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Nisargadatta Maharaj_Ich bin ungeboren

Herr Damodar Lund, ein Englisch- und Kunst-Professor hatte ein tiefes Interesse an der Mystik und am Buddhismus und war ein glühender Anhänger von Sri Nisargadatta Maharaj. Er besuchte regelmäßig die von Maharaj gegebenen Satsangs in dessen Wohnung, Dieses Buch ist das Ergebnis der Aufzeichnungen, die er während dieser Trffen gemacht und nach seinem frühen Tode hinterlassen hat.

Ich

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj ausgedrückt – so sagt dann das menschliche Wesen: „Mein Pech!“ Die wechselseitige Tätigkeit der vier Elemente geht in die Gebärmutter der Erde ein. Aus dem Saft der Pflanzen entstehen die Arten, aber die Formen umschließen ihre Identität. So haben wir dann 85 Millionen Arten; das ist die Geschichte dieser Erde. Was wäre die Qualität desjenigen, der dieses Prinzip erkennt? Wer Bewusstsein versteht, ist jenseits des Bewusstseins, jenseits der fünf Elemente. Zum Zeitpunkt seines Todes wird er zum Ozean der Seligkeit. Andere, die sich selbst mit dem Körper-Verstand identifizieren, werden einer traumatischen Erfahrung des Leidens unterworfen. Die Körper-Verstand-Identifikation ist das Resultat nur eines Sekundenbruchteils der Seligkeit. Vergleichen Sie die Freuden des Jnani mit denjenigen der Zwei. Der Heilige Jnaneshwara schrieb einen Kommentar zur Bhagavad Gita. Dann schrieb er „Amruta Anubhava“ – Erfahrung der Unsterblichkeit (Mrit=Tod, Amrita=Kein Tod) – also grundloser Ozean der Seligkeit. Die fünf Elemente und drei Gunas verwüsten das Universum. Wie aber ist der Jnani von all dem betroffen? Indem er dieses Spiel der Elemente erkannt hat, hat er es transzendiert. Dieses ganze Treiben des Schauens und des Geschauten, des Beobachters und des Beobachteten geht und nichts bleibt zurück. Einfach nur sein, einfach nur still sein. Lassen Sie sich nicht stören und lassen Sie das Gemüt beiseite. Welchem Prinzip würde dadurch ein Schaden zugefügt werden? Lediglich Zeit und nur die Zeit, wird verschwinden. Derjenige, der den Wandel beobachtet – kann der sich wandeln? Nur Wandelloses kann Wandel erblicken. Das Nicht-Dasein 1. Dezember 1979 Maharaj: Mein Dasein war vorher nicht da – es ist aufgetaucht und nur zeitweilig. Ich habe darüber keinerlei Kontrolle. Ich bin nicht der Abnehmer von dem, was von Gott kommt. Ich bin nicht daran interessiert – sei Er auch Gott. Erkenntnis kann nicht allen gegeben werden. Man 10

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj verliert das Interesse. Wenn Sie das Interesse verlieren, hört sogar die Welt zu existieren auf. Es geschieht aufgrund der Chemie (des Daseins), des sattva guna, dass diese Fotografien aufgenommen werden, und entsprechend fängt dieses Dasein hier an zu gedeihen. Alle Tätigkeiten sind wie mechanisch – alles geschieht also wie nach einem festgelegten Ablauf. Von was und welcher Beziehung zu was spreche ich hier? Von was ist es abhängig? Es ist das Dasein. Wenn das Dasein gegangen ist, ist da Nicht-Dasein, das ewig ist. Da ist keine Erkenntnis, kein Gott, kein Ishwara. Wovon könnte ich sprechen? Das Dasein wird verschwinden. Ich aber lebe auf immer im Nicht-Dasein. Dasein entsteht aus dem Nicht-Dasein. Ich sollte mich kennen, um zu verstehen, auf welche Weise dies geschieht. Es gibt Leute, die mich anbeten, aber ich bin wie ein Berg. Ich weiß, dass nichts existiert, dass Namen und Formen nur Bestimmungsmerkmale sind. Niemandem könnte etwas Gutes oder Schlechtes passieren; weder ist dies früher geschehen noch wird es in Zukunft geschehen. Form und Dasein geschahen und wurden als solche nicht erkannt – wie sonst hätte es geschehen können, dass ich für neun Monate diesen schmutzigen Ort betreten habe? Man ekelt sich ja sogar vor einer toten Ratte. Die Leute reden von Spiritualität und schließen währenddessen ihr ureigenes Selbst aus. Verbleibe im Selbst und sprich dann. Erforsche dich selbst. Das Absolute ist ewig, ein Zustand des Nicht-Daseins und wirklich. Das Dasein ist zeitlich begrenzt, es erscheinen darin die fünf Elemente usw.; kein Dasein – nichts ist. Nichts in dieser Welt vermag Ihnen auf Dauer Gesellschaft zu leisten. Die Menschen werden sich meiner Erinnerungen bedienen und einige von ihnen werden glücklich, andere unglücklich damit sein. Auf mich selbst wird dies null Wirkung haben. Der Brahma-Lichtdurchlass 4. Dezember 1979 11