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Nisargadatta Maharaj_Ich bin ungeboren

Herr Damodar Lund, ein Englisch- und Kunst-Professor hatte ein tiefes Interesse an der Mystik und am Buddhismus und war ein glühender Anhänger von Sri Nisargadatta Maharaj. Er besuchte regelmäßig die von Maharaj gegebenen Satsangs in dessen Wohnung, Dieses Buch ist das Ergebnis der Aufzeichnungen, die er während dieser Trffen gemacht und nach seinem frühen Tode hinterlassen hat.

Ich

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj B.: Sollte man die negativen Gedanken durch positive ersetzen? Ja. Nehmen wir an, sie haben den Gedanken: „Ich bin keine Person“. Ersetzen Sie diesen durch „Ich bin formlos“. Wann immer ein Gedanke auftaucht, entsteht im Verstand das Geschwätz. B.: Ja. M.: Schicken Sie die Gedanken also weg. B.: Gedanken implizieren den Körper. M.: Sagen Sie stattdessen lieber, dass es eine Auswirkung auf sattva hat. Das Beste ist, ohne Gedanken zu sein. Falls dies nicht möglich ist, singen Sie ein Mantra. Es wird sich über die fünf vitalen Winde überall im Körper verteilen. Ein Sadhu besitzt keine Neigungen oder Anhaftungen; seine Individualität hat sich aufgelöst. Glaube an die Worte des Guru ist Glaube an sich selbst, es verändert einen automatisch. Sie können sich mit dem Guru identifizieren, wenn sich die Form auflöst. Der Verstand hat keine Form, der Intellekt hat keine Form, und Sie sind der Kenner dieser. Wie können Sie Form haben? Dass Sie formlos sind, muss Ihre Überzeugung werden. Identifizieren Sie sich mit nichts – Identifikation mit irgendetwas bedeutet Bindung. Es gibt wirklich keinen Unterschied zwischen dem Schüler und dem Guru; ist der Guru nicht befreit, so ist es auch der Schüler nicht. Wenn einer über seine Identifikation nachdenkt, entsteht Fortschritt – er geht dorthin, wo der Guru ist. Gehen Sie mit welchem Konzept auch immer, an dem Sie hängen, zum Guru – er wird Sie, falls er ein Jnani ist, von allen Konzepten befreien. Aber worin besteht das Hauptkonzept, von dem alle anderen abhängen? Es ist das „Ich bin“ - das „Ich bin“ ist selbst ein Konzept. Es ist die eigentliche Quelle, von der aus alle anderen Konzepte ausströmen. Eine feste Überzeugung über Sie selbst zu erlangen bedeutet, ein Sadguru (derjenige, der jenseits des „Ich bin“ ist) zu werden. Was auch immer man unter Parabrahman – das Absolute – versteht, das ist Ihr wahres Selbst. B.: So lange man den Guru als Form sieht, wird der Guru Konzepte liefern, um sich daran festzuhalten. Der Guru 50

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj sagt beispielsweise: „Sie sind Parabrahman“, was ein Konzept ist. M.: Ja, aber dieses Konzept hilft Ihnen dabei, alle anderen Konzepte loszuwerden. Ist der Schüler alle Konzepte losgeworden, löst sich auch dieses Konzept schließlich auf. Für den Schüler ist das, was der Guru sagt, ein Konzept, aber in der Meditation verschwindet es dann. Worin besteht der Unterschied, wenn wir die Blumen hier und uns selbst betrachten? Aufgrund des Absoluten wissen Sie, dass Sie sind. Es ist die Wahrheit, die weiß. In diesem Wissen ist das Universum selbst enthalten, dieses Wissen ist allgegenwärtig. Normalerweise denken wird, dass wir Individuen seien, die sich nicht verändern, und das Wandellose weiß dies. Viele Leute verändern sich nie, aber derjenige, der dieses Wissen assimiliert, der verändert sich beizeiten. Gewöhnlich hält man sich selbst für den Körper. Deshalb gibt es da Beziehungen und Verknüpfungen. Als ein Individuum möchten Sie wachsen und gedeihen; Sie sind nicht auf Veränderung vorbereitet. Man muss die eigene Realität verstehen – sie kann nicht einfach „erzählt“ werden. Ich weiß, dass ich nicht der Körper bin; darin besteht meine Verwirklichung. Daher muss dann die Überzeugtheit kommen. B.: Daraus entsteht dann die Überzeugung. M.: Alle hören zu, nur wenige praktizieren. Es ist sehr einfach und doch schrecklich kompliziert. Ich habe bemerkt, dass es für viele sehr schwer ist, alle Konzepte aufzugeben; es scheint leichter zu sein, den Raum zu zerschneiden. Hier werden diejenigen Änderungen geschehen, die sich aus dem, was Sie hier hören, ergeben. B.: Man muss offen und konzeptlos sein. M.: Ja. Wenn Sie kein Vertrauen in denjenigen haben, der die Erkenntnis vermittelt, gewinnen Sie nichts. Werfen Sie die Gedanken hinaus! 27. Dezember 1979 51