Businessmonat_Ausgabe 2018-01

waldverbandsteiermark

AUF HOLZ GEBAUT

Warum immer mehr Kommunen

auf den Baustoff setzen

JÄNNER/FEBRUAR 2018

ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 10Z038473 M, STEIRERIN VERLAGS GMBH, SCHUBERTSTRASSE 29/1, 8010 GRAZ ERSCHEINUNGSORT GRAZ, JG. IX, NR. 1, 19. JÄNNER 2018, PREIS: 2,50 EURO, FOTO: SHUTTERSTOCK

ZUKUNFTSFIT

Nicht nur der Klimawandel zwingt

Waldbesitzer zum Umdenken

LEUCHTTÜRME

Vordenker, Planer, Macher, Gestalter:

Die Holzexperten aus der Steiermark

SPEZIAL

Holzwirtschaft

Steiermark –

Tops & Trends


© MARIJA KANIZAJ

EDITORIAL

DANIELA MÜLLER

Chefredakteurin

HOLZ BRINGT’S

Vor einigen Jahren traf

ich einen Architekten

zum Gespräch. Er

erzählte mir von jahrhundertealten

Traditionen beim Holzbau,

die er sich gern für seine

Projekte abschaut. Er benutzt

beispielsweise Essig, in den

Scheuerschwämme getaucht

werden, und Schwarztee, um die

Latten der Fassade natürlich zu

gerben. Seine Häuser jedoch haben

nichts mit Landhausstil zu

tun, im Gegenteil. Weil er den

Holzbau schon früh radikal neu

dachte und offen gegen die „Lederhosenarchitektur“

des Voralpenlandes

opponierte, musste er

sich von manchen Branchenkollegen

als Nestbeschmutzer beschimpfen

lassen. Heute ist Tom

Lechner mit seiner LP-Architektur

aus Altenmarkt einer der

Großen der Branche. Für sein

Projekt „Leben in der Scheune“

wurde ihm 2017 der Steirische

Holzbaupreis verliehen.

Die Zeiten, in denen

Holzhäuslbauer als Idealisten

galten, sind vorbei. Holzbau

in allen Facetten dominiert

das Leben, mittlerweile sogar

24 Geschoße hoch, wie es in

Wien-Aspern gerade gebaut

wird. Einer, der im städtischen

Holzbau Großartiges leistet,

ist Tom Kaden, der Inhaber

der neuen Stiftungsprofessur

für Architektur und Holzbau

an der TU Graz. Er hat die

Mission, den urbanen Holzbau

weiter salonfähig zu machen.

Und er wird sich in diversen

Forschungsprojekten dafür

„Die Zeiten, in denen der

Holzhäuslbauer als Idealist

galt, sind längst vorbei.“

einsetzen, den Holzbau mit

wenigen überschaubaren

Systemen in die Breite zu

bringen. Dass es in der

Steiermark an Rohstoffen nicht

mangelt, ist weithin bekannt. Sie

prescht als waldreichstes Land

auch im Forschungsbereich

nach vorne. Neue Technologien,

innovative Unternehmen und

Baufirmen, die neue Standards

setzen, machen die Steiermark

zu einem Vorreiterland in

Sachen Holz. In dieser Ausgabe

widmen wir uns diesen

kreativen Köpfen, betrachten

aber auch die Schattenseiten

des Themas. Denn mit dem

Klimawandel kommt einiges

auf die Walderhalter zu. Doch

nichts, was nicht gelöst werden

könnte. Auch hier haben

steirische Unternehmen die

passenden Lösungen.

Dieser BUSINESS Monat ist

ein aufschlussreicher Streifzug

durch die Welt des Holzes,

von A wie Almhütte bis Z wie

Zimmerei. Wir wünschen Ihnen

aufschlussreiche Lesestunden!

IMPRESSUM: EIGENTÜMER UND VERLEGER: Die Steirerin Verlags GmbH & Co KG, Schubertstraße 29/1, 8010 Graz, Tel.: 0316/84 12 12-0, Fax-DW: 709.

INTERNET: www.businessmonat.at. E-Mail: office@diesteirerin.at. GESCHÄFTSFÜHRUNG: Mag. (FH) Nicole Niederl, Mag. Andreas Eisendle.

CHEFREDAKTEURIN: Dr. Daniela Müller. REDAKTION: Mag. Elke Jauk-Offner, Lissi Stoimaier. REDAKTIONELLE MITARBEIT: Andreas Kolb, Dr. Wolfgang Wildner.

ANZEIGEN: Karin Hödl, Hans-Jürgen Maier, Renate Prattes, Denise Schuschko-Linke, Mag. Irmgard Reinisch, Caroline Oechs MA.

ASSISTENTIN DER GESCHÄFTSLEITUNG: Veronika Probst. BACK-OFFICE: Sofie Zötsch. ABO- & ADRESS MANAGEMENT: abo@diesteirerin.at.

GRAFIK: Micki Weikhard, Daniela Balazic MA, Max Kapfenberger; grafik@diesteirerin.at. HERSTELLER: Druck Styria GmbH & Co KG.

Die Informationen zur Offen legung gemäß § 25 des Mediengesetzes können unter: www.businessmonat.at abgerufen werden.

BUSINESS Monat

3


Mei Biz

Persönlichkeiten

im Gespräch

RICHARD STRALZ

Vorstandsvorsitzender der Mayr-Melnhof Holz Holding AG.

Ausbildung: Montanuniversität Leoben

Familienstand: verheiratet, 3 Kinder

Social Networks: LinkedIn

Sport: Tennis, Golf, Schifahren, Laufen

Lieblingsessen: Fisch in allen Varianten

Lektüre: Sachbücher

Musik: breit gestreut von Barock bis heute,

am liebsten aber von Bach bis Berg

Urlaub: am liebsten in

Österreich und Italien

Sehnsuchtsort: mein Garten

Marke, die mir imponiert: Nespresso

Historische Persönlichkeit: da gibt es zu

viele, um eine einzelne Person zu nennen

Was mich nervt: Unzuverlässigkeit

Werte, die mir wichtig sind:

Paktfähigkeit, Ehrlichkeit,

Leistungsbereitschaft

Motto:

Es gibt kein Problem, nur Chancen.

Mit wem ich mich gerne unterhalten

würde: da gibt es mehrere – bekannte

und öffentlich nicht bekannte Menschen

Nr.-1-Zukunftsfrage:

Wie schaffen wir neue Beschäftigung,

wenn durch Robotik und

Digitalisierung sehr viele der

heutigen Jobs wegfallen werden?

Wofür ich bedingungslos eintrete:

Fairness im Umgang mit anderen

Was mir Sorgen macht: der Rohstoff

3 Worte zu meinem Unternehmen:

erfahren, verlässlich, nachhaltig

3 Worte zu meinem Führungsstil:

Zahlen, Daten, Fakten

Was ich von Mitarbeitern erwarte:

Zahlen, Daten, Fakten und Loyalität zum

Unternehmen

Anderer Beruf, der mir Spaß machen

würde: Ich habe den perfekten Beruf

schon gefunden.

Top 3 Web-Links: orf.at, faz.net, wetter.com

Die Mayr-Melnhof Holz

Holding AG mit Sitz in

Leoben erzielte in den

Arbeitsfeldern Schnittholz

und Weiterverarbeitung

2016 einen Umsatz von

532 Millionen Euro. Mehr

als 1600 Mitarbeiter sind

an den Standorten in

Österreich, Tschechien,

Deutschland und Russland

beschäftigt.

© KLAUS MORGENSTERN, MM-HOLZ.COM, BEIGESTELLT

4

BUSINESS Monat


HOHO Wien

NACHHALTIG

FÜR GENERATIONEN

HOLZ- UND HOLZALU-

FENSTER UND -TÜREN AUS ÖSTERREICH

© cetus Baudevelopment GmbH & Rüdiger Lainer u. Partner ZT GmbH

Viktor-Kaplan-Schule

Graz-Andritz

VIVAMAYR

Altaussee

© WALTER LUTTENBERGER

© VIVAMAYR

Falkensteiner Hotel

Schladming

© WALTER LUTTENBERGER

Gewinner

„Holzbaupreis

Steiermark 2015“

© Paul Ott

D A S

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H

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Katzbeck FensterGmbH Austria

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Besuchen Sie uns. Wir freuen uns auf Sie!

A

U

S

Ö

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T

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I C

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10

16

V. l.: Holzbauprofi Tom

Kaden; Holzfan Siegfried

Nagl; Almhüttensiedlung

im Lachtal; die Forst-Experten

Stefan Zwettler und

Peter Konrad; Hightech im

Wald; Holzbau-Vorreiter

Gernot Kulmer; Eleganz

aus Admont; Ehepaar

Marinic-Knittelfelder.

20

INHALT

8 HOLZ GOES INTERNATIONAL

Spannende Holzbauten aus der

Steiermark für die Welt

10 HOCH HINAUS

Der Professor für Architektur und

Holzbau, Tom Kaden, hat viel vor.

16 KEIN FEIGENBLATT

Mutige Bürgermeister, die sich in

den Holzbau vorwagen.

20 NEUE WALDHEIMAT

Vom Bloch zum Almhaus – auf Spurensuche

in der Holzregion Murau.

26 ES IST ZU WARM

Trockenheit stresst den Wald. Es

braucht neue Baumarten.

30 HERRENLOS

Verzweifelte Suche nach

hoffernen Kleinwaldbesitzern.

36 GRÜNE MANUFAKTUR

Hochmoderne Vollerntemaschinen

schaffen neue Berufsbilder.

44 VON WEGEN HOLZWEG

Steirische Vorreiter in Sachen Holz

und ihre Prestigebauten.

54 CHAMPIONS LEAGUE

Die heimischen Tischlereien

auf Erfolgskurs.

60 STARKES DUO

Das Ehepaar Marinic-Knittelfelder

und ihre Leidenschaft für Holz.

62 BEWÄHRTES HANDWERK

Innovatives Paar: Thomas Raß und

Karin Auer von Auer Woodwork.

64 KANTINENGESPRÄCH

mit Doris Stiksl, Geschäftsführerin

von proHolz Steiermark.

68 BIZOCIETY

72 HEADS&NEWS

74 HOLZSCHAU

DER NÄCHSTE BUSINESS MONAT

erscheint am 16. März 2018

6

BUSINESS Monat


26

36

38

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ÜBER DIE

GRENZEN HINAUS

Steirisches Know-how im Bereich der Holzwirtschaft ist äußerst gefragt,

wie heimische und internationale Projekte beweisen.

TEXT: LISSI STOIMAIER, FOTOS: G. OTT, MARK HADDEN ARCHITECTURE PHOTOPRAPHER, MIBA/HAWELKA, BEIGESTELLT, SHUTTERSTOCK

MEHRGESCHOSSIGER BAU „PATCH 22“

IN AMSTERDAM/NIEDERLANDE

200 m 3 Material von Mayr-Melnhof Holz wurden verwendet.

Architekt: Tom Frantzen

www.mm-holz.com

MERCHANT TAYLOR´S SCHOOL

IN NORTHWOOD IN LONDON

Brettsperrholzlieferant: KLH Massivholz GmbH

Architekt: Architecture PLB

Bauzeit: 4 Wochen

www.klh.at

GEWINNER HOLZBAUPREIS 2017

KATEGORIE „ÖFFENTLICHE UND

GEWERBLICHE BAUTEN“

VS Viktor Kaplan

Bauherr: GBG Gebäude- und

Baumanagement Graz GmbH

Planung: Hohensinn Architektur

Holzbau: Strobl Bau – Holzbau GmbH

www.strobl.at

8

BUSINESS Monat


GEWINNER HOLZBAUPREIS 2017

KATEGORIE „BESSER MIT HOLZ“

Peterskirche St. Lambrecht

Bauherr: Benediktinerstift St. Lambrecht

Planung: reitmayr architekten

Holzbau: Holzbau Herbert Hollerer GmbH

www.hollerer.cc

LAUBHOLZSÄGEWERK IN RÖNÖK/UNGARN

Generalunternehmer: Haas Fertigbau Holzbauwerk GmbH & Co. KG

Bauzeit: 2 Monate

Grundfläche: 1.519 m 2

www.haas-fertigbau.at

GEWINNER HOLZBAUPREIS 2017

KATEGORIE „OBJEKTE AUSSER LANDES“

MIBA Forum Laakirchen

Bauherr: MIBA AG

Planung: Delugan Meissl Associated Architects

Holzbau: Lieb Bau Weiz GmbH & CoKG

www.liebbauweiz.at

STUDENTENHEIM IN HONEFOSS/NORWEGEN

Holzbau: Holzbau Luttenberger & Co KG

Bauherr: Studentsamskipnaden i Buskerud og Vestfold

Planung: Code: architecture

www.zimmerei-luttenberger.at

BUSINESS Monat

9


HOCH HINAUS

MIT HOLZ

Der Berliner Holzbauexperte Tom Kaden soll mit Österreichs erster

Professur für Architektur und Holzbau an der TU Graz dem Holzbau

Flügel verleihen. Er will keine Leuchtturmprojekte bauen, sondern

den Holz als Baustoff aus der Nische holen. Ein Interview.

TEXT: DANIELA MÜLLER, FOTOS: MARIJA KANIZAJ

Welche Visionen haben Sie für den Werkstoff

Holz?

Kaden: Meine Vision für den Holzbau lässt

sich momentan als positiv verhalten beschreiben.

Lassen Sie mich ein Beispiel nennen: Einmal im

Jahr ist in Garmisch das Internationale Holzbauforum,

das kleinteilig begann, mittlerweile kommen

1.700 Gäste aus aller Welt. Hier werden tolle

Projekte architektonischer, ingenieurtechnischer

und bauphysikalischer Art vorgestellt. Der aktuelle

Trend ist, in die Höhe zu bauen. Zuletzt hat

sich das Thema Mehrgeschoßigkeit auch in den

Holzbaubereich vorgewagt, es sind viele Leuchtturmprojekte

entstanden. Doch genau das sehe

ich auch als Problem: Leuchtturmprojekte sind

wichtig, aber letztlich muss es darum gehen, den

Marktanteil des Werkstoffes signifikant zu verändern,

mithin auch in die „Breite“ zu bauen.

… der in Österreich bei rund zwei Prozent

liegt …

Ja, in Deutschland, in Österreich vielleicht ein

bisschen mehr, noch mehr in der Schweiz, weil

die Baurechtsnormen dort weiter sind.

In welche Richtung sollte der Holzbau

weitergedacht werden?

Wir müssen systemisch Überlegungen entwickeln

für alle möglichen städtischen Anwendungsfälle.

Wir wollen in erster Linie über das

städtische Haus nachdenken, zwischen fünf und

zehn Geschoße. Was nicht heißt, dass wir den

kleinteiligen und gewerblichen Holzbau geringschätzen,

im Gegenteil, auch dort kommen jeden

Tag neue Lösungen hinzu.

Was wird Ihr Beitrag sein, auch,

um die Marktfähigkeit zu erhöhen?

In meinen Forschungsprojekten geht es zum

Beispiel darum, wie im städtischen Wohnbau

industrielle systemische Bauformen eingesetzt

werden können. Dies ist auch notwendig, wenn

wir die Kostenthematik positiv verändern wollen.

Es wird in diesem Zusammenhang viel von

Modulbau gesprochen: Im Holzbau versteht man

unter Modulbau eine fertige Raumzelle, die auf

der Baustelle nur noch montiert werden muss.

Um da kostengünstig zu arbeiten, braucht es

eine kritische Masse, und diese Quantität an absolut

baugleicher Wiederholbarkeit findet man

im Wohnbau kaum, hier sind eher der Holztafel-,

Massivholz- oder Holzrahmenbau die Themen

der Zukunft. Gefühlt gibt es tausend Holzbausysteme

und täglich kommen neue hinzu. Es

geht darum, die Holzbaukultur mit wenigen überschaubaren

Systemen in die Breite zu bringen.

Welche Länder sind beim Holzbau Vorreiter?

Im untypischen Holzbauland Großbritannien

entwickelt sich der urbane Holzbau sehr gut,

auch durch österreichische Unterstützung. Ebenso

in Frankreich und der Schweiz. In Vancouver

wurde ein Studentenwohnheim realisiert, bei

dem H. Kaufmann beratend tätig war. Wichtig

ist aber: Wenn wir über eine gewisse Geschossigkeit

nachdenken, müssen wir hybrid denken.

Solche Gebäude können nicht „aus einem Stamm

geschnitzt“, sondern müssen mit anderen Materialien

gemischt werden. Dieses Thema weiterzuentwickeln,

sehe ich gerade für den universitären

Forschungsbereich als hochinteressant an.

BUSINESS Monat

11


Tom Kaden sieht in der

Steiermark in Sachen Holzbau

noch viel Luft nach oben.

Inwieweit bremsen die vorher schon

erwähnten Verordnungen den Fortschritt?

Der moderne Holzbau ist technologisch

sehr viel weiter, als er in den meisten Landesbauordnungen

abgebildet ist. In Deutschland

etwa ist die Feuerwehr oft ein großer

Fürsprecher für den gut konstruierten Holzbau,

dort weiß der Feuerwehrmann, dass die

Abbrandrate beispielsweise bei einer ungekapselten

BSH-Fichtenstütze bei ca. 0,2 mm/

min liegt und er mithin sein Schutzziel erreichen

wird. Doch gibt es ein Konglomerat an

Gesetzestexten, die uns teilweise noch zwingen,

Holzkonstruktion überbordend zu kapseln.

Beim Thema Holz gibt es noch immer

zu wenig baurechtliche Klarheit. Auch der

Schallschutz stellt technisch längst kein Problem

mehr dar. Wir bauen mittlerweile auch

mit reinen Holzdecken aus Brettsperrholz,

welches im Übrigen an der Universität Graz

entwickelt wurde, und einem komplett trockenen

verbundfreien Aufbau. Der aktuelle

Holzbau ist durchaus in der Lage, für alle gerade

auch städtischen Anwendungsfälle Lösungen

anzubieten.

An welche Lösungen denken Sie hier?

Hybride Konstruktionen können Holz-Beton-,

Holz-Glas- oder auch diverse Klebeverbindungen

sein. Jedes Material wird im

Sinne seiner Vorteile eingesetzt und in der

Mischung verbinden sich die jeweiligen Vorteile.

Wenn wir von Hybridkonstruktionen

reden, liegt der Holzanteil natürlich noch

bei 85 bis 95 Prozent. Holz hat neben den

konstruktiven Möglichkeiten eine „positive“

Bauphysik, gute Dämmeigenschaften und

wirkt feuchtigkeitsregulierend. Eine Holzfassade

macht für mich noch keinen Holzbau.

Im Gegenteil: Wenn wir in Hamburg

oder Berlin bauen, sieht man von außen oft

nicht, dass es sich um eine Holzkonstruktion

handelt. Das ist für mich nicht zwingend

notwendig.

Warum funktioniert das in London

scheinbar besser?

In London lässt sich aus baurechtlicher

Sicht problemloser in die Höhe bauen als

beispielsweise in Deutschland. Die Engländer

denken bei diesem Thema wirtschaftlicher

und sehr zielorientiert. Dort entstehen

viele Projekte aus dem Grund heraus, dass

die Holzkonstruktionen mit ihren kurzen

Bauzeiten aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades

günstiger sind.

Apropos: Wie viel Luft nach oben sehen

Sie in der Steiermark in Sachen Holzbau?

Sehr viel, allerdings müssen hier die städtebaulichen

Situationen beachtet werden;

auch hier geht es eher um Verdichtung in

die Breite, und im Bereich der Vier- bis Achtgeschoßigkeit

ist noch viel möglich. Doch

man muss unbedingt erwähnen, dass rund

12

BUSINESS Monat


um eine starke Holzbauarchitekturszene

schon viel in Bewegung ist.

Wie weit weg ist die Steiermark noch

von Vorarlberg?

Vorarlberg ist außerhalb jeder Konkurrenz,

allein wenn man die Dichte

an Zimmereibetrieben und spezialisierten

Architekten betrachtet, ist

das eine eigene Kulturregion. Architekten

wie Hermann Kaufmann oder

Dietrich/Untertrifaller sind beispielgebend,

diese wunderschönen Traditionen

zu verstehen, zu erhalten, aber

auch weiterzuentwickeln. Da steht

ganz selbstverständlich die 300 Jahre

alte sensibel sanierte und umgenutzte

Scheune neben dem modernen

Neubau. Nicht zu vergessen ist hierbei

auch der positive Dialog zwischen Architekten

und ausführenden Firmen.

Wenn man die Bilanz eines

Gebäudes über den gesamten

Lebenszyklus betrachtet, wird sie

vermutlich zugunsten des Holzbaus

ausfallen. In der Praxis werden

dennoch günstigere Bauformen

den Vorrang erhalten. Sollte es hier

nicht ein Umdenken geben?

Ja, dass dies notwendig ist, darüber

sind wir uns alle einig. Doch wenn es

hart auf hart kommt, spielt es im Bewusstsein

der Auftraggeber doch keine

allzu große Rolle. Da geht es darum, was

das Gebäude vom ersten Spatenstich bis

zur Übergabe kostet, graue Energie, Veränderbarkeit

oder auch Rückbau sind

dabei leider keine relevanten Themen.

Doch gerade hier bräuchte es politische

und mithin gesetzestextliche Visionen.

„Eine

Holzfassade

macht für mich

noch keinen

Holzbau.“

TOM KADEN

Holzbaupionier

INFO

Tom Kaden ist Inhaber von

Österreichs erster Professur für

Architektur und Holzbau an der

TU Graz. Er beschäftigt sich seit

über 20 Jahren mit dem Holzbau

und setzt diesen umweltschonenden

Baustoff im urbanen Bereich

ein. In Berlin tragen einige Holzhochhäuser

seine Handschrift.

Kaden studierte zunächst an der

Fachhochschule für angewandte

Kunst in Schneeberg/Zwickau

und beendete seine Ausbildung

1991 an der Kunsthochschule

Berlin-Weißensee. Vor 15 Jahren

gründete er die Bürogemeinschaft

Kaden Klingbeil und seit

2015 führt Tom Kaden gemeinsam

mit Markus Lager das Berliner

Büro Kaden + Lager GmbH.

Die Stiftungsprofessur wird finanziert

von der Arbeitsgemeinschaft

der österreichischen Holzwirtschaft,

proHolz, Wirtschaftskammer

und dem Land Steiermark.

BUSINESS Monat

13


Landesrat

Johann Seitinger.

GRÜNE

ZUKUNFT

Holz ist mehr als nur Baustoff, sagt Landesrat Johann Seitinger.

Er ist Wirtschaftsfaktor und ökologisch wie sozial wichtig für

die Steiermark. Das solle letztlich bei der Kostenfrage „Holzbau

oder Massivbau?“ mitbestimmend sein.

TEXT: DANIELA MÜLLER, FOTO: OLIVER WOLF

Es gibt den Spruch, wonach man drei

Häuser bauen muss, bis man ein perfektes

bekommt. Sie wohnen selbst in einem

Holzhaus – trifft das auch auf Ihres zu?

Bei meinem Haus am Frauenberg habe ich

mich bewusst für den Holzbau in einer Zeit

entschieden, als man mich noch diesbezüglich

belächelt hat. Doch diese Entscheidung

bereue ich auch heute nicht, im Gegenteil.

Ich habe bei der Renovierung und bei der Erweiterung

meines Hauses sogar erneut auf

den nachhaltigen Baustoff gesetzt – und das

Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit Holz zu

bauen bedeutet in diesem Sinne für mich behagliches

Wohnen in einem lebendigen und

urgemütlichen Umfeld.

In welchen Bereichen der Öffentlichen

Hand sehen Sie Potenzial für Holzbauten?

Die Steiermark ist nicht nur als Waldland

weit über die Grenzen hinaus bekannt,

sondern baut ihren guten Ruf auch auf dem

Holzbausektor immer weiter aus. So wurde

der steirische Holzbau in den letzten zehn

Jahren von 5 auf 30 Prozent angehoben. Dazu

leisten nicht nur die technische Universität

den sich ständig weiterentwickelnden Input,

sondern auch die heimischen Holzbaubetriebe,

die von ihren Kunden mit Höchstnoten

bewertet werden, einen wichtigen

Beitrag. Daher hat der Holzbau ein enormes

Potenzial in allen Bereichen, in denen gebaut

wird. Besonders stolz sind wir vor allem

auf den Mehrgeschoßbau, wo der innovative

Baustoff erfolgreich Einzug gehalten hat

und wir inzwischen sechsgeschoßige Wohngebäude

errichten. Als Beispiel hierfür kann

die Hummelkaserne genannt werden, wo

vier Gebäude mit 92 Wohneinheiten bis zum

sechsten Stockwerk in Holzmassiv-Bauweise

ausgeführt sind.

Der Werkstoff Holz ist nachhaltig, aber

in der Regel teurer. Kann sich das Land,

können sich Kommunen leisten, das

Thema Nachhaltigkeit über die Kosten zu

stellen?

Wenn man von Nachhaltigkeit spricht, so

muss man bedenken, dass der Holzbau in der

Steiermark von drei wichtigen Säulen getragen

wird: von dem Faktor Wirtschaft, einem

nachhaltigen ökologischen Denken und einer

starken sozialen Komponente. Bauen

mit Holz ist zwar derzeit etwas teurer als

der Massivbau und auch projektabhängig,

doch es trägt wesentlich dazu bei, dass die

Wertschöpfung, die durch die Investitionen

geschaffen wird, auch in den Regionen verbleibt

– das schafft unzählige Arbeitsplätze

und sichert das Einkommen vieler Familien.

Zudem ist Holz ein hervorragender CO 2

-

Speicher, der einen wichtigen Beitrag für

die Klimapolitik leistet. Nur zum Vergleich:

Ein modernes Einfamilien-Holzhaus bindet

die Menge CO 2

, die 40 Fahrzeuge in einem

Jahr verursachen, und verringert somit unseren

CO 2

-Footprint wesentlich. Demnach

sollte das Interesse des Landes Steiermark

und seiner Bevölkerung über der Kostenfrage

stehen.

Könnte man im kommunalen Wohnbau

mit Förderungen für jene, die mit Holz

bauen, ansetzen?

Was die Förderung des Holzbaus anbelangt,

so wurde die Kostengrenze für den

Holzbau auf etwa 2.100 Euro pro Quadratmeter

angehoben. Für den Massivbau beträgt

sie rund 1.900 Euro.

Gibt es Pläne, gemeinsam mit der TU/

Stiftungsprofessur Kaden den Holzbau

in der Steiermark zu forcieren?

Die Steiermark ist bereits das Holzland

Nummer eins in Österreich. Daher war es mir

auch ein besonderes Anliegen, die Stiftungsprofessur

Holzbau und Architektur an der

Technischen Universität Graz tatkräftig zu

unterstützen, damit eine Weiterentwicklung

des Holzbaus in der Steiermark weiterhin

möglich ist. Denn Aktivitäten im Sinne der

Umwelt und der Wirtschaft, von denen auch

zukünftige Generationen profitieren, können

nur auf Basis profunder wissenschaftlicher

Erkenntnisse erfolgen. Nicht unerwähnt

möchte ich lassen, dass unser langjähriges Engagement

etwa dazu geführt hat, dass man im

Bereich des Holzbaus eine besonders gefragte

Expertise entwickeln konnte, die sich auch im

Ausland regen Interesses erfreut. Nicht umsonst

reisen hochrangige Wirtschaftsdelegationen

aus Ländern mit Erdbebengebieten,

wie dem Iran oder Japan, in die Steiermark,

um sich über das steirische Holz-Know-how

für die Sicherheit der Bevölkerung in den jeweiligen

Ländern zu informieren.

14

BUSINESS Monat


proHolz-

Steiermark-Obmann

Franz Titschenbacher.

HIGHTECH

BIS ZUR FASER

Der steirische Wald ist die Existenzgrundlage für viele Betriebe.

Potenzial für eine intensivere Nutzung ist da, betont proHolz-

Steiermark-Obmann Franz Titschenbacher. Er will das Bewusstsein

für eine aktive, nachhaltige Waldbewirtschaftung noch schärfen.

TEXT: ELKE JAUK-OFFNER, FOTO: THOMAS LUEF

Die Erfolgsgeschichte der steirischen

Erfindung Brettsperrholz mit seiner

außergewöhnlichen Statik bei geringem

Gewicht, Holzfasern und Zellulose

als Basis für Textilien, Kunststoffe und sogar

Glas: Holz dringt als High-tech-Werkstoff in

immer neue Bereiche vor und die Steirer mischen

hier kräftig mit, wie Landwirtschaftskammer-Präsident

und proHolz-Steiermark-

Obmann Franz Titschenbacher berichten

kann. Im Kompetenzzentrum WoodC.A.R

werden derzeit die Möglichkeiten von Holz

als Strukturkomponente in der Fahrzeugindustrie

ausgelotet, Materialverhalten und

Produktionstechnologien erforscht. Verstärktes

Interesse zeigt auch die Pharmaindustrie.

Cellulose kann als Verdickungs-, Trenn- oder

Überzugsmittel verwendet werden.

STARKES WACHSTUM

Da trifft es sich gut, dass die Steiermark

mit einer Waldfläche von mehr als einer Million

Hektar im Bundesland-Ranking führt.

61,4 Prozent der Landesfläche sind bewaldet.

Und: Der Rohstoff wächst und wächst. In der

Steiermark kommt alle vier Sekunden ein Kubikmeter

Holz dazu. Jährlich macht das eine

Fläche von 5.500 Fußballfeldern aus, in Summe

rund 8,2 Millionen Kubikmeter. Aktive

Waldbewirtschaftung heißt das Zauberwort,

um die Ressource entsprechend zu nutzen.

Sie muss, so steht es im Forstgesetz geschrieben,

nachhaltig sein. „Jährlich wächst wesentlich

mehr Holz nach, als dem Wald entnommen

wird“, betont Titschenbacher.

Die heimischen Waldbesitzer ernten pro

Jahr rund fünf Millionen Festmeter an Sägerund-,

Industrie- und Energieholz. „Hier ist

durchaus Potenzial nach oben gegeben“, sagt

Titschenbacher, „das mittelfristige Ziel liegt

bei Einschlagsmengen von 6,5 Millionen Kubikmetern.“

Dafür müssen aber nicht nur die

wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen,

damit das Holz auf dem Markt entsprechende

Abnehmer findet, es gilt auch, Bewusstseinsbildung

zu betreiben. Mehr als

die Hälfte des heimischen Waldes gehört

Familienbetrieben und Kleinwaldbesitzern.

„Ein Strukturwandel ist spürbar, die Anzahl

der hoffernen Waldbesitzer nimmt zu. Als

Erben sind sie oftmals beruflich in anderen

Bereichen und auch nicht vor Ort tätig, da ist

das Bewusstsein für eine aktive Waldbewirtschaftung

nicht immer gegeben. Mit unserer

Beratungstätigkeit forcieren wir das.“

BIOÖKONOMIE

Den Wald sich selbst zu überlassen, findet

Titschenbacher nicht zielführend, von einer

Außernutzungsstellung für spezielle Flächen

hält er wenig. „Die CO 2

-Bindung durch den

Wald ist enorm wichtig. Die Verarbeitung

von Holz zu Bau- und Werkstoff entzieht der

Atmosphäre dauerhaft Treibgas.“ Das Konzept

der Bioökonomie beschreibt den Wandel

hin zu einer Wirtschaft, in der fossile

Ressourcen durch nachwachsende Rohstoffe

ersetzt werden. „Die Verwendung von Holz

hat dabei einen zentralen Stellenwert.“

Zu den Herausforderungen der Zukunft

zählen aber auch Extremwetterereignisse

mit Stürmen, hohen Niederschlagsmengen,

aber auch großer Trockenheit und Borkenkäferbefall.

„In den letzten beiden Jahren war

vor allem der Norden Österreichs, punktuell

die Steiermark betroffen. Die Auswirkungen

haben wir auch insofern gespürt, als der

Preis durch viel Schadholz unter Druck geraten

ist“, sagt Titschenbacher.

GENERATIONENAUFGABE

Um sich für die Zukunft zu wappnen, werden

trockenheitsresistente Arten wie Tanne,

Lärche und Fichte auf Basis der Klimaanpassungsstrategie

gefördert. „Dabei darf man

nicht vergessen: Im Ackerbau sind es einjährige

Kulturen, in der Forstwirtschaft geht es

um 80 bis 100 Jahre. Der Wald ist eine generationenübergreifende

Aufgabe.“ Seine

Multifunktionalität, die Schutz und Wohlfahrt

beinhaltet, gelte es zu wahren, „das Bewusstsein

für die aktive Waldbewirtschaftung

muss dennoch geschärft werden, damit

eine Wertschöpfung für bäuerliche, gewerbliche

und industrielle Betriebe gewährleistet

bleibt und Jobs gesichert werden können“.

55.000 Menschen gibt die Holz- und Forstwirtschaft

in der Steiermark Arbeit. In schulischen

Schwerpunkten werden kommende

Generationen an das Thema herangeführt.

Auch für die bauliche Nutzung müssen, so

Titschenbacher, rechtliche Rahmenbedingungen

und Wohnbauförderungen kontinuierlich

weiterentwickelt werden, „die Steiermark

hat da durchaus eine Vorreiterrolle“.

BUSINESS Monat

15


Siegfried Nagl möchte

in Graz das Bauen mit

Holz forcieren. Im neuen

Stadtteil Reininghaus sieht

er dafür Platz und Gelegenheiten.

In Planung sind

zwei Schulen aus Holz, eine

davon in der Smart City.

KEIN FEIGENBLATT

Immer mehr Bürgermeister bekennen sich zu Holz. Nicht nur, weil sie die Qualität des Werkstoffes

schätzen, sondern weil der Wald in ihren Regionen Lebensader, Wirtschaftsgrundlage und Arbeitgeber ist.

Vier Gespräche mit Entscheidungsträgern über Visionen, Pläne und finanzielle Machbarkeit.

TEXT: DANIELA MÜLLER, FOTOS: MARIJA KANIZAJ

Herr Bürgermeister, Holzbau in Graz:

Feigenblatt oder Hoffnungsträger?

Nagl: Natürlich gelebte Hoffnung (lacht).

In nahezu jedem stadteigenen Neubauobjekt

wird derzeit Holz verstärkt eingesetzt. Der

Raum, der uns umgibt, verändert uns und

die Menschen in unserem Umfeld. Holz beeinflusst

uns positiv! Die hohen Qualitätsanforderungen

der Gebäudenutzer haben uns

vor einigen Jahren den Rohstoff Holz wiederentdecken

lassen.

Was zeichnet Graz in puncto Holzbau

im öffentlichen Bereich aus?

Welches sind für Sie die Prestigebauten

der Stadt und warum?

Holz wirkt eben positiv auf uns. Die Kinderkrippen,

Kindergärten und Schulen, die

in den letzten Jahren als Holzbauten von uns

errichtet worden sind, zeigen bereits, dass

die Kinder ruhiger und konzentrierter sind,

sie fühlen sich merklich wohler. Aber auch

bei der Versorgung unserer älteren Bürgerinnen

und Bürger in stadteigenen Seniorenheimen

sehen wir die positiven Auswirkungen

des Materials Holz.

Was sind mittel- und langfristige Ziele und

Schwerpunkte in Sachen Holzbau in Graz?

Die Vorteile des Rohstoffs Holz für den

Gebäudebau liegen auf der Hand, neben der

positiven CO 2

-Bilanz verbleibt ein Großteil

der wirtschaftlichen Wertschöpfung in der

Region, es ist eine „Win-win“ Situation. Als

Stadt gehen wir mit positivem Beispiel voran

und die ersten Wohnbauträger folgen uns bereits.

Es ist aber noch einiges an Luft nach

oben!

Wo liegen die Grenzen des Werkstoffes

Holz, wo könnte noch weitergedacht

bzw. geplant werden?

In Österreich wächst jedes Jahr mehr Holz

nach, als von den Forstwirten geerntet wird,

somit ist die Grenze nicht der nachwachsende

Rohstoff selbst. Auch in Graz bestehen 25 %

der Gesamtfläche (127 km²) aus Wald und

jährlich wachsen 22.000 Festmeter nach.

Durch die enge Kooperation mit der Grazer

Uni und der neu geschaffenen Professur für

Holzbau kann ich, glaube ich, heute schon

behaupten, dass dem Bauen mit Holz keine

Grenzen gesetzt sind.

Gibt es von Seiten der Stadt Graz Projekte,

die mit der neuen Stiftungsprofessur

Kaden umgesetzt werden sollen?

In den zwei neuen Stadtteilen in Reininghaus

und Smart City planen wir die Schulgebäude

der Zukunft. Natürlich werden die Gebäude

in Holz ausgeführt. Hier werden wir

die neu geschaffene Holzprofessur neben anderen

Holzbauexperten einbinden.

16

BUSINESS Monat


Wolfram Sacherer ist

Vorstand der Wohnbaugruppe

Ennstal, der

Vorreiterin im Holzbau.

Das Unternehmen errichtet

am Reininghausgelände in

Graz aktuell 211 Wohnungen

in Holzbauweise.

Die Wohnbaugruppe Ennstal ist Vorreiterin

in Sachen Holzbau. Für ihr

Studentenheim in Leoben bekam sie

zuletzt den Holzbaupreis, in Graz errichtete

das Unternehmen unter anderem einen

sechsgeschoßigen Holzbau. Vorstandsdirektor

Wolfram Sacherer über Holz als optimalen

Baustoff und ein großes Aber.

Herr Sacherer, Holz im öffentlichen

Wohnbau – Feigenblatt oder

Hoffnungsträger?

Sacherer: Hoffnungsträger! Über den

Werkstoff Holz brauchen wir in puncto Nachhaltigkeit

und CO 2

-Einsparung nicht reden.

Die Frage lautet: Wie können wir ihn uns leisten?

Immerhin ist Holz teurer als der normale

Massivbau. Beim Bauen mit Holz lässt sich

zwar bei guter Planung der Grad der Vorfertigung

erhöhen und somit Zeit und Geld sparen,

doch die Zahl an Firmen, die mehrgeschoßigen

Holzbau anbieten, lässt sich in der

Steiermark auf zwei Händen abzählen.

Kann man es sich als Wohnbaugenossenschaft

leisten, eine

Gebäudebilanz über den gesamten

Lebenszyklus durchzukalkulieren,

wo vermutlich der Holzbau besser

abschneiden würde als der Massivbau?

Durch das Förderungssystem gibt es

Höchstgrenzen bei den Gesamtbaukos ten.

Auf dieser Basis müssen wir aufgrund der

Gesetzesvorgaben die Mieten kalkulieren,

und das kostendeckend. Nicht einkalkuliert

sind dabei Sanierungen nach erfolgter Ausfinanzierung.

Ich glaube auch, dass ein Holzhaus

eine sehr gute Gebäudebilanz hat und

auf Dauer einfacher zu bewirtschaften ist

als viele andere Systeme im Massivbau. Für

uns ist aber entscheidend, wie wir günstigen

Wohnraum schaffen können und den mit der

Förderung in Einklang bringen.

Was müsste sich ändern?

Ändern müsste sich das Fördersystem.

Eine Finanzierung läuft zwischen 25 und 30

Jahre, danach sind meist Sanierungen notwendig.

Ein weiterer Punkt ist, dass das Baugesetz

nun geändert wurde, sodass auch

mehrgeschoßige Holzbauten errichtet werden

können. Auch den hohen Anforderungen

des Brandschutzes wurde mit neuen

Verordnungen Rechnung getragen. Problematisch

sind im Holzbau nach wie vor die

Schallschutzbestimmungen. Bei der Kostenplanung

darf auf die steigenden Grundstückspreise

nicht vergessen werden. Normaler

leistbarer Wohnbau in Eigentum oder als

Mietkauf wird so in der Stadt immer schwieriger.

Hier gilt es, zu verdichten, wo es geht.

Was ist machbar in Holz, was weniger?

Die Frage ist immer, wie man Holz einsetzen

kann und ob das gesamte Objekt in

Holz errichtet werden muss. Besonderes Augenmerk

ist hier auf die Nassbereiche einer

Wohnung zu richten. Das Bewohnen einer

Wohnung aus Holz ist auch an gewisse Regeln

gebunden, die eingehalten werden müssen.

Entscheidend ist hier das richtige Nutzerverhalten,

um Schäden hintanzuhalten.

Wo sehen Sie Grenzen?

Nachdem schon 16-geschoßige Gebäude

aus Holz geplant wurden, denke ich nicht,

dass es irgendwelche Grenzen gibt. Holz ist

auch im Bereich der Sanierung gut verwendbar.

Wir haben im Rahmen eines Forschungsprojektes

ein Haus aus den 1960er-Jahren mit

zum Teil noch alten Kohleöfen mit Holzelemente

saniert, in die wir die neue Haustechnik

installiert haben, und es so zu einem Energie-Plus-Haus

gemacht. Auch hier sehen

wir bei gewissen Verbesserungsmaßnahmen

entsprechende Potenziale bei der Sanierung

von Altbeständen.

Braucht es mehr Erfahrungswerte?

Die haben wir. Es geht vielmehr um die

Frage, wie man den Holzbau günstiger machen

kann – also standardisieren, die Planung

darauf abstimmen, dass ein hoher Vorfertigungsgrad

erreicht werden kann. In unserem

sechsgeschoßigen Holzbauprojekt „Hummelkaserne“

(Graz, Maria-Pachleitner-Straße)

war es durch den hohen Vorfertigungsgrad

möglich, in nur vier Tagen ein Geschoß

zu errichten.

BUSINESS Monat

17


Für Johannes

Wagner, Bürgermeister

in

Frohnleiten, ist

Holz mehr als ein

Werkstoff, der in

Fülle in der Region

erhältlich ist. Es ist

auch ein Wirtschaftsfaktor,

der

unterstützt gehörte.

Wenn öffentliche Gebäude

aus Holz gebaut

werden, steckt

in der Regel ein ambitionierter

Bürgermeister dahinter. Frohnleiten

hat mit Johannes Wagner

so jemanden. Der Stadtchef

sieht sich aus naheliegenden

Gründen dem Baustoff verbunden:

Immerhin ist Frohnleiten

zu 80 Prozent bewaldet, die

Gemeinde hat mit Zimmereibetrieben

wie Zarnhofer oder

Ortis starke Branchenplayer

und nicht zuletzt hat der große

Arbeitgeber der Region, die

Kartonfabrik Mayr-Melnhof,

seinen Sitz in der Stadt an der

Mur.

Zuletzt ließ die Gemeinde um

980.000 Euro den Kindergarten

am Murweg mit Holz vergrößern,

demnächst beginnt der

Bau für rund 50 Wohneinheiten,

die die Enns taler Wohnbaugruppe

in Holzmischbauweise

errichten wird. 2019 wird

vermutlich ein Supermarkt aus

Holz seine Pforten öffnen und

der neue Bahnhofsvorplatz

wird eine Holz-Stahl-Glas-Konstruktion

bekommen.

ELTERN SIND

MULTIPLIKATOREN

Wagner würde gern mehr

Holz in seiner Stadt sehen, auch

im privaten Hausbau: „Als Gemeinde

können wir lediglich einen

Anreiz schaffen, was Holz

leisten kann. Das positive Wohnklima

im Kindergarten nehmen

auch die Eltern war, die letztlich

die Multiplikatoren sind und

vielleicht selbst auch mit Holz

bauen wollen“, betont Wagner.

Recht viel teurer als ein Massivbau

sei der Holzzubau beim

Kindergarten übrigens nicht

gewesen. Ein weiterer Vorteil:

Fast 90 Prozent der beteiligten

Firmen waren aus Frohnleiten.

„Es wäre widersinnig, wenn wir

diese Nachhaltigkeit, auch was

die Wirtschaft betrifft, nicht forcierten.“

Bürgermeister Wagner sieht

in seinem Ort noch viele Einsatzmöglichkeiten

für Holz.

Grün zu denken ist für Frohnleiten

als Teil der Klima- und

Energiemodellregion GU Nord

auch Programm. In der Gemeinde

wird etwa die Abwärme

der MM Karton genutzt und

ins Fernwärmenetz der Siedlung

angeschlossen.

PLANUNG IST

MASSGEBLICH

Beim Kindergartenzubau jedenfalls

zeigten sich die Vorteile

des Baustoffes auch bei der

Bauzeit. Im März starteten die

Umbauarbeiten, im September

war alles erledigt. Man müsse

jedenfalls mehr in die Planung

investieren, denn nachträglich

lasse die Holzbauweise nur

wenige Veränderungen zu, betont

Wagner. Was der Bürgermeister

während der Bauphase

wohlwollend feststellte, war die

positive Haltung der beteiligten

Firmen und eine sehr hohe Bereitschaft,

auch außerhalb der

regulären Arbeitszeiten mitzuwirken.

Letztlich ist die eigene Arbeit

auch ein Aushängeschild. Und

wenn man wie der bauausführende

Unternehmer Zarnhofer

sein Enkerl selbst in den Kindergarten

bringt, möchte man

mit Sicherheit eines: keine Beschwerden

hören.

18

BUSINESS Monat


Hannes Dolleschall,

Bürgermeister in

Judenburg, ist bei

Wohnbaugruppen

bekannt für seine

Aufgeschlossenheit,

was Holz betrifft.

Seine Bürger will

er auch im privaten

Wohnbau von Holz

überzeugen.

Sechs dreigeschoßige

Bauten aus Holz geben

in der Johann-Strauß-

Gasse in Judenburg rund 100

Parteien Wohnraum. Die

Wohnungen zwischen 52

und 90 Quadratmeter verfügen

über eine Terrasse oder

einen Balkon sowie teilweise

eigene Gartenanteile und

sind barrierefrei zu erreichen.

Die Siedlungsgenossenschaft

Ennstal, als Vorreiterin im

energieeffizienten Wohnbau,

setzte bei diesem Projekt auf

die nachhaltige Nutzung des

Baustoffes Holz sowie auf

eine ökologische Heizung

und Warmwasseraufbereitung

mittels Fernwärme. Die

Pläne stammen von den Architekturbüros

Freiraum, Polier-

und Detailplanung SG

„ennstal“, als Generalunternehmer

fungierte der Weizer

Holzbauprofi Strobl. „Die

Ennstaler suchten damals

einen Standort für ein Referenzprojekt

und fanden es bei

uns in Judenburg. Wir sind

für so etwas immer offen“,

sagt Bürgermeister Hannes

Dolleschall, der schon in den

1990ern über die Wohnbaugenossenschaft

WAG ein Holzhaus

bauen ließ und noch heute

davon überzeugt ist. Gern

hätte er mehr Holzbauprojekte

in seiner Stadt, „immerhin ist

der Werkstoff Holz in unserer

Region beheimatet“.

PROBLEM

ABWANDERUNG

Doch Dolleschall hat eine

andere Herausforderung zu

stemmen, die Abwanderung.

Weil die meisten Menschen

am liebsten in Einfamilienhäusern

leben wollten, die Grundstücke

in angrenzenden Gemeinden

aber billiger seien

als in Judenburg, würden viele

Menschen wegziehen aus der

Stadt. Den Ausweg sieht der

Bürgermeister darin, diesen

Bürgern entgegenzukommen

und Grundstücke billiger anzubieten.

Um welche Summen

es dabei geht, muss erst

durchkalkuliert werden. Bei

besagtem Areal geht es um ein

Waldgrundstück, das einem

Sturm zum Opfer gefallen

ist und sozusagen von Mutter

Natur gerodet wurde. Womit

dort gebaut wird, ist dem

Stadtherrn aber nicht egal. Die

Stadt selbst wird als Sprecherin

für den Holzbau eintreten.

„Wir werden den Bauherren

natürlich vorschlagen, ob für

sie auch der Baustoff Holz infrage

käme“, sagt Dolleschall.

Wobei er bei seinen Bürgern

ohnehin eine hohe Bereitschaft

erkennt, Fertigteilhäuser

in Holzbauweise zu errichten.

OFFEN

FÜR TRENDS

Kommunale Holzbauten im

historischen Stadtkern von

Judenburg wird es künftig eher

nicht geben. Doch sollte das

alte Veranstaltungszentrum

einmal ausgedient haben,

sähe Dolleschall den Ersatz

sehr wohl in Holz- und

Stahlbauweise – passend zur

Region – auf der Grünen

Wiese. „In Sachen Holztrends

halte ich stets meine Augen

offen“, schmunzelt der Bürgermeister.

BUSINESS Monat

19


20

BUSINESS Monat


VOM BLOCH

ZUM ALMHAUS

Der Weg vom frisch geschlagenen Baumstamm bis zum schmucken Almhaus: wie der Rohstoff

traditionell verarbeitet und veredelt wird. Das Sägewerk Lecher in Teufenbach und Holzbau

Hansmann in Oberwölz stehen mit ihrem Tun stellvertretend für die Holzregion Murau,

den waldreichsten Bezirk des Bundeslandes.

TEXT: ELKE JAUK-OFFNER, FOTOS: MARIJA KANIZAJ

BUSINESS Monat

21


Die Bloche werden nach

Qualitäten und Durchmessern

sortiert und entsprechend den

Aufträgen zugeschnitten.

Hoch droben im Lachtal

wurden sie in die

reizvolle Landschaft

gesetzt: 22 Almhäuser, die

ein Hüttendorf direkt an der

Schipiste bilden. Heuer werden

weitere zehn Chalets von

Holzbaumeister Reinhard

Hansmann errichtet, die man

als Ferienhaus erwerben kann.

Ein Projekt, das ihn sehr stolz

macht. Das Holz stammt aus

der Region, die Häuser werden

in seinem Betrieb in Oberwölz

gefertigt.

Hier im Bezirk Murau prägt

der Wald das Land. „Rund 61

Prozent der Gesamtfläche sind

von Wald bedeckt, das macht

in Summe gut 84.000 Hektar“,

sagt Harald Kraxner, Geschäftsführer

der Holzwelt

Murau, der die Regionalentwicklung

im Fokus hat. Es sind

vor allem Fichten und Lärchen,

die ihre Äste landauf, landab

ausbreiten, in höheren Lagen

trifft man auf die Zirbe. Der

Wald reicht bis in eine Seehöhe

von 2.000 Metern. Da verwundert

es kaum, dass Holz

ein Schwerpunkt in der Region

ist. Jeder Achte der arbeitenden

Bevölkerung ist in diesem Bereich

beruflich tätig.

Die Bäume, die vor der Haustüre

wachsen, werden auch im

Sägewerk Lercher in Teufenbach

verarbeitet. Hier stapelt sich

Bloch über Bloch, die Gattersäge

tut unaufhörlich und lautstark

ihren Dienst, um das Rundholz

für die Weiterverarbeitung aufzuschneiden.

Die Mechanisierung

hat Entlastung gebracht,

die nach wie vor körperlich fordernde

Arbeit im Freien bei jeder

Witterung ist dennoch nicht

jedermanns Sache. Die paar Minusgrade

an diesem Tag können

dem Team um Elisabeth Lercher

allerdings wenig anhaben, sind

sie doch nur ein dezenter Gruß

des oft klirrend kalten Murauer

Winters. „Krankenstände wegen

Erkältungen kommen bei uns

nicht vor, da sind wir abgehärtet“,

schmunzelt sie.

HERAUSFORDERUNG

Der Betrieb besteht seit rund

100 Jahren, seit den 1960er-

Jahren befindet er sich in Familienbesitz.

Gab es damals

noch an die 60 Sägewerke, so

ist das Unternehmen mittlerweile

das einzige in der Umgebung,

„in den vergangenen Jahren

haben die letzten Betriebe

aus wirtschaftlichen Gründen

aufgehört“, berichtet die Geschäftsführerin,

die nach dem

Wirtschaftsstudium wider andere

Pläne ihrem Vater doch in

die Branche folgte, weil sie die

Selbstständigkeit reizte und ihr

die Erhaltung des Familienunternehmens

wichtig war.

Die Konzentration auf

Großsägewerke stimmt sie

nachdenklich, „wir sind ja

gewissermaßen auch ein Versorgungsunternehmen.

Landwirte

kaufen Säge späne als

Stallstreu ein, Dachdeckerbetriebe

und Zimmereien beziehen

kurzfris tig Material, Ge-

22

BUSINESS Monat


Elisabeth Lercher hat das

Sägewerk von ihrem Vater

übernommen.

meinden melden Bedarf an,

etwa für einen Brückenpfeiler.

Zuletzt hat ein Sturm das Gipfelkreuz

auf der Frauenalpe geknickt,

auch da konnten wir

schnell aushelfen.“

Wenn Lercher über das Gelände

geht, um Bloche mit

Farbspray nach Qualitäten und

Durchmessern zu kennzeichnen,

sieht sie das Holz rein als

Produktionsrohstoff. Es stammt

zum Großteil von Bauern und

Waldverbänden aus der Umgebung,

das von Rundholzfrächtern

angeliefert wird. Was folgt,

ist die Sortierung nach Größenordnungen

und Zustand,

bevor die Verarbeitung zu Bauholz,

Tischlerware, Holz für die

Verpackungsindustrie und die

Plattenproduktion erfolgt. Die

nach Kundenwunsch erstellten

Bretter werden dann frisch geliefert

– kammergetrocknet beziehungsweise

hitzebehandelt

oder – für Qualitätsware – luftgetrocknet.

Exportiert wird vor

allem nach Deutschland, Italien

und Frankreich.

Abfall? „Den gibt es in einem

Sägewerk praktisch nicht, nur

Nebenprodukte.“ Hinter der

offenen Produktionshalle türmen

sich Berge an Sägespänen

und Hackgut – zur enden wollenden

Begeisterung der Mutter

waren sie für Elisabeth Lercher

und ihre drei Schwestern

ein äußerst beliebter Spielplatz

in der Kindheit. Sie werden

ohne Unterlass nachbestückt

und finden viele Abnehmer:

Heizwerke, Plattenproduzenten,

bäuerliche Betriebe.

23.000 Festmeter Holz und

mehr werden pro Jahr vor Ort

geschnitten, der Jahresumsatz

beträgt drei Millionen Euro, 15

Mitarbeiter sind im Betrieb beschäftigt.

Auch wenn der Region

ihrer Ansicht nach eine gute

Portion mehr Aufmerksamkeit

und Selbstbewusstsein gut täte,

sieht Elisabeth Lercher von

„Wir sind als Sägewerk auch

ein Versorgungsunternehmen

für die Menschen hier.“

ELISABETH LERCHER

Sägewerk Lercher

Teufenbach aus optimistisch in

die Zukunft.

Der Winter ist für sie die

Haupteinkaufszeit, da wird das

meiste Holz geschlägert. Damit

man sich die Menge, die

man über das Jahr braucht, sichert,

gilt es gut zu planen. Extremwetterereignisse,

geplante

Schlägerungsmengen, die nicht

eingehalten werden können,

und eine angespannte Preissituation

können da schnell einen

Strich durch die Rechnung

machen. Der Rohstoff stammt

eigentlich traditionell immer

aus der Region und nicht einmal

aus Nachbarbezirken, weil

nicht zuletzt die Transportkosten

relativ hoch sind. Dennoch

hat Lercher auch bereits

Einkäufe in Slowenien getätigt.

Verfügbarkeit ist ein wesentliches

Thema.

Birgt die tägliche Auseinandersetzung

mit Holz auch eine

emotionale Komponente? Lercher

winkt ab. „Es ist einfach

das Material, mit dem ich arbeite.“

Obwohl: Die gewachsene

Passion scheint dennoch

tiefer verwurzelt, offenkundiges

Indiz ist die Holzbrille

made in Styria, die sie trägt.

HAND FÜRS HOLZ

Holz war für Reinhard Hansmann

von Kindesbeinen an

Spielwiese für Kreativität. „Als

BUSINESS Monat

23


Holzbaumeister

aus Leidenschaft:

Reinhard

Hansmann

Die Klingschrot-Verbindung hat er mit maschineller Unterstützung

und damit verbundener Kostenersparnis neu belebt. Die

Messung gibt Aufschluss darüber, ob die Holzfeuchte optimal ist.

junger Bub habe ich schon

Baumhäuser gebaut, das Interesse

war immer da“, erzählt er

am Standort seines Holzbauunternehmens

in Oberwölz. Dass

die Adresse hier, in der kleinsten

Stadt der Steiermark, ausgerechnet

„Vorstadt“ lautet, mutet

recht selbstbewusst an. Das

passt aber wiederum stimmig

zu Hansmanns Ambitionen.

Die Hand fürs Holz ließ ihn

den Berufsweg zum Zimmerer

einschlagen, die HTL für Bauhandwerker

sollte das Wissen

vertiefen, die Ausbildung zum

landwirtschaftlichen Facharbeiter

wappnete ihn für die Übernahme

des elterlichen Bauernhofes

in Pöllau am Greim. Seit

2005, nach dem frühen Tod des

Vaters, führt er ihn im Nebenerwerb.

Dort liegt auch die Wiege

seines jüngsten Projekts, über

das er lieber noch den Mantel

des Schweigens hüllt, „es laufen

derzeit Patentrecherchen und

Prüfungen auf der Technischen

Universität in Graz“. Energieeffizienz

und ein zu Ende gedachter

Produktkreislauf sind

wesentliche Faktoren.

Die maschinelle Ausstattung

machte der Technologie-Affine

sich von Anfang an zunutze,

um alte Handwerkstechniken

mit modernen Mitteln umzusetzen.

Ein Schaustück steht in

der Fertigungshalle: Die Klingschrot-Verbindung.

Während

die Abbundmaschine nebenan

Holzstück um Holzstück

zuschneidet, erzählt Hansmann,

was es damit auf sich

hat. Früher wurden die formschönen

Holz-Verbindungen

an den Ecken der Almhütten

eingesetzt. Weil die Handarbeit

zu aufwendig und teuer

wurde, kam das immer seltener

vor. Mit der maschinellen

„Mir ist schon sehr wichtig,

dass die Wertschöpfung

in der Region bleibt.“

REINHARD HANSMANN

Hansmann Holzbau

Unterstützung hat Hansmann

die Klingschrot-Verbindung

CNC-gefertigt neu zum Leben

erweckt, weil sie so kostengünstiger

hergestellt werden

kann. „Die Verbindung kommt

aus dem Blockbau. Durch den

Druck zieht sich alles optimal

über die Ecken zusammen

und der optische Effekt punktet.“

Ähnliches gilt für Zapfen-

und Schwalbenschwanzverbindungen.

Der Bau von Almhütten

macht Hansmann besondere

Freude. Zum Arbeitsfeld gehören

auch Fertighäuser in

verschiedenen Ausbaustufen,

Dach- und Wandkonstruktionen,

Stallungen, Stiegen, Garagen.

Umgesetzt wurden schon

Hollywoodschaukeln und Kapellen,

aus seiner Hand stammten

auch die Start- und Ziel-

Gates für die Snowboard-WM

am Kreischberg.

So ein Almhaus, wie es hoch

droben im Lachtal steht, wurde

im hinteren Teil der Fertigungshalle

für die Finalisierung

am Berg vorbereitet. Auf einer

kompakten Arbeitsfläche entstehen

Wandelemente mit einer

maximalen Länge von 12,5

und einer Höhe von 3,3 Metern.

24

BUSINESS Monat


Im Abbundzentrum erfolgt das wirtschaftliche Zuschneiden von

Bauholz. Die Maschine kann in allen Holzbausparten eingesetzt

werden. Der Feinschliff erfolgt mit der Hand.

Sie werden von Hand zusammengesetzt

– Riegel mit Kopfund

Fußschwelle, Säulen, Beplankungen,

Dämmmaterial,

Holzschalung. Pro Tag können

so vier bis fünf Wände als Rohbauelement

produziert werden.

GRÖSSERER PLAN

Dass Hansmann seine eigene

Zimmerei hat, war ursprünglich

gar nicht so geplant. Am Anfang

stand die Idee der Gründung

eines Abbundzentrums

zum wirtschaftlichen Zuschneiden

von Bauholz, sie verdichtete

sich nach dem Konkurs seines

Lehrbetriebs zu einem größeren

Plan: Hansmann kaufte selbigen

auf, die Meisterprüfung

hatte er da bereits in der Tasche.

Seine Heimat ist Hansmann

in jeder Hinsicht wichtig, „ich

denke regional und es ist mir

wichtig, dass die Wertschöpfung

in der Region bleibt“.

BELEBUNG

4.500 Festmeter Holz verarbeitet

er im Jahr. Sein Team ist

von 12 auf 21 Mitarbeiter angewachsen.

Das Abbundzentrum

für den Zuschnitt von

Dachkonstruk tionen und Co. ist

unter seinen Mitbewerbern auf

weniger Resonanz als gedacht

gestoßen. „Es gibt zwar viele

Zimmereien im Bezirk, diese

wollen ihre Leute aber selbst

auslasten und entscheiden sich

daher oft für den Handabbund

im eigenen Haus. Darüber hinaus

spielt auch der Gedanke,

dass man ja gewissermaßen

zu mir als Konkurrenz gehen

würde, doch eine größere Rolle.“

Allerdings will Hansmann

auch hier zur Belebung in Kürze

an ein paar Schrauben drehen.

Allem voran geht es ihm aber

um den innovativen Umgang

mit dem natürlichen Rohstoff

Holz.



ie Steirische Wasserwirtschaft

Dsichert die Versorgung mit gutem

Trinkwasser. Eine Vielzahl von Maßnahmen

zum Schutz des Wassers sowie der

Errichtung und Instandhaltung von Anlagen

sowie Adaptierungsmaßnahmen

garantieren eine optimale Wasserversorgung

unseres Landes auch für künftige

Generationen.

Wasser – unser KOST-barstes Gut.


WÄRMERES KLIMA

WANDELT DEN WALD

Der Klimawandel verändert den steirischen Wald. Bestimmte Baumarten werden weniger werden,

andere sind dafür im Vormarsch. Klar ist, dass Wald künftig in größeren Höhen als bisher wachsen

wird – eine Herausforderung für Almwirtschaft und Tourismus.

TEXT: ANDREAS KOLB, FOTOS: MIA‘S PHOTOART, SHUTTERSTOCK

Der Wald ist einerseits

ein Betroffener

des Klimawandels,

andererseits ist er auch Teil

der Lösung des Problems“,

ist Stefan Zwettler, Leiter der

Abteilung Forstwirtschaft der

Steirischen Landwirtschaftskammer,

überzeugt. Denn der

Wald sei ein Kohlenstoffspeicher,

er gewinne aus dem CO 2

in der Luft und dem Sonnenlicht

über die Photosynthese

seine Energie. Deshalb, so

Zwettler, sei es wünschenswert,

den Einsatz von Holz

vor allem als Baustoff zu verdoppeln.

Derzeit würden in

der Steiermark pro Kopf und

Jahr 1,3 Festmeter Holz verwendet.

„Wenn es uns gelingt,

diesen Wert zu verdoppeln,

schaffen wir praktisch einen

zweiten Wald, in dem Kohlenstoff

dauerhaft gespeichert

ist.“ Die Kammer unterstütze

daher wissenschaftliche Arbeiten,

die untersuchen, wie

man Holz besser verwerten

und verarbeiten und gleichzeitig

einen besseren Preis dafür

erzielen kann.

26

BUSINESS Monat


Voraussetzung, um den Klimawandel

in der Forstwirtschaft

zu bewältigen, sei auf

jeden Fall eine nachhaltige

und gute Bewirtschaftung der

Wälder. Dennoch stehe man

vor einer Mammutaufgabe, so

Zwettler: „Es geht einerseits

um Prävention, andererseits

um rechtzeitige Adaption. Anhand

der standörtlichen Gegebenheiten

müssen wir herausfinden,

welche Baumarten

wir in problematischen Gebieten

pflanzen können.“ Entscheidend

für ein gesundes

Wachstum seien die richtigen

Mengen an Licht, Wasser und

Nährstoffen sowie die Temperatur.

„Wir sehen, dass die Hitzetage

zunehmen. Das große Problem

sind aber extreme Wetterereignisse.

So sind zum

Beispiel im August 2016 rund

1.600 Hektar Wald bei St. Veit

bei Vogau durch Hagel schwer

geschädigt worden, der Baumbestand

an Kiefern ist praktisch

vernichtet worden. Die Eiskörner

haben die Äste verwundet,

es sah aus, als hätte jemand mit

dem Gewehr darauf geschossen.

Der Wald muss dort komplett

erneuert werden.“

STRESSFAKTOR

TROCKENHEIT

Einer der größten Stressfaktoren

für den Wald sind lange

Trockenperioden, erklärt

der Forstwirt Kurt Ramskogler.

„Höhere Temperaturen an

sich sind noch nicht so tragisch.

Aber wenn es zwei Monate

lang nicht regnet, bekommt

besonders die Fichte

ein massives Problem.“ Schädlich

sei auch die durch die Erwärmung

verlängerte Vegetationszeit:

„Im Frühjahr folgen

auf den Austrieb noch Spätfröste,

die dann die jungen

Triebe beschädigen. Im Herbst

fehlen die Frühfröste, dadurch

wird die Verholzungsphase

immer kürzer“, schildert

Ramskogler. Auch Bernd Poinsitt,

Geschäftsführer des steirischen

Waldverbandes, sieht

vor allem in ausbleibenden

Niederschlägen das Hauptproblem.

„Wärmer heißt nicht unbedingt

schlechter. Aber wenn

ich zwei, drei Monate keinen

Regen habe, habe ich ein Problem.“

Natürlich, so Zwettler, gibt

es Baumarten, die Trockenperioden

besser wegstecken als

andere. „Stieleiche, Traubeneiche,

Edelkastanie und Walnuss,

aber auch die Weißtanne und

die Douglas-Tanne und Kiefer

sind einigermaßen resistent

gegen Trockenheit. Die beiden

Tannenarten reagieren sensibel

auf Wildverbiss, die Douglasie

„Wir müssen

uns bemühen,

die trockenresistenten

Baumarten

verstärkt in

unsere Wälder

zu bekommen.“

STEFAN ZWETTLER

Abteilungsleiter

Forstwirtschaft LWK

BUSINESS Monat

27


Stefan Zwettler rechnet damit, dass die

Anpassung der steirischen Wälder an den

Klimawandel bis zu 150 Jahre dauern wird.

verträgt keine dichten Böden.

Trotzdem müssen wir uns bemühen,

die trockenresistenten

Baumarten verstärkt in unsere

Wälder zu bekommen.“

UMSTELLUNG

DAUERT 150 JAHRE

Die Umstellung ist jedenfalls

nichts, was sich im Handumdrehen

erledigen lässt. Zwettler:

„Das wird 80 bis 150 Jahre

dauern. Was wir heute tun,

wird erst unseren Urenkeln etwas

nutzen.“ Poinsitt geht sogar

davon aus, dass massive

Veränderungen im Wald erst

in 200 bis 300 Jahren sichtbar

sein werden. „Dann wird es

deutlich mehr Laubbäume geben

als heute. Die Waldgrenze

wird sich stark nach oben bewegen

– eine Herausforderung

für die Almbewirtschaftung

und vor allem den Tourismus

der Zukunft.“ Auch Zwettler

ist sicher, dass die Waldgrenze

steigen wird: „Die Buche

drängt vehement nach oben.

Insgesamt wird es durch die

Klimaerwärmung viel mehr

Mischwald geben als heute.“

Bereits jetzt sei es wichtig,

den bestehenden Wald auszulichten,

erklärt Zwettler. „Wir

müssen für genug Licht für die

Jungbäume sorgen, ein Baum

ist im Grunde ja eine Art Photovoltaik-Anlage

– nur dass

das Licht nicht in elektrischen

Strom, sondern in Zucker umgewandelt

wird.“ Würden bei

einer Aufforstung noch rund

2.800 Bäume pro Hektar gesetzt,

verbleiben im „erwachsenen“

Wald dann nur mehr 300

Exemplare je Hektar. Die überzähligen

Pflanzen sind aber keineswegs

verloren, versichert

Zwettler: „Sie werden periodisch

als Sägeholz, Schleifholz

oder für die Papiererzeugung

verwendet oder auch energetisch

verwertet.“

RISIKOFAKTOR

BORKENKÄFER

Von Bedeutung ist für Zwettler

auch die Entfernung von

Bäumen, die von Borkenkäfern

befallen sind. Ein gewisses Maß

Totholz sei zwar für die Biodiversität

– also den Erhalt einer

großen Artenvielfalt – wichtig,

zuviel begünstige aber eine

Massenvermehrung und die

Ausbreitung der gefürchteten

Schädlinge. „In Niederösterreich

war der Borkenkäferbefall

2017 zum Beispiel extrem,

weil eine lange Trockenperiode

viele Fichten hat absterben lassen.

Wir sind in der Steiermark

jedenfalls sehr auf eine gute

Waldhygiene bedacht.“ Zusätzlich

gebe es auch einige Tricks,

wie sogenannte Fangbäume:

Diese sind mit Lockstoffen versehen,

die den Borkenkäfer zur

Eiablage anlocken. Wenn sich

die Käfer im Larvenstadium befinden,

werden die Fangbäume

dann entrindet und die Käferlarven

so unschädlich gemacht.

Ein Faktor, der die Umstellung

des Waldes auf ein wärmeres

Klima behindern kann,

sind laut Zwettler zu hohe Wildbestände.

Hier sei der Zustand

der Vegetation ein guter Indikator,

ob der Wildbestand passe

oder nicht. „Als dienlicher

Indikator bieten sich sogenannte

Kontrollzäune an. Mit diesen

wird ein kleiner Teil des Waldes

wildsicher eingezäunt – der

dient dann als eine Art Sensor,

an dem man sieht, wie sich die

Bäume ohne Wildeinfluss entwickeln.“

Eine generelle Einzäunung

von Waldgebieten kommt

für Zwettler nicht infrage: „Wir

wollen schließlich keine Gefängnis-Forstwirtschaft.“

28

BUSINESS Monat


Zuviel Totholz begünstigt

die Ausbreitung von

Schädlingen – Waldhygiene

ist daher sehr wichtig.

Erschwert wird eine natürliche

Verjüngung des Waldes

auch durch Neophyten, also

eingeschleppte Pflanzenarten.

Konkret ist es z. B. die Kermesbeere,

die ein Aufkommen von

Jungbäumen verhindert. Ursprünglich

war die krautige,

ein bis zwei Meter hoch werdende

Kermesbeere in Mitteleuropa

nicht heimisch. Bedeckt

sie hierzulande erst

einmal den Waldboden, kann

sich nicht einmal die ansonsten

äußerst durchsetzungskräftige

Buche gegen den Neophyten

behaupten.

DIGITALER WALDATLAS

Ein wichtiger Schritt in

der Vorbereitung des Waldes

auf den Klimawandel ist für

Zwettler die Bestandserfassung.

„Wir wollen eine digitalisierte

Standortklassifikation.

Dazu erfassen wir möglichst

kleinräumig das Klima, den

Boden, die Niederschläge. Mit

diesen Daten können wir dann

Szenarien modellieren, die

zeigen, in welchen Gebieten

der Steiermark es für den bestehenden

Wald kritisch werden

kann.“ In Deutschland sei

eine solche Datensammlung

bereits teilweise vorhanden,

etwa in Baden-Württemberg,

sagt Zwettler.

Idealerweise würde die Datensammlung

bis auf Betriebsebene

heruntergebrochen. „Wir

bieten ein digitales Waldbauhandbuch,

anhand dessen jeder

Waldbesitzer erkennen

kann, welche Maßnahmen im

jeweiligen Waldgebiet optimal

wären.“ In Problemgebieten

könnten so rechtzeitig Baumarten

ausgepflanzt werden, die

mit den geänderten Umweltbedingungen

besser zurechtkommen.


ZERFALL

DES

WALDES –

ES GIBT KEIN ZURÜCK

„Wenn der Wald erst zerfällt, kann man die Zeit nicht zurückdrehen.“ Nur durch Bewirtschaftung gelingt es,

den Wald gesund zu halten. Mangelnde Zeit mancher Kleinwald-Besitzer, eine zu starke Emotionalisierung des

Themas Wald und sogar Unwissen, wo der eigene Wald überhaupt steht, sind Stolpersteine auf dem Weg dahin.

TEXT: ANDREAS KOLB, FOTOS: THOMAS LUEF, SHUTTERSTOCK

Das Thema Wald

ist hochgradig

emotional

besetzt – und

das hat nicht

nur positive Auswirkungen.

So wünschenswert ein völlig

naturbelassener Wald auf

den ersten Blick scheint, so

schädlich können die Auswirkungen

sein, wenn ein Wald

zu lange nicht bewirtschaftet

und gepflegt wird. Diese Ansicht

vertritt Bernd Poinsitt,

Geschäftsführer des Waldverbandes

Steiermark, einem

Zusammenschluss von rund

16.000 steirischen Waldbesitzern.

„Viele Menschen haben eine

besondere Beziehung zum

Wald. Sie sind schon als Kind

mit dem Opa hinein gegangen,

die Erinnerungen daran

sind schön. Menschen wollen

im Grund genommen keine

Veränderungen, sie möchten

den schönen Wald ihrer Kindheit“,

schildert Poinsitt die Beziehung

vieler Menschen zum

Wald. „Dazu kommt eine gewisse

Vermenschlichung, das

sprechende Schweinderl aus

der Werbung ist da nur die

Spitze des Eisbergs, tendenziell

trifft das auch auf das Thema

Wald zu.“

LANGFRISTIG

DROHT ZERFALL

Wälder brauchen aber Veränderungen,

erklärt Poin-

30

BUSINESS Monat


Waldverbands-GF DI Bernd Poinsitt:

„Wälder brauchen Bewirtschaftung.“

sitt. „Es muss Struktur in den

Baumbestand gebracht werden,

Licht muss auf den Boden kommen,

damit junge Bäume nachwachsen

können.“ Anfangs

passiere nicht sehr viel, wenn

ein Wald nicht bewirtschaftet

wird. Langfristig könne ein

Wald aber in die Zerfallsphase

kommen, Totholz begünstige

die Vermehrung von Schadinsekten,

irgendwann werde

auch der gesunde Baumbestand

irreparabel geschädigt.

„Man kann die Zeit dann nicht

zurückdrehen“, sagt der Waldverbands-Geschäftsführer.

Das

sei auch der große Unterschied

der Forst- zur Landwirtschaft:

„Wenn ich Mais anbaue, fange

ich im nächsten Jahr wieder

bei Null an. Wenn ich Bäume

schneide, habe ich ein Thema

für Jahrzehnte.“

Leider fehle es manchmal

am Bewusstsein, dass es eine

Verantwortung sei, einen

Wald zu besitzen, kritisiert

Poinsitt. „Manchmal braucht

es viel Zeit, um zu erklären,

dass und warum Bäume fällen

notwendig ist. Es ist ja nicht

zuletzt auch eine Haftungsfrage,

wenn ein morscher Baum

auf jemanden fällt. Abgesehen

davon ist das Schneiden eines

Baumes immer auch ein Neuanfang.“

DAS PROBLEM

MIT DER ZEIT

Problematisch sei, dass

viele Waldbesitzer die Forstwirtschaft

nur nebenbei betreiben

können. Poinsitt:

„Wenn jemand arbeitet und

unter Umständen daneben

auch noch ein bisschen Landwirtschaft

betreibt, hat er für

den Wald keine Zeit mehr.“

Dennoch würden rund 70

Prozent der Waldverbands-

Mitglieder ihren Forst selbst

bewirtschaften. Immerhin 30

Prozent nehmen dafür Fremdleistungen

in Anspruch. „Das

wird auf Wunsch auch von

uns als Waldverband organisiert.“

Ein Phänomen, das der

eher klein strukturierten steirischen

Forstwirtschaft geschuldet

ist, schildert Stefan

Zwettler, Leiter der Abteilung

Forstwirtschaft der Steirischen

Landwirtschaftskammer:

„Wir sind manchmal

echte UFO-Jäger – auf der Suche

nach dem Unknown Forest

Owner.“ Es gebe Menschen,

die einen Wald erben,

aber nicht einmal wissen, wo

RAT UND HILFE

RUND UM

DEN WALD

Wer einen Kleinwald besitzt,

verfügt nicht automatisch über das

nötige Wissen oder auch die Zeit,

um ihn sinnvoll zu bewirtschaften

und gut zu pflegen. Hilfe ganz

ohne „Pflanzerei“ gibt es aber: Eine

umfassende Fachberatung erhalten

Waldbesitzer bei der Landwirtschaftskammer

Steiermark, Fachabteilung

Forstwirtschaft. Telefonisch

erreichbar ist die Fachabteilung

unter 0316/80 50-12 69

Nicht nur Information, sondern

auch tatkräftige Hilfe bei der

Waldbewirtschaftung bietet der

Waldverband Steiermark an.

Telefon: 0316/83 35-30

Natürlich gibt es auch zahlreiche

Firmen, die sich auf die Auftragsbewirtschaftung

von Kleinwäldern

spezialisiert haben. Infos erteilt die

Wirtschaftskammer Steiermark,

Telefon: 0316/601

BUSINESS Monat

31


Die Jagd ist notwendig,

damit Wald nachwachsen kann.

dieser genau liegt. „Unsere

Aufgabe für die nächsten Jahre

wird es sein, diese Waldbesitzer

zu finden und sie für

die Forstwirtschaft zu begeistern.“

Dadurch könnten in der

Steiermark pro Jahr künftig

sechs statt der derzeit rund

fünf Millionen Festmeter Holz

genutzt werden.

Regional ist die Durchschnittsgröße

des einzelnen

Waldbesitzes übrigens höchst

unterschiedlich. Laut Waldverband

liegt sie in der Südoststeiermark,

Hartberg und

Weiz bei rund 34 Hektar, im

Mur- und Mürztal beim Doppelten.

Im Bezirk Liezen seien

die Waldflächen tendenziell

noch größer. 56 Prozent der

steirischen Waldfläche besteht

aus sogenanntem Kleinwald,

35 Prozent gehören verschiedenen

Forstbetrieben

und neun Prozent stehen im

Besitz der Bundesforste.

JAGD HÄLT DEN

WALD GESUND

Ein weiteres oft unterschätztes

Problem ist laut Poinsitt die

Jagd. „Die ist notwendig, damit

überhaupt ein Wald nachwachsen

kann. Der Wildbestand

muss angepasst werden,

um den Wald langfristig zu erhalten.

Das muss das Ziel der

Jagd sein – ich bin absolut gegen

eine reine Trophäen-Jagd.“

Die generelle Öffnung der Wälder

für die Allgemeinheit und

die Jagd vertragen sich allerdings

nicht immer, weiß Poinsitt.

„Ich möchte in einem stark

frequentierten Wald kein Jäger

sein“, gibt der Waldverbands-

Geschäftsführer freimütig zu.

Zwettler wiederum verweist

auf die vielfältige Nutzung

des Waldes: Erholung,

Sport und Wirtschaft gehören

seiner Ansicht nach zu den

Grundfunktionen. Aber auch

dabei gelte: „Nur ein bewirtschafteter

Wald ist ein gesunder

Wald.“

Sowohl Zwettler als auch

Poinsitt sprechen sich gegen

eine verstärkte „Stilllegung“

von Wäldern aus. „Das Motto

muss Integration statt Segregation,

also statt einer Nicht-

Nutzung des Waldes, sein“, ist

Zwettler überzeugt. Unbewirtschaftete

Waldgebiete gebe es

bereits genug, etwa in den Nationalparks

oder Naturreservaten.

Poinsitt wiederum hält

wenig davon, „90 Prozent der

Wälder intensiv zu nutzen und

zehn Prozent zum Reservat zu

machen“. Denn der Wald werde

„ohnehin nicht weniger, im

Gegenteil“.

„Wir sind

manchmal

echte UFO-

Jäger – auf

der Suche

nach dem

Unknown

Forest

Owner.“

BERND POINSITT

GF Waldverband

Steiermark

32

BUSINESS Monat


PREDING HOLZINDUSTRIE GMBH

Die Vielfalt der Holzverarbeitung an einem Standort

UPPERCUT.at

Unsere Jahresleistung:

250.000 fm Einschnitt

90.000 m³ Hobelware

110.000 m³ Konstruktionsvollholz

70.000 t Pellets

1.100.000 Sonderpaletten & Verpackungslösungen

1.000.000 kWh Strom

220 nachhaltige Arbeitsplätze in der Weststeiermark

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FÜR JEDEN PLATZ

DEN BESTEN BAUM

Der Unterschied zwischen einer Fichte und einer Tanne ist auch für Laien leicht erkennbar.

Dass es bei den einzelnen Baumsorten aber auch grundverschiedene Individuen gibt,

ist weniger offensichtlich – für die Aufforstung aber entscheidend.

TEXT: ANDREAS KOLB, FOTOS: ARMIN RUSSOLD/FOTO FREISINGER, SHUTTERSTOCK

KURT RAMSKOGLER

Forstwirt und GF von LIECO

Der richtige Baum am

richtigen Standort –

diese Regel leuchtet

auch forstwirtschaftlichen

Laien ein. Dass sich eine kühle

Umgebung liebende Fichte, die

ursprünglich von der inneralpinen

Waldgrenze stammt,

im Leibnitzer Becken nicht

unbedingt wohl fühlt, ebenso.

Kaum bekannt ist hingegen,

dass es auch bei den jeweiligen

Baumarten große Unterschiede

zwischen einzelnen

Exemplaren gibt.

„Wie bei Menschen auch

gibt es genetisch gesehen einen

fixen Genotyp, der bestimmt,

ob es eine Fichte oder

eine Tanne oder eine Buche ist.

Und dann gibt es den Phänotyp,

der individuelle Merkmale

festlegt, beim Menschen etwa

braune Augen oder bei Bäumen

eben die Anforderungen

an die Umgebung“, erklärt Kurt

Ramskogler. Er ist Forstwirt,

Doktor der Bodenkultur und

seit vielen Jahren Geschäftsführer

der LIECO, der Container-Forstpflanzenproduktion

der Stiftung Fürst Liechtenstein

in Kalwang. Dort werden

pro Jahr rund sieben Millionen

Jungbäume für den gesamten

deutschsprachigen Raum, aber

auch Slowenien und Rumänien

aufgezogen.

Dabei wird penibel auf die

Herkunft des Saatgutes geachtet.

„Wenn ich die falsche

oder zumindest eine fragliche

Herkunft der Samen habe,

dann sind später die Anpassungsprozesse

an den Standort

unvorhersehbar“, schildert

Ramskogler. Grundlage für

die Produktion von Jungbäumen

ist das österreichische

Forstgesetz von 1875, das im

Laufe der Zeit natürlich immer

wieder an den Stand der

Wissenschaft angepasst wurde.

Die Saatgut-Firmen unterliegen

einer strengen und ständigen

Kontrolle. Ramskogler:

„Es wäre zum Beispiel eine

34

BUSINESS Monat


„Ein Baum wächst nur

dann, wenn es ihm an seinem

Standort gut geht.“

KURT RAMSKOGLER

LIECO-Geschäftsführer

Katastrophe, wenn plötzlich

nur mehr ein einziger Baum

vermehrt würde, die genetische

Vielfalt wäre dann verschwunden.“

„Im 19. Jahrhundert gab es das

große Aufforstungsprogramm

in der Monarchie, dabei wurden

Baumtypen kreuz und quer

durch Europa ausgetauscht“,

weiß Ramskogler. „Dabei wurden

nicht immer die idealen

Baumtypen erwischt.“ Inzwischen

sei der Baumbestand

aber im Großen und Ganzen

an die Umgebung angepasst.

„Ein Baum wächst ja nur dann,

wenn es ihm gut geht.“ Die

Baum-Produzenten haben, so

Ramskogler, mittlerweile für jeden

Standort die richtige Baumsorte

– so gebe es allein bei der

LIECO rund 200 verschiedene

Fichtensorten.

In den vergangenen Jahren

seien auch immer mehr einschlägige

Forschungs projekte

ins Leben gerufen worden:

„Bei den Hauptsorten tut sich

da national wie international

einiges. Das Wissen wird

auch immer stärker in die Praxis

weitergegeben – von den

Jungbaum-Erzeugern.“ Die

wahllose Ausbringung von

Jungbäumen könne und dürfe

nicht Standard sein, mahnt

Ramskogler. „Wir haben die

Verpflichtung, den Stand der

Technik und Wissenschaft lückenlos

zu halten – im Interesse

eines gesunden Waldes.“

Millionen von Jungbäumen werden jedes Jahr

allein im deutschsprachigen Raum neu gepflanzt.


IN DER GRÜNEN

MANUFAKTUR

Mithilfe hochmoderner Vollerntemaschinen sorgen steirische Forstunternehmen dafür, dass Wälder schonend,

nachhaltig und ertragreich bewirtschaftet werden und damit dem zunehmenden klimatischen Druck gewachsen sind.

TEXT: WOLFGANG WILDNER, FOTOS: THOMAS LUEF, WAHLERS FORSTTECHNIK GMBH

Wie mächtige Greifarme

umfassen Entastungsmesser

und

Vorschubwalzen den

Stamm, die Säge verrichtet

ihr Werk und schneidet ihn auch

gleich in die gewünschten Längen. Die

einzelnen Sortimente werden getrennt

abgelegt und im nachfolgenden Arbeitsschritt

vom Rückezug, englisch „Forwarder“,

zu einem LKW-befahrbaren Forstweg

gebracht, um schließlich zum Abtransport

ins Sägewerk verladen zu werden: zeitgemäße,

moderne Waldbewirtschaftung. Wo

immer möglich, haben sogenannte „Holzvollernter“,

englisch „Harvester“, die harte

und extrem gefährliche händische Holzfällerarbeit

abgelöst. Mit der entsprechenden

Messtechnik bestückt und von Profis bedient,

erklärt Peter Konrad, Berufsgruppenvertreter

der Forstunternehmer in der

Fachgruppe der gewerblichen Dienstleister

in der WKO Steiermark sowie Gründungsmitglied

und Vorsitzender des „Österreichischen

Forstunternehmerverbandes“

(ÖFUV), können mit diesen Hightech-

Wundern nicht nur Bäume gefällt und

von den Ästen befreit, sondern auch gleich

Volumina vermessen und Qualitätsklassen

bestimmt werden.

EFFIZIENT UND SCHONEND

Um die wertvolle, nachwachsende Ressource

Holz auf möglichst schonende Weise

aus dem Wald zu bekommen, bedürfe

es, so Konrad, ausgebildeter Fachleute mit

hoher Technikkompetenz und viel Fingerspitzengefühl.

„Ein Harvester-Fahrer muss

heute teilweise mehr Funktionen simultan

bedienen als ein Pilot.“ 2016 wurde ein neuer

Lehrberuf, nämlich der des Forstmaschinentechnikers,

ins Leben gerufen, um den

immer höheren Anforderungen sowie der

stetig fortschreitenden Professionalisierung

und Spezialisierung Rechnung zu tragen.

Zahlreiche Forstunternehmen bieten qualifizierte

Lehrstellen, schulisch ausgebildet

werden die jungen Forsttechnik-Fachleute

an der Fachberufsschule für Forsttechnik

in Schloss Rotholz in Strass im Zillertal.

Ein Angebot, freut sich Konrad, das bereitwillig

angenommen werde. „Es gibt keinen

schöneren Arbeitsplatz als unseren – draußen

in der grünen Manufaktur!“ Insgesamt

habe sich, schildert Konrad, das Image

des Berufs in den vergangenen Jahren von

Grund auf gewandelt. „Forstarbeit erfordert

perfekte Hightech-Beherrschung und

einen sensiblen Umgang mit Wald und Natur.“

Denn eine schonende, nachhaltige, von

Profis durchgeführte Bewirtschaftung ist

Voraussetzung dafür, dass unsere Wälder

auch in Zukunft „klimafit“ sind und ihre

Funktion als grüne Lungen und natürliche

Rohstoffbasis erfüllen können.

Die Forstfachleute auf ihren Hightech-

Arbeitsgeräten sind das erste Glied einer

ökologischen Wertschöpfungskette vom

Wald über die Weiterverarbeitung in

Industrie, Sägewerk, Handwerk und Bau bis

zum fertigen hochwertigen Holzprodukt.

Von dieser in höchstem Maße regionalen

Wertschöpfung profitieren nicht nur die

Glieder entlang der Kette, sondern auch

Wirtschaftsstandort, Natur und Klima.

„Denn eine schonende, nachhaltige, von

Profis durchgeführte Bewirtschaftung“,

betont Konrad, „ist Voraussetzung dafür,

dass die Wälder auch in Zukunft ihre

Funktion als grüne Lungen des Erdklimas

erfüllen können.“

PROFIS IM WALD

„Der Trend“, so Konrad, „geht zum Forstunternehmen

als dem hochspezialisierten

und hervorragend ausgerüsteten Dienstleistungsprofi.“

Immer häufiger reduzieren

auch Großforste ihre Waldarbeits-Units

und vergeben die Waldarbeiten extern. Ein

besonderes Anliegen sind Konrad aber die

sogenannten hoffernen Waldbesitzer, die

36

BUSINESS Monat


Peter Konrad

vertritt die Interessen

der heimischen

Forstunternehmen.

etwa durch Erbe Wald besitzen, jedoch

oft keinen direkten wirtschaftlichen Bezug

mehr dazu haben. „Viele ahnen nicht,

dass sie durch professionelle Bewirtschaftung

Ernteerträge erwirtschaften könnten.

Diese Wälder liegen noch häufig im Dornröschenschlaf.“

So mancher Waldbesitzer

meint, dass sich eine professionelle Bewirtschaftung

nicht rechne, sondern sogar Kosten

verursache. „Doch im Allgemeinen“,

widerspricht Konrad diesem nach wie vor

verbreiteten Irrglauben, „decken die Erträge

aus der Bewirtschaftung zumindest die

Kosten, in den allermeisten Fällen lassen

sich sogar gute Erträge erzielen.“

NACHHALTIGE WERTE

„Die Holzernte mit modernster

Ausrüstung ist nicht nur boden- und

waldschonend, sondern auch so effizient“,

erklärt Konrad, „dass selbst im niedrigeren

Qualitätssegment, etwa mit Industrie- und

Faserholz, noch ausgeglichen oder positiv

bilanziert werden kann.“ Und das hochwertige

Sägerundholz erfreue sich ohnehin starker

Nachfrage. Mit ihren Dienstleistungen sind

die Forstunternehmen dabei ein wichtiges

Bindeglied zwischen Waldbesitzern und

Holzverarbeitungsbetrieben. „Und“, gibt

Konrad zu bedenken, „eine schonende und

fachgerechte Durchforstung erhöht auch

nachhaltig den Wert des verbleibenden

Bestandes.“ Jährlich würden, rechnet der Forstunternehmer

vor, in Österreich rund

27 Mio. Festmeter Holz „zuwachsen“, nur

etwa 17 Mio. werden geerntet. Ziel sei es,

mittelfristig die 20-Millionen-Marke zu

überschreiten – nicht zuletzt im Dienste der

heimischen Wirtschaft, die die Ressource

dringend benötige.

Holzernte mit moderner Harvester-

Technologie: Die Maschinen werden mit

Spezialtiefladern an ihren Einsatzort

gebracht. Eines der hochmodernen Geräte

kann schon einmal mit ca. 500.000

Euro zu Buche schlagen. Rechnet man

Equipment und Spezialausrüstungen

dazu, ist man bald einmal bei 1 Million.

PETER KONRAD

Anfang der 1980er zog es den gebürtigen Weststeirer

Peter Konrad (54) nach Niedersachsen

nahe Hamburg. 1982 machte er sich – gemeinsam

mit seinem Bruder – selbstständig. Nach den schweren

Stürmen in den 1990er-Jahren brachte Konrad bei

der Aufarbeitung des Schadholzes als einer der Ersten

in Deutschland hochmechanisierte Holzernte- und

Holzbringungstechnologie, sogenannte „Harvester“ und

„Forwarder“, zum Einsatz, wie sie etwa in Skandinavien

bereits verwendet wurden. Nachdem Konrad 1999 die

alleinige Geschäftsführung übernommen hatte, dehnte

die „Gebrüder Konrad GmbH“ ihr Einsatzgebiet auf ganz

Europa aus. 2004 verlegte Konrad den Firmensitz nach

Krottendorf nächst seiner Herkunftsgemeinde Ligist.

Peter Konrad ist Berufsgruppenvertreter der Forstunternehmer

in der Fachgruppe der gewerblichen Dienstleister

in der WKO Steiermark und Bundesvorsitzender

der Forstunternehmer in der WKO Österreich. Er zählt

außerdem zu den Gründungsmitgliedern des „Österreichischen

Forstunternehmerverbandes“ (ÖFUV), dessen

Präsident er ist.

Weitere Infos:

www.forstunternehmerverband.at

www.wko.at/branchen/stmk/gewerbe-handwerk/

gewerbliche-dienstleister/Forstunternehmer.html

BUSINESS Monat

37


MONIKA ZECHNER

Obfrau der Holzindustrie

in der WKO Steiermark.

HOLZINDUSTRIE

SCHAFFT ARBEIT

Holz prägt im waldreichsten Bundesland Österreichs auch die Arbeitswelt. Rund 6.000 Menschen

sind in der Steiermark in Sägewerken und weiteren holzverarbeitenden Betrieben beschäftigt.

Im Branchenvergleich ist die Holzindustrie damit der fünftwichtigste Arbeitgeber der Steiermark.

TEXT: WOLFGANG WILDNER, FOTOS: SISSI FURGLER FOTOGRAFIE, ADMONTER HOLZINDUSTRIE AG, RUDI ZECHNER

Vom klassischen Traditionssägewerk

über die Hersteller von Weiterverarbeitungsprodukten

wie

etwa Brettsperrholz bis zu Erzeugern von

Fenstern, Möbeln, Parketten, Fertigteilhäusern

und Co.: Die Steiermark verfügt nicht

nur über nahezu unerschöpfliche, weil

nachwachsende Holzressourcen, sondern

auch über eine ebenso traditionsreiche

wie innovative Kultur von traditioneller

und industrieller Holzverarbeitung. Gerade

in strukturschwachen, ländlich geprägten

Räumen, betont Monika Zechner,

Obfrau der Fachgruppe der Holzindustrie

in der WKO Steiermark und Inhaberin einer

Traditionssägemanufaktur, stelle die

Holzindus trie damit einen unverzichtbaren

Anker der Regionalentwicklung dar. „Unsere

Unternehmen bieten Arbeitsplätze, geben

jungen Menschen eine Perspektive und

halten die Bevölkerung in jenen Regionen,

die von Abwanderung und Bevölkerungsschwund

bedroht sind.“

HOLZ BOOMT

Mit innovativen Zugängen und einem außerordentlich

hohen Qualitätslevel sei die

steirische Holzindustrie gerüstet, auch in

Zukunft einen wesentlichen Beitrag zu einer

nachhaltig positiven Entwicklung nicht

nur des Wirtschaftsstandorts Steiermark,

sondern des Landes insgesamt und seiner

Regionen zu leisten. Massiv gestiegen sei,

so Zechner, in den vergangenen Jahren die

internationale Nachfrage nach Erzeugnissen

der steirischen Holzindustrie. „Unsere

Betriebe zählen heute auch im internationalen

Maßstab zu den Innovations- und

Technologieführern. Das wird mittlerweile

immer breiter wahrgenommen. Viele Produkte

erleben derzeit auch im Export einen

echten Boom.“

Verantwortlich dafür seien neben Engagement

und Innovationshaltung in den

Unternehmen nicht zuletzt der besonders

hohe Ausbildungsstand und die Qualifikation

steirischer Holzfachkräfte. „Die steirische

Holzindustrie“, erklärt Zechner,

„sorgt nicht nur für sichere Arbeitsplätze

in den Regionen, sie bietet auch spannende

berufliche Herausforderungen und

38

BUSINESS Monat


Holzindustrie bringt regionale Wertschöpfung:

Parkettproduktion bei

der Admonter Holzindustrie AG.

STEIRISCHE

HOLZINDUSTRIE

Die Fachgruppe der Holzindustrie

Steiermark umfasst 227 aktive

Mitgliedsbetriebe. Davon sind

177 Sägewerke (davon 16 Betriebe

mit Holzverarbeitung) und

50 holzverarbeitende Betriebe.

Fachgruppe Holzindustrie,

WKO Steiermark

Körblergasse 111 – 113, 8010 Graz

Tel.: 0316/601-526

holzindustrie@wkstmk.at

Obfrau: Monika Zechner

Geschäftsführerin: Brigitte Marold

www.holzindustrie-steiermark.at

Sägewerke machen aus rund eckig und liefern der weiterverarbeitenden

Holzindustrie den begehrten Naturwerkstoff.

hervorragende Karrieremöglichkeiten.“ Die

Berufe in der Holzindustrie hätten in den

vergangenen Jahren einen enormen Imagewandel

und eine deutliche Aufwertung erfahren

– hin zu technologisch anspruchsvollen

und entsprechend wertgeschätzten

Tätigkeiten. „Wir verzeichnen reges Interesse

an Berufen in der Holzindustrie, allerdings“,

warnt die Fachgruppenobfrau, „sehen

gerade wir uns mit der Gefahr eines

zukünftigen Fachkräftemangels konfrontiert.“

Verantwortlich dafür: die allgemeinen

demografischen Trends, die gerade an

den vorwiegend ländlich-regionalen Betriebsstandorten

der Holzindustrie besonders

deutlich zu spüren sind.

KARRIERE IN DER

HOLZINDUSTRIE

In Kooperation mit ihren Mitgliedsbetrieben

habe daher die Fachgruppe der

Holzindustrie das Heft in die Hand genommen.

„Mit einer umfassenden Lehrlingsinitiative“

erläutert Zechner, „wollen wir dafür

Sorge tragen, dass der Holzindustrie

auch in Zukunft die wertvollste Ressource

neben dem Rohstoff Holz, nämlich das

menschliche Know-how, in ausreichendem

Maße und in höchster Qualität zur Verfügung

steht. Dafür haben wir in Kooperation

mit dem WIFI ein eigenes Ausbildertraining

etabliert und fördern generell die

Lehrlingsausbildung in unseren Betrieben.“

Intensiv wird auch daran gearbeitet, im

Schul- und Ausbildungssystem deutliche

Wegweiser Richtung Holzkompetenz aufzustellen.

„Wir sind überzeugt davon, dass

wir über ein nachhaltiges und attraktives

Angebot für die Zukunft verfügen. Darauf

wollen wir junge Menschen aufmerksam

machen.“

In der Holz-NMS Graz-Straßgang wird

Schülerinnen und Schülern Holzbewusstsein

vermittelt. Ein echtes Vorzeigemodell

stellt auch die Polytechnische Schule

Deutschfeistritz dar, wo jungen Menschen

im Vorfeld der Berufsentscheidung der

Blick auf die beruflichen Möglichkeiten in

der Holzwirtschaft eröffnet und die Arbeit

mit Holz schmackhaft gemacht wird. Gerade

die Holzindustrie mit ihren rasanten

Fortschritten biete, so Zechner, zudem ein

breites Feld von Weiterentwicklungsmöglichkeiten

– von der Lehre mit Matura über

die berufsbegleitende Weiterqualifizierung

zum Werkmeister bis hin zu Fachhochschul-

und Universitätsstudien, etwa am

Institut für Holzbau- und Holztechnologie

an der TU Graz oder an der Fachhochschule

im Holzausbildungszentrum Kuchl. Eben

wurde an der Fakultät für Architektur der

TU Graz auch eine Stiftungsprofessur für

Architektur und Holzbau eingerichtet.

BEWUSSTSEIN FÜR HOLZ

„Wir müssen das Bewusstsein für den

Wert von Holz noch weiter schärfen“, mobilisiert

Zechner, „um die enormen Chancen,

die dieser natürliche Rohstoff der Steiermark

als Wirtschaftsstandort bietet, auch

tatsächlich in vollem Umfang nutzen zu

können.“ Das Bewusstsein auf der Seite der

Waldbesitzer, dass sie über eine wertvolle

Rohstoffquelle verfügen, von der sie auch

selbst wirtschaftlich profitieren können;

das Bewusstsein aber auch dafür, dass nur

ein professionell und nachhaltig bewirtschafteter

Wald den Herausforderungen

der klimatischen Veränderungsprozesse

gewachsen sein wird; das Bewusstsein junger

Menschen im Hinblick auf das enorme

Potenzial von Holzberufen; und schließlich

das Bewusstsein der Konsumentinnen und

Konsumenten, bei ihren Entscheidungen

noch stärker Fragen der Qualität, der Gesundheit

und der ökologischen Nachhaltigkeit

in die Waagschale zu werfen. „Denn in

diesen Bereichen ist Holz absolut konkurrenzlos.“

Bei all dem Wandel in Technologie und

Image habe sich jedoch, erläutert Zechner,

eines nicht verändert: „Nämlich, dass wir

es bei unserer Arbeit mit einem durch und

durch natürlichen, pflanzlichen und daher

nachwachsenden Rohstoff zu tun haben.“

Gerade wenn es um Wohlbefinden und Gesundheit

geht, ist Holz mit seinen Eigenschaften

ein wichtiger Wegbegleiter. Es ist

diese Natürlichkeit, die Herkunft aus den

heimischen Wäldern, die der Holzindustrie

im wahrsten Sinne des Wortes ihren ganz

besonderen Geruch verleiht: den Duft des

Waldes, der nicht nur die Verarbeitung des

Holzes begleitet, sondern auch die fertigen

Produkte auszeichnet.

BUSINESS Monat

39


Holzbaukompetenz: die

Holzbaumeister Johann Almer,

Josef Konrad und Oskar Beer

(Landesinnungsmeister)

sowie Innungsgeschäftsführer

Bernd Haintz (v. l.).

HOLZ

HOLT AUF

Natürlich, ökologisch, angenehm, wohlig warm, ästhetisch ansprechend, klimafreundlich, nachwachsend,

robust, beständig, flexibel, atmungsaktiv, feuchtigkeitshaushaltsregulierend, wiederverwertbar,

widerstandsfähig, wirtschaftlich, effizient, günstig, gestaltbar, beständig – und, und, und …

Hält man sich die unbestrittenen Vorteile des Bauens mit Holz vor Augen, müssten die meisten Gebäude

längst aus diesem Naturbaustoff errichtet sein. Und tatsächlich werden es immer mehr.

TEXT: WOLFGANG WILDNER, FOTOS: THOMAS LUEF

Da kann sich die

vielzitierte Massivbaulobby

noch so

dagegenstemmen –

Holz holt auf. Hört man, wie

die Profis und Branchenvertreter,

die sich in den Räumlichkeiten

der Holzbauinnung in

der Wirtschaftskammer Steiermark

zum Holzbau-Gipfel

eingefunden haben, über ihren

Werkstoff regelrecht ins

Schwärmen geraten, kann einen

das auch gar nicht verwundern

(siehe Kasten „10 Holzhighlights“).

Verwunderlich

mutet dann eher der Umstand

an, dass noch immer so viel

nicht aus Holz gebaut wird.

ÄRA DES HOLZES

Doch die Ära des Holzes,

sind die Holzbauinnungsvertreter

überzeugt, ist nun auch

in der Steiermark nicht mehr

aufzuhalten – mit jährlichen

Steigerungen. Bei der Errichtung

der unterschiedlichsten

Objekte – vom Hochbeet bis

zu mehrgeschossigen Wohnbauten,

nach der Anpassung

der Baunormen und Gesetze

mittlerweile auch Holzhochhäusern,

Kommunalbauten

wie Schulen, Kindergärten und

Pflegeheimen sowie Gewerbeund

Industriebauten – findet

Holz Verwendung. Und nicht

nur Neubauten sind eine Domäne

dieses in ausreichenden

Mengen nachwachsenden, klimaschonenden

Naturrohstoffs.

Mit seinen herausragenden Eigenschaften

ist Holz zudem

der logische Werkstoff für Sanierungen,

Revitalisierungen

und Zubauten. Immer häufiger

darf (Massiv-)Holz seine (optischen)

Qualitäten auch stolz

nach außen tragen und wird

nicht mehr durch Kunststoffdämmmaterialien

aus zumeist

fossilen Quellen und Putz brüskiert

(und noch dazu in seiner

natürlichen Osmose behindert).

40

BUSINESS Monat


Eyecatcher aus Holz. Zubau zum

„Windmühlheurigen“ in Retz,

ausgeführt in Brettsperrholz.

© ALEXANDER SCHLEISSING

ALPE

Johann Almer ist Eigentümer und Geschäftsführer der ALPE Zimmerei

und Tischlerei GmbH in Fohnsdorf. Mit etwa 40 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern realisiert das Unternehmen eine Vielzahl unterschiedlichster

Projekte in allen Größenordnungen. Die Palette reicht von sensiblen Sanierungen

von Altbauten mit viel technischem Verständnis und Wissen über traditionelle

Arbeitsverfahren über die Neuerrichtung von Holzhäusern, Zubauten,

Dächern, Terrassen, Wintergärten und Carports bis hin zu verschiedenen

Wirtschaftsbauten, darunter Hallen, landwirtschaftliche Objekte und Zubauten

für Gastronomiebetriebe. Zum Portfolio zählt auch das patentierte, chemie- und

metallfreie Holz-100-Haus aus Massivholz, das Almer mit seinem Unternehmen

als Partnerbetrieb des Pongauer Holzbauunternehmens Thoma errichtet. Unter

den realisierten Referenzprojekten befinden sich Einfamilienhäuser ebenso wie

die Dachkonstruktion der Klementikapelle am Ingeringsee nahe Knittelfeld, die

aus einheimischem,

nicht verleimtem Holz hergestellt wurde, oder Hotel- und Gastronomiebauten

wie das G’schlössl Murtal der Projekt Spielberg GmbH. Mit seiner Tischlerei sorgt

Almer darüber hinaus auch für die komplette Inneneinrichtung.

© THOMAS LESKOSCHEK © THOMAS LESKOSCHEK

Einfamilienhaus

in zeitgenössischer

Holzbauarchitektur.

Gesamt als

Holzbau

ausgeführt, innen

mit Sichtholz

und Lehmputzoberflächen,

Dachdeckung

mit Lärchenschindeln.

JOHANN ALMER

Holzbaumeister

„Durch neue Materialien wie zum Beispiel

Brettsperrholz und die daraus resultierenden

neuen Technologien und Möglichkeiten hat

der Holzbau in den vergangenen Jahren einen

enormen Schub bekommen. Und jeder neue

Holzbau wird fast automatisch zum Werbeträger

für Holz.“

© ALPE

© ALPE

Handwerkliches Know-how für historisches Holzdach.

Klementikapelle am Ingeringsee.

QUALITÄTSANSPRUCH

Was bei all den Vorteilen,

die das Baumaterial Holz in

sich selbst birgt, nicht übersehen

werden sollte, ist seine

volkswirtschaftliche Tiefenwirkung.

Die Holzwertschöpfung

vollzieht sich von der

Holzernte bis zum fertigen

Objekt bzw. Projekt in heimischen

Gefilden. Doch die

Wirkung reicht eben noch tiefer:

Der sachgerechte Umgang

mit Holz und Holzwerkstoffen

erfordert sehr viel spezifisches

Holz-Know-how – Wissen,

Genauigkeit und Erfahrung.

Wissen und Werte, die teilweise

in den Unternehmen

selbst, zudem in einer immer

bunteren Schulungs- und Ausbildungslandschaft

vermittelt

und weitergegeben werden.

Von Grund auf geändert hat

sich in den vergangenen Jahren

und Jahrzehnten folglich auch

das Berufsbild im Holzbau –

waren Zimmerer einst vorwiegend

mit der Errichtung

von Dachstühlen beschäftigt,

so stehen sie heute vielfältigen

und teils überaus komplexen

Herausforderungen – von der

Bautechnik bis zu den verschiedensten

Dämmungs- und

sonstigen Materialien – gegenüber.

Konsequenterweise ist

der Lehrberuf Zimmerei durch

jenen der Zimmereitechnik ergänzt

worden, wo auch die Digitalisierung

Eingang in den

Lehrplan gefunden hat.

Selbstverständlich sei die Tätigkeit

des Holzbaumeisters bzw.

der Holzbaumeisterin, vormals

Zimmermeister bzw. -meisterin,

ein reglementiertes Gewerbe

mit Zugangsvoraussetzungen,

die geeignet seien, einen angesichts

der weitreichenden Verantwortung

unumgehbaren

Wissensstand zu verbürgen. Vor

Bestrebungen, diese Zugangsbeschränkungen

zu lockern oder

gar zugunsten der freien Gewerbeausübung

zu verabschieden,

BUSINESS Monat

41


Variotherm-Firmensitz in Leobersdorf.

© WWW.VARIOTHERM.COM

© WWW.HHH.AT

HOLZ & BAU HIRSCHBÖCK

Oskar Beer ist Landesinnungsmeister des Holzbaugewerbes in der WKO

Steiermark (seit 2007) und geschäftsführender Gesellschafter der Holz

& Bau Hirschböck GmbH in Hartberg. Der Zimmermeister und Dipl.-Ing. für

Bauwesen führt gemeinsam mit Wolfgang Raser das vor 85 Jahren von seinem

Großvater Franz Hirschböck gegründete Familienunternehmen in dritter Generation

seit 1994. Mit zurzeit 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden Projekte

und Baustellen mit regionalem Schwerpunkt in der Oststeiermark, im Großraum

Graz, im südlichen Burgenland und in Niederösterreich abgewickelt. Einige Referenzbeispiele:

das Bürogebäude des Maschinenrings Hartbergerland, Dachstuhl,

Dachgaupen und Unterkonstruktion der Solaranlage bei der Sanierung des

Franziskanerklosters Graz, Erweiterung des Dachgeschosses und Dachterrasse

bei Kastner & Öhler Graz, Sanierung und Revitalisierung des Stubenberghauses

am Schöckl, diverse Hallen, zahlreiche Aufstockungen, Erweiterungen und Neubauten

von Einfamilienhäusern, Dachbodenausbauten, Terrassen, Carports etc.

Für den Zu- und Umbau eines Einfamilienhauses erhielt das Unternehmen 2015

den Holzbaupreis Steiermark in der Kategorie Handwerk.

Holzästhetik wird auch außen immer begehrter.

© WWW.HHH.AT

OSKAR BEER

Landesinnungsmeister Holzbau

„Als Holzbaumeisterinnen und Holzbaumeister

präsentieren wir den Holzbau als

baubiologisches Gesamtkonzept, das auf

der natürlichen Herkunft des Materials

beruht und Funktionalität, Wohnkomfort,

Behaglichkeit sowie ökologische Verantwortung

harmonisch in Einklang bringt.“

BERND HAINTZ

ist Jurist und Geschäftsführer der Landesinnung

Holzbau in der WKO Steiermark.

„Holz liegt im Trend und viele Sorgen,

die Bauherren früher hegten, sind nun

bei dieser Bauweise ausgeräumt. Gerade

bei Einfamilienhäusern, wo Holz auf

hochwertige Architektur trifft,

erleben wir einen Boom.“

können die versammelten Holzbau-Unternehmer,

nicht zuletzt

die Entwicklungen im massiven

Baugewerbe als warnendes Beispiel

vor Augen, nur warnen.

VOLKSWIRTSCHAFT-

LICHE TIEFENWIRKUNG

Die meisten der vorwiegend

klein strukturierten und mittelständischen

Betriebe bilden

ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

selbst aus. Diese stammen

ganz überwiegend aus

dem unmittelbaren regionalen

Umfeld. Die Unternehmenstreue

ist hoch, die Fluktuation

gering. Dadurch sammelt sich

nicht nur enorm viel Knowhow

in den Betrieben, die Unternehmen

selbst – häufig in

strukturschwachen, tendenziell

von Bevölkerungsschwund

betroffenen ländlichen Räumen

angesiedelt – werden zu

wertvollen Ankern der Regionalentwicklung.

Das und der

Klimaaspekt haben in den vergangenen

Jahren auch die steirische

Landespolitik in Gestalt

des zuständigen Landesrats

Johann Seitinger dazu veranlasst,

die Verwendung von

Holz, etwa im gemeinnützigen

Wohnbau, zu forcieren.

Die durchgängige Regionalität

und damit räumliche Nähe

der Wertschöpfungskette mit

ihrer im Wissensstand und

im Erfahrungsschatz der Mitarbeiter

verkörperten Knowhow-Tiefe

fließen auf der anderen

Seite wiederum in die

Produkte und Leistungen ein

– als Qualität, Verlässlichkeit,

Präzision, Erreichbarkeit –

und kommen damit unmittelbar

den Bauherren zugute.

„Noch vor 20, 30 Jahren“,

setzt Innungsmeister Oskar

Beer die vielsagende

Schlusspointe, „haben viele

unserer Mitarbeiter privat auf

Ziegel-Massiv-Bauten gesetzt.

Heute ist das gar kein Thema

mehr – der private Wohntraum

wird aus Holz errichtet.“

Und auch in der breiten Bevölkerung

sei der Holzbau nun

„komplett angekommen“

42

BUSINESS Monat


Auskragender

Zubau auf Holz.

10 HOLZ-HIGHLIGHTS

1. HOLZ HEISST

VIELFALT

UND EFFIZIENZ

Holz bringt durch seine Bearbeitbarkeit

ein deutliches Plus an konstruktiven

und gestalterischen Möglichkeiten.

Durch die gegenüber anderen

Baustoffen geringere Masse kann

zudem auf Tragwerksverstärkungen

verzichtet werden. Der geringere

Eigenplatzbedarf bringt gegenüber

Massivbauten einen Wohnraumgewinn

von rund 10 Prozent.

2. HOLZ

HEISST

QUALITÄT

Holzwerkstoffe jedweder Provenienz

unterliegen in Österreich klaren Klassifizierungs-

und Qualitätsauflagen.

3. HOLZ

BRINGT EIN

TOP-WOHNKLIMA

Holz ist atmungsaktiv, ist elektrostatisch

neutral und nicht leitend – die

besten Voraussetzungen für ein

ausgeglichenes Raumklima und eine

gesunde Wohnatmosphäre.

4. HOLZ IST

BESTÄNDIG

Holzkonstruktionen trotzen, wie

zahlreiche historische Bauten beweisen,

auch extremen Witterungsbelastungen

über viele Jahrzehnte

oder gar Jahrhunderte. Einzelne

Teile, etwa Fassadenverkleidungen,

sind zudem einfach, rasch und

kostengünstig ersetzbar.

5. HOLZ BRINGT

KÜRZERE

BAUZEITEN

Moderne Bautechniken forcieren die

Vorfertigung in trockenen Hallen,

damit kann wetterunabhängig und

trocken gearbeitet werden. Die Bauten

sind sofort tragfähig und ohne

Trocknungszeiten nutzbar. Die kürzeren

Bauzeiten sparen auch Kosten.

6. HOLZ IST

NACHWACHSEND

UND NACHHALTIG

Nicht einmal zwei Drittel des

Holzzuwachses werden in Österreich

geerntet. Der Holzvorrat wächst also

kontinuierlich.

7. HOLZ TUT GUT

Holz duftet angenehm, dämpft Geräusche,

das Raumklima in Holzgebäuden

ist messbar besser und mit

Holz gestaltete Räume wirken auf

Menschen wärmer, als sie tatsächlich

sind. Holz ist nicht nur wohltuend,

sondern senkt auch die Heizkosten.

8. ZEIGT AUCH

DRAUSSEN KLASSE

Fassaden, Fenster, Terrassen, Pergolen,

Carports, Möbel, Hochbeete,

Tröge, Spielgeräte, Pavillons oder

gleich ganze Häuser – Holz ist auch

außen robust, verlässlich und haltbar

und braucht sich, gerade was die

Optik betrifft, nicht zu verstecken.

9. HOLZ MACHT

KEINEN MÜLL

Die herkömmliche Bauwirtschaft

verursacht mehr als 50 Prozent des

österreichischen Abfallaufkommens.

Holz ist die gleichermaßen ökonomische

wie ökologische Alternative: Was

bei der Herstellung von Holzwerkstoffen

abfällt, landet nicht im Müll,

sondern in der Wertschöpfungskette.

Und Alt- bzw. Abbruchholz wird in

den verschiedensten Formen wiederoder

weiterverwendet.

10. HOLZ IST ENER-

GIESPAREND UND

KLIMASCHONEND

Holz wächst vor unserer Tür, es

wächst deutlich mehr zu, als

geerntet wird. Alles, was die Natur

braucht, um Holz zu produzieren, ist

Sonne, Luft und Wasser. Bei anderen

Baustoffen gibt es bereits bei Herstellung,

Verarbeitung und Transport

enormen Energieaufwand.

© HARALD EISENBERGER

Innenleben mit viel

Holzatmosphäre.

ZIMMEREI KONRAD

JOSEF KONRAD

Holzbaumeister

„Ich lasse Holz auch außen gerne

unbehandelt, damit es seine Qualitäten voll

ausspielen kann. Ein Dachvorsprung sorgt

dafür, dass die Holzfassade geschützt ist.“

Josef Konrad ist Inhaber der Zimmerei Josef Konrad in Frohnleiten.

Die Stärke des Unternehmens liegt in der Suche nach individuellen und

flexiblen Lösungen. Eines der Spezialgebiete ist die originalgetreue

Restaurierung und Sanierung bzw. die Errichtung von Blockhäusern,

teilweise auch unter Verwendung „historischer“ Materialien. Aber auch

moderne, großzügige Holzobjekte bzw. Zubauten, Holzverkleidungen,

Dächer, Wintergärten, Pergolen, Terrassen, Treppen und Carports zählen

zum Leistungsportfolio. Darüber hinaus ist der „empfohlene Meisterbetrieb“

auch bei der Errichtung von landwirtschaftlichen Gebäuden und

Gewerbeobjekten engagiert. Einige Referenzbeispiele: die Tischlerei Gollob

in Großklein, der Zubau zur Latschenhüte auf der Teichalm, moderne

Stallgebäude und zahlreiche Einfamilienhäuser und Zubauten. In seinem

Handwerksbetrieb beschäftigt Josef Konrad vier Mitarbeiter..

© HARALD EISENBERGER

© HARALD EISENBERGER

Zimmerei Konrad:

Wirtschaftsgebäude.

Alt und neu – Know-how und Fingerspitzengefühl.

© HARALD EISENBERGER

BUSINESS Monat

43


Gernot Kulmer

produziert in

der Kulmer-Bau-

Holzbauhalle das

Flächentragsystem

„Kielsteg“

AUF NEUEN WEGEN

Die Baubranche auf dem Holzweg? Ja, aber nicht im sprichwörtlichen Sinn. Denn tatsächlich gewinnt das Bauen

mit Holz nach einer längeren Phase der Stagnation ganz massiv an Bedeutung. Wohin führt die Reise und ist der

Siegeszug des Holzbaus noch zu stoppen? Lokalaugenschein bei drei führenden steirischen Holzbauunternehmen.

TEXT: WOLFGANG WILDNER, FOTOS: THOMAS LUEF

Vom Vorjahr auf heuer

verzeichneten wir

mit unseren Kielsteg-

Elementen einen Zuwachs von

400 Prozent“, klingt Gernot

Kulmer, geschäftsführender

Gesellschafter des oststeirischen

Bauunternehmens

Kulmer Bau, das er gemeinsam

mit seiner Schwester Hannelore

Feichtinger führt, fast ein

wenig euphorisch. „Kielsteg-

Holzbauelemente“, erklärt er,

„sind leichte, hochtragfähige

und einachsig gespannte Flächentragsysteme.

Dank ihrer

innovativen Zellenbauweise

verfügen sie über enorme

Tragkraft und können stützenfrei

Spannweiten von bis zu

27 Metern, bei Mehrfeldkonstruktionen

sogar 35 Metern

bewältigen. Sie kommen daher

für weite Abstände überspannende

und auskragende Dachund

Deckenkonstruktionen

zum Einsatz, zuletzt etwa

beim neuen Headquarter des

Grazer Probiotika-Herstellers

Allergosan.“ Jüngst erst überzeugte

sich sogar ein japanischer

Hochbaustatiker von

den Qualitäten des Systems.

SYSTEMATISIERUNG

BRINGT SCHWUNG

Dem Kielsteg-Entwickler

Stefan Krestel drohte bereits

ein typisch österreichisches

Erfinderschicksal, als Kulmer

die Tragweite der Innovation

erkannte und Produktion

und Vertrieb des Systems in

sein Unternehmen holte. Kulmer

gilt als einer der Holzpioniere

unter den steirischen

Bauunternehmen – wohl nicht

zuletzt wegen der beeindruckenden

und kaum zu übersehenden

Halle am Firmensitz

in Hartl bei Pischelsdorf, die

– abgesehen von Fundament

44

BUSINESS Monat


Kulmer Bau: Handwerk &

Hightech – Kielsteg-Produktion.

Kulmer Bau: Sparmarkt

in Kaindorf an der Sulm.

© WERNER KRUG

Kulmer Bau:

Impulszentrum

Lebring.

Kulmer Bau: Maßarbeit: Bubbles

für den Grazer Zaha-Hadid-Bau.

© WERNER KRUG

KULMER BAU

UND KIELSTEG

Ausgewählte Referenzprojekte:

Wohnanlage Hummelkaserne, Graz

Spar, Kaindorf an der Sulm

Umweltkompetenzzentrum, Schäffern

Allergosan-Headquarter, Graz

Wohnanlage Liebenauer Hauptstraße, Graz

Wohnanlage Sternäckerweg, Graz

Kindergarten Haselbrunnerstraße, Wien

Impulszentrum, Lebring

© KULMER BAU

Kulmer Bau: Wohnanlage Liebenauer Hauptstraße Graz.

und Betonstützen ganz aus Holz – dieses

Thema auch nach außen trägt. Rund 12

Millionen Euro hat Kulmer im Jahr 2000

in die Errichtung investiert. 205 Meter

lang ist das Objekt, auf 14.500 Quadratmetern

wird produziert. Auf der einen Seite

befindet sich die hochautomatisierte Kielsteg-Produktionsstrecke,

auf der anderen

werden Module für diverse Bauprojekte

konstruiert. Derzeit werden hier auch die

anspruchsvollen Bubble-Fensterelemente

für den Zaha-Hadid-Bau in der Grazer

Burggasse hergestellt: Schicht für Schicht

CNC-gefräst. Handwerk, verschränkt mit

Hightech und Automatisierung.

38.000 Quadratmeter Kielsteg hat Kulmer

2017 in seiner Halle im Zweischichtbetrieb

produziert, 40 Prozent gingen ins

Ausland. Für 2018 verspreche die Auftragslage

erneut Zuwächse, bis Norwegen reiche

die Nachfrage. Bei Bedarf sei mit einer

weiteren Produktionslinie in der bestehenden

Halle eine Verdoppelung der Kapazitäten

zu bewerkstelligen – Horizont 2020.

Um sofort zu handeln, sei die Auftragsentwicklung

noch nicht gleichmäßig genug.

HÜRDEN FÜR HOLZBAU

Es habe einige Jahre der Hartnäckigkeit

bedurft, um Kielsteg, ja, das Holzbausegment

insgesamt, dorthin zu bringen, wo

es heute stehe. Ohne das konventionelle

Massivbaugeschäft hätte er sich, gibt Kulmer

zu, seine Holzleidenschaft, insbesondere

die doch recht weit auskragende Halleninvestition

wohl nicht leisten können.

Heute sei bereits ein Drittel seiner 240

Mitarbeiter im Holzbau tätig, ähnlich der

Holzanteil am Umsatz. Nach wie vor, stellt

Kulmer fest, mangle es jedoch vielerorts

BUSINESS Monat

45


Lieb Bau Weiz:

Spar Oberwart.

© WERNER KRUG

Lieb Bau Weiz: MIBA-

Headquarter Laakirchen.

© DANIEL HAWELKA

Lieb Bau Weiz:

Volksschule Trieben.

© PAUL OTT

Lieb-Bau-Weiz-Geschäftsführer

Josef Gasser: Holzumsatz heuer

bei 30 Mio. Euro.

© SISSI FURGLER FOTOGRAFIE

LIEB BAU

Ausgewählte

Referenzprojekte:

NV Arena,

Stadion, St. Pölten

Headquarter MIBA AG,

Laakirchen, OÖ

Wohnanlage,

St. Radegund

Spar, Oberwart

Sporthalle und

Volksschule, Trieben

Einkaufszentrum, Liezen

am Holzbau-Commitment. So

seien etwa Ausschreibungen

nach wie vor häufig auf Massivbau

zugeschnitten.

Beim in Weiz ansässigen

Bauunternehmen „Strobl

Bau – Holzbau“ mache, erklärt

dessen geschäftsführender

Gesellschafter Harald Strobl,

der Erlös aus dem Holzbaugeschäft

mittlerweile rund

40 Prozent der Umsätze aus –

mit Tendenz Richtung 50 Prozent.

Bereits jetzt sei etwa die

Hälfte der 250 Mitarbeiter im

Holzbau tätig. Vor 20 Jahren

sei dieser Bereich noch ein absoluter

Nebenschauplatz gewesen,

erinnert sich der Unternehmer.

„Holzbau wurde

lange Zeit fast ausschließlich

mit der Errichtung von

Dachstühlen identifiziert. Die

Leute waren eher verwundert,

wenn wir ihnen erklärten,

dass wir ganze Bauten

aus Holz errichten, aber kaum

Dachstühle.“

HOLZ

BOOMT URBAN

Treiber der Entwicklung sei

vor allem der Wiener Raum

als rasant wachsender urbaner

Ballungsraum mit starker

Nachfrage nach neuem Wohnraum

gewesen. Während es in

der Steiermark nämlich der

politischen Verordnung einer

20-prozentigen Holzquote bei

geförderten Genossenschaftswohnbauprojekten

bedurft

hatte, um das Bauen mit Holz

aus dem Dornröschenschlaf

zu wecken, und der Holzbau

bei Ausschreibungen häufig

nach wie vor benachteiligt

sei, hätten in Wien zahlreiche

öffentliche und private

Bauträger frühzeitig die Vorteile

des Holzbaus erkannt:

Von Fragen der Baubiologie,

der Wohnqualität und der ökologischen

Nachhaltigkeit einmal

abgesehen, sind das zuvorderst

die aus einem hohen

Vorfertigungs- und Systematisierungsgrad

resultierenden

Effizienzgewinne und die damit

einhergehenden deutlich

geringeren Errichtungszeiten.

Effizienzgewinne, die, wie Johann

Harrer, Holzbau-Geschäftsführer

bei Strobl Bau

anmerkt, nicht nur bei Neubauten,

sondern in hohem

Maße auch bei Sanierungen,

Erweiterungen und Aufstockungen

zum Tragen kommen.

FLEXIBILITÄT

UND EFFIZIENZ

In der Tat resultieren der

rasante Aufstieg und das beträchtliche

Zukunftspotenzial

des Holzbaus zu einem

erheblichen Teil aus den

Fortschritten bei der Entwicklung

von Modulen und

Industrieprodukten wie Holzriegelkonstruktionen

oder

Brettsperrholz elementen,

die – wetterunabhängig vorgefertigt

und ohne Trocknungszeiten

nutzbar – eine

wesentlich raschere und effizientere

Errichtung ermöglichen.

„Bei den aktuell niedrigen

Zinsen“, zeigt Harald

Strobl zusätzliches Potenzial

auf, „mag die Errichtungsdauer

ja noch nicht so sehr

ins Gewicht fallen, ziehen

die Zinsen jedoch an, bekäme

eine kurze Bauzeit noch mehr

Relevanz.“

Schließlich hätten auch die

Gesetzgebungen in den Bundesländern

nach und nach reagiert

und die Baunormen,

vor allem im Hinblick auf den

in den städtischen Ballungsräumen

relevanten mehrgeschossigen

Wohnungsbau

– sprich: Hochhäuser – holzfreundlicher

gestaltet. Damit

sind langgehegte Vorurteile,

Holzbauten seien weniger

stabil oder brandgefährdeter

als ihre massiven Mitbewerber,

nun auch auf Ebene der

Bauvorschriften wenigstens

46

BUSINESS Monat


© PIERER, WWW.PIERER.NET

Strobl Bau – Holzbau: Bildungscamp Algersdorf.

Strobl Bau – Holzbau:

Pflegeheim Andritz.

Strobl Bau – Holzbau:

Wohnanlage Max-Mell-Allee Graz.

© BRUNO KLOMFAR

Lieb Bau Weiz:

Deckenkonstruktion

Einkaufscenter Liezen.

© PAUL OTT PHOTOGRAFIERT

© RENDERING: NUSSMÜLLER ARCHITEKTEN

teilweise ausgeräumt. Allerdings

würden österreichische

Bauordnungen nach wie vor

zu viele Restriktionen gegen

Holz enthalten, mahnt

nicht nur Josef Gasser, Architekt

und geschäftsführender

Gesellschafter der in

Weiz ansässigen Unternehmensgruppe

„Lieb Bau“, die

rund 8 Prozent ihrer Umsätze,

in absoluten Zahlen allerdings

beträchtliche 30 Millionen

Euro, aus dem Holzbau

erwirtschaftet. „Die Abbrandgeschwindigkeit

von Holz ist

sehr berechenbar“, so Gasser,

„dennoch sind leider die

Bauvorschriften sehr streng

ausgelegt, wodurch, etwa im

Vergleich zu den skandinavischen

Ländern, nach wie

vor ein erheblicher Nachteil

existiert.“ Verwunderlich,

dass gerade ein Holzland wie

Österreich diesem nachwachsenden

Naturrohstoff solche

Bürden auferlegt.

PARADIGMENWECHSEL

MIT HOLZ

Innovative Technologien

und veränderte Rahmenbedingungen

eröffnen dem

Holz bau heute (beim Hochhausbau

sogar im wortwörtlichen

Sinne) nichtsdestotrotz

neue Horizonte und bewirken

auch einen Paradigmenwechsel

in der Herangehensweise.

„Durch die Möglichkeiten der

Konstruktion und der Bearbeitung“,

erklären Harald Strobl

und Johann Harrer, „werden

spannende, innovative Geometrien,

größere Spannweiten

und Kubaturen, aber auch

beeindruckende Höhen möglich.“

In der Max-Mell-Allee in

Graz errichtet Strobl Bau für

die „ennstal“ z. B. gerade einen

gemeinnützigen Wohnbau

in Dreiecksform nach Plänen

von Nussmüller Architekten.

„In manchen Projekten gibt

es so gut wie keinen rechten

Winkel mehr.“ Das Projekt in

der Max-Mell-Allee markiere

auch insofern einen Paradigmenwechsel,

als sich zum ersten

Mal die betonierte Aufschließung

mit Treppen und

Lift gleichsam an die Holzkonstruktion

anlehne und nicht

umgekehrt. Aktuelle Projekte

in Wien sowie im Grazer Neostadtteil

Reininghaus würden

auch die neuen Möglichkeiten,

in die Höhe zu bauen, nützen.

Im Sog der neu gewonnenen

Stärke des Baumaterials Holz

kann sich nun auch das ökologische

Gewissen entfalten.

Eine Win-win-Situation sozusagen.

Besonders bei der Errichtung

von Schulen, Kindergärten

und Pflegeheimen hätte

sich der Mix aus zeitlicher Effizienz,

ökologischer Nachhaltigkeit

und atmosphärischer

Qualität schon bislang als sehr

zugkräftig erwiesen. Lieb-

Bau-Chef Gasser verweist

auf Studien, die Schülerinnen

und Schülern im Holzambiente

messbar größere Lernerfolge

attestieren. Immer

mehr seien allerdings auch ästhetische

Motive für die Entscheidung,

mit Holz zu bauen,

verantwortlich. „Der Trend“,

erklärt Stobl-Holzbau-Chef Johann

Harrer, „geht jetzt immer

mehr dahin, Holz außen wie

innen nicht mehr zu verstecken,

sondern auch in seiner

Ästhetik wirken zu lassen.“

Thermobehandelte Holzoberflächen

würden die Widerstandsfähigkeit

nach außen erhöhen,

ohne den natürlichen

Feuchtigkeitsaustausch bzw.

die Atmung zu unterbinden.

TECHNOLOGISCH

WEITER

Technologisch sei der Holzbau

seinem massiven Widerpart

heute überlegen, erklären

Harald Strobl und Johann

Harrer. Mit Holz zu arbeiten

gestatte einen hohen Grad an

Individualisierung und hand-

BUSINESS Monat

47


© FOTOSTUDIO ALEXANDRA

STROBL BAU –

HOLZBAU

Ausgewählte

Referenzprojekte:

Bildungscamp Algersdorf, Graz

Urban Boxes,

Energie Steiermark, Graz

Viktor-Kaplan-Schule Graz

Pflegeheim Andritz, Graz

Turnsaal Ursulinen, Graz

Wohnanlage

Max-Mell-Allee, Graz

Helmut-Zilk-Park, Wien

GeQ – das

Gesundheitsquartier,

Helmut-

Zilk-Park

Wien.

Bauträger:

at home

Immobilien,

Architektur:

einszueins.

© PIERER, WWW.PIERER.NET © RENDERING: FROMUNDER

Strobl-Bau-Chef Harald Strobl (r.) und

Holzbau-Geschäftsführer Johann Harrer.

Strobl Bau – Holzbau: Viktor-Kaplan-Volksschule Graz.

werklicher Flexibilität, erfordere

allerdings, um konkurrenzfähig

zu sein, gleichzeitig

ein möglichst hohes Systematisierungs-

und Automatisierungsniveau.

Steigende

Qualitätsanforderungen, das

Bestreben nach weiteren Bauzeitreduktionen

sowie zunehmender

Kostendruck würden,

so Lieb-Bau-Chef Gasser, zu

einer noch höheren Bedeutung

vorgefertigter Module

führen sowie deren Entwicklung

vorantreiben. Das wiederum

stelle, da sind sich die drei

Mitbewerber einig, alle Beteiligten,

von den Bauherren über

die Planer bis zu den ausführenden

Holzbauunternehmen

und ihren Mitarbeitern, vor

weitere Herausforderungen,

bereite aber auf der anderen

Seite wieder den Boden für

Innovationen und technologischen

Fortschritt.

„Wir werden uns noch stärker

in Richtung Vorfertigungskompetenz

entwickeln“,

erklären Strobl und Harrer.

Noch mehr Know-how, prognostiziert

auch Lieb-Bau-

Weiz-Geschäftsführer Gasser,

werde bereits während

der Planungsphase in die Projekte

einfließen – schon jetzt

sei im Holzbau mit seinen

spezifischen Anforderungen

während des Planungs- bzw.

Detailerarbeitungsprozesses

zwischen Architekten, Planern

und ausführenden Unternehmen

eine viel engere Kooperation

erforderlich als im

klassischen Hochbau. Nicht

zu unterschätzen, so Gasser,

seien auch die Investitionen

in Anlagen zur Vorfertigung

mit einem höheren Automatisierungsgrad.

Wer diese Prozesse

– Planung, Vorproduktion,

Logistik – im Griff habe,

der werde sich, ist Gernot Kulmer

überzeugt, über weitere

Zuwächse in diesem Segment

freuen dürfen. Schließlich,

zeigt Gasser ein weiteres Zukunftsfenster

auf, werde auch

die Sanierung von Holzbauten

immer mehr an Gewicht gewinnen.

QUALIFIKATION

IST TRUMPF

Besondere Bedeutung

komme zudem der Qualifikation

der Mitarbeiter zu. Der

Holzbau erfordere einen hohen

Ausbildungsstand, zudem

müsse in den Unternehmen

viel Know-how und Erfahrung

über den gesamten Errichtungszyklus

hinweg abrufbar

sein. „Fehlerhaft ausgeführte

oder schlecht gelöste Details

können zu Schäden und verkürzter

Nutzungsdauer führen

– und damit auch das

Image des Holzbaus insgesamt

schädigen“, merkt Lieb-

Bau-Chef Gasser an. Die entsprechende

Qualität ist nur

mit einem konstanten und gut

hochqualifizierten Mitarbeiterstamm,

häufig im Unternehmen

selbst ausgebildet, zu

schaffen. Auftragsvergaben

an Subunternehmen oder gar

Subsubvergaben seien, betont

Gernot Kulmer, bei ihm daher

ein Fremdwort.

Kow-how- und Wertschöpfungstiefe

gehen im

Holzbau somit Hand in

Hand und bewegen sich dabei

entlang einer in hohem

Maße regionalen Wertschöpfungskette,

die auch volkswirtschaftlich

von besonderer

Relevanz ist. Was die positiven

Aussichten allerdings trüben

könnte, warnen die drei

führenden steirischen Holzbauunternehmer

unabhängig

voneinander, seien Engpässe,

Verzögerungen oder teilweise

auch sehr abrupte, nicht

nachvollziehbare und noch

weniger weitergebbare Preisschübe

bei Brettschichtholz,

Brettsperrholzplatten oder

keilgezinktem Vollholz.

48

BUSINESS Monat


Daniela Katzbeck

führt gemeinsam mit

ihren Schwestern das

Rudersdorfer Traditionsunternehmen

mit ca.

220 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern.

GRENZEN

NEU AUSLOTEN

Daniela Katzbeck, geschäftsführende Gesellschafterin der familiengeführten Rudersdorfer

Holz-Alu- und Holzfenster-Herstellers „Katzbeck“, über aktuelle Fensterentwicklungen.

TEXT: WOLFGANG WILDNER, FOTO: KATZBECK

* RENDERING: NEXT CETUS BAUDEVELOPMENT GMBH UND RÜDIGER LAINER U. PARTNER ARCHITEKTEN ZT GMBH

Nehmen Sie einen Holz-Boom wahr?

Holz erlebt derzeit in der Bauwirtschaft

tatsächlich einen Boom, weil es hervorragend

zu einer Reihe von aktuellen Trends

passt wie z. B. Nachhaltigkeit, Regionalität,

gesundes Raumklima, Energieeffizienz etc.

Gleichzeitig lotet die moderne Architektur

mit dem Werkstoff Holz sowohl ästhetische

als auch bauphysikalische Grenzen neu aus.

Parallel zur Weiterentwicklung der Holzarchitektur

steigt natürlich auch die Nachfrage

nach Fensterlösungen, die optisch, technologisch

und qualitativ den neuen Ansprüchen

gerecht werden. Zum Beispiel sind die vorjährigen

Holzbaupreise in der Steiermark

und im Burgenland mit Katzbeck-Fenstern

und -Türen ausgestattet und auch heuer waren

wir am Siegerprojekt, der Viktor-Kaplan-

Volksschule in Graz, maßgeblich beteiligt.

Welche Rolle spielen Holzfenster

in der modernen Holzarchitektur?

In der Seestadt Aspern entsteht gerade

das HoHo Wien. Mit 24 Etagen und einer

Höhe von 84 Metern ist es das derzeit

höchste Holzhochhaus der Welt. Ein Holzbau

dieser Dimension stellte die Architekten

vor neue technische Herausforderungen. So

zeigte sich beispielsweise, dass aufgrund der

Höhe die Anforderungen bezüglich Schlagregendichtheit

und Windfestigkeit um ein

Vielfaches höher waren als üblich. Wir entwickelten

dafür in Zusammenarbeit mit der

Holzforschung Austria und der TU Graz

neue Fensterelemente mit speziellen Rahmenbreiten,

fixen Unterlichten und integrierter

Absturzsicherung.

Unter dem Namen „Window Air“

haben Sie gerade ein weiteres

Hightech-Fenster entwickelt?

Die Grundlage für diese revolutionäre Entwicklung

lieferte eine Studie, die Katzbeck

in enger Zusammenarbeit mit der Holzforschung

Austria erstellte. Dabei wurden die

bautechnische Umsetzbarkeit und der bauphysikalische

Nutzen einer direkt in das

Fens ter integrierten Frischluft-Einströmung

mit Wärmerückgewinnung in der Theorie

untersucht, verschiedene Modelle entwickelt

und auf ihre Praxistauglichkeit getestet.

Diese Innovationsleistung wurde u. a.

mit dem ACR-Kooperationspreis 2017 ausgezeichnet.

Worum geht es bei „Window Air“?

Bei der Errichtung von Wohnbauten, im

Objektbau und bei Sanierungen von Altbauten

liegt das Hauptaugenmerk auf der

Senkung des Energieverbrauchs. Erreicht

wird das hauptsächlich durch eine möglichst

luftdichte Bauweise. Damit wiederum rückt

das Thema „Lüftung“ in den Fokus. „Window

Air“ ist ein Fenster, das sich die Gesetze der

Thermik zunutze macht und ohne Elektronik

und ohne Strom automatisch lüftet. Es eignet

sich nicht nur für Neubauten, sondern auch

für die Sanierung von bestehenden Objekten.

Welche Ansprüche stellen Einzelkunden

sonst noch an Fenster?

Insgesamt wird bei Fenstern und Eingangstüren

heutzutage nicht nur auf Optik

und Qualität geschaut, sondern vor allem

auch auf Einbruchsicherheit.

© WALTER LUTTENBERGER

Holzbaupreis Steiermark 2017 für

die Viktor-Kaplan-Schule Graz.

Schlagregendichte Fenster:

HoHo Seestadt Aspern.

© SCHREINERKASTLER/CETUS BAUDEVELOPMENT GMBH *


GROSSE

INVESTITION

IN EINEN

ZUKUNFTSWERKSTOFF

Die Admonter Holzindustrie, exportorientierter Hersteller im Echtholzbereich, baut aus. Damit sollen die

Produkte – Böden, Platten, Türen, Wandelemente, Treppen – ein völlig neues Maß an Individualität erhalten.

TEXT: ELKE JAUK-OFFNER, FOTOS: THOMAS LUEF, ADMONTER

Die Admonter Holzindustrie investiert

in großem Stil in einen Zukunftswerkstoff,

um mehr und

effizienter produzieren zu können: zehn

Millionen Euro werden für den Standort

Admont aufgewendet. „Damit sind wir in

der Lage, die stark gestiegene Nachfrage zu

bedienen und auf individuelle Kundenwünsche

noch besser reagieren zu können“,

betont Vertriebsvorstand Ewald Fuchs.

Schließlich konnte man 2017 im Naturholzbodensegment

Zuwächse im zweistelligen

Bereich verzeichnen. „Die Maßnahmen sind

ein klares Bekenntnis zur 100 Prozent österreichischen

Produktion und ein wichtiger

Schritt, um Kapazitäten auszubauen, dem

starken Wachstum gerecht zu werden und

Arbeitsplätze in der Region zu sichern“, so

Fuchs. Admonter will auch als Gesamtraumausstatter

in Objekten in Zukunft noch intensiver

tätig werden.

Der neue Name Admonter Holzindustrie

AG samt neuer Rechtsform hat die vormalige

STIA Holzindustrie GmbH abgelöst.

„Der international bekannte Markenname

Admonter ist somit auch im Firmennamen

verankert. An der Beziehung zum Stift

Admont ändert sich damit nichts. Es ist zu

100 Prozent Eigentümer“, sagt Fuchs.

Das Wachstum ist auch auf die drei Tochterunternehmen

zurückzuführen: die Querschnitt

GmbH, die sich der Objektgestaltung

mit Holz widmet und sich vor allem an Gastronomie

und Hotellerie richtet, die Zulieferfirma

DH Holz für Lamellen und Altholz in

Kematen sowie die Vertriebstochter STIA

Schweiz.

ZUKUNFTSMUSIK

Das Lagerprogramm der Admonter Holzindustrie

ist grundsätzlich klein und besteht

aus den Topsellern, andere Bestellungen

werden nach Auftragseingang und just in

time produziert. Aus 60 Farbtönen, fünf Sortierungen,

sechs Strukturen, vier Dimensionen

und zwei Verbindungssystemen kann

gewählt werden, was eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten

ergibt. Erklärtes Ziel

ist es, selbst kleinste Mengen flexibel, schnell

und effizient produzieren zu können. Ab

2019 will man noch mehr Möglichkeiten zur

individuellen Produktgestaltung schaffen.

Unter dem Arbeitstitel „Admonter Manufaktur“

sollen Dielenlängen von bis zu acht

Metern, vom Kunden selbst ausgewählte Farben

sowie händisch erzeugte Strukturen wie

Handhobelung die Palette ergänzen.

Um das Produktprogramm optimal zu

präsentieren, wird gerade in der ehemaligen

Tischlerei der Feinschliff in der 300 Quadratmeter

großen neuen Wohnwelt in Admont

getätigt und so die bestehende Ausstellung

ergänzt. Hier werden die Einsatz- und Kom-

50

BUSINESS Monat


ADMONTER

HOLZINDUSTRIE AG

Das Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitern

ist im Besitz des Stifts Admont, das

mit einem Waldbesitz von 17.000 Hektar

Österreichs viertgrößter Forstbetrieb ist.

Die Admonter Holzindustrie AG ist nicht nur

das größte Tochterunternehmen, sondern auch

der mitarbeiterstärkste Betrieb im Ort. Von der

Erzeugung von Betonschalungsplatten hat sich

der Betrieb zum Spezialisten für Böden, Platten

und Stiegenlösungen aus Naturholz entwickelt.

Die Exportquote liegt bei über 70 Prozent.

www.admonter.at

binationsmöglichkeiten der Böden, Platten,

Wand- und Deckenverkleidungen, Innentüren,

Treppen und Akustikelemente

gezeigt. Integriert wird auch ein virtueller

Schauraum, in dem die Kunden diverse Böden

mittels Virtual-Reality-Brille visualisieren

können.

Das Sortiment wurde jüngst um Böden in

Eiche und Lärche, die mit einer Struktur in

Used-Optik den Saloon-Charakter des Wilden

Westens in heimische Wohnräume holen

sollen, erweitert. Darüber hinaus will man

mit einer Bodenkollektion im Mittelpreissegment

eine neue Zielgruppe ansprechen. Unter

dem Namen „ondo by Admonter“ werden

mit einer Auswahl an Eichenböden junge,

preisbewusste Häuslbauer angesprochen.

Farben, Oberflächen und Dimensionen sind

hier begrenzter, die Decklage etwas geringer

als beim Premium-Produkt.

Der Betrieb hat als erster österreichischer

Naturbodenhersteller vom Bundesministerium

für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt

und Wasserwirtschaft das Österreichische

Umweltzeichen erhalten. Es garantiert die

gesundheitliche und ökologische Unbedenklichkeit

von Produkten und soll als Orientierungshilfe

für Konsumenten dienen. Fußbodenbeläge

haben wegen ihrer großflächigen

Anwendung einen großen Einfluss auf die

Qualität der Innenraumluft. Bodenbeläge mit

dem Umweltzeichen müssen daher besonders

umweltfreundlich hergestellt sein, um

Emissionen von gesundheitsgefährdenden

Schadstoffen zu minimieren. Das Holz muss

zur Hälfte aus nachhaltiger Forstwirtschaft

stammen, der Bodenbelag nach der Nutzung

verwertet werden können.

„Eine nachhaltige und ökologische Herstellung

war immer schon einer unserer wesentlichen

Werte“, sagt Fuchs, „unser Holz

stammt aus PEFC-zertifizierter, nachhaltiger

Forstwirtschaft. Holzreste verwenden wir als

Brennstoff in unserem Heizhaus, die Energie

versorgt unsere Anlagen mit Prozesswärme,

hält unser Werk, das ganze Stift Admont und

viele Haushalte von Admont warm und erzeugt

Strom für 260 Haushalte in der Region.

Auf unseren Hallendächern haben wir großflächige

Photovoltaikanlagen“, so Fuchs.

Die sogenannte EPD-Zertifizierung macht

den ökologischen Fußabdruck sämtlicher

Admonter Produkte bereits transparent. So

wird es auch möglich, die ökologische Wertigkeit

gesamter Objekte, in denen Admonter

Naturholzprodukte zum Einsatz kommen,

zu evaluieren. „Diese Thematik wird in

der Zukunft unerlässlich für den Objekt- und

Wohnbau sein“, ist Fuchs überzeugt.

„Die Maßnahmen

sind ein klares

Bekenntnis zur

100 Prozent

österreichischen

Produktion.“

EWALD FUCHS

Vorstand

Admonter Holzindustrie AG

Spielwiese für Innovationen:

Die Bodenstruktur in Used-Optik

schafft einen Saloon-Charakter.

BUSINESS Monat

51


„Statt des Holzkubus im Keller

entstehen heute architektonisch

wertvolle Saunaanlagen, angepasst

an den persönlichen Lifestyle.“

JOSEF DEISL

Geschäftsführer von DEISL Sauna & Wellness

Saunahandwerk auf höchstem Niveau

Individuelles Saunadesign trifft natürliches Wärmeklima: Im Ennstal fertigt das Team von DEISL Sauna & Wellness

von Hand maßgeschneiderte Unikate aus hochwertigem, naturbelassenem Holz.

Dabei gilt: Architektonische Herausforderungen sind überaus willkommen.

Wer zwischen Admont

und Schladming

in die

Selzthaler Straße einbiegt, der

rechnet wohl nicht damit, hier

auf einen der führenden Saunahersteller

Europas zu treffen:

DEISL Sauna & Wellness. Was

man in Finnland erwarten würde,

wird hier seit Generationen

praktiziert: Saunahandwerk auf

höchstem Niveau. Natürlich

– und das ist dem Geschäftsführer

Josef Deisl besonders

wichtig – mit österreichischer

Handschrift: „Wir schaffen Sauna-Unikate

aus hochwertigem

Holz, das aus nachhaltig bewirtschafteten

Wäldern stammt. Die

rundum persönliche Betreuung

unserer Kunden, die heimische

Fertigung und natürlich die Saunaqualität

selbst liegen uns dabei

besonders am Herzen.“ So wird

jede Sauna Hand in Hand mit

dem Kunden sorgfältig geplant

und im steirischen Ennstal von

Hand gefertigt.

Das Unternehmen liegt bereits

seit 1520 in Familienhand, ist

über Generationen gewachsen

und präsentiert sich heute als

innovativer Vorzeigebetrieb mit

Photovoltaikanlage am Dach und

einem groß angelegten Showroom

mit moderner Holzfassade.

Für Josef Deisl ist das kein

Widerspruch, sondern gelebte

Überzeugung: „Holz bestimmt

seit Jahrhunderten unser Leben,

und zwar Tag für Tag. Wir bauen

auf unsere Erfahrung in der richtigen

Auswahl und Verarbeitung

des bewährten Rohstoffs, bemühen

uns aber gleichzeitig, mit

neuen innovativen Saunakonzepten,

zukunftsfähigen Ideen

und verantwortungsvollem, unternehmerischem

Handeln die

europäische Saunakultur zu prägen.“

AUFWERTUNG

DES LEBENSRAUMS

Das spürt man schließlich

auch in jeder Sauna von DEISL.

Holz und Konstruktion sorgen

für ein unverwechselbares, intensives

und natürliches Wärmeklima.

Unverwechselbar ist

neben der Klimaqualität auch

die Kabine selbst: Jede Sauna

wird millimetergenau an die individuelle

Raumsituation des

Kunden angepasst. „Kein Raum

ist zu klein, kein Balkon zu

schma l und keine Dachschräge

zu steil,für eine maßgeschneiderte

Lösung.“ Ob Wohnzimmer,

Badezimmer, Garten oder Terrasse

– das erfahrene Fachplaner-Team

freut sich über architektonische

Herausforderungen

und sorgt dafür, dass jeder noch

so kompliziert geschnittene Lebensraum

durch einen schönen,

maßgeschneiderten Saunaeinbau

aufgewertet wird.

Das Design und die Ausstattung

richten sich ebenso ganz

nach Kundenwunsch. Hier wird

nahezu alles möglich gemacht.

„Die Gestaltungspalette ist so

vielseitig, dass man sie eigentlich

kaum vollends ausschöpfen

kann. Dennoch lassen sich beim

persönlichen Wunschdesign

auch klare Trends ausmachen“,

sagt Josef Deisl. Einer dieser

Trends ist der Einsatz von Glas.

Ob als Panoramafenster, Dachfenster

oder Übereckverglasung

BEZAHLTE ANZEIGE © THOMAS LUEF

52

BUSINESS Monat


Im obersteirischen Traditionsunternehmen

werden Sauna-Unikate

aus hochwertigem Holz gefertigt.

Geschäftsführer Josef Deisl legt

Wert auf Qualität, Nachhaltigkeit

und persönliche Betreuung.

eingesetzt, der Saunaraum öffnet

sich gegen den Wohnraum

hin. Die Grenzen zwischen

Wohn- und Wellnessraum verschwimmen.

Statt des Holzkubus

im Keller entstehen heute

architektonisch wertvolle Saunaanlagen,

die auch wieder öfter

genutzt werden als früher.

Warum? Weil sie sichtbar mitten

im Leben stehen.

SMARTE SAUNA

Auch die Wellnessbedürfnisse

haben sich zunehmend geändert,

erklärt der Geschäftsführer:

All-in-one lautet die Devise.

„Wer sich vor 10 oder 20 Jahren

noch mit einer rein finnischen

Sauna begnügt hätte, möchte

heute zu Hause die Klimavielfalt

einer Kombinationssauna sowie

Infrarot- und Farblichtanwendungen

genießen.“ Und das am

besten mit individuellen Nutzerprofilen

via Smartphone gesteuert,

sodass die smarte Sauna die

persönlichen Vorlieben kennt

und genau weiß, wie, wann und

vor allem wer welches Entspannungsprogramm

genießen

möchte. „All das ist heute dank

kompakter und vielseitiger Sauna-Technik

möglich. Das ,private

Spa‘ wird in einer innovativen

Kombinationskabine vereint und

ist vor allem – und das ist entscheidend

– auch mit kleinem

Budget leistbar geworden.“

Bei der Konstruktion setzt das

steirische Unternehmen auf Altbewährtes

– auf eine massive

Blockbohlenbauweise und Konstruktionshölzer

wie Zirben-,

Zedern- und Fichtenholz, die

sich aufgrund ihrer Materialeigenschaften

gut für den Saunabau

eignen. „Um eine optimale

Klimaqualität zu gewährleisten,

bauen wir unsere Saunakabinen

als ungesperrte Vollholzkonstruktion.

Der Gesundheit

zuliebe verzichten wir auf synthetische

Isolierungen, Lacke

oder Leime. Unsere Kunden atmen

also Natur pur“, so der Geschäftsführer.

Natürlich sind

auch Sonderlösungen möglich,

auf Wunsch kann etwa das immer

beliebtere Espenholz, Thermoesche

oder Altholz verbaut

werden. Dort, wo Isolierungen

nötig werden, greift DEISL ebenfalls

auf die Natur zurück und

dämmt mit reiner Schafschurwolle.

Schließlich soll sich die

gesundheitsfördernde Wirkung,

die der Sauna nachgesagt wird,

ohne Abstriche entfalten.

Dass die Gesundheit, der

Ursprung und der bewusste

Umgang mit Ressourcen entscheidend

für das Familienunternehmen

sind, zeigt auch

die Treecycling-Initiative von

DEISL – dabei werden für jede

neu gefertigte Sauna jeweils 10

Jungbäume im Naturpark Sölktäler

nachgesetzt. Schließlich soll

auch für kommende Generationen

die Lebensqualität erhalten

werden, die wir heute dank dem

Ökosystem Wald genießen.

INFOS UND

INSPIRATION:

DEISL Sauna & Wellness

Selzthaler Straße 41

8940 Liezen

Tel.: 03612/22 642

www.deisl.com

BUSINESS Monat

53


CHAMPIONS LEAGUE

STEIRISCHE TISCHLER

Die steirischen Tischler stehen nicht nur für höchste Qualität und feinstes Handwerk,

sondern sichern auch 5.000 Arbeitsplätze in fast allen Orten der Steiermark.

Jeder kennt einen. Kaum ein Ort

in der Steiermark, in dem das traditionsreiche

Gewerbe nicht ausgeübt

wird. Die Rede ist von den

steirischen Tischlern. Für ihre Kunden

gilt: Warum in die Ferne schweifen, wenn

das Gute doch so nah liegt? Was vielen

nicht bewusst ist: Die Tischler prägen den

Wirtschaftsstandort Steiermark bis in

die kleinsten Orte wie kaum eine andere

Branche.

WAS WÄRE, WENN?

Was wäre, wenn man – nur für den Augenblick

eines Gedankenspiels – alle steirischen

Tischler als ein Unternehmen

sehen würde? Dann würden die Tischler

in der steirischen Champions League

spielen, mit 5.000 Beschäftigten und nahezu

400 Lehrlingen. Sie würden gemeinsam

auf einer geschätzten Fläche

von 1.000.000 Quadratmetern (also auf

100 Hektar) individuelle Wohn- und Geschäftsraumlösungen

erzeugen. Diese

Kennzahlen machen die Tischler zum

Rückgrat des ländlichen Raumes der Steiermark.

WELTMEISTERLICH

Vom Lehrling zum Weltmeister? Auch

das geht in der Steiermark. Eine Lehre

beim Tischler bedeutet im wahrsten

Sinne des Wortes „die Bretter, die die Welt

bedeuten“. Manfred Zink holte 2015 in Sao

54

BUSINESS Monat


TISCHLER

UND HOLZ-

GESTALTER DER

STEIERMARK

Die Innung der Tischler

und Holzgestalter ist die

Interessenvertretung der

Gewerbetreibenden wie

Tischler und Parkettbodenleger,

weiters der Holzgestalter,

dazu zählen u. a.

Bildhauer, Binder, Drechsler

sowie Spielzeughersteller.

Körblergasse 111 – 113

8010 Graz

Tel.: 0316/601 481

wko.at/stmk/tischler

© WOHLSCHLAGER.AT, FOTOLIA, BEIGESTELLT

Paulo den Weltmeistertitel. Und auch

beim 58. Bundeslehrlingswettbewerb im

vergangenen Jahr in Wien räumten die

Steirer kräftig ab. Dreimal Gold, einmal

Silber und einmal Bronze zeugen vom extrem

hohen Niveau der steirischen Tischlerausbildung.

Karriere mit Lehre ist bei

den Tischlern weit mehr als ein hohles

Wortspiel. Das duale System wird mit viel

Inspiration gefüttert. Das spiegelt sich in

der Qualität der Facharbeiter wider.

WERTBESTÄNDIG

Wenn Tischler zu Philosophen werden

und sich ausgesuchte Hölzer in enger

Abstimmung mit anspruchsvollen Menschen

zum beeindruckenden Möbelstück

wandeln, dann wird das Tischlerhandwerk

zur Selbstverwirklichung für beide

Seiten und das Möbelstück zum zeitlos

schönen Wert, der das Potenzial hat, von

Generation zu Generation weitergereicht

zu werden.

Wo sonst bekommt man Lebensräume,

die ganz individuell auf die eigenen

Bedürfnisse und Ansprüche abgestimmt

sind, wenn nicht beim Tischler? Gefertigt

mit großem Können und modernster

Technik – und mit einer gehörigen

Portion Leidenschaft und Liebe! Die steirischen

Tischler machen Möbelstücke zu

langfristigen Begleitern, die Freude bereiten,

jeden Tag aufs Neue, Jahr für Jahr!

Und so bewahrheitet sich das langjährige

Motto: Der steirische Tischler macht’s

persönlich.

Oskar Wilde meinte vor über 100 Jahren,

dass die Menschen heute von allem den

Preis, doch von nichts den Wert kennen

würden. Diese Aussage ist gültiger denn

je! 80-Prozent-Rabattierungen sucht man

in der guten steirischen Tischlerwerkstatt

vergeblich. Und das ist gut so! Schließlich

sollten Preis und Wert übereinstimmen,

damit das Möbelstück als „preiswert“

wahrgenommen werden kann. Nur selten

stellen sich Konsumenten die Frage, wie

Rabatte unredlicher Dimension möglich

sind und wer davor über den Ladentisch

gezogen wurde.

Tischlerhandwerk ist mehr denn je

eine Frage des persönlichen Qualitätsverständnisses

und Anspruchs, aber auch

des Wertverständnisses. Die steirischen

Tischler schaffen Werte, die über Generationen

Bestand haben.

BUSINESS Monat

55


MIT HINGABE

UND LEIDENSCHAFT

Von der Zirbenliege mit beruhigender Wirkung bis zum Haus, das sich dank Modulbauweise

flexibel vergrößern und verkleinern lässt: Die Handwerksbetriebe der Meisterwelten Steiermark

setzen ihre innovativen Ideen mit Passion und Präzision um.

FOTOS: IKARUS.CC, TOM LAMM, COMMOD-HAUS

Komplettausstattung mit Emotionen

Als Komplettausstatter im gesamten

Innenausbau punktet Jürgen Stolz

von Stolz Möbel in St. Lorenzen

mit der großen Bandbreite an angebotenen

Meisterleistungen. Was in den 1950er-

Jahren auf einer Fläche von 35 m2 begann,

entwickelte sich über die Jahre und

Generationen zu einem Unternehmen mit

einer Betriebsfläche von rund 8.500 m2

und 50 Mitarbeitern. Das Kerngeschäft

ist auch heute noch die Tischlerei, aber

die Mitarbeiter verlegen auch Böden,

nähen Vorhänge, polstern Möbel, fertigen

Haustüren und Fenster, sorgen für Licht

und für Beschattung und haben vor allem

viele Ideen zum Wohnen. Großen Wert

legt Jürgen Stolz auch auf ganzheitliches

Arbeiten. Wie zum Beispiel beim

Einrichten von Wohnräumen. „Einzelne

Details sind schon wichtig, aber so richtiges

Wohlbehagen entsteht in einem Raum erst

dann, wenn alle Wohnelemente aufeinander

abgestimmt sind. Wenn ein Wohnraum

gelungen ist, dann löst er immer Emotionen

aus.“

STOLZ MÖBEL

www.stolz-moebel.at

56

BUSINESS Monat


Ein Haus, das mitwächst

Gerald Brencic und Michaela

Maresch, ausge

bi lde te A rc h i te k te n

und Inhaber eines Ingenieurbüros

für Innenarchitektur

in Graz, haben das erste

mitwachsende Haus Österreichs

entwickelt: Das COM-

MOD-Haus wächst mit und

schrumpft bei Bedarf wieder.

Die Bauzeit ist ungewöhnlich

kurz: Es ist in zwei Monaten

gebaut und an einem Tag aufgestellt,

ökologisch und trotz

hoher Standards bei Wohnqualität

und Energieeffizienz

preiswert.

„Wir haben ein variables Modulsystem

entwickelt, mit dem

sich das COMMOD-Haus mühelos

den jeweiligen Lebensphasen

anpasst“, erklärt Michaela

Maresch, „wenn aus

Paaren Familien werden oder

ein Heimbüro gebraucht wird,

wächst das COMMOD-Haus an,

und wenn der Platzbedarf weniger

wird, schrumpft es wieder.“

Dafür wurden unterschiedlich

große Module entwickelt, die

sich vielseitig und mehrgeschoßig

kombinieren lassen.

Jeder Grundriss und jede

Dachform sind möglich, alle

sichtbaren Flächen können individuell

gestaltet werden.

Dass das Haus aus Modulen

besteht, merkt man weder innen

noch außen. Das Haus besteht

zu 99 Prozent aus Holz

und entspricht dem Niedrigenergiestandard.

COMMOD

HAUS GMBH

www.commod-house.com

Handwerk mit Fingerspitzen gefühl

Das Handwerk in die Wiege gelegt

bekommen hat Michaela Gether.

Schon ihre Großeltern haben sich

in der Familientischlerei mit dem Thema

Einrichten beschäftigt. Über 60 Jahre danach

entwickeln Michaela Gether und ihr Team

in Straden mit viel Feingefühl zeitgemäßes

Einrichtungsdesign. Zahnarztpraxen und

private Wohnrefugien, aber auch Weingüter

und Verkaufsräume in ganz Österreich wurden

von ihr schon gestaltet. Die ganzheitlichen

Konzepte verbinden individuelle Planung

und fachkundige Umsetzung sowie neben

meisterhaft gefertigtem Mobiliar auch

Vorhänge, Teppiche, Lampen und Farbberatung.

Einen besonderen Fokus legen die Einrichter

von Gether auf die Gestaltung von Küchen,

denn gerade hier sollte jeder Handgriff und

jede Bewegung stimmig und praktisch sein.

Daher wird ergonomischen Prozessen in der

Küche, wie zum Beispiel Arbeitsplatzhöhe oder

Arbeitswegen, großer Wert beigemessen.

GETHER – DIE

EINRICHTER

www.gether.at

BUSINESS Monat

57


Handwerk mit Handschlagqualität

Sie sind energieeffizient und deutlich

schneller gebaut als Ziegelhäuser: Franz

Steinbauer und Herbert Hopfer bauen

Häuser aus Holz. Weil Holz atmungsaktiv

ist, punkten sie darüber hinaus mit einem

ausgesprochen angenehmen Raumklima.

Die Riegelbauweise garantiert eine gute

Dämmung und sorgt dafür, dass die Energie

im Haus bleibt. Deshalb lassen sich mit

Holz auch Niedrig-Energiehäuser einfach

und kostengünstig bauen. Ein Haus aus Holz

muss nicht notwendigerweise nach Holz

aussehen. Innen und außen kann beispielsweise

eine Putzschicht aufgetragen werden, eine

Plattenfassade kann für eine schöne schlichte

Optik sorgen.

Gefertigt werden auch Carports, Dachstühle,

landwirtschaftliche Gebäude, Hütten, Hallen,

Balkone, Innenausbauten oder Wintergärten.

Das Team um Steinbauer und Hopfer arbeitet in

einem gro ßen Netzwerk und legt viel Wert auf

Handschlagqualität.

HOLZBAU

STEINBAUER

& PARTNER

www.holzbau-steinbauer.at

Meister der Proportionen

Für Helmut Leitner von Wohlfühlräume

Leitner aus St. Stefan ob Leoben ist Wohnen

eine Lebensphilosophie. Präzise Blickachsen,

viel Aussicht, spannende Einsichten – die

Wohlfühlräume, die er plant und baut, zeichnen

sich durch ideale Proportionen, klare Raumstrukturen

und Feinheiten aus. Sein Credo: Damit man

sich in einem Raum so richtig wohlfühlt, muss

das Verhältnis der Länge zur Breite und Höhe

ausgewogen sein. Die großen Linien sollten symmetrisch

verlaufen. Klare Strukturen schaffen Sicherheit,

der Raum lässt sich auf den ersten Blick

erfassen. Um diesen Prinzipien treu zu bleiben,

greift Helmut Leitner gerne auf Feng Shui zurück.

Für seine maßgefertigten Möbel werden die

Raummaße mit einem 3D-Laser gemessen.

CAD- und 3D-Zeichnungen zeigen detailgetreu,

wie Wohlfühlräume nach der Fertigung aussehen.

Die Herstellung erfolgt in der hauseigenen

Tischlerei. Leitner bietet seinen Kunden auch einen

Möbelhandel mit maßgebauten und fertigen

Möbelstücken an.

ING. HELMUT

LEITNER

www.www.wfr.co.at

58

BUSINESS Monat


Tischlerei mit Liebe zur Zirbe

Der Baum der Familie Zitz ist die

Zirbe, die „Königin der Alpen“.

Liegen, händisch verzinkte Betten,

Schaukelwiegen, Lampen, Herrgottswinkel,

Weinkisten, Jausenbretter und die gute alte

Eckbank: Die Tischlerei in Judenburg hat

sich aus gutem Grund ganz dem Zirbenholz

verschrieben. Denn die Zirbe hat viele gute

Eigenschaften und eine beruhigende Wirkung:

Ihr Wirkstoff, das sogenannte Pinosylvin, ist

z. B. dafür verantwortlich, dass sich das Herz

pro Nacht bis zu 3.500 Schläge erspart.

Die von Manfred Zitz entwickelten

Liegestühle aus Zirbenholz werden aus

einem einzigen Baumstamm geschnitten

und händisch gefertigt. Jedes Stück ist

einzigartig, weil man sich den Baum selbst

aussuchen und beim Fertigungsprozess dabei

sein kann. Die Zirbenliegen gibt es als uriges

Wohnmöbel fürs Bauernhaus genauso wie als

zeitgenössisches Designobjekt. Bei den Betten

wird die Zirbe zugunsten eines modernen

Designs oft mit Glas oder anderen Hölzern

kombiniert. Wer ein besonderes Taufgeschenk

sucht: In Kinderbetten und Schaukelwiegen

können Namen und Geburtsdatum des

Kindes eingraviert werden.

Die Tischlerei, die mittlerweile der

Schwiegersohn von Manfred Zitz, Daniel

Moitzi (Foto), führt, bietet auch alle klassischen

Leistungen wie Böden, Türen und

Fenster samt Einbau sowie die komplette Innenausstattung

an.

TISCHLEREI ZITZ

www.zirbenliebe.at

Erste Tischlerei in der Steiermark

Sie war die erste in der Steiermark.

Die Tischlerei der

Familie Schaden besteht

seit 1888, und das durchgehend

in Familienhand. Das Führungstrio

Florian, Anton und Christoph

Schaden (Foto, v. l.) setzt mit seinem

Unternehmen Lebensräume

Schaden in Jagerberg auf Spannung

und Kontrast, Leichtigkeit

und Menschlichkeit und die Verbindung

von Alt und Neu.

Wichtig bei der Planung von

Lebensräumen ist ihnen Platz

für die Persönlichkeit des Bauherrn.

„Es sind oft die vielen

kleinen persönlichen Dinge, die

den Charme eines Wohnraums

ausmachen und die eine interessante

Spannung zwischen Liebgewonnenem

und Wertvollem

herstellen.“ Werterhaltung ist

überhaupt ein Markenzeichen.

So ist der Familienbetrieb

auch bekannt für den Bau und

die Renovierung von Kastenfenstern.

Zahlreich sind auch die

Referenzen in diesem Bereich:

Die Präsidentschaftskanzlei in

der Wiener Hofburg, das naturhistorische

Museum, das Universalmuseum

Joanneum, die

Grazer Burg und die Karlskirche

in Wien sind nur Beispiele aus

der langen Liste.

LEBENSRÄUME

SCHADEN

www.schaden.co.at

Mehr meisterliche Handwerksbetriebe auf www.meisterwelten.at

BUSINESS Monat

59


1934 legte der Großvater von

Susanna Marinic-Knittelfelder

mit einer kleinen Möbeltischlerei

den Grundstein für das Einrichtungshaus

Knittelfelder in

Gleisdorf. Heute beschäftigt das

Unternehmen 17 Mitarbeiter.

ZWEI MIT

GROSSEN PLÄNEN

Susanna Marinic-Knittelfelder und ihr Gatte Bernd haben 2008 das Einrichtungshaus Knittelfelder

in Gleisdorf auf neue Beine gestellt. An die Tischlerei, die schon der Großvater gegründet hat,

bauten sie ein modernes Möbelhaus und brachten dort ihren Stil ein. Ein Gespräch über Leidenschaft,

schöne Werkstoffe und eine Branche, die sich selbst kannibalisiert.

TEXT: DANIELA MÜLLER, FOTOS: MARIJA KANIZAJ

Von der vorweihnachtlichen

Hektik ist zwei

Tage vor Weihnachten

in der Tischlerei von Susanna

Marinic-Knittelfelder

und Ehemann Bernd nichts

zu spüren. Drei Mitarbeiter

erledigen letzte Arbeiten. Zeit

für einen Streifzug durch die

Werkstätte. Ein alter Steyr-

Traktor steht in der Ecke, er

weist auf eine Zeit hin, in der

die Uhren noch langsamer

gingen. Bernd Marinic streicht

über ein dickes Brett Eichenholz,

das auf seinen Einsatz

wartet. Besonders schöne,

rare und kostbare Stämme

kauft er auf Lager. Eiche,

Nuss, Zirbe seien gerade die

begehrtesten Hölzer, erklärt

Marinic. Denn nicht nur die

Verfügbarkeit von schönem

Holz ist auf lange Erfahrung

60

BUSINESS Monat


„Schöne

Möbel nicht

zu Ende

gedacht, ist

leider nur ein

halber Effekt.“

SUSANNA MARINIC-

KNITTELFELDER

GF Einrichtungshaus

Knittelfelder

und gute Kontakte zurückzuführen,

auch die Preise steigen

jährlich. Ein Abwälzen auf den

Kunden ist nur bedingt möglich

– mit Verschnitt ist der

Verbrauch in der Massivholzarbeit

schwer zu kalkulieren.

„Ein bisschen ist das Liebhaberei,

was wir hier tun“, betont

Marinic.

FREI PLANEN

Er ist der Planer, der mit seiner

Geradlinigkeit und Strukturiertheit

für die typische puristische

Formensprache des

Stils des Einrichtungshauses

sorgt. Seine Gattin verfeinert

mit ihrem Auge für farbliches

Zusammenspiel seine Entwürfe

mit den passenden Stoffen,

Teppichen, Vorhängen oder

Accessoires. „Schöne Möbel

nicht zu Ende gedacht, ist leider

nur ein halber Effekt“, betont

Marinic-Knittelfelder.

Gutes Handwerk ist für beide,

frei planen zu können. Das

bietet einerseits die Tischlerei,

mit der rund 60 Prozent

des Umsatzes erreicht wird.

Den anderen Part erfüllt der

Möbelhandel mit seiner Vielzahl

an bekannten Marken und

Qualitäten. Viele der Kunden

bleiben es über Jahre. Oft beginne

es mit einer Küche und

sukzessive werde das gesamte

Haus nach den Kundenwünschen

eingerichtet, erklärt Marinic-Knittelfelder.

FAMILIENBETRIEB

Eigentlich sollte eine ihrer

beiden Schwestern den Betrieb

übernehmen. Diese erlernte

das Tischlerhandwerk

und ging zum Praxissammeln

nach Deutschland, wo

sie letztlich blieb. So entschied

die studierte Betriebswirtin

Susanna gemeinsam mit ihrem

Mann, einem Automatisierungstechniker,

in die Fußstapfen

des Vaters zu steigen.

Den Betrieb gegründet hat der

Großvater im Jahr 1934, damals

noch als Möbeltischlerei,

und führte noch eine Landwirtschaft.

In den 1960er-Jahren

übernahm sein Sohn das

Geschäft, hat es weiter ausgebaut

und um den Möbelhandel

erweitert. 2008 errichtete

die Tochter mit ihrem Mann

das neue Gebäude direkt im

Anschluss an die Tischlerei,

um den Kunden Komplettlösungen

anbieten zu können. 17

Mitarbeiter arbeiten heute im

Betrieb, zwei Lehrlinge machten

kürzlich ihren Abschluss.

HERAUS FORDERUNGEN

Die letzten zehn Jahre bedeuteten

für das Paar mutige

Entscheidungen, viel Arbeit

und hohe Investitionen. Das in

einem Umfeld, in dem reihum

Handwerksbetriebe schließen

und die großen Möbelhändler

den Wertverfall der

Möbelpreise kräftig forcieren.

Auch der Lehrberuf des

Tischlers ist ständigen Veränderungen

unterworfen und

fordert, was die Ausbildungsrichtlinien

betrifft. Während

sich früher alles in der Werkstätte

abspielte, ist heute das

Um und Auf die Vorbereitung

und genaue Planung am PC.

Erst wenn dort fehlerfrei vorgearbeitet

wurde, kann das

Werkstück gelingen. Die eigentliche

Handarbeit übernimmt

heute vielfach die

CNC-Fräse. Trotz aller Herausforderungen

bleibt Marinic

optimistisch. „Ich glaube,

dass für den heimischen

Nussholztisch auch ein Markt

kommen wird. Wie beim Oldtimer.“

BUSINESS Monat

61


INNOVATION TRIFFT

TRADITION

Holz lebt. Genauso wie die Begeisterung von Thomas Raß und Karin Auer von

Auer Woodwork für den vielseitig einsetzbaren Werkstoff. Mit ihrem Unternehmen

zeigen sie, wie man auf bewährtes Handwerk setzt und trotzdem mit der Zeit geht.

TEXT: LISSI STOIMAIER, FOTOS: THOMAS LUEF, OLIVER WOLF

TIMELINE

1934

JOHANN AUER

GRÜNDET WAGNEREI

1972

GRÜNDUNG DER

TISCHLEREI

GOTTFRIED AUER

2009

ÜBERNAHME DURCH

SCHWIEGERSOHN

THOMAS RASS UND

KARIN AUER SOWIE

UMWANDLUNG IN DIE

AUER TISCHLEREI GMBH

Seit über 45 Jahren widmet

man sich in der

Tischlerei Auer in Heiligenkreuz

am Waasen, auch

bekannt als „Auer Woodwork“,

ganz dem Thema Holz in all

seinen Facetten. Das Unternehmen

unter der Leitung

von Thomas Raß und Karin

Auer hat sich von einer handwerklichen

Tischlerei in einen

modernen Betrieb entwickelt.

Vieles hat sich über die Jahre

verändert, aber eines blieb immer

gleich: die Faszination für

den Werkstoff selbst.

„Das Spannende an unserer

Arbeit ist, dass es nie das Gleiche

ist. Die Ergebnisse sind alle

Einzelstücke, die individuell

auf den Kunden zugeschnitten

sind“, erklärt Geschäftsführer

Thomas Raß. „Das Werkstück

wird mit dem Kunden in

Bezug gebracht und so erhält

man ein stimmiges Resultat.“

Einfachheit im Entwurf, Originalität,

Materialgerechtigkeit

und Orientierung an der

Funktion sind dabei nicht nur

Schlagwörter. „Von Einzelstücken

bis zu Komplettausstattungen

bieten wir innovative

Lösungen für Privatkunden

wie auch Geschäftskunden.“

ABWECHSLUNGSREICH

Viel verändert hat sich jedoch

in puncto Verarbeitung.

So erfreut sich unter anderem

Holz in Kombination mit

unterschiedlichsten Materialien

wachsender Beliebtheit.

Holz mit Lack, Glas oder auch

Stoff – den kreativen Ideen sind

dabei fast keine Grenzen gesetzt.

„Auch bedrucktes Holz

wird immer öfter angefragt“,

verrät Karin Auer. Ein Comeback

kann die Eiche verzeichnen.

„Wurde Eichenholz früher

oft dunkel gebeizt, was ihr

ein leicht altmodisches Image

Präzise Planung ist der erste Schritt zum perfekten Ergebnis.

62

BUSINESS Monat


Das junge, motivierte

Team von Auer Woodwork

rund um Thomas

Raß und Karin Auer.

über die Jahre verpasste, liegt

die Holzart nun wieder voll im

Trend.“

Auch das Thema Ressourcennutzung

und Nachhaltigkeit

haben schon längst Einzug

in die Werkhallen gefunden.

So wird vom Rohstoff Holz bis

zum letzten Abschnitt alles

verwendet. Das kleinste Riemchen,

zum Beispiel, kann noch

bei einer Wandvertäfelung

zum Einsatz kommen.

INVESTITIONEN

IN DIE ZUKUNFT

Mit der Zeit gegangen ist

man bei Auer Woodwork

ebenso in der Produktion.

Handwerkliche Qualität trifft

hier auf modernste Maschinen.

„So haben wir auch die

Möglichkeit, alle Möbel zur

Gänze im Haus zu fertigen.“

Vom ersten Bleistiftstrich bis

zur letzten Schraube auf der

Baustelle kommt alles aus einer

Hand.

Auf Leistung aus dem eigenen

Haus setzt man auch bei

der Ausbildung des Personals.

Die Mitarbeiter des jungen

Teams haben allesamt die

Lehre im Betrieb gemacht und

sind so bestens mit dem Unternehmen

und dessen Philosophie

vertraut.

GUTE

ZUSAMMENARBEIT

Auf dieses Know-how greifen

auch gerne externe Firmen

zu. „Wir machen viele Lohnfertigungen.

Und auch die

Zusammenarbeit mit Architekten

und Innenarchitekten

funktioniert bestens“, erklärt

Thomas Raß.

Für die Zukunft setzt das

erfolgreiche heimische Unternehmen

weiterhin auf die

Verbindung aus Tradition und

Innovation. „Qualität und präzise

Arbeit, um dem Kunden

das bestmögliche Ergebnis zu

bieten. Dabei setzen wir auf

bewährte Handwerksarbeit

im Kombination mit modernster

Technik“, ist sich das Führungsduo

Auer und Raß einig.

www.auer-woodwork.at

Das Resultat der Arbeit kann

sich sehen lassen.

BUSINESS Monat

63


Kantinengespräche

Doris Stiksl,

Geschäftsführerin

proHolz

HÖCHSTE ZEIT

FÜRS HOLZZEITALTER

Doris Stiksl ist Geschäftsführerin

von

proHolz Steiermark.

Eine Frau, die für

den Werkstoff Holz so richtig

brennt. In unserem Kantinengespräch

zeigt sie sich etwas

ungehalten. Es gebe keine Zeit

zu verlieren, sagt sie. Im Bereich

Bauen müssten wir für

ein gutes Klima ehest in das

Holzzeitalter wechseln. Es sei

bereits fünf vor zwölf.

Frau Stiksl, Sie haben

täglich mit Holz zu tun.

Was beschäftigt Sie?

Stiksl: Wir haben den Auftrag,

uns den großen Themen

zu widmen. Österreich ist zur

Hälfte bewaldet, die Steiermark

zu zwei Drittel. Der Wald

wächst, ohne dass wir Energie

hinzufügen. Wir sollten uns

fragen, was wir uns im Bereich

Bauen noch leisten wollen und

können, und auch hinterfragen,

was in Zukunft gefördert

werden soll. Können wir uns

weiterhin leisten, Bauaufträge

nur unter dem Augenmerk der

kurzfristigen Kosten zu vergeben,

mit Kunststoff zu isolieren

und so Sondermüll-Bauten zu

errichten, die keinen Mehrwert

liefern, sondern ausschließlich

CO 2

produzieren? Oder geht es

darum, nachhaltige Gebäude

zu errichten und Folgekosten

zu berücksichtigen? Ein Drittel

der Energie, die wir aufwenden,

geht für Gebäude auf, ein

Fünftel der Treibhausgase wird

über Gebäude verursacht. Wir

könnten 71 Prozent der CO 2

-

Emissionen sparen, wenn wir

mit Holz bauen würden. Der

Bau ist für uns ein Hebel für

mehr Nachhaltigkeit und Mehrwert

für die Regionen.

Wenn man das Sprichwort:

„Ich sehe den Wald vor

© THOMAS LUEF

64

BUSINESS Monat


Doris Stiksl hält es beim Essen wie bei ihrem Arbeitsthema Holz:

Nachhaltigkeit ist Trumpf. Sie lebt gesund, ihre Lebensmittel

kauft sie, sofern erhältlich, bei lokalen Produzenten.

Ihre Mittagspause verbringt die Geschäftsführerin gelegentlich

in der Kantine am proHolz-Standort Reininghausstraße 13a.

Dort fand auch das Kantinengespräch statt, das Business-

MONAT-Chefredakteurin Daniela Müller führte.

lauter Bäumen nicht“

hernimmt: Hat man Holz als

Baumaterial aus den Augen

verloren?

Nein, bestimmt nicht.

Gerade in der Steiermark haben

wir viele Vorzeigebauten, die

anderen als Vorbild dienen.

Die Reininghausgründe

sind hier ein gutes Beispiel.

Mit den neuen Materialien –

das Brettsperrholz ist ja eine

steirische Erfindung – wurde

Holz eher wiederentdeckt.

Beim Wohn- und Gewerbebau

hat der Holzbau aber noch

viel Potenzial. Aber so

lange Fördermittel nicht an

Nachhaltigkeitskriterien oder

CO 2

-Parameter gebunden

werden, wird im Bereich

des nachhaltigen Bauens die

Entwicklung sehr klein sein –

und das können wir uns nicht

leisten.

Es geht auch darum,

Arbeitsplätze in den Regionen

zu generieren. Immerhin ist der

Wald im weitesten Sinne mit

seinen 55.000 Arbeitsplätzen

der größte Arbeitgeber in der

Steiermark. Nicht zuletzt trägt

eine gute Architektur dazu

bei, dass eine Region an Wert

gewinnt.

Wie ließe sich ein Umdenken

erreichen?

Ein einfaches Beispiel: Ein

Plastikmöbel ist nach fünf

Jahren abgewohnt, ein 30 Jahre

alter Holztisch kann noch

immer schön sein. So müssen

öffentliche Bauherren auch

denken. Wir dürfen Bauwerke

nicht mehr nur als solche

fördern, sondern in Verbindung

mit der Frage, welche

Baumaterialien verwendet

werden, wie viel CO 2

eingespart

werden konnte und was mit

den Materialen am Ende ihrer

Lebenszeit passiert.

Auch die Frage, wie ein Raum

auf unsere Gesundheit und auf

unserer Wohlbefinden wirkt,

muss beantwortet werden.

Wie visionär dürfen wir sein

in Sachen Holz?

Wir werden in Zukunft

Holz finden, wo es noch nicht

erwartet wird, etwa in der

Automobil- oder sogar der

Computerfertigung. Es gibt

bereits Forschungsprojekte,

wo man Holz im Fahrzeugbau

nicht nur im Furnierbereich,

sondern auch bei tragenden

Teilen einsetzen will. Im

Moment noch hat Holz gegen

den niedrigen Stahlpreis

das Rennen verloren. Doch

es ist absolut wichtig, in

Forschung und Entwicklung

zu investieren. Mit dem

Brettsperrholz haben wir es

vor 20 Jahren vorgemacht. Das

ist jetzt Exportschlager und

steirische Unternehmen liefern

nach London und Sydney wo

sechs- bis achtgeschossige

Bauten entstehen.

Sie haben selbst zwei fast

erwachsene Kinder.

Mit welchem Bezug zum

Holz sind sie aufgewachsen?

Meine Kinder sind auf

einer Säge groß geworden.

Sie lieben noch immer den

Holzgeruch und schätzen unsere

Holzmöbel. Mein Sohn hat sein

Sommerpraktikum bei einem

großen Holzbauer gemacht.

Wohin es sie beruflich verschlägt

ist noch nicht absehbar – da rede

ich ihnen nicht drein, wichtig

ist, dass ihre Herz mit dabei ist,

dann ist es gut!

BUSINESS Monat

65


HOLZ NEWS

Hasslacher Preding investiert in die Zukunft

Die Hasslacher Preding Holzindustrie

betreibt am Standort Preding ein

Sägewerk mit einem Einschnitt von

250.000 fm, produziert 110.000 m²

Konstruktionsvollholz, 90.000 m³

Hobel ware, 70.000 t Pellets, 1.100.000

Sonderpaletten und Verpackungslösungen

sowie 1.000.000 kWh Strom pro Jahr.

Damit sichert das Unternehmen 220

Arbeitsplätze am Standort und sorgt bei

regionalen Zulieferbetrieben indirekt für

eine zusätzliche Wertschöpfung. In den

letzten beiden Jahren wurden mehr als

7 Mio. Euro in die Modernisierung, den

Anlagen-Ausbau sowie die Infrastruktur

investiert und damit über 40 neue

Arbeitsplätze geschaffen.

Geschäftsführer Manfred Steinwiedder.

AUSZEICHNUNG

FÜR NACHHALTIGKEIT

Eines der Herzstücke ist die neue

Abbundanlage, mit der Holzbaubetrieben

fertig abgebundene Bausätze für z. B.

Dachstühle oder Carports in bester

Zimmererqualität geliefert werden können.

Von Preding aus werden die verarbeiteten

Produkte nicht nur in die Region und

europäische Länder, sondern bis nach Japan

und Korea verbracht. Zusätzlich ist das

Holzindustrieunternehmen idealer Partner

der heimischen Industrie für die Produktion

von maßgefertigten Containerschlitten und

Schwerlastverpackungen.

2016 wurde der Hasslacher Preding Holzindustrie

für ihre nachhaltigen Investitionsmaßnahmen

von der Republik Österreich

die Auszeichnung „klimaaktiv – Kompetenz

im Klimaschutz“ verliehen. Über 30 Jahre

Bemühungen in der Region wurden mit

dem steirischen Landeswappen belohnt.

Infos: hasslacher.com

Klimaschutzgerät aus Holz

„Atmosphere4500professional“ von €cosys ist ein

Steuerungssystem für Betriebe, das alle Energieverbraucher

wie beispielsweise Beleuchtung, Druckluft,

Heizung und verschiedenste weitere Anlagen vernetzt,

unbenutzte bzw. leerlaufende Arbeitsbereiche

erkennt und den Ressourcenverbrauch senkt oder die

Verbraucher gänzlich abschaltet. Außerdem zeigt das

Klimaschutzgerät aus Holz in Empfangsbereichen,

was sich im Unternehmen in puncto Klimaschutz bewegt.

www.oecosys.com

Holz trifft Sterne

Die deisl Parkettmanufaktur

steht für höchste

Qualität und Individualität.

Zusätzlich holt das Liezener

Unternehmen im wahrsten

Sinne des Wortes die Sterne

vom Himmel. Exklusiv bei

Deisl kann man sich Original-Kristalle

von Swarovski

in den Boden einarbeiten

lassen. „Schriftzüge, Linien

oder geometrische Formen

funkeln wie Sterne am

Boden“, erklärt Geschäftsführer

Michael Deisl (Foto

rechts).

parkettmanufaktur.com

© HASSLACHER GRUPPE, €COSYS, DEISL

66

BUSINESS Monat


BIZOCIETY

1

2

BUSINESS

HISTORY MONAT

Studierende des Instituts für

Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte

unter der Leitung

von Univ.-Prof. Stefan Karner haben

in einer Seminararbeit die Firmengeschichten

traditioneller steirischer

Unternehmen aufgearbeitet. Erschienen

sind diese im Business History

Monat, der am 20. November in den

Räumlichkeiten des Klavierhauses

Fiedler präsentiert wurde.

3

4 5 6

8 9

7

1. Prof. Stefan Karner, Nicole Niederl,

Daniela Müller (beide STEIRERIN/

Business MONAT) und Seminarleiter

Walter Iber.

2. Gediegener Rahmen im Klavierhaus

Fiedler für die Präsentation des

einzigartigen Wirtschaftsalmanachs

Business History Monat.

3. Seminarleiter Heidemarie Guggenbichler-

Brunner (l.) und Philipp Lesiak (r.).

4. Redakteurin Elke Jauk-Offner und

Robert Engele (Kleine Zeitung).

5. Thomas Krautzer (Uni Graz) und

Nina Zechner (IV).

6. Unternehmer Siegfried Prinz

mit Sohn Christian Prinz.

7. Die Klaviervirtuosen Tereza Kalabova

und Johannes Gugg.

8. Juwelier Hans Schullin und

Gemeinderat Michael Schunko.

9. Siegfried Lenz mit Denise Schuschko-

Linke und Hans-Jürgen Maier

(STEIRERIN/Business MONAT).

10. Ewald Wurzinger (Hanf-Wasser) und

Stephan Fiedler (Klavierhaus Fiedler).

11. Die Patentanwälte Gernot Wirnsberger

und David Lerchbaum.

12. Yvonne Bernhard und Stefan Pommer

(Erzherzog-Johann-Weine).

68

BUSINESS Monat


10

11

AUS DER PRAXIS

© THOMAS LUEF

12

Die Studierenden Matthias Zillner,

Tobias Solacher und Admir Suljic (v. l.)

haben sich für den „Business History

Monat“ die Unternehmensgeschichte

der Rubner Holzindustrie genau

angeschaut. „Besonders interessant

an dem Projekt war das praxisnahe

Arbeiten. Da es wenige schriftliche

Unterlagen gab, haben wir viele

Interviews geführt und aus der

Oral History eine informative

Unternehmensgeschichte erstellt.

Ein spannendes Uni-Projekt in

Zusammenarbeit mit einem

großartigen Unternehmen.

Wir sind stolz, daran teilgenommen

zu haben“, sind sich die drei

Studenten einig.

Fortsetzung folgt! Auch 2018

wird mit dem „Business History

Monat“ Unternehmensgeschichte

geschrieben. Interessiert? Alle

Informationen dazu findet man unter

www.businessmonat.at

Raiffeisen

www.raiffeisenbusinesslauf.at

Do, 3. Mai

Graz - Innenstadt

Anmeldung:

ab 23. Jänner

Ein Event von:

EVENTS·PR·BRAND-CONSULTING


1 2

DIE WEITE WELT

DER MUSIK

Im Jahr 1815 gegründet, geht der Musikverein

für Steiermark heuer in seine 203.

Spielzeit. Als größter Konzertveranstalter

der Landeshauptstadt Graz und Tor zur

internationalen Musikwelt präsentiert der

Musikverein im prächtigen Stephaniensaal,

der zu den akustisch besten Konzertsälen

der Welt gehört, hochkarätig besetzte

Orchester-, Kammer- und Solistenkonzerte

sowie Liederabende.

3

4

Geschäftsführer Michael Nemeth berichtete

im Rahmen des 299. Marketing Clubabends

im Congress Graz über die Tätigkeit des

Musikvereins, der pro Jahr rund 35.000

Besucher verzeichnet. Neben Informationen

zu Organisation, Programmierung und

Schwerpunkten der Spielplangestaltung

gab der Referent eine Einführung zum

anschließenden Konzertabend, der die neue

Chefdirigentin des Grazer Philharmonischen

Orchesters, Oksana Lyniv, präsentierte.

Oksana Lyniv zeigte sich mit einem

spritzigen Programm, das auch ein Werk

aus ihrer ukrainischen Heimat umfasste.

© MARKETING CLUB/OLIVER WOLF

5

6

1. Präsident des Marketing Club

Graz Thomas Foscht mit

dem Referenten Michael Nemeth

(Musikverein Graz) und dem

Moderator des Abends

Harald Korschelt (v. l.).

2. Thomas Foscht (Marketing Club Graz)

und Othmar Ederer (Grawe).

3. Reinhard Granec (EuroPharma, l.) und

Andreas Jaklitsch (Rotes Kreuz).

4. Günther und Alfred Ornig (Odörfer, v. l.).

5. Erich Postl (CFS) mit Elfriede (l.)

und Lea Ehrenhöfer.

6. Michael Nemeth (Musikverein),

Ljiljan Cvjetkovic und

Leopold Hrovat (v. l.).

70

BUSINESS Monat


Holz-Champions-League: Erhard Pretterhofer,

Matthias Ammann, Tom Kaden, Heinz Gach, Monika Zechner,

Doris Stiksl, Franz Titschenbacher, Hubert Lang (v. l.).

Werner Ressi (GF Energie Graz), Reinhard Herzog (GF BEWO),

Gerhard Fleissner (GF Fleissner & Partner), DI Boris Papousek

(GF Energie Graz, v. l.).

© HOLZCLUSTER / FOTO FISCHER

ERFOLGSBILANZ BEIM

HOLZ-CLUSTEREMPFANG

Die Steiermark konnte sich längst als Vorreiter für zukunftsweisende

Holztechnologien etablieren – vom Hamburger Woodie, bei dem sich

371 Studentenwohnungen in Holz-Modulbauweise stapeln, über den

spektakulären Dome of Visions in Kopenhagen bis hin zum Wiener HoHo,

dem höchsten Holzbau der Welt. Beim Holz-Clusterempfang gaben sich

die Marktführer der steirischen Holzindustrie, die größten grün-weißen

Forstbesitzer sowie die Spitzenvertreter der Landespolitik die Ehre, um

sich bei spektakulärem Blick über die Grazer Skyline zu den aktuellen

Erfolgsgeschichten des Holzclusters zu informieren.

STROM SELBST

PRODUZIEREN

Mit dem neuen Modell „Unser Eigenstrom“ der Energie Graz ist es für

Bewohner einer Wohnanlage erstmals möglich, Strom selbst zu produzieren

und zu nutzen. Mehrparteienhäuser mussten mit Photovoltaikanlagen

erzeugten Strom bislang ins Netz einspeisen. Eine Gesetzesänderung macht

die Pilotprojekte möglich. Sie starten für Bewohner der Wohnanlage in der

Dreihackengasse 18 (Bauträger BEWO) und des „Geidorf Centers“ in der

Scheidtenbergergasse 5 in Graz (Bauträger Fleissner & Partner). Planung,

Installation, Verteilung, Abrechnung, Wartung, gegebenenfalls Finanzierung

werden von der Energie Graz umgesetzt.


HEADS & NEWS

NEUES AUS DER STEIRISCHEN WIRTSCHAFT

1 2 3

4 5

6

7

1 High-End-Logistik von Knapp

Im deutschen Bodelshausen befindet sich

das Headquarter, das Factory-Outlet und

das neue Logistikzentrum des international

erfolgreichen Modekonzerns Marc Cain.

Mehr als drei Millionen Kleidungsstücke

durchlaufen jährlich das moderne Lager. Das

neue Logistikgebäude zentralisiert mehrere

Lagerstandorte und ist mit modernster

Technologie der Knapp AG ausgestattet. „Für

die Umsetzung suchten wir einen textilaffinen

Partner, bei dem alles aus einer Hand

kommt. Bei Knapp hat das Gesamtpaket aus

Technik, Software und Referenzen gepasst“, so

Logistikleiter Robert Boland.

2 „Tunnelohren“ aus Österreich

Das System AKUT, das akustische

Tunnelmonitoring, ist nun erstmals

in einem Tunnel in Südengland im

Einsatz. Die Innovation des steirischen

Forschungsunternehmens Joanneum

Research wurde gemeinsam mit der Asfinag

bis zur Serienreife entwickelt. Das in

Österreich auch als „Tunnelohren“ bekannte

Sicherheitssystem erkennt untypische

Geräusche wie einen Reifenplatzer oder

auch Stimmen und löst deutlich schneller

Alarm aus, als es Videosysteme alleine

können. Weitere Verhandlungen mit

Autobahnbetreibern und Vertriebspartnern

in Norwegen, Schweden, Dänemark

sowie in China werden derzeit geführt.

Foto: Projektleiter Franz Graf, Asfinag-

Vorstandsdirektorin Karin Zipperer und

Joanneum-Research-Geschäftsführer

Wolfgang Pribyl (v. l.).

3 1.000. Neuwagenauslieferung

Mitte Dezember 2017 konnte das Autohaus

Ford Gaberszik den 1000. Neuwagen des

Jahres übergeben. „Dies unterstreicht

das Rekordjahr des Autohauses, das

sich größter steirischer Ford-Händler

und sechstgrößter österreichweit nennen

darf“, zeigte sich Geschäftsführerin Maria

Gaberszik erfreut. Foto: Helmut Berger von

Ford Austria, GF Maria Gaberszik mit der

stolzen Besitzerin Wilfrieda Rumesch und

Verkaufsberater Ewald Hässler (v. l.).

4 Mehr Erholung dank

heimischer Innovation

In der heutigen Leistungsgesellschaft

ist effiziente Erholung wichtiger denn

je. Sehr alarmierend aber ist, dass

mittlerweile jeder vierte Österreicher an

Schlafstörungen leidet. Die innovative

Technologie von „Genii“ setzt hier an

und bringt mehr Leistung, schnellere

Regeneration sowie erholsameren Schlaf.

Die österreichische Innovation erzeugt

mit einem Schwingungsgenerator ein

natürliches elektromagnetisches Feld,

das wie ein Dirigent mit dem Taktstock

die Basis für die richtige Synchronisation

aller lebensnotwendigen Regel- und

Funktionsabläufe im Körper schafft. Foto:

Geschäftsführerin Barbara Himmelsbach

und Snowboarder Benjamin Karl.

www.genii-health.com

5 Platz 1 für Schoellerbank

Der größte Bankentest im

deutschsprachigen Raum, der

„Elite Report“, kürte die Elite der

Vermögensverwalter. Banken aus

Deutschland, Österreich, der Schweiz

und Liechtenstein wurden detailliert

geprüft – nur 43 der 352 getesteten

Vermögensverwalter ließen die geforderte

Qualität erkennen. Die Schoellerbank

erhielt erneut die höchste Punkteanzahl

und ist zum sechsten Mal in Folge auf Platz

eins. Foto: Heimo H. Haidmayer, Direktor

Schoellerbank Graz

6 Tag der steirischen

Kfz-Wirtschaft

Ende November traf sich das Who-is-

Who der weiß-grünen Kfz-Wirtschaft

zum großen Branchentreff des Jahres

im Europasaal der WKO Steiermark

und richtete hier den Fokus auf die

Chancen durch neue Technologien.

Rund 300 Gäste folgten der Einladung

von Landesgremialobmann Klaus

Edelsbrunner (Kfz-Handel),

Landesinnungsmeister Josef Harb (Kfz-

Technik) und Landesinnungsmeister-Stv.

Josef Niegelhell (Karosseriebautechnik)

zum größten Branchentreff des Jahres.

Foto: Josef Niegelhell, Josef Harb, Klaus

Edelsbrunner und WKO-Vizepräsident

Andreas Herz (v. l.).

© KNAPP AG, JOANNEUM RESEARCH, AUTOHAUS GABERSZIK, FOTOATELIER MOSER, FOTO FISCHER

72

BUSINESS Monat


7 Publikumspreis gewonnen

Mit „Emma“ entwickelte die exthex GmbH mit

Sitz in Graz-Gösting eine zukunftsweisende

softwaregestützte Lösung, um älteren

Menschen mit einfacher Unterstützung im

Alltag einen längeren Verbleib in den eigenen

vier Wänden zu ermöglichen. Emma – die

flexible Lebensassistenz wurde nun beim Pitch

des INiTS Gründerservice vorgestellt und

konnte sich gleich den Publikumspreis sichern.

8 Coding Contest 2018

Bereits zum 7. Mal lädt die Knapp AG

Schüler und Studenten zum Coding Contest

in das Headquarter nach Hart bei Graz.

Beim Programmierwettbewerb können sie

ihr Coding-Know-how zeigen und ihr Wissen

an einer kniffligen Programmieraufgabe aus

der Logistikpraxis testen. Der Termin für den

nächsten Coding Contest ist der 2. März 2018.

Ab sofort kann man sich unter coding-contest.

at anmelden. Mitmachen können Interessierte

ab 16 Jahren. Anmeldeschluss ist der

14. Februar 2018.

9 Auszeichungen

In traditioneller Weise fand auch heuer wieder

die große Vogl+Co-Weihnachtsfeier in der

Schießstattgasse in Graz statt. Dabei wurden

von der Firmenleitung alle Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter aus den Filialstandorten

eingeladen. Im Zuge der Feier wurden auch

wieder all jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

geehrt, die eine 10-, 20-, 30- oder eine 40-jährige

Firmenzugehörigkeit haben. Der „40-Jährige“ war

Manfred Kainz, der bereits seine Lehre bei Vogl+Co

begonnen hat. Foto: Prok. Günter Mayr, GF Gerald

Auer, Manfred Kainz, Alfred Kolleger, Prok. Petra

Strauß und GF Harald Glauninger (v. l.).

10 Erfolgreiches Jahr

Der Verpackungsspezialist A&R Carton Graz

erreicht nach über zehn Jahren wieder einen

Jahresumsatz von 100 Mio Euro. „Der nach über

zehn Jahren erstmals wieder dreistellige Umsatz (in

Mio. €), zusammen mit einem Rekordergebnis und

zahlreichen Auszeichnungen, machen 2017 zu dem

wohl erfolgreichsten Jahr der jüngeren Geschichte

des Unternehmens“, freute sich GF Peter Szabó.

8

9

10

KUMMST

AMOL!

EGON7

Das Septett wird auch am diesjährigen

Bauernbund-Ball die „LaHü“-Bühne

mit Songs aus den verschiedensten

Musikrichtungen rocken.

Mit

dabei …

DJ Enrico Ostendorf

Bekannt aus der Sendung „Antenne

Partyhitmix“ legt er jeden Freitag und

Samstag ab 20 Uhr auf Antenne und

am 9. Februar live in der Antenne Boll-

werk Disco

am Bauernbundball auf.

Einlass: 18.30 Uhr, Eröffnung: 20.00 Uhr

Dresscode: Tracht oder Abendkleidung

!

Nähere Informationen:

bauernbundball.at

Karten

erhältlich

Steirischer Bauernbund •

Zentralkartenbüro •

Ö- Ticket •

© by NEUES LAND Medien GmbH

www.neuesland.at


Tischlerei Pirchheim: Möbel und Tür in massiver Eiche, weiß lasiert,

natur geölt, Shoji-Türen mit Baumwollstoff. www.pirchheim.at

Tischlerei Mild: Die Wohnküche „Concept_01“ erhält durch die

Formgebung einen schwebend-leichten Zustand. www.mild1905.at

WERK-

SCHAU!

Heimisches Holzdesign kann sich sehen lassen.

Von schwebenden Küchen bis zu multifunktionalen

Wohnzimmermöbeln beweisen die steirischen

Tischler Kreativität und Können.

Tischlerei Breitenthaler: Tisch in Esche schwarz

lackiert, Platte aus Linoleum. www.breitenthaler.at

Tischlerei Lenz: Wohnzimmermöbel in Eiche gekalkt mit integrierten

Lautsprechern von „Trenner & Friedl“. www.tischlerei-lenz.at

Tischlerei Ulrich: Humidore in 3 verschiedenen Größen und

unterschiedlichen Holzausführungen. www.ulrich-wohnen.at

© PSBPHOTOGRAPHY, BELE, BEIGESTELLT

74

BUSINESS Monat


Der neue ŠKODA

KODIAQ

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