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SchlossMagazin Fünfseenland Februar 2018

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44 | gesundheit | Heuschnupfen fotoS fotolia.com / Jürgen Fälchle, photocrew Heuschnupfen: Frustzeit Frühling Des einen Leid, des anderen Freud... Während sich die meisten Menschen auf den Frühling, blühende Wiesen, bunte Blumen und sprießende Pflanzen freuen, sehen Allergiker und insbesondere zu Heuschnupfen neigende Menschen dieser Zeit mit großem Unbehagen entgegen. Wir geben Allergikern Tipps, wie sie sich schützen und ihren Heuschnupfen bestmöglich therapieren können. Mit der Bezeichnung „Heuschnupfen“ ist umgangssprachlich meist eine allergische Reaktion auf Inhalationsallergene wie Pflanzenpollen gemeint. Mit jedem Atemzug im Freien kann der Mensch bis zu 8.000 Pollen aufnehmen. Rund 52 % aller Allergiker reagieren auf Gräserpollen. Die stärksten Allergene sind Frühblüher wie Erle, Haselnuss oder Birke, Gräser und Spätblüher wie Roggen, Beifuß oder Ambrosia. Niesen und Fließschnupfen, Juckreiz, Bindehautentzündungen, erschwerte Atmung, Kribbeln in der Nase und den Augen sowie Tagesmüdigkeit sind die Folge. Blick in den Pollenflug- Kalender Das oberste Gebot lautet, den Kontakt mit den auslösenden Pollen – soweit es eben geht – zu meiden. Dazu ist der tägliche Blick in den Pollenflug-Kalender unerlässlich. Auch der Aufenthalt im Freien bei feucht-warmer Luft, die der Verbreitung der Pollen Vorschub leistet, sollte auf ein Minimum reduziert werden. Tagsüber getragene Kleidung sollte aus dem Schlafzimmer verbannt und das Lüften der Wohnräume in die pol- lenflugarmen Zeiten verlegt werden. Um die Pollen zu entfernen, die sich tagsüber in Haut und Haaren festgesetzt haben, empfiehlt es sich, abends gründlich zu duschen und die Haare zu waschen. Das alles sind Präventivmaßnahmen, die helfen können, die Pollenflut und die damit verbundenen Auswirkungen einzudämmen. Gänzlich entkommen kann man ihnen in der Regel allerdings nicht. Verbesserung der Resignieren müssen Betroffene aber nicht. Lebensqualität Es gibt mittlerweile gute Therapien und eine ganze Reihe von Medikamenten, die helfen, die Beschwerden in erträglichen Grenzen zu halten und die Lebensqualität in akuten Phasen zu verbessern. In der Apotheke frei erhältliche Antihistaminika gehören zu den Mitteln der Wahl. Histamin ist eine organisch-chemische Verbindung, die in den Mastzellen und histaminspeichernden Zellen der Schleimhäute vorkommt. Als einer von mehreren Botenstoffen spielt es eine zentrale Rolle bei der Entzündungsreaktion und der Abwehr körperfremder Stoffe. Freigesetztes Histamin hat einen starken Einfluss auf den menschlichen Körper und führt zur Entwicklung ei-

| gesundheit | 45 7 natürliche Stoffe, die bei Heuschnupfen helfen Quercetin Der Pflanzenfarbstoff kommt in Zitrusfrüchten, Zwiebeln, schwarzem Tee, Äpfeln und Salat vor. Er hemmt die Freisetzung von Histamin und kann damit Symptome des Heuschnupfens lindern. In Studien konnte seine Wirksamkeit nachgewiesen werden. Bromelain Das aus Ananas gewonnene Enzym kann das Niveau von proinflammatorischen Prostaglandinen verringern, welche die Schlüsselfaktoren für Schwellungen, Juckreiz und Rötungen bilden. Gleichzeitig erhöht es die Absorption von Quercetin, daher kommen beide Bestandteile oftmals in einem Präparat vor. Vitamin C Auch Vitamin C kann inflammatorische Substanzen auf ihrem Weg durch den Körper ausbremsen. So konnte in einer Studie das Histamin-Niveau nachweislich um 40 % gesenkt werden, nachdem man den Testpersonen täglich 2 g Vitamin C verabreicht hatte. Pestwurz Auch die krautige Pflanze (lat. Petasites hybridus) aus der Familie der Korbblütler kann zur Linderung von Symptomen des Heuschnupfens beitragen. Dabei ist sie Studien zufolge genauso wirksam wie Antihistaminika, jedoch ohne deren Müdigkeit verursachende Nebenwirkung. Brennnessel In-vitro-Studien haben gezeigt, dass der Extrakt der Brennnessel proinflammatorische Faktoren, die Heuschnupfen verursachen können, hemmen kann. Grüner Tee Die im grünen Tee enthaltenen Catechine weisen ebenfalls eine antiallergische Wirkung auf. Von allen Grünteesorten besitzt Benifuuki den größten Anteil an speziellen Bitterstoffen. Er kann u. a. bei Heuschnupfen unterstützend wirken. Probiotika Als Probiotika wird eine Zubereitung bezeichnet, die lebensfähige Mikroorganismen wie etwa Milchsäurebakterien enthält. Die tägliche Dosis „gesunder Bakterien“ liefert beispielsweise Joghurt. Untersuchungen haben nachgewiesen, dass Probiotika in der Lage sind, die Immunantwort auf Gräserpollen umzuprogrammieren und dadurch zur Reduzierung der Symptome bei Heuschnupfen beitragen können. Quelle medicalpress ner lokalen Entzündung. Bei einer Triefnase setzt ein so genanntes osmotisch wirksames Nasenspray an der Ursache an: Es verflüssigt das Sekret und mindert so den Druck in den Nebenhöhlen. Ebenfalls empfehlenswert ist eine Nasenspülung mit Kochsalzlösung, deren hoher Gehalt an Hydrogencarbonat-Ionen dafür sorgt, dass die Nasenschleimhaut abschwillt und festsitzendes Sekret aktiv gelöst wird. Bei geschwollenen brennenden Augen mindern Augentropfen mit einem Wirkstoff-Komplex aus hochwertigen Pflanzenölen (Wiesenschaumkraut-, Leindotter- und Macadamianussöl), Rhabarber, Bitterorange und Amaranth sichtbar Schwellungen im Augenbereich. Auszüge aus Augentrost (Euphrasia officinalis) regulieren den Flüssigkeitsorganismus im Augenbereich (von Wala). Unsere Haut: Schutzpanzer gegen Allergene Was bei der Therapie von Allergien jedoch nach wie vor zu wenig beachtet wird, ist die Haut – denn wenn die Barriereschicht der Haut gestört ist, bahnen sich die Pollen ihren Weg ins Immunsystem. Eine Wirkstoffkombination aus Beta-Glucane, Haferextrakt, Süßholzwurzelextrakt und Zink beruhigt die Haut schnell und wirksam. Brennen oder Juckreiz lassen nach. Spezielle Allergie-Pflegesets mit beruhigender Pflege für das Gesicht, hypertolerantem Shampoo, das Haar und Kopfhaut von Pollen und anderen Allergenen befreit, Hautschutz-Duschgel sowie Lotion bewahren die natürlichen Abwehrkräfte der Haut und helfen in akuten Phasen, den Juckreiz zu stoppen, ebenso wie Hydrocortisoncremes, die sich bei der Behandlung von Allergien, Hautrötungen und Reizungen bewährt haben (z. B. von Ahava). Immunregulierende Aktivstoffe Auch der Junghaferextrakt Rhealba besitzt eine besonders hohe Anzahl an immunregulierenden, reizlindernden und entzündungshemmenden Aktivstoffen (Saponine und Flavonoide) und ist zur Beruhigung reizbarer und gestresster Haut gut geeignet, ebenso wie ein Phytosterol-Konzentrat aus Rapssamenöl, das die Haut mit hautverwandten Lipiden versorgt und dem Spannungsgefühl oder Juckreiz vorbeugt (von A-Derma). Problemfeld Asthma Kritisch wird es allerdings, wenn Pollenallergiker mit Asthma reagieren. Akute Atemnot sollte bei allergischem Asthma mit antiasthmatischen Medikamenten behandelt werden. Ohne eine entsprechende Behandlung der Symptome besteht die Gefahr, dass sich das Risiko für die Entwicklung eines allergischen Asthmas weiter erhöht bzw. sich schon bestehendes Asthma akut verschlechtert. Auf lange Sicht sollte gegebenenfalls die Therapie mittels Hyposensibilisierung erfolgen. Bei bestehendem Asthma muss der behandelnde Arzt entscheiden, ob eine Durchführung dieser Therapie möglich ist. Dabei sollte das Asthma sehr gut kontrolliert sein und keine schwerwiegende Asthmaform vorliegen. Die Hyposensibilisierung sollte möglichst frühzeitig nach dem Auftreten der Allergie erfolgen, um eine gute Wirksamkeit zu erreichen. #