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Band41

14 Wiederholungen (vgl.

14 Wiederholungen (vgl. Tab. 1) kommt es dabei allmählich zu einer dauerhaften Entzündung der Sehnen im subakromialen Spalt (Fowler, 1997, S. 424). Tab.1: Schulterbeanspruchungen (in Wiederholungen pro Woche) in verschiedenen Sportarten (vgl. Johnson, 1986, S. 38) golf 150 javelin 200 baseball 600 tennis 1000 swimming 16000 2.1.2 Schaden (Tendopathie) der langen Bizepssehne Funktionell-anatomisch gesehen verläuft die lange Bizepssehne nach ihrem Ursprung oberhalb des Pfannenrandes in einer bänderüberdachten Rinne am Oberarmkopf (vgl. Abb. 5). Abb. 5: Verlauf der langen Bizepssehne (Geiger, 1997, S. 85) Bei Drehbewegungen, insbesondere der Außenrotation des hochgehaltenen Armes, z.B. beim Kraul- und Delphinschwimmen, hat die gespannte Sehne die Tendenz, die Knochenrinne nach innen zu verlassen. Begünstigt wird diese sogenannte Luxationsneigung zusätzlich durch die konstitutionelle Variation einer zu flachen Rinne mit ungenügender Sehnenführung und durch eine Bandinsuffizienz, z.B. durch posttraumatische Überdehnung des Ligamentum humeri transversum oder eine muskuläre Insuffizienz der zur Rotatorenmanschette gehörenden M. Subscapularis und teres minor. Durch die Verlagerung der langen Bizepssehne entsteht eine mechanische Irritation, die zur schmerzhaften entzündlichen Reaktion der Sehne und des umgebenden Gleitgewebes führt. 2.2 Ursachen Es existieren diverse Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit von Überlastungsschäden erhöhen. Diese reichen vom alltäglichen Umfeld über die Trainingsbedingungen bis hin zu den anatomischen und physiologischen Voraussetzungen der Sportlerinnen und Sportler. Shapiro (2001, S. 127ff.) teilt diese Faktoren in intrinsische und extrinsische Faktoren ein. Als

15 intrinsisch bezeichnet er dabei nicht-funktionale Ausrichtungen von Gelenken, Muskelimbalancen, Unbeweglichkeit, Muskelschwäche und Bänderinstabilität. Als äußere Einflüsse nennt er schlecht geplant oder durchgeführte Trainingsprogramme, technische Schwächen, zu hohe Belastungsdichten – sowohl Training als auch Wettkämpfe betreffend – oder allgemeiner: einem Ungleichgewicht zwischen der Belastbarkeit des Sportlers und der Beanspruchung. Im Folgenden werden die einzelnen Faktoren genauer betrachtet und auf die Überlastung der Schulter im Schwimmen bezogen. 2.2.1 Extrinsische Faktoren Trainingsfehler können eine Quelle für Verletzungen sein. Dies beinhaltet den unverhältnismäßigen Einsatz von Trainingsmitteln, wie Handplatten und Schwimmbretter (Shapiro, 2001, S. 127; Pohl & Rudolph, 2014, S. 291; Rudolph, 2015, S. 46) oder auch nicht durch entsprechende belastungssichernde Maßnahmen abgesicherte Belastungsumfänge und - intensitäten (Fröhner, 2008, S. 243). Der Sinn der Handplatten liegt in der Vergrößerung der Abdruckfläche und somit der Erhöhung des Widerstandes beim Abdruck zum Zwecke entweder des schwimmspezifischen Krafttrainings (Rudolph, 2015, S. 46) oder zur Erhöhung der Schwimmgeschwindigkeiten in Belastungszone 8 (Wilke & Madsen, 2015, S. 171). Die auf die Schulter wirkenden Kräfte werden somit erhöht und es entsteht das Potential, Schulterbeschwerden zu erhöhen. Außerdem kann es beim Training durch unvorbereitete Belastungssteigerungen – wie durch Belastungsumfang, -intensität oder auch Krafttraining – zu wiederholten Mikrotraumen und somit zu oben genannten Entzündungen führen. Aber auch mit progressiv gesteigerte Belastungsumfängen korreliert nach Sein et al. (2008) die Häufigkeit vom Impingement-Syndrom (r =.34, p = 0.01). Ebenfalls kann das Schwimmbecken Einfluss nehmen auf die Belastbarkeit der Schulter. Hier spielen heutzutage die Faktoren wie Wellen, die von der Seite kommen, keine große Rolle mehr. Als wichtig kann noch der Faktor Wassertemperatur angesehen werden. Mit 25 bis 27°C liegt die Wassertemperatur unter der Körpertemperatur und stellt somit eine zusätzliche Belastung dar. Betrachtet man die Wettkämpfe, so beeinflussen diese nicht nur die Art und Weise des Trainings, sondern auch welche Schwimmarten geschwommen werden, wie lange die Belastung andauert und in welcher Geschwindigkeit geschwommen wird. Unabhängig von der Schwimmart, die später im Wettkampf geschwommen wird, werden traditionell viele Kilometer im Training in Kraul geschwommen. Es ist wichtig für den Schwimmer, dass er sich eine Widerstandsfähigkeit gegen die hydrodynamischen Anforderungen im Wasser während des Schwimmens erarbeitet (Fröhner, 2008, S. 244). Diese Beanspruchungen sind schwimmspezifisch und können in dieser Art und Weise nur im Wasser trainiert werden (Witt, 2014, S. 156). Dies soll allerdings nicht bedeuten, dass es keiner Landtrainingsübungen bedarf, die Belastbarkeit zu erhöhen und sichern. 2.2.2 Intrinsische Faktoren Die Kraftausdauer umfasst eine der wichtigen konditionellen Fähigkeiten des Schwimmsports. Der Grund, warum diese wichtig für die hier dargestellte Thematik ist, dass es mit steigender Müdigkeit zu einer ansteigenden Aktivierung der Muskeleinheiten kommt, wenn der Schwimmer versucht, bei zunehmender Streckenlänge die Geschwindigkeit aufrecht