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20180121_Widerspruch_Privat

Die

Die „Landschaftsbildanalyse“ ist somit als Grundlage für eine Abwägung des Schutzgutes „Landschaft“ ungeeignet, weil sie erkennbar nicht unabhängig und unparteiisch erstellt wurde. 5.4 Voreingenommenheit Schon auf Seite 4, Abs.2 der Analyse macht sich der Verfasser Prof. Henninger wieder eine Aussage von Günter Ratzbor 2011 zu eigen und zitiert wie folgt: „Da der wahrnehmende Mensch individuell ist, demzufolge seine Wahrnehmung und Wertung ebenfalls speziell sind, ist auch das wahrgenommene Landschaftsbild einmalig und damit unabhängig von den objektiv vorhandenen Elementen der Landschaft.“ Dies belegt eindeutig, dass Prof. Henninger eine unabhängige Beurteilung des Landschaftsbildes gar nicht möglich war, da er ja schon ohne folgende Analyse die Auffassung vertritt, es sei gleich, was in der Landschaft stehe, es sehe ohnehin jeder mit anderen Augen. Die „Landschaftsbildanalyse“ ist auch dadurch als Grundlage für eine Abwägung des Schutzgutes „Landschaft“ ungeeignet, weil der Ersteller erkennbar voreingenommen ist und sich selbst bestätigt, dass ihm das nötige Problembewusstsein für Auswirkungen von Eingriffen in die Landschaft völlig fehlt. 5.6 Unspezifische Beliebigkeit der Argumente Weiterhin mussten wir feststellen, dass die oben erwähnten Textpassagen in mindestens 10 vergleichbaren Landschaftsbildanalysen anderer Verfasser mit geringfügigen Abweichungen im Internet zu finden sind; die Links sind im Anhang beigefügt viii . Es zeigt sich, dass gar kein für das Alzeyer Land spezifisches Gutachten erar - beitet wurde, sondern der Einfachheit halber Texte der Windenergie-Wirtschaft zusammenkopiert wurden. Das kann dieser komplexen Aufgabenstellung nicht gerecht wer - den, und wir sehen hier die Bürger, die Widerspruchsführer, die Stadt Alzey und die Verbandsgemeinde selbst um das Ergebnis einer ordentlichen orts- und regionalspezifischen Arbeit gebracht. Auf dieser Basis ist eine ernsthafte Abwägung des Schutzgutes „Landschaft“ im Rahmen des Offenlegungsverfahrens nicht möglich. Die „Landschaftsbildanalyse“ ist auch dadurch als Grundlage für eine Abwägung des Schutzgutes „Landschaft“ ungeeignet, weil der Ersteller offensichtlich auf „Rahmenanalysen“ zurückgegriffen hat, die in ganz Europa mit vorformulierten Textblöcken der Windenergieverbände kursieren, und eine solche Arbeitsweise den spe - zifischen Anforderungen für das „Alzeyer Land“ nicht gerecht wird. Seite 8 von 17

5.7 Verschleiernde Zitatangaben Obwohl die Analyse blockweise Zitate von Herrn Günter Ratzbor aus seiner Abhandlung „Windkraft und Landschaft“ aus 2011 enthält, taucht sein Name nicht ein einziges Mal bei den Zitatangaben auf – nachvollziehbar, weil Herr Ratzbor ein bekannter Interessenvertreter der Windenergieverbände ist.. Als Zitatquelle wird stattdessen regelmäßig DNR 2012 (Deutscher Naturschutzring) angegeben, denn dort finden sich die gleichen Texte in einer „Grundlagenarbeit für eine Informationskampagne“ ix finden. Entstanden ist die Arbeit unter Projektleitung von Günter Ratzbor; er hat sich dort selbst zitiert, und in der Folge wurde der DNR zum unverfänglichen Zitatgeber für Herrn Prof. Henninger. Das ist nachweislich eine Verschleierung von Zitatquellen und ein weiterer eindeutiger Beleg dafür, dass der Verbandsgemeinde Alzey-Land kein zur Abwägung brauchbares Gutachten eines unab - hängigen Verfassers geliefert wurde. Die „Landschaftsbildanalyse“ ist auch dadurch als Grundlage für eine Abwägung des Schutzgutes „Landschaft“ ungeeignet, weil der Ersteller ganz offensichtlich das Ziel verfolgt hat, Argumentationen der Windenergieverbände zu verwenden, dies aber durch falsche Zitatquellenangaben zu verschleiern. 5.8 Irreführende Schaubilder Beispielhaft führen wir die Abbildung 5 (Seite 13 der Analyse) an: In der Legende sind weiße Flächen mit „Nicht sichtbar“, rosa Flächen mit „Sichtbar“ tituliert, was beim flüchtigen Betrachten den Anschein erweckt, die Windräder in Zone K6 seien aus Weinheim und dessen Umland nicht sichtbar – übrigens das einzige Schaubild dieser Reihe, welches Ihr beauftragtes Planungsbüro WSW in seine Entwurfserläuterung mit verändertem und falschen Untertitel eingebunden hat. Man muss schon sehr lange dieses Schaubild und die folgenden studieren, um festzustellen, dass hier gezeigt wird, von wo aus man die jeweils untersten 2m des Mastes nicht sieht, in den Folgebil - dern dann, von wo aus man die untersten 81m bzw. 146m nicht sieht, und die letzte Abbildung 8 ist unterschrieben mit „Min. ein Teil der Anlage sichtbar (o.M.)“, was wieder suggeriert, die Anlagen seien nicht voll sichtbar. Damit werden Betrachter getäuscht; denn tatsächlich muss man die Informationen der 4 Bilder gedanklich übereinander legen, um zu verstehen, dass man aus Weinheim und dem gesamten Tal darum die Windräder immer voll sieht, außer den unteren 2m. Wir können uns nicht vorstellen, dass die VG Alzey-Land dieses Vorgehen gutheißt, würde sie damit doch bestätigen, dass Bürger „hinters Licht geführt“ werden sollen. Die „Landschaftsbildanalyse“ ist auch dadurch als Grundlage für eine Abwägung des Schutzgutes „Landschaft“ ungeeignet, weil der Ersteller - aber auch WSW - ganz offensichtlich das Ziel verfolgt haben, mittels schwer verständlicher und irreführender Schaubilder Ratsmitglieder und Bürger über die tatsächlichen Auswirkungen im Unklaren zu lassen. Seite 9 von 17