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Band41

106 104 Im Gegensatz zur

106 104 Im Gegensatz zur deutschen Schwimmausbildung der vergangenen Jahrzehnte legt man in Australien viel Wert auf eine intensive Wassergewöhnung. Diese findet in einem flachen Becken oder auf einem Podest statt auf der sich die Schwimmschüler selbständig ohne Auftriebshilfe frei bewegen können, sich ausprobieren und ihr eigenes Verhalten unter Kontrolle haben. Jegliche Art von Fortbewegung im Wasser erfolgt erst dann, wenn Kinder am eigenen Körper erfahren haben, wie es sich ohne Angst vorm Untergehen anfühlt, auf der Wasseroberfläche zu schweben. Die Grundlagenschwimmausbildung findet größten Teils in Bereichen des Schwimmbeckens mit einer maximalen Tiefe von einem Meter statt, denn nur unter dieser Bedingung können Schwimmlehrer im Wasser ausreichend Hilfestellung und Unterstützung garantieren. Die Vermittlung der Grundkenntnisse findet in möglichst kleinen Gruppen mit vier bis maximal acht Teilnehmern statt. Erst wenn bestimmte Fähigkeiten bei den Schwimmschülern gefestigt sind bzw. eine ausreichenden Körpergröße vorhanden ist (erfahrungsgemäß ab Klasse drei), unterrichtet der Schwimmlehrer außerhalb des Pools und kann eine Gruppe von acht bis zwölf Kindern betreuen. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf http://www.austswim.com.au und http://wassersicherheit-für-kinder.de oder bei Fragen schicken Sie mir doch bitte eine email an marcus@wassersicherheit-fuer-kinder.de. Autor: Marcus Parschau Sportwissenschaftler und AUSTSWIM Presenter Email: marcus@wassersicherheit-fuer-kinder.de Seite 104

107 105 105 RIED, BETTINA, GRACIELE MASSOLI RODRIGUES RIED, BETTINA, GRACIELE MASSOLI RODRIGUES Motorische RIED, BETTINA, GRACIELE und MASSOLI perzeptive RODRIGUES Vorerfahrungen und ihr Einflus Lernprozess des Brustbeinschlages bei verbaler und visueller In Motorische und perzeptive Vorerfahrungen und ihr Einfluss auf den Lernprozess Motorische und des perzeptive Brustbeinschlages Vorerfahrungen bei verbaler und und ihr visueller Einfluss Instruktion auf den Lernprozess des Brustbeinschlages bei verbaler und visueller Instruktion Einleitung Einleitung Ein Lernprozess findet nicht “im luftleeren Raum” statt. Jeder Lernprozess, auch der einer Ein Lernprozess findet nicht “im luftleeren Raum” statt. Jeder Lernprozess, auch der einer motorischen Fertigkeit, baut auf Vorerfahrungen auf (ROSALIE; MÜLLER, 2012; HODGES; motorischen Fertigkeit, baut auf Vorerfahrungen auf (ROSALIE; MÜLLER, 2012; HODGES; FRANKS, 2004; TANI ET AL., 2011). Diese können vielgestaltig sein, und das Erlernen einer FRANKS, 2004; TANI ET AL., 2011). Diese können vielgestaltig sein, und das Erlernen einer schwimmerischen Fertigkeit kann durch die verschiedensten Vorerfahrungen positiv, das heißt FRANKS, schwimmerischen 2004; Fertigkeit TANI kann ET AL., durch 2011). die verschiedensten Diese können Vorerfahrungen vielgestaltig positiv, das sein, heißt und erleichternd, erleichternd, oder oder aber aber auch auch negativ, negativ, den den Lernprozess Lernprozess erschwerend, erschwerend, beeinflusst beeinflusst werden. werden. Hierbei Hierbei ist nicht nicht nur nur wichtig, wichtig, dass dass der der Lehrende Lehrende sich sich über über diese diese Faktoren Faktoren und und deren deren Einfluss Einfluss auf den auf den Lernprozess bewusst ist, ist, sondern sondern auch, auch, dass dass möglicherweise möglicherweise andere andere wichtige wichtige Einflussfaktoren Einflussfaktoren daran ausgerichtet werden sollten, sollten, um um den den Lernprozess Lernprozess optimal optimal zu gestalten. zu gestalten. Unter Unter diesen diesen Einflussfaktoren, die die der der Kontrolle des des Lehrenden unterliegen, ist an ist erster an erster Stelle Stelle die Art die und Art und Häufigkeit der Instruktion zu zu nennen: so so kann kann die die Instruktion verbal verbal oder oder visuell visuell erfolgen, erfolgen, und und gewisse Informationen enthalten oder oder entbehren, wie wie z.B. z.B. Informationen über über die rhythmische die rhythmische Struktur der Fertigkeit. Diese gehört zu zu den den grundlegenden Merkmalen einer einer Fertigkeit, Fertigkeit, die sich die sich der Lernende als erstes aneignet (MEINEL; SCHNABEL, 2007; 2007; SCHMIDT; SCHMIDT; WRISBERG, WRISBERG, 2001; 2001; MAGILL, MAGILL, 2011) Die Literatur verweist hierbei hierbei darauf, darauf, dass dass ein ein positiver positiver Transfer Transfer von von Erfahrungen Erfahrungen über über zwei zwei Wege das das Lernen Lernen erleichtern erleichtern kann: kann: einerseits einerseits können können Ähnlichkeiten Ähnlichkeiten zwischen zwischen den den Bewegungsmustern Bewegungsmustern bereits bereits beherrschter beherrschter Fertigkeiten Fertigkeiten und und der der zu erlernenden zu erlernenden Fertigkeit Fertigkeit dieses dieses Lernen positiv beeinflussen. Dies ist z.B. bei der Delfin-Armbewegung der Fall, wenn der Lernen positiv beeinflussen. Dies ist z.B. bei der Delfin-Armbewegung der Fall, wenn der 2011) Lernende bereits den Kraul-Armzug beherrscht. Das Gleiche trifft auf den Transfer zwischen Lernende bereits den Kraul-Armzug beherrscht. Das Gleiche trifft auf den Transfer zwischen Kraul- und Rückenbewegungen oder zwischen dem Brustbeinschlag und dem Wassertreten im Kraul- und Rückenbewegungen oder zwischen dem Brustbeinschlag und dem Wassertreten im Wasserball und Synchronschwimmen zu. Andererseits können auch perzeptiv-motorische Wasserball und Synchronschwimmen zu. Andererseits können auch perzeptiv-motorische Analogien das Lernen fördern (ROSALIE; MÜLLER, 2012). In diesem Sinne erleichtern z.B. Analogien Erfahrungen das mit Lernen Ursache-Wirkung-Zusammenhängen fördern (ROSALIE; MÜLLER, in Aufbau 2012). und In diesem Nutzung Sinne von Widerlagern erleichtern z.B. Erfahrungen im Wasser, die mit im Ursache-Wirkung-Zusammenhängen freien Spiel im Wasser gemacht wurden, in Aufbau das Erlernen und Nutzung von Paddel- von Widerlagern und im anderen Wasser, grundliegenden die im freien Fertigkeiten Spiel im Wasser im Wasser gemacht (MANOEL, wurden, 1995). das Schließlich Erlernen von erleichtern Paddel- und anderen Erfahrungen grundliegenden mit rhythmischen Fertigkeiten Bewegungen im Wasser die Wahrnehmung (MANOEL, 1995). und Schließlich Wiedergabe erleichtern von Erfahrungen rhythmischen Strukturen mit rhythmischen (RIEDER ET Bewegungen AL., 1991; HONING, die Wahrnehmung 2012). Obwohl und die Literatur Wiedergabe klare von rhythmischen Hinweise auf diese Strukturen Verbindungen (RIEDER zwischen ET AL., Vorerfahrungen 1991; HONING, und 2012). Lernprozess Obwohl gibt, die sind Literatur bisher klare Hinweise wenig Details auf über diese diese Verbindungen Zusammenhänge zwischen bei Schwimmfertigkeiten Vorerfahrungen und bekannt. Lernprozess gibt, sind bisher wenig Details über diese Zusammenhänge bei Schwimmfertigkeiten bekannt. Ein Lernprozess findet nicht “im luftleeren Raum” statt. Jeder Lernproze motorischen Fertigkeit, baut auf Vorerfahrungen auf (ROSALIE; MÜLLER schwimmerischen Fertigkeit kann durch die verschiedensten Vorerfahrungen erleichternd, oder aber auch negativ, den Lernprozess erschwerend, beeinflus ist nicht nur wichtig, dass der Lehrende sich über diese Faktoren und dere Lernprozess bewusst ist, sondern auch, dass möglicherweise andere wichtig daran ausgerichtet werden sollten, um den Lernprozess optimal zu gesta Einflussfaktoren, die der Kontrolle des Lehrenden unterliegen, ist an erster Häufigkeit der Instruktion zu nennen: so kann die Instruktion verbal oder vi gewisse Informationen enthalten oder entbehren, wie z.B. Informationen üb Struktur der Fertigkeit. Diese gehört zu den grundlegenden Merkmalen einer der Lernende als erstes aneignet (MEINEL; SCHNABEL, 2007; SCHMIDT; WRISBE Die Literatur verweist hierbei darauf, dass ein positiver Transfer von Erfah Wege das Lernen erleichtern kann: einerseits können Ähnlichkeite Bewegungsmustern bereits beherrschter Fertigkeiten und der zu erlernende Lernen positiv beeinflussen. Dies ist z.B. bei der Delfin-Armbewegung d Lernende bereits den Kraul-Armzug beherrscht. Das Gleiche trifft auf den Kraul- und Rückenbewegungen oder zwischen dem Brustbeinschlag und dem Wasserball und Synchronschwimmen zu. Andererseits können auch pe Analogien das Lernen fördern (ROSALIE; MÜLLER, 2012). In diesem Sinn Erfahrungen mit Ursache-Wirkung-Zusammenhängen in Aufbau und Nutzun im Wasser, die im freien Spiel im Wasser gemacht wurden, das Erlernen