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Zur Gesundheit 01_2018_Düsseldorf_ePaper (2)

ONKOLOGIE ZUR GESUNDHEIT

ONKOLOGIE ZUR GESUNDHEIT REDAKTION 33. DEUTSCHER KREBSKONGRESS IN BERLIN Im Februar 2018 wird es wieder so weit sein – der Deutsche Krebskongress öffnet seine Pforten in Berlin. Das größte onkologische Fachtreffen im deutschsprachigen Raum wird dieses Mal unter dem Motto „Perspektiven verändern Krebs – Krebs verändert Perspektiven. Diagnose, Therapie, (Über-) Leben“ stehen. Ein Schwerpunkt des Kongresses befasst sich mit der schnellen Entwicklung neuer diagnostischer Methoden in der Pathologie, der Röntgendiagnostik und der Nuklearmedizin, anhand derer die immer mehr individualisierte Therapie von Patienten zunehmend besser gesteuert werden kann („Perspektiven verändern Krebs“). Ein zweiter Schwerpunkt zielt auf die terminale Phase von Krebserkrankten. Noch immer versterben in Deutschland mehr als 200.000 Menschen jährlich an Krebs. Mit dieser Phase von Krebserkrankungen beschäftigt sich der 33. Deutsche Krebskongress in besonderem Maße, um die vielfältigen Entwicklungen auf diesem Gebiet darzustellen („Krebs verändert Perspektiven“). In mehr als 400 streng interdisziplinär besetzten wissenschaftlichen Sitzungen werden relevante Fragen der Krebsdiagnostik und Therapie teils auch sehr kontrovers diskutiert. Dabei werden neben den bekannten Sitzungsformaten vermehrt sogenannte Oxford-Debatten zum Einsatz kommen. Diese besondere Form der Pround-Kontra-Diskussion eignet sich außerordentlich gut, über den Austausch von Argumenten im Rahmen brillanter Rhetorik die wissenschaftliche Diskussion zu fördern. Darüber hinaus bietet der 33. Deutsche Krebskongress den Teilnehmern ideale Möglichkeiten, die eigenen wissenschaftlichen Forschungsergebnisse vorzustellen und mit Kolleginnen und Kollegen zu diskutieren. Prof. Dr. Thomas Wiegel Kongresspräsident DKK 2018 Am Krebsaktionstag am 24. Februar haben außerdem Patienten und Angehörige die Möglichkeit, sich im direkten Kontakt mit den Experten vom Kongress und bei der Selbsthilfe über die neuesten Entwicklungen der Krebsmedizin zu informieren. www.krebsaktionstag.de 40

ZUR GESUNDHEIT REDAKTION ONKOLOGIE BEHANDLUNGSFORMEN BEI BRUSTKREBS Zur Behandlung einer Brustkrebs-Erkrankung ist in der Regel ein längerer stationärer Klinik-Aufenthalt erforderlich, in dessen Rahmen auch bereits die psychologische Betreuung der betroffenen Frauen begonnen werden sollte. BET oder Amputation Die erste und wichtigste Behandlungsform bei Brustkrebs ist in der Regel die Operation. Man unterscheidet die brusterhaltende Therapie (BET) und die Brustamputation. (Entfernung der ganzen Brust, Mastektomie oder Ablatio mammae). Unter einer BET versteht man die Entfernung des Tumors zusammen mit dem umliegenden gesunden Gewebe. Je nach Größe dieser „Gewebemanschette“ spricht man von einer „wide excision“, einer Segmentresektion oder einer Quadrantektomie, bei der ein ganzes Brustviertel entfernt wird. Vollständige Tumorentfernung Sowohl die brusterhaltende Therapie als auch die Brustamputation werden ergänzt durch die Entfernung der örtlichen Lymphknoten in der Achselhöhle. Mit beiden Verfahren wird versucht, den Tumor an seinem Entstehungsort vollständig zu entfernen. Die Entfernung der Lymphknoten aus dem Achselbereich hat in erster Linie diagnostische Gründe. Zurzeit wird getestet,ob es für die Diagnostik ausreicht, nur einen führenden LYMPHKNOTEN (Sentinel) zu entfernen und zu beurteilen, da dies für die betroffenen Frauen schonender ist. Ob brusterhaltend oder radikal operiert wird, hängt heutzutage auch davon ab, ob die Patientin ihre Brust unbedingt erhalten will, ob sie mit der notwendigen Nachbestrahlung einverstanden ist und ob sie zu engmaschigen radiologischen Nachsorgeuntersuchungen bereit ist. 41