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20180121_Widerspruch_Privat

3. 2% - Zielsetzung im

3. 2% - Zielsetzung im LEP IV Sie wurden weiterhin von einer Vielzahl von Widerspruchsführern darauf hingewiesen, dass die 2%-Zielsetzung im LEP IV schon um mindestens Faktor 2,8 im VG-Gebiet übererfüllt ist, und anderen Belangen insoweit verstärktes Gewicht einzuräumen ist. Wenn keine anderen gewichtigen Gründe entgegenstünden, könnte sicher auch ein höherer Flächenanteil als 2% ausgewiesen werden. Vorliegend ist es aber so, dass das Ausbauziel gegen eine Vielzahl anderer Schutzgüter abzuwägen ist, und die Verbandsgemeinde selbst argumentiert, dass die Landschaft schon stark durch tech - nische Überformung in Mitleidenschaft gezogen ist. Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, dass die schon jetzt gegebene Übererfüllung um Faktor 2,8 auf Faktor 3,1 gestei - gert werden soll, und das Einzelinteresse von Gemeinde und der Betreibergesellschaften über die angeführten Bedenken aller Widerspruchsführer erhoben wird. Während die installierte WEA-Leistung je 100 Einwohner derzeit im Bundesdurchschnitt bei knapp 56 kW liegt, im Landesdurchschnitt bei 78 kW und im Kreisdurchschnitt bei 290 kW, kommen im Ver - bandsgemeindegebiet 660 kW installierte Leistung auf 100 Einwohner. Das ist für eine vergleichsweise dicht strukturierte Region mit eng beieinander liegenden Gemeinden ein exorbitant hoher Wert. Nur die Tatsache, dass die Verbandsgemeinde erneuerbaren Ener - gien einen hohen Stellenwert einräumt und sich Investorendruck ausgesetzt fühlt – wie in der Entwurfserläuterung iii erklärt - kann nicht ausreichen, um alle anderen Belange „wegzuwägen“. Wir widersprechen dem FNP, weil er ohne angemessene Berücksichtigung anderer Belange einzig das Ziel verfolgt, zusätzlich e Konzentrationszonen auszuweisen und dabei völlig über die übergeordneten energiepolitischen Zielsetzungen hinausgeht. Unseres Erachtens müsste eine korrekte Abwägung zum Ergebnis haben, dass es vor dem Hintergrund einer exorbitant hohen WEA- Ausbauquote in der VG Alzey-Land und der damit verbundenen, technischen Überformung der Landschaft aus Sicht der hochliegenden Plateau-Ebenen nicht zu vertreten ist, das Landschaftsbild noch weiter zu belasten; dabei weisen wir schon an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass die offengelegte Landschaftsbildanalyse fehlerhaft und völlig ungeeignet zur Abwägung ist, was weiter unten ausführlich belegt wird. Seite 4 von 17

4. Überregionale Erfüllung der 2% - Zielsetzung im LEP IV In Ihren Abwägungen wird richtigerweise darauf hingewiesen, das das Wort „mindestens“ in der 3.Teilfortschreibung des LEP IV gestrichen wurde. Diese Anpassung erfolgte gemäß „3.5.2.1 Erneuerbare Energien“, um „… einen angemessenen Ausgleich zwischen dem Ausbau der Windenergie auf der einen und den Anforderungen des Natur-, Landschafts- und Kulturlandschaftsschutzes sowie den Bedürfnissen der Bevölkerung auf der anderen Seite zu gewähr - leisten …“ iv Die Landesregierung hat an diesem Punkt bewusst nachgesteuert vor dem Hintergrund wachsender Kritik der Bevölkerung. Dem kann in der VG Alzey-Land nicht mit dem Argument begegnet werden, Verbandsgemeinden mit günstigen Voraussetzungen trügen eine höhere Verantwortung, um Ausgleich für Regionen mit schlechteren Voraussetzungen zu schaffen. Denn auch in der Summe der Landkreise Alzey-Worms und Mainz-Bingen ist die Flächenvorgabe von 2% schon mehr als erfüllt. Nach Informationen der Planungsgemeinschaft müsste das unter Berücksichtigung der vorhandenen noch nicht genutzten Konzentrationsflächenpotentiale und der genehmigten Anlagen auch für die Gesamtregion Rheinhessen-Nahe gelten. Wir widersprechen auch in diesem Punkt der Planung und Abwägung, weil die Bürger des Alzeyer Landes nicht die Verantwortung dafür tragen müssen, dass über die Landkreise Alzey-Worms und Mainz-Bingen bzw. die Gesamtregion Rheinhessen-Nahe hinaus Flächenziele im gesamten Bundesland erreicht werden. Unseres Erachtens müsste eine korrekte Abwägung zum Ergebnis haben, dass es vor dem Hintergrund einer „…den Anforderungen des Natur-, Landschafts- und Kulturlandschaftsschutzes sowie den Bedürfnissen der Bevölkerung“ gewidmeten Anpassung des LEP IV in seiner 3. Teilfortschreibung nicht gerechtfertigt ist, die Bevöl - kerung und die Landschaft im Raum Alzey mit weiteren Windkraftanlagen zu belasten, da sie schon jetzt einen außergewöhnlich hohen Beitrag zur Windenergieerzeugung in der gesamten Region Rheinhessen-Nahe geleistet haben. Seite 5 von 17