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Nisargadatta Maharaj_Ich bin ungeboren

Herr Damodar Lund, ein Englisch- und Kunst-Professor hatte ein tiefes Interesse an der Mystik und am Buddhismus und war ein glühender Anhänger von Sri Nisargadatta Maharaj. Er besuchte regelmäßig die von Maharaj gegebenen Satsangs in dessen Wohnung, Dieses Buch ist das Ergebnis der Aufzeichnungen, die er während dieser Trffen gemacht und nach seinem frühen Tode hinterlassen hat.

Ich

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj M.: Die Erkenntnis, die vom Intellekt abhängt, ist überhaupt keine Erkenntnis. Die Erkenntnis, die ich übermittle, ist ewig. Die Erkenntnis der Welt dient dazu, die Welt auszulöschen. Wenn wir sagen, jemand sei durstig, dann zählen wir die Zeit ab dem Moment, in dem das Dasein aufgetaucht ist. Es ist nicht Ihre Zeit. Leben ist also das Andauern des Daseins. Vor dem Auftauchen des Daseins waren Sie da. Mit dem Dasein kamen dann Geburt und Tod, während Sie aber auf ewig da sind. Aufgrund des Daseins erfahren Sie Tag und Nacht; davor waren sie vollständig – sie brauchten nichts. Wenn ein Wahrsager Ihre Lebensspanne vorhersagt, sagt er nur das Alter des Daseins voraus, nicht aber Ihres; Sie waren schon vor dem Dasein. Sie sind das ewige Prinzip, welches alles bezeugt. Weil Sie sich aber für eine Person halten, erleiden Sie Ängste. B.: Wenn das Bein gebrochen ist, gibt es Schmerzen. M.: Ja, wegen des Körpers. Das Dasein ist das Ergebnis des Körpers, daher gibt es Schmerzen. Aber da läuft nichts falsch – dieser Körper ist die Hinterlassenschaft der Nahrungsessenz, und Sie sind weder das eine noch das andere; Sie sind der Zeuge davon. Derjenige, der sich selbst als geborenen Körper betrachtet, wird diese Erkenntnis nicht mögen, aber derjenige, der sagt: „Ich bin nicht der Körper“, wird sie mögen. Vor dem Dasein gab es weder Tag noch Nacht. Leben bedeutet die Erfahrung der Tage, die von 100 Jahren bis zu Tagen reichen. Was gäbe es für Sie zu tun, sobald Sie in der Erkenntnis verankert sind? B.: Was auch immer man täte, es schadet nicht. Es gibt keine Angst mehr. M.: Angst von wem? Wenn wir „Geburt“ sagen, bedeutet dies die Geburt der Zeit, nicht aber Ihre Geburt. Zeit bedeutet Tage. Die Leute identifizieren sich also mit Tagen, daher die Furcht vor dem Tode. Es sind einfach nur Tage. Ein Tag ist vorbei, also alles vorbei. Sogar wenn das Tätergefühl bleibt, macht es nichts, denn Sie sind der Zeuge. Sie sind nicht im Dasein; die Dinge geschehen und Sie tun überhaupt nichts. Wegen des Daseins gibt es Leiden, während Sie der Zeuge von allem sind, was auch immer geschieht. Ihre Fragen werden vom unwissenden 68

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj Standpunkt aus und wegen des Körperkonzepts gestellt, während meine Erwiderungen vom Standpunkt dessen aus erfolgen, was Sie wirklich sind. Daher passen die Fragen und Antworten normalerweise nicht zusammen. Mit der Erfahrung von Tag und Nacht begann die Erfahrung von Schmerz und Vergnügen. Mit dem Dasein entstand diese bedürftige Natur, vor dem Dasein war sie nicht da. Was sagen Leute ohne Selbsterkenntnis nun normalerweise? Erkenntnis muss ganz klar sein, so wie Sie einen Halm auf Ihrer Handfläche liegen sehen. Sie erfahren die Wach- und Schlafzustände wegen des Brahma-Lichtlochs (Brahma-Randhra) im Kopf. Was sehen Sie da? Die Sinnesorgane befinden sich in verschiedenen Teilen des Körpers, aber die Erfahrungen befinden sich im Lichtloch. Es gibt zahlreiche Beschreibungen davon, aber letztlich ist es sehr, sehr klein; winzig. Ich stamme aus dem Dorf, in dem es weder Tag noch Nacht gibt. Tausende Sonnen leuchten da sehr schwach. Sie betrachten die Geburt als ihre Geburt, obwohl sie nur eine Erscheinung und Erfahrung des Daseins und nichts weiter ist. Ihre Konzepte sind zu Bindungen geworden. Ich beschuldige niemanden, denn das Dasein ist außerhalb der eigenen Kontrolle. Hierher gekommen zu sein lag nicht in Ihrer Hand – es ist automatisch geschehen. Man ist bereits frei. Die Bindung liegt im „ich“ und „mein“. Dies sind die Hindernisse, die Ihnen nicht erlauben, zur Wahrheit zu gelangen. Leute, die viele Verwandte haben, sind weitaus weniger besorgt ihretwegen als über sich selbst; darin bestehen dann ihre Hindernisse. Sogar nachdem sie diese Erkenntnis erlangt haben, sind sie noch viel mit der Familie und dem Sex beschäftigt; für etwas anderes haben sie gar keine Zeit. Die Befreiung ist bereits da, aber unsere Konzepte sind unsere Bindung. Dieses Leben währt eine Anzahl Tage und dann ist es vorbei. Das „Ich bin“ ist Gott 2. Januar 1980 Besucher: Was ist der vitale Atem? 69