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Band41

48 Durch die Messung der

48 Durch die Messung der vortriebswirksamen Kräfte sollen allgemeine Aussagen zu den Kraftleistungsfähigkeiten getroffen werden, die Hinweise für die Akzentuierung des Krafttrainings geben. Eine Bewegungsanalyse hinsichtlich technischer Mängel in der Zugbewegung ist dabei möglich. „Es wird die Relation des Maxwertes und des Mittelwertes der Serie bewertet und der Zusammenhang zu den Testergebnissen am Power Rack hergestellt. Das Testergebnis dient als Bezugspunkt für die Bewertung des Kraftausdauertests“. (ebd., S.189). Sprungkrafttest Zwischen den azyklischen Anteilen (in Form von Abflug- und Abstoßgeschwindigkeit) der Wettkampfstrecken bei Start und Wende sowie der Sprungkraft besteht ein enges Verhältnis. Durch einen Strecksprung aus dem Stand ohne Armeinsatz wird mit einer dynamometrischen Plattform oder Sprungmatte mit Zeitmesseinrichtung die theoretische Treibhöhe durch die Flugzeit erhoben (ebd., S.170). Eine sinnvolle Ergänzung wurde mit dem Athletic Screening im Rahmen des Perspektivteamprojekts (PTP) nach TSCHOPP (2003) unternommen, indem praktikable Rumpfkrafttests durchgeführt werden (vgl. SWISS OLYMPIC, 2016, S.58ff). Weitere Screenings für die Kraftfähigkeiten in den Extremitäten sollten in diesem Rahmen erfolgen. Trainingsmittel des Kraft- und Ausdauertrainings im Schwimmsport Abbildung 2 veranschaulicht, dass der Einsatz verschiedenster Trainingsmittel vom Trainingsziel abhängig ist. Richtig eingesetzt, können verschiedene Trainingsmittel, neben den Möglichkeiten unterschiedlicher Trainingsinhalte und Trainingsmethoden, über Variationen zu einer Erhöhung der Reizwirksamkeit einer Trainingsaufgabe führen. Abb. 2. Das pädagogische- didaktische Modell der Trainingssteuerung (mod. nach HOHMANN et al., 2014, S.171) Im Folgenden soll ein Überblick über gängige, ausgewählte Trainingsmittel im Schwimmsport und deren Einsatz erfolgen und je nach Eignung, möglichen Trainingszielen zugeordnet werden. Anzustreben ist nicht zwangsläufig eine Erhöhung der absoluten Kraft, im Schwimmen ist die Relativkraft von großer Bedeutung, d.h. eine Kraftzunahme ohne größere Gewichtszunahme. Außerdem macht die Relativkraft Schwimmer untereinander vergleichbar (modifiziert nach RUDOLPH, 2015, S.163). Unspezifische Trainingsformen und –mittel tragen zu einer erhöhten Belastbarkeit des Gesamtorganismus bei. Die Bewegungstechnik sollte beherrscht werden, um solche Trainingsmittel gewinnbringend im Trainingsprozess anzuwenden und um Überbeanspruchung und Verletzungen zu vermeiden (vgl. HOTTENROTT & NEUMANN, 2010, S.107). Seite 46

46 49 In Anlehnung an die in Kapitel 3 vorgenommene Strukturierung der Kraft und Ausdauer erscheint es sinnvoll, Trainingsmittel nach diesen Gesichtspunkten zu unterteilen. Tabelle 4 stellt einen Versuch dar, die ausgewählten Trainingsmittel nach folgenden Gesichtspunkten in eine Übersicht zu bringen: • Spezifität (unspezifisch, semispezifisch, spezifisch) • Kraftart (Kraftausdauer, Schnellkraft, Maximalkraft) • Muskeleinsatz (lokal oder allgemein) • Sauerstoffaufnahme (irrelevant, gering, hoch) • Muskelansteuerung (nervale Besonderheiten & Trainingseffekt nach Zielperspektive) Tab. 4. Übersicht der Effekte ausgewählter Trainingsmittel nach Kraft- und Ausdauerstruktur (Maximalkraft-MK; Schnellkraft-SK; Kraftausdauer-KA, Schnelligkeitsausdauer-SA) Trainingsmittel Spezifität Kraftart Muskeleinsatz Sauerstoffaufnahme in Bezug zur GSA Besonderheiten/ Effekt Übungen mit eigenem Körpergewicht Schlingentraining unspezif. (meist Grundlagentraining) unspezif. Allg. Kraft (KA) Allg. Kraft (KA) Komplex = Allgemein, Isoliert = lokal allgemein Irrelevant, HK- Akzente im Zirkeltraining Irrelevant, HK- Akzente im Zirkeltraining Variationsreich, Zusatzlasten möglich, Prävention möglich, Stabilisationstraining, Sprungkraft↑ Wirksamkeit gegenüber klassischem Stabilisationstraining↑ (RIEGLER,2014) Langhantel unspezif. MK Lokal & allgemein irrelevant Allg. Kraftvoraussetzungen↑, Explosivkraft↑, Sprungkraft↑ Skilanglauf, Kanurennsport, Rudern, (+Ergometer) Schwimmbank Maximal (SK) Schwimmbank Ausdauer (KA) semispezif. semispezif. semispezif. KA MK, SK KA Lokal (obere Extremitäten) +allgemein Lokal (Armarbeit) 1/6 Gesamtmuskul atur 91% VO 2 max von GSA (OGITA, 1996) schneller; FQ↓ bei gleichem Energieverbrauch (Zamparo,2006) Seite 47