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GEFÄßMEDIZIN ZUR

GEFÄßMEDIZIN ZUR GESUNDHEIT REDAKTION SCHONENDE OPERATIONS- METHODE FÜR ÄLTERE MENSCHEN MIT KRAMPFADERN DEUTSCHE VENEN-LIGA EMPFIEHLT SPEZIELLE VERFAHREN Schirmherrin DVL Cindy Berger (Cindy & Bert) ist eine Weiterentwicklung der bekannten örtlichen Betäubung, also ohne Vollnarkose und ohne rückenmarksnahe Anästhesie, operiert; zum anderen wird äußerst gewebeschonend in sukzessiver Verfahrensweise, also in mehreren Etappen, vorgegangen. Diese sehr schonende Technik wurde speziell für ältere Menschen entwickelt und wird bereits sehr erfolgreich eingesetzt.“ Im Alter kommen oft mehrere Krankheiten zusammen. Machen zusätzlich Venenleiden wie Krampfadern Probleme, sollte gehandelt werden. „Viele ältere Menschen fragen bei unseren Beratungsstellen an, ob sie sich wegen ihrer Krampfadern dem Risiko einer Operation überhaupt aussetzen sollen“ berichtet Petra Hager-Häusler, Geschäftsführerin der Deutschen Venen-Liga e.V. in Bad Bertrich. „Wir klären die Betroffenen über die zwei wichtigsten Punkte auf. Erstens: Ist irgendwann eine Operation an Hüfte oder Knie nötig, sollten die Patienten möglichst keine Krampfadern haben, denn diese erhöhen das Thromboserisiko um ein Vielfaches. Aus einer Thrombose kann schließlich eine tödliche Lungenembolie werden. Und zweitens: Die besonders schonende Operationstechnik in spezialisierten Venenkliniken in Deutschland ist extrem risikoarm. Mit diesem so genannten minimal-invasiven Verfahren in örtlicher Betäubung konnten im internationalen Vergleich die niedrigsten OP-Risiken erzielt werden. „Das Verfahren beruht auf der Perfektionierung eines bekannten Prinzips“, erklärt der Bad Bertricher Venenexperte und Berater der Deutschen Venen-Liga, Dr. med. Norbert Frings, „zum einen wird in Tumeszenz-Lokalanästhesie, das 32

ZUR GESUNDHEIT REDAKTION GEFÄßMEDIZIN VENENBESCHWERDEN UND IHRE URSACHEN Unter Venenbeschwerden, vor allem in den rückführenden Blutgefäßen der Beine, leiden sehr viele Menschen. Am bekanntesten und zugleich bei älteren Menschen recht häufig vorkommend sind Krampfadern. Abgesehen von Thrombosen oder in tief liegenden Venen auftretenden Entzündungen, sind die meisten Venenbeschwerden zwar lästig für den Betroffenen, aber bei zeitiger Behandlung harmlos. Muskelpumpe defekt? Venen sind Gefäße, die sauerstoffarmes Blut aus dem Körper zum Herzen zurücktransportieren. In den Beinen müssen die Venen gegen die Schwerkraft arbeiten. Anders als Arterien können sie nicht selber aktiv pumpen. Sie sind auf die so genannte Muskelpumpe in den Beinen angewiesen: durch Muskelanspannung und - entspannung, wie es z.B. beim Gehen der Fall ist, wird das Blut nach oben gepumpt. Venenklappen, die sich in bestimmten Abständen in den Venen befinden, wirken wie Ventile, indem sie nur eine Strömungsrichtung des Bluts zum Herzen zulassen. Sie verhindern in gesunden Gefäßen ein Zurückfließen des Bluts, wenn sich die Muskeln entspannen, das sogenannte Versacken des Bluts in den Beinen. Das Blut wird in einem oberflächlichen Venensystem, das dicht unter der Haut verläuft, und über ein tiefes Venensystem, zu dem u.a. die große Oberschenkelvene (Vena femoralis) gehört, transportiert. Zwischen den beiden Systemen bestehen Verbindungen über so genannte Perforansvenen. Genetisch bedingt: 90% der Krampfadern Unter Krampfadern (Varizen) versteht man erweiterte Venen vor allem an den Unter- und Oberschenkeln. Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Betroffenen an. Das Auftreten von ausgeprägten Krampfadern wird Varikosis oder Varikosesyndrom genannt. Etwa 90% der Krampfadern beruhen auf einer angeborenen Schwäche der Venenwände, die durch belastende Faktoren wie langes Stehen, sitzende Tätigkeiten oder eine Schwangerschaft zur Venenklappenschwäche führt. Den resultierenden Rückstau des Bluts kann auch die Muskelpumpe nicht mehr kompensieren. Durch Stauung entstehen erweiterte und geschlängelte Venen. 33