. In den zwanziger Jahren weilte er zu weiterer Ausbildung in Oberschlesien, war hier Gutsverwalter und hatte zudem Gelegenheit, in die Glas- und Grubenindustrie Einblick zu nehmen. Heimgekehrt, besuchte er erdkundliche Vorlesungen an der Universität Bern. Früh schon hat sich Ernst Glanzmann als Rutengänger versucht, anfänglich mit einer Haselrute und später mit einer Metallspirale und brachte es zu grosser Meister- Foto: Christian Bärtschi / blog.emmental.ch HINTERGRUND Der Einzige Der Mutzgraben ist der einzige Wassserfall im Oberaargau. Er liegt zwischen Oschwand, Rüedisbach und Riedtwil. Es ist im Unterlauf ein verträumtes, waldgesäumtes Wiesentälchen, eingeschnitten in die Molasse-Plateaus. Der Oberlauf ist in einem steilen Waldgraben, ohne Weg und kaum begehbar. Der eigentliche «Mutz», wie man ihn nennt, d. h. vom Wasserfall, der «Schiessi» an abwärts, ist ein wunderbares Wandergebiet. Wasserfall, natürlicher Bachlauf, Bachhöhle, Grabenmühle und alles von wohltuender Unberührtheit. Kein anderes Kleintal im Oberaargau kann einen derartigen Reichtum an Naturerscheinungen bieten. Überall zeigt sich die Wechsellagerung von harten (Sandstein) und weichen Schichten (Lehm) in Form von selektiver, auswählender Erosion. Die Attraktion des Mutzgrabens, der Wasserfall in der sogenannten «Schiessi», gilt mit seinen über 14 Meter Fallhöhe als einziger Wasserfall des Oberaargaus. Über eine Sandsteinwand fällt vor allem im Frühjahr eine beachtliche Wassermenge in einen Kessel, der über einen Treppenweg umgangen wird. Es wäre wahrlich ein Jammer gewesen, wäre hier eine Atombombe gezündet worden. 22 s’Positive 1 / 2018

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