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Band41

18 Die

18 Die Verletzungsbiographie des Sportlers ist in diesem Zusammenhang auch nicht unbedeutend. Wer schon einmal verletzt war, wird sich mit größerer Wahrscheinlichkeit auch wieder verletzen (Tate, et al., 2012). Vor allem dann, wenn die Maßnahmen gegen die Schulterbeschwerden nicht hinreichend waren. 2.3 Rehabilitative Maßnahmen Bei Auftreten von Schulterproblemen sollten folgende Maßnahmen ergriffen werden (Shapiro, 2001, S. 133f.): - Differentielle Diagnose - Kontrolle der akuten Erscheinung - Heilung - Vermeidung wiederholter Verletzung Im Folgenden wird kurz auf die einzelnen Maßnahmen eingegangen. Differentielle Diagnose Den ersten Schritt in der Behandlung von Schulterproblemen stellt eine Diagnose der Beschwerde dar. Wie oben bereits erwähnt, ist die Diagnose „Schwimmerschulter“ keine ausreichend differenzierte Aussage. Darum sollte beim ersten Auftreten von Schulterproblemen ein Physiotherapeut oder Arzt aufgesucht werden, vor allem um Ursachen (wie technische Fehler oder muskulären Dysbalancen herauszufinden). Wichtig ist, dass dies möglichst zeitnah geschieht und nicht darauf vertraut wird, dass sich das Problem von allein löst. Eine differenzierte Diagnose ist wichtig, um die der Verletzung zugrundeliegenden Ursachen erforschen und beeinflussen zu können. Kontrolle der akuten Erscheinung Nachdem eine Diagnose gestellt wurde, geht es darum, die schmerzhaften Erscheinungen zu kontrollieren. Da es sich zumeist um die Kontrolle von Entzündungserscheinungen handelt, ist ein dauerhafter Zustand weder gut noch normal. Darum stellt die Entzündungshemmung die wichtigste Maßnahme bei der Behandlung der verletzten Schulter dar. Um dies zu erreichen, sollten die Maßnahmen Ruhe, Kühlung, Kompression und Hochlagerung (Shapiro, 2001, S. 134) durchgeführt werden. Diese Maßnahmen beinhalten in jedem Fall, dass es zu Trainingsunterbrechungen bzw. -einschränkungen kommt. Heilung Sehr oft beginnen die Athleten mit dem normalen Training, sobald die Schmerzen und Schwellungen verschwunden sind. Dies führt jedoch häufig zu einer erneuten Verletzung. Es sollte klar sein, dass Ruhe und Kontrolle der Entzündung nicht mit der tatsächlichen Heilung des Gewebes einher geht. Dies kann am besten geschehen, wenn man Bewegung als Teil des Heilungsprozesses etabliert. Hierfür eignen sich spezifisch, therapeutisch geleitete Übungen zur Kräftigung der Schulterrotatoren und der die Skapula fixierende Muskulatur (Jerosch, Castro & Sons, 1990, S. 183). Aerobe Ausdauerübungen können die Revaskularisierung unterstützen indem sie den Sauerstoffgehalt im Blut erhöhen. Ein allgemein-kräftigendes

16 19 Programm unterstützt die neuronalen Prozesse im verletzten Gewebe und stellt propriozeptive Mechanismen wieder her bzw. erhält sie, minimiert den Kraftverlust der umliegenden Strukturen und hilft, ungewollten Gewichtszunahmen entgegenzuwirken. Wichtig im weiteren Verlauf des Heilungsprozesses ist eine progressive Steigerung der spezifischen Belastung, was zu einer allmählichen Kräftigung des verletzten Gewebes führt. Diese sportspezifischen Übungen sollten auf die Aufgaben vorbereiten, die im weiteren Trainingsprozess erfüllt werden müssen. Sollte diese konventionelle Behandlung keinen Erfolg mit sich bringen, kann als letzter Ausweg eine Operation helfen. Vermeidung wiederholter Verletzung Nachdem die Verletzung abgeheilt ist und der Sportler wieder regulär an Training und Wettkampf teilnehmen kann, ist es wichtig, die Faktoren zu verändern, die zu der Verletzung geführt haben. Für Schwimmer ist ein wichtiger Baustein, dies zu erreichen, ein schwimmspezifisches Konditionierungsprogramm durchzuführen (Jerosch, Castro & Sons, 1990; Fu, Harner & Klein, 1991; King, 1995). Jeder Aspekt des Schwimmens, der zu der Verletzung geführt haben könnte, muss dabei angesteuert werden. Das beinhaltet Übungen für die Beweglichkeit, Maximalkraft, Kraftausdauer und Ausdauer. Beach, Whitney & Dickoff- Hoffman zeigten 1992, dass es vor allem zwischen Kraftausdauer der Schulterextensoren (rechts: r=-0.63; links: r=-0.55; p