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Band41

92 90 andere

92 90 andere Rettungsgesellschaften – ASB, DRK in ihren strukturellen Einheiten; Kultusministerien in ihren Länderhoheiten und Schulen auf der Grundlage unterschiedlicher Lehrplanunterlagen; BDS, DTB, VDST in ihren Struktureinheiten sowie Privatanbieter u.a.), hieraus abgeleiteten mannigfaltigen Interessen, Ziele, Inhalte, Anforderungen und Bedingungen sowie sehr unterschiedlichen Organisationsformen (Training, Unterricht, Lehrgang, Kurs …) vermittelt wird. Auch unter dieser Sicht wird sehr vielfältig der Begriff des „Schwimmers“ diskutiert und interpretiert. Die Bedingungen der Schwimmabzeichen reflektieren den gesellschaftlichen Anspruch an das Könnens Niveau des Schwimmens. Demnach könne z.Z. jeder schwimmen, der die Bedingungen für den Erwerb des „Seepferdchens“ erfüllt. In unserem Kreise und aus heutiger Sicht können wir sicher dieser Auffassung nicht folgen! Abb. 3 Grundausbildung im Schwimmens Vorliegende Untersuchungsergebnisse weisen deutlich darauf hin, dass Kinder (und Erwachsene), die im Besitz des „Seepferdchens“ sind und keine angeleitete weitere schwimmerische Qualifikation erfahren haben, nicht in der Lage sind, unter 0,3 m/s Gegenstrombedingungen auch nur annähernd kontrollierte Bewegungen im Wasser auszuführen. (Beise 2015) Mit dem Nachweis des „Frühschwimmerzeugnisses“ wird allen Beteiligten (Kinder, Eltern, Angehörige, ...) eine unreale Einschätzung von sicherem Verhalten im tiefen Wasser vermittelt. Seite 90

Seite 91 93 91 Zu Recht machen auch Stemper/Kels (2016) darauf aufmerksam, dass die bisherigen Studien, Befragungen, Statistiken … jeweils unterschiedliche Bezüge und Maßstäbe zum Schwimmen können aufweisen und fordern deshalb eine „allseits anerkannte (Definition) und Operationalisierung von Schwimmfähigkeit oder Schwimmen können anhand konkreter Kriterien und Normen“. Abb. 4 Komplexer Zusammenhang und Prozess der Entwicklung des Könnens im Schwimmen Es kann davon ausgegangen werden, dass die Entwicklung des Könnens im Schwimmen ein komplexer Prozess ist (Vgl. Abb. 4), der sich als Teil sportlich-motorischer Handlungsfähigkeit im Grad der ziel-, inhalts- und bedingungsadäquaten Beherrschung der Bewegung im Wasser zur Erfüllung individueller Leistungsanforderungen äußert. (Beise, 2016) Jeweiliges Ergebnis dieses komplexen Prozesses (Vermitteln, Lernen, Üben, Trainieren, Wettkämpfen …) ist die auf (Vortriebs-) Leistung ausgerichtete Wirkung aller im Ensemble bestimmender Faktoren. (Abb. 4) Im fachlich engeren Sinne bezeichnet das Schwimmen-Können die Fähigkeit, sich unter Ausnutzung der hydrodynamischen Bedingungen mit Hilfe vortriebswirksamer Wechselbzw. Gleichzugbewegungen der Arme und Wechsel- bzw. Gleichschlagbewegungen der Beine sowie bei strömungsgünstigem Körperverhalten und zweckmäßiger Atmung andauernd, zielgerichtet und optimal koordiniert im (tiefen) Wasser in Rücken- bzw. Brustlage fortzubewegen. (Beise, 2016)