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Nisargadatta Maharaj_Ich bin ungeboren

Herr Damodar Lund, ein Englisch- und Kunst-Professor hatte ein tiefes Interesse an der Mystik und am Buddhismus und war ein glühender Anhänger von Sri Nisargadatta Maharaj. Er besuchte regelmäßig die von Maharaj gegebenen Satsangs in dessen Wohnung, Dieses Buch ist das Ergebnis der Aufzeichnungen, die er während dieser Trffen gemacht und nach seinem frühen Tode hinterlassen hat.

Ich

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj M.: Dieses Welt erscheint als alt. Was ist der Grund für diese rätselhafte Erscheinung? B.: Was taucht im Traum auf? M.: Wachen Sie auf! Diese Idee – nämlich dieses sattva, die Essenz der Nahrung – ist für die Welt verantwortlich. B.: Ja. M.: Diese Nahrungsessenz mag neu sein, aber die Welt darin sieht alt aus. Ist das nicht rätselhaft? B.: Die Nahrungsessenz ist neu, aber die Welt erscheint als alt. Der Jnani beachtet Schmerzen nicht, auch wenn er sie erfährt? M.: Ja. Sie leben vielleicht fünf Jahre lang, aber in diesen fünf Jahren ist die Welt in ihnen eine aus vier Zeitaltern – ist dies nicht wunderbar? Sie erleben Dutzende Milliarden Jahre in einer kurzen Lebensspanne. Wer ist nun falsch – Sie oder die Welt? B.: Beide. M.: Vergessen Sie es nicht, wenn Sie in der Welt handeln. B.: Ja. M.: Was ist von Ihrer Erfahrung her der Wert der Welt und von Ihnen selbst? B.: Gar keiner. M.: Wenn Sie dann also wissen und handeln, werden die Leute sagen, dass Sie Brahma, Krishna oder Mohammed seien. B.: Das ändert nichts. M.: Es gibt keine Wesenheit, die sich ändert. B.: Der Jnani hat Erfahrungen, misst ihnen aber keine Bedeutung bei, während wir Verantwortungen tragen. Wo ziehen wir den Trennstrich zwischen Verantwortung und Nicht-Verantwortung? M.: Haben Sie einfach keine festen Regeln für das, was getan und nicht getan werden sollte; das ist Bindung. 66

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj B.: Haben wir in Beziehung zu den Pflichten dann nicht Probleme? M.: Wer erledigt die Pflichten? Sie reden von Tätigkeiten; sagen wir einmal, eine Gummischlange beißt jemanden. Der wird dann vergiftet und unternimmt alle möglichen Aktivitäten, um das Gift loszuwerden. Worin aber besteht der Nutzen all dieser Aktivitäten? Trotz der Medizin wird das Gift nicht weniger. Was auch immer Sie tun – Ihre Überzeugtheit von dieser Idee wird nicht verschwinden. Diejeningen, die hierher kommen, haben keine weitere Geburt mehr. Dies ist Ihre letzte Geburt, nicht wahr, Paul? B.: Ich stimme zu. Ich mag das. Ein Dorf ohne Tag und Nacht 1. Januar 1980 Maharaj: Jeder sieht die Dinge anders. Sie können nicht wissen, was ich sehe. Besucher: Ist es dann am besten, die Aufmerksamkeit auf das Dasein oder „Ich bin“ zu richten? M.: Obwohl Sie auf das Dasein schauen, sind Sie nicht in ihm – Sie sind außerhalb. Mit seiner Hilfe können Sie die Welt beschreiben, aber der Seher, derjenige, der sieht, ist jenseits. Worte sind innerhalb des Bewusstseins, sie können den Kenner nicht beschreiben. Ihr Dasein ist ebenfalls temporär, es ist auch ein Konzept. Mit diesem Fernglas (Dasein) können Sie sehen. Das Eine, welches sieht, ist verschieden vom Fernglas; den Seher darin können Sie nicht sehen. Sämtliche Worte befinden sich innerhalb des Daseins. Ich bin der Kenner des Daseins. Ich beschuldige niemanden in der Welt. Leute sind arm, aber am ärmsten sind die Reichen, sie wollen mehr und mehr. So lange Sie sich selbst als innerhalb des Daseins betrachten, werden Sie Dinge haben wollen. Der Kenner des Daseins braucht nichts. B.: Wie kann man einen ersten Einblick in die Grundlagen der Erkenntnis erlangen? 67