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Nisargadatta Maharaj_Ich bin ungeboren

Herr Damodar Lund, ein Englisch- und Kunst-Professor hatte ein tiefes Interesse an der Mystik und am Buddhismus und war ein glühender Anhänger von Sri Nisargadatta Maharaj. Er besuchte regelmäßig die von Maharaj gegebenen Satsangs in dessen Wohnung, Dieses Buch ist das Ergebnis der Aufzeichnungen, die er während dieser Trffen gemacht und nach seinem frühen Tode hinterlassen hat.

Ich

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj M.: Ich brauche es nicht. Liebe ist allesdurchdringend, die ganze Welt ist Ausdruck von „ich liebe“ („Ich bin“), aber wer ist derjenige, der liebt? Es ist die Liebe selbst. Weil es kein „ich“ gibt, gibt es auch kein „ich liebe“. Derjenige, der noch eine Persönlichkeit hat, kann festgehalten werden, aber ich bin allesdurchdringend – wie könnte man mich festhalten? Diese Einheit, die geboren wurde, muss auf Wissen bestehen – andernfalls können Sie sie nicht haben. Sie stellen Fragen, aber was immer ich weiß, wissen Sie ebenfalls. Seit wann ist das Dasein da? Haben Sie mal darauf geachtet? Die Leute suchen nach diesem Wissen, gehen aber nicht zur Quelle, von der aus es begonnen hat. Sie sollten dahin gehen und schauen, wie es passiert ist – gehen Sie zum Anfang, um das Ende zu verstehen. Was wäre ein Beispiel Ihres Wissens? B.: Das Wissen über die Welt. M.: Meine Erfahrung ist so, als stünde mein Körper in Flammen. Es geht ihm nicht gut; daher der Doktor. Der Doktor will verstehen, aber was? Ist es etwa besser, zu erfahren, wie es vor sich geht? Ist es eine Qualität? Ist es wegen der Selbsterkenntnis? Sie können sagen was Sie möchten, aber ich fühle immer noch keinen Schmerz. Ich habe nicht genügend Kraft, um mich aufzusetzen, aber wenn ich mich aufsetze, rede ich; ich habe keinen Wunsch nach irgendetwas. Nur Krishna sagte: „Ich bin alles“; mein Dasein meint alles. Krishna sagte, was du siehst, bin ich selbst; verehre das, weil alles meine Form ist. Yogis, die ein langes Dasein anstrebten, litten aufgrund von Konzepten. Was konnten sie schon gegen Erschaffung und Zerstörung tun? Alle Aktivitäten geschehen aufgrund der fünf Elemente; welche Kontrolle könnte man über sie ausüben? Einige meinen, dass sie in der nächsten Geburt zurückkehren werden. Ich sage so etwas nicht. Was auch immer Sie sehen, bin ich selbst. Ich bin immer da. Das Dasein ist da aufgrund des Spiels der fünf Elemente; Dasein ist selbst ein Elend. Im Reich des Bewusstseins gibt es keine Regeln – die Armen werden reich und die Reichen arm; man kann nichts machen. 42

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj Der Verstand kann Sie nicht erklären 24. Dezember 1979 Maharaj: Der Eine, der weiß (keine Eigenschaften besitzt), ist Parabhrahman. Besucher: Erscheint ein Licht, wenn man Brahman kennt? M.: Vor dem Erblicken eines Lichts sind Sie da. B.: Worin besteht die Qualität der gunas? Sind sie sattva – Bezeugen, rajas – Aktivität, tamas – ich habe die Aktivität ausgeübt? M.: Alles sind Namen für sattva, weil Sie aufgrund ihrer sind. Sattva ist das „Ich bin“, rajas die Neigung zu Tätigkeit oder Arbeit und tamas, wenn man sich sagt „ich habe dies getan“. Alle drei besitzen keine Form, sie sind formlos. Die ganze Zeit über haben Sie sich selbst als das eine oder andere angesehen, aber dies dauert nicht an, Name und Form gehen irgendwann. Sie sind das Wesen, welches den Körper verlassen wird; Sie sind nicht der Körper, wofür auch immer Sie sich selbst halten mögen. B.: Das „Ich bin“ ist zeitgebunden, während das, was wir wirklich sind, ewig ist. M.: Ihr Dasein ist die Flamme – kein Gas, keine Flamme. Das Wissen um das „Ich bin“ ist da wegen der Nahrung; „ich bin so oder anders“ (im Aussehen usw.). Nichts bleibt bei Ihnen, sogar Ihre Erinnerung wird ausfallen. Was sind Sie dann? Als was auch immer Sie sich gegenwärtig ansehen, Sie sind dies nicht. Wenn man sich für etwas hält, erwartet man sich davon dauerhaftes Glück, wie etwa ein junger Mann zu sein usw. Versuchen Sie es festzuhalten – es geht nicht! Das Dasein ist das Ergebnis von sattva, aber wenn Sie älter geworden sind, verschwindet auch sattva. B.: Das „Ich bin“ ist zeitgebunden, es erschafft die Zeit. Gibt es einen Unterschied zwischen der chronologischen und der psychologischen Zeit? M.: Das „Ich bin“ bzw. das Dasein ist gleichzusetzen mit der Zeit, der Sonne; sie sind eins. Das Dasein ist die Sonne des Wissens – es ist selbst Zeit oder Sonne. 43