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Band41

44 auch ein Großteil

44 auch ein Großteil der olympischen Strecken. 400 und 800 Meter- Strecken sind der Mittelzeitausdauer (MZA) zuzuordnen (70-80% aerob), 1500 Freistil der Langzeitausdauer (LZA) I (75-80% aerob). Streckenlängen in Freiwasserwettbewerben mit einer Länge ab 5 Kilometern aufwärts wären der der LZA II, III oder IV zuzuordnen. Nach dem energetischen Profil der Zielstrecke ist ein entsprechend akzentuiertes Training sinnvoll. Tab. 2. Leistungsstruktur Schwimmen nach Ausdauerform und Funktionssystem (mod. Nach NEUMANN et al., 2013, S.165) Grundlagenausdauer Der Grundlagenausdauer kommt eine besondere Bedeutung zu, denn sie gilt als Basisfähigkeit für alle Arten der sportartspezifischen Ausdauer und bereitet wettkampfspezifische Ausdauer vor. EISENHUT & ZINTL (2013, S. 35) nehmen in Abhängigkeit der relevanten Tätigkeit zusätzlich eine Differenzierung in allgemeine, spezifische und azyklische Grundlagenausdauer vor. Die Grundlagenausdauer gilt als wichtige Voraussetzung um intensive Trainingsanforderungen bewältigen zu können, gilt als Indikator für Belastungsverträglichkeit und begünstigt die körperliche Erholung nach Belastungen. Sie wird beschrieben als „Ausdauerfähigkeit bei lang dauernden Belastungen in aerober Stoffwechsellage“ (SCHNABEL et al., 2014, S. 181). Direkten Einfluss auf Wettkampfleistungen hat sie somit in Langzeitausdauerdisziplinen. In solchen Wettkämpfen, in denen Kurz- und Mittelzeitausdauer gefordert werden, ist das Niveau der aeroben Grundlagenausdauer mit der wettkampfspezifischen anaeroben Ausdaueranforderung anforderungsgerecht abzustimmen. (vgl. ebd., S.182). Ausdauer- (Sportbiologische) Anpassung der Funktionssysteme Auf eine detaillierte Beschreibung der biologischen Grundlagen und Mechanismen der Energiebereitstellung sowie der Trainingsprinzipien wird an dieser Stelle verzichtet, da diese Ausführungen zu sehr vom Thema dieser Arbeit abschweifen. Dennoch sei an dieser Stelle auf diverse Literatur zum Thema verwiesen (vgl. DeMAREES, 2003; EISENHUT & ZINTL, 2013; NEUMANN et al., 2013; WEINECK, 2010; HOHMANN, 2014; SCHNABEL, 2014). Ausdauertraining wirkt auf bestimmte Funktionssysteme mit ausgewählten, meist messbaren, physiologischen Anpassungen. Systeme und Kenngrößen zeigt Tabelle 3: Seite 42

42 45 Tab. 3. Wirkung des Ausdauertrainings auf verschiedene Funktionssysteme (nach HOTTENROTT & NEUMANN, 2010, S.186 ff). 1. Herz- Kreislauf- System (Sportherz, HRV) 2. Atmungssystem (VO 2 max, VK, AMV, AÄ, RQ, HK) 3. Energiestoffwechsel (CP, ATP, KH, Fette, Proteine/Aminosäuren mit CK & Serumharnstoff) 4. Hormonsystem (Peptid- und Glykoproteinhormone, Steroidhormone, Tyrosinderivate) 5. Immunsystem (Reaktivität, J- Kurve) 6. Muskulatur (FTF & STF, Muskelfaserfläche, Kapillarisierung, Enzymaktivität, Mitochondrien und Energievorräte) Kraft „Die Kraftfähigkeit drückt sich darin aus, Bewegungswiderstände durch Muskelkontraktion überwinden bzw. äußeren Kräften entgegen wirken zu können“ (SCHNABEL et al., 2014, S.155) In den oben beschriebenen Kapitel 2 und 3 wird deutlich, dass die Kraftfähigkeiten zentraler Bestandteil der konditionellen Leistungsfähigkeit und zugleich Gegenstand des sportlichen Trainings sind, dabei tritt sie in verschiedenen Aktionsformen auf (vgl. HOHMANN et al., 2014, S.65). Die Kraftfähigkeit lässt sich unter mehreren Aspekten strukturieren: • Anteil der beteiligten Muskulatur (allgemeine und lokale Kraft) • Sportartspezifität (allgemeine und spezielle Kraft) • Arbeitsweise (dynamisch konzentrisch, dynamisch exzentrisch, statisch isometrisch, isokinetisch) • Beteiligung der motorischen Hauptbeanspruchungsformen (Maximalkraft, Schnellkraft, Kraftausdauer) • Körpergewichtsbezug (absolute und relative Kraft) (vgl. dazu WEINECK, 2010, S.351 f). Kraft- (Sportbiologische) Anpassung der Funktionssysteme Der Aufbau des Muskels und seine physiologische Wirkungsweise ist Gegenstand vieler sportwissenschaftlich orientierter Bücher. Die unterschiedlichen Kontraktionsformen der Skelettmuskulatur bilden die sportphysiologische Grundlage für Krafttrainingsmethoden (vgl. DeMAREES, 2003; EISENHUT & ZINTL, 2013; NEUMANN et al., 2013; WEINECK, 2010; HOHMANN, 2014; SCHNABEL, 2014). Krafttraining wirkt, abhängig vom Trainingsreiz, spezifisch auf die Skelettmuskulatur ein. Nicht nur der Energiestoffwechsel wird dabei gefordert, auch die nervale Ansteuerung der Muskulatur ist dabei entscheidend. „Die Anpassungen vollziehen sich sowohl in den motorisch-koordinativen Funktionen als auch im Energiepotenzial des Muskels“ (NEUMANN et al., 2013, S. 112). Seite 43