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Der Schwimmtrainer Nr. 106

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DSTV / Der Schwimmtrainer 56 November 2014 • Europäische länderübergreifende Anerkennung der Trainer – Aus – und Fortbildung • Ziel? (siehe deutsche Fußball – Lehrer) • Wie finden wir Sponsoren? Diese sollen bei der Zusammenkunft 3. Runder Tisch mit der Erstellung es Berufsbildes des Trainers zusammenfassend bearbeitet werden. Neben dem Berufsbild des Trainers werden vorrangig Arbeitsrecht, Kündigungsschutz, Vertragslaufzeiten und Gehalt zum Schutze der Trainer herausgearbeitet werden. Die Arbeit des BVTDS ist nicht damit erschöpft, sondern er war auch beim „European Social Dialogue“ in Brüssel vertreten und versucht eine Zusammenarbeit mit den Europäischen Trainervertretungen. Aus unserer Sicht sehen wir in der Zusammenarbeit mit dem BVTDS keine Konkurrenz sondern eine vermehrte Steigerung zur Erreichung einer Wertsteigerung unserer Trainer/innen in der Öffentlichkeit in allen Bereichen. Anni und Claus Vandenhirtz Vertreter der DSTV im BVTDS Ausgewählte Inhalte des XIth International Symposium for Biomechanics and Medicine in Swimming 2010 in Oslo Bodo Ungerechts / Bielefeld Dieser Text lehnt sich an die Ausführungen von Hopkins & Vandenbogaerde (Sportscience 14, 29-35, 2010) an; er wendet sich an die Trainer/Innen, die auch über den Tellerrand schauen möchte, was international im und zum Schwimmsport geforscht wird. Sehr viel und richtungsweisend sollte man meinen, schießlich gibt es seit 40 Jahren die Kongress-Serie Biomechanics and Medicine in Swimming. Für den ersten Zugang kann auf die englischsprachigen Abstracts verwiesen werden, die im Internet aufgerufen werden können: www.nih.no/Upload/BMS2010/Documents/BM2010_Program_Abstracts_final_lowres.pdf Im nachfolgenden Text wird auf die Artikel durch entsprechende Code-Nummern in Klammern (...) hingewiesen; wer also die abstract geöffnet hat, kann dann über die Suchfunktion und Eingabe der Code-Nummer das kurze Abstract aufrufen. Diese Konferenz findet alle vier Jahre statt, unter der Schirmherrschaft der Weltkommission für Wissenschaft und Sport (WCSS), die sich die Überbrückung zwischen Wissenschaft und Praxis auf die Fahnen geschrieben hat. 2010 wurden 300 Delegierte in der die norwegischen Sporthochschule NIH begrüßt. Es wurden 9 Hauptvorträge, 125 Vorträge und 125 Poster-Präsentationen geboten. Zu den besten praxisbezogene Vorträgen gehörte eine Fallstudie zur Änderung der Schmetterlingstechnik als zweijährige Längsschnittstudie, dann neue Technologien und Analysen; dazu gehören Druckmessungen um eine Hand, VideoAnalyse der Strömung, Computational Fluid Dynamics (CFD), Bestimmung des „aktiven Widerstands“, Beschleunigungsmessungen sowie

DSTV / Der Schwimmtrainer 57 November 2014 eine kostenlose Simulations-Software swum; überraschend war der Bericht von einer Wendenvariante: Unterwasser-Wende. Training: Themen wie Übertraining, Volumenreduzierung, Höhentraining sowie Talent, Erwerb von Fähigkeiten, Tests zu Laktat, Schwimmanzüge und (kein Witz) Pilzen. Es gab einige große Präsentationen! Vorträge zu Laktatuntersuchungen gehören leider nicht dazu; im Folgenden wird nur auf Vorträge mit praktischer Anwendung Bezug genommen. Verschiedene Präsentationen erhielten Preise, so der Archimedes-Preis, der an Daisuke Sato (O-101) ging „Does the Immersion Affect Cortical Activation in Human? Functional Near Infrared Spectroscopy study“ (Beeinflusst die Immersion die menschliche Gehirnaktivität? Eine spectrosophisch gestützte Studie). Hopkins & Vandenbogaerde wählten für sich eine Fallstudie als beste Präsentation, in der ein Trainer seine Arbeit (P-077) beschreibt, um den kicking-stil einer Schmetterlingsschwimmerin über zwei Jahre zu ändern, bis schließlich ein "she got it" durch eine Verbesserung der persönlichen Bestleistung im Alter von 30 bestätigt wurde. João Paulo Vilas-Boas stellte in der Eröffnungsrede eine quantitative Beurteilung der Inhalte der vergangenen 40 Jahre vor. Die wichtigsten Inhalte waren immer schon Biomechanik, Physiologie und "Analyse", auch Medizin und anderen Disziplinen spielen eine Rolle und stets trafen sich immer Biomechaniker und Mediziner, denen das Interesse an Schwimmsport gemeinsam war. Wird die Auswirkung von Interventionen auf die Leistung bei typischen Spitzensportlern durch statistische Verfahren ermittelt, ist es wichtig zu wissen, dass erst dann von Änderungen gesprochen werden kann, wenn die Variation, z.B. Standardabweichung, den Wert 0.3 übersteigt (Hopkins et al, 1999; Hopkins et al, 2009), was mit einer Tempo- Veränderung von 0,8% verbunden ist (Pyne et al., 2004), so dass Wettkampfzeitänderung mit einer Genauigkeit von höchstens 0,25% gemutmaßt werden können. Wenn also statistische Daten unter 0,25 % liegen, ist eine Veränderung durch die jeweilige Intervention bei Elite-Schwimmern nicht verlässlich; bei Studien mit jüngeren Schwimmern gilt dies schon bei < 0,20 % der Standard-Abweichung. Neue Technologien und Analysen Für eine italienische Gruppe ist Messung der Druckdifferenzen an der Hand die beste Technologie für die Schubmessung während der Handaktion (O-002). Eine andere Gruppe hat 12 Drucksensoren pro Hand gewählt, um dann über Algorithmen auf die Antriebskräfte zu schließen – Fehler eingeschlossen (O-005). Der "aktive-drag", den es so nicht gibt, wird über Messung der Schwankung von Seilspannungen konstruiert, wenn das Schlepptempo leicht über der maximalen Schwimmgeschwindigkeit liegt (O- 004), um dann über Links-Rechts-Asymmetrie zu mutmaßen. Diese Technik ist nicht besonders neu, und die gleichen Informationen erhält man durch