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20180121_Widerspruch_Privat

5. Beeinträchtigung des

5. Beeinträchtigung des Landschaftsbildes Die Verbandsgemeinde begründet ihre Zurückweisung der Bedenken bezüglich des gestörten Landschaftsbildes im Süden von Alzey mit dem Vorliegen einer „Landschaftsbildanalyse“ v . Das „Gutachten“ komme zu dem Ergebnis, dass ein Verzicht auf die Sonderbaufläche K6 aus Gründen des Landschaftsbildes nicht erforderlich sei. Allerdings gibt es nicht zu widerlegende Erkenntnisse, die erhebliche Zweifel an der Brauchbarkeit und Seriosität der vorgelegten Analyse begründen; wir haben festgestellt, - dass Prof. Henninger und seine Mitarbeiter über keine Bestellung als Gutachter verfügen - dass die Verfasser Grundregeln wissenschaftlichen Arbeitens sträflich missachtet und eine Plagiatschrift reinster Form mit fehlenden und teils falschen Zitatangaben vorgelegt haben. - dass die ohne Hinweis zitierten Textgeber abhängig, parteiisch und voreingenommen sind, - dass mit unspezifischen, beliebigen Textfragmenten argumentiert wurde, - dass verwendete Argumentationen verschleiernd und - Schaubilder irreführend sind, - dass das gewählte Analyse-Verfahren zur Beurteilung ungeeignet ist, und - die Verfahrensparameter subjektiv im Hinblick auf das gewünschte Ergebnis gewählt wurden, - dass die Analyse völlig unvollständig ist und - im Ergebnis fehler- und mangelhaft. Diese Punkte belegen wir nachfolgend im Einzelnen: 5.1 Fehlende Bestellung als Gutachter Zunächst wird festgestellt, dass die Verfasser über keine öffentliche Bestellung als „Gutachter für Landschaftsästhetik und Erholungswesen in Landschaftspflege und Naturschutz“ verfügen und offensichtlich auch nicht über eine andere öffentliche Bestellung; darauf lässt der fehlende Zulassungsstempel auf der Analyse eindeutig schließen. Das Bestellungsgebiet fällt in den Bereich der Landschaftsplanung, ein Studienfach, welches Herr Prof.Henninger gar nicht studiert hat. Die „Landschaftsbildanalyse“ ist somit als Grundlage für eine Abwägung des Schutzgutes „Landschaft“ ungeeignet, weil sie von einer Person erstellt wurde, die nicht über eine durch öffentliche Bestellung nachgewiesene „Besondere Fachkunde“ auf dem Gebiet der Landschaftsplanung bzw. Landschaftsästhetik verfügt. Seite 6 von 17

5.2 Fehlende bzw. falsche Angabe des Bearbeitungsstandes Weiterhin stellen wir fest, dass sich die dem jetzt offengelegten Entwurf beigefügte Analyse durch einen auf Seite 5 eingefügten Satz von der bislang offengelegten „Landschaftsbildanalyse-Alzey _Final_2.pdf“ unterscheidet, ohne dass sich darauf auch nur der geringste Hinweis auf dem Titelblatt oder beim Datum des Bearbeitungsstandes „Februar 2017“ auf der Schlussseite der Analyse findet. Nur durch einen Zufall haben wir bemerkt, dass eine zur Beurteilung ganz wesentliche Information zum Umfang des weiteren WEA-Ausbaus in der Zone K6 vom Verfasser geradezu „eingeschmuggelt“ wurde, nämlich, dass die 5 WEA in der Analyse nicht den Endausbau darstellen. Dies ist ein eklatanter Verstoß gegen die Sorgfaltspflichten eines Gutachters, der an Betrug grenzt. Wir sehen nicht nur die Widerspruchsführer, sondern auch Rat und Verwaltung der Verbandsgemeinde Alzey-Land durch die mangelhafte Arbeit des Verfassers „hinters Licht geführt“. Tatsächlich zeigt sich nun, dass offensichtlich weitere WEA in der Zone K6 zu erwarten sind. Im Übrigen zeigen auch die Berechnungen zum Flächenbedarf einer WEA auf Seite 67 der Entwurfs - beschreibung eindeutig, dass es nicht bei den derzeit beantragten 5 WEA in Zone K6 und weiteren 5 in Zone K2 und K3 bleibt. Damit werden die bisherigen stetig wiederholten Angaben der VG Alzey-Land für die Presse wiederlegt. Es ist ein Verfahrensfehler, dass die Bevölkerung durch vielfache Verlautbarungen in der Presse im Glauben gehalten wurde, der FNP würde erstellt, um abschließend 5 WEA in Zone K6 und wietere 5 WEA in den Zonen K2 und K3 errichten zu können - „Landschaftsbildanalyse“ und Entwurfserläuterung belegen eindeutig, dass diese Aussagen falsch waren. 5.3 Mangelnde Grundlagen der wissenschaftlichen Arbeit: Sofern erwartet wird, dass Bürger und Widerspruchsführer Ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit als Begründung der Zurückweisung von Bedenken akzeptieren, muss sichergestellt sein, dass das Gutachten auch nachgewiesenermaßen unabhängig und unparteiisch erarbeitet wurde. Daran gibt es aber erhebliche berechtigte Zweifel, denn es wurde unter Anderem festgestellt, dass umfangreiche Textpassagen von Quellen kopiert wurden, die eindeutig der Windenergie-Wirtschaft zuzuordnen sind. Wort für Wort abgeschrieben ist u.a. Abs.1 des Kapitels 1.1, das gesamte Kapitel 1.2 und fast Wort für Wort das gesamte Kapitel 1.3. vi Eine weitere Untersuchung ist entbehrlich. Der tatsächliche Textgeber der erwähnten Passagen ist nicht der von der VG beauftragte Universitätsprofessor, sondern Günter Ratzbor, ein vom „Bundesverband Windenergie“ als regelmäßiger Referent geführter Ingenieur, der Seminare zu erfolgreichen Genehmigungsverfahren für die Zielgruppe „Projektierer, Betreiber, Hersteller von Windenergieanlagen, etc.“ vii anbietet. Die verwendeten Textbausteine dieses erfolgreichen parteiischen und honorierten Interessenvertreters des „Bundesverbandes Windenergie“ sind völlig ungeeignet, um mögliche Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes mit der gebotenen Unabhängig und Unparteilichkeit zu beurteilen, was Bürger und Widerspruchsführer aber im Rahmen ordentlicher Verwaltungstätigkeit erwarten dürfen. Seite 7 von 17