Aufrufe
vor 2 Monaten

Nisargadatta Maharaj_Ich bin ungeboren

Herr Damodar Lund, ein Englisch- und Kunst-Professor hatte ein tiefes Interesse an der Mystik und am Buddhismus und war ein glühender Anhänger von Sri Nisargadatta Maharaj. Er besuchte regelmäßig die von Maharaj gegebenen Satsangs in dessen Wohnung, Dieses Buch ist das Ergebnis der Aufzeichnungen, die er während dieser Trffen gemacht und nach seinem frühen Tode hinterlassen hat.

Ich

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj das Dasein? Das Dasein ist da aufgrund des sattva guna (Eigenschaft, Qualität). Wegen der Erde kommen die verschiedenen Körperformen aus den verschiedenen Verbindungen der fünf Elemente hervor. Wenn ein Patient nicht schlafen kann oder appetitlos ist, gibt man ihm geeignete Medizin. Diese Pillen sind also selber Nahrung. Die zahllosen Körperformen sind das Ergebnis der Reibungen der fünf Elemente im Weltraum. Ihr Verhalten und ihre Aktivitäten werden da draußen festgelegt, aber ihre Wirkung hier auf der Erde gefühlt. Hitlers Handlungen waren da, weil vor seiner Geburt irgendetwas im Raum passiert ist. Die individuelle Seele gibt es aufgrund des Körpers und aufgrund der Erfahrung. Jeder muss leiden, was keine Frage von Verdienst oder Sünde ist. Das Individuum leidet aufgrund der Erfahrung. Wo befindet sich derjenige, der über Wissenschaft schreibt? Er weiß überhaupt nichts. Besucher: Was ist es, was ein Geschehnis im Außen auslöst? M.: Es gibt da Reibung zwischen den fünf Elementen und aufgrund dessen muss die Körperform leiden. Was auch immer im Raum passiert, geschieht wegen der Elemente. Ich jedoch bin von der „Nisarga“-Natur – das bedeutet: Ohne Eltern. Normalerweise sagt man, dass Ishwara die Welt erschaffen habe. Aber die Tiere fressen sich gegenseitig auf. Würde Gott einen solchen Irrsinn erschaffen? B.: Wie man sät, so erntet man. M.: Man sagt dies nur zur Disziplinierung der Leute; die fünf Elemente sind keinerlei Kontrolle oder Disziplin unterworfen; sie sind unbelehrbar. B.: Beginnen die Wünsche mit den fünf Elementen oder dem Körper? M.: Wir geben allen Formen Namen, um ihnen Bedeutung und Eigenschaft zu verleihen, aber in Wirklichkeit gibt es keine. Niemand hat irgendeine Kontrolle über das, was passiert; es geschieht einfach, das ist alles. Ishwara hat keine Form. In jedem Atom befindet sich Krishna. Bombay ist bloß ein Gebiet; ist nun dieser oder jener Teil Bombay? So ist auch Ishwara! Es gibt 54

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj Veränderungen wegen der Tendenzen im sattva, welches die Essenz der Nahrung ist. Kein Individuum - keine Tendenz. Die Essenz der Nahrung ist sattva und daraus sprießt dann das Wissen „Ich bin“, und von da her kommt dann der Verstand. Da sind also bloß Tendenzen und Merkmale. Die Eigenschaften von sattva wechseln mit den Formen und dementsprechend fließt dann der Verstand. Nehmen Sie zum Beispiel Gebäck – im Gebäck befinden sich Poren, deren Anzahl und Aufbau vom Backmaterial abhängen – hat jemand eine Kontrolle über sie? Dasselbe gilt für sattva; die Aktivitäten finden statt. Nageln Sie die Wesenheit fest, die geboren wird. Gibt es die Form, gibt es das Dasein. Sie können keiner auftauchenden Wesenheit einen Namen geben – Erfahrung taucht auf, das ist alles. Zusammen mit der Form tauchen dann Wachen, Schlafen und Erfahrung auf. Geburt ist die Geburt des Bewusstseins. Sie sind jetzt hier. Wenn Sie, sagen wir, nach fünfzehn Jahren zurückkommen, wer hat denn währenddessen weitergemacht? Jnana (Erkenntnis) hat keine Form, keine Natur. Das Wissen „Ich bin“, die fünf Elemente, die drei gunas, Purusha und Prakriti – der Jnani ist all dies nicht. Er hat dies alles transzendiert, er ist der Kenner der Erkenntnis. Mit dem Ende der Körpers enden alle Probleme. B.: Dieser Körper ist nur dazu da um zu wissen, dass man nicht der Körper ist? M.: Das Dasein ist ähnlich wie die Süße im Zucker. Wer ist Gott und wer der Devotee? Keiner von beiden existiert. B.: Hat Maharaj in der Meditation die Akasha- Aufzeichnungen gesehen? Hat er in der Meditation Städte und Dörfer in Indien gesehen? M.: Worte bilden die Fragen und Worten bilden die Antwort – tatsächlich ist da nichts. So lange der Körper da ist, gibt es „Sie sind“. Wenn das „Sie sind“ nicht da ist, ist auch Gott nicht mehr da. Kannten Sie Gott, als Sie noch nicht da waren? B.: Ich kannte ihn nicht. M.: Was auch immer sie jetzt wissen, ist falsch. Ist das „Ich bin“ da, ist auch Ishwara da. Das „Ich bin“ ist Ishwaras 55