Aufrufe
vor 4 Monaten

Band41

24 Nach diesen

24 Nach diesen Ergebnissen haben beim Delphin- und Kraulschwimmen im Training 15 der 18 Schwimmer Schulterbeschwerden und ein Sportler hat die Schulterprobleme ausschließlich beim Startsprung sowie einer ausschließlich beim Laufen. 11 von diesen 18 Teilnehmern kannten die Ursache ihrer Schulterprobleme. Sieben geben fehlende muskuläre Entwicklung als Ursachen an. Als weitere Gründe wurden angegeben: Technik (1), Entzündung der Supraspinatussehne (1), Schleimbeutelentzündung (1) und Verspannungen der Muskulatur (1). Die Gegenmaßnahmen bei aufgetretenen Schulterproblemen (21 Sportler) lassen sich (in Anlehnung an 2.3) folgendermaßen zusammenfassen: - Differentielle Diagnose: 7x (33,3%) - Kontrolle der akuten Erscheinung: 10x Pause (47,6%), 0x Kühlung, 1x Kompression (4,8%), 0x Hochlagerung - Heilung: 1x allgemeine aerobe Ausdauer (4,8%), 11x Kräftigung/ Stabilisierung der Schultermuskulatur (52,3%), 2x Operation (9,6%) - Vermeidung erneuter Verletzung: 15x Kräftigung (inkl. Physiotherapie) zur Stabilisierung der Schulter (71,4%), 9x Dehnung (inkl. Physiotherapie) zur Vorbeugung muskulärer Imbalancen (42,8%) Zwei Sportler haben bisher keinerlei Maßnahmen zur Behebung der Schulterbeschwerden ergriffen (darunter derjenige, der Schulterbeschwerden beim Laufen angab). Als präventive Maßnahmen geben insbesondere die beschwerdefreien Sportler (n=47) an (vgl. Tab. 3): Tab. 3: Absolute Häufigkeitsverteilung Nennungen Präventive Maßnahmen Präventive Maßnahme Anzahl Nennung (f) Dehnungsübungen 9 Kräftigungsübungen 24 Verabreichung Magnesium 1 Massage 1 Einreibung 1 Technik 1 Rückenschwimmen 15 Vor allem werden von den Befragten Kräftigungsübungen, Rückenkraulschwimmen sowie Dehnungsübungen als präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Rückenbeschwerden angegeben. Hinsichtlich des Bestehens von Zusammenhängen zwischen verschiedenen Einflussfaktoren und Schulterbeschwerden lassen sich aufgrund der geringen Stichprobengröße nur schwach ausgeprägte Korrelationen in den Berechnungen nachweisen, so insbesondere hinsichtlich:

22 25 - Alter: r = 0,34 - Einsatz von Handplatten: r = 0,28 - Training im LLZ bzw. BSP: r = 0,29 - Kilometerumfang Wasser: r = 0,37 - Zusätzliches Training (Anzahl je Woche): r = -0,26 Unter dem Blickwinkel von geschwommenen Kilometerumfängen und der Zunahme von Schulterbeschwerden sind für das Verständnis in Tab. 4 die real geschwommenen Kilometerumfänge der Sportler für die einzelnen Jahrgänge im Vergleich mit den laut DSV Nachwuchskonzeption geforderten Kilometerumfänge dargestellt (vgl. DSV – Nachwuchskonzeption Schwimmen 2020, S. 13). Tabelle 4: Vergleich zwischen IST- Kilometer Saison 15/16 am LLZ bzw. BSP Schwimmen Berlin und Vorgabe DSV- Nachwuchskonzeption (100%=DSV100; 75%=DSV75) Jahrgang IST DSV 100 DSV 75 2005 (km/Jahr) 655 (km/(km/Jahr) (km/Jahr) 2004 835 1150 875 2003 1094 2002 1461,3 1880 1410 2001 u. ä. 1746,2 2160 1920 Zeitpunkt des Auftretens von Schulterbeschwerden Hinsichtlich des Zeitpunktes des ersten Auftretens von Schulterbeschwerden lassen sich für die weiblichen und männlichen befragten Schwimmer folgende Mittelwerte berechnen, so geben Schwimmerinnen (n= 42) im Mittel das 13,1 und die Schwimmer (n= 26) das 14,7 Lebensjahr an, in dem die ersten Schulterprobleme auftreten. 5. Diskussion Im Rahmen der Befragung wurden verschiedene Aspekte von Schulterbeschwerden bei Sportlern des Aufbau-, Anschluss- und Hochleistungstrainings erhoben. Der Schwerpunkt war gerichtet auf das Auftreten von Schulterproblemen, um darauf aufbauend Hinweise für die Durchführung von präventiven Maßnahmen im langfristigen Leistungsaufbau geben zu können. Mit 56% (♂) und 57% (♀) in der Gruppe 2001 u. ä. stimmen diese Ergebnisse zur relativen Häufigkeit der Schulterprobleme mit bisherigen Studien überein (Salo & Riewald, 2008, S. 149; Sein, et al., 2008, S. 105; Tate, et al., 2012). Dieses Ergebnis unterstreicht zugleich die Wichtigkeit und Funktion präventiver Maßnahmen im Training der Schwimmer. Da bei den meisten der Sportler die Beschwerden beim Schwimmen auftreten, ist davon auszugehen, dass sie auch aufgrund des Trainings entstehen. Dies wird durch andere Studien unterstützt (Sein, et al., 2008). Es sind somit Überlastungserscheinungen, die in Entzündungen der Supraspinatus- und der Bizepssehne gründen. Diesem ist entgegenzusteuern und muss demnach einen essentiellen Bestandteil des langfristigen Trainingsprozesses darstellen. Betrachtet man die Hauptschwimmarten der Sportler, so zeigt