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Sonstiges „Ich freue

Sonstiges „Ich freue mich auf meinen Zahnarzttermin!“ Foto: Rita Steinmetz Interview mit Thomas Steinmetz (TS), Redakteur des pfalz-magazins mit Samy Wared (SW), dem Zahnarzt aus der Praxis „Meuter + Wared“ in Wachenheim. TS: Herr Wared, ihre Praxis „Meuter + Wared“ schaltet regelmäßig eine Werbung, in welcher ein junger Mann am Telefon äußert „Du hast mich schon richtig verstanden, ich freue mich auf meinen Zahnarzttermin!“ Es mag ja solche Leute geben, aber die Mehrzahl ihrer Patienten kommt doch wohl ungern und notgedrungen zu ihnen, oder? SW: „Es ist ja kein Zufall, dass wir unsere Werbung so gestaltet haben. Für meine Kolleginnen und mich hat es eine hohe Priorität, dass der Patient sich in unserer Praxis wohl fühlt. Sowohl am Empfang, in der Behandlung als auch in der Gestaltung der Praxisräume ist es uns wichtig, dass unsere Patienten eine Atmosphäre der Harmonie und Ästhetik erleben. Der Erfolg ist, dass in der Tat viele Patienten ausgesprochen gerne zu uns kommen, weil sie diese positiven Schwingungen spüren.“ TS: Es ist ja nett, dass Sie so eine Kuschel-Behandlung anbieten. Aber letzten Endes entscheidet doch der Erfolg der Behandlung über die Frage, ob der Patient Ihrer Praxis sein Vertrauen auch auf Dauer schenkt? SW: „Wohl wahr! Die Rahmenbedingungen halten wir für außerordentlich wichtig, letztlich entscheidend ist aber natürlich der Erfolg unserer Behandlung. Meine Kolleginnen und ich haben ein Konzept entwickelt, das sich als sehr erfolgreich erweist. Die Basis einer neuen Behandlung ist eine ausführliche Anamnese, Untersuchung und Beratung. Dafür nehmen wir uns 1 Stunde Zeit. Wir fragen den Patienten nach seinen Wünschen, Bedürfnissen und Vorstellungen für seine Behandlung. Auf dieser Grundlage schlagen wir ihm einen Behandlungspfad vor, der auch Alternativen enthalten kann und verabreden zum Schluss das weitere Vorgehen, das der Patient gegebenenfalls mit seiner Krankenkasse abstimmen kann.“ TS: Eine Stunde Beratung ist ja üppig. Wird da nicht etwas viel drum herum geredet? Mein Zahnarzt lässt sich kurz erklären, wo es weh tut, schaut in den Mund und dann geht es los. SW: „Unser etwas aufwendiger Weg hat sich bewährt. Wir sind in der Lage, auf Grund des tiefen Einblicks dem Patienten ein Heilungskonzept anzubieten, das nachhaltig wirkt. So können wir die Spezialkenntnisse eines jeden Mitglieds unseres Zahnärzte-Teams für den Heilungserfolg nutzen. Umfangreiche Behandlungen werden vor Beginn im Ärzteteam besprochen, um den optimalen Weg individuell festzulegen.“ 38

TS: Das hört sich zwar nach gründlicher Arbeit an, erfordert aber vom Patient auch viel Geduld. Neulich habe ich in der Zeitung gelesen, dass ein Zahnarzt anbietet, Implantate so zu setzen, dass der Patient gleich mit dem fertigen Zahnersatz nach Hause gehen kann. Wie ist das möglich? SW: „Ich habe in meiner beruflichen Tätigkeit sicher über 150 Implantate gesetzt. Auf Grund dieser Erfahrung kann ich sagen, wenn die Voraussetzungen besonders günstig sind, der Kiefer über eine ausreichende Knochenstruktur verfügt, dies und jenes gegeben ist, dann kann der Patient noch am gleichen Abend ein Wiener Schnitzel verzehren, wenn es nicht zu zäh ist (lacht). Die Realität ist aber fast immer anders. Da hat sich der Kieferknochen aufgrund der fehlenden Zähne meist schon zurückgebildet und muss neu aufgebaut werden. Da besteht eine Entzündung des Zahnfleisches, die vor der Implantation erst behandelt werden muss. Außerdem ist es sinnvoll, den optimalen Winkel mit Hilfe einer 3 - dimensionalen Röntgenaufnahme zu ermitteln – und das alles geht nicht von jetzt auf gleich. Bei dieser gründlichen Vorarbeit ist gewährleistet, dass die Implantate im Kiefer solide verankert sind und viele Jahre bei entsprechender Pflege oft ein Leben lang halten. Wer sich von mir ein Implantat setzen lässt, sollte die nötige Geduld mitbringen, kann aber dann auch mit einem dauerhaften Erfolg rechnen. TS: Manche Menschen mögen es aber nicht, diese körperfremden Titanstifte im Mund zu tragen. SW: „Da gibt es Alternativen, z.B. Keramikimplantate. Allerdings ist mein Grundsatz: Bevor ich den Zahn ziehe, versuche ich, ihn zu retten. Eine meiner Spezialisierungen ist die Reinigung der Wurzelkanäle (Endodontie). Ich arbeite mit einem Mikroskop, denn manche dieser Kanäle sind so fein, dass sie mit dem bloßen Auge gar nicht erkennbar sind. Auch hier gilt, die endodontische Behandlung muss außerordentlich gründlich sein, sonst hat sie keinen dauerhaften Erfolg. Eine solche Behandlung kostet Zeit, ist aber für den Patienten ein echter Gewinn.“ TS: Herr Wared, wie würden Sie die Vorteile für den Patienten bei Ihrer Methode der Behandlung zusammenfassen? SW: Vertrauensvoll und kompetent, das ist die Richtschnur unseres Handelns, und unsere Patienten wissen das zu schätzen. Wir kennen unsere Patienten und die Patienten kennen uns Ärzte und Mitarbeiter. In einigen Fällen ist daraus schon eine Art Freundschaft entstanden. TS: Herr Wared, ich danke Ihnen für dieses informative Gespräch. 39

pm 0945 JUN 2018
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