Aufrufe
vor 9 Monaten

Nisargadatta Maharaj_Ich bin ungeboren

Herr Damodar Lund, ein Englisch- und Kunst-Professor hatte ein tiefes Interesse an der Mystik und am Buddhismus und war ein glühender Anhänger von Sri Nisargadatta Maharaj. Er besuchte regelmäßig die von Maharaj gegebenen Satsangs in dessen Wohnung, Dieses Buch ist das Ergebnis der Aufzeichnungen, die er während dieser Trffen gemacht und nach seinem frühen Tode hinterlassen hat.

Ich

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj B.: Die chronologische und die psychologische Zeit („Ich bin“) sind also eins? M.: Es gibt keinen Unterschied. Sie haben Erinnerungen an den Körper – ich nicht. „Ich bin der Körper“ - darin besteht Ihre Erinnerung. Die Körpererinnerung ist der Zuckerguss des Glücks, der sich schließlich als schmerzhaft erweist. B.: Ist der Unterschied zwischen der chronologischen und der psychologischen Zeit, so wie ich ihn sehe, richtig so? M.: Wenn Sie nicht wären, wo wären dann die Sonne und die aus ihr abgeleitete Zeit? Erkennen Sie, dass dieses gesamte Universum bzw. die Manifestation die Haut und die Zuflucht Ihres Daseins sind, die Haut Ihres Beleuchtetseins. Sämtliche Manifestation ist Ihr Ausdruck; „Sie sind“. B.: Die Wahrheit über das, was ist, wird durch vergangene Erinnerungen verdunkelt. M.: Was meinen Sie mit „vergangenen Erinnerungen“? B.: Wenn Sie sind, dann entsteht da die Frage über die Vergangenheit. M.: Zwischen Ihnen („Ich bin-heit“) und dem Bewusstsein – welche Beziehung existiert da? B.: Das „Ich bin“ variiert von Zeit zu Zeit; es gibt angenehme und unangenehme Gefühle usw. M.: Es gibt keinen Unterschied in den Arten der „Ich binheit“. Ich bin jetzt müde und war davor bei guter Gesundheit, aber der gemeinsame Faktor ist das Dasein, der sich nicht verändert hat. Alles ist Illusion, das „Ich bin“ ist Wissen, aber es ist ebenfalls eine Illusion, sagen Sie, was Sie wollen! Nichts bleibt außer dem Wissen „Sie sind“. Sie glauben, dass die Welt ohne Ihr Dasein existiere. Ihre Welt kam mit Ihrer Ankunft, nicht früher. Wenn Sie nicht mehr sind, ist auch Ihre Welt nicht mehr. Ein Jnani lebt zufrieden in der Ewigkeit. Das Dasein ist der Same der Manifestation. Der Unwissende denkt: Da war diese Welt und ich bin ein Fragment in ihr, aber der Jnani weiß, dass sie eine Schöpfung des Daseins ist. Ihre manifestierte Welt 44

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj bedeutet: „Sie sind“, und „Sie sind“ bedeutet Ihre manifestierte Welt. Dasein bedeutet die Selbsterkenntnis des „Ich bin“ - kein Name, kein Löwe. Die Welt kann nicht vor Ihrem Dasein da sein. Sobald sich ihr eigenes Dasein manifestiert, gibt es die Welt. Sie versuchen meine Erklärungen zu interpretieren; Sie assimilieren nicht, was ich sage. Setzen Sie sich; Sie haben so viele Neigungen und Vorlieben. Nur selten verbleibt einmal jemand in der Botschaft „Ich bin“ - alle werden vom Verstand fortgetragen. B.: Darin besteht die menschliche Natur. M.: Die primäre Botschaft oder vritti (verstandesmäßige Neigung) ist das „Ich bin“; der Strom der Worte ist im Innern, ist Verstand, eine Bewegung im Kopf. B.: Man lässt sich forttragen. M.: Halten Sie daran fest, dass der Verstand Sie nicht erklären kann. Was der Verstand sagt, sind nicht Sie. Lassen Sie sich nichts vom Verstand vormachen; Sie sind nicht der Verstand. Der Verstand fährt mit Ihnen Schlitten; Sie haben das Empfinden, eine Fahrt zu machen. Ihre Verstandesneigungen wollen sich vergnügen; Sie sagen: Ich möchte Vergnügen. B.: Funktioniert der dienende Verstand als „Ich bin“? M.: Worin besteht für Sie die Notwendigkeit des Verstandes? B.: Um mein Diener zu sein. M.: Haben Sie im Tiefschlaf den Verstand gebraucht? B.: Was ist „wach sein“? M.: „Nicht wach zu sein“ bedeutet wahres Wachen. Gibt es ein wirkliches und unwirkliches Wachen? B.: Mit „Wachen“ meine ich Sie, wie Sie sind – als das Absolute. M.: Bei aller Bemühung welcher Art auch immer – Sie sind. Mit Bemühung verursachen Sie eine Erregung; das ist der Grund, weshalb Sie nicht Ihr natürliches „Ich bin“ sein können. 45