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Der Schwimmtrainer Nr. 107

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DSTV / Der Schwimmtrainer 20 Oktober 2015 Amplitude beginnt klein im Hüftbereich und wächst bis zu den Zehenspitzen an) Dynamik der Aktionen: Rollen zur Aktionsseite mit den Vorschieben der Hand, auch zur Unterstützung des Einatmens auf der Gegenseite; die Hand der Gegenseite verlässt das Wasser schwungvoll; die Amplitude der peitschenschlagähnlichen Fuß-Aktion beginnt klein im Hüftbereich und wächst bis zu den Zehenspitzen an. richten und nun Meldearmposition wechseln – in neuer Seitlage durch peitschenschlagähnliche Fußaktionen 1 Körperlänge weiter, dann erneut Meldearm- Position wechseln Hinführende Aufgaben R 1 – R 4 Aufgabe R 1: wie A 2, „Meldearmposition“, seitliches Fortbewegen, Blick Richtung Boden, Gesicht langsam nach oben drehen (Einatmung oberhalb der Wasserlinie), Gesicht langsam wieder zurück drehen Aufgabe R 2: wie A 3: in Seitlage, „Haifischflosse“, seitliches Fortbewegen, Blick Richtung Boden, Hand langsam vom Oberschenkel zur Achsel bewegen und wieder zurück, wobei die Hand direkt am Körper entlanggeführt wird Aufgabe R 3: in Seitlage, aus Haifischflossen-Position Überwasserwand über Wasserlinie dabei Blick zu Hallendecke Aufgabe R 4: in Seitlage, statt Haifischflosse, Hand auf weitem Kreis über Wasser vorbringen dabei Blick zu Hallendecke richten und Meldearmposition wechseln – in neuer Seitlage durch peitschenschlagähnliche Fußaktionen 1 Körperlänge weiter, dann erneut Meldearm- Position wechseln. Was nicht in Aufgaben angesprochen wird, ist auf dieser Stufe der Vermittlung bzw. des Kompetenzerwerbs auch zweitrangig und kann später hinzugefügt werden. Anzeige Helfmann – Füller

DSTV / Der Schwimmtrainer 21 Oktober 2015 Erzähle mir die Vergangenheit und ich werde die Zukunft erkennen. Konfuzius Blick zurück mit und ohne Zorn von Klaus Rudolph Glosse eines „Beigetretenen“ zu 25 Jahre vereinigten deutschen Schwimmsports mit Happy End Im 25. Jahr der Wiedervereinigung fand eine öffentliche Anhörung des Sportausschusses des Bundestages zu „Neuen Strukturen für die Spitzensportförderung“ statt. Dort äußerte der Vertreter der Sporthochschule Köln, Prof. Dr. Mester, von einem „Leistungssportstandort Deutschland“ könne kaum noch gesprochen werden 1 . Der Kölner Sportwissenschaftler monierte u.a. mangelnden Wettbewerb im Betreuungssystem, eine an Zuständigkeiten statt an Kompetenzen ausgerichtete Förderung auf Bundesebene und unzureichende Einbindung wissenschaftlicher Einrichtungen. Das veranlasst mich, kritisch zurückzublicken. Wie war es zur „Wendezeit“ um den Leistungsstandort Deutschland im Schwimmen bestellt? Durch den Beitritt der ostdeutschen Schwimmer am 19.10.1990 in Hannover wurde der DSV beträchtlich gestärkt. Von den 13 Einzelmedaillen der WM 1991 gingen 8 auf das Konto von Schwimmern des ehemaligen DSSV. Die Tabelle der leistungsstärksten Vereine wurde von Potsdam und Berlin angeführt, vier weitere Vereine (Leipzig, Magdeburg, Rostock und Erfurt) platzierten sich unter den ersten 10. Aber bald entpuppte sich die Erwartung aus 1 + 1 = 2 zu machen als Illusion. Die Sportschulen der DDR wurden „abgewickelt“, um später zögerlich unter anderem Namen und anderer Flagge wieder „aufgewickelt“ zu werden. Im Sekretariat der Rostocker Sportschule wurde das Bild von Erich Honecker von der Wand genommen und durch Jesus Christus ersetzt. Damit wurde aber nicht automatisch vom gesamten Kollegium die Hingabe zum Leistungssport übernommen. Im Westen der Republik brauchte man gut 20 Jahre um 23 Sportschulen zu installieren. Und auf der Strecke war immer wieder Widerstand zu überwinden. Da ließ sich angeblich die hohe Zahl an Medaillen nicht mit den Sportschulen begründen (Emrich). Diese wurden als „elitärer Balanceakt“ (WDR, 22.04.13) gegeißelt. Wenn man natürlich von jedem Absolventen einer Sportschule olympischen Lorbeer erwartet, dann hat man nicht verstanden, dass nur ein geringer Teil einer Bevölkerung über diese Gabe (Talent) verfügt. Es gelangt ja auch nicht jeder Gymnasiast zu akademischen Spitzenleistungen. Die Facetten sportlicher und schulischer Erfolge sind breit gefächert und nicht nur auf eine Medaille zu beschränken, auch wenn das zunächst erklärtes Ziel ist. Die Sportschulen genügten in den Anfängen nicht immer den Erwartungen (Qualitätskriterien) und zeichnen sich auch heute noch durch beträchtliche Unterschiede aus, vor allem, wenn man sie am Potsdamer Modell misst. Aber eines ist unumstritten, ohne Sportschule lässt sich die Perspektiv-Konzeption 2020 von Henning Lambertz nicht realisieren. Ich erinnere mich des ersten Zusammentreffens der nun gesamtdeutschen Trainer zur DSTV-Tagung in Kronach 1991, zu der ich über die „Vorbereitung und Durchführung von Schwimm-Trainingslagern“ referierte. Das summierte sich bis 2015 auf 35 Referate und Veröffentlichungen in der „Blauen Reihe“. Die DSTV hatte „uns aus dem Osten“ herzlich aufgenommen, eben wie Brüder und Schwestern oder einfach Kollegen. Beim DSB/DSV wurden eher aus Kollegen Konkurrenten und aus Brüder und Schwestern Stiefbrüder und Stiefschwestern. Die ostdeutschen Spitzentrainer mussten erst einmal „entlaust“ werden, eine Aktion, die westlich der ehemaligen Zonengrenze Halt machte. Obwohl auch da vereinzelt „Läuse“ aufgetreten sind, wie wir inzwischen wissen. Aktenfunde belegen 1 Protokoll Öffentliche Anhörung des Sportausschusses des Bundestages vom 13.10.2014