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2018_504

D.a.

D.a. 504 ... aktuell * Hintergrund Februar 2018 Flugzeug weiter nach MANAUS. Die letzte Stunde des Fluges waren nur Dschungel und Flussläufe zu sehen. Erst unmittelbar vor MANAUS waren an den Ufern kleine Dörfer erkennbar. MANAUS von oben wird von der PONTE RIO NEGRO (Bild 3) dominiert. Da MANAUS trotz einer Entfernung von 1500 km Luftlinie zum Meer Hier hatten die brasilianischen Streitkräfte aus dem Nichts eine logistische Basis für die Übung erbaut. Der größte Teil der teilnehmenden Soldaten kam aus dem Großraum RIO DE JANEIRO. Das bedeutete, dass das gesamte Material über eine Entfernung von 3700 km im Landtransport und anschließend über 1600 km im über einen Seehafen verfügt, musste (Bild 5): Peter Becker (l) mit seinen Flusstransport nach TABATINGA die Brücke mit einer Durchfahrtshöhe Kameraden in Tabatinga gebracht werden musste. von 70m über eine Länge von 3,5 km sollte für die nächsten Tage unsere Entlang der etwa 8000 km langen gebaut werden. Der RIO NEGRO letzte Mahlzeit in der Zivilisation sein. Grenze am Amazonas gibt es auf mündet wenige Kilometer ostwärts Am nächsten Morgen sollten wir um BRA Seite außer dem Militär keine von Manaus in den AMAZONAS. 04:30 Uhr durch das brasilianische staatliche Präsenz und nur in den Kurz vor MANAUS kommt er auf eine Militär am Hotel abgeholt werden. kleinen Städten einige vereinzelte Breite von 7 km und hat eine Pünktlich warteten ca. 30 internationale Militärbeobachter auf den Bus. hat auf einer Tiefe von ca. 150 km Posten der Polizei. Das BRA Heer Pegeldifferenz von bis zu 14 m in der Regenzeit. Ohne eine Information mussten wir entlang der Grenze weit abgesetzte Aufgrund der Kriminalität in MANAUS jedoch bis 06:00 Uhr auf unsere Heeresposten mit polizeilichen Befugnissen eingerichtet. verbrachten wir den Tag in dem von Abholung warten. Vom militärischen Militär bewachten Zoo und einer sehr Teil des Flughafens ging Dazu später mehr. schönen, ebenfalls bewachten Mall. es mit einer Transportmaschine des brasiliani- Kurz nachdem wir uns mit einem landestypischen Getränk an einer der schen Militärs nach TA- Plazas niedergelassen hatten, fiel der BATINGA (Bild 5). Nach Strom in der gesamten Mall aus. Alle knapp 3-stündigem Flug blieben sehr gelassen und machten landeten wir in der kleinen Stadt (50.000 Ein- einfach Pause. Außer der Notbeleuchtung ging gar nichts mehr, noch wohner) im Dreiländereck nicht einmal Getränke konnten BRA, KOLUMBIEN (COL) gezapft werden. Als nach gut einer und PERU (PER). Stunde der Schaden behoben war, Wettermäßig traf es uns hatten einige Besitzer ihre Geschäfte (Bild 7): 23 beteiligte Nationen bereits geschlossen. Der Stromausfall war wohl nichts Besonderes. (Bild 4): Opernhaus Am Abend fuhren wir in die Altstadt und sahen uns das beeindruckende Opernhaus (Bild 4) an. Anschließend haben wir in einem Restaurant zu seinen Füßen einen Tambaqui, einen Fisch aus dem Rio NEGRO, gegessen. Der Fisch wird bis zu 30 Kg schwer, wird am Stück serviert und die Anzahl der bestellten Personen bestimmt die Größe des gegrillt zubereitenden Fisches. Sehr lecker. Dies D.a. 504/20 wie ein Schlag. MANAUS war schon sehr warm bei hoher Luftfeuchtigkeit. Aber hier empfingen uns morgens 35° bei 91% Luftfeuchtigkeit. Obwohl TABATINGA im selben Bundesland liegt wie MANAUS gibt es keine Straße, Weg oder Piste zwischen den beiden Städten. TABATINGA ist nur per Flugzeug (knapp drei Stunden), über den AMAZONAS (1600 km) oder über eine Straße über VENEZUELA und COL (5000 km) zu erreichen. (Bild 6): Der Weg nach TABATINGA Insgesamt nahmen über 2000 Soldaten und 22 Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen an der Übung teil. Ca. 50 Militärbeobachter (alles Stabsoffiziere) aus 23 Nationen waren der BRA Einladung gefolgt (Bild 7). Der Zweck der Übung war die Zusammenarbeit von Soldaten aus 4 Nationen (PER, COL, BRA, USA (nur zur Unterstützung der Übungsleitung)) vor Ort zu üben, militärischzivile Zusammenarbeit und deren Interoperabilität zu festigen, die multinationalen logistischen Truppen in der Zusammenarbeit mit zivilen Hilfsund Katastropheneinheiten zu trainieren, reale humanitäre Hilfe (Evakuierungen, Bergungen bei Unglücksfällen, Sanitätsversorgung in verschiedenen Stufen, Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln, Unterbringung in Lagern) zu gewährleisten, die Umwelt durch Ausbildung und

D.a. 504 ... aktuell * Hintergrund Februar 2018 und der Festnahme von 168 Verdächtigen die Rede. Die Übung rief in allen drei beteiligten Ländern ein (Bild 8): Verkehr in Letitia Informationen zu schützen, um insgesamt die humanitäre Situation in den schwer zugänglichen Gebieten dieser Region zu verbessern. Um es vorweg zu nehmen: Dies ist in beeindruckender Weise gelungen. Dazu wurden ca. 25 km Straßen instandgesetzt und 6000 medizinische Behandlungen alleine auf BRA Seite durchgeführt. Dazu wurden 7 Allgemeinmediziner, 3 Kinder-, 3 Frauen-, 6 Zahnärzte und 1 Chirurg der BRA Streitkräfte zusätzlich eingesetzt. Des weiteren wurden 6 Brunnen gebohrt und 4 Wasseraufbereitungsanlagen erbaut, um die Versorgung mit Trinkwasser für die Bevölkerung dauerhaft zu verbessern. Neben der eigentlichen logistischen Aufgabenstellung AMAZONLOG gab es eine Real-Lage, in der es galt, kriminelle Machenschaften, z.B. Drogentransporte, illegale Waldrodung und Bodenschatzabbau aufzudecken, zu stören, zu unterbinden und festgesetzte “Kriminelle“ an die Landes- / Bundespolizei zu übergeben. Dazu wurden testweise spezielle Bodenüberwachungsradare und Aufklärungsdrohnen eingesetzt. Diese Teile der „Real-Szenare“ fanden aber abgesetzt unter scharfen Rahmenbedingungen statt, zu der wir Beobachter verständlicherweise keinen Zugang hatten. Über Erfolge wurde nicht vorgetragen. Auf Nachfrage wurde dem DEU MilAtt später aber bestätigt, dass es Erfolge gegeben habe, ohne irgendwelche Details preiszugeben. In der Presse war aber u.a. von dem Fund und der Beschlagnahme von 257 kg Drogen großes Medienecho hervor. Jeden Tag wurde ausgiebig in den Zeitungen berichtet, sogar ein in englischer Sprache mit mir geführtes Interview, wurde in der jeweiligen Landessprache in den Zeitungen aller drei Länder veröffentlicht. Auch die tägliche Fernsehberichterstattung war obligatorisch. Zur Begrüßung und Einweisung aller Beobachter wurde ein Film gezeigt, der die Ausmaße der Vorbereitung, des Transports des Personals und Materials, den Auf- und Ausbau der benötigten Infrastruktur in dem Übungsgebiet sehr eindrucksvoll verdeutlichte. Über 5000 Tonnen an Material wurden per LKW, per Schiffs- oder Lufttransport vor Ort gebracht. Im Anschluss wurden wir zu unseren Unterkünften geführt. Im Vorfeld war im Rahmen der Übungsinformationen der Hinweis an die Beobachter erfolgt, dass die Unterbringung nach UN-Standard einschließlich des erforderlichen Vektorenschutz (z.B. gegen Mücken) erfolgen wird. Vor Ort in der logistischen Basis stellte sich die Situation etwas anders dar. Aus Blech waren mehrere 3 x 5 m große Verschläge errichtet worden, die oben und unten jeweils 10 cm offene Ritzen hatten. Als wir unseren Verschlag betraten, ergriffen 2 Schlangen die Flucht unter die Betten. Ausgestattet mit 4 Doppelstockbetten hatte dieser Verschlag keinen Platz für einen Tisch, Stuhl, Schrank oder eine Vorrichtung um Ausrüstung/Bekleidung zu trocknen. Ferner waren keinerlei Moskitonetze oder ähnliches verfügbar. 15 m² für 8 Stabsoffiziere mit kompletter Ausrüstung sind unzumutbar. In der Folge gingen fast alle Militärbeobachter auf Hotelsuche in TABATINGA oder auf der COL-Seite in LETITIA. Auch wir wurden dort fündig. In einem nach COL-Standard mit zwei Sternen zertifizierten Hotel, in Deutschland höchstens einen Viertel-Stern, kamen wir für die nächsten Tage unter. Genauso habe ich mir ein einfaches Hotel in der kolumbianischen Provinz vorgestellt. Auch der Verkehr ist ein ganz besonderer; es dominieren kleine Zwei- und Dreiräder und nur vereinzelt PKW oder kleine LKW (Bild 8). Die Koordination und Informationsweitergabe zwischen den BRA Besucherbetreuern und den militärischen Beobachten in der internationalen Gruppe besaß Optimierungspotential. Es war allerdings auch das erste Mal, dass das BRA Militär eine Beteiligung einer solch großen und internationalen Beobachtergruppe managen musste. Nur wenige der BRA Offiziere waren einer Fremdsprache mächtig. Oft schienen die BRA Besucherbetreuer über die zeitlichen Abläufe selbst überrascht und beim hektischen Aufbruch wurden die für die Übersetzung ins Englische zuständige Frau Oberleutnant oder der spanisch sprechende Hauptmann vergessen. Somit konnten die Erläuterungen vor Ort nicht immer an die Militärbeobachter weitergegeben werden. Auch gab es für die Beobachter des Öfteren Phasen, in denen gewartet werden musste, ohne dass man wusste wie und wann es weitergeht. Auch beim morgendlichen Lagevortrag zum Übungstag wurde kein Ausblick auf den aktuellen Tag gegeben. Es gab nur ein generisches, in Portugiesisch und mit Abkürzungen gespicktes Programm mit Angaben zu Vormittags/Nachmittags. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass sich Alle große Mühe mit den internationalen Gästen gegeben haben und bei einigen, vor allem „Fremdsprachenkundigen“, großes Interesse am Meinungsaustausch mit den Beobachtern aus den verschiedenen Nationen bestand. (Fortsetzung folgt) D.a. 504/21

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