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Nisargadatta Maharaj_Ich bin ungeboren

Herr Damodar Lund, ein Englisch- und Kunst-Professor hatte ein tiefes Interesse an der Mystik und am Buddhismus und war ein glühender Anhänger von Sri Nisargadatta Maharaj. Er besuchte regelmäßig die von Maharaj gegebenen Satsangs in dessen Wohnung, Dieses Buch ist das Ergebnis der Aufzeichnungen, die er während dieser Trffen gemacht und nach seinem frühen Tode hinterlassen hat.

Ich

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj bedeutet). Es geschieht aufgrund des Wissens „Ich bin“, dass Sie „Ich bin“ kennen. Es ist Liebe – betrachten Sie es als Selbst-Liebe und meditieren Sie darüber. Vermischen Sie es aber nicht mit dem Körper; es ist nicht der Körper, es ist reines Wissen, Bewusstsein oder Gott. Wenn Sie es vermischen, wird es Schwierigkeiten geben. Das Wissen „Ich bin“ ist Gott. Vergessen Sie nicht, dass Sie und Gott nicht getrennt sind. Wenn Sie mehr darüber meditieren, wird es klarer werden und Sie werden alles bekommen. Mutter Teresa ist erfolgreich, weil sie Vertrauen darin hat, dass Gott in ihr ist. Damit arbeitet sie dann. Ohne die Gnade des Selbst kann es keinen Erfolg geben. Aufgrund des Vertrauens in sich selbst erhalten Sie es. Sie können Gott verehren, aber glauben Sie dabei nicht, dass Gott von Ihnen getrennt sei. Das Wissen „Ich bin“ ist innerhalb von Ihnen. Führen Sie die Verehrung in diesem Wissen aus. Für denjenigen, der über das Wissen „Ich bin“ meditiert, wird alles im Reich des Bewusstseins klar. Er lebt dann, ohne darüber zu sprechen. Nehmen Sie von diesem Ort hier die Überzeugung über sich selbst mit, dass das Wissen „Ich bin“ Gott ist. Einen anderen Gewinn gibt es nicht. Es gibt da diejenigen, die, ohne sich selbst zu kennen, zu predigen beginnen. B.: Meine Frage betrifft die Verringerung des Wissens. M.: Ihre Überzeugung, dass das Wissen „Ich bin“ Gott ist, muss täglich wachsen. Kümmern Sie sich nicht um den Körper. Wenn Sie immer nur meditieren, ist Gott erfreut und Sie werden im Reich des Bewusstsein alles Wissen erlangen. Erzählen Sie danach anderen, dass dies nötig ist, dann nur teilweise davon. Diese Selbsterkenntnis kann zwar in wenigen Worten übermittelt werden, aber die Leute wollen dann mehr und mehr davon. Was ist ohne Ihr Dasein noch wichtig? Gott mag groß sein, aber würden Sie dies ohne Ihr Dasein so sagen? Wenn ich daher Erkenntnis vermittle, erzähle ich Ihnen vom Selbst (Atman) und seiner Geschichte. Vergessen Sie dieses Wissen, dass „Ich bin“ selbst Gott ist, nicht, auch wenn Sie sonstwo hingehen. Sie sind in der Überzeugung hierher gekommen, dass Maharaj selber Gott sei. Ohne Selbsterkenntnis sind sämtliche Aktivitäten bedeutungslos. Sogar nach dem Erlangen der Selbsterkenntnis sind sämtliche Aktivitäten immer noch bedeutungslos. Selbsterkenntnis wird dann selbst 72

Ich bin ungeboren – Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj bedeutungslos. Solange Sie sich selbst nicht kennen, leiden Sie – mit Selbsterkenntnis gelangt dies an ein Ende. Jnana befindet sich jenseits der Eigenschaften, es ist zeitlos. Sobald Sie sich selbst kennen, wird alles bedeutungslos einschließlich der Erfahrungen, da sie bedeutungslose Illusionen sind. Ihr Kenner ist jenseits von Zeit und Raum. B.: Die Fragen von heute werden im Schlaf untergehen. Kann das, was im Schlaf untergeht, real sein? M.: Alles einschließlich Tausender Sonnen erscheint und verschwindet im Parabrahman. Vor der Geburt besaßen Sie Selbsterkenntnis, aber die Welt und ihre Erfahrung hat es Sie vergessen lassen. Sie haben sich selbst vergessen wie der König, der sich für einen Bettler hielt. Der Schrei des Selbstauslöschers (“Har Har Mahadev”!) 3. Januar 1980 Besucher: Sämtliche Aktivität ist bedeutungslos – weshalb sitzen wir dann hier? Maharaj: Sobald Sie einmal erkannt haben, dass Sie kein Individuum sind, tun Sie, was Ihnen beliebt – alles wird dann Ihre Arbeit. Innerhalb der Grenzen der fünf Elemente ist alles Sie. Setzen Sie bis dahin (bis Sie dies verwirklichen) Ihre Arbeit fort, aber denken Sie dabei nicht, dass Sie der Körper seien. B.: Der Körper darf sich nicht an Eiskrem erfreuen? Nahrung wird wertlos? M.: Wer ist es, der isst? Die Pflanzen hier nehmen Wasser auf, die Flamme (Maharaj betätigt das Feuerzeug) verbraucht Gas und nimmt Luft auf. So ähnlich gehen auch alle anderen Dinge vonstatten. Das Essen wird von den fünf Elementen erledigt. Wenn Sie Nahrung essen, wer verdaut diese dann, nachdem Sie sie hinuntergeschluckt haben? Das Dasein entsteht aus den fünf Elementen. Wer isst sie? Wer stirbt? Wer lebt? B.: Ich verstehe! 73