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Ausflugtipps Fotos:

Ausflugtipps Fotos: Presse Nicko Eine Kreuzfahrt — drei Länder mit der MS Heidelberg auf der Donau unterwegs Ein Reisebericht von Christa Lantz S chon Oscar Wilde, der alte Spötter, sagte: „Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß, ob sie wiederkommen“, und Recht hat er. Wer also in Versuchung ist, den nächsten Urlaub auf dem Wasser einzuplanen, der sollte es allein wegen der Frühbucherrabatte möglichst bald tun. Das eindeutig zur 50plus-Gruppe gehörende Ehepaar, das mir in der Lounge der MS Heidelberg gegenübersitzt, lässt sich gern in Versuchung führen, am liebsten bei nicko cruises, mit denen sie bereits ihre 9. Flusskreuzfahrt mitmachen. „Früher sind wir mit dem Kutter gesegelt oder haben Berge bestiegen“, erzählt die Dame, „heute lassen wir uns verwöhnen, genießen den Komfort an Bord der Fluss-Schiffe, die uns besser gefallen als die Kreuzfahrtriesen. Hier ist die Atmosphäre familiärer“. Wie wahr. Schon nach ein, zwei Tagen schließt man – auch als Single – Bekanntschaften, und das aufmerksame Schiffspersonal hat sich bereits spezielle Vorlieben gemerkt. Ein absolutes Muss für Flusskreuzfahrer, vor allem beim ersten Versuch, ist die Donau. Von Passau aus über Krems, Esztergom, Budapest, Bratislava, Wien und Linz zurück führt die Dreiländerreise, die jeden Tag bestens organisierte Ausflüge bietet, aber Achtung: Keiner muss, jeder kann! Wer stattdessen lieber auf dem Sonnendeck sitzt, endlich das Buch liest, das schon lange zur Lektüre bereit lag, oder im Wellnessbereich Körper und Seele etwas Gutes tut, kommt auch auf seine Kosten. Inzwischen sind die Unternehmungslustigen auf Stift Göttweig und in Krems unterwegs, genießen den bekannten Wein der Gegend. Am zweiten Abend an Bord bittet der Kapitän zum Empfang im großen Salon, und während die Gäste ein Gläschen Sekt (oder mehrere) schlürfen, stellt sich ein Hauch von „Traumschiff“ ein. Auch das Willkommens-Abendessen lässt keine Wünsche offen, es sei denn, die von der Gewichtsreduzierung. 84

Ob Frühstücksbüffet, Mittagessen, Kaffeezeit, Abendessen oder Nachtsnack: Die kulinarischen Versuchungen lauern immer und überall, also – siehe Oscar Wilde. Großen Wert legt der Küchenchef auf den Hinweis, dass spezielle Wünsche natürlich gern berücksichtigt werden: „Sie müssen sich nur melden“, dann stellt sich die Küche auch auf Lebensmittelunverträglichkeiten ein. Und noch ein Service, den Frühaufsteher zu schätzen wissen: Schon um 6:30 Uhr erwartet die „early birds“ ein kleines Frühstücksbuffet, vor allem der dringend benötigte Kaffee. Die Donau ist zwar nicht so blau, wie gern bedichtet und besungen, aber landschaftlich wunderschön mit einer Fülle von Ausflugszielen, die es sich zu entdecken lohnt. Bei einer Führung durch die Basilika in Esztergom oder dem abendlichen Rundgang durch Budapest, beispielsweise. Apropos: Die Hauptstadt Ungarns ist mehr als nur eine Reise wert. Auch bei wiederholten Besuchen entdeckt man immer wieder Neues, so fällt der Abschied am nächsten Tag ein bisschen schwer. Vielleicht hat sich die Crew genau deshalb diesen Abend ausgesucht, um die Gäste mit ihrer kleinen Bordshow zu unterhalten. Nicht nur für die „frühen“ auch für die „späten Vögel“ ist bestens gesorgt. Allabendlich gibt es in der Bar Tanzmusik und den bereits erwähnten Nachtsnack. Obwohl die MS Heidelberg inzwischen Bratislava ansteuert, geht es am nächsten Morgen zünftig bayrisch her. Bei Freibier, Brezn und „Musi“ steigt ein bayrischer Frühschoppen, den kaum einer versäumt. Die Stimmung ist bestens: „Darauf freue ich mich immer schon vom ersten Tag an“, sagt ein älterer Herr im eleganten Blazer. Er gehört zum „nicko cruise club“ und ist regelmäßig auf den Fluss-Schiffen unterwegs, nicht nur auf Donau, Rhein und Rhone, auch die Wolga, Douro oder Mekong hat er auf diese Art und Weise für sich entdeckt. „Das sind die Reisen, die ich eigentlich mit meiner Frau machen wollte“, meint er ein wenig wehmütig; da sie bereits vor einigen Jahren verstorben ist, reist er jetzt allein. „Aber allein ist man an Bord ja gar nicht, die Crew kennt mich als Stammgast, und unterwegs komme ich immer auch mit netten Mitreisenden ins Gespräch“. Bei der Stadtrundfahrt durch Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, treffen wieder alle zusammen, die sich ein wenig für Geschichte interessieren, die Burg, den Dom und das eine oder andere Museum unter sachkundiger Führung durchstreifen wollen. Am Samstag ist es dann endlich so weit: Wir laufen in aller Hergottsfrühe in Wien ein! Wer hat da nicht sofort Bilder aus den Sissy-Filmen vor Augen oder erinnert sich als Thriller-Fan an den „dritten Mann“! Sie ist genau wie Budapest immer wieder eine Reise wert, schließlich muss man so viel gesehen haben, den Stephansdom, die Kapuzinergruft, die Altstadt, die Hofburg und unbedingt eines der berühmten Kaffeehäuser. Ein Stück Sachertorte (echte, die Wiener erklären gern, warum Sachertorte nicht gleich Sachertorte ist!), dazu ein Kaffee mit „Schlagobers“ – da pfeift jeder auf die Kalorien. Auch wenn am nächsten Tag noch Linz auf dem Programm steht, beginnt das Abschiednehmen schon an diesem Abend: Der Kapitän lädt noch einmal zu einem Gläschen Sekt in den Salon ein, und im Restaurant wird ein Gala-Abendessen serviert – wieder wie auf dem „Traumschiff“. Und noch ein Zitat zum Schluss: „Keine Zukunft vermag gutzumachen, was Du in der Gegenwart versäumst“ (Albert Schweitzer). Also Urlaubsplanung – siehe Seite vorher! Weitere Infos unter www.nicko-cruises.de 85

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